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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
4
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Format: Taschenbuch|Ändern
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„Die Eisträger“ von Anna Enquist erzählt die Geschichte einer gestrandeten Ehe. Loes und Nico van der Doelen leben in einem alten, großen Haus, schön in den Dünen gelegen. Er liebt es, dieses große Stück Sand; sie hasst Sand und zieht Ton und die Polder vor. Dieser Widerspruch wird von der ersten Seite an klar. Das geräumige Haus und seine Umgebung garantiert kein Glück.
Ihre Tochter Maj (adoptiert) ist vor einem halben Jahr aus dem Haus geflüchtet, aber das wird nicht von den Eltern besprochen. Loes, Lehrerin alter Sprachen wäre bereit über Maj zu sprechen. Aber sie kommuniziert kaum mit ihrem Mann, flieht in ihre Leidenschaft für die Gartenarbeit und will den sandigen Boden fruchtbar machen. Nico arbeitet erfolgreich in einer psychiatrischen Klinik und wird zu deren Direktor befördert. Er schweigt auch über die Flucht seiner Tochter und konzentriert sich ganz auf seine neue Aufgabe.
In hundertvierzig Seiten beschreibt Enquist die schöne und aus Sicht der Außenwelt perfekte Familie. Sie ändert in jedem Kapitel der Perspektive. Einmal aus Sicht von Nico dann aus der Sicht von Loes. Als Leser sind wir daher besser informiert als die Protagonisten selbst. Wir kennen ihre Gefühle, Wünsche und Ängste, die sie kaum zeigen und gegeneinander verbergen.
Es ist eine eine moderne Geschichte. Die Geschichte einer Beziehung, einer problematischen Liebe, die katastrophal endet. Das Ende des Romans ist völlig unerwartet, aber völlig im Einklang mit der Psychologie der Figuren.
Thema der Geschichte sind die Probleme, die daraus folgen, wenn man in einer Beziehung nicht miteinander kommunizieren kann. Sand, der verletzende Sand, kommt immer wieder vor und bald wissen wir, dass er als Symbol für die Unfruchtbarkeit steht
Anna Enquist schreibt sehr direkt und persönlich, scharf und kurz, trotzdem warm und poetisch. Es war sehr leicht, mit den Charakteren mitzufühlen, vor allem, weil die Situation sehr erkennbar ist.
Die Eisträger ist ein sehr überzeugendes Buch. Es beweist, dass ein literarisches Werk nicht langweilig und schon gar nicht schwierig sein muss, sondern sehr spannend und sehr einfach zu verstehen sein kann.
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am 27. Februar 2003
Die Autorin beschreibt die Sprachlosigkeit zwischen zwei Ehepartnern. Die beiden Hauptfiguren haben ihre Adoptivtochter verloren. Diese ist irgendwann von zu Hause fortgelaufen. Die Gründe dafür liegen etwas im Dunklen und werden nicht klar. Allerdings schadet dies der Handlung nicht. Von der ersten Seite an schwelt dieser Verlust zwischen den beiden Hauptfiguren. Zuerst bleibt er völlig unbenannt und erst später wird er enthüllt. Die Beschreibung konzentriert sich darauf, wie die Betroffenen mit dem Verlust fertig zu werden versuchen. Anstatt Ermittlungen aufzunehmen, haben sie die Ereignisse oberflächlich verdrängt und bemühen sich den Verlust zu kompensieren. Dabei ist der Autorin eine sehr überzeugende Beschreibung der inneren Seelenlage gelungen, die doch bei beiden nur wüstes Land ist. Die Charaktere werden dabei vollkommen unterschiedlich beschrieben, der Mann nimmt gewissermaßen nur das "Außen" wahr, während die Frau allein in ihrer Seele forscht. Durch die Sprachlosigkeit werden die Gedanken jedoch nur auf die Personen zurückgeworfen. Die Perspektiven wechseln dabei von Kapitel zu Kapitel.
Das Scheitern der Protagonisten scheint von der ersten Seite an durch. Kann man es zunächst nicht genau festmachen, so kristalliert es sich später immer deutlicher hervor. Die Geschichte kulminiert schließlich darin, daß beide sich auf ihre eigene Weise ihren Verlust zugestehen. Aber dann ist es bereits zu spät und die Frau bleibt alleine zurück.
Das Buch ist sprachlich sehr schlicht, es ist nicht mit den sonst üblichen Adjektiven überladen, sondern erscheint oft sehr karg. Umso stärker wirkt dadurch die Erzählung. Die wachsende Verzweifelung und die Ausweglosigkeit wird immer stärker betont ohne dabei ins theatralische abzugleiten. Negativ ist mir nur aufgefallen, daß die Erzählung etwas zu sehr mit Metaphern durchsetzt ist (z.B. Sand, Sperrwerke, Lotsen, Hecken), die nicht gerade subtil daherkommen.
Insgesamt ein sehr gutes und interessantes Buch. Gerade die zurückhaltende Erzählhaltung macht es stark und es hat mich berührt.
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am 6. März 2003
Im Rahmen einer Prüfung war ich gezwungen dieses Büchlein zu lesen.
Mit meinen 23 Jahren bin ich nun nicht unbedingt die Zielgruppe. Das Buch ist einfach nur langweilig und depressiv.
Die erste Hälfte des Buches ist eigendlich komplett Inhaltslos
und beschreibt nur Gefühle und Gedanken der Hauptpersonen.
Beim 2. Teil gähnt man nur noch im Intervall.
Zum Ende hin wird es fast spannend, doch dann ist auch schon schnell Schluss.
Positiv ist die einfache und dadurch punktgenaue Schreibweise,
doch Frau Enquist hätte eigendlich auch schildern können wie ein Sack Reis in China umfällt.
2 Sterne weil es bewundernswert ist, wie man sprachlich hochwertig und ohne Inhalt ein Buch füllen kann.
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am 12. November 2002
Kurz vor dem Abitur läuft Maj, die Tochter von Loes und Nico, davon. Die Eltern beschließen eine Art Schweigepakt: Sie sprechen weder miteinander noch mit Außenstehenden über den Vorfall. Ein halbes Jahr später ? sie haben noch immer nichts von ihrer Tochter gehört ? beginnt die Leugnung der Wahrheit immer deutlichere Spuren zu hinterlassen. Loes und Nico entgleitet nach und nach die Kontrolle über ihr Leben, bis schließlich alles in einer Katastrophe endet. Ohne Kitsch oder Gefühlsseligkeit beschreibt die niederländische Autorin Anna Enquist in ?Die Eisträger? die Geschiche vom Ende einer allzu perfekten Familie ? packend und intensiv. Allerdings ist dieses Buch nur für Frohnaturen geeignet - in schlechter Stimmung gelesen, kann das Werk durchaus suizidale Wirkungen an Tag legen.
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