Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Sonderangebote Books Summer Shop 2017 Cloud Drive Photos Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited longss17

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
67
4,5 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:30,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 8. Oktober 2013
Die facettenreiche Biographie Goethe - Kunstwerk des Lebens" von Safranski ist spannend und lehrreich zugleich. Besonders hervorheben möchte ich drei von Safranski besonders gut dargestellte, für das Verständnis Goethes und seiner Zeit aufschlußreiche Charakterisierungen, nämlich die Farbentheorie Goethes, Goethes Plotinkritik und Goethes Kontakte zum Philosophen Fichte.

a) Goethe setzte sich dafür ein, daß Fichte eine Professur für Philosophie in Jena erhielt. Die Darstellung der idealistischen Philosophie Fichtes als Weiterenwicklung der Moralphilosophie Kants mit Safranskis treffender Beschreibung des zum Idealismus konträren Materialismus als "Selbstverdinglichung" des Menschen ist meisterhaft einschließlich der Erklärung des späteren Atheismus-Vorwurfs gegen Fichte wegen seiner alleinigen Ableitung der Religion aus der Moral (Kant!) ohne Raum für Monotheismus. Safranskis Charakterisierung Fichtes als erster Politkommissar" der Geschichte wegen seiner geplanten Reden an die Soldaten der Befreiungskriege gegen Napoleon ist besonders originell und treffend.

b) Die Erläuterung der Goetheschen Platon-Plotin-Kritik durch Safranski ist ebenfalls überzeugend und klar: Goethes Einwände gegen die platonische Vorstellung, die konkrete Wirklichkeit sei stets Manifestation einer allgemeinen Idee und sei deshalb immer ein "Abstieg" wird mit dem Gegenargument Goethes, daß auch aus konkret Gegebenem eine Evolution hin zu höheren Stufen zu beobachten sei, nachvollziehbar kritisiert.

c)Die Beschreibung der Farbenlehre Goethes, der sich selbst als Naturforscher verstand und sich mit seiner Farbenlehre explizit gegen Newton positionierte (was schon damals auf allgemeine Ablehnung gestoßen ist), ist ebenfalls gut zu lesen und klar. Safranski gelingt es, den Goetheschen Gedanken, eine Farbe zeige sich in Bezug auf weißes Licht stets als Intensitätsverlust, bedingt durch das Auftreffen des Lichts auf einen Gegenstand, nachvollziehbar darzustellen (in der Praxis ergibt die Überlagerung der Farben des Farbkreises in der Tat nicht "weiß", sondern "grau"). Safranski zeigt nun auf, daß Goethe der unmittelbaren Anschauung der Natur (ohne Hilfsmittel wie Mikroskop, Fernrohr etc.) den Vorzug vor mathematisch-physikalischen Abstraktionen gibt. Dies ist im Zeitalter der absolut unanschaulichen Quantenphysik natürlich besonders irritierend.

Ich kann diese vorzügliche Biographie, die die Geschichte und die geistigen und geistlichen Strömungen der Goethezeit lebendig werden läßt, nur empfehlen.

Gerhard Mall
0Kommentar| 41 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Oktober 2013
Die Goethe-Biografie von Rüdiger Safranski ist eine Darstellung, die das Wesentliche dem Leser in unserer Zeit bietet.

Das stattliche Buch ist ein dunkelgrüner Pappband, leider nicht in Leinen, der 2013 in München im renomierten Carl-Hanser-Verlag erschienen ist. Einen Schuber besitzt der Band mit Schutzumschlag bedauerlicherweise nicht.

Vom Umfang her dürfte in erster Linie der Vergleich mit der Monografie von Richard
Friedenthal (London) erlaubt sein, die damals zunächst mit Erfolg als Fortsetzungs-Werk in der Tageszeitung "Die Welt" und dann ab 1963 mit vielen Auflagen im Piper-Verlag München erschien.

Auf mich, als Leser, wirkt das neue Buch von Rüdiger Safranski in erster Linie, da es gut strukturiert ist und in einer klar verständlichen Sprache abgefaßt wurde. So wird die Lektüre, auch der bekannten Höhepunkte, zum Lese-Erlebnis und selbst inhaltlich hebt sich das Hanser-Buch von älteren Monografien spürbar ab, da Safranski die diverse neue Goethe-Literatur der letzten Jahrzehnte entsprechend berücksichtigte.

Vielleicht hält die kommende Buch-Messe bereits eine wohlfeile Taschenbuch-Edition bereit, obwohl ich sicherlich bei der gediegenen Hanser-Ausgabe bleiben werde.

Ein weiteres Feld wäre eine entsprechende GROSSDRUCK-Ausgabe für sehschwache und ältere Leser ...
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. September 2013
Ich habe schon mehrere Bücher von Rüdiger Safranski gelesen und liebe seine klare Sprache. Ich habe auch viele Bücher über Goethe, angefangen von der Friedental -Biographie bis zu Romanen über (Walser) Briefwechseln, und die Orginalwerke gelesen, gerade deshalb macht es Spaß eine neue Sichtweise , neue Zusammenfassungen, neue Schwerpunkte zu entdecken. Ich bin noch nicht bis zum Ende des umfänglichen Werkes gediehen, aber mir macht es nach wie vor Spaß darin zu lesen.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. September 2013
Einleitend muß ich sagen,daß ich im Besitz fast aller Goethe betreffenden deutschsprachigen Bücher bin, natürlich auch die Biographien von Friedenthal,Boyle,Conradi etc. Die Überraschung ist nun Safranskis Buch,eigentlich ist es keine reine Biographie und ersetzt auch keinesfalls die anderen. Aber Safranski, wie der Buchtitel schon aussagt,beleuchtet Goethes Leben und Lebensauffassung(en)im Kontext zu seiner Umwelt,seinen Werken (die Zitate kursiv gedruckt im Text),den Personen, die eine Rolle in seinem Leben gespielt haben,von einer neuen, nicht zu kopflastigen, sondern eben dem Leben gewidmeten Seite.
Und das ist meiner Meinung nach so gekonnt,daß das Lesen Spaß macht und manches neu verstehen läßt.
Allerdings sollte man schon mit Goethe vetraut sein und auch eine andere Biographie ,am besten Friedenthal, gelesen haben. Dann aber ist dieses Buch ein Gewinn und ein großes Vergnügen.
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 22. November 2013
Seit „Schopenhauer und die wilden Jahre der Philosophie“ hat mich Rüdiger Safranski für sich eingenommen. Mit dieser wohligen Voreingenommenheit freue ich mich auf jede Neuerscheinung von ihm und fühle mich ausnahmslos jedes Mal bestätigt. Sicher sind nicht alle Themen bzw. „Gegenstände“ für mich gleichermaßen zu erfassen. So waren mir die Schiller-Biografie und die Beschreibung der einflussreichen Freundschaft Goethe/Schiller sowie Befassung mit der Epoche der Romantik sehr nahe, während mir Nietzsche und insbesondere Heidegger trotz Rüdiger Safranskis literarisch gelungenen Zugängen fern geblieben sind.

Und jetzt Goethe! Wieder einmal kann ich mich kaum satt lesen. Und das ist angesichts der mehr als 600 Seiten sicher bemerkenswert. Rüdiger Safranskis herausragende Fähigkeit, Geistesgrößen zugänglich zu porträtieren und dabei den Leser in die von ihnen bestimmten Epochen eintauchen zu lassen, ist für mich fast einzigartig. Einzig Gunnar Decker überzeugte mich ebenso mit seiner Hesse Biografie.

Da man Leben und Werk Goethes sicher auch nicht auf 2000 Seiten gänzlich gerecht werden kann, kann der Anspruch auf essentielle Vollständigkeit wohl von keinem Goethe-Biografen erfüllt werden. Deshalb stellt sich hier im Besonderem und in Hinblick auf Rüdiger Safranskis weiteren Biografien im Allgemeinen die Frage: wozu verfasst jemand eine Biografie und warum sollten wir sie lesen?

An dieser Frage entzünden sich denn wohl auch die kritischen Rezensionen. Denn dem Autor wird u.v.a. Unvollständigkeit, Einseitigkeit und fehlender Mehrwert vorgeworfen. Als aufgeklärter Leser lasse ich nur letzteres als ernstzunehmende Kritik gelten. Denn Vollständigkeit wäre absurd zu erwarten und Einseitigkeit ist nun mal dem Autor eigen. Er betrachtet und wählt aus seiner Voreingenommenheit gegenüber dem gewählten Gegenstand aus und arrangiert, ja komponiert sein subjektives biografisches Bild.

Tja, bleibt der fehlende Mehrwert. Erwartet heute ein Leser ernsthaft, überraschend neues über Goethe zu erfahren? Hätte Rüdiger Safranski den werkimmanenten Nachweis erbringen sollen, dass Charlotte von Stein und Goethe doch ein konkretes sexuelles Verhältnis hatten? Ich denke, Rüdiger Safranski ist seriös und bescheiden genug, nicht nach solchen Sensationen zu suchen. Die Intention dieser Biografie liegt für mich einzig in dem Wunsch, Interesse und Begeisterung für ein herausragendes, ebenso geist- wie einflussreiches literarisches Werk bei jetzigen und kommenden Generationen aufrecht zu erhalten.

Das wesentliche Ziel, was ich von einer Biografie herausragender Geister erwarte: Lust (wieder)erwecken, sich mit deren Werken zu befassen. Dies ist Rüdiger Safranski bei mir einmal mehr gelungen. Und wenn dies auch viele andere Leser von sich sagen können, ist er über missgünstige Kritik - wie auch Goethe zu seinen Zeiten – letztlich erhaben.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Januar 2014
Wen Goethe interessiert ein Muß.
Hervorzuheben auch der

Leser Frank Arnold

28 Stunden vorlesen und die Stimme bleibt spannend, das schafft nicht jeder.
Super!
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. August 2013
Den allgemeinen Jubel über dieses Buch kann ich nicht teilen. Rundum gediegen wird das Lebens- und Werkpensum abgearbeitet, und wer noch nie eine Goethe-Biographie gelesen hat, wird detailliert und zuverlässig informiert.

Ich habe jedoch schon die eine oder andere Goethe-Biographie gelesen (unter anderem den zweibändigen Conrady, der die Werke besser vorstellt). Deshalb drängt sich mir der Eindruck auf, dass Safranski nicht nur wenig Neues beizutragen hat (bessere Kenner werden wahrscheinlich sagen: gar nichts Neues). Schlimmer noch, er findet auch keine Erzählweise, die einen das gut dokumentierte und fast restlos erschlossene Goethe-Leben noch einmal mit Spannung lesen ließe.

Er erzählt alles brav der Reihe nach herunter, als hätte es nicht schon mindestens ein Dutzend Standardbiographien gegeben. Ich habe deshalb nach einer Weile nur noch kursorisch gelesen und selten etwas gefunden, wo sich mein Interesse festgehakt hätte, wie z.B. das kontextreiche Kapitel über die „Wahlverwandtschaften“ oder die ein wenig zerknirschten Ausführungen über die "Rosskur des Prosaischen" in den "Wanderjahren".

Lauter richtige, abgewogene Urteile, man kann immerzu mit dem Kopf nicken. Wacker das Wohlbekannte. Aber ganz ohne Witz und Esprit, ohne Hader und Enthusiasmus. „Kunstwerk des Lebens“ – die Grundidee ist ja nun auch ein alter Hut. Seit je wird Goethe nicht nur wegen seiner Werke, sondern als menschliches Gesamtkunstwerk gepriesen.

Dass es auch anders geht, hat Karlheinz Schulz mit seiner Reclam-Biographie aus dem Jahr 1999 bewiesen: Leben und Werk und dazu den zweihundertjährigen Goethe-Diskurs mit seinen Kontroversen, Stilisierungen, Fragwürdigkeiten. Geistreich von der ersten bis zur letzten Seite, das Goethe-Phänomen lustvoll auseinandergenommen, aber doch nicht das (oft ziemlich dunkle) Genie und die Meisterschaft Goethes in Frage gestellt. Dieses streitbare, in manchen Momenten sicher auch anfechtbare Buch hat das Temperament, das ich bei Safranski vermisse.

Warum hat Safranski sein Buch überhaupt geschrieben? „Es gibt viele Goethe-Biographien, aber noch keine von mir“, soll er gesagt haben. Ich fürchte, das ist die Wahrheit.

Immerhin: ein ausgesprochen schön ausgestattetes Buch, mit Leineneinband und Fadenheftung. Für den verglasten Bildungsbürgerbücherschrank. Ich ziehe meinen eselsohrigen Reclam-Schulz vor.
2323 Kommentare| 172 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 27. Mai 2014
Für diese Goethe-Biographie sollte man sich viel Zeit lassen. Nur so lässt sich Goethes interessantes und vielschichtiges Leben angemessen verfolgen. Die 650 Seiten Text mit 100 Seiten Anhang werden diesem Leben wahrscheinlich so gerecht, wie es in Biographieform überhaupt geht. Längen hat das Buch daher keine, da sich Safranski offenbar trotz der hohen Seitenzahl immer noch kurz gefasst hat. Ich mochte an dem Buch, dass es sich nur auf Primärquellen stützt, also auf Goethes Werke, auf Tagebucheinträge und Briefe. So gerät es nie ins Spekulieren. Was mir einzig gefehlt hat, sind Fußnoten zu den vielen Zitaten, aber die kann man wohl bei einem nicht-wissenschaftlichen Buch schlecht verlangen. Verlage sind (vielleicht zurecht) der Auffassung, dass sich ein Buch mit Fußnoten schlechter verkauft. Ich finde es trotzdem nicht leserfreundlich. Ansonsten habe ich nichts auszusetzen. Safranski bietet einen interessanten Überblick über Goethes Leben und Innenleben, idealisiert diesen Mann nicht, sondern weiß, sowohl seine Schwächen als auch seine Stärken angemessen herauszustellen. Das Buch hangelt sich chronologisch vorwärts, baut auch immer kleine Werksbeschreibungen ein, wenn Goethe mal wieder an einem Gedicht, an einer Erzählung oder an wissenschaftlichen Studien arbeitete. Überhaupt lernt man darüber Goethes künstlerisches und denkerisches Umfeld kennen. Ich habe Goethe nicht selten beneidet um all die Bekanntschaften, die er mit den Größen der Geschichte hatte. Schiller, Humboldt, Herder durfte man erwarten. Aber das Buch geht auch auf die vielen anderen ein: Hegel, Fichte, Schelling, Schlegel, Novalis und viele mehr. Auch die politischen Verhältnisse, denen Goethe ausgesetzt war, werden immer wieder erwähnt. Ich habe das Buch wirklich sehr gern gelesen und viel Neues über diesen großen, wenn auch durchaus schwierigen Mann gelernt.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. November 2013
Besonders gut gefällt mir Safransky's Konsequenz beim Festhalten an seinem im Untertitel angekündigten Zugang zur dominanten Persönlichkeit Goethes. Dieser Zugang erhellt auch sein Schaffen und die teilweise ja sattsam bekannten Teile der Biografie. Wohl kann nie eine Biografie die "ganze Wahrheit" alleingültig verkörpern, obwohl diese Erwartungen schwer zu verhindern sind. Diese aber enthält eine sehr wichtigen roten Faden in Goethes Leben, der vielleicht schon bekannte Fakten und Vorkenntnisse sehr gut zu ordnen imstande ist.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Januar 2017
Keine Frage, ein kenntnisreiches Buch, gut geschrieben, vielschichtig und ganz dem Quantitätsprinzip entsprechend. "Kunstwerk des Lebens" lautet der Untertitel. Das ganze, lange Leben von Goethe als Kunst, als vielseitiges Kunstwerk sehen. Das finde ich gut, aber bei diesem langen Text denke ich, dass das Wesentliche dabei eher untergeht. Es wäre, aus meiner Sicht, hier besser gewesen, Akzente zu setzen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden