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Kundenrezensionen

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am 20. Februar 2015
Der Roman von Juli Zeh ist so spannend, dass man ihn kaum aus der Hand legen kann. Ich habe ihn in zwei Tagen gelesen. Allerdings ist die Handlung durch die vielen Rückblenden so kompliziert, dass man Mühe hat, den "roten Faden" nicht zu verlieren. Was mir besonders erwähnenswert erscheint, ist die Sprache. Die Autorin brennt in "Adler und Engel" gewissermaßen ein rheorisches Feuerwerk ab. Durch die vielen originellen und außergewöhnlichen Metaphern und Similes, wenn sie z. B. Stimmungslagen, Physiognomien, Naturerscheinungen oder örtliche Gegebenheit beschreibt, wird der Roman zu einem sprachlichen Kunstwerk. Einen inhaltlichen Irrtum muss ich der Autorin allerdings ankreiden: Sie lässt auf Seite 329 den Plastik-Künstler mit Bezug zu dem James-Bond-Film "Goldfinger" sagen, "...dass es der Mensch net länger als a poar Minutn aushält, wann sei Haut komplett eigschwaßt is. Und wenn er a Nosn hätt wie a Gebläse, es nutzt nix, er dastickt." Das ist ein Ammenmärchen. Tatsache ist, dass der Mensch nicht erstickt, sondern an Überhitzung stirbt, da die Poren der Haut dazu dienen, den Körper abzukühlen. Durch die Schweißdrüsen wird Wasser abgegeben, das verdunstet, und dadurch wird dem Körper Wärme entzogen.
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am 11. Dezember 2014
wäre es schade, denn es ist ihr erster und Juli Zeh hat ihr Potenzial in wunderbarer Weise weiterentwickelt.
„Schilf“ ist so ein eleganter Höhepunkt und wer zuerst Schilf und dann“ Adler und Engel“ liest, wird von Zehs Erstlingswerk notwendigerweise enttäuscht sein.
Das Buch ist aber auch wirklich eine echte Herausforderung für den Leser. Eine wüste Mischung aus Drogenkrimi, Politikthriller und Weltuntergangsfantasien eines Kokainsüchtigen.
Juli Zehs Sprache ist noch nicht so brillant wie in ihren folgenden Romanen und die Stimmung ist absolut unappetitlich, weil der Hauptprotagonist pausenlos Kokain schnupft und seine Hygiene deshalb vernachlässigt. Der Vernachlässigung der Körperhygiene geht ein Niedergang der geistigen Hygiene parallel.
Gelegentlich schimmert das Grauen des Bürgerkriegs auf dem Balkan durch, wobei zu vermuten ist, dass Julie Zeh dabei eigene Erlebnisse verarbeitet.
Wer sich auf den Roman einlässt, wird rückblickend feststellen, dass dem Leser die Protagonisten allesamt gleichgültig oder unsympathisch sind. Das einzige Mitgefühl, welches bleibt, gilt einem bedauernswerten Hund.
Dennoch ein faszinierendes Leseerlebnis, welches meine Begeisterung für diese Schriftstellerin nicht vermindert hat.
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am 21. Oktober 2004
Der Anfang dieses Romans hat mir richtiggehend den Stuhl unterm Hintern weggetreten: Was für eine Begabung! Die Beschreibung eines Mitt-Dreißigers in der größten Krise seines Lebens ist nicht nur sprachlich mit einer Fantasie beschrieben, bei der mir die Spucke wegbleibt, sondern auch formal von gespenstisch sicherem Timing und schließlich von geradezu körperlich angreifender Intensität. Und es ist schließlich auch dieser ganz eigene Tonfall, seine kühnen, fast immer ins Schwarze treffenden Metaphern, die mich an dieses Buch gefesselt haben. So wenig der Einfallsreichtum von Juli Zeh auch auf der gesamten Strecke nachlässt, so hatte ich allerdings doch, vor allem nach einer dreitägigen Lektürepause, zuletzt den Eindruck, dass die unablässige Düsternis den Antrieb der Erzählung hemmt. So kunstvoll die Krimihandlung auch in die Rückblenden und Auftritte seltsamer Figuren aus der Vergangenheit eingeflochten ist, so wenig vermochte sie mich in dieser Form von Schnitzeljagd zu interessieren. Das wut-, trauer und koksgezeugte Nervenreißen des Ich-Erzählers, dessen Protokoll der Roman ist, führt immer mehr zum Rückzug und dem Ausleben pervers-morbider Fantasien, die aber der Geschichte kaum mehr etwas hinzufügen, was man nicht schon geahnt hätte. Auf diese Weise ist das Buch stilistisch sehr einheitlich geraten - was hier alles andere heißt als glatt: hier bebt und knallt es, wie in wenigen anderen Romanen - aber auch von einer Monumentalität, die Zwischentöne ein wenig an den Rand drängt. Wer jedoch eine junge Autorin von grandioser sprachlicher Begabung und furchteinflößender Intelligenz kennen lernen will, dem ist dieses beeindruckende Buch rückhaltlos zu empfehlen, ja: aufzudrängen!!
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am 21. Dezember 2005
Aufgrund sehr guter Kritiken wurde mir dieser Buchtitel sehr
schmackhaft gemacht, jedoch ist mein Fazit: eher enttäuschend!Juli Zeh reiht sich unscheinbar ein, in die Reihe der sogenannten "neuen Generation von Schreibtalenten". Ihr Stil ist deutlich und zeitgeistig. Bewusste Härte, " wie man eben heute so schreiben muss, um Preise zu gewinnen und weiterzukommen". Ihre Figuren sind modisch angepasst, weil vulgär und traumatisiert. Jedoch kann man sich mit ihnen nicht anfreunden,
zu platt werden die Charaktere gezeichnet, zu wenig wird von der Oberfläche weg, hinein in die Materie eingetaucht
Judith Hermann, Karen Duve, Julia Francke und jetzt eben auch
Juli Zeh. Alle haben eines gemeinsam : Alle ergötzen sich an
Detailbeschreibungen. " Er hob die Hand, drehte sie nach links, dann wieder nach rechts, hob den Kopf, stellte das Bein ab. atmete ein, atmete aus, legte sich wieder schlafen....."
Zu viel Detailliebe, welche von zu wenig Handlung untermalt wird.
Ist das die neue deutsche Generation? Einfach traurig!
Das einzig erfrischende an Frau Zeh ist die vergleichsweise noch originelle Sprache. Dafür auch die 3 Sterne!
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am 17. Juni 2016
Vor kurzem kämpfte ich mich durch 'Corpus Delicti' von Juli Zeh durch. Mit viel Abscheu. Unglaublich, was im Kopf der Autorin vorgeht. Beim Lesen empfand ich unendlich viel Mitleid mit den Oberstufenschülern, für die das 'Werk' zum Schulpflichtprogram gehört. Dieses Buch wird bei manchem die ohnehin schwächelnde Leselust vollkommen abtöten.
Ich glaubte, 'Corpus Delicti' war einfach ein Fehlgriff und widmete mich dem umjubelten Erstlingswerk der Autorin, 'Adler und Engel'.
Jetzt stelle ich mir die Frage, warum man die Werke von Juli Zeh überhaupt liest bzw. lesen soll? Nicht wegen der Führung durch die Geschichte. Diese ist schwach und viel zu chaotisch. Wahrscheinlich eher wegen der Liebe zur Schönheit der Sprache. Die ersten drei Seiten dieses Buches sind wie ein Zauber, nach diesen muss man aber für die Liebe zur Sprache sehr teuer zahlen. Es ist kein Genuss! Bis zum Ende des Buches schafft man nur wenn man einen starken Willen hat. Oder einen Hang zum Masochismus hat. Oder auf Drogen ist.
Wie bereits erwähnt, ist die Geschichte schwach strukturiert. Auf den ersten 50-70 Seiten gibt es nichts, woran man sich festhalten könnte. Wenn ich nicht den Teaser gelesen hätte, hätte ich mich völlig verloren gefühlt. Die Handlung spielt hauptsächlich in zwei Städten ab, Leipzig und Wien. Ich meine die beiden Städte aufgrund längerer Aufenthalte ganz gut zu kennen. Durch die Sprünge zwischen den beiden Städten sowie zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit beschleicht mich das Gefühl völliger Orientierungslosigkeit. Wo bin ich? Wann bin ich? Und was mache ich hier? Und es gibt, verdammt noch mal, keinen Mozartplatz (S. 113) in Leipzig! Wenn man schon die wahre Adresse der Kanzlei verschleiern will, dann nehme man doch den Augustusplatz. Das sich eine Rechtsanwaltskanzlei dort befinden würde, ist recht unwahrscheinlich.
Die Charaktere? Nun ja' Zitate aus dem Buch: ''30% aller bewundernswerten Juristen sind drogenabhängig. Und von denen arbeiten 100% bei uns.' Bezogen auf das reale Leben, hat die moderne Psychiatrie herausgefunden, dass mindestens 30% der Bevölkerung Abweichungen von der Normalität ausweisen. Und 100% dieser anormalen Spezies sind im Buch 'Adler und Engel' zu finden. Ob jemand es interessant findet, sich mit den Tiefen einer oder mehreren unglücklichen Seelen zu befassen, ist eine reine Geschmacksache. Im Teaser werden Charaktere als sensibel und unsicher beschrieben. In Wirklichkeit sind sie krank im Kopf.
Und nun kommen wir zurück zur Schönheit der Sprache. Diese ist leider sehr bemüht abgebildet. Immer wieder muss der Mond herhalten. Scheinbar hat die Autorin Schlafprobleme und demzufolge viel Zeit, den Mond zu beobachten und absurde Vergleiche anzustellen. Mal ist er rot und hat einen zerfleischten Rand (s.11). Mal sieht er wie ein Aspirin aus (ein abgebissenes Aspirin kam bisher erstaunlicherweise noch nicht vor, vielleicht in einem anderen Werk) (s.34), mal wie ein abgeschnittener Daumennagel (S.42) . Mal liegt er in Wolkenwirbeln wie in einer Sahneschüssel. (S. 161) Mal sieht er 'wie eine halbe Zitronenscheibe' aus. Und 'die Sterne funkeln dazu wie Kohlensäureblasen in einer Cola.' (S.375)
Der Himmel ist blassrosa 'wie ein ausgetrunkenes Erdbeermilchglas'. (S. 209) Nun ja, wenn schon, dann fehlt hier die Angabe 'von innen'. Ich habe noch niemals einen Himmel beobachtet, der sich wie ein Glas spiegelte. Übrigens, auf der Seite 297 eine Wiederholung: 'Der Himmel über ihr war hell und weißlich wie durch ein ausgetrunkenes Milchglas betrachtet.' Ein ausgetrunkenes Milchglas ist ziemlich blind, man würde den Himmel gar nicht mehr sehen und schon gar nicht hell.
Ein Marder wird wie eine Salami auf Beinen beschrieben (s.43). Und''von draußen presst die Nacht ihre glatte schwarze Haut gegen die Fensterscheibe.' Etwa wie ein Rohöl-Film? (s.67) Also ehrlich, alles vollkommen übertrieben und nicht wirklich treffend.
Die Sprache wird im Teaser als rasant beschrieben. Es ist keineswegs so. Die Sprache ist eher stockend oder von Verschachtelungen á la Möchte-Gern-Thomas-Mann-Sein behindert. Es gibt Abschnitte, wo Sätze sehr kurz oder unvollständig sind. In anderen Abschnitten reiht sich eine sinnlose Verschachtelung an die nächste. Ein Beispiel: 'Die Kastanie spreizt ihre Finger und lässt die leicht bewegte Nachtluft hindurchrinnen, ich steh auf, es ist gar nicht schwer, mein Kopf ist kühl und die Füße sind sehr weit davon entfernt.' (S.198)
Sorry, aber ich schätze, sogar Thomas Mann hätte zumindest zwischen hindurchrinnen und ich, einen Punkt erübrigt.
OK, man hätte die Länge der Sätze als ein stilistisches Mittel der Abgrenzung sehen können, z.B. kurze Sätze für die Handlungen der Vergangenheit und lange Sätze für die Nachdenklichkeit in der Gegenwart. Aber weit gefehlt. Im Buch ist alles durcheinander.
Wenn sich der geneigte Leser irgendwie durch etwa 400 Seiten durchschlägt, wird er zum Schluss mit einigen zig Seiten Verschwörungstheorie belohnt.
Immer wenn ich lese, dass ein solches Buch Literaturpreise gewann, habe ich Mitleid mit dem Jury. Welchen Mist, Pardon, müssen die Jurymitglieder in der Vorauswahl sonst lesen, um am Ende so einem Buch einen Preis zu verleihen (jedwede Korruptionen schließe ich hier aus).
Zusammengefasst, das Buch hat durchaus seine Existenzberechtigung'für alle, die es unbedingt lesen müssen: alle, die irgendetwas mit der Literatur zu tun haben, Psychologie-Studenten, arme Schüler.
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am 18. September 2007
"Adler und Engel", das ist eine krude Story, zusammengesetzt aus trashigen Versatzstücken: jede Menge Drogen (vorzugsweise Kokain), Mord und Totschlag, organisiertes Verbrechen und darin verstrickte skrupellose Juristen, Kriegsverbrechen auf dem Balkan, psychische Störungen aller Art, wohldosierte Ekeleffekte und verwahrloste, unbehagliche Schauplätze. Das Ganze in einer äußerst bilderreichen Sprache, übergossen mit einer Flut teils etwas gewollt erscheinender Metaphern.

Anfangs noch halbwegs greifbar, scheint die stark mit Rückblenden durchsetzte Handlung mehr und mehr in den Bereich des Irrealen, Halluzinatorischen abzugleiten. Immer schwerer nachzuvollziehen wirken die Handlungen der beteiligten Personen, die als Charaktere ohnehin eher unterbelichtet bleiben, mit Ausnahme der geistig verwirrten Jessie, vielleicht der interessantesten Figur des Buchs und sicherlich der titelgebende Engel". Am Ende bleibt ein Gefühl umfassender Düsternis und Hoffnungslosigkeit zurück - und leider auch die Frage nach einem darüber hinaus gehenden Sinn des Ganzen.

Juli Zeh kann schreiben, das ist keine Frage (auch wenn ihre Sprache Geschmackssache bleibt), ihr gelingt es durchaus, Spannung aufzubauen und den Leser in die drogengeschwängerte Welt des Ex-Erfolgsjuristen Max hineinzuziehen. Immer wieder schafft sie athmosphärisch starke Bilder existentieller Verlorenheit in einem kaum noch durchschaubaren, brutalen Universum. Und vielleicht ist es diese angesichts der Weltlage zeitgemäß wirkende Stimmung, die erfolgreich darüber hinwegtäuscht, wie konstruiert und kalkuliert vieles an dieser Geschichte bei Licht betrachtet doch wirkt.

Irgendwie scheint dies Buch alles gleichzeitig sein zu wollen: Thriller, große Literatur, aktuelle Zeit- und Gesellschaftskritik, politische Aufklärungsschrift, Psychogramm Drogenabhängiger und psychisch Gestörter, moderne Liebesgeschichte, apokalyptische Endzeitvision, halluzinatorischer Trip, absurdes Theater und Schauerroman... und irgendwie ist das alles ein wenig zu viel, zu modisch und zu gewollt bedeutungsvoll. Sehr gekonnt geschrieben, scheinbar provokativ, doch letztlich wenig Angriffsfläche bietend- dafür viel bedrucktes Papier fürs Geld. Vielleicht das ideale Buch für alle, die die ach so kommerzielle Unterhaltungsliteratur verschmähen, aber echte Literatur als zu schwierig und verkopft empfinden. "Adler und Engel" steht irgendwo zwischen U und E und wirkt darüber hinaus unheimlich kritisch und relevant - mehr als es eigentlich ist. Fazit: kann man lesen, muss man aber nicht. Die literarische Sensation hält sich in Grenzen.
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am 28. November 2009
um es vorweg zu sagen: ich bin ein großer juli zeh-fan, und habe bereits schilf und spieltrieb gelesen. alder und engel habe ich gerade beendet, und ich muss sagen, dass ich relativ enttäuscht bin. die sprache ist schön zu lesen, wenn doch zuweilen etwas sehr anstrengend (anders als bei den anderen werken), und die komposition allgemein ist auch angenehm dicht, sodass es schon reizvoll ist, die seite umzudrehen. allerdings muss gesagt werden, dass die handlung einfach zu weit hergeholt ist. einfach absurd. und dazu noch die ganzen psychotischen protagonisten, die alle drogen nehmen (als wäre das immer so!). um ehrlich zu sein, hat mir die handlung das gesamte werk vermiest. ich fand es an manchen stellen richtig schlecht, sodass ich dachte, ich würde es niemals im leben zu ende lesen. da ich jedoch viel sympathie für zeh hege, konnte ich mich schließlich doch noch dazu durchringen, "adler und engel" zu beenden. ob ich es bereue? ich weiß noch nicht. ob das buch eine bereicherung für mein leben war? nein, garantiert nicht.
für juli zeh anfänger auf keinen fall zu empfehlen - lest lieber "spieltrieb"!
daher leider nur drei sterne von mir. man hätte garantiert mehr aus dem buch machen können.
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am 2. Oktober 2009
Vorweg: Eines der besten Bücher, das ich je gelesen hab.
Es gibt wenig Bücher, die es schaffen, dass man sich nach dem lesen anders fühlt als davor. Dies ist eines davon. Julie Zeh ist eine derart begnadete Erzählerin, dass man eintaucht in die Szenarien und man von der dort herrschenden Stimmung ergriffen wird. Das Buch selbst ist ein bisschen wie eine Droge.
Wie man sich darüber beschweren kann, dass man aufmerksam sein muss beim lesen ist mir ein Rätsel. Wenn ich 0815 Romane lesen will, die einfach so vor sich hinplätschern, bei denen man nie nachdenken muss, kauf ich mir doch kein Buch von Juli Zeh. Das ist ungefähr genauso sinnvoll wie sich einen Ärzteroman zu kaufen und danach den mangelnden literarischen Anspruch zu kritisieren...
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am 30. August 2006
Der Anfang hat mich gefesselt, doch je länger die Geschichte erzählt wurde, desto langatmiger wurde sie. Teilweise gelungene Passage wechseln mit langweiligen Szenen, die man hätte ersatzlos streichen können. Zudem stören mich diese unsagbar vielen Metaphern, die manchmal grandios, oft aber ziemlich daneben sind und die Erzählung überlagern.

Die Figuren sind nur teilweise gelungen, manche Namen tauchten öfters auf, aber ich hatte keinerlei Bezug dazu.

Den roten Faden hätte ich mir besser herausgearbeitet gewünscht.

Fazit: Die Geschichte ist mir zu ausgewalzt, die Sprache oftmals zu blumig, den Charakteren hätten ein paar zusätzliche Pinselstriche gut getan, ein Buch, das man lesen kann, aber bei mir keine Begeisterungsstürme hervorgerufen hat.
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am 20. März 2011
Der Haupt-Protagonist Max - ein Völkerrechtsjurist - ist verzweifelt, ergießt sich ob des Selbstmordes seiner Freundin Jenni in zerstörerisches Selbstmitleid aus dem ihn Klara, eine Kult-Radiomoderatorin, die nebenbei ihre Diplomarbeit in Psychologie schreibt und als Fallbeispiel für ihre Arbeit eben Max erwählt hat, zu reißen versucht.

Gemeinsam begeben Sie sich von Leipzig aus in die drückenden städtische Sommerhitze Wiens und dort auf die Suche nach der Vergangenheit und den Gründen des Freitodes der Geliebten. Zeitgeschehen und Rückblenden (als Erzählung von Max auf einem Rekorder aufgezeichnet) wechseln einander ab und führen in einen Strudel aus Ereignissen, die im Wesentlichen mit Drogenhandel im ehemaligen Jugoslawien zu tun haben.

Das Buch beginnt stark und kraftvoll, kreative Satz- und Wortgebilde, eine fatalistische und koksgetränkte Grundstimmung prägt die Szenerie. Dies lässt auf einiges hoffen. Doch je weiter man vordringt, Kapitel um Kapitel abarbeitet, um so mehr ermüdet die immer verworrener und absurder werdende Handlung. Die Klischees wiederholen sich, die Handlung schleppt sich. Die Sprache bleibt überraschend und durchaus ansprechend (das große Plus des Romans). Doch das Ende wirkt geradezu trivial, enttäuschend. Spannung vermag keine mehr aufkommen.

In Summe ist Adler und Engel ein beachtlicher Debut-Roman einer (damals) ca. 25-jährigen. Doch weist die Konstruktion meines Erachtens erhebliche Mängel (Spannungsbogen) auf, die Handlung ist viel zu lang, ein wirklicher Sinn erschließt sich mir nicht. Und so war ich dann doch froh, als ich die letzte Seite und den alles erlösenden und von der mühseligen Hitze befreienden Sommerregen (ein Gewitter eigentlich) erreicht habe und das Buch endgültig zuklappen konnte.
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