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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
124
4,4 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 30. Juni 2017
Demokratische Volksrepublik Laos, 1976: Der 72 Jahre alte Dr. Siri ist gegen seinen Willen zum einzigen Leichenbeschauer des Landes ernannt worden. Als altgedienter Kämpfer für den Kommunismus, wenn auch eher wegen der Liebe als aus Überzeugung, hatte er eigenlich gehofft, nach dem kürzlich Durchsetzen, endlich in Ruhestand gehen zu können.

Sein neu benötigtes Wissen hat Siri sich aus schon etwas älteren Büchern angelesen. Mit der Leiche eines hohen weiblichen Parteimitgliedes kommt nun zwar eine interessante Untersuchung, aber auch möglicher Ärger auf seinen Tisch, doch das ist noch nicht alles, denn Frau Nitnoy ist nicht die einzige Leiche, die Siri in Bedrängnis bringt.

Was ist dieser Leichenbeschauer für ein origineller, skurriler und liebenswerter Ermittler! Und auch alle anderen Charaktere dieses etwas anderen Kriminalromans sind dem Autor gut gelungen und ähnlich skurril wie sein Protagonist. Da ist z. B. Dtui, Siris Sekretärin, die gerne selbst Leichenbeschauerin werden würde, oder Geung, sein Gehilfe mit Down-Syndrom, ohne den Siri ganz schön aufgeschmissen wäre, denn er ist der einzige, der wirklich Ahnung hat.

Die politische Lage bzw. die kommunistische Partei, die erst ein Jahr zuvor zur Macht im Lande wurde, spielen genauso eine Rolle wie das Land selbst, seine Probleme und seine Beziehungen zu den Nachbarstaaten, zum Teil ebenfalls kommunistisch, zum Teil auch nicht. Siri sieht das Ganze mit leiser Ironie, er ist auch nicht auf den Mund gefallen, so dass es für den Leser auch einiges zu Schmunzeln gibt. Sehr interessant ist der Ausflug zu den Hmong, einer Volksgruppe, die auch in Laos lebt.

Nicht jedermanns Sache sind möglicherweise Siris übersinnliche Wahrnehmungen, ich finde sie aber durchaus zu Siri passend und kein bisschen störend.

Der Fall bzw. die Fälle, die Siri hier bearbeiten muss, sind interessant und stellenweise richtig spannend – und werden gut aufgelöst.

Ich bin begeistert und war schon nach wenigen Seiten ein großer Fan des laotischen Leichenbeschauers. Den zweiten Band der Reihe habe ich mir bereits gekauft und auch die weiteren werden ganz sicher noch bei mir landen. Ich vergebe volle Punktzahl und eine uneingeschränkte Leseempfehlung!
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am 19. Oktober 2016
Nachdem ich sonst so viel lese, habe ich hier mal zum Hörbuch gegriffen, auch weil ich schon so viel Gutes über die Vertonung dieses Krimis gehört habe. Und ich wurde wirklich nicht enttäuscht: es passt einfach alles, angefangen beim erfrischenden Dr. Siri über den wohlgewählten Schauplatz des Geschehens bis hin zu Liefers genialer Stimme. Ich kann es allen Krimifans nur wärmstens empfehlen.
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am 4. Mai 2017
Der Stimm von Jan Joseph Liefers zuzuhören, ist ein Genuss. Leider ist die Geschichte aufgrund der starken Kürzungen nur schlecht nachzuvollziehen.
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am 4. Juni 2012
Die Dr. Siri-Reihe habe ich durch die Hörbücher kennengelernt. Jan-Josef Liefers spricht den Text eingängig, sympathisch und ausdrucksstark. Daher war das Hören wirklich entspannend und dabei sehr spannend. Ich werde mir die ganze Reihe nach und nach anhören, zwei der Hörbücher um Dr. Siri habe ich schon kennengelernt. Ich bin eine kritische Hörerin und bin auch leicht abzulenken. Normalerweise verpasse ich bei Hörbüchern etwas und muss mir einige Abschnitte zweimal anhören, weil ich sie nicht genau mitbekommen habe. Dies ist mir hier nicht passiert, da es wirklich eingängig gesprochen wird. Ich hoffe, wir werden Jan-Josef Liefers noch öfter als Hörbuchsprecher hören, bei den männlichen Sprechern ist er mir der liebste (- bei den weiblichen ist es 'Hansi' Jochmann).

Ich kann die Dr. Siri-Hörbücher wärmstens empfehlen.
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TOP 500 REZENSENTam 10. November 2010
Das Buch spielt in Laos. Das kommunistische Regime hat sich gerade eingespielt. Der westlich geprägte Dr. Siri wird zum Chefforensiker Laos' gemacht. Weisheit und Wunsch nach Ruhe treffen auf Korruption und Bürokratie der Umwelt. Mysteriöse Morde müssen gegen alle Widerstände aufgeklärt werden. Ein Glück, dass es mystische Erscheinungen gibt.

Die Stärke des Buchs ist nicht die Krimi-Handlung, die ist eher Mittelmaß bzw. Chaos in Laos (und lässt alles insgesamt dann zu vier Sternen tendieren). Auch die Beschreibungen des Lands überzeugen mich (nie dort gewesen) nur bedingt.

Die Formulierungen, Nebenstränge und Beobachtungen - die sind hingegen hervorragend und machen das Buch zu einer kurzweiligen Lektüre. Allein die erste Seite ist ein fein geschliffenes Juwel des (schwarzen) Humors.

Danke.
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am 29. Oktober 2009
Die neue Brigitte-Krimi-Edition ist da. Logisch, dass ich mich da gleich mit ein paar Hörbüchern eingedeckt habe. Brigitte garantiert eigentlich immer hervorragende Vorleser, was die Geschichten angeht, so sind sie manchmal ein bisschen arg gekürzt. Allerdings muss das den Genuss nicht immer beeinträchtigen. Ein Paradebeispiel für das Motto: "Geschichte sucht Vorleser" ist Colin Cotterills Roman -Dr.Siri und seine Toten-. Eine interessante, witzige, spannende und vor kleinen Bonmots strotzende Story findet in Jan-Josef Liefers einen Vorleser, dem man die Freude beim Lesen regelrecht anhören kann. Das Ergebnis dieser Symbiose ist ein Glücksfall im Bereich Hörbuch.

Dr. Siri ist 72 Jahre alt und Arzt in Laos. Da das ganze Land über keinen Pathologen verfügt, wird Siri "schnellbesohlt" und zum laotischen Pathologen Nr.1 gemacht. Mit gerade 10 Monaten Berufserfahrung ist er dabei alles andere als ein Könner. Aber Dr.Siri ist nicht nur Arzt, er hat auch noch die "grünesten" Augen die man sich vorstellen kann und ein paar kleine Geheimnisse im Petto. Mit seiner Pathologieassistentin Dui und dem leicht schwachsinnigen Gehilfen Herrn Gün bildet Siri ein Trio-Infernale im Leichen-Untersuchungsbereich.

Als die mausetote Frau Nitnoy auf dem Seziertisch erscheint, beginnen Siris Probleme. Frau Nitnoy ist urplötzlich verstorben, die Frau eines Parteibonzen und der hat auch noch ein Verhältnis. Ein natürlicher Tod sieht irgendwie anders aus. Nebenbei werden die Leichen von drei toten Vietnamesen aus einem Stausee gezogen. Als Siri und sein vietnamesicher Kollege sich die Toten anschauen, wissen sie sofort, dass auch hier etwas nicht stimmt. Aber ob auch alle Staatsvertreter die Auflösung des Falls wirklich wollen?
Noch während der Ermittlungen zu den Vietnamesen wird Siri dann auch noch in einen entfernten Landesabschnitt geschickt, um dort bei den Mong mysteriöse Todesfälle aufzuklären. Was er dort erlebt, ist für den alten Arzt dann wirklich zu viel. Diese verdammten grünen Augen...

Colin Cotterill hat mit -Dr.Siri und seine Toten- einen wunderbar cleveren, makaberen, witzigen und intelligenten Roman abgeliefert. Herrliche Charaktere treffen auf gelungene Wendungen der Geschichte. Dazu ein Lokalkolorit Laos' der so treffend ist, als sei man selbst vor Ort. Wenn Dr. Siri dann noch mit Salub in menschlich-tierische Zwiesprache abdriftet, ist es um den Leser geschehen. Diese Geschichte hat einen ruckzuck in den Bann gezogen. Das liegt an dem wirklich guten Stoff und einem Jan Josef Liefers, der dieses unterhaltsame Schelmenstück so grandios vorliest. Absolut empfehlenswert!
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am 18. August 2017
Eine der besten Krimireihen, die mir in den letzten Jahren begegnet sind. Ein echter Genuss, eine gelungene Mischung aus Politthriller und Millieustudie in einem Land, dass noch voll in seinen alten Vorstellungen lebt, aber von einer aufgeklärten und rationalen Schicht von "Durchblickern" so schnell wie möglich in die segensreiche Zeit des kommunistischen Zeitalters versetzt werden soll. Dagegen wehren sich die Menschen mit Händen und Füßen mit allerlei Listen und Tricks, unterstützt von diversen Kräften und Mächten, die nun überhaupt nichts mit der Weltsicht einer sozialistischen Ein- Parteienregierung zu tun haben, was zu allerlei witzigen, skurrilen und mitunter ausgesprochen lustigen Zusammenstößen der beiden Krafte führt. So nebenbei erweitert sich auch der eigene Horizont und man kommt gar nicht umhin, mit der Zeit Sympathie für die Menschen aus Laos zu entwickeln, ganz zu schweigen von der Sympathie, die für den herrlich anarchischen, funkelnd witzigen und auch altersweisen Dr. Siri, den einzigen Pthologen des Landes entsteht. Einfach herrlich !
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am 9. Juni 2014
Zwar war ich nicht im Laos der 1970er, in der Zeit in der die Geschichte spielt, aber ich hatte das Vergnügen das Land von heute zu bereisen. Die Atmosphäre, die Laos und seine Bewohner ausstrahlt, kommt im Buch fantastisch rüber. Insbesondere, wenn man von dem lauten, schrillen und schnellen Thailand nach Laos kommt, wirkt Laos geradezu betulich, ruhig und langsam. Genauso wie vom Autor beschrieben. Auch die Geschichten um Dr. Siri sind langsam und ruhig und haben eine ganz besondere, außergewöhnliche Note. Der Autor verpackt den Charme des Landes in kleine Details, z.B., dass Siri mit seinen 72 Jahren noch nie ein Telefon benutzt hat ( in Laos gibt es nur 900 Apparate), oder Termine macht man nicht (man geht einfach hin, wartet eine Stunde und geht wieder).

Dr. Siri und sein Team wirken fast schon knuffig und abgefahren zwischen Verwaltung, Hierarchie, Geistern und Toten. Trotzdem ist das Buch kein Slapstick, sondern der Fall wird schlitzohrig und sehr unterhaltend gelöst. Neben der reizvollen Atmosphäre beim Lesen des Buches, möchte ich den Schreibstil herausheben. Da hat der Übersetzer, Thomas Mohr, ganze Arbeit geleistet. Wirklich ein Meisterwerk. Von wegen deutsch klingt hart und hässlich. Das Buch ist das beste Beispiel für den Wortwitz unserer Sprache.
Vielleicht ist die Kombination aus der Schlitzohrigkeit des Doktors, gepaart mit dem außergewöhnlichen Sprachwitz des Autors, Colin Cotterill und einer grandiosen Übersetzung das, was mich an das Buch gefesselt hat. Es ist so ganz anders als alle anderen Krimis, die ich zuvor gelesen habe. Von mir eine dicke Kaufempfehlung!

Ich empfehle den Einstieg in die Reihe auch mit dem ersten Band "Dr Siri und seine Toten". Zwar sind die Geschichten der einzelnen Reihen abgeschlossen, aber der Auftakt in die Reihe ist außergewöhnlich gut.
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am 26. Juni 2016
meine Meinung:
Lange habe ich das Buch auf dem SUB liegen lassen. Und nun frage ich mich: warum?!
Diese warmherzige humorvolle Kriminalgeschichte um den etwas schrulligen Leichenbeschauer, der mal eben zum Ermittler wird, ist es unbedingt wert, gelesen zu werden.
Dr. Siri, bereits über 70 Jahre alt und eigentlich reif für das Rentendasein, bekommt plötzlich noch die Aufgabe, als einziger Leichenbeschauer des Landes zu fungieren.
Wie das Schicksal es so will, liegt dann auch plötzlich eine ihm gut bekannte, unter doch recht rätselhaften Umständen verstorbene Dame auf dem Untersuchungstisch. Seine Neugier ist damit geweckt und er beginnt, Fragen zu stellen.
Als wäre dies noch nicht genug, tauchen dann auch noch drei tote Vietnamesen auf und ein Armeestützpunkt wird von Geistern heimgesucht.
Gar nicht so einfach für Dr. Siri, dabei den Überblick (und vor allem sein Leben) nicht zu verlieren! Pfiffig und gewitzt wie er ist, gelingt ihm dies jedoch hervorragend.

Bewertung:
Es braucht etwas Zeit, sich an die Lebensbedingungen und Gepflogenheiten in Laos in den 1970er Jahren zu gewöhnen (einiges erinnerte mich hier an die gleiche Zeit in der damaligen DDR), aber dann macht es großen Spaß, Dr. Siri bei der Tätersuche zu begleiten.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Geschichte nimmt kontinuierlich immer mehr an Fahrt auf, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.
Die Charaktere sind alle sehr gut beschrieben. Mir sind vor allem auch die beiden Mitarbeiter Dr. Siris, Herr Geung, welcher am Down-Syndrom leidet, und Frau Dtui, die gerne mehr wäre, als nur eine Schreibkraft, sehr ans Herz gewachsen. Die drei sind ein richtig gutes Team!
Die Auflösung der Ermittlungen und deren Auswirkungen sind schlüssig und lassen keine Fragen mehr offen.
Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung. Ich werde die Reihe auf jeden Fall bald weiter lesen.
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am 26. Februar 2015
Das Buch beginnt, wie auch andere geschrieben haben, verheißungsvoll. Ein ungewöhnliches Ambiente in Südostasien, eine skurrile, liebenswerte, humorvolle und weise Hauptfigur in Gestalt von Dr. Siri, dem einzigen und durchaus widerwilligen Gerichtsmediziner von Laos nach der Machtübernahme durch die Kommunisten. So haben mich die ersten Seiten mit ihrem Gedankenwitz und schwarzem Humor und der skurril-parodistischen Konstellation an Graham Greenes Our Man in Havana erinnert – und neben den euphorischen Kritiken zum Kauf animiert.

Auch danach geht es zunächst munter weiter mit Siris Unterstützertruppe, seinem leicht am Down-Syndrom leidenden Assistenten und einer sarkastisch-witzigen Sekretärin. Auch der Krimiplot beginnt durchaus ansprechend, mit seltsamen Widersprüchen in einem prominenten Todesfall, die der eigentlich gar nicht als Pathologe ausgebildete Siri trotz seines jämmerlichen Equipments und gegen die herrschenden Powers to be nach und nach aufdeckt. Dabei erfährt man, auch eine Stärke des Buches, einiges über Land und Leute und die asiatische Variante des Steinzeitkommunismus.

Doch so ab dem zweiten Drittel vermochte mich das Buch immer weniger zu überzeugen. Die Geistererscheinungen, die Siri bald hat und die ihm Hinweise auf die Lösung des Falls geben, verleihen der Geschichte zunächst noch eine poetisch-phantastische Ebene. Aber als daraus eine komplette Schamanenreise im laotischen Urwald wird, wurde es mir zu viel. Das Ganze mutierte vom philosophisch-witzigen Südostasien-Krimi zu einem ausgewachsenen und offensichtlich ernst gemeinten Esoterikroman. Praktisch wechselt Cotterill damit das Genre. Weiter wächst sich der mysteriöse Tod dreier Vietnamesen zu einem Tom-Clancy-haften Spionageplot aus, den ich verworren und wenig überzeugend fand. Der schwarze Humor und die Lebensklugheit des Textes geht dabei leider verloren, auch wenn immer wieder einzelne Satzperlen zu finden sind. Der 74jährige Siri ist plötzlich eine Mischung aus Quinci und James Bond und die Geschichte gerät immer mehr ins Fahrwasser der einschlägigen Klischees und Schablonen. Nicht mal der tragische Tod einer Mutter von mehreren Kindern im Zuge seiner Ermittlungen vermag den zu Beginn so empathischen Siri noch in seinem unglaubhaften Superman-Modus zu bremsen.

Dann wird völlig unmotiviert am Ende auch noch die Perspektive zu den Mördern hin gewechselt (bis dato wurde nur aus Siris Sicht erzählt) und das Ende ist wiederum kitschig und melodramatisch. Wäre der Autor doch nur bei seiner zunächst lebensklug, witzig und poetisch erzählten Geschichte geblieben und hätte eine „kleinere“, dafür aber wahrere Krimihandlung ersonnen. So ist er als Graham Greene gestartet, hat als Mischung aus Tom Clancy und Marion Zimmer Bradley weitergemacht und ist als Rosamunde Pilcher geendet. Schade!

Weiter zu den Figuren: Je länger ich las, desto weniger habe ich sie geglaubt. Ihre Lebensumstände, also das Äußere, mögen (kann ich aber letztlich nicht beurteilen) authentisch berichtet und recherchiert sein. Ihr Innenleben scheint mir aber nicht das von Asiaten zu sein sondern von Westlern. Das, was man gemeinhin mit dem asiatischen Wesen verbindet (Seniorität, Anpassung, Höflichkeit, nicht das Gesicht verlieren etc.) haben sie nicht. Sie reden und Denken stattdessen wie geborene Einwohner Großbritanniens. Das gilt natürlich auch für den ja typisch britischen Sarkasmus und schwarzen Humor. Überzeugend ausgearbeitet fand ich auch nur Siri und sein Team, die anderen sind mir nicht nahe gekommen.

Fazit: Das erste Kapitel verkauft das Buch, das letzte das nächste, heißt es. Cotterill hat sich für mich nur als Genie der ersten Seiten erwiesen, danach kommt bestenfalls Hausmannskost. Auch wenn ich die Konstellation an sich hochinteressant finde und dem Autor viel Potential zutraue, bin ich mir nicht sicher, ob ich eine weitere Siri-Geschichte lesen werde.
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