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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
19
3,8 von 5 Sternen
SABOTAGE: Warum wir uns zwischen Demokratie und Kapitalismus entscheiden müssen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:18,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 16. April 2016
Jakob Augstein seziert die deutsche Gesellschaft. Sein Buch erzählt von der wachsenden Ungleichheit im Land, echter linker Politik, Gerechtigkeit, aber auch von Themen wie dem neuen kleinbürgerlichen Wutbürgertum, vom Protest und vom Widerstand.

Auch wenn gegen Ende des Buches die Thesen etwas schärfer werden, ist das Buch absolut lesenswert und bringt zahlreiche Denkanstöße mit sich. 5/5!
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am 31. Oktober 2013
Okay, vieles aus diesem Buch könnte der Leser bei guter Recherche auch irgendwo anders finden, oder hat es bereits einmal gefunden. Warum also kaufen? Weil wir zum Verschludern neigen. Wir, die aufmerksamen Staatsbürger, die wir pflichtbewusst die von den Medien hingeworfenen Puzzlestücke aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufpicken. Doch dann fehlt uns die Lust, die Geduld, die Zeit, sie zusammenzusetzen. Und flattert das nächste Puzzlestück daher, verstaubt das alte schon unterm Sofa oder hat sich im Glückstaumel der Errungenschaft des neuen iPhone-Modells unbemerkt davongeschlichen.

Jakob Augstein sammelt Puzzlestücke. Jede Menge. Die Unruhen im englischen Tottenham, spätrömische Dekadenz, Anschlussverwendung, Armutsbericht, Fälschung des Armutsberichts, Bürger, die so unverdrossen wie wirkungslos protestieren, Gerechtes und Ungerechtes, Solidarisches und Niederträchtiges, Zahlen, Fakten, Meinungen. Viele Meinungen. Die eigenen, aber auch die der Jahrhunderte: Von Schiller bis Schirrmacher, von Habermas bis Hallervorden, von Thomas Mann bis Monty Python.

Augstein klaubt die Teilchen aus dem Staub, sortiert sie nach Form und Farbe, und gibt dem Leser Freiraum, sie ineinander zu stecken. Das ist jetzt gar nicht mehr so schwierig. Heraus kommt jedoch - Überraschung - kein Idyll mit Almhütte und Sonnenschein, sondern ein beklemmendes Bild der Veränderung unserer Gesellschaft und ihrer Werte.
Dem Leser, der nicht sicher ist, ob er nun mit der Kanzlerin ein "Das geht gar nicht" hauchen oder mit Stéphane Hassel ein "Empört euch!" schreien soll, gibt Augstein - wieder Überraschung - Hilfestellungen. Er kann nämlich nicht nur Farbbeutel basteln, sondern kennt auch die Kniffe, hartnäckige Grauschleier auf den Puzzlestückchen der "politischen Mitte" wegzuschrubben, besser als manch schwäbische Hausfrau. Bei aller Ernsthaftigkeit der Themen, hier machen die teils gnadenlosen Formulierungen großen Lesespaß.

"Sabotage" ist ein Buch, das Mut macht. Mut zum Nachdenken, Mut zur Meinung, zum Handeln, zur Verantwortung, zum Protest. Ob man nach der Lektüre zum Farbbeutel greift, voll des Mutes, damit System, Welt und sich selbst zu verbessern, sei dahingestellt. Auch, ob der Autor selbst es tun würde, wie einige Rezensenten bezweifeln. Schlagkraft und Treffsicherheit gehen auch mit Worten. Jeder, wie er am besten kann. Jakob Augstein kann trefflich mit Worten.

Jene, mit denen er sein Buch enden lässt, stammen aus dem Funkverkehr zwischen "Costa Concordia"-Kapitän Schettino und dem Kommandanten der Küstenwache, der ersteren auffordert, zu seinem sinkenden Schiff zurückzukehren. Vermutlich der eindringlichste dokumentierte Aufruf zu Verantwortung in der jüngeren Geschichte. Der Kapitän nahm die seine nicht wahr. Kommentarlos lässt Augstein den Leser allein zurück. Zusammen mit dem letzten Puzzleteil, das beim Almhütten-Motiv doch stets zu tiefster Befriedigung über die Vollendung führt. Hier nicht. Das ist gemein, aber folgerichtig.

Das Puzzle der Gesellschaft ist, gottlob, ein ewig unvollendetes. Und, jetzt doch mal aus dem Buch zitiert: "Wir sind eingewoben in ein Netz aus Verantwortung. Es gibt daraus kein würdevolles Entkommen." Auch das ist gemein. Muss sich der Leser doch nun in aller Würde selbst in seinem Versteck unter dem Sofa suchen, den Staub abklopfen und sich irgendwo positionieren. Das macht Arbeit. Zumal er nach Lesen des Buches zu der die Alternativen einschränkenden Einsicht gekommen sein könnte: In der Mitte ist nicht mehr viel Platz.

Fazit: Verschludern Sie lieber Ihr iPhone als dieses Buch.
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am 7. August 2013
Jakob Augstein skizziert in seinem Buch die Entwicklung, welche die Bundesrepublik Deutschland im Zuge der die letzten Jahrzehnte bestimmenden neoliberalen Ideologie genommen hat.
Das Festzustellende ist ernüchternd: Die Zunahme von Ungleichheit, Ungerechtigkeit und sozialer Kälte, sowie die Entwertung von einst bedeutenden Begriffen wie Moral, Solidarität und Verantwortung schaden der Gesellschaft und unterminieren unser demokratisches System. Die Finanzkrise und deren Behandlung durch die Politik markieren den traurigen Höhepunkt dieser Entwicklung und sind eindeutiger Beleg für das Beschreiten eines neoliberalen Irrweges, den es endlich zu verlassen gilt.
Wie dies zu erreichen und was dafür nötig ist, deutet Augstein bereits in der Einleitung seines Buches an, indem er dessen Inhalt mit folgenden Worten beschreibt: "Es ist ein Streifzug, eine Expedition durch die Gegenwart eines Systems, das seine eigenen Versprechen bricht. Und am Ende stößt man auf ein einziges Wort. Ein altmodisches Wort, in dem aber die einzige Hoffnung liegt, verschüttet, schwer auszumachen, noch undeutlich: Radikalität."

Jedes erscheinende Buch dieser Art stärkt die Hoffnung, dass die Zahl derer wächst, die nachdenken und sich bewusst machen: Es gibt Alternativen.
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am 14. Juni 2015
Augstein hat Recht darin, die politische und wirtschaftliche Entwicklung der letzten drei Jahrzehnte zu kritisieren. Die Spaltung der Gesellschaft, die auf diese Politik folgt, ist für die Demokratie und für den Frieden gefährlich. Die späte Einsicht, dass die Raketen des Ostblocks uns zur Sowjetzeiten verteidigt haben - und zwar gegen die Feinde in unseren eigenen Reihen - ist auch richtig. Dennoch bringt das Buch kaum etwas Neues, es gibt bessere Bücher zum Thema.
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am 11. Januar 2015
Informativ und lebendig geschrieben. Manche Positionen wirken einseitig. Spannend zu lesen. Leider kann ich nicht alles prüfen. Danke. C. M.
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Gut, dass Jakob Augsteins Buch SABOTAGE kein Krimi ist. So darf man, ohne die Regeln zu verletzten, das Ende verraten: Ein bisschen Gewalt muss bei der Besserung der Gesellschaft sein, schreibt der Besitzer des FREITAG und auch: "Ist es denkbar, dass die Sabotage eine Funktion hat?". Die Frage wird damit begründet, das jene, die sich an die Regeln kapitalistischer Demokratie halten, brav demonstrieren und dann ebenso brav wieder nach Hause gehen, in ihrer Konformität nichts bewirken. Aber jene, die zum Beispiel mit Eisenkrallen auf Oberleitungen Eisenbahnen sabotieren, die fallen auf, die sind nicht systemkonform, die werden vom Staat bekämpft und gewinnen so an Bedeutung. Aber dann gibt es noch einen zweiten Schluss, der das Verhalten des Kapitäns der schiffbrüchigen COSTA CONCORDIA als Gleichnis nimmt und erzählt, dass der Kapitalismus seiner Verantwortung gerecht werden muss: "Wir sind eingewoben in einem Netz aus Verantwortungen. Es gibt daraus kein würdevolles Entkommen." Wir? Wer ist Wir? Das dem-Kapitalismus-entkommen findet seine Würde im Widerstand, nicht in einem Veranwortungsnetz.

Ein Farbbeutel wird zu Beginn des Buchs gefüllt und mit ihm das Wort RADIKALITÄT eingeführt und auch die Überlegung, "wir" hätten die Verantwortung delegiert, lebten in einem "trübsinnigen Kapitalismus" und deshalb "sei es zu wenig, bei der Wahl seine Stimme abzugeben". Das mit den Wahlen ist einer der Wahrheiten des Buchs. Doch nach der Wahrheit kommt unmittelbar der Unsinn: Da folgt das Geld seiner "Natur" als ob es keine Herren hätte und wenn "die Märkte sprechen könnten, würden sie von uns verlangen zu schweigen". So wenig wie Augstein das "Wir" erklären will, so wenig hält er sich mit der Analyse von Geld und Markt auf, benennt die scheinbar anonymen Kräfte nicht, die Markt und Geldfluss regeln, bleibt im Gewölk des Feuilletons, allzeit gut formuliert, selten fundiert. Nicht, dass man ihm Absicht unterstellen muss. Tapfer geht er die Reichen an, die immer reicher werden. Er stellt fest, dass europäisches Sparen die Ungleichheiten weiter vergrössert und weiß zu schreiben, dass der Kapitalismus die Demokratie nicht braucht.

