Amazon-Fashion Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Anki Bestseller 2016 Cloud Drive Photos LP2016 Learn More StGermain Hier klicken Mehr dazu Fire Mehr dazu AmazonMusicHeleneFischer GC HW16

Kundenrezensionen

3,2 von 5 Sternen
64
3,2 von 5 Sternen
Format: Broschiert|Ändern
Preis:17,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 2. September 2014
Ich falle gleich mit der Tür ins Haus: Ich bin KEIN Fan von Terry Pratchett!

So, nachdem das raus ist und der letzte Stein in meine Richtung wohl geflogen ist erkläre ich kurz, warum ich diesen Einstieg für meine Rezi gewählt habe. In vielen anderen Rezis äußern sich zahlreiche enttäuschte Pratchett-Fans negativ über diesen Roman und vergeben niedrige Wertungen. Und das kann ich sehr gut nachvollziehen, denn das was sie vielleicht nach über 30 Jahren Scheibenwelt erwartet hatten dürften sie hier – bis auf im Vergleich zum Romanumfang winzige Anflüge – wohl kaum gefunden haben. Die Lange Erde ist weniger ein komischer Roman mit feinsinnigem Humor nach typischer Pratchett-Art (ich habe genug von ihm gelesen um das beurteilen zu können) als viel mehr ein ebenso feinsinniges Nachdenken über die Möglichkeiten unzähliger Parallelwelten. Und das ist in meinen Augen sehr gut gelungen!

Zur Story nur eine ganz kurze Zusammenfassung: 2015 wird am sogenannten Wechseltag der gesamten Menschheit offenbart, dass es neben der Erde noch unzählige weitere Versionen unseres Heimatplaneten gibt – und sie sind nur einen Schreit weit entfernt und unbesiedelt. Mit sogenannten 'Wechslern', durch eine Kartoffel mit Strom versorgte Geräte, kann entweder nach Ost oder West gewechselt werden und der jeweilig identische Punkt auf der Parallelerde betreten werden. Schnell bricht eine wahre Goldgräberstimmung aus und die Menschen beginnen mit der Besiedlung dieser Welten, die endlose Ressourcen und alternative Lebensweisen versprechen. Jahre später wird der natürliche Wechsler Joshua von der Black Corporation bzw. der Computerinkarnation eines tibetischen Motorradmechanikers Lobsang engagiert, um mit diesem im einem Luftschiff die Lange Erde zu erforschen. Denn ist die Lange Erde wirklich unendlich und was hat es mit den 'Trollen' aus sich, die als scheinbar einzig humanoide Lebewesen vor etwas auf der Flucht durch die Erden zu sein scheinen.

So viel zur Handlung und tatsächlich ist das im Grund auch schon alles, auch wenn es noch andere Handlungsstränge gibt, die aber eher eine untergeordnete Rolle spielen. Zumindest sind sie vom Umfang deutlich kürzer als der Strang um Joshua und Lobsang, trotzdem sind sie aber wichtig. Denn was den Roman für mich so interessant macht ist nicht mal unbedingt die Handlung, sondern das Nachdenken der beiden Autoren über das Prinzip der Langen Erde. Da werden Dokumente eingefügt, historische Vorkommnisse geschildert, Tagebucheinträge eingebunden um die Bedeutung der Parallelwelten zumindest im Ansatz abbilden zu können und deren Auswirkungen auf die Menschheit darzustellen. Das fand ich sehr schlüssig und spannend und gerade in unserer heutigen Gesellschaft, wo viele Menschen auf der Suche nach einer Alternative sind, extrem inspirierend. Ich hab mich bei der Lektüre oft selbst gefragt was ich machen würde und das hat mich bei der Stange gehalten. Außerdem mag ich Bücher, deren Handlung ihre Protagonisten ins große Unbekannte schicken und mich ihnen dabei über die Schulter gucken lassen. Joshua und Lobsang 'erfahren' (ja, Luftschiffe fahren!) die Lange Erde und ich bin mit dabei gewesen. Da kommt es natürlich zu Längen, nicht jede Welt kann schließlich ein Highlight sein, auf der anderen Seite sind Ausnahmen dann um so spannender. Gerade das Vorfinale und das Finale ziehen dann noch mal richtig an und deswegen hätte ich mir noch mehr Seiten gewünscht ... jetzt warte ich ganz dringend auf den zweiten Band!
Natürlich gibt es auch etwas Schatten, denn ich hätte mir mehr Ausflüge an die Oberfläche der Welten gewünscht und nicht nur Tiere, die an Schweine, Pferde, Hunde ... und Elefanten erinnern. Außerdem gibt es so einige kleine logische Ungereimtheiten, angefangen bei der Kartoffel im Wechsler (Wie ersetzen bei Verbrauch), über die Orte des Wechselns angesichts tektonischer Unterschiede zwischen den Welten (Höhe, Hindernisse, Wasserstände) bis hin zur Lücke (Luftschiff!) in der Langen Erde. Außerdem kommt die Handlung recht behäbig in Fahrt, das Erzähltempo insgesamt ist auch nicht besonders hoch. Aber das ist mir auf keinen Fall mehr als einen Punkt Abzug wehrt und ich kann das Buch jedem ans Herz legen, der sich gerne mit alternativen Weltentwürfen beschäftigt. Denn hier leisten Pratchett und Baxter echt ein rundes Werk ab und zeichnen meiner Meinung nach das Wesen der Menschheit sehr passend. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil!
0Kommentar| 34 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Juni 2014
... Sonst hätte ich eine wundersame Reise verpasst.

