Sale Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Xmas Shop 2017 Cloud Drive Photos Mehr dazu TDZ HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle Backparty BundesligaLive wint17



am 16. Juli 2008
Der Kasseler Soziologie-Professor Heinz Bude vermittelt in diesem schmalen Bändchen eine aktuelle Bestandsaufnahme des sog. "abgehängten" Drittels der bundesdeutschen Gesellschaft.

Als momentane Ausgestoßene macht er z.B. Alleinerziehende, Bildungsverlierer und Ostdeutsche (insbes. solche, die ehemals in der DDR in den LPGs beschäftigt waren, und sich nach der Wende mit dem abrupten Verschwinden ihrer Berufsbilder wie Melker, Traktorist etc. konfrontiert sahen) aus und schildert deren typische Realität und Perspektiven. Budes Buch verdeutlicht, wovor Sozialwissenschaftler übrigens schon in den 1980er Jahren gewarnt haben, dass sich die Tendenz zu einer sog. Zweidrittelgesellschaft immer mehr verfestigt.

Der Autor verzichtet bei seiner kritischen Analyse weitgehend auf den typischen Soziologenjargon und auf Theoriediskussionen, was das Buch gerade auch für Nichtakademiker und insbes. politisch Interessierte lesbar und geeignet macht. Der Anmerkungsapparat ist dementsprechend knapp gehalten.

Die Abhandlung trägt insgesamt einen einführenden Charakter. Der Autor will mit seinem Buch eine breite Öffentlichkeit für die genannten Problemgruppen in unserer Gesellschaft sensibilisieren, um dringend notwendige Gegensteuerungsmaßnahmen zu initiieren. Dies ist ihm meiner Ansicht nach gelungen.
22 Kommentare| 28 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 20. August 2008
Durch eine Besprechung im Deutschlandfunk neugierig geworden sollte ich nicht enttäuscht werden, als ich das Werk von Heinz Bude las. Zusammengedrängt ein kurzer Abriss der gesellschaftlichen Entwicklung der letzten 10 - 15 Jahre. Deutlich wird dabei der Zerfall gesellschaftlicher Strukturen, die Wagenburgmentalität der nicht mehr solidarisch handelnden, sondern auf Rettung der eigenen Haut bedachten Interessengruppen. Die anschauliche Darstellung seiner Thesen fesselt den Leser, aber nimmt ihn nicht mit auf die Reise zu einer Alternative. Am Ende des Buches wird man zu dem beschriebenen jungen perspektivlosen Ostdeutschen an der Tankstelle, abgelegen vom nächsten Ort in einem fast unbebauten Gewerbegebiet. So kann die Gemütslage des Prekariates natürlich auch vermittelt werden.

Das Buch ist zu klug geschrieben, um unabsichtlich so zu enden. Heinz Bude analysiert, erklärt bestimmte Entwicklungen, ohne zu belehren. Der Leser muss seine Konsequenzen daraus ziehen und danach handeln. Dem politischen Kämpfer, der im Alltag gegen eine träge Masse agitieren muss, wird das Buch nicht revolutionär genug sein. Allenfalls findet er die Begründung dafür, warum die Masse so träge ist.

Mir hat das Wechselspiel zwischen einfühlsamer Beobachtung und kühler Distanz gefallen. Es lässt Spielraum eigene Gedanken zur Veränderung zu entwickeln. Als Schüler aus den 68ern finde ich es angenehm nicht so dogmatisch festgelegt zu werden, obwohl am Ende meine Gedanken sich durchaus in marxistischen Denkmodellen bewegen.

Dieses Buch ist absolut empfehlenswert und lässt sich gut mit dem kämpferischen Werk von Viviane Forrester "Der Terror der Ökonomie" kombinieren.
0Kommentar| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 26. April 2009
das buch ist gut lesbar, es ist kein akademisches werk, die anzahl der fußnoten ist überschaubar, es hat eher den charakter eines essays.

gut ist das buch immer dann, wenn es risikofaktoren differenziert darstellt. alleinerziehend ist z.b. so ein risikofaktor. aber die ärztin, die freiberufliche sozialpädagogin und die arbeitslose schulabbrecherin haben trotzdem nicht das selbe risiko, zu den "ausgeschlossenen" der bevölkerung zu gehören. der begriff der "ausgeschlossenen" gefällt mir übrigens ganz gut, es geht eben nicht nur um materielle armut, sondern um verschiedene teilhabemöglichkeiten, die einem teil der bevölkerung vorenthalten sind.
gelungen finde ich auch die passagen, in denen der autor das reale leben der sog. unterschicht skizziert. der tonfall ist hier angenehm frei von moralinsaurem "ihr müsst euch halt mal anstrengen".

nicht so gelungen finde ich das kapitel über bildung. jeder, der ein bisschen zeitung liest, weiß, dass das deutsche schulsystem soziale schichtungen eher noch verstärkt, arbeiterkinder haben es verdammt schwer. da fände ich eher interessant zu fragen, warum das weiterhin so ist, obwohl doch diese dinge via pisa-tests längst in den allgemeinen diskurs drin sind. in hamburg zeigt sich ja gerade unter der schwarz-grünen regierung, dass bestimmte kreise gar kein interesse daran haben, dass ihre kinder mit den schmuddelkindern zusammen die schule besuchen.

überhaupt, der autor möchte sich keinesfalls politisch vereinnahmen lassen. es bleibt beschreibend, der leser darf selbst denken, was er mit den informationen macht. und auch, ob der "traum von der gerechten gesellschaft" wirklich aus ist...? warum sollte das so sein und gab es diese gerechte gesellschaft schon oder gab es nur den traum? und wohin führt eine gesellschaft, die diesen traum wirklich aufgibt?
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 10. Oktober 2013
Bin zwar noch nicht ganz am Ende des Buches angekommen. Finde aber das Thema gut beschrieben und sehr nachvollziehbar mit den Problemen der heutige Zeit skizziert.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 11. August 2010
Dieses Büchlein richtet sich laut dem Vorwort des Autors nicht an ein Fachpublikum, sondern an "Bürgerinnen und Bürger, denen die öffentlichen Angelegenheiten am Herzen liegen". Dies allein vermag noch kein Grund zur Kritik sein; betrachtet man allerdings den Stil, in dem diese Studie über die "Ausgeschlossenen" verfasst ist, kommt man um einen Vergleich mit stereotypisierendem Boulevardjournalismus nicht umhin. Weitere gravierende Kritikpunkte sind einerseits der herablassende, arrogant wirkende Ton, mit dem er tatsächlich ein "stereotype[s] Bild, fauler, amoralischer und instabiler Wesen" zeichnet und nicht wie er meint, "nüchtern dar[stellt], was Sache ist", wie zu Beginn behauptet. Damit ist das Buch auch nicht ideologisch unbefleckt - im Gegenteil: Bereits der Untertitel "Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft" lässt im Unklaren: Wer hatte diesen Traum? Warum soll er zu Ende sein? Der Autor huldigt dabei dem neoliberalen Weltbild, das die Welt gern in "Leistungsträger" und "Faule" einteilt. Letztere sind entweder noch zu aktivieren oder meist schon abgeschrieben und erhalten noch gerade soviel, dass sie nicht verhungern müssen.
Eine Bereicherung stellt diese Publikation in keiner Weise dar: Indem sie den politischen und sozioökonomischen Hintergrund systematisch ausblendet, liefert sie keine Ursachen und tiefgreifende Analysen. Die vermeintlich neutrale Beschreibung über die "Ausgeschlossenen" kann somit als ideologische Legitimierung für eine Gesellschaftsformation herangezogen werden, die stets Menschen an den Rand der Gesellschaft drängt und von der materiellen und sozialen Teilhabe mehr oder weniger ausschließt.
22 Kommentare| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 22. Juli 2015
Aussgeschlossene, Exkludierte, abgehängtes Prekariat sind Begriffe aus den Sozialwissenschaften.
Hinzu kommt Altersarmut und immer mehr Befristete und prekäre Beschäftigungsverhältnisse.
Heinz Bude zeigt an Hand realistischen Beispielen auf was das für unsere Gesellschaft bedeutet.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 19. Dezember 2014
In vielen Details erleuchtend, der Tonfall aber vermittelt ständig den Eindruck, alles stünde zum Besseren, hätte man den Autor nur machen lassen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 25. Oktober 2008
Heinz Bude beschreibt die Abgrenzungsmechanismen der modernen Marktwirtschaftsgesellschaft, die das Soziale in den Achtzigern abgehängt hat, deren zuweilen entgleisende Züge fast immer zu spät kommen und dennoch bis an die Börse fahren sollen. Für alle, die sich darüber ärgern, daß und warum ein Ballack das dreihundertfache einer Krankenschwester verdienen muss und schon ahnen, daß in Bälde auch dessen dreihundertster Teil zum Leben nicht mehr ausreichen wird. Die arrivierte Gesellschaft speit das ihr Unverdauliche aus, der Neoliberalismus wird sich ins Fäustchen lachen.
Wie die aktuelle Situation zeigt, ist das System des Öffnens der sozialen Schere, des Auseinanderdriftens von Arm und Reich, der schamlosen Bereicherung derer "da oben" in eine tiefe Krise geraten, denn nur die Masse, nicht die Elite allein kann den gewohnten Konsum aufrechterhalten. Daher erhält das Buch ein Jahr nach seinem Erscheinungsdatum einen hohen Grad an Aktualität.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 1. August 2008
Dieses Buch habe ich wie einen Krimi gelesen. Heinz Bude kann anschaulich schreiben, obwohl er im universitären Rahmen lehrt und forscht. Seinen Ansatz einer öffentlichen Soziologie und damit dem Anspruch, persönliche Probleme zu öffentlichen Fragen zu machen, wird er gerecht. Dieser Professor nimmt den Leser mit in die bundesrepublikanische Wirklichkeit, man findet sich im Baumarkt oder in irgendeiner Kleinstadt wieder und bekommt dann erstens eine anschauliche Beschreibung der Wirklichkeit und anschließend eine vortreffliche Analyse dieser Beobachtungen. Die Analysen widersprechen häufig dem gängigen Interpretationsmuster, doch Heinz Bude bleibt ehrlich und konsequent. Die Hauptthese dieses Buches ist, dass ein großer Teil dieser Gesellschaft nicht mehr gehört wird und dass dies verheerender als jede Armut oder Benachteiligung ist. Diesen Umstand müssten sich Politiker verdeutlichen, die als Antwort auf diese Not nur vorschlagen, doch im Winter einen Pullover anzuziehen, damit man nicht friert oder den armen Menschen ein Almosen gegen die hohen Energiepreise zu geben. Das Fazit des Buches ist die katastrophale Entfernung derjenigen, die Macht haben, zu denen, die ausgeschlossen sind. Jeder Sozialarbeiter/-pädagoge, Lehrer, Pfarrer usw. sollte dieses Buch lesen, doch nicht nur diese Berufsgruppen. Wer dieses Buch nicht gelesen hat, sollte aus der SPD ausgeschlossen werden, denn es ist parteischädigend, es nicht zu tun. Fast wäre es auch Grund für eine Exkommunikation aus einer Kirche, dieses Buch nicht zu lesen.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 21. November 2009
..dieses Buch macht eben nicht deutlich warum wir uns vom Traum einer gerechten Gesellschaft verabschieden müssen!
In diesem Buch wird ein wildes Sammelsurium von Klischees der "Milieus" abgehandelt. Eine neue Schublade für Menschen wird ebenfalls geöffnet: ..."verwilderte Jungmänner" die neuen Mitglieder der Unterschicht. Dieses Buch scheint - über weite Strecken - in Gesellschaft schwerstens alkoholisierter Bierzeltbesucher (natürlich aus der "Oberschicht") verfasst worden zu sein.
Tatsächlich existieren Vertreter der genannten "Schichten". Mich störte die unterschwellige Arroganz der Abhandlung.
Die Ursachen und Verantwortlichen für die Spaltung unserer Gesellschaft werden nicht benannt. Keinerlei Analyse...keine Thesen zu Auswirkungen.
Dieses Machwerk ist sicherlich kein Anstoß zur Diskussion "wie wir künftig leben wollen".
Den Schreibstil als "sprachlich eindrucksvollen Miniaturen" zu bezeichnen ist, vorsichtig ausgedrückt, verwegen.
0Kommentar| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden