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Ein äußerst ungewöhnlicher Kriminalroman ist "Die Sehnsucht der Atome" von Linus Reichlin. Denn bei der im Titel erwähnten Sehnsucht der Atome geht es um einen Lehrsatz der Physik, der als Grundlage für die Existenz von Leben gilt. Danach treiben Atome, die stets aus einem Kern und Elektronen, die diesen Kern umgeben, bestehen, einen Zustand an, in dem ihre Schalen voll sind. Lediglich das Heliumatom wird nicht getrieben von dieser Sehnsucht, sich zu binden und geht mit keinem anderen Atom eine Symbiose ein.

So wie das in sich ruhende Heliumatom fühlt sich auch Inspektor Hannes Jensen aus Brügge, der nach dem Tod seiner Frau keine neue Bindung eingegangen ist. Doch der Autor spielt Schicksal und führt ihm eine wunderschöne Frau zu, die ihn nicht nur vollkommen verwirrt, weil sie blind und herrisch ist, sondern zusätzlich noch über intuitive seherische Fähigkeiten verfügt, die ihm rätselhaft bleiben. Und das geschieht so:

Eine Morddrohung, die ein amerikanischer Tourist erhält, ruft Inspektor Jensen auf den Plan. Da er den Mann als paranoiden Alkoholiker einschätzt, nimmt er dessen Hilferuf nicht ernst und hinterlässt lediglich seine Visitenkarte bei den Zwillingskindern, die im Gefolge des Mannes eine Weltreise unternehmen. Doch schon am nächsten Tag ist der Tourist ohne erkennbare Spuren von Fremdeinwirkungen tot, und die Zwillinge sind verschwunden. Jensen, der sich schuldig fühlt, die Drohung nicht ernst genommen zu haben, macht sich auf die Suche nach den Kindern und will den Fall klären. Dabei wird er von einer geheimnisvollen Blinden begleitet, die offenbar mehr über den Fall weiß, als sie dem Kriminalbeamten mitteilt. Als die beiden feststellen, dass auch die Mutter der Zwillinge urplötzlich verstirbt, wird Ihre Reise zum Wettlauf gegen die Zeit. Denn parallel zu ihnen ist ein weiterer Mann, der sich gewalttätig seinen Weg bahnt, auf der Suche nach den beiden Kindern.

Die Irrfahrt führt sie schließlich in das Innere von Mexiko, wo eine legendäre Heilerinnen in einem abgelegenen Bergdorf Hof hält und auch die Zwillinge beherbergt. Hier laufen nun alle Fäden aus erklärbaren und unerklärbaren, aus rationalen und spirituellen Welten zusammen, und selbst der sich vermeintlich für einen mit der Struktur eines Heliumatoms ausgestattete Jensen sehnt sich in einer alkoholschweren Nacht nach Verschmelzung und nähert sich der schönen Blinden.

Reichlin präsentiert einen intelligenten Kriminalroman, der die klassischen Grenzen des Genres überschreitet und sich auch einer klassischen Lösung entzieht. Der Titel des Buches hatte mich lange davon abgehalten, es trotz Empfehlungen zu lesen, zumal meine Physikkenntnisse unterirdisch sind, und ich auch nach der Lektüre des Buches nicht verstanden habe, wie denn die Verschmelzung der Atome nun eigentlich funktioniert. Dabei war mir indes vorher klar, dass der Mensch kaum dem Heliumatom ähnelt und schon aufgrund seiner Struktur Partnerschaft sucht. Deshalb überraschte es mich auch nicht, als der Inspektor nach Genuss diverser Flaschen Rotwein und Tequila auf Verschmelzung drängte ...
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am 14. Februar 2010
Wegen des Inhalts verweise ich im wesentlichen auf die Kurzbeschreibung.

Die Hauptfigur, der Kommissar Jensen, steht kurz vor seinem Ruhestand, in dem er sich seinem Hobby, der Physik widmen möchte. Bevor er dazu aber kommt, muss er einen mysteriösen Todesfall aufklären und begibt sich mit einer (blinden) Dame, Annick O'Hara, auf eine Reise via USA nach Mexiko, um Aufklärung bei einer geheimnisvollen "Gesundbeterin" zu finden. Dort treffen Naturwissenschaft und Religion aufeinander.

Der Sprachstil ist für einen Krimi erfreulich anspruchsvoll, aber anschaulich; es gibt längere Passagen, in denen die Geheimnisse der Physik (Entropie, Heisenbergsche Unschärferelation,...) erklärt werden, was ich, der in der Schule an dieser Stelle nicht aufpassen wollte, sehr gelungen finde. Ebenso erfreulich: das Ende ist nicht vorhersehbar. Man hat oft das Gefühl, der Ex-Kommissar weiß weniger als die übrigen Akteure, die ihm gedanklich immer einen Schritt voraus sind.

Unbefriedigend ist, dass der eigentliche Anlass für Jensens Reise nicht geklärt wird. Aber wofür gibt es eine Fortsetzung?
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am 7. März 2010
Ein Kommissar kurz vor der Pensionierung, ein mysteriöser Todesfall, geheimnisvolle Zwillinge und eine rätselhafte blinde Schönheit - was anfangs so vielversprechend beginnt, wird schnell zu einer zähen Handlung ohne erkennbares Ziel. Der Roman bleibt vage wie der Versuch, ein Elektron beim Doppelspalt-Experiment zu beobachten, wie der Protagonist es so gerne tun würde.
Allzu deutlich sind Parallelen zu Max Frischs "Homo Faber" zu erkennen, allerdings bleibt es beim schwachen Abklatsch. Ein Hobby-Physiker, der versucht, sich alle Dinge rational zu erklären und nach der Ordnung im Universum sucht, wird konfrontiert mit mysteriösen und unerklärlichen Geschehnissen, die ihn an sich und seiner Physik zweifeln lassen. Wie Fabers Arbeit am "Maxwellschen Dämon" zieht sich das Motiv des "Doppelspalt-Experiments" durch den gesamten Roman. Der Protagonist Jensen landet wie Faber im Süden Amerikas, in der Wildnis, die ihn gnadenlos mit der Macht der Natur konfrontiert, und auch der Schlangenbiss fehlt nicht. Die Odyssee mit der sterbenden Frau auf dem Arm führt den Kommissar schließlich in ein verlassenes Bergdorf, in dem die Grenze zwischen Mystik und Rationalität verschwimmt.
Am Ende bleiben viele Fragen offen und ungeklärt, die den Roman anfangs so spannend und reizvoll erscheinen ließen. Das Ende ist "der kärgliche Rest dessen, was alles hätte sein können" (S. 263), die vielen Möglichkeiten, die der Stoff geboten hat, wurden leider nicht ausgeschöpft.
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am 23. Januar 2012
Linus Reichlin hat mit seinem Erstlingswerk einen Kriminalroman geschaffen, welcher sich aus den üblichen Werken dieses Genres heraushebt. Man merkt, dass der Autor schon Reportagen und Kolumnen verfasst hat. Die Geschichte ist interessant erzählt und die Figuren gut herausgearbeitet. Insbesondere die Hauptfigur, des pensionierten Inspektors Jensen finde ich gut getroffen. Sie erinnert mich etwas an die Maigret-Figur von George Simenon - ein etwas verschrobener Einzelgänger. Aber auch sonst gibt es sehr gelungene Stellen in dem Buch, z.B. die Begegnung des Kommissars mit einem betrunken-aggressiven Vater zweier Kinder, welche selbst denn eher phlegmatischen Inspektor beunruhigt. Man merkt schnell, dass der Autor nicht nur einen "Fang-den-Täter"-Krimi schreiben wollte, sondern durchaus philosophische Betrachtungen einfließen lässt, was in einem "Konflikt" von Rationalismus und Mystik mündet, welcher mir dann etwas zu geheimnisvoll endet bzw. eben nicht gelöst wird. Auch die "Femme fatale"-Szenen mit der geheimnisvollen Begleiterin halte ich für nicht so gelungen, trotzdem gibt es von mir eine Leseempfehlung für dieses Buch.
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am 25. Januar 2010
Ein Polizist außer Dienst und eine geheimnisvolle Blinde. Zwei mysteriöse Todesfälle und eine Wunderheilerin. Fanatischer Glaube und scheinbar nüchterne Physik. Es ist ein langer Weg von Brügge bis nach Mexico für Hannes Jensen, den gerade aus dem Dienst geschiedenen Polizisten und Annick O'Hara, seine blinde Begleiterin. Dazwischen viele leere Dosen Bier, nüchterne Erkenntnisse und Charaktere von fragwürdiger Moral. Am Ende die Sehnsucht. Nicht nur die der Atome, sondern vor allem die des Menschen. Linus Reichlin spannt den Bogen ebenso weit wie gekonnt. Poetisch und kriminell, physikalisch und menschlich. Prima, fünf Sterne.
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am 21. März 2015
Zum Inhalt

Hannes Jensen, deutscher Inspektor, 50 Jahre jung, lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Brügge bei der Polizei. Fünf Tage vor seinem Vorruhestand kommt der Amerikaner Brian Ritter zu ihm, der um sein Leben fürchtet. Die Morddrohung scheint aber ein Schwindel zu sein und Jensen macht sich eher Sorgen um die beiden Kinder von Ritter, die 10jährigen Zwillinge. Denn Ritter ist Alkoholiker und der Zustand des Hotelzimmers und die Reaktionen der Kindern geben Grund zur Besorgnis.
Als man am nächsten Morgen Brian Ritter tot auffindet, will Dupont, der Chef der Kripo, die Schuld Jensen in die Schuhe schieben. Dieser macht sich auf eigene Faust an die Aufklärung des Falls und erhält unerwartete Unterstützung von Annick O'Hara, eine blinde, herrische Frau, die ihre eigenen, undurchschaubaren Gründe hat, den Fall zu verfolgen.

Meine Meinung

Das Cover hat mir gut gefallen - nichts besonderes, spiegelt aber sehr gut eine düstere Atmosphäre wider, die man bei einem Krimi erwartet. Der Titel hat mich ja etwas irritiert, aber da der Protagonist Hannes Jensen ein Faible für Physik hat, ergab es dann wieder einen Sinn.

Das Hobby für Quantenphysik bleibt zwar meistens nur am Rande erwähnt, trotzdem fand ich die kleinen, manchmal sehr philosophischen Verbindungen zwischen den physikalischen Gesetzen und Jensens Gedanken faszinierend. Überhaupt ist der Schreibstil von Linus Reichlin ungewöhnlich und an kleinen Stellen fast schon metaphorisch, was ich bei einem Krimi überhaupt nicht gewohnt bin. Aber es passt sehr gut zur Geschichte, denn der Autor schafft hier eine sehr einnehmende, dichte Atmosphäre und auch der Fall des toten Brian Ritter scheint eine übernatürliche Komponente zu haben. Der Lesefluss wirkt einfühlsam, ja eher behutsam, ohne zu stocken oder langweilig zu werden. Erzählt wird aus der Sicht des Protas.

Hannes Jensen, mit dem man immer vertrauter wird, hat einige Schicksalsschläge hinter sich. Die Alkoholsucht seiner Mutter hat ihn sehr geprägt, ebenso wie der frühe Tod seiner Frau, um die er seit 12 Jahren trauert. Er konnte in Brügge, der Heimat seiner verstorbenen Frau, niemals so richtig Fuß fassen und hat seitens seines Chefs eine neidische Abneigung zu spüren bekommen. Die Kündigung kam von Hannes Jensen selbst und obwohl er sich innerlich darauf eingestellt hat und sich darauf freut, seine neue Freizeit physikalischen Experimenten zu widmen, ist er sich unsicher, wie sein weiteres, einsames Leben aussehen wird. In seinem Beruf hat er ein gutes Auge für Details, beobachtet und analysiert sein Umfeld und die Personen, die ihm begegnen.
Annick O'Hara, ein lästiges Anhängsel, die sich ihm regelrecht aufgezwungen hat, ist eine blinde, sehr beherrschte Frau, die es gewohnt scheint, dass man tut, was sie sagt. Ihr Verhältnis zu Jensen ist geprägt von Abneigung und einer subtilen Anziehungskraft. Ich bin lange Zeit nicht wirklich schlau aus ihr geworden und ihre Beweggründe werden bis zum Schluss im Dunkeln gehalten.
Die Beziehung zwischen den beiden ist mehr als kompliziert und erfüllt zum Glück nicht die üblichen Klischees.

Der Fall selbst ist sehr verzwickt durch viele kleine Umstände, die einige Rätsel aufgeben. Je tiefer Jensen gräbt, desto unwirklicher erscheint ihm das ganze.
Es geht nur gemächlich voran, was aber nichts ausmacht, weil das ganze in einen fesselnden Schreibstil und ungewöhnlichen Entwicklungen verpackt ist. Gedanken zu Wunderheilern, zu Wirklichkeit gewordenene Gebeten und der widersprüchlichen Welt, in der wir leben, hat dem ganzen eine ungewöhnliche Atmosphäre gegeben.

Ich muss dazu nochmal das Experiment erwähnen, das der Autor hier desöfteren streift und durch Jensen auch mal deutlicher zur Sprache bringt. Physik finde ich ja extrem spannend, weil sie so viel von der Welt erklärt und gleichzeitig philosophische Fragen aufwirft. Darum habe ich auch nach diesem Doppelspaltexperiment gegoogelt und eine echt interessante und eindrucksvolle kleine Aufzeichnung gefunden - für alle diejenigen, die sich einem der vielen Rätsel unserer Welt stellen wollen :D Wirklich verstanden habe ich nicht alles, was der Physiker hier erzählt, aber ich möchte da auf jeden Fall noch mehr darüber lesen.

Fazit

Ich fand das Buch großartig, obwohl ich gar nicht genau sagen kann, was genau mich so daran gefesselt hat. Alles im einzelnen war nichts besonderes, aber im Gesamtbild hat es mich einfach überzeugt!

© Aleshanee
Weltenwanderer

Hannes Jensen

1 - Die Sehnsucht der Atome
2 - Der Assistent der Sterne
3 - Er
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am 7. Oktober 2016
Reichlin gelingt mühelos und souverän das Kunststück, einen hochkomplexen und ungewöhnlichen Erzählstrang mit leichtfüßig und jedem verständlich geschriebenen physikalischen Überlegungen zu würzen. Dies ergibt eine hochintelligente Lektüre, die an Spannung und Raffinesse großen Meistern wie Friedrich Dürrenmatt (z.B. "Justiz") nicht nachsteht.
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am 2. Januar 2011
Erst ein, dann ein zweiter mysteriöser Todesfall, ein unerklärlicher Aortariss, ja, man hätte einiges daraus machen können. In wenigen Passagen ist das Buch richtig gut, immer dann, wenn der Protagonist Hannes Jensen über die Ähnlichkeiten seines Lebens mit dem Verhalten von Elektronen sinniert oder sich Gedanken über seine Vergangenheit und Zukunft macht. Die Sprache ist dann bildhaft und man kann sich gut in ihn hineinversetzen. Doch das ist auch das einzige, was mich bewegt dem Buch doch noch zwei Sterne zu geben, denn damit endet alles, was mich an dem Buch anzieht. Ein bisschen Religion in alle Richtungen, ein paar grobe sexuelle Anzüglichkeiten, eine durch und durch unsympathische Protagonistin und eine Lösung des Falles, nein, falsch, es gab keine Lösung... Ich kann es noch nicht einmal als offenes Ende bezeichnen, sagen wir, dass ich irgendwann auf der letzten Seite des Buches anlangte.
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am 14. September 2011
Schließe mich den negativen Rezensionen an. Ein interessanter Beginn der Geschichte,danach Langeweile und ein Handlungsstrang, der schwer nachvollziehbar ist.Dazu noch viele Ungereimtheiten..............ein merkwürdiger Roman. Habe mehr erwartet.Schade.
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am 25. September 2010
zügig, informativ, spannend und unterhaltsam zu lesen. Freue mich auf das nächste Buch von Linus Reichlin.
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