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am 13. Juni 2008
Ein Australier, der eine Geschichte über Nazideutschland erzählt - ungewöhnlich? Nein, denn Autor Markus Zusak hat deutsche und österreichische Wurzeln. Die Erzählungen seiner Eltern über die Bombenangriffe auf München im Zweiten Weltkrieg verarbeitete er in diesem Jugendroman.
Zusak lässt diese ungewöhnliche und anrührende Geschichte nicht aus der Sicht der Bücherdiebin erzählen und auch nicht aus der Sicht eines unbeteiligten Erzählers, sondern aus der Sicht des Todes. Der Tod in diesem Roman ist kein Sense schwingender Knochenmann mit schwarzem Kapuzenmantel, sondern ein interessierter und betroffener Beobachter, der die Menschen nur zum Teil versteht und sich seinen eigenen Reim auf die Geschehnisse macht. Im Jahr 1943, als schließlich die Bomben auf Deutschland herabregnen, ist der Tod bereits unglaublich müde von den tausenden und abertausenden Toten, deren Seelen er wegbringt. Er trifft Liesel Meminger an drei Wendepunkten in ihrem Leben und berichtet rückblickend über das Leben der Bücherdiebin.

Zusak gelingt es, diese Geschichte über das Dritte Reich, die schrecklich und schön zugleich ist, ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Anklage, ohne erdrückende Moral zu erzählen. Er berichtet behutsam vom Krieg, vom Holocaust, von Wahnsinn und Liebe, von Menschen, die sich gegen die Judenverfolgung einsetzen und von Menschen, die Hitler bedingungslos folgen. Diese Geschichte ist naturgemäß eine traurige. Ein einziges Schicksal unter vielen hat der Tod sich hier herausgegriffen, und doch steht Liesel Meminger für viele andere Menschen im Zweiten Weltkrieg.
Zusak greift bereits am Anfang den Ereignissen vor, indem er den Tod berichten lässt, was sich zugetragen hat. Wir ahnen also bereits dunkel - auch wenn der Autor nicht alles enthüllt - was passieren wird. Die letzten Seiten, ja Kapitel, sind dennoch unglaublich traurig, und wie die Bücherdiebin möchten wir auf die Knie sinken und weinen. Es ist fast unmöglich, dieses Buch zu lesen und dabei keine Tränen zu vergießen. Dabei zeigt Markus Zusak seine größte Stärke, nämlich seinen ungewöhnlichen Umgang mit der Sprache. Er schreibt bisweilen poetisch, aber nie schwülstig, bricht die Sätze an ungewöhnlichen Stellen auseinander, greift zu neuen Wortschöpfungen. Er lässt uns staunen und leiden, denn diese Geschichte kann einen nicht kalt lassen.

"Die Bücherdiebin" ist ein mutiges und wunderschönes Stück Literatur, ergreifend, spannend und ungewöhnlich geschrieben. Für Jugendliche und Erwachsene unbedingt empfehlenswert.
1111 Kommentare| 607 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Mai 2011
Es ist mir noch nie passiert, das ich nach dem Lesen eines Buches lange vor dem Bildschirm sitze und nicht weiß, wie ich meine Eindrücke in Worte fassen soll...
Zunächst: Ich habe beim Lesen von Markus Zusaks "Die Bücherdiebin" geweint, gelacht, geträumt, gezittert...
es hat in mir unglaublich viele Emotionen ausgelöst wie selten ein Buch zuvor. Es gehört für mich in meine Kategorie "Lebensbuch", das sind Bücher, die sich in mein Herz lesen und die mein Leben ein Stück prägen.
Ich bin einfach sehr froh, dass dieses wunderbare Buch geschrieben wurde.
Der Tod erzählt die Geschichte von Liesel Meminger und er umschreibt die Sterbemomente mit Farben, um das Leid ertragen zu können. Als Liesels Bruder stirbt ist der Himmel weiß, gleißend weiß. Ein bildhaftes und sehr stimmungsvolles Stilmittel des Autors.
Überhaupt ist die Figur des Todes sehr sympathisch, ja der Leser hat fast Mitleid mit dem vielbeschäftigten Gesellen. Behutsam löst er die Seelen aus den Körpern und legt sie auf das Förderband zur Ewigkeit. Was für eine tröstliche Vorstellung! In diesen Szenen wird die äußerst gefühlvolle und einfühlsame Sprache des Autors besonders deutlich. Es sind meine Lieblingstellen.
Zum Inhalt möchte ich gar nichts mehr schreiben, das ist zu Genüge geschehen. Besonders gefallen hat mir, dass ein schreckliches Thema, nämlich das des 2. Weltkrieges, dem Leser nahe gebracht wird ohne zu polemisieren, ohne zu belehren oder zu dozieren, nein, der Autor lässt es den Leser fühlen und miterleben. Und zwar die alltäglichen Schrecken des Krieges. Ich konnte das manchmal kaum aushalten.
Ich war stundenlang in diesem Buch gefesselt, habe mit den Menschen mitgelebt, gefühlt, geweint. Es hat mich Zeit und Tränen gekostet, aber ich habe sehr viel gewonnen: Die Einsicht, dass nicht der Tod der Feind der Menschen ist, nein, der Mensch ist selbst sein größter Feind. Und wir können uns nur gegenseitig vor uns bewahren, in dem wir der Welt ein Stück von uns und von unserer Liebe schenken. Und dieses Buch hat mir ganz viel geschenkt.
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am 24. April 2008
Gerade eben habe ich die Lektüre dieses ungewöhnlichen, ergreifenden Romans beendet. Die Geschichte handelt davon, wie das Mädchen Liesel, die während des dritten Reiches bereits alle Menschen, die sie liebt, verloren hat, bei ihren Pflegeeltern Hans und Rosa Hubermann aufwächst.

Die Charaktere dieser Ersatzeltern sind überaus liebevoll mit all ihren Fehlern und Schwächen gezeichnet. Die Mutter Rosa hat eine extrem rauhe Ausstrahlung, sie nennt Liesel z. B. Saumensch und wirkt beim ersten Kennenlernen eher unsympathisch. Schon bald zeigt sich aber, dass Rosa zwar eine rauhe Schale aber ein weiches und gutes Herz hat.

Der Pflegevater Hans schließt Liesel sofort in sein Herz, er ist gutmütig und warmherzig.

Im Laufe der Geschichte, die uns vom Tod (dem Sensenmann) erzählt wird, versteckt die Familie einen jüdischen Faustkämpfer in ihrem Keller.
Trotz großer Angst vor Entdeckung kommt es für Hans und Rosa nicht in Frage, den Juden Max davon zu schicken und ihn seinem Schicksal zu überlassen. Das Leben von Max kann erst dann nicht mehr beschützt werden, als Hans einem halb verhungerten jüdischen Mann ein Stück Brot gibt, und er somit ins Visier der Nazis gerät.

Besonders schön und ungewöhnlich sind die im Roman enthaltenen bebilderten Geschichten, die Max als Geschenke für seine Freundin Liesel angefertigt hat.

Es ist für mich immer wieder unglaublich und zutiefst verstörend, dass es im dritten Reich so viele Menschen gegeben hat, die ihren jüdischen Mitmenschen jedes Recht auf Menschlichkeit und Menschenwürde abgesprochen haben. Max malt sich selbst in seiner Geschichte auch nicht mehr als Mensch, sondern als Vogel. (Seine Haare erinnern Liesel an Federn)

Sehr gut hat mir auch gefallen, dass die Geschichte zum Nachdenken anregt, sei es über Rassenwahn, Vorurteile oder nicht ganz einfache Entscheidungen, die man in seinem Leben zu treffen hat.

Das Schicksal ist nicht planbar und Herzenswünsche sollte man besser schnell verwirklichen, bevor es zu spät ist.

Alles in allem ist dieser Roman sowohl inhaltlich als auch sprachlich sehr gelungen und zu Herzen gehend. Ich kann die Lektüre nur empfehlen !
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am 19. März 2008
Markus Zusak ist mit der Bücherdiebin ein faszinierender wie einfühlsamer Roman über Menschen in Nazi-Deutschland gelungen. Das Buch berührt, denn es zeigt schnörkellos die Grauen des Zweiten Weltkriegs, aber auch die Herzlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Menschen untereinander. von unserer Redakteurin
Silke Schröder

Und die Kraft, die Bücher haben, um Menschen in scheinbar aussichtslosen Situationen immer wieder in eine bessere Welt zu entführen. Der australische Autor mit deutsch-österreichischen Wurzeln verarbeitet in dem Roman Teile seiner eigenen Familiengeschichte – und verliert dabei trotz des ernsten Themas nicht seinen Humor, denn schließlich ist der Ich-Erzähler kein geringerer als Gevatter Tod selbst. Dass dem die kleine Liesel immer wieder von der Klinge springt, liegt auch daran, dass er eine Schwäche für Bücher lesende Menschen hat.

Eine eindringliche Aufarbeitung deutscher Geschichte auf einer sehr persönlichen Ebene, die durch die außergewöhnliche Aufmachung des Buches mit seinen Zwischenbemerkungen und Illustrationen noch unterstrichen wird. Wirklich empfehlenswert für Erwachsene und Jugendliche.
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Lediglich einen Tag habe ich gebraucht, um die 592 Seiten der Bücherdiebin förmlich zu verschlingen. Normalerweise liest man Bücher, die aus der Sicht des Hauptdarstellers, des Mörders, des Opfers, des Liebenden oder eines anderen Menschen erzählt wird. Doch ich persönlich habe noch nie ein Buch gelesen, welches aus der Sicht des Todes geschrieben wird.

Markus Zusak macht in seinem Roman den Tod zum Hauptdarsteller und gibt ihm menschliche Züge. Der Autor schafft es sogar, dass man sich auf eine gewisse Art und Weise mit dem Tod auseinandersetzt und sich fast mit ihm anfreundet. Denn in diesem Fall ist der Tod mehr als nur ein Bote, der die Menschen aus dem Leben holt. In diesem Fall hat der Tod ein Herz und eine Seele.

In einer sehr leicht geschriebenen Art und Weise erzählt der Tod vom Leben der Bücherdiebin Liesel. Als Liesel das allererste Buch im Alter von 10 Jahren stiehlt, versinkt sie quasi in den Sog und die Faszination, die Worte in ihr auslösen können. Sehr oft habe ich mich in den Beschreibungen wiedererkannt, da auch ich eine Buchliebhaberin bin. Ich kenne das Gefühl, an Büchern zu riechen oder aber sie mit den Händen zu berühren und dabei ganz tiefe Emotionen zu spüren.

Die Bücherdiebin wird auch Ihnen etwas stehlen. Nämlich Zeit. Aber diese werden Sie ihr, sofern Sie sich auf diese sehr phantasievolle Reise einlassen, gerne geben. Die Randgeschichte dieses Buches spielt im zweiten Weltkrieg und gibt dem Leser die Möglichkeit, sich an die schreckliche Zeit von damals zu erinnern, die die meisten von uns ja nur aus dem Schulunterricht oder Lehrbüchern kennen. Liesel hat Freunde in ihrem Leben, die teilweise ihre Leseleidenschaft teilen und sie noch mehr zu etwas sehr Besonderem machen. Doch werden diese Menschen Liesel ihr ganzes Leben lang begleiten oder aber wird der Tod an ihre Stelle rücken?

Mich hat das Buch, vor allem am Ende, auch sehr zum weinen gebracht. Nicht nur wegen der Dinge, die in dem Roman geschehen sondern vor allem auch, weil es mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Machen wir immer das Richtige in diesem Leben? Handeln wir immer so, wie unser Herz es uns sagt? Würden wir anders handeln, wenn wir wüßten, dass der Tod schon an unserer Seite spazierengeht? Dieses Buch ist sehr einfühlsam, emotional und irgendwie auch zärtlich geschrieben. Wobei ich diese Zärtlichkeit nun mehr den Büchern gegenüber sehe.

Und es zeigt auch, dass man Worte so sehr lieben kann, dass man sie nicht nur liest, sondern vielleicht auch gerne niederschreibt. Und wenn man Glück hat, so überlebt das Papier sogar über Jahrzehnte hinweg. Papier ist geduldig. Und der Tod manchmal auch.

Für mich das Buch des Monats März 2008, welches ich vor allem jedem Buchliebhaber sehr ans Herz legen möchte! Die Zeichnungen, die dieses Buch zudem bildhaft machen, runden den tollen Gesamteindruck ab.

Und so beklemmend, wie einem das Thema "Tod" nun auch vorkommen mag, genauso tröstlich ist dieses Buch auch. Denn wüßte ich, dass der Tod so wäre, wie Zusak in beschreibt, so würde ich ihm meine Seele am Ende meines Lebens, gerne in die Hände legen.

Das andere Buch des Autors "Der Joker" habe ich direkt bestellt und ich hoffe, dass Markus Zusak mich damit wieder genauso in seinen Bann ziehen wird.
****
Nachtrag 23.02.2014: Inzwischen habe ich das Hörbuch dieses Romans gehört und ich bin so wahnsinnig begeistert von der Stimme des Sprechers. Eigentlich höre ich so gut wie nie Hörbücher, weil ich viel zu schnell dabei einschlafe. Und so hat mich Boris Aljinovic in den letzten Abenden in meinen Schlaf begleitet. Und dennoch habe ich das komplette Hörbuch gehört. Natürlich war es von Vorteil, dass ich die Geschichte schon kannte, aber es gab so viele Dinge, an die ich mich gar nicht mehr erinnerte und ich freute mich, diese nun wieder neu erleben zu dürfen. Boris Aljinovic spricht die Geschichte einfach wunderschön. Seine Stimme ist beruhigend, wird aber auch lauter, wenn der Text es verlangt und er schafft es auch sehr gut, an einigen Stellen seine Stimme zu verstellen, um sie der entsprechenden Person gegenüber authentisch wirken zu lassen. Wunderschön fand ich es immer, wenn er die "Liesel" gesprochen hat. So zaghaft und fein.

Ich bin mir sicher, dass ich dieses Hörbuch nicht zum letzten Mal gehört habe! Denn schlaflose Nächte kennt ja sicher jeder von uns und ein sehr gut vorgelesenes Buch zu hören ist sicher gesünder, als sich Schlafmittel einzuverleiben, oder? ;-)
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am 23. Oktober 2009
'Die Bücherdiebin' spielt im 2. Weltkrieg und erzählt die Geschichte des Mädchens Liesel Meminger, die zuerst ihre Familie verliert und von dem Ehepaar Hans und Rosa Hubermann als Pflegetochter aufgenommen wird. Das Besondere daran: nicht Liesel selbst erzählt ihre Geschichte, sondern der Tod, der in dieser Zeit allgegenwärtig ist. Doch auch er hat eine menschliche Seite durch sein Interesse an und seinem Mitgefühl für die Menschen.
Es ist 1939. Als die neunjährige Liesel vor dem Haus der Hubermanns ankommt, weigert sie sich, aus dem Auto zu steigen. Sie wurde für immer von ihren Eltern, angeblich Kommunisten, getrennt und musste den Tod ihres kleinen Bruders miterleben. Für Liesel beginnt jedoch in der Himmelstraße in Molching bei München eine glückliche Zeit, so glücklich wie sie im Krieg nur sein kann. Sie findet in Hans Hubermann einen liebevollen neuen Vater, der ihr das Lesen beibringt und in Rosa Hubermann eine ruppige, aber nicht herzlose, neue Mutter. Sie findet einen Freund in Gestalt von Rudi Steiner, der besessen ist von dem schwarzen Leichtathleten Jesse Owens, aber auch in der psychisch labilen Frau des Bürgermeisters findet sie eine Freundin.

Liesel kommt durch Zufall zu einem etwas speziellen Hobby: sie wird Bücherdiebin. Zuerst ist es ein Buch, das herrenlos im Schnee liegt, ein weiteres rettet sie vor dem Feuer, bis sie schließlich auch Äpfel und andere Lebensmittel stiehlt. Ein besonderes Anliegen sind ihr dabei aber trotz aller Not immer die Bücher.

Rudi und Liesel gehen gemeinsam auf Beutezug, sie teilen alles, nur ein Geheimnis hat Liesel vor ihm: den Juden Max, der von ihren Pflegeeltern in deren Keller versteckt wird und der für sie eine Geschichte schreibt. Jahre vergehen, ab 1943 fallen die Bomben der Alliierten auch auf Molching. Liesel liest den Menschen im Luftschutzbunker vor und trägt alle damit wenigstens für kurze Zeit in eine andere Welt.
Mit seinem Roman 'Die Bücherdiebin' ist Markus Zusak eine Hommage an Bücher und die Kraft der Worte gelungen. Er schreibt in einer Sprache voller Facetten: zum einen gibt es die naturgemäß distanzierte Sprache des Erzählers, des Todes, aber auch eine bildhafte und bunte Sprache, wenn Liesel in ihren Notizen zu Wort kommt und nicht zuletzt die knapp gehaltene Sprache der Nazipropaganda.
Sein Werk hat zwar Romancharakter, ist aber von Erzählungen seiner Mutter beeinflusst, die einige Gemeinsamkeiten mit der Hauptperson Liesel hat. So liegt der Szene, als ein Zug jüdischer Häftlinge durch Molching geführt wird und ein Gefangener ein Stück Brot zugesteckt bekommt, was entdeckt und hart bestraft wird, ein wahres Ereignis zugrunde.
Wer bei dem Stichwort 2. Weltkrieg an eine trockene Zeitzeugengeschichte denkt, wird eines Besseren belehrt werden. Trotz der manchmal schonungslosen Darstellung von Krieg und Tod wird der Leser in den Bann dieser Geschichte mit ihrer anschaulichen Sprache gezogen. Für Jugendliche ab 12 Jahren ist der Roman trotz seines großen Umfangs sehr zu empfehlen, ist aber genauso für Erwachsene äußerst lesenswert.
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am 10. Februar 2009
Als ich das Buch zum ersten Mal in die Hände nahm, entschied ich mich es nicht zu lesen! Ich blätterte es durch und war, durch die simple Sprache und die ungelenken Zeichnungen, eher an ein Kinderbuch erinnert.
Dann bekam ich das Buch geschenkt.
Nachdem ich mich durch die ersten Seiten etwas bemüht hatte, tauchte ich immer tiefer in die Geschichte ein. Sie hat mich gefesselt und tief berührt.

Da der "Ich-Erzähler" dieser Geschichte nicht die Protagonistin sondern der TOD ist, wird neben dem Blick auf das Leben auch ein Blick auf das Sterben ermöglicht. Warum begegnen die Menschen dem Leben und dem Tod auf so unterschiedliche Weise? Worin liegt die größere Herausforderung und Schwere? Warum entscheiden sich manche für das Leben, andere dagegen?

Viele Personen in der Geschichte zeigen, trotz der Brutalität des Lebens, Charakter, Herz, Stärke, Liebe und Hilfsbereitschaft. Wenn auch nur das nötigste zum Leben bleibt, so hilft der Gedanke an geliebte Menschen sowie die Magie von Musik und Worten vieles zu überwinden.

Bis zum Ende war ich sehr gespannt wie die Geschichte für all die wunderbaren Charakteren ausgeht. Was bleibt ist Betroffenheit aber auch Zuversicht und die Erinnerung daran, nichts Wichtiges aufzuschieben, denn irgendwann ist es für alles zu spät - selbst für einen Kuß.

Ich bin dankbar für ein wundervolles Geschenk!
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am 27. November 2009
Seit langem habe ich nicht mehr so ein gutes Buch gelesen!

Ich möchte nicht auf den Inhalt eingehen, nur festellend sagen, dass ich jetzt nachdem ich das Buch gerade aus der Hand gelegt habe, traurig und tief berührt hier sitze und sagen muss:

Der Tod schreibt wahrhaft charmant und tiefsinnig!

Selten hat mich ein Buch so berührt!
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am 13. Juni 2016
Der Tod sammelt die Seelen der Verstorbenen ein und trägt sie fort. Im Zweiten Weltkrieg in Deutschland hat er mehr zu tun als ihm lieb ist. Als der Tod den kleinen Werner Meminger zu sich holt, trifft er dessen neunjährige Schwester Liesel zum ersten Mal. Das Mädchen fasziniert ihn, er beobachtet sie und wird so zum Erzähler ihrer turbulenten Geschichte.

Der Roman „Die Bücherdiebin“ des australischen Jugendbuchautors Markus Zusak beginnt 1939, mit der Beerdigung von Liesels kleinem Bruder, bei der das Mädchen ein Buch stiehlt. Liesels Mutter bringt sie zu Pflegeeltern in den kleinen bayrischen Ort Molching, wo das Kind den Zweiten Weltkrieg erlebt. Rosa und Hans Hubermann sind einfache, arme Leute, die einen rauen Umgangston pflegen. Mit Hilfe ihres Pflegevaters und dem Nachbarsjungen Rudi lebt sich Liesel in ihrer Umgebung ein. Nach einem Alptraum entdeckt Hans Hubermann das gestohlene Buch und unterrichtet Liesel im Lesen. Bücher werden für Liesel zum Zufluchtsort und wertvollsten Besitz. Im Laufe der Geschichte stiehlt sie noch weitere Bücher oder bekommt sie geschenkt. Ein Buch kann sie aus der schwelenden Asche einer Bücherverbrennung retten. Als die Hubermanns den Juden Max Vandenburg in ihrem Keller verstecken, wird das schwierige Leben der kleinen Familie auch gefährlich.

Markus Zusak erzählt in seinem vielschichtigen Roman „Die Bücherdiebin“ von Liesels Liebe zu Büchern, zu ihrem Pflegevater und zu Rudi. Der Leser erfährt die Lebensgeschichte der jüdischen Familie Vandenburg und vom Leben in einer Kleinstadt im Dritten Reich. Markus Zusak berichtet eindrucksvoll von der Macht der Worte, die zerstören, Leben retten oder zur Zuflucht werden können.

Der Autor nennt „Die Bücherdiebin“ sein bisher persönlichstes Buch. Seine Eltern haben den Zweiten Weltkrieg in Süddeutschland erlebt und ihm und seinen Geschwistern von den Bombennächten und dem Leben im Dritten Reich erzählt. „Die Bücherdiebin“ ist nicht die Geschichte seiner Eltern, aber der Roman enthält Begebenheiten und Episoden, die seine Eltern so erlebt haben. Besonders schockiert hat Markus Zusak, dass Kinder, die versuchten Gefangenen auf Transporten Brot zuzustecken, von den SS-Männern ebenso verprügelt wurden wie die Gefangenen selbst. Diese Episode wird zum Anlass für seinen Roman.

„Die Bücherdiebin“ ist als Jugendbuch für Heranwachsende ab zwölf Jahren geeignet, da Markus Zusak einerseits als junger Australier den nötigen Abstand zu den Ereignissen hat und kaum Kenntnisse über das Dritte Reich voraussetzt. Auf der anderen Seite hat er durch die Erzählungen seiner Eltern und durch eigene Recherchen ein Gefühl für die Stimmung in Deutschland in dieser Zeit entwickelt. „Die Bücherdiebin“ wurde von Alexandra Ernst aus dem Englischen übersetzt, dabei gelingt es ihr sehr gut, den lakonischen und stellenweise sehr witzigen Ton des Originals zu übertragen.

Der Roman erzählt die Geschichte aus der Perspektive eines heranwachsenden Mädchens ohne ins Naive abzugleiten und gibt den bedrückenden Ereignissen viel Raum für ausgesprochen humorvolle Situationen. Markus Zusaks Figuren sind teilweise sehr idealisiert, so ist die Person des fürsorglichen Hans Hubermann zu perfekt, fast kitschig, die bösen Nazis sind geradezu stereotyp und die sprechenden Namen der Menschen und Straßen recht platt. Diese Schwäche des Romans wird jedoch hervorragend durch den Tod als Erzähler der Geschichte ausgeglichen. Der sarkastische Ton des Seelensammlers unterstreicht die Absurdität der Ereignisse und gewährt eine neue Perspektive auf die Geschichte. „Die Bücherdiebin“ ist in einer sehr schönen, teilweise poetischen Sprache geschrieben. Erwachsene Leser werden nicht das Gefühl haben, einen Jugendroman zu lesen. Jede Generation wird das Buch auf ihre Weise lesen und unabhängig vom Alter tief berührt sein.

Das Buch erscheint in zwei verschiedenen Ausgaben, als Jugendbuch und als Ausgabe für Erwachsene. Beide Bücher sind im Inhalt vollkommen identisch, sie unterscheiden sich nur in der Gestaltung des Einbandes. Leider sind die Gestalter des Erwachsenenumschlages nicht sehr sorgfältig gewesen: Der Tod in dem Buch „Die Bücherdiebin“ stellt klar, dass er keinen Totenschädel hat und nur selten einen Mantel mit Kapuze trägt. „Wollt Ihr wissen, wie ich wirklich aussehe? Ich sage es euch. Schaut in einen Spiegel.“ Somit ist ein Gerippe im Kapuzenmantel auf dem Einband des Buches keine gute Wahl.

„Die Bücherdiebin“ ist eine fiktive Geschichte aus einer dunklen Zeit, in der sehr viel Wahrheit zu finden ist!
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am 1. Juni 2008
Der Tod selbst erzählt uns in diesem Buch eine Geschichte. Eine Geschichte eines kleinen Mädchens, das im Nazi-Deutschland aufwächst und die Schrecken des Krieges erfährt. Eine Geschichte, die den Tod berührt hat, die er in sich aufgesogen hat, die er weitergeben möchte.

Der Tod - ein rastloser Geist der Ewigkeit und Knecht seiner Aufgabe. Nie ist sein Leben zu Ende, nie kann er seine Aufgabe auch nur für kurze Zeit niederlegen, nie kann er Urlaub machen. Er flüchtet sich daher in Geschichten und in Farben. Wenn er eine Seele holen kommt, sie sanft in den Arm nimmt und nach Hause bringt achtet er stets auf die Farbe des Himmels. Ist er schokoladenbraun? Weint er weiße Flocken? ist er blutrot?

All dies wird in dem Buch beschrieben, und wie nebenbei wird dabei die Geschichte von Liesel erzählt. Die von ihrer Mutter mit 9 Jahren zu einer Pflegefamilie gebracht wird. Ihren Bruder, den sie auf der Fahrt dorthin an den Tod verliert. Ihren Albträumen. Der Liebe zu ihrem neuen Papa, dem Menschen mit den sanften Silberaugen. Ihrem besten Freund Rudi. Die Bombenangriffe. Dem Juden in ihrem Keller. Den Büchern, die sie stielt und die sie schließlich retten.

Das Buch ist so schwer zu beschreiben, so schwer einzuordnen. Es beschreibt all die furchtbaren Geschehnisse in der Zeit des 2. Weltkrieges, die Angst, den Verlust der Lieben, eine Kindheit in Armut und voller Hunger und dennoch bleibt es so voller Wärme, berührt einen in seinem Innersten, berührt einem direkt an der Seele.

Ein Buch, das ich nur jedem wärmstens ans Herz legen kann!
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