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am 26. Dezember 2016
Der Roman wird in zwei Zeiten erzählt. Die Autorin springt in einem Satz mehrmals zwischen den Zeiten und benutzt dazu noch die Ausdrucksweise der Biedemeyerzeit. Sehr schwer zu verstehen.Nichts für Jugendliche
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am 24. Juni 2017
Der Korschunowa scheint einiges daran gelegen zu sein, die von ihr erzählten Frauengeschichten in deutlich konturierte Epochen der deutschen Geschichte einzubetten, so dass die Leseerfahrung um historisches Kolorit angereichert wird.
Hier versucht sie eine Brücke über etwa 150 Jahre zu schlagen, indem sie die Dichterin Annette von Droste Hülshoff mit der um 1950 geborenen Journalistin Amelie Treybe in einen fiktiven Dialog treten lässt.
Anknüpfungspunkt dafür ist eine angebliche Verwandtschaft der beiden, die die Autorin quasi im Schnelldurchlauf durch mehrere Generationen skizziert, was es anfangs allerdings nicht gerade leichter macht, in den Lesefluss hineinzukommen.
Der entstand für mich das erste Mal so richtig, als der Schwerpunkt auf der Lebensgeschichte von Amelies Mutter lag, die in den Jahren vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg wichtige Stationen durchschritt, erste Liebe und Heirat, fehlende gesellschaftliche Anerkennung durch die gut situierten Schwiegereltern, Flucht, Kriegsgefangenschaft des Mannes und sein früher Tod kurz nach der Heimkehr. Sich im Westen durchschlagen, Arbeit finden, in einen Meisterbetrieb einheiraten, eine Ehe, die sich auseinanderlebt und sie nach dem Tod des Zweiten Ehemannes quasi ohne Erbe lässt... Diese Jahre in Goslar waren sehr prägend, aber als Amelie sich selbstständig macht und ihre Mutter und Heimatstadt verlässt, ändert sich das Setting nachhaltig. Die neu gewonnene Freiheit führt zu einem eher chaotisch verlaufenden Leben, so dass hier die in alten Ordnungen be- und gefangene Droste als deutlicher Kontrast wahrzunehmen ist.
Ihr wendet sich dann mehr Aufmerksamkeit des Lesers zu, als sie ihrerseits einen weitaus bescheideneren Versuch in Richtung Freiheit und Selbstbestimmung unternimmt, in dessen Folge sie sich tatsächlich als Dichterin einen Namen machen kann, dafür jedoch mit unerfüllter Liebessehnsucht bezahlt.
Im Verlauf der wechselseitigen Erfahrungen wird zunehmend erkennbar, dass es durchaus Parallelen zwischen den beiden schreibenden Frauen gibt. Ihre jeweiligen Versuche, die richtige Balance zwischen Freiheit und Bindung, gesellschaftlichen (vor allem auch durch die Familie vermittelten) Erwartungen und dem Wunsch nach Selbstverwirklichung zu finden, zeitigen zwar ziemlich unterschiedliche Resultate, diese sind aber nicht zuletzt den jeweiligen Verhältnissen geschuldet.
Da ich am Ende leider nicht sehen kann, zu welchem positiven Ziel die etwa in ihrer Lebensmitte stehende Amelie unterwegs ist, mag ich nicht die vier Sterne vergeben, auf die das Buch zwischendurch zuzusteuern schien. Sein wesentlichstes Verdienst war am Ende vielleicht, dass es mir noch einmal zu einem anderen Blick auf die Droste verholfen hat, die ich im Grunde nur als die Autorin der »Judenbuche« kennengelernt und ansonsten als bieder(meierlich)e, recht katholische Münsteraner Landadelige abgetan hatte.
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TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 11. Oktober 2012
Irina Korschunow erfindet eine Frauengestalt, Amelie, in der sie teils ihr eigenes Leben spiegelt (es finden sich einige Übereinstimmungen mit ihrer persönlichen Biografie), teils aber auch die Lebenschancen der Frauen in unserer Zeit allgemein auslotet. Amelie führt einen Dialog mit der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), wobei sie ihre beiden Leben von Kindheit an aufrollt.

Die Spiegelung Amelies zeigt, dass die zwei Frauen einiges gemein haben. Vor allem den unaufhaltbaren Drang zu schreiben und sich selbst zu entfalten, wobei dieser Drang bei der Droste fast ein Leben lang durch zwei Dinge elementar behindert wurde: die Konventionen, die für sie als Adlige (und erst recht mittellose Adlige) besonders eisern und rigoros waren, und die damalige Frauenrolle, in der Selbstverwirklichung für Frauen nicht vorgesehen war.

Amelie, wiederum, hatte es auch nicht leicht mit ihrer bornierten und egoistischen Mutter und mit ihren schwierigen Lebensverhältnissen während und nach dem Krieg. Aber sobald sie flügge wurde, konnte sie die Erwartungen an sie abschütteln, die sie an ihrer freien Entfaltung gehindert hatten. Sie fand das ziemlich schnell, was für die Droste fast ganz unmöglich war: persönliche Freiheit, beruflichen Erfolg. Sie heiratete auch einen Mann, mit dem zunächst eine erfüllende Partnerschaft möglich schien. Woran ist sie dennoch gescheitert? Daran, dass die objektiven Lebensumstände (Haushalt, Versorgung, Kindererziehung) den Frauen immer noch nahelegen, den Beruf hintenan zu stellen. Und daran, dass beide, Männer wie Frauen, die Rollenzwänge nach wie vor subjektiv verinnerlicht haben. Ihr erster Mann erwartete mehr und mehr, dass sie traditionelle Frauenpflichten übernahm, um seine Karriere zu ermöglichen. Damit kam sie genau so wenig zurecht wie mit dem dritten Mann, der die Rollen umkehrte und den Hausmann spielte – sie hatte nämlich andere Erwartungen an männliches Verhalten verinnerlicht.

Die Spiegelung der Amelie in der Droste lässt ihr Leben vielleicht düsterer erscheinen, als es ist. Sie muss gegen Ende selbst feststellen: "Eigentlich geht es mir gut." (268). Und ganz am Ende steht der ratlose Satz: "Was mache ich mit meiner Freiheit." (287). Da liegt das Problem. Verglichen mit der Droste hat sie mehr Glück in ihrem Leben, als die Droste je hoffen konnte. Dennoch steht Amelie am Ende eher ratlos und unglücklich da. Hier hätte ich mir gewünscht, dass ihre Selbsterkenntnis weiter getrieben worden wäre, denn offensichtlich ist es ja gerade die Freiheit, mit der sie nicht zu Rande kommt. Während die Schriftstellerin und Germanistin Irina Korschunow durch Amelie eine einfühlsame Würdigung des Lebens und der Dichtung der Droste-Hülshoff gibt, gehen ihre Aussagen über Amelie nicht erkennbar über die gängigen Verständigungstexte für Frauen hinaus. Schade.
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am 7. Oktober 2012
Ich gestehe: Ich liebe dieses Buch! Ich habe es schon viele Male gelesen und schon viele Male verschenkt. Generell verehre ich Irina Korschunow für ihre Art, zu schreiben! Ich finde, es gibt kaum eine andere zeitgenössische Autorin, die derart gekonnt "Fäden spinnen" und Geschichten in ihrer Vielschichtigkeit aufblättern kann, wie Irina Korschunow das vermag. Ihre Geschichten schlagen mich in Bann, ihre ganz besondere Art des Formulierens fasziniert mich immer wieder und lässt in meinem Kopf neue Welten entstehen, und wenn ich ihre Bücher lese, ertappe ich mich immer noch tagelang danach dabei, wie ich selber meine Gedanken in der verschachtelten - und trotzdem nie verschwurbelten - Erzählweise Korschunows in Worte fasse, obschon ich natürlich niemals an das große Talent und diese einzigartige Formulierkunst der Autorin heranreichen werde!
Irina Korschunow ist meine Lieblingsautorin, ich kenne alle ihre Bücher, und es gibt nur ein einziges von ihr, das ich nicht gelungen finde. "Das Spiegelbild" jedoch ist bereits über viele Jahre mein Lieblingsbuch - nicht nur mein Lieblingsbuch von Irina Korschunow, sondern mein Lieblingsbuch generell! Es ist "großes Kino", was die Autorin hier bietet, und wäre ich ein Regisseur, dann wäre dieses Buch auf jeden Fall eines, das ich verfilmen wollte, geradezu verfilmen MÜSSTE, und ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, warum bisher niemand auf diese Idee gekommen ist.
Mag sein, es ist ein Frauenbuch. Ja, vielleicht ist das so! Und es ist - im Grunde genommen - ein eher melancholisches Buch. Den Protagonistinnen - der Dichterin Annette und der fiktiven Figur der Amelie - bleibt am Ende jeweils nicht viel; die großen Träume konnten jeweils nicht verwirklicht werden, und die Idee mit der großen Liebe hat sich für beide Frauen auch ganz anders entwickelt, als sie sich das mal vorgestellt hatten, wobei das Edelfräulein Annette von Droste-Hülshoff hier vielleicht noch den Vorteil hatte, dass ihre Zeit ihr einen gewissen "Schonraum" verschaffte, während Amelie sich in der Gegenwart nicht hinter irgendwelchen Zipperlein und depressiven Stimmungen verstecken kann, sondern für ihren Unterhalt sorgen muss.
Nein, es ist kein "leichtes", tänzelndes Buch, das Irina Korschunow hier geschrieben hat, es ist vielmehr umhüllt von einer gewissen nebligen Schwere, wie sie öfter über Meersburg am Bodensee hängt, wo die Droste die letzten Lebensjahre verbracht hat und auch gestorben ist.
Dennoch macht das Buch nicht depressiv. Dennoch zieht es einen nicht "runter". Dennoch kann es eine Art tröstlichen Sog entwickeln - und das macht eben das schriftstellerische Talent einer Irina Korschunow aus! Es ist ein Buch, das - inzwischen sehr zerfleddert und zerlesen - mich über viele Jahre begleitet hat und auch noch lange begleiten wird. Es ist "das Buch meines Lebens", ich fühle mich den beiden darin beschriebenen Frauen - einer jeden auf eine andere Art - sehr nahe, sie zerfließen in mir quasi zu einer Einheit, und ich bin, seit ich das Buch zum ersten Mal las, schon oft auf der Meersburg gewesen, genau wie Amelie im "Spiegelbild", und im Sterbezimmer der Dichterin gestanden, den Blick auf ihr Bild gerichtet. Ich war seither nie mehr in Meersburg, ohne den Räumen der Droste einen Besuch abgestattet zu haben - und jedes Mal werde ich dabei von einer ganz besonderen Stimmung ergriffen. Und ich spüre beide ganz deutlich bei mir: Annette und Amelie.
Danke für dieses großartige Buch!
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am 23. November 2000
Manchmal kommt einen das Leben eines Menschens, der von einer vorigen Generation stammt, ganz seltsam und unverstehbar vor. Das Interessante an Irina Korschunows ,Das Spiegelbild' ist die Erkennung, dass die beiden Hauptfigurinnen, obwohl sie 150 Jahre zeitlich voneinander getrennt sind, sich gar nicht so sehr unterscheiden. Das Buch handelt sich um die Lieben und Verlusten zwei Frauen, die nicht nur genetisch, sondern auch seelisch verwandt sind.
Annette von Droste-Huelshoff gilt fuer manche als die wichtigste Dichterin Deutschland. Ihr Erfolg konnte sie selbst aber kaum geniessen, wegen der Sitten und Regeln einer biedermeierlichen Aera. Im Prinzip wollte sie ihrer Famile treu bleiben und ihrer Rolle als Tochter einer anstaendigen Familie Sueddeutschlands gehorsam spielen, aber ihr Verlangen nach Erfolg im Dichten und Prosa Schreiben wirkte dagegen. Ihre Geschichte ist verhaeltnismaessig tragisch, weil sie in ihrem Leben so gezuegelt ist, und beinahe nie wirklich gluecklich ist.
Bei Amelie sieht die Handlung etwas anders aus. Amelie spricht Annette an, und ihre Erzaehlung wird von Korschunow mit Annettes Erzaehlung geschickt geflochten. Amelie behauptet, dass ihr Leben immer noch so hart und gezuegelt wie Annettes sei. Trotz der ganzen Freiheit, die sie jetzt geniesst, muss sie sich immer noch an den Regeln der Gesellschaft halten, und sie muss sich aehnlicherweise mit dem Dilemma des Konflikts zwischen Liebe und Karriere abfinden.
Die Staerke des Buches liegt an der Verbindung zwischen der beiden Frauen anhand eines Zweigespraeches, wobei Amelie und Annette manchmal sogar mit einander argumentieren. Dieses Gespraech traegt zu einem besseren Verstaendnis der Botschaft des Romans, und zwar, dass die Probleme einer ehrgeizigen Frau ueberall und immer aehnlich sind.
Der Roman ist aber so orientert, dass er wahrscheinlich keinen grossen Reiz fuer maennliche Leser besitzt. Es wird auch manchmal ein bisschen langweilig, immer nur ueber die Liebe, Dichtung und Journalistik zu lesen. Die Autorin haette vielleicht mehr ueber andere Aspekten der Leben der zwei Frauen schreiben sollen.
Im Grossen und Ganzen ist ,Das Spiegelbild' jedoch eine hochinteressante Geschichte, beeindrucksvoll geschrieben und angenehm zu lesen. Es schenkt dem Leser (oder praeziser geschrieben:der Leserin) eine faszinierende Einsicht in die Personalitaeten zwei Menschen, die verschiedene Zeiten erlebt haben, sowie in die Geschichte jener zwei Epochen. Dazu bekommt der Leser eine nicht zu unterschaetzende Vorstellung zu den Gedichten einer talentierten und wichtigen deutschen Dichterin.
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am 6. Dezember 2000
Was fuer ein fabelhaftes Buch. So voll mit schoenen Ausdruecke und ein toller Blick ueber verschieden Leben. Es ist ein schoener Roman und wir lesen lebendige und ergreifende Berichten. Das Spiegelbild mit seinem schoenen bunten Einband macht uns neugerig ueber was drin zu lesen ist. Man geniesst die Zeit beim lesen. Nicht nur die Geschichten werden in Betracht gezogen, sondern auch schoene, informative und beschreibende Natur Szenen sind zu geniessen. Der Text ist sehr verstaendnisvoll und einfach zu lesen.
Das Spiegelbild oeffnet mit einem Gedicht von Annette von Droste Huelshoff und heisst "Am Turme." Das Buch mit 223 Seiten lehrt uns viel ueber die Unterschiede zwischen Frauen vor zweihundert Jahren und Frauen heute. Alle zentralen Charaktere sind Frauen. Die Autorin Irina Korschunow stellt zwei Frauen vor, Annette von Droste Huelshoff, eine Dichterin aus dem achtzehnten Jahrhundert und Amelie Treybe, eine Journalisten von heute.
Annette von Droste huelshoff starb am 24. Mai 1848 und jetzt im Buch, spricht sie mit Amelei Treybe, "ihre Nachfahrin" und sie vergleichen ihre Leben.
Ich finde im allgemein, dass der Inhalt des Buches ziemlich traurig ist. Viel Traegodie wird gelesen. Einsamkeit spielt die groesste Rolle im Spiegelbild. Es gibt Szene wo die Leser total traurig und einsam fuehlen.
Aber gluecklicherweise, ist das Buch nich total deprimierend, sondern es gibt auch lustige Szene zu geniessen. Szene wo die Leser laut lachen muessen. Im grossen und ganzen, ist es ein super Buch und bringt viele Stunden Spass zu Ihren Tag. Ich lasse Sie weiter selber lesen um Ihre einigen Meinungen darueber zu bauen.
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am 10. November 2000
Das Spiegelbild von Irina Korschunow ist ein fascinierende Buch ueber zwei Frauen, die in zwei unterschiedlichen Epochen leben, aber , wie der Titel andeutet, sind so aehnlich, dass jene spiegelt das Leben der Andere. Beide fuehlen sich einsam, haben Probleme mit ihren Famielen oder Verwandten, und Beide schreiben - eine als Journalistin, eine als Dichterin. Beide suchen auch die grosse Liebe. Was nicht ganz so offensichtlich ist, ist , dass trotz ihren Bedurfnisse nach der grosse Liebe, keiner von den Beiden will die Arbeit (das Schreiben), gegen der Liebe tauschen. Das Zweigespraech geht fast immer um der verlorene Liebe und verlorene Chancen, und so beginnt der innere konflikt. Beide Frauen machen ihren Einsamkeit uud Elend durch; sie wiederholen, dass sie nicht allein leben woll(t)en und gleichzeitig widersprechen sich mit ihren Taetigkeiten indem sie das Schreiben immer fuer die wichtigste Sache halten. Also, die Grosse frage ist vielleicht, ob sie wirklich heiraten woll(t)en, oder denken sie es nur weil man erwartet, dass alle Frauen heiraten sollen. Der Konflikt daher, ist zwischen ihren eigenen Ggfuehle und die siziale Konventionen der Zeit. Also, das Buch gibt ein wirklich interessanter Einsicht zu den wiederholten Problemen der Frauen in allen Epochen, indem Anette fast 150 Jahren bevor Amalie lebte, und trotzdem die gleichen Gefuehle fuehlte. Es beweist, glaube ich, dass die Grundbedurfnisse eines Mensches, trotz einer veraenderten Umwelt, immer gleich bleiben.
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am 26. Juni 2000
Eine junge Journalistin aus unserer Zeit steht vor einem Porträt von Annette von Droste-Hülshoff und beginnt ein Zwiegespräch mit der Schriftstellerin. Die beiden Frauen, die so unterschiedlich erscheinen und so viele Jahre von einander entfernt gelebt haben/leben, entdecken zu ihrem eigenen Erstaunen doch einige Gemeinsamkeiten.
Das Gespräch schildert nicht einfach Begebenheiten aus dem Leben der beiden Frauen, sondern es setzt sich kritisch mit der Lebenssituation von Frauen damals und heute auseinander. Was hat sich geändert, ist es besser geworden, hat vieles nicht nur einen neuen Namen erhalten und ist doch noch genauso wie früher? Das sind Fragen, die Annette stellt. Wie konnten sich die Frauen so lange unterdrücken lassen, hätten sie nicht früher aufbegehren müssen, müssen nicht alle Frauen in der Unterdrückung unglücklich gewesen sein? So lauten die Fragen von Amelie. Es ist kein leichtes Gespräch, das die beiden Frauen führen, doch es ist spannend zu lesen und gibt uns einiges zum Nachdenken. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 5. Dezember 2000
In dem Roman "Das Spiegelbild" von Irina Korschunow findet eine Begegnung der besonderen Art statt. Amelie Treybe, eine Journalistin und moderne Frau, fuehrt lange Gespraeche mit Annette von Droste-Huelshoff, der Dichterin aus der Biedermeierzeit.
Was haben sich die beiden Frauen zu sagen? Ueber hundert Jahre liegen zwischen ihnen und die Lebensumstaende haben sich sehr veraendert. Fortschritt und Entwicklung, aber auch Krieg und Zerstoerung haben ihre Spuren hinterlassen. Trotzdem geht es immer um das gleiche Leben: Das gelebte und das ungelebte Leben, das Leben mit allen Traeumen, Hoffnungen und Enttaeuschungen - und die Liebe natuerlich.
Vor dem Hintergrund der jeweiligen Zeit entwirft die Autorin ein ganzes Panorama der Gefuehle, das die "Wirklichkeit" bis ins Detail widerspiegelt. Annette, die einer westfaelischen Adelsfamilie entstammt, und Amelie, die Tochter ostpreussischer Kriegsfluechtlinge - beide leiden in unterschiedlicher Form am Leben und an der Liebe. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten. Beide Frauen haben Probleme mit ihren Familienverhaeltnissen. Sie fuehlen sich von ihren Muettern vernachlaessigt und unverstanden. Annettes Vater stirbt frueh und Amelie muss den ihren, einen Kriegsheimkehrer, ganz entbehren. In der Liebe stehen Heinrich, August, und Levin auf Annettes Seite Berthold, Wolfram und Robert auf Amelies Seite gegenueber. Zuletzt bleibt bei Beiden die Einsamkeit, die Frustration, das Nicht-Mehr-Weiter-Wissen.
Obwohl Amelie mehr Freiheiten hat, ihr Leben und ihre Beziehungen selbst in die Hand zu nehmen, ist auch sie nicht wirklich frei. Das geschnuerte Korsett ist lediglich gegen den offenen Kaefig eingetauscht worden. Der offene Kaefig, ein modernes Paradoxon. Offen zwar, aber immer noch ein Kaefig. Die Autorin legt grossen Wert darauf, diese Gegensaetze herauszuarbeiten. Waehrend Amelie in der ganzen Welt herumreist, bleibt Annette fast immer ortsgebunden. Doch auch Amelie kann nicht vor sich selbst weglaufen, obwohl sich ihr Leben in einem atemberaubenden Tempo vollzieht.
Hier stellt sich nun wieder die Frage nach dem gelebten oder ungelebten Leben. Amelie, die der Dichterin ihr scheinbar ungelebtes Leben und ihre weitgehende Anpassung an die herrschenden Konventionen zum Vorwurf gemacht hat, muss letztendlich selbst resignieren: "Was mache ich mit meiner Freiheit?" In der heutigen Zeit eine durchaus angebrachte Frage. Wer auch darueber nachdenken will, sollte dieses Buch lesen.
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am 9. Dezember 2000
Ein Liebesroman ist Irina Korschunows "Das Spiegelbild", das das Schicksal zwei Frauen untersucht, die obwohl zu anderen Zeiten gehören sich mit einander identifizieren können, weil die beiden Frauen genau wissen was Schmerz bedeutet. Sie machen ähnliche probleme und Schwierigkeiten durch und fühlen sich meistens traurig und einsam, die die Folge einer serie schlechten Verhältnissen ist, zum Beispiel, die unverheiratete dichterin Annette, deten schönste Gedichte in der Nachwelt lebt, erfahrt stärkste Einsamkeit, das wichtigste Thema dieses Buches und ist neidisch auf ihre Schwester Jenny, die alles zu haben scheint. Auch fühlt sich die fiktive Nachfahrin von Annette, Amelie, die Journalist in dem zwanzigsten Jahrhundert ist und, die in einer ständigen Konflict mit ihrer Rolle als Ehefrau und Arbeitsfrau ist, einsam und traurig. Wie Annette ist sie mit ihrem Leben unzufrieden und am Ende findet sie sich, die jetzt das gleiche Alter als Annette ist, als sie starb, allein und man bewundert sich, ob sie wirklick Glück finden wird oder, ob sie als eine alte gebrochene Frau wie Annette sterben wird.
Obwohl zum Teil traurig, zum Beispiel, wenn die Großmutter und Tochter von Amelie sterben oder, wenn Levin Annette lässt, bin ich der Ansicht, das dieses deutsches Roman sich sehr gut liest, weil es original ist. Es ist original im Sinn, das es in Form eines Zwiegegesprachs zwischen Amelie und Deutschlands bedeutendste Lytikerin, die tote Annette von Droste Hülshoff, ist, die uber ihre Gefühle und ihr Leben sprechen. Dies gefällt mir, weil es ziemlich poetisch ist und dadurch entdeckt man auch viel über die beruhmte Annette und ihr leben.
Leider bin ich erzwungen, einige kleine Kritike zu machen, zum Beispiel, es dauert einige Zeit, sich in das buch einzulesen. Ich glaube auch, daß das anfang nicht sehr deutlich ist und es gibt einige verwirrung, weil viele Namen und Figuren erwahnt sind und man weist nicht wer ist eigentlich wer. Auch fur diese Leute, die das deutsche nicht gut beherrscht, kostet es einige Muhe es vollig zu verstehen, weil der wortschatz ziemlich schwierig sein kann.
Jedoch davon abgesehen, kannich sicherlich sagen, das es noch moglich ist, das buch zu genieben, ohne jedes wort zu verstehen und, wenn man sich einmal eingelesen hat, ist es wie alle andere spannende und interessante englische Romanen, fast unmoglich aus der hand zu lassen, weil es wirklich ein mitreibender Lieberstroman ist.
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