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am 15. Juni 2013
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Sollche Themen müssen in der Schule durchgenommen werden. Für junge Frauen, die
einen Türken als Freund haben dürfte dies Thema doch interressieren.
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am 26. Mai 2014
Ich gehe mal davon aus, dass ich das Buch einfach nicht verstanden habe. Möglicheweise fehlt mir auch dazu die Bildung. Dieses Buch wird ja überwiegend super bewertet, verstehen kann ich dies jedoch nicht.
Nun zu einigen Eindrücken. Beschrieben wird das Schicksal der jungen Ayse. Sie lebt in ihrem Heimatort in der Türkei und wird schon als Kind zu schwersten Arbeiten gezwungen und vom Vater oft geschlagen. Ich will jetzt nicht auf überflüssige Erklärungen eingehen wie "ich war ja noch ein Kind und deswegen sehr klein" usw. Diese Dinge kommen mir auch zu oft vor wie "wir übernachteten bei der Großmutter, das war die Mutter der Mutter".
Den Schreibstil fand ich echt schlecht. Um ein wenig besser in türkische Verhältnisse geführt zu werden wechseln Begriffe wie "meine Mutter-meine anne" zu meiner Großmutter-meine anneanne" zu "mein Bruder-mein abi" und vielen anderen türkischen Begriffen oft innerhalb von 2 Zeilen. Das hat mir nicht gefallen.
Einmal wird die Familie von Verwandten aus Deutschland besucht. Sie bringen eine "Holzkiste" mit, die sich als Radio entpuppt. Nun, die Familie holt Wasser aus dem Brunnen und kauft Öl für die Lampen, doch das Radio funktioniert. Das man in eine Holzkiste Batterien einbaut, erscheint eher unwahrscheinlich.
Die Tochter wird mit 14 Jahren zwangsverheiratet. Da sie mit diesem Alter nicht nach Deutschland dürfte besorgt man sich auf welchen Wegen auch immer falsche Papiere. Ayse ist jetzt laut Papieren 16 Jahren und mit diesen Papieren reist sie nach Deutschland ein. Sonderbar ist natürlich, dass eine Schulbehörde sie anschreibt, weil sie ja erst 14 Jahre ist und somit schulpflichtig. Und in Deutschland ist es ja auch so, das man ein solches Schreiben einfach ignorieren kann und die Behörde meldet sich dann nie mehr.
Oft wird davon gesprochen wieviel DM die Heimarbeit eingebracht hat, wieviel DM ein Haus gekostet hat oder wieviel DM Schulden Mustafa angehäuft hat. Dann besucht Ayse ihre Verwandten in Hamburg und jemand verdient 6 EURO die Stunde. Gut, die Währung wurde ja mal umgestellt. Aber danach heiratet ihr ältester Sohn Can und seiner Braut wurden wieder 6000 DM an das Brautkleid geheftet.
Nach allem was Ayse erlebt hat, verheiratet sie ihre Tochter mit 16 Jahren gegen ihren Willen. Das muss man ja nicht verstehen. Was war sie so entäuscht, dass sie bei ihrer Hochzeit ein gebrauchtes Brautkleid tragen musste und ihre Tochter trägt auch wieder ein gebrauchtes Brautkleid.
Also ich will hier jetzt mal aufhören. Die Geschichte an sich war nicht so prickelnd, ich habe zu diesem Thema schon viele bessere Bücher gelesen.
Würde ich alles schreiben was mir aufgefallen ist, würde das Seiten füllen.
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am 12. September 2006
.....einer sogenannten "Import-Braut". Die in der Türkei aufgewachsene Ayse wird im Alter von 11 Jahren mit ihrem in Deutschland lebenden Cousin Mustafa verlobt. Im Alter von 14 Jahren findet schliesslich die Hochzeit statt und kurze Zeit später zieht Ayse um nach Deutschland zur Familie ihres Mannes.

Nach ihrer Meinung zu dieser ganzen Sache wird sie nicht gefragt. Natürlich nicht, sie ist schliesslich ein Mädchen und damit nichts wert. Ihr Vater hat alles arrangiert und deshalb wird es so gemacht. Niemand aus ihrer Familie würde es wagen, gegen den Vater aufzubegehren.