Zunächst zu den vorherigen Kritiken, es ist kein Scheibenwelt Roman!
Dies ist wichtig, weiterhin ist es ein gemeinsames Werk von Terry und Stephen.

Zunächst ohne Spoiler, wenn man sich voll und ganz auf diese Welt einlässt und nicht von vornherein einen Scheibenwelt Roman erwartet, wird man auch hier liebevoll gestaltete Charaktäre finden. Die Protagonisten Joshua und Lobsang entwickeln sich über das ganze Buch, die viel bemängelten Sidestorys dienen besseren Verständnis, wie sich die Welt durch den Wechsler gewandelt hat. Man erkennt bei vielen Welten oder physikalischen Beschreibungen den Einfluss Baxters, wobei Lobsang und seine Handlungen eindeutig aus Pratchetts Feder stammen. Da es sich ja um den Auftakt der Serie handelt dürften alle diejenigen, die nicht enttäuscht sind weil sie von Pratchett nur Romane im Stile der Scheibenwelt erwarten, es kaum erwarten können, wie es mit diesen Welten weitergeht. Die Einführung Haben wir nun hinter uns, haben Welten und Wesen mal kurz im raschen Flug mit der Marc-Twain überflogen, im kommenden werden wir wohl einen genaueren Blick darauf dürfen...

So, Obacht, noch eine Anmerkung mit Spoiler...

auch in diesem Werk ist wieder viel kritisches eingeflossen, zwar wurde es nicht so übertrieben und verulkt wie in der Scheibenwelt, aber es gibt doch sehr viele kleine Momente in denen man mal kurz innehalten und nachdenken muss. Klar, in dieser Zusammenarbeit sind die Einflüsse beider Autoren zu spüren, aber bevor zu sehr ins ernste oder wissenschaftliche abtreibt wird die Situation durch einen kleinen, von Lobsang "zufällig" arrangierten Außenbordeinsatz aufgelockert.

Ich hoffe, dass sich auch andere Leser nicht von Rezensionen mit zwei oder weniger Sternen abhalten lassen und in dieses Buch eintauchen, es ist es auf jedenfall wert!
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 28. Oktober 2016
Ich kann den Rezensenten mit zwiespältigen Eindrücken nur zustimmen. Einige Leser vermissen den Einfluss von Pratchet, mir war schon zu viel davon enthalten. Ich mag trockenen Humor, seiner ist aber eher aus der Rubrik "absurd", dass kann lustig sein aber zu viel davon nervt.

Der Anfang der Geschichte war gut, doch dann fehlte mir irgendwie der Zugang zu den Protagonisten und ein Spannungsbogen. Die Geschichte enthält viele Perspektivwechsel und Zeitsprünge, plätschert aber über lange Passagen ähnlich langsam dahin wie sich die künstliche Intelligenz und ihr Begleiter über die Millionen Welten treiben lassen. Hier und da ein besonderer Höhepunkt, der aber dann nicht weiter verfolgt wird, dazu jede Menge philosophischer Gedanken und Dialoge.

Irgendwie gekonnt erzählt, aber nicht richtig fesselnd.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 13. August 2015
Teil 1 von 3, der dritte Teil erscheint voraussichtlich im Oktober 2015. Teil 2: Der lange Krieg. Teil 3: Der lange Mars.

Worum es geht:
Durch Zufall entdeckt die Polizisten Monica Jansson eine merkwürdige Apparatur im Haus eines flüchtigen Wissenschaftlers. Damit hält sie die Zukunft der Menschheit in den Händen. Denn die einfache Apparatur ermöglicht der Menschheit ein ganz neues Leben. Denn sie führt in eine scheinbar endlose Abfolge von Welten, gleich der unseren, doch unberührt und noch reich an zahlreichen Schätzen. Damit eröffnet sich der Menschheit die Möglichkeit, jeder für sich, seine eigene Welt zu erschaffen. Doch die Welten bringen auch neue Probleme mit sich. Rohstoffe verlieren an Wert und Familien werden auseinander gerissen, da ca. 1/5 der Menschheit nicht in der Lage ist, zu wechselt.
Gemeinsam mit dem Roboter Lobsang macht sich der natürliche Wechsler Joshua auf den Weg, um zu sehen, ob die Welten wirklich kein Ende haben. Auf dem Weg begegnen sie Ureinwohnern dieser Welten, weit entfernte Siedlungen und auch eine immer bizarrer werdende Erde....

Ich bin grundsätzlich kein Fan von Terry Pratchet. Ich mag diesen trockenen Humor nicht sonderlich, der auch hier immer wieder durchscheint, jedoch von Stephen Baxters Sinn für Realismus ein bisschen abgeschwächt wird.
Grundsätzlich ist "Die lange Erde" kein actiongeladenes Buch, das man kaum aus der Hand legen kann. Ich habe auch vergleichsweise lange gebraucht, um mich durchzulesen. Vielmehr stellt sich dem Leser die Frage, wie er selbst leben würde, was er täte, wenn es keinen Platzmangel, keine Regierungen und keine Not mehr gäbe. Wie würde man selbst eine Welt besiedeln, die noch nie ein Mensch betreten hat? Wenn man sein Haus wie und wo bauen könnte, wo man es wollte?

Für mich war "Die lange Erde" ein nachdenkliches Buch, farbenfroh geschildert, mit nicht sonderlich ausführlich ausgearbeiteten Figuren. Keinem habe ich so richtig nachgetrauert, als das Buch aus war. Es ist einfach zu lesen, regt zu philosophischem, aber auch nicht zu schwerem Nachdenken an und unterhält nicht schlecht, aber reißt eben auch nicht vom Hocker.
Ich habe das Buch im Sommerurlaub gelesen und für Strand oder Pool ist es wirklich perfekt.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Juli 2015
Gelesen wird das Buch von Jens Wawrczeck. Meiner Meinung nach einer der besten Sprecher unserer Zeit. Ich kennen ihn vor allem von meinen heißgeliebten drei Fragezeichen, dort spricht er Peter Shaw -, aber wer auch die anderen Pratchett Werke als Hörbuch kennt wird wissen, dass er auch schon recht viele von ihnen schon gelesen hat. Ich höre ihm total gerne zu und bin ja auch ein bekennender drei Fragezeichen Fan - also gar nicht vor eingenommen - .

Geschichten von Terry Pratchett haben irgendwie immer ihren eigenen Stil und ich finde man muss ihnen immer viel Zeit einräumen. Beim Hörbuch braucht es sogar noch mehr Zeit. Wenn man mal eine Sekunde nicht aufpasst, dann kann das schnell in Verwirrung ausarten. Die Geschichte springt durch die Zeit, durch die Welten und natürlich durch die Perspektiven von recht vielen sehr unterschiedlichen Charakteren.
Kurz: Man verliert recht schnell den Faden. Ach quatsch, man verliert unglaublich schnell den Faden. Kennt man von Terry Prachett ist aber in Form eines Hörbuches auf Dauer manchmal echt anstrengend, weil man schnell noch einmal etwas nachlesen kann.
Es handelt sich also um ein Hörbuch für das man sich Zeit nehmen sollte und das ich nicht unbedingt zum Einschlafen empfehlen würde, sonst such man sich morgens einen Wolf :) Nimmt man sich dann aber diese Zeit lohnt es sich von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Die Charaktere sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Ihr Zusammenspiel hat mir gut gefallen. Für mich wirkten sie unglaublich liebevoll und bis ins kleine Detail durchgeplant. Die Welt, die Geschichte und die Figuren, welche innerhalb der Geschichte geschaffen werden sind mit nichts vergleichbar und es gibt kaum etwas das voller so wahnwitziger Ideen strotzt wie dieses Werk.

Die Geschichte ist rasant, verwirrend und trotzt voller Anspielungen auf die Fehler unserer Zeit. Ich finde sie sehr anspruchsvoll. Wie in jedem Werk steckt natürlich auch dieses wieder voll mit Gesellschaftskritiken, philosophischen und religiösen Fragen. Vergleichen mit der Scheibenwelt lässt es sich nur bedingt. Ich finde, dass in hier ein ernsterer Unterton mit schwingt als man ihn vielleicht von Pratchett gewöhnt ist. Aber das hat mich nicht gestört, schließlich ist es nun einmal kein Scheibenwelt Roman, auch nicht das erste Buch, welches ich von Pratchett fern ab der Scheibenwelt lese und man darf natürlich auch nicht vergessen: Es ist nicht nur von Pratchett. Von Stephen Baxter habe ich bisher noch gar kein Buch gelesen, aber ich denke das werde ich bald mal nachholen. Das Buch brachte mich zwar an einigen Stellen zum Lachen, aber es hinterlässt einen nachdenklichen Hörer. Nicht schlechtes ;)

Fazit: Von unserer Erde existieren plötzlich unzählige Kopien und was macht man als Mensch?! Man fällt wie Heuschreckenschwarm über all diese Welten her ;) Terry Pratchett muss man einfach lieben und für alle Fans ist das Hörbuch eindeutig ein Muss.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Januar 2014
Leider gibt es in diesem Buch keine Geschichte. Es gibt eine großartige Idee zu einer Geschichte, aber sie fängt nie an. Über lange Strecken erinnert die Struktur des Buches an einen Schulaufsatz übers schönste Ferienerlebnis: "Und dann haben wir...und am nächsten Tag haben wir...und danach haben wir...und anschliessend..."
Sie sehen irgendwelche Tiere, die aussehen wie Zebras, nur anders. Und sie finden Planeten, auf denen viele Bäume wachsen. Und sie treffen auf Menschen, die Fische essen. Und ich frage mich: "Wieso soll mich das interessieren?"

Zwischendurch gibt es immer wieder spannende Momente und ich denke: "Jetzt fängt die Geschichte an!"
Aber leider: Was eben noch ein beängstigendes Rätsel war, wird Sekunden später völlig unwichtig; gute Ideen werden nicht weiterverfolgt; aufgeworfene Fragen werden nicht beantwortet. Man reist einfach weiter zur nächsten Welt und dort sind wieder Tiere mit langen Beinen oder kurzen Ohren oder sonst etwas sensationelles faszinierendes.

Und was den großen Namenszug "Terry Pratchett" auf der Titelseite angeht: Pratchetts Humor und Erzählkunst blitzen in diesem Werk nur in homöopathischen Dosen auf.
11 Kommentar| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Oktober 2013
Wer wie ich Terry Pratchetts Romane aus der Scheibenwelt und seine anderen phantasievollen Erzählungen kennt, wird von diesem Werk vielleicht ähnlich enttäuscht sein. Das Thema ist toll, das Konstrukt einer sich plötzlich öffnenden Verbindung zu unzähligen Parallelwelten philosophisch faszinierend. Detailliert deklinieren die Autoren durch, was das plötzliche Ende von Resourcenknappheit, die Chance einem eingefahrenen Lebensweg zu entfliehen, mit unserer Gesellschaft anstellt. Ökonomische Verwerfungen, politisches Chaos, explosive Gruppendynamik, skurrile Parallel-Evolutionen – all dies beobachtet die Hauptfigur Josua auf seiner Reise durch die anderen Erden.

Und darin liegt das Problem dieses ambitionierten Buchs: Es ist kein Roman geworden. Sonst verpackte Pratchett tiefenphilosophische Gemmen in quirlige Handlung, legte seine Weisheiten lebendigen Charakteren in den Mund, die durch ihre Interaktion die Geschichte vorantreiben. In der "Langen Erde" wird in schulmeisterlicher Futurologen-Tradition ein Thema nach dem anderen erklärt und analysiert. Kaum eine der handelnden Personen lebt irgendwelche Emotionen aus, ständig müssen die Charaktere wortreich darlegen, warum sie diese oder jede Empfindung haben. Sogar eine mögliche romantische Konfrontation zwischen dem einsamen Helden und seinem ähnlich autark durch die Welten streifenden weiblichen Pendant gestaltet sich unprickelnd wie eine Stuhlkreisdiskussion im Konfirmandenunterricht.

Ich vermute, dass das auch beim Lesen anstrengend ist. Als Hörbuch ist besonders ermüdend, dass der Diskurs über weite Strecken zwischen dem Quasi-Helden und seinem hyperintelligenten virtuellen Gefährten Lobsang (einem zur Software gewordenen Tibeter, dessen Name ist ein mattes Selbstzitat aus der Scheibenwelt ist) geführt wird. Den stellt der Sprecher mit wenig modulierter Synthetikstimme dar, und so bekommt der staubtrockene Volkshochschulkurs über alternative Evolutionen und kosmologische Anomalien auch noch akustisch das letzte Bisschen Spannung ausgetrieben. Nicht einmal eine kurz vor Schluss explodierende Atombombe wirkt so richtig dramatisch.

Schade. Hätte Pratchett seine Idee, die ihm laut Wikipedia schon am Beginn seiner Schriftstellerkarriere kam, seinerzeit weiterverfolgt, wäre vermutlich eine packende Buchserie daraus geworden. So fragt man sich, warum beiden Autoren nicht aufgefallen ist, dass die Geschichte in dieser Form nicht funktioniert.
33 Kommentare| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Januar 2014
Der Roman ist leider über weite Strecken sehr unspektakulär und langatmig. Die Charaktere sind recht flach und die Dialoge fühlen sich zu sehr wie Monologe an, die die Autoren den Protagonisten aufgezwungen haben. Alles plätschert so dahin, es fehlen die Höhepunkte. Am Ende des Buches häufen diese sich dann, als hätte das Autorengespann - gerade noch rechtzeitig - das bedrohliche Näherkommen des zweiten Buchdeckels bemerkt.

Den Grund für das ganze findet sich vielleicht auf Seite 397 in der Danksagung, falls man es als Leser soweit geschafft hat:

"Als Schauplatz dieses Romans haben wir uns nicht zuletzt deshalb für Madison, Wisconsin, entschieden, weil uns bei der Ausarbeitung der Idee zum Buch auffiel, dass genau dort im Juli 2011 die zweite Nordamerikanische Scheibenwelt-Convention stattfinden sollte. Auf diese Weise konnten wir ziemlich viel Recherche vor Ort erledigen, in einem Aufwasch, wie wir Autoren so gerne sagen."

Vielleicht wäre aus dem Buch mit weniger Aufwasch und mehr Recherche mehr geworden. Zumal Madison in dem Roman nicht direkt die zentrale Rolle spielt. Die Idee der "Langen Erde" hätte sicher noch mehr hergegeben.
11 Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. April 2015
... es tatsächlich möglich wäre, die alternativen Realitäten unserer Erde zu betrachten? In sie hineinzureisen?

In diesem faszinierenden Roman geht der Scheibenweltautor dieser Frage auf den Grund. Was wäre, wenn die Evolution andere Wege eingeschlagen hätte? Wenn der Mensch sich nicht zum Homo Sapiens entwickelt hätte, wenn die Dinosaurier niemals ausgestorben wären, wenn die Erde in der Frühgeschichte niemals einen Mond eingefangen hätte?

Durch einen irren Zufall öffnet sich für die Menschheit der Weg in parallele Dimensionen, in denen man genau diesen Fragen auf den Grund gehen kann. Die Erde ist dieselbe, aber in der Vergangenheit wurden andere Wege eingeschlagen. Die Welten, durch die man reist, sind nicht einfach nur verrückte Welten um der Verrücktheit willen, sondern aus Sicht von Erdgeschichts- und Evolutionsinteressierten hochinteressante Eventualitäten, die wissenschaftlich fundiert sind. Anders als in "Die Gelehrten der Scheibenwelt" wechseln sich hier jedoch keine Storykapitel mit Überblicken über die Evolution ab, sondern die Erforschung ist harmonisch in den Gesamtkontext eingebunden.

Gleichzeitig stellt das Buch noch die Frage, was es für die Menschheit bedeuten würde, wenn wir auf einmal alle Platz ohne Ende hätten, mehr Platz, als wir je verbrauchen können. Wie würde sich mein Leben verändern? Wie deins? Wie verändert sich unsere Art zu denken?

Tolles Buch. Sehr zu empfehlen.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Mai 2014
Das Buch war spannend, super gut durchdacht und innovativ. Leider muss ich mich einigen anderen Kritikern anschließen. Das Buch hat seine Längen und das Ende ist fürchterlich unspektakulär. Da hätte man mehr rausholen können.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden