Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Jetzt informieren Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos Learn More TDZ HI_PROJECT Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedEcho longss17

Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
11
4,8 von 5 Sternen
5 Sterne
10
4 Sterne
0
3 Sterne
1
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 3. Juni 2017
Die Bücherverbrennung durch die Nazis im Mai 1933 ist ein immerwährender Schandfleck in der deutschen Geschichte. Schriften von 94 deutschsprachigen und 37 fremdsprachigen Autoren sind damals nach Volker Weidermann (vgl. S. 9f.) von einem fanatischen Mob den Flammen übergeben worden. Ziel seines Bandes "Das Buch der verbrannten Bücher" aus dem Jahr 2008 ist es, "die Vergessenen dem Vergessen zu entreißen, ihr Leben und ihre Bücher ... den Lesern von heute wieder nahezubringen". Der Autor konzentriert sich dabei auf die deutschen Schriftsteller. Er will mit seiner Publikation "keine literaturwissenschaftlichen Werkanalysen" unternehmen. Vielmehr soll der Band "Leseeindrücke" vermitteln und versuchen, "die verbrannten Werke so plastisch wie möglich ... enstehen zu lassen" (S. 11). Dies gelingt Weidermann auf unterhaltsame, den Leser nicht mehr loslassende Art und Weise. Einleitend widmet er sich dem Zustandekommen der fatalen Bücherliste, bei dem ein biederer Provinzbibliothekar eine entscheidende Rolle gespielt hat (vgl. S. 12ff.). Anschließend werden in 23 Abschnitten jeweils mehrere Schriftsteller unter einer treffenden Überschrift ("Mit Kafka nackt im Gras"; "Alles Gold zerrann zu Freibier") abgehandelt. Bereits in den ersten Sätzen Weidermanns ist oftmals erkennbar, was der damalige Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom Schaffen seiner Protagonisten hält. Vielen der porträtierten Autoren und ihrer Schreibkunst steht er mit ausgesprochener Sympathie gegenüber. In Form von regelrechten Kleinkunstwerken beschreibt er sprachlich formvollendet die Stärken und Schwächen dieser Literaten. So erkennt er - um nur ein Beispiel zu nennen - in Erich Maria Remarque wohl zurecht den "amerikanischte(n) deutsche(n) Autor des letzten Jahrhunderts" (S. 54). Weidermann gelangt freilich auch zu für manche Schriftsteller wenig vorteilhaften Einschätzungen. In Oskar Wöhrle erkennt er z. B. den Verfasser "einiger ebenso sympathischer wie schlecht geschriebener Romane" (S. 49). Die Werke von Adrienne Thomas seien "stark gefühlt und ziemlich schwach geschrieben" (S. 50), lautet ein anderes Verdikt des Publizisten. Besonders hart geht Weidermann zudem mit dem "groß-österreichischen Kleindichter" (S. 71ff.) Alexander Lernet-Holenia ins Gericht. Und auch mit der von mir verehrten Rahel Sanzara kann er nicht viel anfangen (vgl. S. 96f.). Aber man muss Weidermanns Beurteilungen nicht immer teilen, um das eindrucksvolle Buch trotzdem mit Gewinn zu lesen. In seinem Nachwort hält der Literaturredakteur fest: "Und so hat die Bücherverbrennung für viele, viele Autoren genau das bewirkt, was die Brandstifter von damals bewirken wollten: das Vergessen für immer. Das Streichen aus dem kollektiven Gedächtnis des Landes" (S. 241). Weidermanns Band "Das Buch der verbrannten Bücher" leistet einen wichtigen Beitrag wider dieses Vergessen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Januar 2009
Zwar ist Volker Weidermann nicht der erste, der nach Spuren der von den Nazis verbrannten Autoren sucht, aber seine Spurensuche war nicht nur erfolgreich, sondern liest sich auch hervorragend. Freilich hätte er außer Jürgen Serkes "Verbrannte Dichter" noch weitere, nicht minder verdienstvolle Fährtensucher wenigstens nennen müssen, zum Beispiel Walter Zedak, Jost Hermand oder Richard Drews und Alfred Kantorowicz, oder die von Jarmatz, Barck und Diezel herausgegebene "Exil in ..."-Reihe, die in den 70er Jahren in der DDR erschienen war (und noch einige andere). Und freilich hätte er noch eine Bibliographie anfügen können, denn man bekommt schon während der Lektüre Lust, sich mit dem ein oder anderen Autor näher zu beschäftigen -- aber wird oder wurde der inzwischen auch irgendwo wieder verlegt? Auch ein systematischer bibliographischer Nachweis der Erinnerungsliteratur wäre mehr als sinnvoll gewesen. Dass Weidermann all das ohne viel Mehraufwand hätte anführen können, liegt auf der Hand, denn man merkt nahezu jeder Seite an, dass er bemerkenswert gründlich und zeitaufwendig recherchiert hat. Damit wären aber auch schon die wind- und wetterfesten Kritikpunkte abgehakt; die Habens-Seite wiegt weitaus schwerer.
Im Gegensatz zu anderen Autoren geht Weidermann nämlich systematisch vor, und das System liegt eigentlich nahe: Sein "Buch der verbrannten Bücher" beruht auf der "Wolfgang-Herrmann-Liste", die den vor allem studentischen Bücherverbrennern 1933 makabre "gute" Dienste leistete. Alles, was der mediokre Bibliothekar Wolfgang Herrmann mit Feuereifer auf seine Schwarze Liste gesetzt hatte, kam nämlich auf den Scheiterhaufen. Aus dieser Vorgehensweise erklärt sich auch, dass man in diesem Buch zahlreiche nicht minder verfemte Autoren vermisst, beispielsweise Gertrud Kolmar, Erich Mühsam, Else Lasker-Schüler oder Franz Hessel. Die hat der eifrige Bibliothekar übersehen... (andere Brandstifter haben das aber leider nicht)

In den intelligent zusammengestellten Kapiteln stellt Weidermann sämtliche Autoren der Herrmann-Liste vor, mit biographischem Abriss, literaturkritischen Anmerkungen, gelegentlich Auszügen aus den Werken des Autors und Kommentaren ihrer Zeitgenossen. Kapitelintern ist der Ansatz ebenfalls erfreulich: Die Anzahl der Seiten, die Weidermann einem Autor zugesteht, lässt nicht auf die literarische Wertung schließen. Schließlich kann man sich über Heinrich Mann, Anna Seghers, Kurt Pinthus, Lion Feuchtwanger oder Joseph Roth (und noch etliche weitere) auch andernorts gründlich informieren. Wo hingegen findet man allein schon die Namen Gustav Regler, Gina Kaus, Günther Birkenfeld, Karl Schröder, Bernhard Kellermann und noch einige weitere? Gerade ihre Biographien und Werke überhaupt ausfindig zu machen, dürfte bibliographische und detektivische Schwerstarbeit gewesen sein, die man hoch genug nicht einschätzen kann. Dass einige Autoren auch unter zivilisierten Bedingungen heute vergessen wären, steht hier nicht zur Debatte; schließlich wurde ihnen eben die Debatte damals verwehrt, und auch der schlechteste Autor hat das Recht, zur Kenntnis genommen und gegebenenfalls von der Kritik verrissen zu werden -- wohlgemerkt: von der Kritik. Nicht von tollwütigen selbsternannten Großinquisitoren.
Außerdem findet man unter den restlos Vergessenen zahlreiche Autoren, deren Vorstellung sich höchst appetitanregend liest: Alexander Moritz Frey z.B., dem es zum Verhängnis wurde, dass er zusammen mit Hitler im Schützengraben lag. Das war aber auch die einzige Gemeinsamkeit; seinen Anti-Kriegsroman "Die Pflasterkästen" schätzten viele Zeitgenossen sogar mehr als Remarques "Im Westen nichts Neues". Oder Heinrich Eduard Jacob, der viel früher als C.W: Ceram oder Henry Hobhouse erzählende Sachbücher schrieb; oder den Chronisten der jüdischen Kultur Georg Hermann, oder den feinen Beobachter Rudolf Braune; und noch einige mehr.

Ebensowenig wie über die literarischen Qualitäten der einzelnen Autoren sagt die ihnen gewidmete Seitenzahl etwas über ihren Charakter aus: Auf des Bibliothekars unfreiwilliger Ehrenliste befinden sich nicht nur zahlreiche berühmte und unberühmte Persönlichkeiten mit Charakter, vom standhaften Güglinger Forstmeister Otto Linck bis zu Oskar Maria Grafs berühmtem "Verbrennt mich!" in der "Wiener Arbeiter-Zeitung", oder gar zu Armin T. Wegeners geharnischtem Brief an Hitler 1933 (wenigstens einmal musste der so deutliche Worte lesen). Weidermann liefert auch Aufschlussreiches über Autoren, die eher versehentlich auf Herrmanns Liste geraten sein mussten und/oder bemerkenswertes Talent für radikalen Gesinnungswechsel bewiesen.

So sehr sich die Autoren und ihre Werke unterscheiden, von fahnenschwingender Arbeiterliteratur hinauf zur Weltliteratur aller Genres und Themen und wieder herunter zur Freiluft-Innerlichkeit, so unterhaltsam lesen sich alle (alle!) Kapitel im "Buch der verbrannten Bücher" -- wiewohl "unterhaltsam" in diesem Zusammenhang etwas fehl am Platze scheint. "scheint", denn gute Sachliteratur muss nicht mit steifem Kragen daherkommen; Weidermann beweist es. Bei allem Engagement geht er nicht blauäugig ans Werk: Den Werdegang charakterflüssiger Opportunisten schönt er nicht, und eher mäßig begabte Autoren lobt er nicht über den Schellenkönig. Schließlich geht es vor allem bei den Letztgenannten nicht um ihre Fähigkeiten, sondern darum, dass man ihnen und ihrem Werk zu Lebzeiten eine wie auch immer geartete Resonanz verwehrt hat, wenn nicht Schlimmeres. Dass Weidermann das nun nachholt, dabei durchaus auch mal zur spitzen Feder greift, ist nicht nur recht und billig, sondern auch allemal anregender zu lesen als inhaltsschwangere Vorträge in akademisch einschläferndem Tonfall.
Weidermann geizt nicht mit charakteristischen oder auch skurrilen Randbemerkungen und Anekdoten, mal emphatisch, mal hinterhältig, und er dosiert sie genau richtig. Nicht alles liest sich so unschuldig komisch wie die Anekdote über Hans Sochaczewer mit seinen quasi-adoptierten sephardischen Wurzeln: Emil Ludwig bot Stalin ebenso couragiert die Stirn wie den Nazis und machte sich mit seinem Buch über den verzweifelten Mörder des NSDAP-Granden Wilhelm Gustloff (genau: der, nach dem jenes Schiff benannt werden sollte) auch im Exil unbeliebt. Dass wiederum Hitler einmal ausgerechnet Lion Feuchtwanger beflissen in den Mantel half, liest sich wie ein Treppenwitz der Geschichte; dass Thomas Mann seinen Schriftsteller-Kollegen Arthur Holitscher im "verwesten Säugling" Detlev Spinell für jedermann erkennbar porträtierte, spricht bei allem unbestrittenen Genie nicht für Manns Charakter. Der Autor der "Roten Zora" Kurt Held hieß in Wirklichkeit Kurt Kläber und war mit Lisa Tetzner verheiratet; und nicht nur B. Travens wahre Identität lag lange im Dunkeln -- über den Schlump weiß man nicht einmal den Namen, geschweige denn etwas über sein Leben. Schade, denn was Weidermann über Schlumps Buch "Schlump" schreibt, klingt enorm verheißungsvoll.
Weidermanns Wissensschatzkiste ist, wie man sieht, prall gefüllt, und er stellt die Preziosen haargenau an den richtigen Platz.

Das glückliche Zusammentreffen von viel Engagement, Sachkenntnis und Stilsicherheit hat zur Folge, dass das "Buch der verbrannten Bücher" auch Leser fesseln dürfte, die zunächst wenig oder nichts mit dem Thema am Hut haben. Alle schon vorher Interessierte dürfte dieser Glücksfall erst recht begeistern.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Juni 2017
Das Dreisterne-Verdikt heißt offiziell "nicht schlecht" und ist in seiner freundlichen Seite den von Weidermann vorgestellten Autoren zu verdanken. Einige aus diesem Kreis durfte ich als Teenager ohne germanistisches Fachinteresse dank der Bibliothek der verbrannten Bücher kennenlernen, die der Fischer-Verlag in den 1980er Jahren herausbrachte. Zu manchen war mir zumindest eine der kleinen biographischen Rowohlt-Monographien bekannt. Aus der Asche gilt es noch viel wiederzuentdecken, vertriebene oder ermordete Autoren haben im Lauf meiner inzwischen 35 Leser-Jahre den einen oder anderen Meter im Regal eingenommen. Ein Land, das seinen Leo Perutz nicht ehrt, wie andere ihren H.P. Lovecraft, hat hier erheblichen Nachholbedarf.

Selbst wenn man Weidermann zugute hält, dass er ein Überblickswerk schreiben wollte, ist es für meinen Geschmack vielfach deutlich zu dünn geraten. Gerade einmal zwei Seiten über Egon Erwin Kisch - ich bin da kein spezifischer Fan, ohne Bias also, las aber u.a. ausführlich zu seiner kakanischen Laufbahn und zur abenteuerlichen australischen Fluchtgeschichte - sind in meinen Augen einfach zu wenig. Das Beispiel lässt sich ohne Mühe für nahezu jeden anderen der von Weidermann präsentierten Autoren durchführen.

Da ich konventionelles Fernsehen praktisch gar nicht mehr wahrnehme - meine 17 Euro Rundfunkkopfsteuer könnten also ungekürzt an die Sender des Deutschlandradios fließen - ist mir die Weidermann'sche ZDF-Literatursendung erst viele Monate nach ihrem Start als Online-Videokonserve begegnet. Die grausliche Vermittlerrolle des Gastgebers zwischen den wirklich schlimmen Trivialitäten einer Frau Westermann und den etwas gehobeneren, formatbedingt aber ebenfalls flach bleibenden Einlassungen Maxim Billers hat vielleicht meinen Blick auf Weidermanns "Buch der verbrannten Bücher" getrübt: Als hätte hier jemand ein Werk schreiben wollen, mit dem sich - als Zeitungsjournalist -.im Verlagsbetrieb ein Name machen lässt, von dem sich Lektorinnen und - wichtiger noch - PR-Damen angesprochen fühlen (der frühere BGH-Richter Thomas Fischer sitzt mir da mit seinen Worten über Carolin Emcke und ihr Milieu im Kopf, das auszuführen, hieße aber gehässig werden), ohne dabei allzu viel Hirnschmalz und Recherchefleiß an den Tag legen zu müssen - wie eines jener Bücher, mit denen sich Fernsehmoderatorinnen und -toren ihre hübschen, bekannten Gesichter vergolden lassen, bloß dass dieses Büchlein hier eben ausnahmsweise einmal vor der TV-Karriere auf den Markt kam.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. November 2008
Zwar ist Volker Weidermann nicht der erste, der nach Spuren der von den Nazis verbrannten Autoren sucht, aber seine Spurensuche war nicht nur erfolgreich, sondern liest sich auch hervorragend. Freilich hätte er außer Jürgen Serkes "Verbrannte Dichter" noch weitere, nicht minder verdienstvolle Fährtensucher wenigstens nennen müssen, zum Beispiel Walter Zedak, Jost Hermand oder Richard Drews und Alfred Kantorowicz, oder die von Jarmatz, Barck und Diezel herausgegebene "Exil in ..."-Reihe, die in den 70er Jahren in der DDR erschienen war (und noch einige andere). Und freilich hätte er noch eine Bibliographie anfügen können, denn man bekommt schon während der Lektüre Lust, sich mit dem ein oder anderen Autor näher zu beschäftigen -- aber wird oder wurde der inzwischen auch irgendwo wieder verlegt? Auch ein systematischer bibliographischer Nachweis der Erinnerungsliteratur wäre mehr als sinnvoll gewesen. Dass Weidermann all das ohne viel Mehraufwand hätte anführen können, liegt auf der Hand, denn man merkt nahezu jeder Seite an, dass er bemerkenswert gründlich und zeitaufwendig recherchiert hat. Damit wären aber auch schon die wind- und wetterfesten Kritikpunkte abgehakt; die Habens-Seite wiegt weitaus schwerer.
Im Gegensatz zu anderen Autoren geht Weidermann nämlich systematisch vor, und das System liegt eigentlich nahe: Sein "Buch der verbrannten Bücher" beruht auf der "Wolfgang-Herrmann-Liste", die den vor allem studentischen Bücherverbrennern 1933 makabre "gute" Dienste leistete. Alles, was der mediokre Bibliothekar Wolfgang Herrmann mit Feuereifer auf seine Schwarze Liste gesetzt hatte, kam nämlich auf den Scheiterhaufen. Aus dieser Vorgehensweise erklärt sich auch, dass man in diesem Buch zahlreiche nicht minder verfemte Autoren vermisst, beispielsweise Gertrud Kolmar, Erich Mühsam, Else Lasker-Schüler oder Franz Hessel. Die hat der eifrige Bibliothekar übersehen... (andere Brandstifter haben das aber leider nicht)

In den intelligent zusammengestellten Kapiteln stellt Weidermann sämtliche Autoren der Herrmann-Liste vor, mit biographischem Abriss, literaturkritischen Anmerkungen, gelegentlich Auszügen aus den Werken des Autors und Kommentaren ihrer Zeitgenossen. Kapitelintern ist der Ansatz ebenfalls erfreulich: Die Anzahl der Seiten, die Weidermann einem Autor zugesteht, lässt nicht auf die literarische Wertung schließen. Schließlich kann man sich über Heinrich Mann, Anna Seghers, Kurt Pinthus, Lion Feuchtwanger oder Joseph Roth (und noch etliche weitere) auch andernorts gründlich informieren. Wo hingegen findet man allein schon die Namen Gustav Regler, Gina Kaus, Günther Birkenfeld, Karl Schröder, Bernhard Kellermann und noch einige weitere? Gerade ihre Biographien und Werke überhaupt ausfindig zu machen, dürfte bibliographische und detektivische Schwerstarbeit gewesen sein, die man hoch genug nicht einschätzen kann. Dass einige Autoren auch unter zivilisierten Bedingungen heute vergessen wären, steht hier nicht zur Debatte; schließlich wurde ihnen eben die Debatte damals verwehrt, und auch der schlechteste Autor hat das Recht, zur Kenntnis genommen und gegebenenfalls von der Kritik verrissen zu werden -- wohlgemerkt: von der Kritik. Nicht von tollwütigen selbsternannten Großinquisitoren.
Außerdem findet man unter den restlos Vergessenen zahlreiche Autoren, deren Vorstellung sich höchst appetitanregend liest: Alexander Moritz Frey z.B., dem es zum Verhängnis wurde, dass er zusammen mit Hitler im Schützengraben lag. Das war aber auch die einzige Gemeinsamkeit; seinen Anti-Kriegsroman "Die Pflasterkästen" schätzten viele Zeitgenossen sogar mehr als Remarques "Im Westen nichts Neues". Oder Heinrich Eduard Jacob, der viel früher als C.W: Ceram oder Henry Hobhouse erzählende Sachbücher schrieb; oder den Chronisten der jüdischen Kultur Georg Hermann, oder den feinen Beobachter Rudolf Braune; und noch einige mehr.

Ebensowenig wie über die literarischen Qualitäten der einzelnen Autoren sagt die ihnen gewidmete Seitenzahl etwas über ihren Charakter aus: Auf des Bibliothekars unfreiwilliger Ehrenliste befinden sich nicht nur zahlreiche berühmte und unberühmte Persönlichkeiten mit Charakter, vom standhaften Güglinger Forstmeister Otto Linck bis zu Oskar Maria Grafs berühmtem "Verbrennt mich!" in der "Wiener Arbeiter-Zeitung", oder gar zu Armin T. Wegeners geharnischtem Brief an Hitler 1933 (wenigstens einmal musste der so deutliche Worte lesen). Weidermann liefert auch Aufschlussreiches über Autoren, die eher versehentlich auf Herrmanns Liste geraten sein mussten und/oder bemerkenswertes Talent für radikalen Gesinnungswechsel bewiesen.

So sehr sich die Autoren und ihre Werke unterscheiden, von fahnenschwingender Arbeiterliteratur hinauf zur Weltliteratur aller Genres und Themen und wieder herunter zur Freiluft-Innerlichkeit, so unterhaltsam lesen sich alle (alle!) Kapitel im "Buch der verbrannten Bücher" -- wiewohl "unterhaltsam" in diesem Zusammenhang etwas fehl am Platze scheint. "scheint", denn gute Sachliteratur muss nicht mit steifem Kragen daherkommen; Weidermann beweist es. Bei allem Engagement geht er nicht blauäugig ans Werk: Den Werdegang charakterflüssiger Opportunisten schönt er nicht, und eher mäßig begabte Autoren lobt er nicht über den Schellenkönig. Schließlich geht es vor allem bei den Letztgenannten nicht um ihre Fähigkeiten, sondern darum, dass man ihnen und ihrem Werk zu Lebzeiten eine wie auch immer geartete Resonanz verwehrt hat, wenn nicht Schlimmeres. Dass Weidermann das nun nachholt, dabei durchaus auch mal zur spitzen Feder greift, ist nicht nur recht und billig, sondern auch allemal anregender zu lesen als inhaltsschwangere Vorträge in akademisch einschläferndem Tonfall.
Weidermann geizt nicht mit charakteristischen oder auch skurrilen Randbemerkungen und Anekdoten, mal emphatisch, mal hinterhältig, und er dosiert sie genau richtig. Nicht alles liest sich so unschuldig komisch wie die Anekdote über Hans Sochaczewer mit seinen quasi-adoptierten sephardischen Wurzeln: Emil Ludwig bot Stalin ebenso couragiert die Stirn wie den Nazis und machte sich mit seinem Buch über den verzweifelten Mörder des NSDAP-Granden Wilhelm Gustloff (genau: der, nach dem jenes Schiff benannt werden sollte) auch im Exil unbeliebt. Dass wiederum Hitler einmal ausgerechnet Lion Feuchtwanger beflissen in den Mantel half, liest sich wie ein Treppenwitz der Geschichte; dass Thomas Mann seinen Schriftsteller-Kollegen Arthur Holitscher im "verwesten Säugling" Detlev Spinell für jedermann erkennbar porträtierte, spricht bei allem unbestrittenen Genie nicht für Manns Charakter. Der Autor der "Roten Zora" Kurt Held hieß in Wirklichkeit Kurt Kläber und war mit Lisa Tetzner verheiratet; und nicht nur B. Travens wahre Identität lag lange im Dunkeln -- über den Schlump weiß man nicht einmal den Namen, geschweige denn etwas über sein Leben. Schade, denn was Weidermann über Schlumps Buch "Schlump" schreibt, klingt enorm verheißungsvoll.
Weidermanns Wissensschatzkiste ist, wie man sieht, prall gefüllt, und er stellt die Preziosen haargenau an den richtigen Platz.

Das glückliche Zusammentreffen von viel Engagement, Sachkenntnis und Stilsicherheit hat zur Folge, dass das "Buch der verbrannten Bücher" auch Leser fesseln dürfte, die zunächst wenig oder nichts mit dem Thema am Hut haben. Alle schon vorher Interessierte dürfte dieser Glücksfall erst recht begeistern.
44 Kommentare| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
"Die Gedanken sind frei..." - Autoren lieferten und liefern mit ihren schriftlich fixierten Gedanken, den Produkten ihrer Phantasien und Lebenserfahrungen also, nicht zuletzt Orientierungshilfen für nachfolgende Generarationen - in einer Diktatur, dem Führerprinzip bedingungslos folgend, muss jede Kritik bereits im Keim erstickt werden - was 1933 nicht ins gewünschte Weltbild passte wurde verbrannt - damals zuerst die Bücher, wenig später die Menschen...

Der 10.Mai 1933 hatte durchaus eine Vorgeschichte, die Propagandaktion ihre Strippenzieher, Handlanger, Förderer und trotz allem auch Verweigerer - "Das Buch der verbrannten Bücher" hat mich tatsächlich über Wochen hinweg beschäftigt - Volker Weidermann erzählt, sofern er verwertbare Hinweise finden konnte, aus dem Leben der oft vergessenen Autoren, beleuchtet deren Arbeit / Schreibstil, deren Standpunkte, benennt Gründe, sofern es diese gibt, warum ausgerechnet dieser Autor, diese Autorin den Nazis Dorn im Auge war...

Ein umfangreiches Buch, mit vielen unerwarteten Erkenntnissen, so zum Beispiel, dass mancher Autor, dessen Bücher verbrannt wurden, nach dem 10.Mai 1933 durchaus -wandlungsfähig- im Deutschen Reich verblieben ist, auf Linie gebracht, schreiben durfte...

Neben den Autoren wird auch das Schicksal (wenn auch nur als Randnotiz) manches Verlagshauses erwähnt, eine Thematik, welche sicherlich ein eigenständiges Buch füllen könnte - vielleicht haben wir als Leser ja Glück und Volker Weidermann setzt seine Reise in die Vergangenheit fort, indem er z.B. Details zu eben den Verlegern sammelt und veröffentlicht, welche sich den Zwängen jener Zeit beugen und den Mittelpunkt ihres beruflichen Lebens aufgeben mussten - gestandene Verlagshäuser halfen die Gedanken der Autoren an die Öffentlichkeit zu transportieren - sie wurden gleichgeschaltet, enteignet, umgebogen und somit entschärft....

Der einzige "Nachteil" an diesem Buch hier sind die ausufernden Folgekosten - Antiquariate und Buchhandlungen habe ich die letzte Zeit noch häufiger betreten, auf der Suche nach den verbrannten Büchern...

Zum Schluss möchte ich besonders auf folgenden Teil des Buches hinweisen, das Nachwort, welches ein beachtliches Lebenswerk, in Zusammenhang mit den vebrannten Büchern in den Mittelpunkt stellt -
das Lebenswerk, des im Nachwort genannten, Georg P. Salzmann, die Vereinigung von 12.500 Büchern der gelisteten Autoren des 10.Mai 1933 beweist zum Glück, dass der Plan der Nazis nicht zu 100 Prozent aufgegangen ist! Weidermann hilft letztlich zusätzlich mit, die Erinnerung am Leben zu erhalten - dieses Buch hier sollten Sie sich nicht entgehen lassen - selten hatte ich ein so informatives wie inspierendes Sachbuch in Händen gehalten - Kompliment an den Autor dieses Buches!
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Juli 2016
Ein Buch, dessen Existenz irgendwie notwendig ist. Im “Buch der verbrannten Bücher” geht es um all jene literarischen Werke, die im dritten Reich – insbesondere am 10. Mai 1933 – verbrannt wurden. Hierüber eine Abhandlung zu verfassen, gewinnt nicht zuletzt dadurch an Relevanz, dass viele der davon betroffenen Autoren heute praktisch unbekannt sind – obgleich einige Bücher überdauert haben, wurde das Ziel der Nazis erreicht, nämlich die Auslöschung der Schriftsteller aus dem deutschen Bewusstsein. All dieser Autoren nimmt sich das vorliegende Buch an und behandelt sie nacheinander, jeden für sich, in kurzen Texten. Man erfährt die wichtigsten Punkte einer jeden Biografie, die Werke, die das negative Aufsehen erregten, und, so vorhanden, die Gründe, die zur Verbrennung führten. Zum Großteil handelt es sich um Kommunisten, Kriegsgegner und Menschen jüdischer Konfession bzw. Abstammung. Darunter sind wenige bekannte Namen (z.B. Stefan Zweig, Erich Kästner, Erich Maria Remarque) und noch viel mehr unbekannte. In der Tat, so gibt auch der Autor zu, sind bei weitem nicht alle von ihnen von literarischer Relevanz, mitunter gar zurecht vergessen – bei den meisten aber dürfte das Urteil weniger eindeutig sein. Bei der Auswahl der behandelten Schriftsteller richtet sich der Autor Volker Weidermann nach der berüchtigten “Schwarzen Liste” Wolfgang Hermanns, die als erste all jene Werke und Künstler auflistete, die man in der “Aktion wider den undeutschen Geist” bekämpfte. Immer wieder finden sich in den Biografien auch gut gewählte Zitate der Autoren, die jeweils repräsentativ für ihr Werk oder ihre Einstellung sind.
Durchaus interessant ist es, so viele kaum bekannte Autoren kennenzulernen und zugleich die Zeit und Gesellschaft, in der sie lebten. Man erfährt, wie sie jeweils individuell mit den Umständen umgingen, gar wie sie die Bücherverbrennungen kommentierten. Viele flüchteten ins ausländische Exil, doch auch jene, die nach dem Krieg wieder nach Deutschland zurückkehrten, fanden darin meist keine wirkliche Heimat mehr, waren sie doch vergessen und dem veränderten Land entfremdet. Oft ist Weidermann recht subjektiv, gar wertend in seinen Kommentaren, wenn auch meistens nachvollziehbar und oft durch Humor sympathisch.
Doch ist es leider auch die inhaltliche Perfektion, die den größten Makel des Buches mit sich bringt: Bei all den vielen Namen und Informationen ist es de facto unmöglich, sich alle oder zumindest einige zu merken. Beim Lesen ist es interessant, doch wird das Buch kaum das Allgemeinwissen insofern erweitern, dass man danach etwas über die Autoren behält – denn dafür sind es einfach zu viele. Welch Ironie, dass eine großartige Intention, großartig umgesetzt, am Ende doch kaum intellektuellen Mehrwert bringt. Schade eigentlich, doch unvermeidlich, denn das ergibt sich zwangsläufig aus der Idee eines umfassenden Kompendiums über so viele Gestalten. Auch sorgt die Masse der Informationen in den zahlreichen kurzen Texten dafür, dass sich das Buch nicht in einem Stück durchlesen lässt, sondern eher über einen längeren Zeitraum hinweg, obgleich es nur rund 250 Seiten umfasst.
Ein Buch, das es geben muss, schon allein um die allesamt längst verstorbenen Schriftsteller nicht endgültig dem Vergessen auszuliefern. Doch das Gedächtnis der Menschen reicht wohl leider nicht aus, wirklichen Nutzen daraus zu ziehen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Mai 2008
Volker Weidermann ist den Lesern der FAZ und der FAZ am Sonntag seit langem bekannt als literaturbegeisterter Kritiker und auch als Förderer von junger Nachwuchsliteratur.
Nach langen Recherchen und "atemlosen" Lesen, wie er das nennt, hat er nun ein Buch vorgelegt, das 75 Jahre nach der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten im Mai 1933 all jenen vergessenen und geächteten Dichtern und Schriftstellern ein würdiges Denkmal setzt und dabei jenen alten jüdischen Weisheitssatz befolgt, der der Erinnerung eine große Macht zuschreibt für das Genesen und die Würde eine Volkes. Und er hat nicht geruht, bis er auch alle beisammen hatte, kein einziger sollte vergessen werden:

"Das vorliegende Buch beschreibt keinen Ausschnitt. Ich habe die Spuren ausnahmslos aller Autoren verfolgt, die damals auf der ersten schwarzen Liste der Schönen Literatur" standen, die als Grundlage für die Verbrennung diente. Vierundneunzig deutschsprachige Autoren stehen darauf und siebenunddreißig fremdsprachige. Nicht jedes Leben konnte zweifelsfrei von der Geburt bis zum Tod rekonstruiert, nicht jedes Werk gefunden werden. Doch es sind nur wenige Lücken, die bleiben, wenige letzte Zweifel über die Identität von Autoren, die ganz und gar aus den Annalen verschwunden sind. Und immer wieder enden Biografien in diesem Buch mit 'spurlos verschwunden' oder 'der genaue Todestag ist unbekannt'. Es sind die Jahre, in denen Menschen einfach verloren gehen. Ohne Hinweis, ohne letzte Spur."

Das weitere Verlorengehen zu verhindern, all jenen "verbrannten" Autoren einen Namen und eine Würde zurückzugeben, gerade auch denen, mit denen selbst Fachleute wenig anfangen können, ist der große und bleibende Verdienst dieses Buches.
Denn wie heißt es im Talmud:
"Ein Mensch stirbt zweimal. Zuerst erleidet er den Tod, und dann gerät er in Vergessenheit."
33 Kommentare| 20 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Nach dem großartigen Buch "Lichtjahre" (s. auch meine Rezension vom 9.Juni 2006), einer kurzen Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute, blickt Volker Weidemann, Literaturkritiker und Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, in seinem neuen Buch auf die Zeit vor 1945 zurück. 1933 wurden von Wolfgang Herrmann Schwarze Listen" erstellt, auf denen 131 Autoren aufgeführt waren, deren Bücher aus Bibliotheken, Buchhandlungen und möglichst auch Privathäusern entfernt werden sollten. Am 10. Mai 1933 wurden dann aus barbarischem Ungeist dann in vielen Städten auf Scheiterhaufen Bücher verbrannt, die für die Nazis entartet, undeutsch oder nicht mit ihrer menschenverachtenden Ideologie vereinbar waren. Goebbels rief in einer flammenden Rede die Autoren auf, dessen Werke dem Feuer übergeben werden sollten. Seinem Aufruf zu dieser "Säuberungsaktion" folgten nicht nur SA-Leute, sondern auch Studenten, Professoren und Bibliothekare.

Volker Weidermann hat ausgiebig recherchiert und es sich jetzt zur Aufgabe gemacht, an all diese bekannten oder weniger bekannten Autoren zu erinnern, über jeden ein kleines Kapitel zu schreiben. Und indem dem Leser die Gelegenheit gibt, sich diese Autoren zu vergegenwärtigen, setzt er jedem ein kleines Denkmal, auch wenn der eine oder andere Autor kein großer Literat war. Wie dem auch sei, was literarisch keinen hohen Stellenwert erlangt muss man nicht entsorgen, indem man es verbrennt.

Auf der Liste, die der Autor durchgearbeitet hat, stehen vierundneunzig deutsch- und siebenunddreißig fremdsprachige Schriftsteller. Neben bekannten Namen wie Tucholsky, Kästner, Brecht, Remarque, Anna Seegers, Klaus Mann , Stefan Zweig und Jack London, sind auch vollkommen unbekannte Namen dabei, Autoren die es zu lesen aber allemal lohnt. Ich denke dabei an Hermann Essig, Rudolf Braune, Martin Lampel oder Irmgard Keun.

Ein sehr schön lesbares Buch, mit vielen vollständig rekonstruierten Biografien. Ich empfehle auch dieses Werk von Volker Weidemann mit Nachdruck und Leidenschaft. Es sollte im Bücherregal neben dem Buch "Lichtjahre" seinen verdienten Platz finden.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Dezember 2009
Wer liest schon gerne lange Bücher, die eine bloße Aufstellung von Autorenbiografien enthalten? Also, ich nicht.
Bei diesem Buch war es jedoch anders. Weidermanns Sprachstil und die von ihm mit viel Feingefühl niedergeschriebenen Details aus dem Leben der Schriftsteller, deren Titel im 3. Reich verbrannt wurden, trieben einen geradezu durch das Buch. Mehr und mehr wollte man erfahren, je weiter man gelesen hatte.
Wer liest schon gerne lange Rezensionen? Also, ich nicht. Deswegen nur mein Tipp: Kaufen und sofort lesen!
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Oktober 2008
Man kennt das doch - da hat man ein Sachbuch, findet es eigentlich interessant und verendet doch auf halber Strecke. Nicht so bei Volker Weidermann. Fesselnd war es; mittels treffenden kurzen und doch aussagekräftigen biographischen Notizen und erhellenden Zitaten wird hier ein Panorama der Zeit, ihrer Literatur und ihrer Menschen entworfen. Man beginnt zu ermessen, welche Kultur damals ihr Ende fand. Mit dem angemessenen Respekt und doch die eigene Stimme erhebend schreibt Weidermann über die vielen Autoren, deren Bücher verbrannt wurden. Danke für dieses Buch.

(Wohltuend ist auch die alte Rechtschreibung.)
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden