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am 18. Juni 2005
"Lakonik ist die wirklich hohe Kunst", hat mal jemand zu mir gesagt, dessen Urteil in Bezug auf Literatur ich wirklich schätze. Karen Duves Erstling "Regenroman" war hohe Kunst - ganz großes Tennis, sozusagen. Ein knochentrockenes, herrlich ironisches und eben sehr lakonisches Buch. Etwas so Witziges habe ich von nur sehr wenigen deutschen Autoren gelesen. Tja, und hier ist ihr neues - ein Märchen. Ein Märchen?
Irgendwo im hohen Norden liegt ein Königreich mit so krudem Namen, daß selbst die Bewohner es nur "Nordland" nennen. Die meiste Zeit über ist es dort dunkel oder kalt - oder beides. Die Gegend ist ärmlich, das Königsschloß eine bessere Holzhütte, die Pferde sind klein, häßlich und Fleischfresser, kaum etwas blüht je. Kein Ort, an dem man seinen Jahresurlaub verbringt. Die berühmte Barde Pennegrillo reist auch nur dorthin, um den Rekord der meisten Tourorte pro Saison zu brechen, aber König Rothafur sperrt ihn gleich nach dem umjubelten Auftritt ein, um während des langweiligen Winters etwas Unterhaltung am Hof zu haben, die sonst nur aus den altbekannten Zoten bestand, die Rothafur zu erzählen nie müde wurde. Der Megahit dieses Winters wird die Ode an Prinzessin Lisvana, die einzige Perle im schmucklosen Nordland. Und als Pennegrillo wieder südlichere Gefilde bereisen kann, macht die Nachricht von der zarten, überaus hübschen, aber leider nur mit spärlicher Mitgift ausgestatteten Prinzessin die Runde. Prinz Diego aus dem sonnigen und sehr reichen Baskarien begibt sich auf den Weg, um die Königstochter zu freien. Doch er hat die Rechnung ohne den eifersüchtigen Nordland-Ritter Bredur gemacht ...
Drachen, Zauberer, Feen, Ritter und strahlende Schönheiten bevölkern diese Geschichte, aber die Drachen sind eher feige und durchaus anschmiegsam, die Zauberer publicitygeile Trottel, die Ritter zumeist unritterlich, die Schönheiten entweder sehr zickig und bald schon tot. Alle Versatzstücke, die man aus Fantasy und Heldensagen kennt, tauchen irgendwo auf, und auch solche aus anderen Genres. Alles wird ergänzt um sehr liebevolle, durchaus lustige Details, die von der großen Phantasie der Autorin zeugen.
Und dennoch. Die Zutaten stimmen, und zuweilen kommt auch Amüsement auf, aber dann ist es doch wieder sehr konventionell, leider zu sehr. Die Story will nicht richtig überzeugen, trotz vieler irrer Wendungen bleibt es vorhersehbar. Satirische Fantasy stellt kein Neuland dar, und neben dem Vergleich mit sich selbst muß sich Karen Duve auch dem mit Terry Pratchett und anderen stellen, die das Genre und viele seiner Elemente treffender und weitaus komischer variiert haben. Bleibt ein solide erzählter, manchmal lakonischer, oft - aber insgesamt gesehen zu selten - komischer Roman über Helden, die keine sind, und Konventionen, die nicht wirklich durchbrochen werden. Der Spaß rettet sich durch viele Anspielungen und Querverweise - gerade noch so. Der Genrewechsel mag ein Vergnügen für Karen Duve gewesen sein, für den Leser ist er das nicht immer.
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am 28. August 2006
Zum Inhalt ist ja schon genug gesagt worden. Also hier nur zum Leseerlebnis. Karen Duves freundliche Märchenparodie liest sich locker und spaßig weg. Mit den Märchenmotiven wird amüsant gespielt - besonders furios am Anfang. (Das Königreich Snögglingduralthorma oder so ähnlich, die gartenbegeisterte Königin mit den kinderfeindlichen Röcken, der Prinz, welcher sein Blumenbeet seiner Mutter zum Tort grau schottern lässt, das Seeungeheuer mit den Wildschweinhauern...)

Anregend und weitgehend geglückt ist Duves Unternehmen, die von Haus aus eindimensionalen, archetypischen Märchengestalten in moderne Charaktere aus Fleisch und Blut, voll liebenswerter Schwächen, unerkannter Stärken und anstrengender Ambivalenzen zu verwandeln.

