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Kundenrezensionen

3,4 von 5 Sternen
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HALL OF FAMEam 29. Oktober 2003
am liebsten lese ich sachbücher, philosophie, psychologie, politisches - aber bei juli zeh bin ich umgekippt: weil mir meine frau jeden morgen beim frühstück immer ein paar passagen aus ihren aufschreibungen zum besten gibt, so aus "die stille ist ein geräusch", eine zugfahrt-reflexion wiedergebend: "unablässig flieht die landschaft in die richtung, aus der ich gekommen bin. in leipzig muss sich ein ganzer haufen vor meiner haustür ansammeln." und weil wir hunde- und katzen-besitzer sind, haben wir ein gefundenes fressen an juli zehs stets parallel-laufender beobachtung der gehirnswelt ihres hundes ("während der hund ursachen und folgen von arroganz an hauskatzen studiert ..."). zuerst war uns juli zeh durch einen essay im SPIEGEL über die anti-konsum-moral der neuen "netzwerk-generation" aufgefallen: es ging dort um sprache und ironie, reisen und rucksack als mobile genuss-güter, eine abwendung von den nun als peinlich empfundenen werten der vorhergehenden besitzgierigen schicki-micky-generation. und dann eroberte sie mein herz, als ihre übersetzerin ins polnische bei mir nachfragte, wo genau das auf meiner webseite zitierte schnitzler-zitat herstamme: "Napoleon und Caesar, waeren sie irgendwo einander begegnet, haetten gelaechelt wie Auguren. Doch Christus und Mohammed, fuercht' ich, haetten einander ernst genommen." ich konnte es leider nicht genau sagen, hegte aber die hoffnung, dass ihr gescheites zur ummantelung dieser einsicht einfallen werde - und versuchte ihr auf die sprünge zu helfen mit meiner zitat-verdrehung: "spinoza und jesus, wären sie irgendwo einander begegnet, hätten gelächelt wie auguren. doch hitler und heidegger, weiß ich, haben einander ernstgenommen." juli zeh hat spaß an paradoxien genug, das weiß ich, um aus solcher umstülpung ein ganzes roman-konzept zu zimmern. sie verkörpert nicht nur in ihrem schreiben, auch in ihrem leben die beneidenswerte leichtigkeit der neuesten, gegenwarts-angepassten, flexibel-ironischen generation. man wird bestimmt noch mehr von dieser preisverdächtigen autorin hören - sie wird von niederschrift zu niederschrift besser, vom adler zum engel, von leipzig nach mostar, von new york gegrätscht nach krakau, vom studium des europa- und völkerrechts bis zum abräumen begehrter literaturpreise...
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am 14. Oktober 2002
Solche Bücher sollte es öfters geben. Eine Autorin, ein Hund und ein Auto mitten in einem (für mich) ziemlich schrecklichen Land - und dann einfach aufschreiben, was passiert. Juli Zeh macht das ganz fantastisch. Kein pseudo-schlauer "Blick hinter die Kulissen", sondern Erlebnisse. Statt Wirtschaftspolitik die Frage, warum es in Bosnien/Serbien kein McDonalds gibt. Das Buch hat zwar einiges an Leerlauf, auch langweilige Stellen - aber so ist das Leben. Übrigens: Wie alles, was ich bislang von Juli Zeh gelesen habe, fantastisch geschrieben.
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am 26. Oktober 2007
Ich habe dieses Buch von meinem Chef zum Geburtstag bekommen, da meine Mutter aus Bosnien kommt. Ich habe von meinen Verwandten ziemlich viel über den Krieg mitbekommen. Dieses Buch ist okay, ich würde es aber nicht noch ein zweites Mal lesen. Sie wird oft poetisch und hat schon eine Meinung über den Krieg und die Menschen bevor Sie sie kennen lernt. Als Bosnierin bin ich nicht überzeugt von dem Buch. Sie geht zu wenig auf das Thema Krieg ein. Sie beschreibt mehr das Land und die Leute, was auch gut ist, aber ich denke das wenn schon solche Gräueltaten im 20. Jahrhundert geschehen, man das Thema ruhig ansprechen kann. Ich fahre jedes Jahr nach Bosnien, habt dort auch zwei Jahre gelebt und ich habe ziemlich oft mit den Menschen gesprochen. Ich denke sie hätte sich lieber auf die Menschen einlassen sollen. Trotzdem gekauft hätte ich mir das Buch nie.
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am 16. Juni 2002
Am Anfang war das Gegenwort: Als ein eifriger und unerwünscht ehrlicher Freund eines Freundes der Autorin drastisch auszureden versucht, in die Republika Srpska zu fahren, zuckt sie die Schultern, läßt den Leser schnoddrig wissen: "Klingt nach Mordor" - und fährt natürlich trotzdem; der alte Dämon ist tot, aber wie erholt sich das Land von seinen Wunden? Ein getreuer, aber pazifistischer Hund begleitet sie auf ihren Streifzügen durch ein nahes Land, das uns so fern erscheint. Oder denken wir, es sei umgekehrt und wir hätten schon alles verstanden?
Wer erwartet, seine vorgefertigten Meinungen über Land und Leute in Marmor gemeißelt zu sehen, hat bei diesem Buch schon verloren. Juli Zeh scheint sich entschlossen zu haben, sämtliche anderen und eigenen Ansichten einer strengen Prüfung mit dem neugierigen Augen eines Kindes zu unterziehen, was ihr grandios gelingt. Wer einmal mit dem ersten Chemiekasten zwei Explosionen und endlose Ermahnungen der Eltern hervorgerufen und dennoch grinsend den nächsten Kolben geschwenkt hat, bekommt eine leise Ahnung, mit welcher Intention und Intensität dieser Roman geschrieben ist.
Es ist sehr schwer, dem bissigen Charme, dem fröhlich-sarkastischem Humor, der schieren Lebensfreude (auch wenn man keine Feigen mag) und den interessanten Menschen dieses Werks zu entziehen. Den Sirenenrufen einzelner Sätze kann man ohnehin nicht entkommen.
Die romantischen Szenen sind so hauchzart, daß man Angst hat, das Umblättern der Seiten könne sie fortwehen - wirklich großartig wie das Leben selbst. Und doch jederzeit ein überaus ehrliches Buch mit Ecken und Kanten.
Man kann natürlich mehr Betroffenheit von einem Roman über Bosnien fordern, aber ist dieser Roman ohne Szenen der Betroffenheit, dem Rückzug ins eigene Schmerzkontinuum geschrieben? Verheimlicht er etwas oder geht er ohne Respekt an die Menschen heran? Durchaus nicht, aber er bewertet nicht, er regt zum Nachdenken, zum Überdenken an.
Schmerz ist wertvoll für den Körper, denn er zeigt Fehlentwicklungen auf - aber dem chronischen Schmerz haftet etwas sinnloses an... Jeder Krieg endet einmal und im Gegensatz zur bleiernen Zeit der 50er und frühen 60er Jahre in Deutschland scheint sich in Bosnien die Freude auf die Zukunft einzustellen: "Liebt euch, um zu vergessen - aber vergeßt nicht, euch zu lieben", so ein Mantra aus den hinteren Kapiteln (jugendfreie Übersetzung!) und eine gute Zusammenfassung eines besseren Lebensgefühls. Dieses Buch ist keine Adler und Engel-Fortsetzung, was auch nicht schlecht gewesen wäre, aber die Autorin will wohl kein Opfer eines eigenen Mainstreams werden.
Im Gegensatz zu Äußerungen anderer JuLis also ein positiver Tabubruch von Juli Zeh - eben ein Aufruf, über die hohen Hürden eigener Vorurteile zu springen, sich Gedanken zu machen. Jugend forscht at its best.
Vielleicht habe ich aber auch alles falsch verstanden und das Buch ist total schlecht (man soll sich selbst ja nicht zu sehr trauen, wie wir nun gelernt haben...) - für diesen Fall war es jedoch ein überaus angenehmer Fehler...
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am 21. März 2004
Meine Meinung über dieses Buch ist sehr zwiespältig.
Es mag daran liegen, dass ich genau zur selben Zeit, wie die Autorin, das erste Mal in Bosnien war oder auch weil ich dort eine Weile lebte und arbeitete. Möglicherweise weiß ich aber auch einfach zu viel über die Menschen, die Geschichte des Landes und die Hintergründe, als dass ich mich völlig unbefangen auf die Lektüre dieses Buches einlassen könnte. Ich bin hin und hergerissen zwischen der Bewunderung für ihr unglaubliches Talent Stimmungen wiederzugeben und der Tatsache, dass mich ihre einseitige Betrachtungsweise des Konflikts, die doch recht deutlich wird, abstößt. Das hatten wir schon oft genug, die deutsche Berichterstattung war voll davon, da erwartet man doch von jemandem, der in dieses Land gereist ist, dass er mehr sieht, dass er hinter diese Fassade blickt und erkennt, dass nichts so ist, wie man dachte, dass alles wesentlich komplizierter, verworrener ist. Gerade in Bosnien wird einem schmerzlich bewusst, es gibt keine strikte Trennung zwischen Gut und Böse, zwischen Schwarz und Weiß. Die Autorin hat sich nicht wirklich auf das Land eingelassen, hat vorher schon eine feste Meinung über die Geschehnisse und die Menschen, auch wenn sie vorgibt, offen zu sein. Das Buch würde ich trotzdem jedem empfehlen, der sich für Bosnien interessiert oder mal eine Reise in dieses wunderschöne Land machen möchte. Ich habe es allen meinen Bekannten, die mich während meines Aufenthaltes dort besuchten, zum Lesen gegeben. Es ist, trotz meiner persönlichen Kritikpunkte, eine gute Einführung. Es bleibt dann jedem selber überlassen, ob er noch weitergehen möchte, als die Autorin und es zulässt, hinter das „Offensichtliche", zu blicken. Auf dem Weg dorthin ist „Die Stille ist ein Geräusch" auf jeden Fall ein guter Begleiter!
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am 1. Mai 2006
Dieses Buch will also keine Reisereportage sein, kein Essay und auch kein Roman. Und so liest es sich auch wie eine aus dem handschriftlichen übertragene Reisenotiz einer angeberischen "Ich-war-da-wo-sonst-Keiner-hinfährt"-Globetrotterin. Ziel und konzeptionslos irrt die Abenteuer-Romantikerin samt Hund durch Nachkriegs-Bosnien. Genauso schal, oberflächlich und wirr geraten ihr die Reise-Notizen. Einzelschicksal, Politisches, Psychologisches, Zeitgeschichtliches, Zwischenmenschliches, vulgo: fundierter Hintergrund ist - wenn überhaupt - nur schemenhaft vorhanden. Rasch ermüdet die Autorin bei der Recherche: "Ich habe überhaupt keine Lust, die internationalen Organisationen aufzusuchen. Ich habe überhaupt keine Lust, mit jemandem zu reden". Stattdessen nervt die Autorin mit verquaster Poesie: "Der zunehmende Mond drückt sich eine Wolke an die Wange". Egal, ob SFOR-Personal, Marienpilger, Journalisten, Einheimische: der Tonfall über Land und Leute ist auf penetrante Art herablassend: "Im Drecksnest Gacko verstopft mir die Luft wie Brei den Hals". "...und schaue auf die Stadt, diesen kleinen grauen Fleck, ausgefranst wie Vogelscheisse, die aus großer Höhe gefallen ist". "Ich will nicht riechen...wie eine modernde Oma. Vielleicht ist es ein typisch bosnischer Geruch, und deshalb parfümieren sich alle..." Besonders diskriminierend springt die Autorin mit den Serben um: " Die schwärzesten Vorstellungen von Serben erwachen: auf militärische Weise überkorrekt, im richtigen Moment korrupt und im Zweifel gewalttätig". Das misantrope Weltbild "Selten kam mir die menschliche Gattung so überflüssig vor" wird konterkariert mit Hunde-Anekdoten, auf die offenbar grösseres Gewicht gelegt wird: "Der Hund bedankt sich für die Pizza und bestellt Grüße an die Küche". "Auf der Gittertreppe zum General verrenkt sich der Hund fast die Pfoten."
Fazit: man ist als Leser betroffen von der Oberflächlichkeit, Arroganz und Naivität der Autorin.
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am 27. Januar 2015
Nein, was Juli Zeh sich und ihren Lesern zumutet ist wahrlich kein schöner Urlaub. Es ist eine Reise durch das vom Krieg zerfressene Bosnien, eine höchst sensible und dennoch nüchterne Bestandsaufnahme, ein Buch, das eigentlich nur wenig Fragen stellt und keinerlei Antworten gibt.
Warum dieser Krieg in Bosnien gewütet hat, darüber hat dort sicher jede Partei ihre eigene Antwort. Keiner sucht die Schuld bei sich selbst, aber alle stehen jetzt (zum Zeitpunkt der Reise) vor den grauenhaften Folgen. Diese Wunden wird die Zeit wohl erst heilen, wenn die nächste, vielleicht sogar die übernächste Generation darüber reden kann. Aber selbst das ist sehr zweifelhaft, denn auch Hass ist vererbbar..
Juli Zeh beschreibt in ihrem Buch hauptsächlich äußere Tatsachen, nur gelegentlich wird das Innenleben der Überlebenden dieses Krieges deutlich.Das wird vielen nicht genügen, aber es reicht völlig aus, den Leser aufs tiefste zu erschüttern. Führt man sich vor Augen, dass bei aller Erschütterung mehrere Dutzend solcher „Reisebeschreibungen“ aus den vielen Kampfgebieten der Gegenwart geschrieben werden könnten, neigt man zur Verzweiflung. Immerhin hat Juli Zeh einen Anfang gemacht.: Es reicht völlig die „Segnungen“ eines Krieges darzustellen um jegliche Berechtigung des Waffeneinsatzes abzulehnen.
Krieg ist Waffenkonsum und leider gibt es einen Einfluss der Waffenproduzenten, der zur Konsumsförderung führt.
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am 4. Februar 2003
Dieses Buch beschreibt Bosnien in einer eindrucksvollen Art und Weise. Manche Beschreibungen mögen auf den ersten Blick banal erscheinen, sie sind es aber nicht. Jeder der schon einmal durch die Föderation Bosnien und Herzegowina gereist ist, wird mit diesem Buch durch die eigenen Erinnerung getragen und sagt sich jedesmal: Genauso habe ich es auch empfunden. Ihr gelingt es durch ihre Wortgewandheit, das Land und die Menschen so realistisch wiederzugeben, dass man sich bei jedem einzelnen Satz nach einer Reise nach Bosnien sehnt. Es ist das beste Buch, das ich in den letzten Monaten gelesen habe und endlich ein Werk, welches das Land beschreibt, ohne nur der Frage nach den Ursachen und Folgen des Balkankriegs nachzugehen. Endlich auch einmal ein Werk, das man den Menschen in die Hand drücken kann, die auch 2003 noch fragen: "Was du fährst nach Bosnien? Da ist doch Krieg." Nein!. Diese Menschen wollen einen Neuanfang und beginnen ihn auch. Dieses Buch ist ein wundervoller Beitrag dazu.
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am 29. Dezember 2016
Schriftstellerisches Talent ja, aber inhaltlich von keiner Relevanz benetzt. Es liest sich wie: Ich wollte mal in Flipflops auf die Eiger-Nordwand hoch, hat aber nicht geklappt, und ich berichte euch jetzt, warum nicht. Warum nicht? Das weiß der Leser schon nach den ersten Zeilen. Was bleibt - Fremdschämen über so viel Ignoranz. Da bekommt der gute alte Mark Twain Titel "The Innocents Abroad" eine ganz neue Bedeutung.
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am 17. April 2005
Ich gebe zu, als ich das Buch gekauft habe, war ich etwas skeptisch und tat es nur aus Pflichtgefühl, da ich selbst bosnische Wurzeln habe. Ich wollte mich sozusagen "weiterbilden", da ich natürlich das Fleckchen Bosnien kenne, wo meine Großeltern leben. Dass es aber auch andere interessante Flecken gibt, wurde mir durch dieses Buch bewußt. Es beschreibt in einer poesievollen Sprache jeden Winkel Bosniens so plastisch, dass man manchmal das Gefühl hat, gerade selbst dort zu sein. Dieses Buch ist keine Analyse über die Ursachen des Krieges, oder einer Verherrlichung einer ethischen Gruppe, nein, es stellt ganz einfach Bosnien - nach dem Krieg - der westlichen Welt vor, so unparteiisch und so klar, wie es eine deutsch Frau (Juli Zeh) nur tun kann. Juli Zeh, stellen Sie mir bitte weitere Länder vor, da mir Ihre gewisse Naivität,Klarsichtigkeit und Unkompliziertheit fehlen wird!
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