Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug studentsignup Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More sommer2016 Slop16 Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,3 von 5 Sternen
63
3,3 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 16. April 2010
Die Handlung ist schnell erzählt: eine Gruppe radikaler Umweltaktivisten versucht im Vorfeld einer großen Klimawandelkonferenz durch gezielte Anschläge die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Folgen der Erderwärmung zu richten oder besser gesagt auf den Lug und Trug, der sich unter diesem Oberbegriff nach Ansicht des Autors weltweit verbreitet hat.

Betrachtet man das Buch als reinen Thriller und lässt die damit verbundenen Aussagen außen vor, so gehört "Welt in Angst" sicher nicht zu den Höhepunkten Michael Crichtons. Allein die Idee künstlich herbeigeführter Umweltkatastrophen klingt eher lächerlich, denn realistisch. Die Charaktere sind derart klischeebehaftet, dass auch ohne die dazugehörige Erläuterung der wissenschaftlichen Grundlagen schnell klar wird, wer auf der richtigen/falschen Seite steht. Alle Skeptiker der Erderwärmungs-Verschwörung sind gewohnt cool agierende, nie um eine schlagfertige Antwort verlegene Helden, während die Anhänger dieser Theorie im Grunde in jeglicher Hinsicht ahnungslose Schwächlinge sind. Dementsprechend blass bleiben auch einige Charaktere, insbesondere Agent Kenner tritt regelmäßig als Retter in höchster Not und wandelndes Lexikon auf, bleibt ansonsten jedoch ein Rätsel.
Die recherchierten Fakten, die nach Chrichtons Ansicht gegen die Theorie der Erderwärmung sprechen, sind durchaus interessant und wirken teilweise gar nicht so abwegig, sind jedoch in allen Einzelheiten für Laien viel zu komplex, um einen aussagekräftigen Eindruck zu vermitteln. Die Grundidee, diese Thematik für einen Roman zu nutzen, ist sicher nicht verkehrt, an der Umsetzung hapert es jedoch. Krokodile, die Hundegebell nachahmen oder wirre Theorien über die "Ökologie des Denkens" mögen vielleicht irgendwo einen realen Hintergrund haben, wirken allerdings zu sehr konstruiert und an den Haaren herbeigezogen.
Schön, dass sich auch beim Thema Klimaerwärmung mal jemand traut, gegen den Strom zu schwimmen. Schade nur, dass derjenige es auf eine solch triviale Art versucht. In vielerlei Hinsicht dient das Buch allein dazu, die typisch amerikanische Weltsicht zu verbreiten, nach der letztlich das materielle Wohl des Menschen über allem steht.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Mai 2015
Crichton hat wieder einen nicht weglegbaren Wissenschaftsroman geschrieben. Auch wenn die Auswirkungen der Thematisierung des Klimawandels in Deutschland und Skandinavien in Richtung Energiewende geführt haben so sind es doch in der Diskussion viele bis dato unbewiesenen Behauptungen, die zu energieintensiven Klimakonferenzen und wissenschaftlichem Falschmeldungen geführt haben. Das Motto: Der Zweck heiligt die Mittel. Manche freuen sich über den Klimahype und rechtfertigen damit sogar Atomkraft. Ob, bzw. wieweit der Klimawandel zum Wärmeren hin menschengemacht ist, sei dahingestellt. Jedenfalls macht Crichton daraus einen fesselnden Roman mit Schauplätzen von Island, Paris über Indochina, Neuguinea, bis in die USA, der sowohl von wissenschaftlichen Inhalt, als auch vom fesselnden Unterhaltungswert her absolut lesenswert ist.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. September 2006
Einen Stern Abzug gibt es für die derzeit hypermoderne sprachliche Flachheit und für die haarsträubenden Fehler im Plot eines weiteren schablonenhaften Bestseller Marke Verschwörungsthriller; im vorliegenden Fall ohne Beteiligung der katholischen Kirche, dafür mit den Untergangspropheten der Ökoreligion. Bestseller kann man sprachlich und inhaltlich auch 'ne Pisastufe höher anlegen - mit schlechter Übersetzungsleistung ist dies nicht zu erklären, da ich das Original konsumiert habe (lesen will ich das nicht wirklich nennen).

Die Story des Buches ist megaschnell erzählt: böse Buben und Mädels mit aufrichtigen Glaubensgrundsätzen fundamentaler Art planen Böses um guten Glauben in der Gesellschaft zu verankern. Unbeteiligter Anwalt, mit Superheldgen sowie Wissenschaftler mit 007-Komparsentruppe durchkreuzen den perfiden Plan - Ende. Das reichte früher gerade mal für 64 Seiten Groschenroman, heute sieht so ein Bestseller aus (und bevor es losgeht: sowohl westlich wie auch östlich vom Atlantik).

Wieso dann die restlichen vier Sterne? Allein die Reaktionen einer neuen Art von bornierten Gläubigen, deren zweieinhalb Glaubensansichten scheinbar genauso unhinterfragbare, in steingemeißelten Wahrheit werden soll, wie die der religös-religiösen Fanatiker, rechtfertigen vier Sterne. Crichton lässt seinen fiktiven Wissenschaftler all die unangenehmen Fragen stellen, die sich herkömmliche meist unwissenschaftliche Untergangspropheten in Diskussionen nachdrücklich und entschieden verbieten (einige wollen ja lediglich ihre reißerisch apokalyptischen „Sachbücher“ an Mann/Frau bringen und in zwanzig Jahren wird keiner mehr für sein Gewäsch von gestern zur Rechenschaft gezogen – einfach mal in Sachbüchern der frühen 70iger schmökern, in was für einem unumkehrbaren Stadium sich ihre (Um)Welt heute eigentlich präsentieren müsste). Crichton ruft dem Leser ins Bewusstsein, dass nicht nur Exxon sich ums liebe Geld sorgt, sondern das Probleme der Finanzierung von Arbeit immer mit der Beschaffung von Geld beginnt. Warum dies in der öffentlichen Wahrnehmung u.a. für Greenpeace bzw. für Forschungseinrichtung scheinbar keine Rolle spielt und deren PR, im Gegensatz zu Exxons PR, als moralisch einwandfrei und 100% lauter betrachtet wird, war mir schon immer ein Rätsel.

In der Romanhandlung eingebaut sind etliche überprüfbare und äußerst interessante Informationen nebst Quellenangaben (falls man nicht daran glaubt, dass hinter jeder NASA-Seite o.ä. der böse Onkel Bush & die CIA stecken), dies ist, im Gegensatz zu bspw. Schätzings fabulierendem Schwarm, bei einem solchen Thema meiner Meinung nach unabdingbar. Ob man nach einer kritischen Überprüfung dieser Fakten noch immer an die Weltuntergangsszenarien glaubt, sich von ihnen befreit ohne gleich den Umweltschutz zu begraben, die präsentierten Fakten wiederum hinterfragt und zur ursprünglichen Erwärmungsthese zurückkehrt, bleibt jedem selbst überlassen - allerdings ist das eben Crichtons Hauptanliegen: wer nichts weiß, muss alles glauben. Als halbwegs aufgeklärter Mensch wundert man sich am Beginn des 21. Jahrhunderts (auch anhand der heftigen Reaktionen auf diesen eigentlich harmlosen Roman) woher diese vielschichtige Glaubensrenaissance kommt.

Was mich zum wichtigsten Teil dieses Buches bringt, dem Anhang (keine Ahnung ob es dieser Teil auch in die deutsche Version geschafft hat, bei manchen Rezensionen kommen mir da allerdings erhebliche Zweifel). Crichton macht darin seinen Standpunkt klar, weder geht es ihm um die Abschaffung des Umweltschutzes noch um die Diskreditierung bestehender Umweltverbände, lediglich das Hinterfragen bestehender wissenschaftlicher Thesen und die damit verbundenen milliardenschweren politischen Entscheidungen in Zeiten leerer Kassen und schwindender Arbeitsplätze, sollten wir einfachen Geldgeber etwas kritischer hinterfragen, bevor wir hysterisch in einem hochkomplexen System an Schrauben drehen, deren Funktion wir bis heute nicht verstehen. Crichton macht deutlich, dass beide Seiten der Öffentlichkeit nur Rosinen präsentieren um ihren jeweiligen Standpunkt pseudowissenschaftlich zu untermauern, derweil tappen beide Seiten mehr im Dunklen als das sie irgendetwas tatsächlich wissen. Trotzdem ist die Reduktion von CO2 oder das Entwickeln von alternativen Energiequellen etc. richtig, wer dem Autor andere Aussagen unterjubeln will, ist entweder böswillig, bereits verblendet oder kennt das Buch/Anhang nur vom Hörensagen.

Crichton verweist im Anhang zu Recht auf die Eugenik und deren hysterische Auswüchse am Anfang des 20. Jahrhunderts auch hier wurden wissenschaftlich teilweise höchst fragwürdige Thesen in politisch Entscheidungen umgemünzt – am Ende stand ein Höhepunkt menschlicher Bestialität der Menschheitsgeschichte. Wenn man heute aus ökoreligiösen Gründen DDT vom Weltmarkt bannt, Entwicklungsländer unter Druck setzt, bis hin zur Erpressung mit Entwicklungshilfegeldern operiert und somit in diesen Ländern der Malaria WIEDER Tür und Tor geöffnet hat, wie nennt man eines fernen Tages dieses dann? Billigend in Kauf genommener, allerdings gut gemeinter und der Umwelt zuliebe durchgeführter Massenmord?

Fazit: Nicht nur der böse Onkel Bush und Exxon müssen sich unangenehmen Fragen stellen, auch diejenigen, die die Öffentlichkeit mit klimatischen bzw. ökologischen Untergangsszenarien bombardieren und Milliarden an globalen Steuergeldern fordern, müssen sich vom Bezahler kritisch hinterfragen lassen.

Es grenzt an maßlose Hybris, wenn man glaubt, dass der Mensch die Macht hat, den Lauf der Dinge auf einem Gesteinsbrocken zu steuern, der mit 108.000 km/h durchs Sonnensystem rast und im Laufe seiner bisherigen 4,5 Milliarden Jahre Existenz etliche Veränderung durchlebt hat und in den verbleibenden 3,5 Milliarden Jahren noch etliche Veränderungen durchleben wird. Und man muss sich schon völlig entblöden, um in der Lage zu sein von romantischer Zustandsbewahrung zu reden, wenn man auf diesem Gesteinsbrocken lebt, der währenddessen ständig einen Fusionsreaktor umkreist, welcher pro Sekunde 700 Millionen Tonnen Wasserstoff zu Helium fusioniert und dabei eine Gesamtleistung von etwa 400 Quadrillionen Watt freisetzt, welcher, wenn er sich nur mal räuspert und seine elektromagnetische Tätigkeit vorübergehend zurückfährt, sofort eine kleine Eiszeit auf unserm Gesteinsbrocken verursacht.

Also ruhig diesen Kurzschmöker konsumieren, nicht alles glauben sondern hinterfragen und bei der nächsten Zeitungshorrormeldung über abschmelzendes Eis in Grönland nicht gleich in Panik verfallen, sondern genüsslich bis zu der Stelle weiter lesen, an der beiläufig erwähnt wird, dass unter dem Eis etliche Wikingersiedlungen auftauchen. Ob die Namensgeber Grünlands vor tausend Jahren auch schon ein CO2 Problem hatten?

Ach ja und bitte, deswegen nicht gleich zur „Umwelts**“ mutieren.
0Kommentar| 49 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. April 2016
Der Titel darf auf keinen Fall als Kaufgrund gelten.
Die Thematik ist an sich spannend & wie immer bei Chriton fantastisch mit wissenschaftlichen und philosophischen Ansätzen und Thesen gefüttert.
Die hier verwendeten Quellen sind echt und können nachgelesen werden, was einem ziemlich Spaß machen kann.

Jedoch gebe ich 2 Sterne für die Grotten schlechte Handlung, in die die Thesen verpackt sind
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Februar 2007
Mit Welt in Angst hat Crichton meines Erachtens sich etwas von der Seele geschrieben, was ihn wohl schon eine Zeit lang bewegt hat: die frage, ob die veränderung der "Welt" ein natürlicher Vorgang ist oder ob "der Mensch" dafür verantwortlich ist. Seine Antwort: die Welt ist in ständiger Veränderung (alles fließt)und wie immer glauben die Menschen in ihrem in der Mehrheit "magischen Denken", sie wären dafür die Ursache. So wie die Maya glaubten, durch Menschenopfer (die Hingabe von etwas Wertvollem) ihre Götter besänftigen zu können, sagen die Priester der Gegenwart, was wir aufgeben müssen, um die Umwelt zu besänftigen. Zusammen mit der Statuserhaltung der Priester und Häuptlinge ein gefährlicher Vorgang für die Menschen, die durch diese Thesen in Freiheit und Vermögen betroffen sind. Ob Crichtons These richtig ist, vermag ich nicht zu sagen, die Argumente, die er in großer Fülle bringt, machen mich durchaus nachdenklich. Denkt man an das Klimaoptimum der Jungsteinzeit und die mittelalterliche kleine Eiszeit, so muss man wohl zugeben, dass sich die Natur oft nicht allzuviel um menschliche Ab- und Ansichten schert. Und dass in den Medien unpassende Tatsachen gerne weggelassen oder geleugnet (man denke nur an die jüngere Geschichte) werden, um die Tendenz "richtig" zu erfassen, ist bekannt.

Zur "Rahmengeschichte" habe ich den Eindruck, er hat sie im eigenen Auftrag geschrieben, professionell aber nicht übermäßig inspiriert, trotzdem lohnt das Lesen.
0Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Juni 2008
Hat man soetwas schon mal gesehen: Dem Roman beigefügt ist eine 30-seitige (!) vom Autor kommentierte und erläuterte Fachliteraturliste, die ebenso spannend und aufschlussreich ist wie der Roman selbst. Weiterhin gibt es ein persönliches Nachwort vom Autor zum Thema Umweltwissenschaft, Umweltpolitik und den Versuchen uns Medienbürger gelenkt in einen Zustand leichter Furcht zu versetzen, damit wir weiter brav dem manipulierten Mainstream-Wissen folgen.
Der Anhang des Buches ist somit der Thriller unserer Realität.
Der Roman selbst handelt von einer Gruppe Umweltterroristen, die versuchen mit allerlei inszenierten Katastrophen (Eisbergsprengung, Wetterbeeinflussung u.a.) die Öffentlichkeit wachzurütteln und das Thema Klimaveränderung zu dramatisieren. Gleichzeitig sind einige Agenten der Regierung unterwegs diesen Wahnsinn zu stoppen. Unterwegs erfährt man viel von der heutigen Klimapolitik, unser aller eingeschläfertes Umweltbewusstsein, dem verbreiteten Halbwissen, der Organisation von Umweltgruppen etc.
Als ich den Roman zu lesen began, interessierte mich dieses Thema ebensowenig wie einer der Hauptfiguren der Geschichte, dem Anwalt Evans, der hier stellvertretend ist für die schlecht informierte und belogene Öffentlichkeit (also auch mich), und der im Laufe des Romans Umweltpolitisch aufgeklärt wird. Der Roman ist ein getarntes Politik-, Philosophie- und Psycholgiebuch der leichten Sorte.
Man merkt dem Autor an, mit welch ungeheurem Engagement er an die Sache herangegangen ist. Geschickt versteckt er das komplexe Thema in einem mitreissenden Hollywood-Thriller voll satter Aktion (die natürlich da und dort unlogisch und überzogen ist), die das Buch zu einem echten Page-Turner machen.
Man kann sich den Kinofilm zu diesem Buch mitsamt den Schauspielern grad vorstellen, und wahrscheinlich ist genau das die Absicht des Autors: uns träumendes Volk der eingeschläferten Schafe ein leichtes Fressen hinzuwerfen in dem sich das scharfe Gewürz umweltpolitischer Wahrheiten befindet.
Der Originaltitel des Buches lautet "State of fear", und das kann man eigentlich nicht mit "Welt in Angst" übersetzen. Vielmehr ist der Originaltitel doppeldeutig. Einerseits bezieht er sich auf die Absichten der Terroristen, welche die Bevölkerung in einen Zustand der Angst (State of fear) versetzen wollen. Und andererseits leben wir laut dem Autor (Nachwort!) schon längst in einem unbewussten Zustand der Furcht. Denn genau diese Furcht führt zu dem berüchtigten Cocooning ("Einigeln") der Bevölkerung. Wir fühlen uns von einer gefahrvollen Zukunft bedroht, reden, diskutieren, glauben an mediale Unwahrheiten und versuchen brav und angepasst zu leben in der Hoffnung, alles wird sich schon irgendwie finden.
Und in dieser Haltung der eingeschläferten Furcht kann man auch locker Benzinpreise ins Masslose ansteigen lassen. Wir nehmen das hin. Es bestätigt unseren diffusen State of fear nur noch.
Für das beeindruckende Engagement des Autors gebe ich 5 *, für die Romanlogik nur 3*, für die Spannung und Lesbarkeit 4-5*.
Gesamt also 4*.
Verdient.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 10. Dezember 2006
Krimis wollen aufklären, und zwar rätselhafte Fälle, in dem sie die Täter entlarven. Der moderne Ökotriller will nicht nur Fälle aufklären, sondern sogar noch gleich die ganze Menschheit retten, und zwar vor Meeresverschmutzung. Klimaerwärmung, Treibhauseffekt und was es sonst noch geben mag. Michael Crichton hat mit seinem Bestseller "Welt in Angst" noch einen draufgesetzt: er will nicht nur rätselhafte Vorgänge sondern die Welt auch über die aufklären, die die Welt vorgeben, aufzuklären. zu wollen, und sie in Wahrheit verdummen!
