find Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Hier klicken HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Storyteller AmazonMusicUnlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longSSs17



Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 27. März 2007
Ariadne von Schirach hat im Leben unverschämtes Glück. Sie ist jung, hübsch, kann nicht schreiben und begegnet Matthias Matussek, der 2005 ihren Essay 'Der Tanz um die Lust' im SPIEGEL veröffentlichte, den sie nun zu einem ganzen Buch aufblies.
Auf 382 großzügig gefüllten Seiten entfaltet sie in 4 Kapiteln (Die pornographischen Strategien, Die erotischen Strategien, Die Jagd, Liebe) immer dasselbe und ist auch noch auf Seite 373 stolz darauf, vögeln oder ficken zu schreiben.
Worum geht es?
Darum, dass eine ganze Generation in Berlin die Nächte in den angesagten Kneipen durchsäuft (einen 'Vodka' nach dem anderen) und dann allein oder zu zweit oder zu dritt nach Hause geht und am nächsten Morgen mit Kopfweh und Katzenjammer wieder aufwacht und am Abend aufs Neue loslegt. Irgendwo kommt das Geld her. Man leiht es sich, man jobbt in einer Galerie, dreht Filmchen, ist gut drauf, ist nicht gut drauf, fährt nach Hamburg, um dort zu vögeln, kommt zurück nach Berlin, um dort zu ficken, wird langsam älter, sehnt sich nach der Liebe und wird doch immer wieder enttäuscht, weil offensichtlich niemand da ist, der sagt: 'So Kinder, nett, aber nun ist Schluss mit lustig, ab sofort wird gelebt, das Geld selbst verdient und die Beziehung mal wirklich in Angriff genommen.'
Eine Generation, die sich mit Belanglosigkeiten zulabert, sich präsentiert, wichtig nimmt (in Ordnung), ihren Körper zelebriert, an die Seele keinen ranlässt und schwätzt und schwätzt und schwätzt und Zusammengelesenes aus dem Zettelkasten zitiert, dem man auch nicht traut, wenn z. B. ein Kapitel mit einem langweiligen Statement eingeleitet wird, unter dem dann steht: 'Mann, Mitte dreißig'. Oha!
Dazwischen wird die ältere und neuere Literatur zum Thema zitiert, auf Seite 333 auch einmal das schöne Gedicht von Brecht: 'Entdeckung an einer jungen Frau' - die Autorin ist auf der Höhe der Zeit.
Irgendwann wacht sie hoffentlich auf, schmeißt den 26. One-night-Stand aus dem Bett, schüttelt den Kopf, duscht kalt nach, zieht eine frische Jeans an und nimmt ihr Leben in die Hand. Als Spätgebärende oder Single oder ernstzunehmende Partnerin. Zu wünschen wäre es ihr ebenso wie der ganzen Clique: SusiPop, Tim, die Eisprinzessin, Flexter, Linda, König Gunter und alle anderen.
War was?
22 Kommentare| 90 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Mai 2015
Schade, aber nachdem ich "Du sollst nicht funktionieren für eine neue Lebenskunst" gelesen hatte und von diesem Buch begeistert und gefesselt war, dachte ich wohl, es ginge mit dem Tanz um die Lust ebenso.
Leider weit gefehlt. Die ersten Kapitel finde ich unglaublich langatmig. Ein neues Kapitel mit neuen Erkenntnissen? Im Grunde nicht. Es dreht sich immer um die selben pornographisch gut beschriebenen Lüste und Praktiken...
Dann habe ich weitergeblättert und gedacht, wenn ich ein paar Kapitel überspringe, würde es vielleicht besser. Aber nein; leider nicht.
Und schließlich, als ich auf derlei dunkle Schilderung unser aller nicht vorhandenen romantischen Zukunft schon bald depressiv wurde, hatte ich die Hoffnung, es werde mit dem Kapitel um Liebe usw. besser... Nein, nicht für mich. Schade, Frau von Schirach, ich finde Sie können sooo viel mehr!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. April 2007
Nachdem ich Frau von Schirach in Erfurt live erleben durfte, möchte ich die giftige Rezension "Glück muss man haben" relativieren.
Ich weiß jetzt: Sie existiert tatsächlich und es handelt sich um ein menschliches Wesen. Allerdings habe ich die Autorin kaum wiedererkannt. Im Gegensatz zu ihrem medialen Image kam sie nur ein kleines bisschen blasiert und gestylt daher. Der Ich fand sie sogar ziemlich natürlich, edel und sympathisch. Und für ihren Einsatz für das Projekt "Bildung ist sexy" gibts glatt zwei Sternchen mehr (kann es leider nicht mehr ändern).

Hier das Original "Glück muss man haben":
Ariadne von Schirach ist weiblich, reich, schön, jung, adlig und trägt einen zugkräftigen Namen. Und sie hat die richtigen Freunde sowie vorzügliche Fotografen. Alles vom Feinsten also.
Sie ist ein Spitzenprodukt des Personalitymarktes wie die "Eisprinzessin", "Susi Pop", "Flexter", "König Gunter" aus dem "Tanz um die Lust".
Alle sind sie jung und schön, diese "Rehe" und hübschen Jungs in von Schirachs Buch, doch in dieser Reinkultur habe ich sie auf der Kastanienallee, in der Panoramabar, im "Club der Visionäre" und im "103" nie wahrgenommen. Hinter den gestylten Oberflächen der ewigen Jugendlichen mit schicken Alibiberufen und (meist ererbtem) Kapital im Rücken tun sich die Abgründe urbaner Verfeinerung auf: das wuchernde "polymorph Perverse", metrosexueller Narzissmus und neurotische Exaltiertheit. Aus dem richtigen Abstand betrachtet ist das ein spaßiger Zoo, nicht jedoch, wenn man keine Alternative und Perspektive jenseits dessen hat.
Hier schreibt eine gestylte, coole junge Frau mit wenig Bodenhaftung, die schon alles weiß und ausprobiert hat. Dennoch scheint eine anrührende Sehnsucht nach Gefühl und Zärtlichkeit durch, nach etwas, das man für Geld nicht kaufen kann. Wir lernen: Sie steht auf sehr große, schöne, schneidige Typen mit sauberem Haarschnitt und gut sitzenden Anzügen, sie braucht viel Freiraum, ist sehr stressresistent und liebt Lilien und Orchideen. Er muss zu ihrer sorgfältigen Schminke, ihren knallroten Fingernägeln und einem Leben im Blitzlichtgewitter passen. "Der Tanz um die Lust": Eine Kontaktanzeige mit 400 Seiten?
"Der Tanz um die Lust" kommt mir wie ein Abgesang auf eine Lebensweise ohne Zukunft vor, voller Zweifel hinter der munteren Fassade. Nach endloser Feierei und klischeehafter Schwelgerei in den Attributen schöner Menschen liefert die Autorin am Ende mutige Bekenntnisse, die nicht zu ihrer medialen Erscheinung passen wollen.
0Kommentar| 43 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. März 2007
Ein kolumnistischer Forsetzungsroman, der als Sachbuch daherkommt: auf diese Idee muss die 28jährige Autorin durch "Sex and the City" gekommen sein. "Was Carry kann, kann ich schon lang", hat sie sich da wohl gesagt und ein paar Lebensweisheiten aus ihrem Philosophiestudium als Zutaten genommen, in fiktive Dialoge mit ihrer Ausgeh-Clique montiert und Manhattan mit Berlin-Mitte ausgetauscht. Rausgekommen ist ein schnell zusammengestückeltes Erotik-Potpourri, das für jeden irgendein Stichwort bereithält. Übrigens ist das Werk auf den ersten Seiten mit gesellschaftskritischem Anspruch geradezu überladen. Die nicht ganz neuen Thesen: Es gibt zu viel Porno, zu wenig Liebe! Wir sind oversexed und underfucked! Überreizt! Überfordert! In unserer geschlechtlichen Identität verwirrt! Und so weiter. Das eine oder andere Argument hört sich zunächst nicht unbedingt nach Klischee an. Leider zerfasern die wenigen inspirierenden Gedanken dann doch in banales Gymnasialschülerinnengeplapper ("Die Franzosen habens einfach drauf"; "süüüüß"; "Yeah, ich habe gepoppt"). Ganz sicher nicht nach jedermanns Geschmack.
0Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. April 2007
Kaum des Lesens wert sind die hier auffindbaren soziologischen Theorien der letzten Jahrzehnte...

Inhaltlich langweilig wurde versucht das Ganze mit Medienrummel aufzupeppen um einen Markterfolg zu landen.

Gründlich misslungen!
0Kommentar| 20 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Januar 2015
Ariadne von Schirach ist Philosophin. Sie ist es gewohnt, gut strukturiert zu lesen. Vermutlich findet sie das langweilig, wie Strukturen halt so sind, und sprengt nach meinem Dafürhalten genau die Strukturen, die Philosophie (aus meiner Sicht) langweilig erscheinen lassen: die These und die anschließende Legitimierung anhand von Beispielen aus der Realität.
Statt dessen tut sie so, als wenn sie das alles selbst erlebt hätte. Das ist sympathisch, denn sie scheut sich nicht davor, sich auch im Scheitern mit dem Leser zu solidarisieren und es ist spannend, was nicht jeder philosophische Text von sich behaupten kann. Das Buch ist damit hilfreich, es öffnet uns die Augen vor bereits ritualisiertem Umgang mit unseren Gefühlen, es zeigt neue Wege auf, und wird auch sehr subjektiv, wenn es um die falschen Wege geht: der hier fehlende erhobene Zeigefinger ersetzt die Suggestion, die an dieser Stelle fehl am Platze wäre und lässt dem Leser die Freiheit, seine eigenen Schlüsse zu ziehen.
Fazit: ein unterhaltsames und damit sehr lesenswertes Buch, und doch kompetent und fast schon wissenschaftlich genau. Ich empfehle es nicht nur an dieser Stelle zur Weiterbildung, zur Erweiterung des eigenen Horizontes oder schlicht als Einladung, die Welt auch mal durch die Augen der Verfasserin zu sehen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. März 2007
Ich würde mir wünschen, dass das Buch entweder wissenschaftlicher wäre oder aber einen Spannungsbogen aufbauen und eine nette Geschichte erzählen würde. Beides ist hier nicht der Fall, das Buch ist langweilig. Es kommen im Laufe des Buchs einfach keine neuen Impulse, was zu sagen war, ist auf den ersten Seiten geschehen und wiederholt immer und immer wieder.
0Kommentar| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. April 2007
Ariadne von Schirach bereitet in "Der Tanz um die Lust" lediglich soziologische und philosophische Ideen der letzten zwanzig Jahre (Beck, Bauman, Giddens etc.) zu den Themen Sex, Individualisierung, Beziehungen etc. wieder auf. Das Buch hat inhaltlich dementsprechend kaum neue Ideen zu bieten. Sein Erfolg liegt wohl darin, daß von Schirach ihr Thema medienwirksam darbietet und einen für ein breites Publikum interessanten Stil verwendet. Gehaltvollere, aber trocken und unzugänglich geschriebene soziologische Texte zum Thema finden nicht ihren Weg in die Mainstream-Medien, wohingegen von Schirachs Aufbereitung wohl sehr gut zu vermarkten ist. In diesem Sinne ist der Hype um das Buch und die Autorin interessanter, als das Buch selbst.
0Kommentar| 20 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. März 2007
Nachdem im Spiegel ihr Essay über die pornografisierte Gesellschaft erschien (42/2005) erschien, war ich sehr gespannt auf die Weiterführung der darin skizzierten Gedanken der Autorin. In dem jetzt gerade erschienen Buch "Der Tanz um die Lust" werden diese ausgebaut und vertieft. Doch die Form ist verwirrend. Denn wie in einen reißenden Fluß dürfen wir eintauchen in die Gedankenwelt der Ariadne von Schirach, dürfen teilhaben an dem was sie denkt, empfindet, verabscheut, begehrt. Es ist ein sehr persönliches Buch, dass in seiner intellektuellen Offenheit überaus anziehend ist. Ein wenig unstrukturiert und frei von didaktischen Ambitionen erläutert sie dem erstaunten Leser, was es heißt, in einer pornografischen Gesellschaft zu leben, so dass Dinge klarer, Phänomene erklärbar werden. Gelöst werden sie dadurch nicht und vermutlich sollen sie das auch nicht. Geneigte Leser, die sich Ratgeber in der Form "wie entkomme ich der selbstverschuldeten Sexlosigkeit" erhoffen, sind hier definitiv fehl am Platz. Auch betrachte ich die wissenschaftliche Verwertbarkeit als eher gering, dazu ist das Buch wohl zu distanzlos und undifferenziert. Aber ich denke, genau darin liegt seine Stärke, weil es durch den Grenzganz zwischen soziologischer Analyse und poetischer Reflektion zu bewegen versteht. Ein Buch für Selbst- und Weiterdenker. Und das gefällt mir außerordentlich!

(P.S: Einziges und winziges Manko ist der Covertext. Darin wird das Buch als eine 'verführerische' Gesellschaftanalyse angepriesen. Doch was bitteschön ist eine 'verführerische Gesellschaftsanalyse'?)
0Kommentar| 19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. September 2007
Nach dem im Spiegel erschienenen Artikel gleichen Namens fand die junge Philosophiestudentin Ariadne von Schirach einen Verlag für einen essayistisch angehauchten Roman gleichen Namens, in dem die Ich-Erzählerin mit ihren Freunden über ihr Nachtleben und Single-Dasein räsoniert. So werden immer wieder Kneipen und Barerlebnisse zu Anlässen, über Erotik, Pornografie, die Jagd nach der Liebe oder dem One-Night Stand und zur Positionierung heutiger junger Erwachsener zu diesen immer aktuellen Themen nachzudenken.
Das Buch hat mir wechselnd gefallen. Gut sind die z.T. recht tiefsinnigen Gedanken über die angerissenen Themen, schlecht ist das ewige Kreisen um Bars, als hätten die jungen Leute nichts anderes zu tun oder aber ganz viel Geld zum Ausgeben. Und: der Blickwinkel ist zu eng. Es ist die Single-Sicht bindungs- und entscheidungsscheuer "postromantischer Flaneure", Verheiratete und junge Eltern und deren Lust kommen nicht vor.
Dennoch ein wichtiges und lesenswertes Buch zur Standortbestimmung heutiger Werte in einer Gesellschaft, die zunehmend pornografisch durchsetzt ist und damit Leitbilder verändert. (9.09.07)
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden