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Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
30
3,6 von 5 Sternen
Was mit Kate geschah
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


TOP 500 REZENSENTam 17. April 2009
Ein kleines Mädchen, das nach dem Tod ihres Vaters Vollwaise ist und mehr und mehr vereinsamt, da ihr einziger Freund und Partner ein Stoffaffe ist.Das einzige Mädchen, mit dem sie inder Schule Kontakt hat,lebt in desolaten familiären Verhältnissen.Aber auch einige Erwachsene nennt sie ihre Freunde, doch Gleichaltrige können mit der sehr sensiblen, ihre Welt kritisch und genau beobachtenden
10 Jährigen nichts anfangen. So vertreibt Kate sich ihre Freizeit in einem Einkaufzentrum mit Detektivarbeit und sieht dabei so manches, was dem dahinhastenden Erwachsenen entgeht.Sie entfaltet dabei eine Fantasie, die uns Erwachsenen verloren gegangen ist.Doch eines Tages ist Kate verschwunden.20 Jahre später entdeckt ein Mitarbeiter des Kaufhauses das Mädchen auf dem Monitor, oder war es jemand anderes ?

Der Roman, dessen Krimihandlung sehr verhalten , aber auch nicht das Wesentliche ist, beschreibt in einem Abstand von 20 Jahren zuerst Kates Geschichte, um dann in einer zweiten Schilderungen die Konsequenzen aus Konsum und Kommerz aufzuzeigen,dessen Medaille immer 2 Seiten hat.
Die Desillusioniertheit der dort arbeitenden Personen, die sich ihr Leben doch eigentlich ganz anders vorgestellt haben. Ist ihnen in diesem Einkaufszentrum noch mehr abhanden gekommen als ein Kind ?

Dieses Buch, das durch einen sehr guten Schreibstil brilliert, läßt den Leser doch sehr nachdenklich bezüglich seines eigenen Lebens zurück.
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TOP 1000 REZENSENTam 28. Dezember 2014
Warum bin ich denn jetzt erst auf dieses Kleinod gestoßen? Ein Jammer, dass ich dieses Buch erst jetzt gelesen habe, denn ich habe mich selten von einem Roman auf so anrührende, melancholische, bitter-süße Art trösten lassen können, wie es mir bei diesem Werk möglich war.
Möglich, dass es ein Buch ist, das gut "zwischen die Jahre" passt, in die Zeit zwischen Ende und Anfang eines Jahres, in die Zeit, in der man ohnehin etwas zum Grübeln, Bilanzieren, Nachdenken neigt - und in der man Muße zum Lesen hat. "Was mit Kate geschah" ist kein Buch, das man eben mal schnell weg lesen kann, und alle Leser, die einen Kriminalroman erwartet haben, sind hier sicherlich mit Recht enttäuscht worden.
Auf dieses Buch muss man sich einlassen können, für diesen Roman braucht man Zeit - und man muss sich vielleicht auch selbst gut kennen und es schon ein paar Jährchen mit den eigenen seelischen Abgründen ausgehalten haben, um ihn gut finden zu können. Mich hat der Roman ein wenig an den Film "Lost in Translation" erinnert, in dem auch zwei verirrte Seelen in einer durchgetakteten, funktionierenden Plastikwelt zu ihrer Einsamkeit und Verlorenheit stehen, denn: Es gehört Mut dazu, sich und anderen einzugestehen, dass man einsam ist, dass man auch oft traurig ist, dass man manchmal auch seltsame und verschwurbelte Gedankenkonstrukte hat und sich in einer Art Paralleluniversum wähnt, es gehört auch Mut dazu, herauszufinden, dass man an so etwas wie verständnisvolle Liebe eigentlich nicht (mehr) glaubt - und sich trotzdem lebenslang danach sehnen möchte.
Dieser Roman ist grandios, er ist auf unspektakuläre Art mutig, verschroben, phantasievoll, liebenswert, abgrundtief traurig und niederschmetternd - und dennoch unendlich tröstlich. Tröstlich deshalb, weil man als Leser erfahren darf, dass man mit den eigenen seltsamen Gedanken und den eigenen Fluchten, der eigenen Antriebslosigkeit und Lethargie und auch mit eigenen Phantasiewelten und mit dem eigenen Scheitern nicht alleine ist. Da gibt es zumindest noch diese Autorin, diese Catherine O'Flynn, und die scheint all diese Empfindungen nachempfinden zu können, und sie hat sie in dieses wundersame, auf spezielle Art poetische Buch einfließen lassen.
Ja, mag sein, es ist ein melancholisches Buch für eine melancholische Jahreszeit. Ja, mag sein, dass ich demselben Buch - hätte ich es im glühendheißen, flirrenden Hochsommer am Strand gelesen - keine 5 Sterne verliehen hätte. Mag alles sein. Ich habe es aber an einem kalten und sehr schneereichen Spätdezembernachmittag gelesen, und ich habe gespürt, wie sich in mir etwas löst. Und dafür bin ich dankbar.
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am 11. Oktober 2011
... außer langweilen. Ich bin auch einer derjenigen Leser die dieses Buch hochgradig langweilig fanden und mir sind die vielen 5-Sterne-Bewertungen wirklich unbegreiflich. Die Autorin schreibt ganz nett und einige Szenen im Plattengeschäft sind recht unterhaltsam und eine davon wirklich komisch. Aber das auch alles nur in einem schon x-mal dagewesenen modernen engl. Prosastil. Auch die unglaublichen (unglaubwürdigen) Geschichten der Personen, die Fixierung auf eine Tätigkeit, ist alles schon zehnmal dagewesen, da kann ich auch einen alten John Irving lesen.

Wegen der Plattenladenszenen wollte ich eigentlich noch einen zweiten Punkt geben, habe mich dann doch für einen entschieden. Für einen zweiten, dachte ich, sollte ich ein Buch zumindest zu Ende gelesen haben, genau das habe ich aber nicht gemacht. Das Buch wurde schlicht und ergreifend zu öde. Hier von Sittengemälde und ähnlichem zu sprechen ist vollkommen überinterpretiert. Sittengemälde bei Franzen, ok. Wegen mir auch bei Tannöd. Aber hier?
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am 30. März 2009
Ich habe den Roman auf englisch unter dem Titel 'What was lost' gelesen.
Die Handlung spielt zum größten Teil in einem englischen Einkaufszentrum, nach Vorbild der riesigen amerikanischen Shopping Malls.
Kate ist ein kleines einsames Mädchen, dessen Vater durch einen Schlaganfall gestorben ist und das bei seiner Großmutter aufwächst. Kate spielt gerne Detektivin. Sie streicht den ganzen Tag durch das Einkaufszentrum und beobachtet Leute, macht sich Notizen in ihr Detektivbuch, und zieht ihre Schlüsse. Sie ist in der Lage, sich den ganzen Tag in diesem Zentrum zu beschäftigen, ihr wird es nie langweilig. Ihr Partner ist ein kleiner Stoffaffe.
Dann jedoch ist Kate plötzlich verschwunden.
Dieser Part der Handlung, der ein bißchen traurig und ein bißchen lustig ist, und der einem ein einsames, aber kreatives und sehr bezauberndes Kind nahe bringt, spielt 1984.
Dann macht die Handlung einen Sprung ins Jahr 2003.
Wir sehen Kurt, der ein Security Gard im Einkaufszentrum ist und Lisa, die in einem Plattenladen arbeitet. Lisa lebt mit Ed zusammen, den sie nicht liebt, und hasst ihren Job.
Kurt hat vor ein paar Jahren seine Freundin durch einen Autounfall verloren und hasst es ebenfalls, im Shopping Zentrum zu arbeiten.
Es wird eindrücklich beschrieben, wie diese Zentren fast ausschließlich auf Kundenbedürfnisse abgestimmt werden, wie die Angestellten ausgebeutet und vernachlässigt werden.
Dann sieht Kurt auf einem der Überwachungsbildschirme plötzlich ein kleines Mädchen mit einem Stoffaffen, und Lisa findet hinter einem der Rohre in den Angestellten-Gängen diesen Affen.
Beide haben vor zwanzig Jahren, als sie selbst noch Kinder waren, von Kates Verschwinden gehört. Sie machen sich gemeinsam auf die Suche. Obwohl Kate in diesem Teil der Handlung nicht mehr persönlich vorkommt, ist sie unglaublich präsent.
In diesem Buch sieht man sehr schön, wie einfallsreich, kreativ und neugierig auf das Leben Kinder noch sind, und wie abgestumpft, frustriert, desillusioniert Erwachsene sein können.
Alle drei, Kate, Kurt und Lisa, befinden sich im selben Einkaufszentrum, aber während für Kate eine interessante Beobachtung die nächste jagt, schleppen Kurt und Lisa sich durchs Zentrum und ihren Job wie Verhungerte. Wo ist ihr früheres Ich geblieben, fragen sie sich manchmal? Sind sie nicht ebenso verloren gegangen wie Kate damals? Vielleicht sogar noch mehr?
Obwohl das Buch sich gegen Ende fast zu einer Krimihandlung entwickelt und auch formal so aufgebaut ist, ist es doch kein Krimi, oder zumindest liegt der Focus nicht darauf.
Es geht um Lebensentwürfe und Lebenslügen, um Verzweiflung und Hoffnung, und darum, dass man als Kind noch so viele Träume hat, sich aber später einfach mit seinem Leben arrangiert, und das hinnimmt, was einem vorgesetzt wird.
Ich fand das Buch großartig. Sprachlich und auch von der vermittelten Atmosphäre her. Es hat manchmal einen sehr traurigen Unterton, endet aber hoffnungsvoll.
Irgendein Rezensent schreibt auf dieser Seite, dass die Handlung so lasch sei, dass keine Spannung aufkomme. Die Kritik ist nicht nachvollziehbar. Das Buch ist hochspannend. Es geht nicht nur um die Frage, was mit Kate geschah, sondern besonders und vor allen Dingen um das Verlorengehen im eigenen Leben.
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am 2. Juni 2013
Was geschah mit Kate? Wurde sie auf einem ihrer einsamen Streifzüge entführt? Lief sie von zu Hause weg? Taucht sie 20 Jahre nach ihrem Verschwinden als Geist wieder auf? Bekommen die Leser hierauf überhaupt eine Antwort?

1984: Die 10-jährige Kate Meaney ist anders als ihre Altersgenossen. Sie lebt in einer Welt von Observieren, Spurensuchen, Ermitteln und Aufdecken von Verbrechen. Ihre Eltern sind tot; Freunde hat sie nur wenige. In ihrer Freizeit beobachtet die Hobbydetektivin in dem riesigen Einkaufzentrum Green Oaks „verdächtige Subjekte“ – überzeugt davon, dass eines Tages ein großes Verbrechen stattfinden wird, zu dessen Auflösung sie beitragen kann. Doch es kommt anders: Kate kehrt von einer ihrer Green Oaks-Observationen nie mehr zurück.

2003: Kurt, ein Sicherheitsdienstmitarbeiter, und Lisa, Managerin in einem Musikgeschäft, arbeiten in Green Oaks, das im Laufe der Jahre zu einem gewaltigen Konsumtempel angewachsen ist. Ihre Geschichten sind beide lose mit dem Schicksal von Kate Meaney verbunden, aber viel Zeit ist vergangen und beide haben sich längst im Getriebe von Green Oaks verloren, ohne einen Ausweg aus ihrem deprimierenden Leben zu finden. Bis eines Tages Kurt plötzlich das Bild der 10-jährigen Kate auf einem seiner Überwachungsbildschirme entdeckt. Doch bis Kurt und Lisa schließlich zur Aufklärung von Kates Verschwinden beitragen können, müssen sie sich erst ihren eigenen Geistern stellen.

Catherine O'Flynns Roman ist irgendwo zwischen Krimi und moderner Gesellschaftskritik angesiedelt und schafft diesen Spagat nur mühsam. Nach einem ersten, 5 Sterne würdigen Anfang rund um Kates detektivische Aktivtäten, verliert sich das Buch im Anschluss sehr in der an Einzelschicksalen aufgezeigten Menschfeindlichkeit hinter der Fassade der gigantischen Einkaufserlebniswelt. Quälend langsam kommt die Geschichte wieder zum Ansatzpunkt zurück und beantwortet uns endlich die Frage „Was mit Kate geschah“.
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TOP 1000 REZENSENTam 24. Juli 2011
Gleich vorneweg damit es zu keinen Missverständnissen und falschen Erwartungen kommt: Dieses Buch ist alles andere als ein Krimi oder eine Geistergeschichte, obwohl der Klappentext dies suggeriert. Ich würde das Buch eher unter Belletristik oder Zeitgenössische Literatur einordnen und ja die Kurzbeschreibung stimmt erstaunlicherweise trotzdem!

