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Gasdanows autobiographisch angehauchter Roman ist ein Entwicklungsroman: ein verträumter Junge - Kolja - wird zu einem jungen Mann, der nicht weniger verträumt wirkt. Es wird von seiner Kindheit und Familie erzählt und den Erlebnissen im Krieg Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts als er gegen die Bolschewiki kämpft.

Mir ist nach der Lektüre nicht klar, wie es zu diesem Titel kommt. Denn Claire spielt in diesem Roman eigentlich keine große Rolle. Er begegnet ihr als Heranwachsender und er trifft sie wieder im Pariser Exil. Wer hier eine erotisch-komplizierte Liebesgeschichte erwartet, wird enttäuscht. Die eigentliche Handlung hat mit Claire nichts zu tun.

Die Stärke Gasdanows ist seine genaue Beobachtungsgabe und seine psychologischen Miniaturen, seine Skizzen menschlicher Eigenarten und famosen Beschreibungen seiner Umwelt. So beschreibt er wunderschön ausgiebig seinen virilen Vater, der doch so früh verstarb oder die unterschiedlichen Charaktere der Soldaten.

Die Hauptfigur läßt mit der Grausamkeit eines 16-jährigen seine Mutter allein und zieht in den Krieg - ohne Überzeugung, ohne Enthusiasmus, einzig von dem Wunsch getrieben, die Welt kennenlernen zu wollen. Überhaupt steht er meist neben seiner Umwelt, er beschäftigt sich von den anderen entrückt mit sich selbst oder der Natur. Dieses Abseitsstehen machen ihn zu einem guten Beobachter seiner Welt.

Der Roman hat eigentlich keinen engen Handlungsstrang, er zerfällt eher in einzelne Mosaiksteine. Im Roman sagt einer, dass das Leben nur stückweise zu verstehen sei. Man wird nichts wirklich begreifen, aber es wird einem so vorkommen, als würde man begreifen. Und später nach einigen Jahren wird man sehen, dass man nichts begriffen hat und so weiter. Diese Täuschungen sind das interessanteste am Leben.
Von hier aus verstehe ich die fehlende Geschlossenheit des Romans. Gasdanow will keine Wahrheit präsentieren, die es nie geben kann. Das Leben bleibt Stückwerk.

Allerdings hätte ich mir doch gewünscht, dass der junge Mann Kolja eine Persönlichkeitsentwicklung erfahren hätte. So bleiben nur seine Erfahrungen, die sich aneinanderreihen ohne Orientierung, ohne Hoffnung und ohne ein Ziel. Kolja ist am Ende des Romans genauso unfertig wie am Anfang.
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am 22. Februar 2014
Ausgehend von seinen erneuten Begegnungen mit Claire in Paris, wohin es den Erzähler nach seiner Militärzeit bei den "Weißen" im Kampf gegen die "Roten" nach der Revolution in Russland ins Exil verschlagen hat, wird die Lebensgeschichte des Erzählers mit Kindheit, Jugend, Gymnaslalzeit, Bekanntwerden mit Claire und schließlich Krieg geschildert. Überaus plastisch und gelungen sind die Charaktere des Buches und die Erlebnissen des Erzählers mit ihnen. Weniger gut, weil sehr breit und lyrisch, gefielen mir die ausführlichen Beschreibungen des Seelenzustandes und der Empfindungen des Erzählers sowie seiner Reflexionen der Geschehnisse.
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TOP 500 REZENSENTam 22. Dezember 2014
Wer Hoffnungen hat, nach dem Erfolg von Das Phantom des Alexander Wolf: Roman etwas Ähnliches oder vielleicht gar noch Besseres zu lesen, sei gleich zu Anfang gewarnt: Dieses Buch kommt aus meiner Sicht in keiner Art und Weise an die Klasse des erwähnten Buches heran, ausserdem gilt es zu bedenken, dass wir es hier mit dem Debüt des Autoren zu tun haben, das 1927 geschrieben wurde und erstmal 1930 in Paris veröffentlicht wurde. Wir haben hier also eine Zeitdifferenz von 85 Jahren! So sehr ich vom ersten Buch begeistert war, umso enttäuschter und auch ernüchterter bin nun leider bei dieser Lektüre, auch wenn es natürlich lesenswerte Passagen gibt, obwohl man das Talent des Autors schon spüren mag, da mag auch die ganze Lobhudelei der Übersetzerin im Nachwort ins Leere laufen...doch ist dieses Buch für mich nichts Halbes und nichts Ganzes. Ich empfehle, sich in der Lektüre einzulesen, BEVOR Sie sich zu einem Kauf entscheiden sollten. Irgendwie krebst dann doch das Niveau dieses Buch zu seinem erwähnten Vorgänger dann doch gewaltig zurück...

