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Kundenrezensionen

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Madame Kampf, lebt im Frankreich der 20er Jahre ihr teures Leben, das nur so prall gefüllt ist von exquisitem Essen, extravaganter Garderobe und außerordentlich teurem Schmuck. Ihre Tochter Antoinette, 14 Jahre, hasst ihre Mutter mit der Zeit mehr und mehr besonders als Madame Kampf sagt, sie möchte einen Ball mit an die 200 Gästen geben in ihrem Hause, an dem Antoinette jedoch nicht teilnehmen darf. Antoinette rächt sich, indem sie spontan die Idee hat die Einladungen für den Ball in die Seine zu werfen...

In Némirovskys Novelle wird die schwierige Mutter-Tochter-Beziehung kurz und knackig und doch eindringlich dargebracht. Dieses Motiv der Autorin lässt sich auch in ihrem Roman Jesabel: Roman wiederfinden, der diese eigentlich eher liebevoll gehegte Beziehung gegenteilig vorstellt. Obwohl die Novelle kurz geraten ist und man sie innerhalb einer guten Stunde locker lesen kann, sind die Figuren sehr farbig gezeichnet: Die äußerlich gehorchende und doch innerlich nach Lebenslust und Befriedigung brodelnde, pubertierende Antoinette, ihre überreagierende, nahezu hysterische und auch egoistische Mutter Madame Kampf und der etwas blinde (für die Wünsche seiner Tochter) Vater Monsieur Kampf, der sich nicht um die Konflikte zwischen Mutter und Tochter schert, es sei denn seine Gemütlichkeit oder sein momentaner Seelenfrieden würden hierdurch gestört.

Man spürt beim Lesen deutlich das Beklemmende der Situation, besonders Antoinettes' Gefühlswelt und bringt vollstes Verständnis für ihren Drang nach Freiheit, Unabhängigkeit und Erwachsensein wollen auf. Némirovsky nimmt einen als Leser so sehr gefangen, dass man selbst nicht mehr weiß wie die ganze tragische Situation ausgeht und man nur gespannt auf das Ende wartet, so als ob man jedoch selbst Antoinette, selbst involviert in dieser ganzen Dramatik ist. Letztendlich unterscheidet man nicht mehr zwischen sich selbst und der leidenden Figur und nimmt nur Némirovskys wunderbar gestalteten Dialoge und Beschreibungen wissbegierig bis zum Schluss gerne hin.

~Bücher-Liebhaberin~
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am 27. Januar 2007
Irene Nemirovsky wurde im Paris der späten Zwanziger und frühen Dreißiger Jahre wie ein Star gefeiert! Ihre Bücher erreichten märchenhafte Auflagen und waren - Ironie der Geschichte - vor allem auch in rechten Kreisen beliebt. Das Irene Nemirovsky Jüdin war, wussten zu diesem Zeitpunkt nur die wenigsten! Nach dem Tod der Autorin in Auschwitz geriet ihr Werk schnell in Vergessenheit und wird nun - in neuer Übersetzung - neu entdeckt. Ihre Novelle "Der Ball" schrieb sie mit nur 27 Jahren. Eine Begegnung mit einem verkniffen wirkenden Mädchen auf der Pont Alexandre in Paris gab den Ausschlag.

Irene Nemirovsky erzählt von der vierzehnjährigen Antoinette, deren Eltern einen schnellen Aufstieg erlebt haben. Aus einfachen Kreisen stammend, nutzt der Vater ein Börsenhoch und wird über Nacht sehr reich. Seine Frau schmückt sich nun mit den Insignien der Macht, erreicht jedoch nur wenig Akzeptanz in der guten Gesellschaft. Das soll sich ändern: Ein großer Ball wird geplant. Antoinettes Hoffnungen, dabei sein zu dürfen, werden von ihrer Mutter jedoch grausam zerstört. So greift sie schließlich zu einer Rache, die voller Grausamkeit ist und die Parvenüs, ihre Eitelkeiten und ihre Selbstüberschätzung schließlich entlarvt...

In leichtem Plauderton spitzt sich die Lage in dieser schmalen Erzählung mehr und mehr zu. Mit sehr effektvollen, wenngleich sparsamen Mitteln erzählt Irene Nemirovsky glänzend eine packende Geschichte. Neben der Schlüsselszene auf der Brücke ist es vor allem der letzte Satz, der den Leser ins Mark trifft!
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Die Jüdin Irène Némirovsky wurde 1903 als Tochter eines der reichsten Bankiers Russlands geboren. Die Familie floh während der Oktoberrevolution nach Paris. Dort erschienen ihre ersten Romane und die Autorin wurde sehr schnell Liebling der Pariser Literaturszene. 1940 schrieb sie den bekannten Roman „Suite francaise“, 1942 wurde sie nach Auschwitz deportiert, wo sie im gleichen Jahr verstarb. Erst 60 Jahre später erscheint der erste Teil dieses Romans. Die prosaische Erzählung „Der Ball“ wurde 1930 aufgelegt, heute wiederentdeckt.
Zum Inhalt: Die Ehe von Madame Kampf mit einem einfachen jüdischen Bankgestellten galt in der Pariser Gesellschaft als nicht standesgemäß. Ihr Ehemann, ein durch und durch einfältiger, simpler Mensch, hat jedoch 1926 an der Börse spekuliert und dabei nach dem Motto, „Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln“, ungeheuer viel Geld gewonnen. Die Familie ist sehr, sehr reich geworden. Die Ehefrau hochgradig spleenig und exaltiert ist darüber hinaus extrem dümmlich. Die vierzehnjährige Tochter Antoinette wird von einer altjüngferlichen englischen Hauslehrerin erzogen. Ihre Pubertät bringt es mit sich, dass es zwischen Mutter und Tochter häufig zu Reibereien kommt.
Eines Tages beschließt die Familie Kampf eine großen Ball zu veranstalten, um der Pariser Gesellschaft ihren Wohlstand vorzuführen. Aus Adel und Geldadel sollen 200 Gäste geladen werden. Die Einladungen werden geschrieben und die Tochter wird gebeten die Einladungen zur Post zu bringen. Aber, da es zu diesem Zeitpunkt wieder einmal zu Streitigkeiten zwischen Mutter und Tochter gekommen ist, gibt Antoinette nur eine Einladung bei ihrer Gouvernante ab, die restlichen 199 Einladungsbriefe wirft sie in die Seine. Der Ball steigt und als einziger Gast erscheint die belehrende Hauslehrerin. Der Tochter ist die Rache vollauf gelungen. Brutaler kann Rache eigentlich gar nicht ausfallen.
Neunzig Seiten, die es in sich haben und die auch gnadenlos die Neureichen und ihre Gebaren beschreiben. Ein lesenwertes Buch einer großen Autorin, das ausgesprochen atmosphärisch arbeitet, glänzend geschrieben. Ein wahres Lesevergnügen. Ich empfehle dieses Buch mit Nachdruck und Leidenschaft.
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TOP 500 REZENSENTam 15. August 2014
Paris 1926. Das Ehepaar Kampf plant einen großen Ball, der ihren Aufstieg in die feine Pariser Gesellschaft besiegeln soll. Seit die Familie unerwartet zu Reichtum gekommen ist, will Madame ihr Leben endlich in vollen Zügen genießen. Ihre halbwüchsige Tochter, die lebenshungrige 14-jährige Antoinette, ist ihr dabei nur im Weg. Sie darf an dem großen Fest nicht teilnehmen. Antoinette grollt ihren Eltern, bis sich plötzlich die Gelegenheit zur subtilen Rache auftut …
In leichtem Plauderton spitzt sich die Lage in dieser schmalen Erzählung mehr und mehr zu. Mit sehr effektvollen, wenngleich sparsamen Mitteln erzählt Irene Nemirovsky glänzend eine packende Geschichte. Neben der Schlüsselszene auf der Brücke ist es vor allem der letzte Satz, der den Leser ins Mark trifft!
Eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung kurz und knackig und doch eindringlich dargebracht.
Obwohl die Novelle kurz geraten ist und man sie innerhalb einer guten Stunde locker lesen kann, sind die Figuren sehr farbig gezeichnet: Die äußerlich gehorchende und doch innerlich nach Lebenslust und Befriedigung brodelnde, pubertierende Antoinette, ihre überreagierende, nahezu hysterische und auch egoistische Mutter Madame Kampf und der etwas blinde (für die Wünsche seiner Tochter) Vater Monsieur Kampf, der sich nicht um die Konflikte zwischen Mutter und Tochter schert, es sei denn seine Gemütlichkeit oder sein momentaner Seelenfrieden würden hierdurch gestört.
Eine sehr geradeaus erzählte, ungemein genau beobachtete Geschichte über eine ungeliebte Tochter, an der Schwelle vom Kind zur Jugendlichen, über eine Ehe, in der keine Liebe mehr herrscht, über Neid und Missgunst.
Man spürt beim Lesen deutlich das Beklemmende der Situation, besonders Antoinettes' Gefühlswelt und bringt vollstes Verständnis für ihren Drang nach Freiheit, Unabhängigkeit und Erwachsensein wollen auf. Némirovsky nimmt einen als Leser so sehr gefangen, dass man selbst nicht mehr weiß wie die ganze tragische Situation ausgeht und man nur gespannt auf das Ende wartet, so als ob man jedoch selbst Antoinette, selbst involviert in dieser ganzen Dramatik ist. Letztendlich unterscheidet man nicht mehr zwischen sich selbst und der leidenden Figur und nimmt nur Némirovskys wunderbar gestalteten Dialoge und Beschreibungen wissbegierig bis zum Schluss gerne hin.
Genießen Sie diesen "tragisch-bösen" Kurzroman. Kurzweilig und absolut lesenswert.
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am 7. März 2006
Vor 76 Jahren veröffentlicht, nun neu entdeckt. "Der Ball", ein wunderbares Buch. Ein durch Zufall zu Reichtum gekommenes Ehepaar mit Tochter entwöhnt sich ihrer Tugend und glaubt mit Geld sich denen anpassen zu müssen, die bereits in der "erstrebenswerten" Gesellschaft sind. Heimlichtuerrei und Verleumdung der Vergangeheit bestimmen den mit Bediensteten angenehmen Alltag. Die Untreue zu sich selbst entzweit die Bindung zwischen Mutter und Tochter, verführt die Mutter ihr eigenes vermeintliches Glück zu suchen, zu finden. "Ich, ich,.... sind ihre Worte, die ihre Tochter den Gedanken an Selbstmord nahelegen, der dann ironischerweise in süße Rache umschlägt.
Der Dekanz zu Ehren soll ein Ball für die bessere Gesellschaft, der dem Ehepaar nahezu unbekannten Menschen, gegeben werden, letztendlich nur, um sich selbst in diese Gesellschaft durch Kauf der Menschen einzuführen. Das Versenden der Einladungsbriefe wird zur "Flaschenpost" da die Tochter anstelle der Postboten die Seine als Transportmittel wählt, um .... Sie wissen schon.
Der Vater, ein Mann - er scheint hier gelassener als die Frauen. Die Autorin hat vielleicht zu dieser Zeit dem möglichen Klischee entsprechen wollen.
Diese kleine Novelle zeigt, das nicht erarbeiteter Reichtum Ideale und Tradition zerstört, Treue zu sich selbst nicht duldet, sondern eher das Schauspiel der eigenen Komödie in einer entsprechend gespielten Gesellschaft fordert. Die Liebe zu den Kindern geht verloren, Selbstsucht nimmt den Platz ein.
1930 geschrieben und dennoch nahezu verwandt dem Titel des heutigen (6.3.2006) Spiegel und damit aktuell in einer Zeit, wo Reichtum und Individualismus die Lust am Nachwuchs hemmt.
Interessant ist, dass ebenso im Jahre 1930 Bertrand Russell "Die Eroberung des Glücks" herausbrachte und gerade das Unehrliche, Ichbezogene als Glückskiller anbrachte. Ebenso verwies er schon auf den Zusammenhang von Selbstsucht und Kinderlosigkeit.
Ein grossartiges Buch.
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am 13. April 2010
Dieses Buch greift in wenigen, präzisen Schnappschüssen eine Heranwachsenden-Atmosphäre auf, die sehr authentisch wirkt und auf geniale Art das Lebensgefühl des echten Teenagers ausdrückt. Da ist die Unsicherheit der 14jährigen Protagonistin, ihre aufkeimende Konkurrenz mit der Mutter, der Wunsch nach Nähe und Liebe, das Sich-unverstanden-Fühlen, das Eingeengtsein, das Noch-nicht-dürfen-aber-schon-Wollen, das Sich-älter-Fühlen usw. Gefühlsregungen also, die junge Mädchen in Westeuropa so immer noch durchmachen, auch wenn das Buch 1928 spielt und sich auf die gesellschaftliche Oberschicht bezieht.
In seiner Beschreibung der kurzen Momente dieses Teenagerdaseins entwickelt es aber eine Allgemeingültigkeit, die überrascht. Sogar Themen wie Selbstbefriedigung und Selbstverstümmelung sind darin aufgegriffen, wenn auch nur sehr kurz behandelt. Man hat nicht den Eindruck, ein besonders altes Stück Literatur zu lesen - in die Rolle der Heldin zu schlüpfen, ist leicht, verführerisch. Auch der Knalleffekt am Schluß, den ich hier nicht vorwegnehmen will, wirkt nicht konstruiert und kommt nicht zu plötzlich, obwohl man während der Geschichte nicht mit einer solchen Reaktion bzw. Erkenntnis rechnet.
Sehr hübsch gemacht, kann ich nur empfehlen.
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am 21. Oktober 2015
Kurzweilig , abwechslungsreich und spannend ist diese Kurzgeschichte. Vor allem sehr flüssig,unterhaltsam und zeitlos geschrieben. Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen, da die Spannungsuhr tickte und tickte , immer neue Storyfragen aufgeworfen wurden : Wird der Ball ein Pleite? Wie regieren die ‘Neureichen’ Kampfs auf den Skandal ? Was empfindet Antoinette- und wie entwickelt sich das Verhältnis zwischen Eltern und Tochter . Fazit: Die Charakter treten dreidimensional hervor, die Erzählerperspektive gut gewählt , die Sprache rasant wie ein Wirbelwind und am Schluss - ein überraschendes Ende, das die Geschichte elegant abrundet. Ein wunderbares Buch .
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am 30. November 2012
Mutter- Tochter- Geschichte mit subtiler Rache. Nicht ohne autobiographische Bezüge im Paris der Zwischenkriegszeit karikiert I. N. das ambitionierte Streben eines neureichen Ehepaares mit enormen Aufwand gesellschaftlich "aufzusteigen", die Pläne werden allerdings von der Tochter durchkreuzt.
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am 25. Januar 2008
Die im Grunde simplen und neureichen Kampfs wollen einen großen Ball geben, um ihren gesellschaftlichen Aufstieg gebührend zu feiern, aber vor allem auch, um in der Gesellschaft überhaupt wahrgenommen und akzeptiert zu werden. Allzu lange haben sie darauf gewartet, endlich dazu zu gehören. Besonders die halb verblühte Madame Kampf sieht den Ball als letzte Chance, einen Zipfel Lebensglück zu erhaschen. Dabei ist ihr ihre 14-jährige Tochter Antoinette permanent im Weg. Das verschlossene, intelligente und sensible Mädchen leidet unter der ständigen Zurückweisung ihrer egoistischen Mutter und findet eine hervorragende Möglichkeit, ihr einen dicken Strich durch die Rechnung zu machen.

Stilistisch ausgezeichnet, schnörkellos und dennoch dicht beschreibt Irène Némirovsky die Befindlichkeiten der zerrütteten Familie und leuchtet besonders gelungen das unglückliche Innenleben der pubertierenden Tochter aus. Wieder steht eine belastete Mutter-Tochter-Beziehung im Vordergrund, doch die Autorin weiß das Thema aus so vielen Perspektiven zu behandeln, dass es nicht langweilig wird oder sich wiederholt. Sehr zu empfehlen!
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am 2. Mai 2012
Süß-bitter erzählt Irène Némirovsky von den Untiefen zwischen Mutter und Tochter. Verpackt als stichelnde Milieubeobachtung im Paris der 30er Jahre.

Antoinette ist die 14-jährige Tochter von Madame Kampf, die dank einer glücklichen Schicksalswende plötzlich zu einer reichen Ehefrau wird. Doch zwischen den beiden schwelt der altbekannte Streit zwischen Mutter und Tochter in diesen Jahren. Die Mutter sieht die junge Dame noch als kleines Kind, in diesem Fall als kleines, eher unnützes Anhängsel wenn es um das Hinaufklettern der Belle Bourgeoisie geht. Die Tochter will viel mehr und träumt von der Welt der Reichen und Schönen, die ihr noch verwehrt bleibt.
Nichts wünscht sie sich mehr als auf den Ball gehen zu dürfen, den Madame Kampf bis in das dekadenteste Detail plant. Ihr Gesellschaftsdebüt soll es werden und in dieser strahlenden Zukunft hat die ungelenke, junge Antoinette noch keinen Platz.

Ein tiefer Groll tut sich auf und die Verschmähte sinnt auf Rache..
Gnadenlos und nüchtern, genau und sezierend legt die Erzählung jede Schwäche bloß. Nichts daran ist zart, sondern in seiner Kürze kantig und fast spröde.

Man ahnt, worauf es hinausläuft, doch das kommt der Spannungskurve nur zugute, an deren Ende Antoinette grausam auf die zerstörte Mutter herabblickend, erfolgreich aus dem Kampf hervorgeht.

Irène schreibt darüber, was sie kennt, schon immer eine Erfolgszutat für gelungene Literatur. Selbst als Bankierstochter, die, typisch für das Russland des Jahrhundertanfangs, ihre Bildung aus Paris bezog. Aber nicht nur die Sicht der Tochter, auch die der Mutter erlebte sie aus eigenem Leib - selbst zur Bankiersfrau geworden und dazu zweifache Mutter.

Das und 90 Seiten geballte Erzählkunst machen dieses kleine Buch zu einem ironischen Lesevergnügen.
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