Da ist dieses ernste Mädchen mit den traurigen blauen Augen, die einem folgen, die immer beobachten. Kate Meaney, eine Detektivin die beinahe unsichtbar durch die Etagen des Shoppingcenters Green Oaks patrouilliert und Sachen sieht, die sonst niemand bemerkt. Gewissenhaft notiert sich die 10-jährige alles in ihrem streng geheimen Ermittlungsnotizbuch und bespricht die beobachteten Vorkommnisse mit ihrem Partner Mickey, ihrem Stoffaffen. Aber psssst, das mit Mickey ist eigentlich höchst vertraulich und darf nicht weiterverbreitet werden. So verbringt Kate ganz in Gedanken versunken ihre gesamte Freizeit im Einkaufszentrum, beseelt von der Vorstellung ein Verbrechen das sich jeden Moment ereignen könnte zu beobachten und der Polizei anschliessend als verlässliche Zeugin zu dienen.

Der zweite Abschnitt des Romans spielt dann zwanzig Jahre später und wir verlassen auf einen Schlag Kates wundersame Welt. Für mich ein herber Verlust, ich hätte die sympathische Kate und ihre bemerkenswerten Gedankenspiele gerne noch viel viel länger begleitet. Noch immer spielt sich alles im Einkaufscenter Green Oaks ab und dieses nimmt als solches sogar die eigentliche Hauptrolle ein. Lisa, Kurt und Gavin stehen mit ihrem Lebensporträt stellvertretend für die Anonymisierung und Einsamkeit unserer konsumorientierten Gesellschaft. So wie Kate zu Beginn, erweist sich nun die Autorin als scharfe Beobachterin und sie weiss ihre Erkenntnisse brillant und eindringlich niederzuschreiben. Es wirkt sprachlich leicht aber sie dringt bis ganz tief ins Mark ein und bringt verdrängte Wahrheiten, geplatzte Träume und so manche Lebenslügen ans Licht.

Im dritten Teil löst sich die Geschichte um die vor zwanzig Jahren verschollene Kate auf und ich weiss nun "Was mit Kate geschah". Aber dies darf und werde ich hier natürlich nicht schreiben.

Dieser Roman ist ganz anders ist als ich erwartet habe und er hat mich deutlich mehr berührt als ich ehrlicherweise zugeben möchte. Ich bin immer noch daran über das Gelesene nachzudenken und das ein oder andere will mir nicht aus dem Kopf gehen... Ein Buch das beim Leser etwas auslöst, ein grösseres Kompliment kann man einem Roman wohl nicht machen. Ich empfehle dieses niveauvolle Buch uneingeschränkt weiter.
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am 6. April 2009
1984: Im englischen Birmingham gründet die elfjährige Kate aus purer Langeweile ein Detektivbüro. Ihre Recherche unternimmt sie zusammen mit ihrem Stoffaffen zumeist in dem neuen Einkaufszentrum, wo sie am ehesten Verbrechen vermutet. Eines Tages kommt sie nicht von der Schule nach Hause, verschwindet sie spurlos.
2003: In dem Einkaufszentrum kreuzen sich die Wege zweier Menschen: Eine desillusionierte Musik-Verkäuferin und ein schrulliger Wachmann. Als zwanzig Jahre nach ihrem Verschwinden das Mädchen auf einem seiner Überwachungsmonitore auftaucht, werden die Verknüpfungen ihrer Schicksale immer offensichtlicher.

Catherine O'Flynn spannt den Bogen dieser Geschichte geschickt über 20 Jahre hinweg. Das Schicksal eine kleinen Mädchens dient als Rahmenhandlung für ein Gesellschaftsbild, das den Wandel einer Stadt und die Entfremdung der Menschen zum Motiv hat. Dabei ist das neu entstandene Einkaufszentrum der Katalysator, in dem sich alles abspielt: Die Verödung der ehemaligen Innenstadt, die zunehmende, allumfassende Überwachung, die Vorgaukelung einer heilen Einkaufswelt als Lebensmittelpunkt, die sich für die Mitarbeiter zu einer zunehmend unmenschlichen Trettmühle wird. Das wird zu einem vortrefflichen Bild unserer Konsumgesellschaft, in der sich der Einzelne zunehmend von sich selbst und seiner Umwelt entfremdet. Dennoch kommt dabei der Zusammenhang mit dem verschwundenen Mädchen streckenweise doch sehr abhanden. Erst auf den letzten Seiten ergibt sich dann eine Lösung und der Kontext wird sichtbar. Dies ist zwar nicht allzu spannend dargestellt, dennoch sehr interessant und flüssig, stellenweise sogar sehr bewegend und humorvoll zu lesen. Alleine der naiven Blickwinkel der jungen Kate auf ihrer Suche nach vermeintlichen Verbrechern ist immer wieder für ein Schmunzeln gut.
Zurück bleibt ein trauriger Eindruck, dass ein Kind nicht Kind sein kann und bei dem Versuch, einen Platz in der Erwachsenenwelt zu finden, scheitert. Ein Schicksal, dass Kate mit vielen Erwachsenen teilt, die auch nach vielen Jahren nur eine stupide Arbeit als Lebensinhalt vorzuweisen haben.

Ein trübes und berührendes Gesellschaftsbild mit einem Thriller als Rahmenhandlung, ein überaus lesenswertes und bewegendes Debüt der britischen Schriftstellerin.
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VINE-PRODUKTTESTERam 26. August 2010
Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in Atem gehalten. Und dabei würde ich noch nicht einmal sagen, dass es ein Krimi ist. Die "Krimi-Zutaten" sind sozusagen nur "nette Beigaben", eigentlich geht es eher, würde ich sagen, um eine Art Sozialdrama, um die Schilderung eines absolut trostlosen Milieus und die Figuren darin.

Zuerst war ich ein wenig enttäuscht, als nach dem ersten Drittel des Buches die Perspektive von Kate so unvermittelt abbrach. Es war nämlich grandios (!) geschildert, wie sich dieses Mädchen konsequent eine eigene Welt aufbaut. Und teilweise waren ihre Gedanken über die Welt der Erwachsenen, die aus Unkenntnis manchmal sehr daneben lagen, auch noch furchtbar komisch!

Doch ich fand mich sehr schnell in die Erzählweise von Teil 2 hinein. Hier wechselt die Perspektive ständig zwischen Lisa, der Plattenverkäuferin, und Kurt, dem Wachmann. Die Autorin hat sich hier viel Zeit gelassen, jede Person in ihrem Umfeld und mit ihren Ängsten zu schildern. Und dennoch ist es "von innen heraus" spannend, obwohl es mit der Handlung um Kate erstmal nicht weitergeht. man ahnt, dass diese beiden Menschen ihr Leben ändern wollen oder sollten, und fragt sich, wie das wohl geschehen wird.

Besonders toll und abwechslungsreich finde ich, wie die Autorin hier noch Passagen eingestreut hat, die von Kunden des Einkaufszentrums handeln. Das hat zwar noch weniger mit der eigentlichen Handlung zu tun, ergibt aber einen wirklich tollen atmosphärischen Hintergrund! Da ist zum Beispiel ein Mann, der von seiner Frau gezwungen wird, mit ihr einkaufen zu gehen, und der bald verrückt wird in diesem Gewimmel. Oder ein Jugendlicher, der mit seinen Freunden abhängt. Oder eine einsame Frau. Oder, oder... sehr viele Facetten dieses Einkaufs-Molochs werden so geschildert, und hinterher sieht man selber diese Mega-Zentren mit anderen Augen! Und vor allem fragt man sich, ob man selber auch schon mal einem Verkäufer derart auf die nerven gegangen ist...

Erst ganz zum Schluss steuert die Handlung langsam, aber sicher wieder auf Kate zu, und WIE die Autorin das macht, wiederum ganz gemächlich, mit vielen verstreuten Einzelheiten, auch das hat mich absolut fasziniert. Die letzten 50 Seiten habe ich quasi wie unter Zwang gelesen, hätte mich da einer angesprochen, wäre ich sehr ungehalten geworden!

Mir bleibt gar nichts anderes übrig, als volle 5 Sterne zu vergeben. Das Buch ist sowohl spannend als auch facettenreich, und in jeder Sekunde glaubwürdig. ich fühle mich, als würde ich Lisa und Kurt persönlich kennen.

