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am 6. November 2011
... "ein Fall für Inspektor Barbarotti" ist das nur am Rande.

Dieses Buch ist kein Krimi, aber ein echter "Nesser". Barbarotti hat eher eine Nebenrolle, aber das ist auch in Ordnung so. Herr Roos und Anna, das merkwürdige Pärchen, auf diese beiden kommt es an. Erzählerisch ist vielleicht nicht jedes Detail nachvollziehbar und würde eventuell einer fachlichen Überprüfung nicht standhalten (Annas gesundheitliches Problem und seine Auswirkungen, zum Beispiel). Aber wenn man sich auf die Schilderung der Charaktere einlässt und ihren teils abstrusen Gedankengängen folgt, erlebt man ein sehr unterhaltsames, packendes und manchmal nachdenklich stimmendes modernes Märchen. Man will Herrn Roos manchmal ohrfeigen, um ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen; es ist schmerzhaft, mit ansehen zu müssen, wie er immer weiter abrutscht, und Anna dabei mitnimmt. Aber bis zu eine gewissen Punkt kann man ihn verstehen. Wer hat nicht schonmal dran gedacht, ein ganz neues Leben anzufangen? Herr Roos verliert allerdings die Kontrolle, und so nimmt das Unheil seinen Lauf...

Dieses Buch braucht Zeit, wie viele Nesser-Bücher. Man kann es sicher nicht in jeder Stimmung lesen. Und man darf keinen Krimi erwarten. Aber wer sich darauf einlässt, wird mit umwerfendem Kopfkino belohnt.
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am 21. September 2009
Rezension zu HÅKAN NESSERS: Das zweite Leben des Herrn Roos

In diesem Jahr ' 2009 ' erschien bei btb die deutschsprachige Ausgabe des dritten Falls von Inspektor Barbarotti.

Ein Krimi ' da erwartet man einen im Büro arbeitenden Inspektor, er erhält einen Anruf, eine Leiche ist gefunden und die Maschinerie der Polizei setzt sich in Gang.
Aber so geschieht es nicht im dritten Roman um den halb schwedischen, halb italienischen Polizisten Gunnar Barbarotti in der Stadt Kymlinge.
Er erscheint erst nach ungefähr der Hälfte des Romans auf Seite 249. Bis dahin geht es in zwei zunächst getrennten, dann sich vereinigenden Handlungssträngen um den mit seinem Leben unzufriedenen Ante Valdemar Roos und der einundzwanzigjährigen Anna Gambowska, die aus einem Heim für drogenabhängige Mädchen ausgerissen ist. Roos, ein Mann Ende 50, lebt ein extrem langweiliges Leben, ist verheiratet in zweiter Ehe und lebt mit Alice und zwei Stieftöchtern, bis er im Toto gewinnt. Er verrät dies niemandem, kündigt seine Stelle und kauft eine Hütte im Wald, ca. 70 Kilometer entfernt, wo er fortan seine Tage verbringt und Aphorismen schreibt. Gleichzeitig flieht Anna aus einem Heim, landet in der Hütte von Roos und erstaunlicherweise freunden sich beide an. Hier endet der erste Teil, im zweiten erfahren wir von Inspektor Barbarotti, der sich einen Fuß gebrochen hat und im Krankenhaus liegt. Durch einen Zufall erfährt er von Roos und dass dieser verschwunden ist und fängt mit Eva Backmann an zu ermitteln.
Im zweiten und dritten Teil des Krimis wird deutlich, dass es sich nicht um einen klassischen Kriminalfall handelt, sondern dass es um Beziehungen geht, die ein Leben lebenswert machen. Gemeint ist damit nicht nur die klassische Mann-Frau-Beziehung, sondern auch die Eltern-Kind-Beziehung, die Beziehung zwischen Freunden. Und diese Beziehungen bestimmen den Verlauf der Handlung, sodass vielleicht sogar ein drittes Leben für einige der Protagonisten möglich ist.
Wer einen typischen Krimi erwartet, wird eventuell enttäuscht sein, wer sich aber auf einen Roman einlässt, der sich intensiv und tiefsinnig mit dem Leben beschäftigt, wird vielleicht das Buch nachdenklich und zufrieden aus der Hand legen.
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Die "Nordlichter" (Dahl, Edwardson, Fossum, Nesser, Mankell ...) schreiben selten nur Krimis bzw. Thriller. Ganz im Sinne ihrer sie prägenden Vorgänger Sjöwall/Wahlöö ist damit immer auch ein Blick auf das gesellschaftliche Geschehen und/oder die psychologische tiefgründige Betrachtung der Hauptfiguren verbunden.