Anstatt Wohlstand und Reichtum und ein besseres Leben erwarten sie in Deutschland jedoch nur eine mickrige 1-Zimmer-Wohnung, in der sie mit 5 anderen Personen leben muss, Vergewaltigungen und Schläge durch ihren Mann und Arbeit von morgens bis spät in die Nacht.

19 Jahre geht sie durch diese Hölle, bringt in dieser Zeit sogar noch 4 Kinder zur Welt, bis sie es endlich schafft, sich von ihrem brutalen Mann und seiner Sippe zu trennen.

Ein Buch, das einen wachrütteln sollte. Diese Form der modernen Sklaverei ist hier in Deutschland leider weit verbreitet. Die Frauen aus der Türkei werden total isoliert, können unsere Sprache nicht und sind der Willkür ihrer Männer hilflos ausgeliefert.

Die Geschichte von Ayse ist so gut erzählt, daß man sie in einem Rutsch durchliest. Oft standen mir jedoch auch Tränen in den Augen. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.
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am 9. Januar 2011
Ayse wächst in der Türkei, in ihrem Heimatort Ballidere mit einem älteren Bruder und einer jüngeren Schwester, zu der sie allerdings nie ein besonders gutes Verhältnis hat, auf. Ihr Vater ist ein äußerst herrschender Mann im Haus, von dem sie nie so etwas wie Liebe erfährt - nur durch ihre kleine Schwester - das Lieblingskind des Vaters - sieht Ayse, daß auch ihr Vater so etwas wie Liebesgefühle kennt. Ayse selbst hatte jedoch zumindest ihre Mutter - ihre anne, wie sie sie immer wieder liebevoll nennt - die einzige Person in ihrer Familie, der sie sich anvertrauen kann und dank der sie doch eine, für zentralanatolische Verhältnisse, einigermaßen akzeptable Kindheit hatte - besonders liebt sie die Tage, an denen sie mit ihrer besten Freundin mit den Tieren des Dorfes auf die Alm ziehen darf.
Als Ayse elf Jahre alt ist, bekommt ihre Familie Besuch von einem Bruder ihres Vaters. Diese bringen ihren Sohn Mustafa mit. Noch während dieses Besuchs wird Ayse mit Mustafa verlobt - gefragt wurde sie hierzu genauso wenig, wie zu ihrer späteren Heirat mit diesem Cousin, Mustafa.

Als Ayse mit 14 "endlich" ihre Tage bekommen hat - was selbst in der Türkei, Vorraussetzung zur Eheschließung ist - wird sie von Mustafas Familie abgeholt und nach Deutschland gebracht. Dort endet für sie die Kindheit endgültig und die Hölle beginnt. Ihre Schwiegermutter, welche darauf besteht, daß sie von Ayse "Mutter" genannt wird - was Ayse innerlich nicht mit sich vereinbaren kann - noch viel weniger, da ihre Schwiegermutter ihr von nun an verbietet, ihre leibliche Mutter "anne" bzw. "Mutter" zu nennen, macht Ayse ihr Leben zur Hölle. In den ersten Wochen - bevor die Hochzeit stattfindet, hält sich das noch in Grenzen - so hat Ayse einen ihrer wenigen glücklichen Momente in Deutschland, als ihre Schwiegermutter sie kurz vor der Hochzeit mit zum Einkaufen nimmt - zum ersten mal in ihrem Leben darf sie sich aussuchen, was sie für Kleidung kaufen und anziehen möchte - sie ist so überwältigt, daß sie sich gar nicht entscheiden kann.
Nachdem ihr Verlobter Mustafa, Ayse jedoch noch vor ihrer Hochzeit vergewaltigt und Ayse somit in ihrer Hochzeitsnacht keine Entjungferung auf ihrem Laken nachweisen kann, geht die Hölle nach der Hochzeit für Ayse erst richtig los. Zwar wird sie von der Familie "offiziell" wieder aufgenommen, nachdem Mustafa seiner Mutter gesteht, daß ER es war, der Ayse noch vor der Hochzeitsnacht entjungfert hat - trotzdem, und obwohl Ayse ja gar nichts dafür kann, behandelt die Schwiegermutter Ayse künftig wie eine Sklavin.

So quält sich Ayse durch die Ehe, arbeitet morgens in einer Fabrik und mittags in Heimarbeit bis tief in die Nacht mit ihrer Schwiegermutter. Bereits einige Tage nach der Geburt ihres ersten Kindes, muß sie wieder in der Fabrik arbeiten. Geld, das sie mit jeglicher Arbeit verdient, wird sofort von der Schwiegermutter eingeheimst - Ayse sieht davon ebenso keinen Pfennig/Cent, wie von dem Geld, das sie zur Hochzeit geschenkt bekam. Sie ist mittellos und so von der Schwiegermutter und dem Ehemann noch besser unter Kontrolle zu halten. Außerdem wird das meiste Geld von der Schwiegermutte ohnehin in die Türkei geschickt, damit die Verwandtschaft dort ein Haus nach dem anderen bauen kann.
Sie bekommt mit Mustafa, der sie schlägt, vergewaltigt und niemals nach ihrem Wohlbefinden fragt, noch drei weitere Kinder - darunter auch ihre einzige Tochter, Birgül. Die Zeiten der Schwangerschaft sind die einzigen in ihrer Ehe, in der ihr Ehemann etwas milder gestimmt ist und sie weniger schlägt.

Nur ganz selten darf sie ihre Mutter in der Türkei besuchen - bei manchen Besuchen in der Türkei, darf sie ihre Mutter gar nicht sehen.

So vegetiert Ayse durch ihr Leben und ihre Ehe. Erst nach 19 Jahren schafft sie es, einen Schlussstrich zu ziehen und Mustafa zu verlassen.
Von der Familie und den Kindern verstoßen, gewinnt sie nach einer langen, riskanten Aktion zumindest das Vertrrauen ihrer beiden jüngeren Kinder zurück, welche inzwischen wieder in die Türkei verschleppt worden waren.

Später schafft Ayse es sogar, eine neue Liebesbeziehung zu beginnen. Aufgrund des großen Drucks von Seiten ihrer ehemaligen Schwiegerfamilie, dem sie immer noch ausgesetzt ist und auch ihrer Söhne, und angeblich auch deswegen, weil ihr neuer Freund, von dem sie das erste mal in ihrem Leben erfährt, was Liebe ist, zuviel Alkohol trinkt, trennt sie sich jedoch wieder. Allerdings wird man tief im Innersten den Eindruck nicht los, daß der Grund "Alkohol" zwar ein Problem darstellte, jedoch nicht das Ausschlaggebende für das Ende der Beziehung war - Gefühle, jedenfalls waren auch lange Zeit später noch da, als ihr Ex-Freund sie unverhofft besucht.

Bis dahin fühlt man stets mit Ayse und kann ihr Leid, das sie durchmachen musste sehr real nachvollziehen.
In einem späten Kapitel jedoch, erstarrt man schier zu Stein und will es nicht glauben: die, die soviel durchmachen musste, die aus allererster Hand erfahren musste, wie grausam es ist, einen Mann, den sie nicht liebt, heiraten zu müssen; sie kann trotzdem von ihrer Kultur nicht ablassen und hat trotzdem keine Skrupel davor, das selbe Schicksal ihrer Tochter Birgül wieder anzutun: Durch eine Arbeitskollegin, deren Schwester in der Türkei für ihren Sohn eine Braut sucht um nach Deutschland zu kommen, wird die 16-jährige Birgül, die in Deutschland einen lieben Freund hat, unter dem Versprechen sie solle den jungen Mann doch nur einfach mal "unverbindlich kennenlernen" dazu überredet, in die Türkei mitzufliegen. Dort wird sie jedoch so unter Druck gesetzt und Ayse verspricht Birgül dem Sohn der Schwester ihrer Arbeitskollegin.

Birgüls Glück ist, daß ihr Ehemann noch keine Einreisegenehmigung für Deutschland erhält und Birgül somit wieder alleine nach Deutschland zurückkehrt. Was mit ihrem Freund, den sie in Deutschland hatte, war, - wie und was sie ihm bezgl. ihrer Zwangsheirat erklärt hatte - wird leider mit keiner Silbe erwähnt.
Ein paar Jahre später sieht Ayse offenbar ihren Fehler ein und hilft Birgül bei der Scheidung. Hierzu sei auch allen Lesern die TV-Dokumentation "Iss Zucker und sprich süß", in der unter anderem Ayses und Birgüls Schicksale behandelt werden - und in der man auch ein reales Gesicht der beiden bekommt, da dort beide interviewt werden, empfohlen.

Das Buch erzählt eine reale und tief ergreifende Geschichte, die einen über viele Dinge nachdenken lässt. Kritikpunkt, weswegen ich einen Stern abziehe, ist die immer weniger detailiert werdende Erzählung, je weiter das Buch ans Ende kommt. So wird z. B. das Kapitel "Die liebe Verwandtschaft" in welchem es unter anderem um Ayses Nichte Gonca geht, die in Norddeutschland von ihrer Mutter das Leben zur Hölle gemacht bekommt - obwohl sie sich Tag und Nacht für die Familie aufopfert und kein Privatleben hat, und der das gleiche Schicksal wie Ayse und Birgül droht, sehr abrupt abgebrochen.

Viele Dinge bleiben unbeantwortet und hinterlassen weitere Fragen, die wohl ein weiteres Buch füllen könnten.
Besser wäre es wohl gewesen, das Buch um 50-100 Seiten zu erweitern und einfach die zweite Hälfte des Buches - vor allem aber das letzte Drittel, ausführlicher zu erzählen. Gerne hätte das Buch aufgrund dessen dann auch ein paar Euro teurer sein dürfen.

Nichts desto trotz möchte ich das Buch und die genannte TV-Dokumentation jedem empfehlen, der sich mit dem Thema Zwangsheirat auseinandersetzen möchte bzw. sich dafür interessiert. Es gibt tiefe Einblicke in die Seele einer Importbraut. Das Bangen und Hoffen, die Hölle auf Erden, die Kleinigkeiten, die doch für ganz kurze Momente mal ein Lächeln in Ayses Gesicht zaubern - und dann doch meist wieder von bitterer Enttäuschung gefolgt werden.

Ein Buch auch für alle, die dem fatalen Irrtum erliegen, in Deutschland lebende Türken seien in unser westliches Leben grundsätzlich eingegliedert. Das Buch zeigt eindrucksvoll, daß das Eine nichts mit dem Anderen zu tun hat, daß viele Türkenfamilien es zwar verstehen, nach außen das westliche Gesicht zu waren, aber das was hinter verschlossenen Türen stattfindet, so rein gar nichts mit Deutschland zu tun hat - sie die deutsche Kultur und Lebensform zu tiefst verachten und lediglich aus finanziellen Gründen für sich und ihre Verwandten in der Türkei, welchen sie jeden Monat Geld zuschicken, in Deutschland leben. Für wieviel Prozent der Türken, die in Deutschland leben, das gilt, bleibt leider offen und lässt sich wohl auch kaum beantworten, da, wie beschrieben, das türkische Leben meist hinter verschlossenen Türen geheim gehalten wird.
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am 23. April 2012
Ich habe dieses Buch an zwei Abenden durchgelesen, weil ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Es war sehr spannend geschrieben - wahrscheinlich dank ihrer Co-Autorin, weil ja die Verfasserin auch jetzt wohl noch nicht lesen kann....

Dieses Buch stand schon länger in meinem Regal - aber ich bin erst jetzt dazu gekommen, es zu lesen. Trotzdem hat es nichts an seiner Aktualität eingebüßt: die Zustände, die sie beschreibt, gibt es schon lange und wird es wohl noch lange geben, wenn nicht die Frauen aufbegehren.

Da es sich um uralte, noch vor-islamische, autoritäre patriarchale Strukturen handelt, können es im Grunde nur Frauen sein, die dagegen aufbegehren müssen. Männer werden in dieser Hinsicht nichts unternehmen, da sie ja an ihrem eigenen Machterhalt interessiert sind. Da kommt ihnen eine Religion wie der Islam gerade recht - unterstützt er doch diese autoritären patriarchalen Strukturen.

