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Kundenrezensionen

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am 29. Oktober 2002
Eigentlich ist schon fast alles über dies Buch geschrieben, was wichtig ist, ich möchte aber dennoch ein paar Worte darüber loswerden, vor allem, weil mich selten ein Buch derart gefesselt, ergriffen, verwirrt und in seinen Bann gezogen hat, wie Haruki Murakami's ‚Mr.Aufziehvogel'! Murakami schafft es nicht nur existenzielle Fragen über Sein und Schein näher zu bringen, sondern vermag darüber hinaus den Leser über die gesamten 764 Seiten des Buches von einem emotionalen Wechselbad in andere zu treiben und ganz nebenbei auch mit der fernöstlichen Philosophie vertraut zu machen.
Held des Buches ist der arbeitslose Toru Okada, ein Zen Held des 21. Jahrhunderts, der, von seiner Frau verlassen, seinen Job verloren hat und in einen Brunnen steigt. Mit ihm und aus seiner Sicht erlebt der Leser eine reihe von Prüfungen (das Wort ‚Abenteuer' scheint mir nicht ganz passend) in dessen Verlauf sicht nicht nur der Protagonist, sondern eben auch der Leser selbst tief im Inneren verändert, eine spirituelle Erfahrung durchlebt und tief in die japanische Seele eintaucht.
Sicherlich ein Meilenstein im gesamten Schaffen von Murakami, krankt das Buch aber zuweilen an einer arg gestelzt wirkenden deutschen Übertragung. Übersetzt hat nämlich nicht, wie in den besten Fällen von Murakami's Büchern, der bewährte Jürgen Stalph, sondern das Duo Giovanni und Ditte Bandini, die bei ihrer Arbeit auch nicht unmittelbar aus dem Japanischen übertragen haben, sondern eine bereits ins englische übersetzte Vorlage bearbeiteten. Schade, aber in Anbetracht des genialen Grundmaterials zu verschmerzen. LESEN!
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am 25. Februar 2005
haruki murakami ist japaner. das klischee der japaner, dass wir aus dokumentationen etc kennen, ist das des angepaßten, auf urlaub verzichtenden, leistungs-und konsumoritierten homo robotikus. japaner erscheinen als immense gruppenmenschen, immer höflich, selbstsicher, freundlich und ständig mit einer kamera bewaffnet.
aber es scheint so, als ob dieses bild nicht stimmt. allein 4 millionen exemplare von "norwegian wood (naokos lächeln)", einer traurigen liebesgeschichte, wurden alleine in japan verkauft. ein buch, dass von der einsamkeit desjenigen handelt, der sich nicht den gängigen konventionen unterwirft, dies jedoch weder durch handeln, kleidung oder konsumverzicht ausdrückt, sondern dies in einer eigenen, für andere nicht zugänglichen innenwelt tut, bis es zu spät ist, in der realen welt fuss zu fassen. wobei offen bleibt, ob dies das eigentliche ziel der protagonisten ist oder ob dies nur das ist, was "die anderen" von ihnen wollen.
4 jahre hat haruki murakami an dem roman "mister aufziehvogel" gearbeitet. er handelt von einem durchschnittsmenschen, mitte dreissig, der ein durchschnittsleben führt und dem bisher nie etwas aussergewöhliches passiert ist, bis er eines tages beim spaghetti-kochen einen merkwürdigen anruf einer frau erhält. und damit ändert sich alles...
murakami erzählt über die sehnsucht nach individualität, dem ausbruch aus der gesellschaft und konventionen, über menschen, die man gerne als freunde hätte und die immer irgendwie untergehen. seine helden, wie auch hier, sind immer introvertiert und wortkarg, aber nicht sprachlos. sie leben immer mehr in ihren innenwelten als in der realen welt. sie sind immer auf der flucht vor ihren problemen und verstricken sich gerade dadurch ständig in neue fallstricke, die sie letztendlich zu fall bringen. trotzdem bleiben sie sympathisch. ihre beweggründe bleiben immer nachvollziehbar. die ausflüge murakamis ins übernatürliche, metaphysische und absurde sind gerade zu genial und niemals stilbruch. gleiches gelingt nur noch john irving, den murakami einmal interviewt hat und dessen japanischer übersetzer er ist.
eine inhaltsangabe dieses romans zu geben, ist nicht möglich - sie würden mich für völlig übergeschnappt halten. außerdem würde es ihnen den spaß an diesem roman nehmen. der überraschungseffekt wäre weg.
somit kann ich ihnen nur wärmsten diesen roman in die unterwelt tokios, der in ihnen lebenden menschen mit all ihren facetten, fehlern, wünschen, begierden, sünden, lügen etc. empfehlen.
ich glaube hier ausnahmsweise einmal marcel reich-raniki der in der sendung "das literarische quartett" sagte: ich glaube, hier lesen wir einen zukünftigen literaturnobelpreisträger.