Jeder der genannten Autoren hat seinen eigenen Stil. Nesser schreibt in der Regel ruhige, psychologisch fundierte Betrachtungen der Gesellschaft, die sich meist um einen rätselhaften Kriminalfall ranken. Nach 10 Krimis mit dem Maardamer Kommissar Van Veeteren, liegt hier nur der dritte Fall des Inspektors Barbarotti vor. Während sich die ersten beiden Fälle durch die sehr rätselhafte und sich erst am Ende auflösende, spannende Ausgangssituation auszeichnen, ist der dritte Fall "Das zweite Leben des Herrn Roos" vollkommen anders.

Der Mordfall, der erst in der Mitte des Buches geschieht, spielt eher eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund stehen zwei gesellschaftlichen "Loser" und ihre Gedanken und Sichtweisen, die die Gesellschaft und das Leben an sich thematisieren. Es sind ein fast 60-jähriger "Buchhalter", der die Inkarnation der Langeweile für seine Umgebung ist und ein 20-jähriges Mädchen, das bis vor kurzem drogenabhängig und gerade auf Entziehungskur ist. Bis zum Mord finden die beiden nicht nur sich auf eine sehr ungewöhnliche Art und Weise, sondern auch einen Weg (oder besser einen Ansatz), das bzw. ihr Leben zu genießen.

Diese Episode liest sich wunderbar ruhig und sehr schön. Man hat fast Angst vorm Weiterlesen, weil die drohenden Schatten sich immer mehr vergrössen, die dieses kleine Glück dieser beiden bedrohen. Wie subtil Nesser diese Angst immer mehr schürt zeigt eine Facette seiner schriftstellerischen Meisterschaft.

Natürlich kommen auch die wichtigen Hauptfiguren um Inspektor Barbarotti ins Spiel, wenn auch erst Mitte des Buches. Marianne, seine nunmehr geehelichte Frau, seine und ihre Familie, die Inspektorin Eva Backmann und viele mehr, die man aus den ersten beiden Fällen kennt.

Zu knobeln gibt es aber in diesem dritten Fall von Inspektor Barbarotti nicht wirklich viel. Einzig der Nebenstrang der ungelösten Grafitti-Schmierereien ist eine kleine, aber lösbare Nuß.

Wer einen Krimi, der klassischen Art erwartet, wird hier nicht bedient. Es ist eine wunderbar zu lesende, psychologisch fundierte Betrachtung der Vorgeschichte eines Mordfalles, die übergeht in die Jagd nach den Tätern. Derweil stellen die Protagonisten Überlegungen über die Gesellschaft und das Leben an, die einen immer wieder innehalten lassen und zum Nachdenken anregen.

Den Schluß des Buches fand ich sehr gelungen.

Insgesamt ein köstliches Lesevergnügen!!
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am 2. Juni 2010
Die früheren Hakan Nesser Krimis mit Van Veeteren hatten mich schon fasziniert. Doch die neue Figur des Inspektor Barbarottis ist noch eine Klasse besser. Nicht nur dass die Figur eine positive Ausstrahlung hat, sondern die literarische Qualität des Buches ist einfach überwältigend. Da passiert in der ersten Hälfte des Buches lang nichts, was den Namen Krimi verdienen würde, dennoch ist ungemein lebendig und lebensnah beschrieben, wie der "Langweiler" Herr Roos nach einem überraschenden Totogewinn sein zweites aber geheimes Leben aufbaut, seine Auseinandersetzung mit seinem Leben und seiner quengelnden Ehefrau, bis die Geschichte kulminiert im schicksalhaften Zusammentreffen zweier einsamen Menschen in der Kate von Herrn Roos. Erst nach dem darauf folgenden Eklat tritt Barbarotti auf die Bühne und rollt die Geschichte aus seiner kriminalistischen Sicht auf. Die verschiedenen Ebenen machen das Buch unheimlich lesenswert, aber auch sein Schreibstil, wie die so ganz einfach hingeworfenen Sätze oder Satzstücke, welche genial sind und die Gedankenspiele der Figur widerspiegeln. Es macht grossen Spass, Hakan Nesser zu lesen.
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am 24. August 2011
Wer hier einen typischen Krimi erwartet ist ganz falsch. Aber wer wie ich genug hat von Serienmördern und Brutalitäten schlimmster Sorte in Büchern, deren Titel alle irgendwie mit "Ver-" anfangen, der liegt hier richtig. Worum geht es? Ante Valdemar Roos führt ein normales, langweiliges Leben: er ist seit 25 Jahre in einer Firma beschäftigt, die Thermoskannen herstellt und hasst seine Arbeit. Innerhalb seiner Familie ist er auch nur Statist: seine Frau Alice und er leben nebeneinander her und seine beiden Stieftöchter interessieren sich nur für ihn, wenn sie Geld brauchen. Dieses Leben beschreibt Hakan Nesser aus Sicht des Herrn Roos mit einer herrlichen Ironie. Beispiel: als Stieftochter Signe ihren neuen Freund Birger zum Abendessen mitbringt, stellt Herr Roos für sich nur trocken fest: 'Seine Hose ist so rot wie sein Hemd gelb'. Ein Totogewinn führt dann dazu, dass Herr Roos sich seinen Traum erfüllen kann: einen Ort zu schaffen, an dem er seine Ruhe hat. Diese Ruhe währt aber nur ein paar Tage, denn er trifft auf Anna, die, ebenfalls eine Aussenseiterin der Gesellschaft, aus einem Heim für drogensüchtige Mädchen abgehauen ist. Die Ereignisse nehmen ihren Lauf, es geschieht ein Mord und nun tritt Inspektor Barbarotti auf den Plan. Da ich vorher noch kein 'Barbarotti'-Buch gelesen habe, waren die Figuren neu für mich. Sie waren durchaus interessant und sympathisch beschrieben, haben mich aber aus dem Sog der 'Roos'-Geschichte ziemlich herausgerissen. Für diesen Bruch gebe ich einen Stern weniger, denn es hat gedauert, bis die Geschichte dann auch wieder Fahrt aufgenommen hat. Bei der Aufklärung des Falls hilft Kommissar Zufall kräftig mit und ganz am Schluss ist Herr Roos wieder alleine im Wald. Es bleibt vieles offen, was ich aber schön finde, denn es ist eben kein klassischer Krimi.
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am 12. Januar 2013
Der dritte Barbarotti,ist nach "Mensch ohne Hund" und "eine ganz andere Geschichte", mit Abstand der bemühteste.
Der Roman besteht aus 2 Teilen,da ist der erste Teil mit dem etwas zu langgeratenem Psychogramm ,der beiden Protagonisten Ante Valdemar Roos,einem vom Leben müden Endfünfziger ,sowie der jungen,vom Leben schon arg geprüften und gezeichneten Anna.
Der zweite Teil widmet sich der Ermittlungsarbeit Inspektor Barbarottis und seiner Assistentin Eva Backmann,die den Mord an einen jungen Mann aufklären.
Gelingt es dem Autor,im ersten Teil Spannung aufzubauen und diese langsam zu steigern,fällt der Spannungsbogen im zweiten Teil des Buches gänzlich in sich zusammen.Ist die Darstellung Herrn Roos und seinem zweiten Leben,in seiner einsamen,idyllischen Kate,als liebevoll gelungen zu bezeichnen und man wünscht sich eigentlich mehr davon,ist die Geschichte nach dem Mord eigentlich gelaufen und haut nicht mehr vom Hocker!
Ich kann mir nach dem Lesen dieses Romanes gut vorstellen,daß Hakan Nesser in Zukunft,außer Thriller auch mal andere Geschichten schreiben wird.
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am 15. März 2010
Dieser Krimi ist ein Glücksfall. Er ist vor allem ein qualitativ besonders guter psychologischer Roman. Man erlebt und erleidet das Privatleben aller Beteiligten - Täter, Ermittler und Opfer. Darauf muss man sich zunächst einlassen, um dann den vollen Genuss an der Entwicklung der Story zu haben. Das mag vielleicht am Anfang langatmig wirken, ist aber nötig, um den Fortgang der Handlung zu erklären.

Nessers Erzähltechnik ist raffiniert. Die Handlung entwickelt sich immer auf einen Höhepunkt zu, kurz bevor man erfährt, was eigentlich passiert ist, wechselt Nesser jedoch immer den Schauplatz oder die Betrachterperspektive. So baut er eine erstaunliche Spannung auf, ohne dass man unmittelbarer Zeuge des Hauptverbrechens wird.

Das ergibt einen Kriminalroman, der ohne blutrünstige Detaildarstellungen auskommt. Ja, es bleibt am Schluss bei der Lösung sogar einiges offen. Das ist nicht das übliche "Wer war der Täter"-Schema, sondern ein gelungenes in sich schlüssiges Krimi-Kunstwerk.
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am 7. Juli 2014
Anfangs war ich wenig begeistert von dem Buch. Die Handlung ist nicht revolutionär:
Mann ist unzufrieden mit sich und seinem Leben. Seine Frau liebt ihn nicht und die gemeinsamen Kinder sind nicht von ihm. Sein Job ist mies und sein Leben im allgemeinen. An dieser Stelle wollte ich das Buch eg legen, weil man solche Storys schon mehr als einmal gelesen hat. Plötzlich gewinnt er im Lotto. Yeah. Noch mehr Klischees, denkt man sich als Leser.

Und dann wird alles anders. Er investiert sein Geld nicht in ein riesiges Haus mit Pool, fliegt nicht in den Urlaub und tut auch sonst nichts, von dem man(n) träumt. Er kauft eine verlassene Hütte im Wald und ist mit dieser glücklich und zufrieden. Ich will nicht zu viel verraten, daher belasse ich es bei dierer Zusammenfassung.

Dieses Buch ist in keinster Weise wie erwartet. Immer dann, wenn man denkt, man hat endlich alles verstanden, und es langweilig scheint, kommt eine Wendung, die alles vorherige infrage stellt. Dieses Buch ist nicht nur ein Roman der einem den Abend versüßt, sondern zum Nachdenken anregt.

Unbedingt lesen!
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am 25. August 2011
Ich denke, dass die durchschnittliche Bewertung von 4 Sternen zu hoch angesetzt ist.
Über weite Strecken des Kriminalromans ensteht der Eindruck, dass es sich überhaupt gar nicht mehr um einen Kriminalroman handelt. Positiv daran ist, dass die Figuren sehr detailliert charakterisiert und vor allem psychologisiert werden. Allerdings könnte dies meiner Meinung nach auch in einem geringeren Umfang der erzählten Zeit geschehen, denn zum Teil sind die zu langatmig geratenen ca. ersten 250 Seiten zu langweilig für einen Kriminalroman.
Insgesamt finde ich außerdem, dass es unterschwellig zu viele Brüche in dem Buch gibt, die zwischen Banalitäten und Tiefe bestehen. So ist zum Beispiel der eigentliche Mordfall, als er dann eintritt, an sich eher banal und vorhersehbar. Dadurch, dass der Leser ca. 200 Seiten vor Ende des Romans eigentlich weiß, welche Motive dem Mord zu Grunde lagen und was wahrscheinlich passiert ist, kommt es durch die nun einsetztenden Ermittlungen der Polizei um Inspektor Barbarotti zu zahlreichen Wiederholungen.
Tiefe erlangt er wiederum durch die intensive Psychologisierung der Hauptfiguren und deren z.T. interessanten Gedankengängen und Fragen so z.B. bei der Schilderung der Art und Weise der polizeilichen Ermittlungen oder in den voneinander abweichendenden Charakterisierungen der Hauptfiguren durch weitere Charaktere.
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am 26. August 2013
Ich habe die gesamte Barbarotti-Serie gelesen, und dieser Teil gefällt mir persönlich am wenigsten. Im Gegensatz zu den anderen Romanen, wo die Erlebnisse des Barbarotti und seinen Kollegen und Familienmitgliedern im Vordergrund stehen, spielt hier der Herr Roos die Hauptrolle. Mir war der Herr (und alle, die mit ihm zu tun hatten) leider nicht sonderlich sympatisch, weswegen ich das Lesen nicht wirklich genießen konnte.
Das Ende war aber ganz nett.

Meiner Meinung nach kann man dieses Buch beim Lesen der Reihe überspringen und sich besser nur kurz informieren, was im persönlichen Leben der eigentlich wichtigen Charaktere vorgefallen ist.
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