Von einigen Rezensenten wird Aysche vorgeworfen, nichts dazugelernt zu haben. Ich finde diese Vorwürfe zu hart -außerdem kommen sie aus unserer westlichen Sicht der Dinge. Ich halte es für sehr wichtig, ihre Insidersicht einmal hautnah miterleben zu können - und aus dieser Sicht heraus sollte sie beurteilt werden.

Immerhin hat sie am Ende ihren Mann verlassen - klar, es war wohl auch der letzte Punkt, nachdem er sie krankenhausreif geschlagen hatte. Aber danach ist sie nicht mehr zurückgekommen - und das war ihre Leistung. Viele (auch deutsche ) Frauen gehen nach den Frauenhäusern wieder zu den sie schlagenden Männern zurück. Das hat sie nicht getan. Aus ihrer Kultur heraus sollte man verstehen, wie schwer ihr das alles gefallen ist, da sie von jeher von diesen Kreisen einem ungeheuren Druck ausgeliefert war. Es erfordert schon viel Kraft und Mut, dann doch sein eigenes Leben aufzubauen. Immerhin musste sie auch damit rechnen, dass ihr nach dem Leben getrachtet wurde. Angedroht hatte man es ihr - und in anderen Familien ist es passiert. Und - was nicht zu vergessen ist: sie hat dieses Buch geschrieben. Auch dazu gehört Mut, die Dinge preiszugeben - und immer mit der Gefahr, von ihrer Familie dafür verfolgt zu werden.

Welches Männerbild wird hier gezeichnet ? Die meisten Männer werden dargestellt als: cholerisch,die bei vielen Gelegenheiten sofort schlagen, vor allem, wenn es nicht nach ihrem Willen geht. Das impliziert: mit der Kommunikation haben sie es nicht so. Diskutieren,argumentieren und den anderen respektieren kommt ihnen nicht in den Sinn. Dazu müssten sie ja mal ihren Kopf anstrengen und auch eine andere Position einnehmen - das ist für die meisten zuviel verlangt. Zudem wird Aysches Mann als ziemlich arbeitsscheu und verantwortungslos dargestellt. Immer wieder verliert er seinen Job und macht hinter ihrem Rücken Schulden, für die sie am Ende aufkommen muss. Auch in sexueller Hinsicht hat er sich weder informiert noch nimmt er Rücksicht. Eine Gummipuppe wäre für das triebhafte Verhalten sicherlich angebrachter als ständig die eigene Frau zu missbrauchen. Ansatt selbst zu denken, lassen sie sich von den Eltern indoktrinieren - ohne die Inhalte mal zu hinterfragen.

Es sind die Strukturen, die wir schon seit langem kennen, ohne ernsthaft etwas gegen diese Parallelgesellschaften etwas unternommen zu haben. Die Wirtschaft war es damals, die diese Leute zu billigen Bedingungen angeworben hat. Um die nachfolgenden psychosozialen Probleme hat sich kaum einer gekümmert. Die Politiker reden heute noch von multikultureller Bereicherung - aber sich wirklich vor Ort auseinandersetzen müssen andere.

Ich halte diese Biografie (und noch viele andere) für sehr wichtig, gelesen zu werden - von so vielen Leuten wie möglich. Nur so kann man wirklich verstehen, was vor sich geht und hält Abstand von dem unsinnigen Integrationsgelabere. Sicherlich gibt es einige Ausnahmen, die einigermaßen integriert sind - aber die Mehrzahl ist es nicht und lebt weiterhin in Parallelgesellschaften.

Genau das kann man an Aysche sehr gut beobachten: obwohl sie über 20 Jahre hier lebt, ist sie nicht in Deutschland mit unserem kulturellen Hintergrund angekommen. Sie lebt weiterhin in ihrer eigenen Welt - solange ihre Familie gegen eine neue Beziehung ist,kann sie keine Männerbeziehung aufrecht erhalten. Wie sollte sie sich mit unserem Gedankengut auseinandersetzen können, wenn sie aus Zeitgründen (wegen der vielen Arbeit) immer noch nicht gelernt hat zu lesen !!?? Hier beißt sich die Katze in den Schwanz und man sieht immer wieder aufs Neue, wie durch diese vorgegebenen Strukturen Integration immer wieder verhindert wird. Man kann nur unermüdlich bei den Kindern beginnen, dogmatische Denkstrukturen ein wenig aufzuweichen - es wird aber immer wieder durch die alten Machtstrukturen konterkariert werden und die Politik schaut weg. Wie lange noch ??

Von daher noch einmal: ein ganz wichtiges Buch zur eigenen Meinungsbildung !
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am 7. Mai 2014
Vorweg will ich klarstellen, dass ich Ayşe ihre Leidensgeschichte glaube und nicht in Frage stelle.

Dies ist eine Erzählung einer Schwarzmeertürkin, die als Kind mit einem Cousin verheiratet wird und nach Deutschland zieht, dort vier Kinder bekommt und unter der Fuchtel ihrer Schwiegermutter schuften muss. Ayşes Mann schlägt und vergewaltigt sie, doch auch nachdem sie ihn verlässt hat die Tragödie kein Ende.

Die Sprache des Buches ist relativ einfach gehalten und so ist es leicht zu lesen (wenn man von dem anstrengenden Thema einmal absieht). Einige türkische Begriffe und Traditionen werden erklärt, wobei dies meist aus Ayşes Sicht ist, eventuell also nicht ein komplettes Bild abgibt.

Das Buch wurde von einer Journalistin aufgeschrieben, und hier beginnen die Probleme. Augenscheinlich hat Renate Eder wenig Bezug zur türkischen Kultur, jedenfalls sind mehrere türkische Namen und Begriffe falsch geschrieben (teilweise auf derselben Seite nicht einheitlich...). Ich hätte erwartet, dass, wenn Ayşe das Buch aufgrund ihres Analphabetismus nicht selbst schreiben kann, es wenigstens jemand tut, der vertieftes Wissen über das Thema hat. So bekommen wir die Geschichte ausschließlich aus Ayşes Sicht erzählt und erfahren nichts über die Beweggründe der Familie, den kulturellen Kontext und die Lage in der Türkei. Wenn auch bekannt ist, dass Ayşes Schicksal kein Einzelfall ist, so wäre es doch interessant gewesen, mehr über die Häufigkeit zu erfahren und einschätzen zu können, wie "typisch" ihre Geschichte ist. Im Nachwort von Terre des Femmes wird eine Zahl genannt, die aber auch schwer einzuordnen ist (da wir nicht erfahren wie groß der Anteil nun ist). Überhaupt ist das Nachwort eine Zumutung, da "Migranten" pauschal als patriarchalisch/ zu Zwangsheiraten neigend bezeichnet werden, was eine unmögliche Verallgemeinerung ist. Liebe Terre des Femmes, "Migranten" sind nicht nur Bauern aus Anatolien!

Zurück zum Text: Mir viel es wiederholt schwer, die Geschichte einzuordnen. Die Familie in die Ayşe verheiratet wurde ist augenscheinlich asozial, aber ist dies nun typisch für türkische Dorfbewohner? Weiterhin muss man fragen, ob wirklich alles so offengelegt werden muss, wie es in dem Buch getan wurde, zum Beispiel ist nur ein Name "zensiert", der spätere Liebhaber von Ayşe aber mit vollem Namen genannt. Auch die Verwendung einiger Vulgärbegriffe und Details über das Liebesleben einiger Personen waren nicht unbedingt notwendig.

Kontrovers möchte ich schließlich noch den Gesamtkontext des Buches besprechen. Natürlich ist Ayşe Schlimmes passiert (wobei wir hier nur ihre Sicht der Dinge hören) und Aufgabe unserer Gesellschaft sollte sein, solche Fälle zu vermeiden. Was in dem Buch aber völlig ausgeklammert wird, ist dass in der BRD zu der Zeit, in der das Schicksal spielt, Vergewaltigung in der Ehe noch legal war (bis 1997!). Dies entschuldigt keinen Täter, ich will damit nur sagen, dass es auch ein deutsches Problem ist und kein reines "Migrantenthema" was nichts mit uns zu tun hat.
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am 15. November 2005
Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen und habe es in einem Rutsch durchgelesen. Je weiter ich gelesen habe, um so mehr war ich aber gefangen vom Inhalt. Es ist wirklich UNVORSTELLBAR!
Daß in anderen Kulturen die Familienbande einen viel höheren Stellenwert haben als bei uns, ist mir bekannt.
Aber es sind nicht nur die anderen Wertvorstellungen, sondern die für uns kaum nachvollziehbaren starken Bindungen.
Dennoch ist es für mich schwer vorstellbar, dass es auch bei uns Frauen gibt, die unter einem solchen Leid leben. Damit meine ich nicht nur die Erniedrigung und die Schläge, sondern vor allem das Gift, das zwischen sie und ihre Kinder gesät wurde. Kaum auszuhalten!!
Mich hat das Buch nicht nur sehr berührt, sondern es sind wirklich Laternen der Erkenntnis angegangen.
Geschrieben ist es sehr gut. Es liest sich wie erzählt. Nicht verschnörkelt, nicht vereinfacht, sondern lebendig und klar.
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am 15. Juli 2012
Rechtschreibfehler, ausgelassene Wörter und die Grammatikfehler haben mich gewundert, es sind schon einige in der Kindleversion. Werden Bücher nicht mehr Korrekturgelesen? Das ist an den Verlag gerichtet. Die Autorin selbst erklärt im Vorspann und auch in der Erzählung was die Wörter bedeuten.

Die Geschichte ist so geschrieben, wie Ayse alles selbst erlebt und empfunden hat. Schlimm, so viele Jahre vergehen zu lassen bevor sie endlich etwas unternimmt. Ohne Selbstwertgefühl ist es nicht einfach, das gibt es aber auch, wie man an der Schwiegermutter (Hausdrachen) und den beiden Schwägerinnen sieht. Wenn sie eh Schläge einstecken muss, warum hat sie so lange gebraucht? Wovor hatte sie Angst, sie wurde doch eh geschlagen, egal was sie tat, immer zu Unrecht.

Damit solche Geschichten sich nicht wiederholen, ist eine Sache sehr wichtig: Die Bildung! Wer nicht lesen kann, unterschreibt immer ihren eigenen Untergang, ohne zu wissen, was sie tut. Zwangsheirat, auch noch in jungem Alter ist schrecklich, egal in welchem Land. Ayse ging 5 Jahre zur Grundschule und hat dort in dieser Zeit weder Lesen noch Schreiben gelernt? Was sind das für Schulen und Lehrer?

Für uns ist es einfach darüber zu reden und zu urteilen, wir wachsen anders auf und würden uns so etwas nicht gefallen lassen, ohne Frage. In Anatolien, wo viele nicht Lesen und Schreiben können, keine Zeitungen lesen können und nicht wissen, was ein Radio ist (da war ich erstaunt als ich diese Stelle las), wie sollen die Frauen sich ohne Information überhaupt selbst bilden können? Sie werden mit Absicht dumm gehalten, so können sie sich nicht wehren. Das ist in Afrika so, in Indien so, in Pakistan so, in vielen anderen Ländern auch. Die alten Köpfe regieren schon sehr lange genau so, ob Landesoberhaupt oder Familienoberhaupt.

Die ganzen Organisationen müssen ihre Arbeit in den Grundschulen anfangen, den Kindern die Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung erklären, mit Gefühl erreicht man mehr als mit Gewalt. Frauen sind keine Zuchtmaschinen und auch keine Sklaven.

Lesley Daniel
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am 5. März 2008
Ein wirklich sehr erschütternder Bericht. Ich beschäftige mich sehr mit solchen Themen. solche Dinge zu "tolerieren" hat nichts mit Ausländerfreundlichkeit zu tun. Ich hoffe, dass dieses Buch vielen Menschen die Augen öffnet. Und dass sie die Dinge deferenzierter sehen.
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am 15. August 2009
Nichts Neues aus dem Leben türkischer Frauen.......Vater ist ein Tyrann.....Ehemann ist gemein und brutal (leider auch noch arbeitsscheu)......Schwiegermutter ein Drachen.....Söhne halten zum Vater. Weibliche Verwandte sind hauptsächlich mit kuppeln beschäftigt.
- und aus all diesen schmerzvollen Erfahrungen lernt die Autorin nichts....sonder arrangiert auch für ihre Tochter wieder eine Ehe mit einem Mann den diese kaum kennt.
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