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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
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4,6 von 5 Sternen
Die Hunde und die Wölfe: Roman
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 25. Januar 2008
Ada Sinner wächst in der Enge und Armut des jüdischen Viertels einer ukrainischen Stadt auf. Die Mutter ist gestorben, ihr Vater, ein Handelsvertreter, ist viel unterwegs. Ihre Tante Rhaissa zieht mit ihren Kindern Lilla und Ben zu ihnen ins Haus und kümmert sich auch um Ada. Während eines Pogroms flüchten Ada und Ben in die Oberstadt zu ihren reichen Verwandten. Hier sieht Ada zum ersten Mal Harry Sinner – und sie vergisst ihn nie.

Jahre später. Ada ist mittlerweile 17 und lebt mit ihrer Tante, Lilla und Ben in Paris. Auch Harrys Familie ist dorthin geflohen. Ada trägt noch immer die Sehnsucht nach Harry und einem Leben, wie er es führt, in sich. Aber statt zu ihm zu gehen und ihn näher kennen zu lernen, begnügt sie sich damit, ihm gelegentlich bei seinem Leben zuzuschauen. Adas Leben geht weiter, sie malt, verheiratet sich, lebt vor sich hin. Zweimal versucht sie, sich Harry über einen Umweg zu nähern. Beim ersten Mal kauft sie ein ungeheuer teures Buch für ihn, weil sie oft gesehen hat, wie er das Buch sehnsuchtsvoll beim Buchhändler betrachtete, und schenkt es ihm anonym. Beim zweiten Mal klappt ihr Versuch. Sie stellt zwei ihrer Bilder in der Buchhandlung aus, in der Hoffnung, dass sie Harry gefallen und er sie womöglich kauft. Und eines Tages nimmt Harry sie wahr und das Schicksal erlaubt den beiden die Liebe, nach der sie sich immer gesehnt haben. Aber das Leben ist kein Märchen.

Die Hunde und die Wölfe ist ein sehr guter Liebesroman, der sich nicht auf den ausgelatschten Pfaden des Genres bewegt. Äußerst empfehlenswert!
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am 23. Juli 2011
Der Roman, der in Rezensionen als "Liebesroman" bezeichnet wird, ist meiner Meinung nach zunächst ein "geschichtlicher" Roman, der die Situation der Juden zu Beginn des 20.Jahrhunderts beschreibt. Die Kindheit der drei Hauptfiguren wird recht ausführlich beschrieben: die jüdischen Kinder Ada und ihr Cousin Ben wachsen im Armenviertel einer ukrainischen Stadt auf. Am anderen Ende der Stadt, im Viertel der Wohlhabenden, lebt ihr Cousin (Großcousin) Harry, dessen Familie es zu Wohlstand gebracht hat.
Die Juden gelten als "Fremde" und erfreuen sich keiner großen Beliebtheit, allerdings wird die Ablehnung in verschiedenen Schattierungen deutlich. Die reichen Juden braucht man zum Geschäftemachen, die Armen sind dagegen zur Jagd freigegeben und es ist auch in einer solchen Progrom-Nacht, dass Ada und Ben ihren reichen Verwandten Harry und dessen Familie kennenlernen und Ada eine (unerklärliche) Zuneigung zum verhätschelten Weichei Harry fasst.
Die eigentliche Liebesgeschichte ereignet sich Jahre später in Paris, wobei mir persönlich viele Handlungen der drei Hauptakteure nicht nachvollziehbar sind:
-die Verbissenheit, mit der Ada sich an ihren Traum von Harry klammert und die Sturheit, mit der sie ihn verfolgt und schließlich zur Strecke bringt
-ihre Heirat mit Ben, den sie eigenen Aussagen zufolge nicht liebt und nie geliebt hat
-Bens Heirat mit Ada, er wirkt eigentlich nicht wie ein Mensch, der sich mit halben Sachen zufriedengibt
-Harrys Wandel vom Ablehnenden zum Verliebten
Auch wenn ich als rationaler Mensch über diese Verhaltensweisen den Kopf geschüttelt habe, so habe ich das Buch doch mit großem Vergnügen gelesen. Irène Némirovski kann erzählen und betrachtet - obwohl sie selbst Jüdin ist - die Juden durchaus mit einer kritischen Distanz, wobei sie wiederholt zu ihrer Meinung nach "typisch jüdischen" Eigenschaften Stellung nimmt. Über ihre Cousine, die sympathische, aber nicht übermäßig kluge Lilla, denkt Ada:
"Infolge ihrer Dummheit entging sie dem Fluch einer Rasse, die nicht ruhen kann, sondern unaufhörlich und vergebens stärker zu sein sucht als Gott selbst." (S.134)
Der Roman ist meinem Empfinden nach nicht nur von Melancholie durchzogen , sondern plädiert in der Person Adas auch für Mut und Kraft zum Neuanfang. Stellenweise ist er natürlich traurig (die Furcht der Juden vor immer neuen Feindseligkeiten und Angriffen), andererseits wird auch mit einer Menge Humor erzählt - facettenreich und in flüssig lesbarer Sprache.
Fazit: Durchaus empfehlenswert. Ich werde sicherlich noch weitere Bücher dieser Autorin lesen!
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TOP 500 REZENSENTam 7. Juni 2010
Wenn man bedenkt, wieviel geistiges Potential - neben allen anderen Aspekten - Europa durch den Naziterror verloren hat, kommt einem heute noch das Grausen.
Irene Nemirovsky ist ein solcher Fall. 1903 in Kiew in jüdischem Milieu geboren, kam sie nach der Oktoberrevolution nach Paris, wo sie bald literarisch Fuß fassen konnte und zur Erfolgsautorin wurde. Unter der deutschen Besatzung erhielt sie Publikationsverbot, wurde 1942 verhaftet und starb dann in Auschwitz.
Erst mit der Entdeckung von "Suite francaise" wurde sie einem breiteren Publikum bekannt. "Die Hunde und die Wölfe" erschienen 1940 in Paris.
Hauptperson in diesem Werk ist Ada Sinner. Sie lebt, zusammen mit ihrem Vater (die Mutter ist schon tot), in Kiew. Während eines Pogroms sucht sie bei reichen Verwandten Zuflucht und begegnet Harry.
Jahre später begegnen sie sich in Paris wieder: Ada ist Künstlerin und mit ihrem Cousin Ben verheiratet, Harry ist - mit einer Französin aus reichem Hause - ebenfalls gebunden. Trotzdem: Die gemeinsame Herkunft, das gemeinsame Schicksal lassen sich nicht verleugnen...
"Die Hunde und die Wölfe" ist ein faszinierender Roman, der einerseits in der untergegangenen Welt des Ostjudentums, andererseits in der Pariser Emigrantenszene zwischen den beiden Weltkriegen spielt. Man merkt sofort, dass sich die Autorin in dieser Welt - die mit viel Tragik umgeben ist - auskennt. Der Roman lässt einen einfach nicht so schnell los - und das ist wohl das größte Kompliment, das man einem Buch machen kann, oder?
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am 29. Januar 2008
Némirovsky zeichnet stilsicher ein Portrait einer jungen Malerin, beschreibt die Situation des Judentums nach dem Ersten Weltkrieg und verpackt dies alles gekonnt in eine wundervoll einfühlsam gezeichnete Liebesgeschichte.
Das Buch beginnt mit der Kindheit des Mädchens Ada in der Enge und Armut eines jüdischen Stadtviertels in der Ukraine. Sogleich schockt die Autorin mit einer höchst untypischen Beschreibung einer Progromnacht, in der die junge Akteurin ihrer großen Liebe zum ersten Mal begegnet. Und damit beginnt auch die eigentliche Liebesgeschichte, welche Ada bis nach Paris führt, wo sie schließlich ihren Auserwählten doch noch auf sich aufmerksam machen kann. Das Ende ist wiederum zermürbend, jedoch spiegelt es den Zeitgeist exakt wieder und ist deshalb - meiner Meinung nach - genau richtig gewählt.
Fazit: Schön flüssig zu lesen, stilsichere und wunderbare Erzählkunst der Autorin; eine Liebesgeschichte eingebettet in die Geschichte...
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am 29. Juni 2016
Wenn ich den Roman richtig verstanden habe, dann handelt es sich nur sehr vordergründig um eine Liebesgeschichte. Ich meine aber, dass es nicht wenige Indizien gibt, die dafür sprechen, dass zwei sehr große Themen angesprochen werden: gibt es eine "jüdische Seele"? Diese Thematik wird sehr offensiv behandelt. Eher unbewusst aber wird eine zweite Thematik behandelt: die Hochsensibilität.
Zu ersterem: Es gibt im letzten Drittel des Buches eine großartig geschilderte Szene, wo zwei sehr alte Herren (dürre Leiber) in teuren Morgenröcken dem jungen Harry gegenüber sitzen. Die alten Herren, besonders finanzielle Vormünder des jungen Erben werden wie alte, orientalische Großkönige dargestellt. In ihnen - so Nemirowski - fließt "dickes Blut". Sie stehen geradezu plakativ für das, was im 3.Reich als das Finanzjudentum bezeichnet wurde. Doch anders als Hitler will Nemirowski nicht darauf hinaus, dass diese alten Herren sich in Gier verzehren nach Geld und Frauen. Was diese Menschen treibt, wird durch ihren Handlanger Ben dargestellt. In einer offenen Streitkonversation bezeichnet er sich als Künstler, der mit Geld und Finanzgeschäften den Menschen dahin bringen will, so zu denken, wie er denkt. Er sagt einmal: "so bin ich nun mal. Ich kann nichts dafür, dass ich nach dem greifen muss, was in meiner Reichweite liegt!" Am Ende hat er aber keinen "Sou". Der ist ihm nicht wirklich wichtig, sondern diese permanente Unruhe in ihm (dünnes Blut) lässt ihn so handeln. Viel edler wirkt hier der junge Harry, der jedem antisemitischen Einheitsbrei die Stirn bieten kann. Er hat ein edles Wesen und einen schwermütigen Geist. Er und Ada sind wesensverwandt. Sie brauchen kein Geld, kein Pomp, kein Reichtum. Ada sagt am Schluss: "ich habe ein Kind, meine Malerei und meinen Mut. Damit lässt sich sehr gut leben!" Und trotzdem wirft ihr Ben einmal vor, dass auch sie diese innere Unruhe hat, diese Gier nach etwas Beständigem. Er sagt zu Ada, wenn sie ihre Bilder male, dann zwinge sie auch die Menschen, die Dinge so zu sehen, wie sie es sieht. Auch hat Ada einen Alptraum, wo sie Harry mit Gewalt an sich bindet. Sie sagt, dass Harry ihr gehöre, ganz gleich, ob er da sei oder nicht. Es ist der Ruf des Blutes.
Wessen Blutes? Des jüdischen Blutes? Biologisch wird es sich gewiss nicht unterscheiden von anderem Blut. Ich vermute, dass Nemirowski beschreiben will, wie das Volk Israel sich ganz tief sehnt nach etwas - wie es die Gruppe Silbermond mal singt - etwas, was bleibt. Sie spüren in sich, dass sie nicht willkommen sind, wenn sie nicht ständig etwas darstellen. Aufgrund dieser Unruhe entstehen soviele große Künstler mit jüdischem Hintergrund. Aber ist es das allein? Ada und Harry sind eindeutig Figuren, die man seit den 90 `er Jahren als High sensitive People bezeichnen würde.
Dieses Buch ist aus meiner Sicht ein kleines Meisterwerk, ein psychologisches Ringen um Identität heimatloser Menschen. Sehr lesenswert.
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am 8. November 2007
Das europäische Judentum wird in dem Roman "Die Hunde und die Wölfe"
drastisch dargestellt. Ada Sinner beschreibt ihre Jugend mit Vater, Tante und Cousins. Bei einer Progromnacht lernt sie einen entfernten Verwandten
-Harry- kennen, den sie nicht mehr vergisst. In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg trifft sie in Paris wieder auf Harry, der dort mit einer reichen Bankierstochter verheiratet ist. Ada und Harry lassen sich auf eine Liebesbeziehung ein, wohl wissend, dass alles nur eine Frage der Zeit ist. Am Schluss ergibt sich für Ada die Frage, ob sich das alles gelohnt hat und sie muss lächelnd gestehen, es hat!
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am 2. November 2007
Ada, ein kleines jüdisches Mädchen, wächst in Jerusalem auf. In der Unterstadt; bei den armen, zerlumpten Juden, die hart für ihr täglich Brot arbeiten müssen. Harry, der reiche jüdische Cousin von Ada, wächst hingegen wohlbehütet in der Oberstadt auf. Ada die als Kind Harry kennen lernt, ist von Beginn an von ihm und seiner heilen, luxuriösen Welt fasziniert. Doch ihre Begegnung ist nur von kurzer Dauer. Erst viele Jahre später, in Paris, sehen sie sich wieder. Es beginnt eine Liebesgeschichte die, aufgrund der Klassenunterschiede, nicht sein darf. -- Denn obwohl Hund und Wolf sich ähneln, sind sie doch grundverschieden und können nicht gemeinsam Leben.

Fazit: Der Traum einer Liebe, die kurz Wirklichkeit wird, nur um daraufhin wieder zum Traum zu werden.
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am 6. August 2008
Scheinbar hat der Knaus Verlag mit seiner Wiederentdeckung der russischstämmigen Pariser Autorin eine gute Einnahmequelle entdeckt, denn mit der Neuauflage des 1940 erstmals veröffentlichten Romans Die Hunde und die Wölfe" hat der Verlag bereits das dritte Werk der in Auschwitz verstorbenen Jüdin herausgebracht.
Auch dieser Roman hat seinen Charme und die mitreißende Stimmung aus Untergang und Lebensmut, die der Autorin so eigen ist. Schon zu Beginn bindet Némirov-sky den Leser durch die von ihr erzeugte Atmosphäre an sich. Der Roman beginnt in einer Stadt in der Ukraine, in der der jüdische Händler Israel Sinner jeden Tag aufs neue hinauszieht, um den Lebensunterhalt für sich und seine Tochter Ada zu verdienen. Als der Witwer die Frau und die Kinder seines verstorbenen Bruders bei sich aufnimmt, erfährt Ada von ihrer Tante Rhaissa, daß die Familie zu dicht am Armenviertel der Juden wohne und mehr in die Oberstadt zu den vermögenden Menschen gehöre, da sie was Besseres seien als die anderen. Immer wieder schwirren Gerüchte über Pogrome durch die Stadt, doch als es dann soweit ist, ist die Familie unvorbereitet. Ada und ihr Cousin Ben werden in einer Abstellkammer versteckt und müssen im Dunkeln ausharren, während von draußen hereindringende Geräusche von Zerstörung und Mord künden. In einem stillen Augenblick läßt Rhaissa die Kinder aus ihrem Versteck und fordert sie auf, in die Oberstadt zu flüchten. Dort, bei reichen Verwandten, versuchen die Kinder, Hilfe zu bekommen. Verstaubt und verängstigt, wie sie sind, werden sie jedoch nicht mit offenen Armen empfangen, nur widerwillig gewährt man ihnen Unterschlupf. Trotzdem wird dieser unfreiwillige Verwandtenbesuch von nun an Adas Leben bestimmen, denn hier sieht die Achtjährige erstmals den fast gleichaltrigen Harry Sinner, in den sie sich sofort verliebt.
Irène Némirovsky schildert Adas Passion, die jedoch stark an einen Wahn erinnert. Selbst Jahre später, in Paris, nutzt die junge Frau jede Möglichkeit, um das Haus ihres inzwischen ebenfalls in der Stadt lebenden Verwandten zu beobachten. Scheu, wie die talentierte Malerin jedoch ist, traut sie sich nicht, direkt Kontakt aufzunehmen. Erst als er auf ein von ihr ausgestelltes Gemälde aufmerksam wird, finden die beiden zueinander. Doch beide sind inzwischen verheiratet und Cousin Ben, Adas Ehemann, hat verständlicherweise keine Gnade mit dem Liebespaar. Nur Ada kann mit einem Opfer aus Liebe noch den von Ben verursachten finanziellen Ruin Harrys aufhalten: Sie tut es und steht am Ende sogar glücklicher da als zuvor, wenn auch ohne Geliebten.
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am 21. Januar 2012
Ein wunderschönes, interessantes Buch, das pünktlich geliefert wurde und meinen Erwartungen voll gerecht wurde. Der Verkäufer ist weiter zu empfehlen
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