An einigen Punkten hätte Duve für meinen Geschmack allerdings noch pointierter und bissiger sein können. Beispiel: die gegen Ende auftauchende "Psychotherapeuten-Fee". Ein witziger Einfall, aber Duve versäumt es, sich entweder klar hinter ihren Helden Bredur zu stellen (und das Psychogesülze der Fee entsprechend durch den Kakao zu ziehen) oder aber hinter die Fee (was Bredur als klägliche Gestalt dastehen ließe). Daher verläppert die gute Idee etwas. Beispielhaft für das vielleicht zu große Bemühen, alle Figuren irgendwie sympathisch aussehen zu lassen, wodurch der Roman manchmal an Schärfe verliert. Und bei den langatmigen Beschreibungen von Gärten oder Geschmeide verliert sich Duve gelegentlich zu sehr im Genre und die Parodie schimmert nur noch leise durch.

Alles in allem aber gelungene, intelligente Ferienunterhaltung!
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am 17. September 2010
Die enführte Prinzessin ist ein Märchen in Romanvorlage. Ich bin ein großer Fan von Märchen und freue mich immer sehr wenn mir ein Buch in Märchenform begegnet. "Die entführte Prinzessin" ist wie man so schön sagt "ganz nett", kann es aber leider nicht mit Goldmans's "Brautprinzessin" oder Beyerlein's "Vollmondnächte" aufnehmen. Nichts desto trotz ist es ein unterhaltsames Märchen mit einer leichten und lustigen Stimmung.

Wie der Titel schon verrät wird eine Prinzessin entführt: Die wunderschöne Prinzessin Lisvana aus dem Nordland. Zu ihrer Rettung eilt Ritter Bredur mit seinem kleinen fleischfressenden Pferd Kelpie. Doch die Geschichte ist weit verzwickter als man denkt. Da wäre ja noch die verhängnisvolle Ehre, ein verliebter Prinz mit Rabeneltern, eine Insel voller Frauen und ein Zwerg mit Pilzgarten.

Ein Märchen über Liebe, Drachen und anderen Ungeheuern. Die Geschichte ist wirklich sehr abwechslungsreich und fantasievoll. Viele märchentypische Elemente tauchen auf: Ein Zauberglöckchen, welches einem drei Wünsche erfüllen kann, Hexe, Fee und Zauberer und selbstverständlich ein Happy End.

Drachen tauchen ebenfalls auf. Zwar war mir persönlich der Drachenanteil zu lang geworden, aber dennoch fand die Idee um Grendel den Drachen seinen festen Platz in der Geschichte.

Ungeheuer: Oh ja so manches Ungeheuer kam schon vor, allerdings für den Leser. Ich will sie kurz aufzählen:

Ungeheuer Nummer 1: Die Oberflächlichkeit der Charaktere. Sie sind weder Schwarz noch Weiß, Weder gut noch Böse. Eigentlich sehr interessant, jedoch kommt keine Hauptperson wirklich sympathisch rüber, sondern eher beschränkt und simpel. Vor allem des Prinzen unerbittliche Liebe erreicht irgendwann einen Nervpunkt. Im Märchen besitzen die Helden nie an Tiefe, mögen tun wir sie dafür dennoch.
In diesem Märchenroman allerdings wächst einem keiner so richtig ans Herz.

Ungeheuer Nummer zwei: Details. Die Autorin verliert sich in unzähligen Ausschweifungen und Beschreibungen, die für die Handlung einfach uninteressant sind und den Effekt von Langeweile verursachen.

Liebe: Kam nicht vor. Also ich hab sie vergeblich gesucht.

Das Märchen ist im großen und ganzen nicht schlecht, aber auch nicht weltbewegend. Ich würde es zumindest nicht noch einmal lesen und es nur weiter empfehlen, wenn man besonders Märchen gerne hat. Im Vergleich zu anderen Romanen in Märchenform schneidet es sicherlich schlechter ab.

"Der will nur spielen."
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am 5. März 2005
Hoch oben im Nordland lebt Prinzessin Lisvana und es mangelt es an Prinzen, die sie heiraten wollen. Denn die Mitgift ist einfach zu popelig. Nicht, dass die Prinzessin diesen Prinzen-Mangel allzu sehr vermissen würde. Denn immerhin gibt es den Ritter Bredur und immer, wenn die beiden sich „zufällig" auf der Turmtreppe treffen, werden ihr die Knie weich.
Doch eines Tages kommt doch noch ein echter Prinz ins Nordland. Der schwarze Prinz aus Baskarien, reich ist seine Familie, wer „in" sein will, richtet sich nach den Sitten in Basko und Lisvana betrachtet ihn mit Wohlgefallen. Soweit ist alles in Butter und der Hochzeit stünde nichts mehr im Wege, wenn Ritter Bredur nicht beim Tanz dem unwillkommenen Konkurrenten ein Bein stellen würde, woraus sich eine prächtige Schlägerei entwickelt. Danach entführt der schwarze Prinz Lisvana einfach und Ritter Bredur folgt ihr durch ganz Europa, um sie zu befreien. Doch so einfach ist das alles nicht, denn Lisvana weiß nicht so recht, ob sie befreit werden will und welcher der beiden ihr besser gefällt. Als sie es dann doch weiß, kann der Erwählte sich plötzlich nicht mehr entscheiden ...
Karin Duve mischt fröhlich alte Märchenmotive aus den verschiedensten Kulturkreisen mit Fantasy-Themen, vergisst auch nicht eine Prise literarischer Anspielungen und hat ein Buch geschrieben, das gleichermaßen witzig wie phantastisch und realistisch ist. Nicht die übliche heroische Märchen-Fantasy-Schiene, die seit dem Tolkien-Revival uns mit den immergleichen Heldengeschichten zu langweilen weiß, sondern menschliche, sehr menschliche Helden und Prinzessinnen und eine Autorin, die alle durch den Kakao zieht. Ein wenig erinnert das Buch an „die Zauberlaterne" von Wolfheinrich von der Mülbe. Selten, dass deutsche Autoren sich auf dieses Gebiet wagen. Und Karin Duve, die so von der Literaturkritik verwöhnt und in die Schublade „Hochliteratur" gepackt wurde, gebührt Dank, dass sie keine Hemmungen hatte, einfach mal das Genre zu wechseln. Es ist ihr voll und ganz geglückt.
Einzig am Schluss habe ich ein wenig das Gefühl gehabt, dass sie etwas ihre Phantasie verlässt - oder traute sie sich nicht, dort ihre Helden richtig ernst zu nehmen? Doch das ist Beckmesserei und soll niemand von diesem Buch abhalten, dass in der Zeit immer gleichförmigerer Texte - egal ob in der „Hochliteratur" oder der „Fantasy" - einfach ein Lichtblick ist. Dem Leser wachsen jedenfalls die Prinzen und Ritter, Prinzessinnen, Kammerjungfern und Zwerge schließlich ans Herz. Auch Don Quichotte hat letztendlich die „echten" Helden all der anderen Ritterromane seiner Zeit überlebt.
Fazit: Ein Buch zum Schmunzeln, Lachen und ein Muss für jeden, der Witz und die Mischung aus Realität und Phantasie liebt.
(C) Hans Peter Roentgen
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am 28. Januar 2005
Ein wunderbares Buch, in das man so richtig schön abtauchen kann.
Mit viel Phantasie wird in einer genialen Farbenpracht ein Märchen erzählt, das viele Brücken in die Realität schlägt. Packend nimmt uns Karen Duve mit auf eine Reise in die Welt der Könige, Prinzen und Prinzessinnen, Ritter, Drachen, Zwerge und Zauberer. Die Helden werden angetrieben durch Liebe, Sehnsucht, Trotz, Stolz und das tiefe Bedürfnis zu beweisen, dass mehr in einem steckt.
Die Spannung bleibt bis zum Ende und man mag das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Mit viel Liebe zum Detail zaubert Duve wunderschöne Bilder in die Köpfe der Leser.
Hier sind 5 Sterne in jedem Fall angebracht.
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am 28. September 2008
ich besitze dieses buch nun schon über ein jahr, war aber nie in der stimmung es aus dem regal zu nehmen und zu lesen. irgendwie hat mich ein anderes immer mehr gereizt.
ein großer fehler!
es handelt sich hierbei um eine ganz wunderbare märchenparodie die so drollig komisch geschrieben ist (besonders viel und häufig mußte ich bei der beschreibung der hof- und lieblingszwerge der königin lachen, vornehmlich über pedsis kleidungsstil nachdem er sich bei hof etabliert hat....) und gleichzeitig irgendwie doch so herzzerreißend romantisch, dass man es nicht aus der hand legen kann.

zugegeben: auf den ersten paar seiten wollte es nicht so recht in schwung kommen, was mit sicherheit daran lag, dass das nordland (bzw. hier snögglingduralthorma genannt) einfach nur langweilig ist. man bekommt dann aber doch recht schnell spaß, vor allem wenn man zur liste der heiratsfähigen königstöchter gelangt... zum schreien komisch, wie diese von den fahrenden sängern beschrieben werden!

in dieser geschichte geht es um die wunderschöne prinzessin lisvana, die vom prinzen diego entführt wird in dessen prunkvolles königreich baskarien. verfolgt werden sie vom ritter bredur, der sich ebenfalls einbildet lisvana zu lieben und durch ihre rettung sein ansehen am nordländischen hof wieder herstellen möchte, das aufgrund eines vorfalls bei prinz diegos besuch sehr gelitten hat.
die prinzessing ziert sich - trotz ihrer liebe zu diego - fürchterlich und zeigt ihm nur die kalte schulter. sehr amüsant geschrieben und trotzdem auch immer spannend.
diego verläßt schließlich sein königreich um seiner mutter eine seltene pflanze (die goronzie, allein die beschreibung dieser "pflanze" hat mir lachtränen entlockt, als ich mir das blaue goronzi vorgestellt habe, das aus der blüte geschlüft ist) zu beschaffen und damit lisvana merkt, wie sehr sie ihn vermißt.
auf demselben schiff heuert auch bredur an und die beiden müssen allerlei abenteuer bestehen...
unglücklicherweise wird die prinzessin in derselben zeit nochmals entführt, was die handlung nochmal durcheinanderbringt und man sich lange zeit nicht sicher ist, wer nun seine große liebe bekommt und wer nicht.
sehr schade fand ich, dass bredurs geliebte sassilissa nicht mehr auferstanden ist, als er diese aus versehen zu fall brachte und sie daraufhin verunglückt. ich hatte all meine hoffnungen auf das zauberglöckchen gesetzt.

sehr lesenswert und auch vorlesenswert für die kalte jahreszeit, auch für kinder!

viel Spaß!!!
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am 28. Oktober 2010
Ein großartiges Buch und nur vordergründig Fantasy.
Das Thema "Verzeihen" zum Beispiel steht hier (neben vielen anderen zwischenmenschlichen Problemen) ganz im Vordergrund: Wie geht man als Prinzessin mit einem Entführer um den man liebt? Wie mit einer zukünftigen Schwiegermutter, die einen mit Ruten durchprügeln läßt und so dazu zwingt, die dreckigen Unterhosen der Ritter vor dem halben Hofstaat zu waschen? Wie behält man trotzdem seine Würde und welche Grenzen hat Loyalität - oder der eigene Stolz?
Gespiegelt hierzu - wie lernt man als Prinz Demut, wie als Ritter Tugend - und wie macht man Fehler wieder gut?
Dabei ist die Autorin nie belehrend, ihre Figuren entwickeln sich fast spielerisch und innerhalb der (fast klassisch märchenhaften) Geschichte weiter. Das Ganze ist zudem höchst amüsant und - natürlich auch "fantastisch" geschrieben.

Mein Fazit:
Kurzweilig und tiefgründig - sehr empfehlenswert.
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am 3. Oktober 2009
Prinzessin Lisvana ist so liebreizend, dass trotz popeliger Mitgift gleich zwei Galane um ihre Gunst buhlen: Der schwerreiche schwarze Prinz und der tapfere Ritter Bredur. Wie aus diversen Geschichten bekannt, führt diese Konstallation zuverlässig zu Problemen und nur wenige davon werden hier ausgelassen.
Von den diversen Geschichten mit dem gleichen Plot unterscheidet sich diese allerdings durch ihre Leichtigkeit und den Humor. Karen Duve hat gekonnt Fantasy- und Märchenmotive vermischt und sie so lange gegen den Strich gebürstet, bis alle Düsterschwere draußen war, die Fantasy sonst oft anhaftet. Darit ähnelt dieses Buch ein wenig den Werken von Susan Dexter, die allerdings mehr Slapstikelemente enthalten.

Da die Geschichte zum Ende hin ein bisschen an Fahrt verliert und gegen Schluss sogar ein paar Längen aufweist, habe ich "nur" vier Sterne vergeben.
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Zum Inhalt. Es war ein Mal, vor langer Zeit,...... da lebte im sehr kalten und öden hohen Norden, in einem Land mit einem etwas sperrigen Namen, Snögglingduralthora, ein König, der hieß Rothafur. Mit seiner etwas eigensinnigen Frau hatte er zwei Kinder, einen Thronfolger und eine bildhübsche Tochter. Diese reizende Prinzessin Lisvana war immer noch ledig, und das lag vordergründig an ihrer nur sehr kleinen Mitgift.
Nun gibt es aber, im fernen Mittelmeerraum, einen ungeheuer reichen südländischen Prinzen, dem ist es egal, ob diese Prinzessin reich oder arm ist. Er findet es eher noch humorig, wenn er sich jetzt diese arme Prinzessin aussucht. So kann er seine reichen Eltern, besonders aber seine Mutter, hinlänglich ärgern. Denn die findet es gar nicht lustig, dass sich ihr Sohn ausgerechnet diese arme, schöne Prinzessin heiraten will.
Schließlich reist der ganze Hofstaat aus Baskarien in Richtung Norden. Die Brautwerbung verläuft anfangs auch ganz erfolgreich. Lisvana ist ziemlich angetan von dem schicken, schwarz gekleideten südlichen Prinzen. Doch dann kommt es beim Tanz zu einem verheerenden Zwischenfall. Bredur, ein nordländischer Rittersmann, der sich auch über beide Ohren in die Prinzessin verliebt hat, ahnt Schlimmes. Aus lauter Verzweiflung, anfliegendem Kummer und brennender Eifersucht stellt er dem smarten Tänzer ein Bein. Das ist der Auslöser für die folgende geharnischte Saalschlacht. Dabei wird dem Vater von Lisvana ein Zahn ausgeschlagen. Entrüstet lehnt die Prinzessin darauf hin den Heiratsantrag ab, denn wer ihren Vater schlägt, den kann sie nicht heiraten.
Und dann passiert es, wie der Titel schon vermuten lässt, in der Nacht entführt nun Prinz Diego Prinzessin Lisvana. Sie wird an diesen baskarieschen Hof verschleppt, wo sie sich immer noch standhaft weigert diesen Prinzen zu heiraten. Es ist aber nicht das letzte Mal das diese Prinzessin entführt wird. Denn Ritter Bredur, voller Sehnsucht und Liebesleid, macht sich auf den Weg, um die Angebetete zu befreien.
Lisvana, die in Ihrer Entscheidungsfindung so verunsichert wurde, weiß nicht wirklich für wen ihr Herz schlägt. Würde sie dem Prinzen nachgeben, weil er ein reicher Prinz ist, dann wäre das aus ihrer Sicht charakterlos. Als sie schließlich ihre Wahl entschieden hat, ist es der Auserwählte der sich zu einem Entscheid durchringen muss.
Die Schriftstellerin Karen Duve kannten wir bisher weniger als Märchenerzählerin, sondern als Autorin sehr abgründig garstiger Romane, über Lebensleid und Liebesleid. Der Bestseller „Regenroman" war ihre erfolgreichste Publikation. Jetzt wagt sie sich auf ein völlig neues Terrain, es ist ein „Ausflug in die Drachenzeit"
.
Das Buch ist uneingeschränkt, ein Liebeslied und eine Hommage, an die Liebe und an die Märchen.
Das Buch ist rasant geschrieben, witzig, ironisch humorvoll mit einer gehörigen Prise „Fantasy", und spannend bis zum Schluss. Dieser „Ritterroman" arbeitet unglaublich atmosphärisch und ich empfehle dieses Buch mit Nachdruck und Leidenschaft, aus vielen Gründen.
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am 11. Oktober 2005
„Die entführte Prinzessin" ist eine fantastische Erzählung um Liebe und Freundschaft, eine entführte Prinzessin, einen verzweifelten Prinzen und etwas uneinsichtige Eltern. Mit sehr viel intelligentem Humor wurde den liebenswerten Charakteren Leben eingehaucht, das sie überzeugend auf den beschriebenen Seiten zu nützen wissen, um vielerlei Abenteuer und Missverständnisse zu erleben.
Karen Duve hat ein klassisches Thema genommen und daraus eine moderne Geschichte gestrickt, die sich mit großer Literatur durchaus zu messen vermag. Brilliante Einfälle und ein unvergleichlicher Witz, der sich durch das Buch zieht, erheben es über einige andere Prinzessinnengeschichten.
Ein kurzweiliges Buch, das man vielleicht besser nicht im Zug lesen sollte, da die anderen Fahrgäste immer so irritiert blicken, wenn man ohne jeglichen Grund anfängt zu kichern. Dies ist wirklich unschätzbare Literatur, die in keinem Bücherregal fehlen sollte. Wer Geschichten um Liebe, Drachen und verzweifelte Prinzen und sture Prinzessinnen mag, muss es einfach lesen. Herrlich schön!
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