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am 5. Juli 2001
Skurrile Personen und Handlungen tauchen in diesem Buch auf, fast als wären sie das normalste der Welt. Erst geht ein Kater verloren, dann die Frau der Hauptperson, dafür tauchen plötzlich wie aus dem Nichts viele neue Personen auf und der Protagonist findet sich unversehens in einer kafkaesken Welt wieder und weiß nicht mehr, wie ihm da eigentlich geschieht. Nichts scheint mehr wie es ist. Viele spannend-mysteriöse Handlungsstränge laufen auf spannende Weise lange nebeneinander her, um am Ende in einem furiosen Finale aufgelöst zu werden.
Auf phantasievolle und ergreifende Art beschreibt Haruki Murakami den Weg der Befreiung der Menschen von einer dunklen Vergangenheit. Gemeint ist die oberflächliche japanische Gesellschaft, die die Kriegsschuld ihres Landes verdrängt hat und mit Macht versucht, das Bohren in dieser schwärenden Wunde zu verhindern. Wieviele Seelen sie dabei in die Dunkelheit stürzt und wie diese daraus befreit werden, beschreibt dieses Buch.
Ich habe die über 700 Seiten in nur drei Tagen verschlungen und würde sie am liebsten gleich noch einmal lesen, um all die liebevoll eingebauten kleinen Hinweise und Rätsel besser zu verstehen. "Mister Aufziehvogel" hat mich tief berührt.
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am 19. März 2015
Ich begann kurz nach dem Kauf des Buches mit dem Lesen. Dann legte ich das Buch weg, las es immer mal wieder, aber eher beiläufig. Etwa auf Seite 100 fing ich an, immer vor dem Einschlafen ein zwei drei Abschnitte, die in diesem Buch nie mehr als fünf Seiten umfassen, zu lesen. Diese Routine behielt ich über Monate bei, sodass ich eine lange Zeit jeden Abend mit Gedanken an den Aufziehvogel einschlief. Das Buch und seine Handvoll Personen wurde mir zur Heimat, zu dem Stück Schokolade, das auf dem Kissen im Hotel liegt. Manchmal ging ich eine Stunde früher ins Bett, um mehr als nur fünf Seiten zu lesen. Die Suche eines Mannes nach einer Katze, nach einer Frau, nach seinem weiteren Lebensweg hat mich wie eine Decke im Winter warm gehalten. Als ich ans Ende des Buches gelangte, wurde mir schwer ums Herz. Ich las es nur noch seitenweise, versuchte, ohne darin gelesen zu haben, einzuschlafen, um den Abschied hinauszuzögern. Parallel erkundigte ich mich nach weiteren Romanen von Murakami. Irgendwann war ich dann doch am Ende. Die Abende danach waren für lange Zeit sehr einsam. Die Parallelwelt, in die ich mich jeden Abend einwickeln konnte, fehlte mir sehr. Nun habe ich 1Q84 gekauft: 1328 Seite - yeah. Was für ein Glück!
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am 30. September 2004
Willkommen im Land des Aufziehvogels. Unwillkürlich wird man mitten in das Geschehen des Zitronenbonbonsüchtigen Toru Okada hineingezogen, steigt selber in den Brunnen und begibt sich in sein eigenes Zimmer, wo Realität und Fiktion nicht auseinander zu halten sind. Vielleicht verspürt man nach einer Weile auch nicht mehr das Bedürfniss dananch, denn den Cutty Sark in einer Ecke und Rossinis "Diebische Elster" in der anderen, komplettieren das Bild einer sensiblen Umgebung, um dieses Meisterwerk zu lesen und verstehen. Das Lesen steht zuerst noch im Vordergrund, beim zweiten oder dritten Mal werden Dinge klar, die zu Beginn der Odysee eher einen harmlosen Anschein hatten.Umso mehr man zwischen den Zeilen ließt, umso mehr man sich mit der Symbolik des Brunnes, der rätselhaften Protagonisten Malta und Kreta Kano beschätfigt, desto offensichtlicher wird der finale Zusammenhang, der jedoch individuell zu gestalten ist. Dieses Buch schenkt einem viel. Beinahe zu viel, den die Gier auf mehr dananch steigt ins Unermeßliche. Doch ist das nicht bei allen Büchern von Murakami Haruki? Steht man nicht am Ende allein in einer fremden Straße und wünscht sich wieder am Ausgangspunkt zu sein, dort wo man sich wieder heimisch und wohl fühlt? Klar, es ist kein Ôe Kenzaburo oder Kawabata Yasunari, doch die sprachliche Dichte, die gewaltigen Bilder und Symbole, die amorphen und dann wieder filigranen Protagonisten lassen die japanische Gegenwartsliteratur in hellem Licht erleuchten. Mit Murakami Haruki steht ein scheuer Poet im Rampenlicht, aus dem er sich zu gerne entzieht und ins Ausland flieht. Die Beschäftigung mit der Person Murakami Haruki zeigt mehr als nur eine datenbezogene Biographie,sondern Gründe und Hinweise, wie Bücher wie dieses entstehen und ihren Weg im Universum der Literatur beschreiten. Für viele trivial und kitschig, klischeebeladen und dem Westen sehr ähnlich, was Murakami anhand der Verkaufszahlen seiner Bücher eher kalt lässt. Mister Aufziehvogel ist eines dieser Bücher, bei welchen man wünscht, selber Protagonist zu sein, oder mit Murakami persönlich am Küchentisch zu sitzen, um über dieses Werk zu plaudern, denn gesagt wurde noch lange nicht alles. Viel mehr wünscht man sich über die Zwischenfälle der Mandschurei zu erfahren, viel mehr über die brilliant geschilderte Zooattacke, die meiner Ansicht nach den Höhepunkt der erzähltechnischen Kunst Murakamis bildet. Hier vermischen sich Fiktion und Realität erneut,um die Dichte der eh schon rätselhaften Struktur zu erhöhen. Und selbst wenn man nicht darauf erpicht ist, alle Rätsel zu lösen, das Buch "nur" so zu lesen stillt den Hunger genauso und das ist es, was dieses Buch so einzigartig macht. Man kann es genießen, sich damit beschäftigen, sich in den Bann ziehen lassen, in den Brunnen steigen und abtauchen oder wieder zurück auf der Couch mit einem Teller Spaghetti und der Diebischen Elster im Ohr Zeile für Zeile in sich einsaugen. Am Ende stellt man sich dann selbst die Frage, ob man die ganze Zeit vergessen hat, die Feder aufzuziehen?
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am 11. Oktober 2001
Toru Okada ist ein Mittdreißiger, der seinen Job in einer Anwaltskanzlei aufgegeben hat, um sich über seine eigene Zukunft klar zu werden, während seine Frau Kumiko das Geld für beide verdient. Als zuerst ihr Kater eines Morgens verschwunden ist und wenig später Kumiko selbst, beginnt für den völlig aus seinem belanglos anmutenden Lebensrhythmus gerissenen Toru Okada eine rätselhafte, in epischer Breite, zugleich aber großer atmosphärischer Dichte erzählte Odyssee. Auf der Suche nach dem Aufziehvogel, der jeden Morgen die Feder der Welt in Gang setzt, lernt er ständig neue Menschen mit aufregenden, merkwürdigen Geschichten kennen, trifft heimliche Verabredungen, begibt sich in mysteriöse Hotelzimmer und schließlich auf den Grund eines ausgetrockneten Brunnens, wobei die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit ständig zerfließen. Es braucht seine Zeit, bis er die Geheimnisse rund um das Verschwinden seiner Frau, um seinen Schwager Noboru Wataya, einen einflussreichen Analytiker und Politiker und die naseweise 16-jährige May Kasahara, die ihm den Spitznamen „Mister Aufziehvogel" gibt, aufgeklärt hat. Auf seiner mit zahlreichen Nebenplots versehenen Suche spielen Glatzköpfe, ein geheimnisvolles Schwesternpaar, ein Baseballschläger, ein Gesichtsmal, eine Flasche Cutty Sark, ein Zoo, die Schlacht von Nomonhan und vieles andere mehr wesentliche Rollen.
Die Romane des neuen Shooting-Stars der japanischen Literatur vermitteln ein Bild Japans, das weit entfernt ist von den Bilderbuchklischees der Reisebüros. Und sie lassen sich schwer in eine literarische Kategorie einordnen. Elemente des Kriminalromans lassen sich in „Mister Aufziehvogel" ebenso finden wie solche der Science Fiction, doch genausogut kann man das Buch schlicht als Geschichte einer Selbstfindung lesen.
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am 27. September 2004
Haruki Murakumi scheint ein Kultautor zu sein, von dem ich vorher noch nicht gehört habe, den ich aber auf der Suche nach japanischer Literatur nun entdeckt habe und von dem ich angenehm überrascht war. "Mr.Aufziehvogel" ist ein ungewöhnliches Buch, an dessen Stil man sich gewöhnen muss. Das Rätselhaft-Anziehende an dem Buch hat nicht zu viel mit der japanischen Kultur, in der die Handlung eingebettet ist, zu tun, als viel mehr mit dem Umgang moderner Krisenbewältigung, die typisch westlich ist, aber eine japanische Qualitaet erhält. Wie sehr auch der Japaner die Lebenskultur des modernen abendländischen Menschen annehmen will, so kann er doch seine eigenen Wurzeln nicht leugnen und ohne diese auch nicht Krisen bewältigen. So kann das Buch auch eine Antwort geben auf die Frage: "Was können wir von der japanischen Kultur lernen?"
Vordergründig scheint die Antwort auf diese Frage zu sein: Warten. Das, was für uns eine unerträgliche Zeitverschwendung erscheint, das Warten, wird in dem Buch zu einer aktiven Tätigkeit, die letztendlich die Lösung bringt. Es ist nicht das passive Warten auf ein Ereignis, das schon in seinem Ablauf feststeht, sondern es ist ein Warten, das alles offen laesst: das Eintreten eines Ereignisses, die Zeitspanne bis dahin und den Ablauf des Ereignisses. Dies ist gar nicht wichtig, sondern wichtig ist das Warten als Tätigkeit an sich und mit Hingabe ausgeführt, treten Ereignisse ein, die unvorhergesehen waren, die aber die Zukunft ändern. Warten hat so nicht den Charakter des Zeittotschlagens, sondern den der Aktivität. Es gilt aber das paradoxe Gesetz: Je weniger ich tue, deso mehr erreiche ich.

Es herrscht in dem Buch eine vieldeutige Unklarheit im Handlungsablauf, welche eben gewöhnungsbedürftig, aber dadurch, dass Spannung erzeugt wird, den Leser auch bei der Stange hält. Mehrere Handlungsebenen laufen parallel nebeneinander. Diese haben aber eine Beziehung zueinander,die nicht harmonisch sondern spannungsgeladen ist.
Der Held des Buches gerät in eine Krise, als seine Frau ihn scheinbar grundlos urplötzlich verlässt. Da er gerade arbeitslos ist, hat er notgedrungen viel Zeit, um einen Weg aus einer aussichtlosen Lage zu finden. Die Lage ist derartig ohne Ausweg, weil seine Frau weder mit ihm kommunizieren will noch einen bekannten Aufenthaltsort hat.
Unser Held muss sich auf einen Weg begeben, der ihn mit vielen eigenartigen Menschen zusammenbringt, welche ihm aber alle ein Stück weiterbringen. Dieser Weg geht in ein unbekanntes Reich: die innere Seelenwelt, die aber sowohl mit der Realität der Gegenwart als auch mit der Vergangenheit eine Beziehung hat. Auf diesen Weg erhählt unser Held den Spitznamen "Mr.Aufziehvogel".
Die Vergangenheit führt den Leser in die ihm nicht so vertraute Welt der japanischen Kriege mit China und Russland, welche, ähnlich wie in Deutschland, die Seelenstruktur folgender Generationen nachhaltig beeinflusst hat.
"Mr. Aufziehvogel" lernt diese und auch eine geistig transzendente Welt kennen und lernt es, sich in diesen zu orientieren, was ihm zuletzt nach Bestehen mehrerer Prüfungen hilft, die Krise zu bewältigen.
Über mehr als 600 Seiten schafft es Murakumi, den Leser mit schwerer Kost zu unterhalten und ihm etwas von der orientalischen Welt nahezubringen, ohne diese als vollkommen fremdartig, sondern auch den abendländischen Menschen betreffend, darzustellen.
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am 3. April 2006
Die Handlung des Buches ist schnell erzählt, oder doch nicht?
Ein junger Japaner lebt ein scheinbar normales und unauffälliges Leben. Er wohnt mit seiner Frau in einem Vorstadthaus und hat beschlossen seinen Job zu kündigen um sich neu zu orientieren. Soweit so gut.
Doch eines schönen Tages verschwindet plötzlich der gemeinsame Kater... langsam aber sicher bekommt die Realität Risse, ganz unauffällig und unscheinbar. Die Hauptfigur des Romans taucht schließlich Schritt für Schritt in eine dunkle und geheimnisvolle Welt ab, in der die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit meist nur noch unscharf sichtbar sind - wenn überhaupt.
Murakami schafft es in diesem Buch wirklich meisterhaft, Stimmungen und Gefühle auf subtilste Weise zu beschreiben und die skurrilen Protagonisten mit einer Genauigkeit zu zeichnen, dass man sie ohne weiters für echt halten könnte. Es gelingt ihm perfekt, die Balance zwischen dunklen und unheilvollen Geheimnissen und deren Aufdeckung zu finden. Das Buch ist dadurch vom Anfang bis zum Ende spannend und mysteriös, ohne zuviel von sich preiszugeben. Ein echtes Lesevergnügen, zumindest habe ich es so empfunden.
Ich bin hineingefallen und habe Zeit und Raum vergessen....
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am 27. August 2014
Ich liebe Murakami - auch dieser Roman war wie immer absolut lesenswert und hätte an sich mehr als drei Sterne verdient, wäre da nicht......:
Erstens ist es wirklich sehr schade, dass es bislang keine Übersetzung von Ursula Gräfe gibt. Die Übersetzungen aus dem Englischen sind auf keinen Fall so gelungen wie die Übersetzungen direkt aus dem Japanischen.
Zweitens ist die Kindle-Version (die gedruckte liegt mir nicht vor) aufgrund der vielen und unerträglichen Rechtschreibfehler fast unlesbar. NIcht zu fassen, dass der Verlag bei einem Roman eines Autors dieses Kalibers offensichtlich beim Lektorat gespart hat!!
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am 28. Februar 2013
Ich lese gerade ein Buch von Haruki Murakami.

Es heisst:" Mister Aufziehvogel".

Ich hatte es einfach so gekauft und meinem Bruder geschenkt.

Mein Bruder fand es schrecklich. Er meinte unter anderem, es sei voll von japanischen
Höflichkeitsfloskeln und zu anstrengend zu lesen.
Dann lag es rum und schliesslich habe ich es zur Hand genommen und ich finde
es sehr interessant.
Ich empfinde nicht, dass es sehr viel japanisches Höflichkeits-Geplänkel enthält.

Die Story ist etwas kompliziert, aber im Prinzip geht es darum dass ein Mann
nicht mehr das tun will, was er die ganze Zeit gemacht hat und kündigt.
Kurz darauf wird er aus heiterem Himmel von seiner Frau verlassen.
Das interessante ist, dass er jetzt nicht in hektischen Aktionismus
verfällt, sondern sich eher treiben lässt oder besser gesagt abwartend reagiert. Ist das
jetzt die asiatische Art? Ist das nur dieser Mann hier im Roman? Oder ist das etwas was alle Japaner auszeichnet? Keine Ahnung.
Jedenfalls passieren ihm seltsame Dinge und er hat seltsame Begegnungen.
Das ganze ist wohl irgenwie philosophisch, aber nicht so "abgehoben", dass es mich
graust (Ich fand andere Bücher mit philosophischem Ansatz teilweise
unterträglich." Sofies Welt" so belehrend, "Nachtzug nach Lissabon" zu
gestelzt im weiteren Verlauf, nach einem Anfang der mich wirklich interessierte)Aber vielleicht ziehe ich hier auch nur die falschen Vergleiche.
Bücher nach dem Motto:" Das geseinte Sein im Sein des Seiens " Sowas in der Art
verstehe ich einfach nicht.

Aber dieses Buch ist angenehm anders. Es geht mit mir als Leser behutsamer
um und erzählt nur und will mich nicht auf eine neue geistige Ebene ziehen
weil ich das für meine Entwicklung unbedingt brauche. Nein, es erzählt nur
und überlässt mir, ob ich etwas für mich finde, ob ich nächstens Dinge
anders angehen will. Vielleicht erklärt sich gerade in diesem nicht
zwingenden Ton, den wir Deutschen oft haben, die asiatische Art. Das
würde für mich auch einige der negativen Kritiken erklären. Viele Leser finden es
zu beiläufig,vermissen die Substanz und/oder Konsequenz, das "Ergebnis" (Nach dem Motto: Der Protagonist tut dieses oder jenes und daraus resultiert folgendes. Aber so funktioniert dieses Buch nicht. Wie schon ein anderer Rezensent so schön schrieb: "Warten".
Diese "Tätigkeit" wird in unserem Kulturkreis meist negativ gewertet (=Faulheit, =Ambitionslosigkeit, =Phlegma, =auf der Stelle treten, =Zeitverschwendung) und viele Leser nervt das.
Dabei steht viel interessantes "zwischen den Zeilen", wenn man sich darauf einlassen kann (soll keine Wertung sein). Mir zum Beispiel ist das mit anderen Büchern (siehe oben) nicht gelungen.
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