Worum geht es? Mit viel Action, knappen Dialoge, mäßiger Charakterzeichnung und schnellen Tempowechseln entwickelt der Autor die rasante Geschichte einer weltweit operierende Gruppe von Ökoterroristen, die ohne Rücksicht auf Menschenleben im Interesse einer radikal anderen Klimapolitik Eisberge in der Arktis absprengen und Raketen in den Himmel schießen wollen, um die Unwetter zu verstärken. Nützliche Idioten in diesem planetarischen Mix aus Verdummung und Verbrechen sind Hollywood-Schauspieler und Mäzene, die sich mit besten Absichten vor den Karren der scheinbar unbestreitbar bewiesene Klimaerwärmung spannen und sich hinreichend Kohle abzapfen lassen, damit diese Gruppierungen auch finanziell operieren können. Ihre Antagonisten sind der geniale Klimaforscher Professor Kenner und der junge Anwalt Peter Evans, der im Zuge der weltweiten Jagd nach den Ökoverbrechern nacheinander in der Antarktis in eine Gletscherspalte fällt, der in einem Auto auf einen Wasserfall zutreibt, von Blitzen gejagt und giftigen Octopussen attackiert wird, ohne das Zeitliche zu segnen. Es geht wacker drunter und drüber auf allen Kontinenten, ehe die Welt am Ende dann doch noch gerettet wird - und zwar vor denen, die sie eigentlich retten wollen. So weit so unterhaltsam.
Hinter dieser Handlung, über deren Wahrscheinlichkeit man sicher geteilter Meinung sein kann, aber wartet noch ein zweites, viel interessanteres Buch - und zwar ein Buch über moderne Klimaforschung, deren Einzelheiten dem Leser während des gesamten Romans immer wieder unter die Nase gerieben werden. Man lese dazu als Einleitung nur das meisterhaft komponierte Interview zwischen einem Wissenschaftlerteam und Peter Evans auf den Seiten 90-99 und an vielen anderen Stellen. Die Gletscher schmelzen? Ja aber nur an den Rändern der Antarktis und das schon seit 6000 Jahren, verursacht durch eiskalte Fallwinde- der Rest der Arktis vereist dagegen weiter (S.208) Eine sehr oberflächliche Betrachtungsweise konstatiert einen parallelen Anstieg von Kohlendioxidausstoß und Klimaerwärmung über die letzten hundert Jahre. Aber in den USA beträgt diese Erwärmung im Mittel nur 0,3 Grad, außerdem ist zwischen 1940 bis 1970, in einer Zeit des weltweit gestiegenen Kohlendioxydausstoßes, in den USA sogar eine Abnahme der Durchschnittstermperaturen festzustellen (S.94). Obwohl die Steigerungsraten des Kohlendioxidausstosses auf den Tabellen einher kommen wie Steilwände, bedeuten sie lediglich, als dass in den letzten einhundert Jahren der Anteils des Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre von 0,000316% auf 0,000376% gestiegen ist.(S.380). Ist denn wenigstens der nachweisbare Anstieg der Bodentemperaturen in vielen Gegenden der Erde ein Beleg für die Klimaerwärmung? Keine Ahnung, antwortet Professor Kenner, Michael Crichtons Alter ego in dem vorliegenden Buch, aber sicher ist, dass die Bodentemperaturen immer dort steigen, wo sich Millionenstädte als "Wärmeinseln" bilden, während die durchschnittlichen Temperaturen in ländlichen Gebieten gleich bleiben oder sogar sinken (siehe Tabellen auf S. 363ff.) . Die Gletscher auf dem Kilimandscharo schmelzen? Ja, aber nicht wegen der globalen Erwärmung, sondern weil die Regenwälder zu seinen Füßen zum Teil abgeholzt wurden und damit weniger Feuchtigkeit in die Gipfelregionen steigen und dort als Schnee abregnen kann(S.416). Die Meeresspiegel steigen? Nicht nach den weltweiten Messungen seriöser Institute. Die Hurrikane nehmen zu? Wieder Fehlanzeige, die öffentliche Aufmerksamkeit nimmt zu, aber nicht die Häufigkeit er Hurrikane (Tabelle S. 417). Ja, aber selbst wenn das alles stimmt, mag man fragen, handelt es sich dann bei dem vorliegenden Buch nicht trotzdem um ein zutiefst gefährliches Buch, weil es die Widerstände gegen die ungehemmt weiter fortschreitende Umweltzerstörung hemmt? Crichton selbst, lässt einen der Protagonisten in dem vorliegenden Buch genau diese Frage stellen, und gibt auch gleich die Antwort. "Nur weil man gegen die Todesstraße ist, ist man noch lange nicht gegen Verbrechensbekämpfung"(S.419), mit anderen Worten: man kann durchaus die Umwelt lieben und schützen wollen, ohne der weltweiten betriebenen Verdummung aus Politik, Medien und Ökobewegungen auf den Leim gehen zu wollen. Das ist die Lehre aus dem vorliegenden Buch, und dafür gebe ich fünf Punkte.
0Kommentar| 35 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 24. Februar 2012
Crichtons 2004 erschienenes "Welt in Angst" ("State of Fear") zählt eher zu seinen weniger bekannten Romanen - aber für jeden, den fundierte Informationen über die Thematik "Umweltfragen" interessieren, ist das ein Buch, das man haben muss.

Ein Millionär kommt dahinter, dass mit seinen großzügigen Spendengeldern Ökoterroristen finanziert werden. Ein aberwitziger Wettlauf um das Provozieren oder Verhindern von künstlich herbeigeführten Katastrophen beginnt...

Niemand wird in Frage stellen, dass Crichton spannende Thriller schreiben konnte - das stellte er auch hier unter Beweis. Aber dieses Buch geht auch die Diskussion der Hintergrundfragen außerordentlich pointiert, ja provokant an. Man kann sich vor einem dicken Hals schützen, wenn man vorher Crichtons Nachwort liest. Umso interessanter wird es dann, die heftigen Behauptungen, die im Roman auftauchen, anhand der üppigen Quellennachweise zu referenzieren.

Um dann vielleicht seinen eigenen Standpunkt nochmal zu überdenken...

Himmel, der Junge hat mir ganz schön den Kopf gewaschen - und in welch einem Stil, in welcher Souveränität. Respekt!

print-jury 5* A0894 © 24.2.2012eg
11 Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Mai 2007
Die Ideen zum Klimawandel sind allemal volle fünf Punkte wert. Selbst falls die Tabellen und Fußnoten bzw. die daraus in diesm Buch gezogenen Schlüsse ausgedacht sein sollten, die Art wie Crichton sie präsentiert ist allein schon Beweis genug für die Möglichkeit, daß gegenläufige (und weitverbreitete) Meinungen ohne weiteres genauso konstruiert sein könnten.

Nur leider vernachlässigt Crichton dabei die Erzählung als solche. Zuviele Charaktere, zuwenig Spannung.

Fazit: Absolut lesenswerte wissenschaftliche Gedanken, leicht zu lesen. Aber bitte keinen spannenden Roman erwarten.
0Kommentar| 19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Juli 2013
Politisch nicht ganz korrekt kritisiert Michael Crichton in seinem spannenden Roman etablierte Öko-Institutionen. Die gesellschaftlich weitgehend anerkannten Umwelt-Aktivisten verfolgen demnach ihre eigene Agenda. Schon lange haben sie sich an Macht, Einfluss und reichliche Spendengelder gewöhnt. Gelegentlich kreieren oder schönen sie Prognosen, um ihre eigene Bedeutung aufzuwerten. Manche weit verbreiteten Öko-Überzeugungen entpuppen sich bei genauerem Hinsehen als reine Spekulationen, teilweise sogar als Erfindungen.

In seinem Nachwort fordert Crichton eine unabhängig finanzierte Wissenschaft. Gerade im Bericht der Ökologie sollten wichtige Daten neutral erhoben werden, nicht durch die Industrie oder durch interessengeleitete Öko-Institutionen.

Die Geschichte handelt von dem gutmeinenden Millionär Georg Morton, der bereitwillig verschiedene Öko-Projekte unterstützt, bis er bemerkt, dass hier manchen Katastrophen-Daten künstlich nachgeholfen wird. Um auch weiterhin Aufmerksamkeit und Spendengelder zu bekommen, inszenieren Umwelt-Aktivisten die Sprengung eines gigantischen Eisbergs in der Antarktis, ein tödliches Unwetter in einem amerikanischen Nationalpark und einen künstlichen Tsunami. Immer wieder kommt es zu Überfällen, Sabotage, Morden, Vertrauensbrüchen usw.

Crichton versteht eine spannende Geschichte zu erzählen. Das Buch ist absolut lesenswert. Nebenher regt es dazu an, sich auch einmal kritisch mit den Katastrophen-Meldungen der Öko-Institutionen auseinanderzusetzen.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

9,99 €
5,99 €