Eigentlich beginnt es schon beim Buchtitel, wie der Verlag auf die Idee kommt, einen solchen Buchtitel zu wählen, frage ich mich. Denn Claire nimmt einen verschwindend kleinen Anteil - über die ganze Buchlänge betrachtet ein - denn eigentlich müsste der Buchtitel z.B. "Die Erlebnisse eines jungen Soldaten im russischen Bürgerkrieg" heissen. Denn im Grunde ist das der Schwerpunkt dieses Buches. Ob die Parallelität, des Lebens vom Autor zu seinem Helden Kolja Sossedow wirklich so eine bedeutende Rolle spielt, wie es Rosemarie Tietze im Nachwort anspricht weiss ich nicht, auf jeden Fall wird hier das Leben eines 16-jährigen beschrieben, der sich entscheidet, sich freiwillig für den Bürgerkrieg zu melden. (Gasdanow geb. 1903, hatte sich 1919 zur weissen Armee für den Dienst an einem Panzerzug gemeldet) Angeblich soll es der "Erkenntnisdrang - um mehr über die Welt und die Menschen zu erfahren" sein, den den jungen Gymnasiasten antreibt - und sich von Verliebtsheits-Momenten die er für Momente mit jener französischen achtzehnjährigen Claire erlebt losreisst. Doch ist der junge Mann verunsichert und weiss die deutlichen Signale von Ihr im Grunde gar nicht richtig zu deuten, vielmehr geht er ihr immer mehr aus dem Weg, auch wenn er innerlich sehnsüchtig nach ihr schmachtet, auch während seiner Kriegserfahrung. Spätestens hier wird klar, dass hier nichts schlüssig ineinander geht, das Ganze wirkt irgendwie zerfahren und unentschlossen. Denn der Entschluss, die Welt kennenzulernen wiegt für Kolja unverständlicherweise um Welten stärker, als sich auf das Liebesabenteuer mit jener Frau einzulassen, die er zehn Jahre später wieder trifft und ihre Avancen naiv umschifft, und das obwohl Claire mittlerweile verheiratet ist...

So sind es dann vor allem Beschreibungen von Erlebnissen und Soldaten, die der junge Soldat vor sich reflektiert und Revue passieren lässt, es sind seiner Erinnerungen, die ihn beschäftigen und die uns Gasdanow erzählen will. Als ob er gar kein Interesse hätte, uns eine wirklich Liebesgeschichte zu erzählen, obwohl das gerade Umschlag, Cover und Buchtitel komischerweise suggerieren! Will uns der Autor, den Übergang eines jugendlichen Träumers an der Schwelle zum Erwachsenwerden erzählen? Macht Kolja überhaupt eine wirkliche Entwicklung durch, oder werden hier einfach wahllos Erlebnisse heruntererzählt, ohne das Ganze mit einem roten Faden zu verbinden, oder in irgendeine Art von Ausrichtung oder Botschaft zu füllen? Auf der ersten hundert Seiten, wusste ich nicht, was uns der Autor eigentlich erzählen will!? Will er seine eigenen Erlebnisse im Krieg verarbeiten und daraus literarische Kunst machen? Soll ein junger Mensch geschildert werden, mit Hang zur Literatur, der irgendeine Reifung durchlebt, auch wenn vor der Liebe im Grund flieht? Diese angedeutete Liebesgeschichte könnte verkorkster nicht sein! Gasdanow hätte daraus viel machen können, meiner Meinung nach. Aufgrund der z.T. vielen Aufzählungen, hatte ich manchmal den Eindruck dass sich der Autor im Kreis dreht, dass diese Geschichte nicht wirklich gelingen will und auch die Botschaft nicht wirklich beim Leser ankommt. Es herrscht auch keine wirkliche Spannung, hatte also auch keine Mühe das Buch aus der Hand zu legen.

Eine Geschichte zwischen Traum und Realität, zwischen Innenerleben und Aussenerleben, zwischen Widersprüchen, ohne sich wirklich entscheiden zu können, wenn man mal von der Entscheidung absieht in den Krieg zu gehen. Kolja hat so könnte man meinen- vor dem Krieg weniger Angst als vor der Begegnung mit Claire, wo er gegebenenfalls mit der Liebe konfrontiert werden könnte. Doch soweit lässt es Gasdanow gar nicht kommen - leider. Vielleicht ist ja das Spielerische mit der Vorstellung viel interessanter, als die tatsächliche Liebeserfahrung, zumindest wirkt dieses Geschichte so. Eine Kriegsverarbeitung, die in Rückblicken, ja einem assoziativen Beschreiben erzählt wird, wo von einzelnen Schicksalen und Erlebnissen berichtet wird, die einen Einblick in den damaligen Bürgerkrieg geben. Doch ist dieser Roman leider nichts Halbes und nichts Ganzes...Ein Roman mit lesenswerten Passagen, jedoch den Autor keineswegs in seinem Erzählpotential erleben lässt...eben ein Debüt. Diese Geschichte bleibt in der fiktionalen Träumerei stecken, obwohl sich sein Protagonist der Lebensneugier verschrieben hat. Zwei Erzählkomponenten, die Grunde nicht zusammenpassen, und auch in keiner Art und Weise aufeinander zu gehen, sich ergänzen oder gar irgendwie bereichern könnten...

Zitat:
"Im Verlauf der zehn Jahre, die zwischen meinen beiden Begegnungen mit Claire lagen, konnte ich das niemals und nirgends vergessen. Bald bedauerte ich, dass ich nicht gestorben war, bald stellt ich mir vor, Claires Geliebter zu sein. (..) Ich wollte wissen, was das ist Krieg, es war dies immer noch derselbe Drang nach dem Neuen und Unbekannten. (..) Diejenigen die sehr feige waren, fürchteten den Tod, weil ihre blinde Verbundenheit mit dem Leben von ungewöhnlicher Stärke war; diejenigen, die sich nicht fürchteten, verfügten über die dieselbe sonderbare Lebenskraft, weil nur ein Mensch mit Seelenstärke mutig sein kann."
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am 22. Februar 2014
Nachdem ich "Das Phantom des Alexander Wolf" gelesen hatte, wollte ich "Ein Abend bei Claire" nicht verpassen. Der Roman hat mich nicht völlig enttäuscht, aber gehörig ernüchtert. Erzählt wird die autobiografisch grundierte Geschichte eines Gymnasiasten und Bürgerkriegsteilnehmers um die Zeit der russischen Revolution von 1917 herum. In Rückblenden wird in poetischer Sprache und liebevoller Ausführlichkeit des früh verstorbenen Vaters gedacht, was an Nabokovs "Die Gabe" erinnert. Auch der Mutter, die nach diesem Verlust versteinert und sich zurückzieht, wird ein Denkmal gesetzt. Aber in beiden Fällen wie auch der Schilderung jener Liebe zu Claire bekam ich nie das Gefühl, dass Gasdanow sich litarisch freischwimmen und aus Rätseleien über die eigene Kindheit und Jugend in freie Gefilde hätte vordringen können. "Ein Abend bei Claire" ist ein halbgarer Roman, finde ich, der nie recht in die Gänge kommt und seinen Themenräumen Elternhaus / Gymnasium / Kadettenanstalt / Krieg einmal angemessen Raum gibt - ohne die hinderliche Anbindung an seinen Haupthelden. Vieles wirkt wie erdrückt vom Kunstwunsch des jungen Verfassers. In welche Schieflage der Roman dadurch gerät, wie sehr große Themen verkleinert werden, fiel mir beim Vergleich der Liebes- und der Kriegserlebnisse aus. Die Situation auf S. 89 zum Beispiel, als der überforderte junge Mann unfähig ist, Claire in ihre Wohnung zu begleiten, um mit ihr zu schlafen, wird beschrieben als "lautloses Dröhnen der allergrößten Erschütterung meines Lebens", während er im zweiten Teil des Buches leichthin und einzig aus Neugier in den Krieg zieht und Tod und Sterben um ihn herum ihn dann wirklich kaum berühren. Die Episoden als Soldat eines Panzerzuges sind weniger "wolkig" als die Liebesgeschichte, folgen aber dem selben Gestaltungsprinzig. Einfach mal Runtererzählen, was so erlebt wurde. Es sind schöne, scharf konturierte Porträts von Kameraden dabei. Auch das "Beratungsgespräch" mit dem alten Freund des Vaters, der ihn von der Sinnlosigkeit der Kriegsteilnahme überzeugen möchte, ist angenehm besonders, aber zu einem gelungenen Romankörper fügt sich das alles nicht. Die faszinierende Passage, mit der Gasdanow in das "Das Phantom des Alexander Wolf" eingestiegen ist, diese schicksalshafte Tötung eines Menschen, war grandios! Jetzt auch "Jugendsünden" dieses Autors zu übersetzen, erklärt sich für mich aus diesem einen großartigen Abschnitt. Was hat Gasdanow sonst zu bieten, frage ich mich, was man nicht aufregender bei Nabokov finden könnte?
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am 28. Februar 2016
Also mich beeindrucken die Russen immer wieder. Und die Übersetzer. Die Schrift ist zu klein. Da sehnt man sich nach einem Kindle.
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am 19. Mai 2014
Hanser hat schon schönere Bücher gemacht. Das Papier und die Schrift sind ziemlich leseunfreundlich. Es ist so, als hätte die DDR einen Neustart erlebt... aber das sind zynische Unterstellungen. Man muß halt sparen wo man kann. Dafür ist dieser "Erstling" jede Zeile wert. Eine Empfehlung für Leser!
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