Das lohnt definitiv eine zweite Lektüre.
Und dass das Ganze das erste Buch der Autorin sein soll, das will mir ja gleich gar nicht in den Kopf. Unglaublich!
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TOP 1000 REZENSENTam 21. November 2009
Ich kann mir nicht erklären, wie es Leser geben kann, die dieses Buch langweilig fanden. Ich konnte es gar nicht aus der Hand legen. Um einen klassischen Krimi handelt es sich aber tatsächlich nicht. Muss es das? Können nicht auch Nicht-Krimis fesseln? Zwar fragt man sich unterschwellig immer, was wirklich mit Kate geschah, hat auch Vermutungen, aber was genauso interessant ist, ist vom verlorenen Leben der heutigen Angestellten des Einkaufszentrums zu lesen, darauf zu warten, wie sie ein neues Leben finden. Und natürlich fragt man sich immer, warum Kate nach 19 verschwundenen Jahren plötzlich wieder auf dem Bildschirm der Überwachungskameras erscheint. Wird es eine fantasy novel-Erklärung geben? Den Ort des Einkaufszentrums finde ich perfekt ausgesucht. Tagsüber kann man in ihm unsichtbar sein, untergehen, vielleicht verloren gehen oder etwas Schlimmes machen, ohne dass es jemand merkt. Nachts ist es bedrohlich. Kein Schritt bleibt unentdeckt. Das moderne Gothic Spukhaus. Neben all den verlorenen Seelen, von denen erzählt wird, versteht die Autorin es gleichzeitig, humorvolle Szenen einzubauen und alles mit großer Leichtigkeit zu erzählen. So ist jede Tragik gut verdaulich.
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am 9. März 2009
"Was mit Kate geschah" ist der Debütroman von Catherine O'Flynn; das Buch erhielt als Auszeichnungen den "First Novel Prize" und den "Costa Book Award". O'Flynn ist ein außerordentlich faszinierendes Buch gelungen, das den Leser sofort in seinen Bann schlägt. Der erste Teil, der von Kate und ihrer Detektivarbeit handelt, ist noch recht witzig, teils skurril, aber auch hier schlägt bereits die Einsamkeit und Nachdenklichkeit des Mädchens durch, das zu "anders" ist für gleichaltrige Spielkameraden. Ihr einziger Freund ist der 22-jährige Sohn eines Ladenbesitzers. Als Kate dann spurlos verschwindet, fällt der Verdacht natürlich direkt auf den jungen Mann. Kate und ihre ernsthafte kleine Welt voller potentieller Verbrecher schließt man sofort in sein Herz; man würde gerne noch mehr von ihr lesen und erfahren, ob sie als Detektivin bald echte Fälle aufklärt, doch dann endet dieser Teil des Romans und wir sehen Kate zunächst nicht wieder.

Der zweite Teil des Romans beschreibt eindringlich den Mikrokosmos des Einkaufszentrums, in dem Kate sich bewegt hat und in dem der Wachmann sie auf einer Kamera erblickt. Ob es sich um ein Trugbild handelt und was wirklich mit Kate geschah, das ist die Frage, die den Leser natürlich brennend interessiert. Aber bevor diese Frage beantwortet wird, gibt Catherine O'Flynn einen ziemlich schmerzhaften Einblick in die Welt des Shopping-Komplexes und die Welt der Menschen, die dort arbeiten. Es ist eine durch und durch trostlose Umgebung für diejenigen, die dort angestellt sind und die Tag für Tag furchtbar stupide Arbeiten verrichten müssen, und eine Welt des glitzernden Luxus für die, die dort einkaufen. Betrachtet man den Gebäudekomplex, so erscheint alles sinnlos - die Menschen sind einsam, flüchten sich in Konsum, haben kein echtes Leben. Alle Protagonisten führen Leben voller Einsamkeit, voller falscher Entscheidungen, voller Träume, die sich nicht erfüllen. Die Autorin verflechtet geschickt die Schicksale einzelner Angestellter und führt alle Erzählfäden am Ende gekonnt zusammen - um dann endlich die Frage zu beantworten, was mit Kate geschah. Dies steht aber nicht im Vordergrund, so dass dieses Buch nur vordergründig ein Krimi ist. Mehr geht es um die Entwicklung der Figuren im Laufe der Handlung; einige schaffen es sogar, aus der Einöde und der vordergründigen Glitzerwelt auszubrechen und ihr Leben in die Hand zu nehmen.
Ein großartiger, origineller Erstling - ernst und skurril, traurig und herzergreifend.
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