Es ist Augsteins einerseits-andererseits, das sein Buch so ärgerlich macht. Eben noch eine Erkenntnis mit den Händen erzählt, dann gleich mit dem Hintern wieder eingerissen. Es ginge nicht um Gerechtigkeit, sondern um das Maß der Ungerechtigkeit, schreibt er, als würde nach zehn Zentimetern Unrecht das eigentlich Schlimme beginnen. So ab zwölf vielleicht? Immer wieder taucht bei ihm der Begriff "Leute" auf und der Autor schenkt ihnen leutselig seine Aufmerksamkeit und weiß, woher auch immer, das die Leute nicht nach Gleichheit suchen, denn "umfassende Gleichheit ist eine Illusion, töricht oder gefährlich, oder beides." Und außerdem: ". . . die Leute haben nichts gegen Reichtum." Erst wenn er zu öffentlich wird, dann. Ungenauigkeiten wo man auch hinliest: Im Osten, schreibt Augstein, sei die Wirtschaft zusammengebrochen. Vom tatsächlichen Raubzug keine Rede. Und er zitiert zustimmend den IWF-Volkswirt, Michael Kumhof, der die "Instabilität" des Finanzsystems in der Ungleichheit sieht. Jener unter zehn oder jener über zehn Zentimeter fragt man sich unwillkürlich und vermisst das Wort Profit doch ganz erheblich.

"Gegenüber diesen (den) Konzernen hat sich der Staat im Laufe der vergangenen Jahre selbst entmachtet", steht im Buch, so als hätte es zuvor keinen Staatsmonopolistischen Kapitalismus gegeben und als sei die neue, globale Quantität bereits eine neue Qualität. Das hindert den Autor nicht an so klaren Sätzen wie: "Wir haben ein Einnahmeproblem, kein Ausgabeproblem", wenn er sich dem Begriff "Schuldenkrise" als falsches Etikett für die Bankenkrise verweigert. Aber was nützt das alles, wenn er mit einem Interview von Oskar Negt im Buch folgende politische Handlungsempfehlung unter die Leute streut: Der SPD sei mit der Linkspartei der linke Flügel verloren gegangen und der solle doch am besten wieder zurückkehren. Gregor Gysi statt Erhard Epler als linkes Feigenblatt der SPD? Sahra Wagenknecht, die neue Herta Däubler-Gmelin? Tut mir leid Oskar Negt, aber das ist Stammtisch.

So muss Augstein dann auch behaupten, dass die Linkspartei sich von der SPD abgrenze, obwohl es im Gegenteil das öffentliche SPD-Abgrenzungstheater von der LINKEN alle Wahlen wieder gibt: Ungefragt schwört der jeweilig SPD-Kandidat immer wieder, dass er nie und nimmer mit der Linkspartei koalieren werden. Aus der falschen Behauptung rechnet Augstein den ebenso falschen Schluss hoch: "Die Überwindung dessen, was die Linken gern die `herrschenden Verhältnisse' nennen, kann in Deutschland nur in ihrer Verbesserung liegen."

Augstein hat in seinem Buch beträchtliche Mengen Kenntnisse und Erkenntnisse gesammelt. So viele, dass man trotz der falschen Schlüsse geneigt sein könnte zu hoffen, dass es beim nächsten Buch zu mehr Klarheit langt. Es ist eine kleine Bosheit, die dieser Hoffnung nur wenig Chancen gibt. Der FREITAG-Inhaber zitiert zustimmend die ehemalige FREITAG-Herausgeberin Daniela Dahn, von der er sich vor einem Jahr im Unfrieden getrennt hatte: "Das Primat der Politik kann nur über die Selbstermächtigung der Bürger zurückerobert werden." Nicht nur, dass er den Dahn-Satz mit "Jetzt müsste man nur noch klären, wie das zum machen ist" relativiert. Er verweigert der Dahn - anders als allen anderen, die er zitiert - sowohl einen Platz in der Bibliographie als auch bei den Nachweisen des Buches. Wer also dem klugen Dahn-Wort, eingebettet in eine schlüssige Analyse und Beweisführung, nachspüren möchte, der sollte sich mit dem Original (Daniela Dahn, Wir sind der Staat) beschäftigen.
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am 26. September 2013
Augstein beschreibt in diesem Buch hauptsächlich die in sich zerrissene Befindlichkeit einer Republik, deren Demokratie zunehmend ausgehöhlt und in Gefahr ist. Deutlich wird, wie die Protagonisten auf diesem Schlachtfeld agieren und wie sie die Strömungen in der Gesellschaft widerspiegeln. Eine Lösung weiß Augstein nicht, er skizziert lediglich Problematiken, wie sie finden könnte.
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am 30. November 2013
Jakob Augstein ist in seinem ganzen Weltbild sehr präzise und sympatisch. Das Buch ist eine Bereicherung auf dem politischen Buchmarkt.
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am 5. Dezember 2013
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Jakob Augstein,

es ist vieles leider die von mir selbst erlebte Wahrheit.
Wenn sie mehr über praktische Beispiele aus dem täglichen Leben wissen wollen, dann wären Sie bei mir an der rictigen
Adresse.

Gruss, Frank Stratmeier.
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am 5. November 2013
Ein sehr kritisches Buch über unser zusammenleben in der Demokratie. Liefert viele Denkanstöße und zeigt die Hilflosigkeit in diesem " System " etwas zu ändern.
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