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Kundenrezensionen

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am 17. August 2007
Amerikaner legen sich gerne auf die Couch. So lautete mein klassisches Vorurteil. Sie liegen nicht aus demselben Grund wie ich (die Katze braucht mich als naturbeheizte Unterlage), sondern weil sie ihr Seelenheil einem Psychiater anvertrauen. Irvin Yalom ist einer von diesen Psychiatern, einer mit viel Erfahrung, der in diesem Band über einige extreme Fälle berichtet. So gibt es eine 70jährige, die einer seit acht Jahren verflossenen Liebesepisode nachtrauert, aber seit 20 Jahren in Therapie ist ' und nie einem Therapeuten von dieser Episode erzählt hat. Wie sich herausstellt, unterschlägt sie auch sonst so einiges. Andere Geschichten erzählen von extremen Schuldgefühlen und Minderwertigkeitskomplexen, unverarbeiteter Trauer, Persönlichkeitsspaltung, immer aber von der Notwendigkeit der Selbsterkenntnis des Patienten.

Yalom beschreibt seine Fälle aus seiner ganz persönlichen Perspektive und lässt dabei seine eigenen Gefühle und Gedanken nicht außen vor. Humorvoll und selbstkritisch zeigt er Fehler auf, die er im Gespräch mit seinen Patienten macht und verschweigt auch nicht, warum es sich dabei um Fehler handelt und wann er Gefahr läuft, seine Patienten zur Selbsttherapie auszunutzen. Seine Innenansichten ermöglichen mir einen Aha-Effekt: Psychiater sind nicht immer verständnisvoll und auch nicht gegen alles gefeit. Denn Yalom denkt recht häufig Dinge wie '"Er/Sie hat WAS getan??'" und es scheint ihm auch öfter mal die Spucke wegzubleiben. Er weist auch auf Missstände hin; beispielsweise wird allen angehenden Psychiatern eingeschärft, nie eine sexuelle Beziehung zu Patienten einzugehen, weil sie großen Schaden anrichten kann. Offensichtlich halten sich aber nicht alle daran' und Yalom entlarvt sarkastisch die Heuchler, die behaupten, einem Patienten so das sexuelle Selbstvertrauen wiederzugeben. Denn offensichtlich brauchen eine solche Spezialbehandlung nur gutaussehende PatientInnen... Yalom lässt den Leser regelrecht an seinen Sitzungen teilhaben und ermöglicht einen gut verständlichen, aufgeschlossenen Einblick in die Psychotherapie.
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am 2. Januar 2009
Warum sind Fallgeschichten so beliebt? Ich denke, sie befriedigen ein mehrfaches Bedürfnis: Einmal erfährt man, wie so eine Psychotherapie in der Praxis funktioniert und mit welchen Problemen sich die anderen" herumschlagen. Dann auch, wie der Therapeut mit diesen Problemen umgeht und was er sich wirklich" dabei denkt. Eine gewisse Lust am Blick durchs Schlüsselloch wird wohl auch dabei sein. Von Dingen zu erfahren, die normalerweise verschwiegen werden, Dialoge zu belauschen", die man normalerweise nicht zu hören bekommt. Bei mir jedenfalls ist das so.

Was bekommt man also zu sehen bzw. zu lesen, wenn man durch das Schlüsselloch des Yalomschen Therapiezimmers blickt? Menschliches, Allzumenschliches: Eine Frau mit Liebesproblemen, eine andere mit Gewichtsproblemen, eine andere, die den Verlust ihres Kindes nicht verkraften kann und eine die am Verlust ihres Partners verzweifelt. Einen Mann mit Potenzproblemen und einen mit Angstzuständen. Nichts, was wir nicht bei einem Blick durchs eigene Schlüsselloch auch finden könnten.

Yalom zeigt in den Fallgeschichten dieses Buches, wie der Therapeut durch seine Beziehungsgestaltung eine Neuorientierung ermöglichen kann, einen Reifungs- und Wachstumsprozess anstoßen kann. In seinem Verständnis sind nämlich all die Ängste, Hemmungen, Fixierungen, Obsessionen, Fetischisierungen, die Leidensdruck erzeugen und in die therapeutische Praxis führen, zunächst einmal Wachstums-Hindernisse". Der todkranke und zynisch gewordene Carlos erfährt so im Therapieprozess einen tiefgreifenden Wandel. Er träumt nicht mehr davon, alle Frauen, die ihm über den Weg laufen, zu vergewaltigen, sondern organisiert eine Selbsthilfegruppe für Krebskranke.

Doch offenbar wollen nicht alle reifen". Dave hat während der Gruppentherapie ein Aha-Erlebnis, als einer seiner Träume gedeutet wird. Im Traum geht es um einen Schuh (sole") und die Deutung zeigt: Es geht eigentlich um die Seele (soul", gleichlautend zu sole"). Und Dave erkennt: Mein Gott, ja! Ein alter Lüstling, der seine soul" verliert. Das bin ich also!" Doch bei ihm führt der Moment der Erkenntnis zum Entschluss, die Therapie abzubrechen. Das wäre nun eine gute Gelegenheit für Yalom, über den fehlenden Mut von Dave zu lamentieren. Stattdessen beginnt er, über sich selbst nachzudenken und entdeckt so manche Gemeinsamkeit zu Dave. Und genau das gefällt mir an Yalom: Er ertränkt den Wachstumsgedanken nicht in Moraltheologie.

Theoretische und behandlungstechnische Hintergründen werden in diesem Buch nur beiläufig angesprochen. Man muss sie auch nicht unbedingt kennen, um die Fallgeschichten zu verstehen. Wer dennoch mehr über die Grundlagen der Yalomschen Psychotherapie wissen will, sollte sich seine Bücher Liebe, Hoffnung, Psychotherapie" (Theorie) bzw. Der Panamahut" (Behandlungstechnik) ansehen.
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Ein wunderbares Buch, Geschichten aus der lebendigen Praxis der Psychotherapie, wie sie nur ein Therapeut mit langjähriger Erfahrung erzählen kann, mit tiefer Ehrlichkeit zu sich selbst und dennoch allergrößtem Respekt zu den Patienten. Yalom praktiziert Menschenliebe durch professionelles Engagement. Deutlich wird, dass die menschliche Psyche ihren eigenen, wenig mechanischen sondern vielmehr organischen Gesetzmäßigkeiten folgt. In einer Zeit, in der die vereinfachenden Schemata der Verhaltenstherapie immer breiteren Raum in der psychotherapeutischen Forschung erhalten, tut es gut zu erfahren, wie hilfreich eine einsichtorientierte Therapie sein kann, welche die Entwicklung des ganzen Menschen im Blick hat und nicht bloß beim objektiv messbaren halt macht. Dies gelingt dem Buch in herausragender weise. Der Mensch, das habe ich aus der Lektüre dieses Buches als Erfahrung gewonnen, versteht den Menschen, seine innere (psycho)logik, auch wenn die Schultheorie vieles davon nicht fassen kann, weil es sich eben nicht in Tabellen und Grafen fassen lässt
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am 29. März 2001
...ist für mich eine gute Beschreibung, des Gemütszustandes, in dem man sich beim lesen dieses Buches befindet. 10 Geschichten aus der eigenen psychotherapeutischen Praxis d.Yalom's erzählt er uns hier und jede für sich fesselt. Kurzgeschichten schrecken mich eigentlich eher, liebe ich es doch eher in einem Buch zu versinken, Irvin d. Yalom schafft es hier von Beginn an bei jeder seiner Geschichten den Lesenden so zu fesseln, das er nur begierig ist die nächste zu lesen oder aber über die Geschichte und die Menschen um die es ging nachzudenken. Fantastisch und eine "Offenbahrung" möchte ich fast sagen, man lernt auch etwas über sich selbst !
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am 9. September 2009
Irvin Yalom schreibt von einzelnen Fällen aus seiner psychotherapeutischen Praxis in Form von Kurzgeschichten. Die Storys haben alle einen individuellen Touch und sind oft sehr dubios und deshalb auch lustig.

Interessant, wie er es versteht Menschen zu "knacken" (er benutzt das Wort als Synonym für "überzeugen" oder "bekennen"). Auch dieses Buch unterhält und lehrt, wie alle seine Bücher. Zwischendrin findet man immer wieder Erklärungen und Stilmittel aus Fachbüchern, die an der richtigen Stelle passend und einfach erklärt werden bzw. in die Story integriert werden. Yalom schreibt nicht nur, über Aussagen und Probleme seiner Klienten, sondern gibt schonungslos seine eigenen Gefühle und Denkrichtung preis. Er scheut sich auch nicht seine Klienten als "ekelhaft" oder "abstoßend" zu beschreiben, was für meinen Geschmack etwas zu übertrieben und unangebracht war. Trotzdem, einige Male kommen kleinere "Schwächen" und Geständnisse von ihm zum Vorschein, die er charmant übermittelt. Genau das macht Yalom zu einem sehr sympatischen Autor und deshalb wird er auch gern und viel gelesen. Wertvoll ist auch immer der Epilog am Ende einer Geschichte. Hier gibt er Auskünfte darüber, was die Therapie für Auswirkungen hatte bzw., wie das Leben der Klienten sich veränderte, sofern er hierfür die Informationen hatte. Die Träume seine Klienten wurden zwar oft zitiert, aber etwas spärlich interpretiert und wenn, dann kam er zu selbstsicher rüber, so als wären seine Interpretationen eine sichere Sache, obwohl man bekanntlich Träume immer wieder anders deuten kann.

Fazit: Empfehlenswert für jene die sich gerne unterhalten lassen, während sie sich von Yalom eine Menge Fingerspitzengefühl "abschauen" können.
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am 3. Oktober 2006
Als Studentin der Psychologie fällt es mir schwer mich für populärwissenschaftliche psychologische Bücher zu begeistern. Doch dieses Buch brachte mir das Gegenteil bei. Es zeigte mir vor allem, dass die an unserer Uni mehrfach propagierte und unterrichtete Verhaltenstherapie mehr an der Oberfläche ansetzt, und die "wirkliche" Veränderung viel tiefer stattfindet.

Dieses Buch schafft es sich unaufdringlich in das eigene Leben einzuschleichen und Erkenntnisse vor Augen zu führen, die eigene Probleme lösen können. "Nach innen zu schauen und sich immer nach dem "Warum?" fragen!" - Das ist die Botschaft der Psychoanalyse.

Beim Lesen dieses Buches empfehle ich sich an der einen oder anderen Stelle vom Inhalt loszureißen und über Übertragung auf das eigene Leben nachzudenken. Es ist mit Sicherheit für jeden ein Lichtblick dabei.

Wobei es Yalom uns das Nachdenken insofern erschwert, dass die Spannung immer weiter zum Lesen zwingt.
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am 22. Februar 2015
Kann dieses Buch nur empfehlen. Klare Kaufempfehlung. Viele andere haben schon was dazu geschrieben. Ich schreib nur ein paar Sachen:

1. Der Buchtitel kommt daher, dass Yalom Verliebte nicht gerne therapiert. Nur so als Tipp.
2. Das Buch besteht aus lauter "Kurzgeschichten". Wobei erstere die längste ist und sich etwas zieht. Ansonsten ist die Idee mit den Kurzgeschichten aber echt prima, da man immer wieder neu einsteigen kann und das Buch lange weglegen kann. Auch finde ich es sehr toll, dass Yalom sehr viel von seinen eigenen Gedanken preis gibt. Und man erwischt sich dann sehr oft dabei ähnliche Gedanken zu Yalom zu haben. Es ist quasi ein toller Blick hinter die Kulissen. Aber auch aus den Geschichten selbst ist das Buch sehr lehrreich.
3. Eine Kurzgeschichte hat mir ganz besonders gefallen. Ich will nichts verraten. Ich sags mal so: Alleine wegen der einen Geschichte war mir das Buch schon sehr viel wert.

Klare Kaufempfehlung!
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am 5. November 2002
Dieses Buch hat mir das Leben gerettet - na, ja, das klingt viel zu gewaltig und pathetisch. Aber es hat mir immerhin in einer Krise geholfen, meine Obsession besser zu verstehen - und nicht einfach nur stolz darauf zu sein. Allein schon das Vorwort gehört zum Grundlagenwissen des Lebens: Wir sind eben einsame Artisten und müssen zur Kenntnis nehmen, dass es kein Netz gibt. Das ist aber nicht so schlimm; schließlich geht es allen anderen Artisten ebenso. Außerdem hängt das Seil gar nicht so hoch, wie man immer dachte. Wie bei so vielen Offenbarungen von der Couch kommen uns die Erkenntnisse vertraut und abwegig zugleich vor. Doch so extrem die Fälle auch auf den ersten Blick erscheinen: Es ist jeweils unser Fall. Wir sind eben nicht allein mit unserem Unglück. Kein Wunder, dass ich gerade dieses Buch schon mehrfach verschenkt habe.
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am 4. November 2012
Alle Romane von Yalom habe ich mehr als einmal gelesen und bin immer wieder restlos begeistert.

In diesem Buch "Die Liebe und ihr Henker" geht es nicht - wie in fast allen seinen Romanen- um Gruppentherapie, sondern um Einzeltherapie.
Es enthält eine Sammlung von zehn skurrilen Fallbeispielen für menschliche Seelennot in Form von Kurzgeschichten - viele, in denen er und andere Therapeuten vor ihm versagten, aber dann das Leben selbst half- und es ist köstlich, unbedingt lesenswert.

Am meisten beeindruckt hat mich die Titelgesichte.
Das Schicksal einer Dame von mehr als 70 Jahren, die sich 8 Jahre vor Beginn ihrer Behandlung bei Yalom in einen knapp 40 Jahre alten anderen Therapeuten verliebte, der mit ihr auch eine kurze Affäre von rund 10 Tagen hatte, und dann abschiedslos untertauchte.
Sie erteilt Yalom den scheinbar unmöglichen "Behandlungs"auftrag, seinen gefallenen Kollegen dazu zu bringen, wieder Umgang mit ihr zu pflegen, da sie nur in diesen 10 Tagen ihres Lebens lebendig gewesen sei und zu ihrem heutigen Glück nichts weiter benötige, als eine Fortsetzung der Beziehung zu diesem Ex-Therapeuten.

Alle Ansätze einer anderen Art von Heilung scheitern.
Yalom lädt dann schlussendlich jenen Kollegen ein und führt eine Aufklärung über dessen damaliges, verbotenes Verhalten herbei, aber die Sitzung endet damit, dass der Mann jeden weiteren Kontakt mit der alten Dame verweigert.
Yalom therapiert die noch verzweifeltere Frau weiter - ohne Genesungsfortschritte- bis sie diese Therapie abbricht.

Er kommt besonders hier zu dem Ergebnis, dass man niemandem etwas nehmen darf - auch keine ungesunden Illusionen und Hirngespinste, ja nicht einmal seine Symptome - solange man ihm dafür keinen ausreichenden gesunden Ersatz anzubieten hat.
Davon war auch ich schon vor dem Lesen dieses Buches aus eigener Erfahrung überzeugt.
Und meine jetzt : es dürfte bei alten Frauen äußerst schwierig sein, wirklich einen gesunden Ersatz anbieten zu können.

Jahre später erhält Yalom überraschend eine Karte von der Dame, auf der sie ihm mitteilt, dass sie ihren geliebten Extherapeuten nun doch regelmäßig treffe, und sehr glücklich sei, endend mit : " Sagte ich Ihnen nicht, dass das alles sei, was ich brauchte und wollte ?"

Na, wenn das nicht SCHARF ist, oder ?
Aber die Wahrscheinlichkeit einer glücklichen Wendung wie diese - durch Erfüllung an sich unerfüllbarer Wünsche- dürfte objektiv gesehen gleich Null gewesen sein.

Die anderen Fallbeispiele sind fast genau so gut.
Deshalb 4 Punkte von mir.
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am 27. Juli 2015
Wie ein Therapeut zugibt, dass Therapie alles so ausdifferenziert, dass von Liebe als großem Ganzen nicht viel übrig bleibt. Tolle Geachichten. Ich mag den Irvin D. Yalom sehr gerne. er schreibt tol. Und die Geschichten berühren mich oft sehr.
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