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Diese Bemerkung schreibt der Autor Steve Eisman zu, der auf diese Weise ein Gespräch mit dem Chef der Bank of America über den amerikanischen Markt für minderwertige Hypotheken kommentierte. Eisman war einer der ganz wenigen Akteure in der amerikanischen Finanzwelt, der schon vor 2005 begann, massiv auf einen Zusammenbruch des Marktes für Subprime-Kredite zu wetten.

Dieses Buch schildert nicht nur die Geschichten und Einsichten dieser extremen Einzelgänger, sondern liefert damit auch den Beweis, dass die Implosion des amerikanischen Finanzsystems sehr wohl schon lange vor 2007 absehbar war. Die Schilderungen in diesem Buch lassen ganz nebenbei auch die Ahnungslosigkeit, die Korruptheit und den Grad der moralischen Verrottung dieses Systems erahnen. Wenn man bisher nicht verstehen konnte, wie genau die Krise von 2007/2008 entstand, dann erhält man mit diesem Buch ideologiefreie Einblicke in die wirklichen Zusammenhänge.

Im Text wird mehrfach das extreme Beispiel eines Erdbeerpflückers erwähnt, der ein Jahresverdienst von ungefähr 14.000 Dollar nachweisen kann und dennoch einen Hypothekenkredit von über 750.000 Dollar erhält. Wer zum Teufel, so fragt man sich, leiht denn diesem Menschen soviel Geld, wo doch sofort klar ist, dass er es so nie wieder sieht? Die Antwort ist banal und erschreckend zugleich. Leute, die solche Kredite vergaben, verkauften sie sofort an Großbanken weiter und waren damit in der Regel jedes Risiko los.

Die Großbanken wiederum packten diesen Schrott in großen Paketen zusammen und legten zur Tarnung oben ein paar gute Anleihen darüber. Dann ließen sie sich das von einer Rating-Agentur bewerten. In diesen Agenturen sitzen Leute, die wie Beamte agieren, keine wirkliche Ahnung von diesen wunderbaren Finanzinnovationen besitzen und deswegen natürlich nicht über vernünftige Bewertungsmodelle für solche Konstruktionen verfügen. In der Folge erhielten diese synthetischen Anleihen (CDOs), die zum größten Teil aus Schrottpapieren bestanden, die höchste Bewertung von AAA. Damit galten sie als risikolos. Nach ihrer Verbriefung als Wertpapier wurden sie handelbar.

Man konnte mit diesem Zeug so lange gute Gewinne machen, wie die Häuserpreise in den USA stiegen. Michael Burry, war wohl der erste bedeutende Hedgefondmanager, der sich Prospekte solcher Papiere ansah und ihre Explosivität begriff. Er verstand, dass die meisten Schrotthypotheken einen Lockzins hatten, der zwei Jahre galt. Danach setzten Marktzins und Tilgung ein. Das wiederum würde dann sofort mit ziemlicher Sicherheit zum gleichzeitigen Platzen vieler solcher Papiere führen. Doch genau dieser Vorgang war bei der Konstruktion der CDOs als sehr unwahrscheinlich angesehen worden.

Burry überlegte, wie er gegen die CDOs spekulieren kann und brachte Leute bei Goldman Sachs und der Deutschen Bank dazu, entsprechende Kreditausfallversicherungen zu konstruieren oder bei anderen zu besorgen. Jemand der eine solche Versicherung verkauft, hat damit automatisch für den Gegenwert des entsprechenden CDOs geradezustehen, wenn dieses platzt. Goldman Sachs ließ sich diese Versicherungen vom weltgrößten Versicherer, der AIG, verkaufen und gab sie weiter. Die AIG hatte aber offenbar keinen Plan, wie die CDOs wirklich aufgebaut sind und behandelte sie mit Modellen, die man für gewöhnliche Verbraucherkredite benutzt. Als man dort endlich merkte, was man eigentlich versicherte, hatte man bereits im Versicherungsfall für 50 Milliarden aufzukommen.

Die Palette erschreckender Ahnungslosigkeit auf der einen und krimineller Energie auf der anderen Seite war enorm, denn während die einen überhaupt keinen Durchblick zu haben schienen, mussten andere ganz genau wissen, dass die Bewertungen ihrer Konstruktionen ein einziger Betrug waren. Auf die Frage, wer denn diesen Schrott am Ende kaufe, antwortete ein amerikanischer Händler der Deutschen Bank, der Burry und Eismann Kreditausfallversicherungen anbot: "Düsseldorf. Die dummen Deutschen. Sie glauben an Ratingagenturen. Sie glauben an die Regeln." (S. 119).

Michael Lewis hat mit seinem Buch die ganze Bandbreite zwischen Blindheit und moralischem Verfall im amerikanischen Finanzsystem offengelegt. Dazu gehört zum Beispiel auch das Verhältnis von Eigen- und eingesetztem Fremdkapital, das sich wohl über 1 zu 30 einpegeln dürfte. Ein Verhältnis, das jenseits von Gut und Böse ist, jedoch offenbar keiner Regelung unterliegt.

Wenn man das Buch genau liest, versteht man auch, dass bei dieser Krise kaum "entfesselte Märkte" im Spiel waren. Im Gegenteil. Was sich hier abspielte, passierte in ungeregelten, völlig undurchsichtigen und manipulierten Kanälen, für die man das Wort Markt nicht benutzen will.

Obwohl man besser dran ist, wenn man wenigstens weiß, was ein CDO ist, liest sich dieses sehr gut geschriebene Buch für Interessierte mehr als spannend, weil es aus der persönlichen Perspektive von klarsichtigen Außenseitern verfasst wurde und somit den ganzen kriminellen Irrsinn, der auch den deutschen Steuerzahler noch lange beschäftigen wird, jenseits von platten Mainstream-Ansichten darstellt.

Fazit.
Ein sehr erhellendes Buch, das die amerikanische Subprime-Krise aus der Sicht von Leuten schildert, die massiv und erfolgreich auf den Zusammenbruch des Hypothekenschwindels spekuliert haben.
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am 22. Oktober 2010
Um es kurz zu machen: Das Buch ist einfach Megaklasse. Es liest sich wie ein Roman, an manchen Stellen bildhaft wie ein Comic und der Erkenntnisgewinn ist riesig. Michael Lewis beschreibt seine Protagonisten sehr anschaulich. Ihre Handlungen, ihre Wandlungen, ihre Erkenntnisse und ihre Urteile. Und diese fallen mehr als eindeutig aus. Was auffällt ist, dass in dem Buch an mehreren Stellen von "den dummen Deutschen in Düsseldorf" die Rede ist. Und das Urteil über die Händler, die Rating Agenturen, die Investmentbanken fällt dazu wirklich nicht besser aus. Aber was noch mehr auffällt ist, dass selbst die handelnden Akteure offenbar selbst das herannahende Unheil nicht gesehen haben, oder vielmehr nicht sehen wollten. Zum Beispiel beschreibt Lewis sehr anschaulich ein Treffen von 7.000 Händlern und Akteuren in Bezug auf den Handel mit den "Schrottanleihen", die alle nur in eine Richtung dachten: Aufwärts! Das es auch mal abwärts gehen könnte, entsprach offenbar nicht ihrer Gedankenwelt. Nur mehr eine Handvoll von Beteiligten hat "schon" im Januar 2007 in die andere Richtung gedacht. Von der großen Mehrheit verachtet, verspottet und im wahrsten Sinne des Wortes für verrückt erklärt, haben sie sich trotzdem in Ihren Ansichten und Handlungen nicht beirren lassen. Dass sie an der Krise auch noch prächtig verdienen würden, hat damals noch niemand geahnt.

Das Buch ist auch für den "Laien" durchaus verständlich. Es ist in der deutschen Übersetzung sehr anschaulich geschrieben. Der zum Teil ironische, manchmal auch etwas sarkastische Witz verleitet wirklich zum Lachen. Wenn der Hintergrund und die folgenden Ereignisse nicht so traurig wären. Und an anderen Stellen liest man die Ausführungen mit großen Augen und offenem Mund. So offen wird hier von sprichwörtlichem "Betrug" geschrieben, dass einem die Spucke wegbleibt. Insgesamt also auch zu dem Lehrmaterial noch eine Spitzenlektüre mit hohem Unterhaltungsgewinn.
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am 25. Dezember 2010
Das Buch beschreibt wirklich, wie eine Handvoll Trader die Welt verzockte. Die Wall-Street Investmentbanken hatten die Ratingagenturen Standard & Poors und Moody's irgendwie dazu gebracht, haufenweise faule Anleihen mit AAA, also als risikolos, zu bewerten. Damit war es möglich geworden, mittellosen Amerikanern Kredite in Billionenhöhe zu verhökern. Immer wieder werden die Beispiele des Erdbeerpflückers mit dem 750'000 $ Kredit oder der Stripperin in Las Vegas mit ihren 5 Eigenheimen genannt. Die mittellosen Amerikaner hatten das Spielchen nur zu gern mitgemacht und auf Aufforderung der vergebenden Kreditinstitute falsche Angaben über ihre Bonität gemacht, um die Kredite zu erhalten. Die Maschinerie der Wall Street Banken, die diese Kredite dann in angeblich risikolose Wertpapiere verwandelte, war so kompliziert, dass Investoren aufgehört hatten, die Risiken einzuschätzen. Das Problem hatte solche Ausmasse angenommen, dass es ein verheerendes Ende nehmen und beträchtliche soziale und politische Folgen haben musste. Reihenweise gingen die Investmentbanken der Wall Street wie auch die Anleger der faulen Anleihen in der ganzen Welt pleite bzw. fuhren verheerende Verluste ein. So entstand die Finanzkrise. Weltweit mussten die Staaten Billionen investieren, um das Finanzsystem und die Firmen am Leben zu halten - die Zeche zahlten die Steuerzahler.

Obwohl viel kriminelle Energie in die Entwicklung dieses Geschäfts mit sogenannten Subprime-hypothenkenunterlegten Anleihen gelegt wurde, erkennt man auch, dass die ganze Maschinerie den Wall Street Banken letztendlich selbst um die Ohren flog. Es gab zahlreiche Beispiele, die belegen, dass die einflussreichsten Investmentbanker der Wall Street das Geschäft überhaupt nicht verstanden und somit die Katastrophe auch nicht verhindern konnten. Alle waren nur getrieben von der eigenen Gier. Interessant ist aber hier die Erkenntnis, dass die meisten Verlierer in diesen Wetten trotzdem reich wurden! Es gab auch eine kleine Zahl Gewinner in diesem Geschäft, nämlich diejenigen Analysten der Hedge Fonds, die den Betrug früh durchschauten und dagegen spekulierten. Aber das waren erstaunlich wenige. Michael Lewis erzählt die ganze Geschichte anhand der Erlebnisse dieser Hedge Fonds Manager. Das Buch bekommt dadurch einen persönlichen und sehr zugänglichen Stil. Die Geschichte wird dadurch auch gut nachvollziehbar. Einer dieser Manager berichtet über seine Recherchen, um das anrüchige Geschäft zu durchschauen. "Wir haben wochenlang gebraucht, um dieses System zu durchschauen, weil es so bizarr ist. Verdammte Scheisse, das ist der blanke Wahn. Das ist Betrug ! Vielleicht lässt sich das nicht vor Gericht beweisen, aber es ist und bleibt Betrug ! " Und noch ein unglaubliches Zitat: "Es gab einfach nicht genug Amerikaner mit mangelhafter Bonität, die einen Eigenheimkredit aufnahmen, um den Hunger der Investoren auf das Endprodukt zu stillen. Sie haben einfach welche erfunden - hundert mal soviele wie es gab ! Und das war der Grund, warum die Verluste des Finanzsystems so viel höher waren als die Summe der minderwertigen Anleihen."

Die Übersetzung lässt zu wünschen übrig. Der Text ist häufig nur schwer nachvollziehbar zu lesen. Ich empfehle, das Buch im Originaltext in Englisch zu lesen.
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am 2. Januar 2017
Nach ein paar Seiten dachte ich: 'Dieses Buch liest du niemals zu Ende.` - Als Laie, der sich mit dem Immobilien-, Aktien-, Kredit-, und Rentenmarkt usw. wenig bis gar nicht auskennt, war es anfangs schwierig in das Buch hineinzukommen. Gerade so Begriffe wie "CDO-Spreads" oder "Subprime-Hypothekenanleihen" oder "Credit Default Swaps"...etc. waren für mich unbekannt. Der Autor versucht jedoch, all diese Begriffe zu klären und zu erklären. Das eine oder andere habe ich dann noch gegoogelt, um es besser zu verstehen. Und warum habe ich das gemacht ? Warum habe ich das Buch doch zu Ende gelesen ? WEIL ES FASZINIEREND IST ! Es ist nicht nur interessant, nein, es ist mitreißend und mit einer Prise einzigartiger Dramatik geschrieben. Dieses Buch ist die spannende und doch erschreckend-reale Geschichte von der Entstehung der Immobilienkrise. Genial erzählt.
Am Ende...versteht man alles. Und was bleibt, ist die Unverständnis - nicht über die Begriffe und Fremdwörter (die hat man irgendwann verinnerlicht), sondern über die Geldgier einiger Weniger zu Lasten ganz Vieler.
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Michael Lewis hat in dem Buch 'The Big Short' die kriminellen Manipulationen nachgezeichnet, die zu großen Finanzkrise von 2007/08 führten, und ein unterhaltsamer Hollywoodfilm mit Chris Bale, Ryan Gosling und Brad Pitt versucht derzeit, diese Inhalte einem Millionenpublikum zu vermitteln. Grund genug, sich die das Buch noch einmal zur Hand zu nehmen und das, was im Film nur angerissen werden kann, etwas genauer nachzulesen. Aktuell ist dieses Thema, weil sich das Kasino-Verhalten der Banken nicht wirklich geändert hat. Eine neue Blase, gefeuert durch das aberwitzige Staatsanleihenankaufprogramm der EZB, ist bereits im Entstehen.

The Big Short' erzählt im Grunde zwei Geschichten, eine allgemeine und eine spezielle. Die allgemeine Geschichte ist die interessantere, die Geschichte von der großen Abzocke, mit der amerikanische Investmentbanker ihr Land und fast die ganze Welt an den Rand des finanziellen Ruins brachten. Ungehindert durch staatliche Regulierungen und inspiriert durch die Politik der Geldmengenausweitung durch die Federal Reserve kamen die Spezialisten der amerikanischen Großbanken Meryll Lynch, Goldmann Sachs, Morgan Stanley Lehman Brothers und Bear Stearns auf die Idee, jedermann, auch dem absolut zahlungsunfähigsten Amerikaner, einen Immobilienkredit aufzuschwatzen. Das Geschäftsmodell der insolventen Kreditnehmer war klar: Sie hofften, dass die Häuserpreise infolge der Geldmengenschwemme weiter steigen und sie bei einem späteren Verkauf ihres kreditfinanzierten Hauses einen schönen Reibach machen würden. Natürlich wussten sie, dass diese Blase einmal platzen würden, weswegen sie vorsorgten und das Risiko einfahch verschoben. Sie wandelten IMG_6438einfach die Hochrisikokredite in sogenannte 'hypothekengesicherte Anleihen' mit hochtrabenden Namen (subprime credits)um und verkauften sie mit kräftigen Provisionsaufschlägen und Gewinnmargen so schnell wie möglich weiter. Erleichtert wurde dieses betrügerische Finanzgebahren durch zweierlei: (1) die Korruptionsanfälligkeit der Ratingagenturen Standard & Poors und Moodys, die diese Schrottpapiere mit einem AAA Rating ausstatten und (2) durch die Dummheit vornehmlich ausländischer Kapitalanleger, die diese Papiere ohne ausreichende Prüfung kauften. Immer wieder werden im Buch die 'Dummköpfe' oder die 'Blödmänner' aus 'Düsseldorf' erwähnt, die besonders scharf auf diese Papiere waren, allerdings waren auch japanische Pensionsfonds und Kleinanleger auf der ganzen Welt mit von der Partie.

Was es dabei im Hinblick auf die Kreditvergabe an mittellose Amerikaner zu lesen gibt, verschlägt einem den Atem. Es wurden sogar Immobilienkredite mit negativer Amortisation vergeben (das heißt, es wurden überhaupt keine Zinsen gezahlt, diese wurden einfach auf die Kreditsumme aufgeschlagen) ' Hauptsache, man konnte Anleihen generieren und mit Gewinn verkaufen. 2005 betrug die Summe der Subprime-Kredite schon 625 Milliarden Dollar, von denen 507 Milliarden Dollar in Anleihen umgewandelt und verkauft wurden

New York 1993 (13)Aber das war noch nicht alles, Die anrollende Katastrophe wurde noch einmal verstärkt durch eine weitere Finanzinnovation: die sogenannten Credit Default Swaps, d. h. durch Ausfallversicherungen, die für den Fall abgeschlossen wurden, dass die Subprime-Anleihen notleidend werden würden. Und hier kommt die zweite Geschichte ins Spiel, die das ganze Desaster noch einmal aus der Sichtweise handelnder Personen widerspiegelt. Vor allem zwei Tradern, Steve Eisman und Michale Burry, war aufgefallen, dass die Einzelhypotheken aus denen sich die Anleihepapiere tausendfach zusammensetzten, praktisch wertlos waren oder zu extrem hohen Verlusten führen würden. Von heute aus gesehen, wundert man sich natürlich darüber, dass das zunächst nur so wenigen auffiel. Steve Eismann formuliert in dem vorliegenden Buch dazu eine einfache Erklärung: 'Die Triebfeder war nicht nur New York 1993 (23)Gier sondern Dummheit', was bedeutete, dass die meisten, namentlich die CEOs der großen Banken, gar nicht überblickten, was sich da zusammenbraute. Das betrügerische AAA Ratings der großen Bewertungsagenturen wirkte wie eine Binde vor den Augen.

Michal Burry, der als erfolgreicher Fondsmanager, über beachtliche Geldmittel verfügt, beginnt deswegen gegen diese hypothekengesicherten Subprime-Anleihen zu wetten, d. h. er kauft Ausfallversicherungen deren Konstruktionsprinzip so aufgebaut ist, dass sie erst ins Geld kommen, wenn die Anleihen ausfallen. Bis dahin muss er kräftig Versicherungsgebühren zahlen, die zwischen 0,5 bis 2 % der Versicherungssumme betragen. Weil man ein risikoloses Geschäft wittert steigen die Banken gerne darauf ein, allen voran die AIG, die sich zwei Jahre für Abermilliarden Ausfallversicherungen verkauft und sich zunächst mit den Prämien eine goldene Nase verdient (und sich damit letztendlich ihr Grab gräbt)

Ab 2006, als die meisten Lockzinsangebote auslaufen und die Kreditnehmer unter den variabel ansteigenden Zinsen zusammenbrechen, gehen die weltweit verkauften Anleihen reiseweise pleite. 2007/08 brechen die ersten Bankhäuser zusammen, und der Wert der Ausfallversicherungen, die Murray, Eismann New York 1993 (72)(inzwischen aber auch viele andere ) gekauft haben steigt ins Unermessliche. Aber noch viel unermesslicher ist der gesamtwirtschaftliche Verlust ' hundertausende halbfertiger, unverkäuflicher Immobilien stehen im ganzen Land zum Verkauf, hunderte von Milliarden Dollar waren buchstäblich in den Sand gesetzt worden, Wahrscheinlich wäre weltweite Bankensystem zusammengebrochen, hätte die amerikanische Regierung nicht in einem bis dahin unvorstellbaren Ausmaß eingegriffen. Die großen Wallstreethäuser, AIG, Fanny Mae und fast alle anderen, die das große Rad gedreht hatten, werden mit über 1000 Milliarden US Dollar auf Kosten des Steuerzahlers gerettet. Die US Federal Reserve warf die Notenpresse an, und die Verschuldung Amerikas erreichte ungeahnte Höhen. (Das wird die nächste, die letzte und finale Krise werden)

Was ist die Moral von der Geschicht'? Die große Krise hat die Anfälligkeit des Marktes für zwei große Übel ' für Gier und Gewissenlosigkeit auf der einen und für die Dummheit auf der anderen Seite ' zweifelsfrei erwiesen. In dieser Allgemeinheit hört sich das banal an, doch angereichert mit den Fakten des vorliegenden Buches gewinnt dieser Befund eine erschütternde Plausibilität. Auf der Strecke geblieben ist das 'Vertrauen', das diffuse Grundkapital aller Gesellschaften ' wie vollständig und total, das hat der amerikanische Autor George Packer in seiner Bestandaufnahme 'Die Abwicklung' in schmerzhafter Klarheit herausgearbeitet.

Einen abschließenden 'aktuellen' Gedanken aber kann ich mir nicht verkneifen. Wer heute diese Abläufe und insbesondere die Rolle von 'Dummheit' und 'Vertrauen' während der Finanzkrise von 2007/08 studiert, kann nicht umhin, sie mit der gegenwärtigen 'Flüchtlingskrise' zu vergleichen. Bei der derzeit ablaufenden Politik der Masseneinwanderung von Geringqualifizierten aus einem ganz anderen Kulturkreis wird ebenfalls 'Vertrauen' in unglaublichem Ausmaß missbraucht, und zwar das Vertrauen der einheimischen Bevölkerung in die Weisheit ihrer Regierung. Ein kindlich anmutendes, geradezu naives, über Jahrzehnte hinweg gewachsenes Vertrauen der Bürger in ihren Staat wird benutzt, um eine Politik zu exekutieren, von der abzusehen ist, dass sie über kurz oder lang genauso sicher zur Katastrophe führen wird wie die Blase auf dem amerikanischen Häusermarkt. Man könnte die Parallele in aller Vorsicht noch einen Schritt weiter treiben: So wie dem amerikanischen Publikum suggeriert wurde, die Subprime-Papiere repräsentierten echte Werte, so erzählt man den Deutschen allen Ernstes, die 1,3 Millionen Zuwanderer, die 2015 zu einem großen Teil unregistriert und gegen geltendes Recht nach Deutschland gekommen sind, seien eine lohnende Investition unseres Gemeinwesens in seine Zukunft.

Meiner Ansicht nach befinden wir uns nun, was den Stand der Einwanderungskrise im Vergleich zur Finanzkrise betrifft, etwa im Sommer 2007. Die Ausfallraten der Hypothekenkredite steigen bereits an, doch die Banken versuchen diese Informationen durch Kursmanipulationen und Diskursverbote zu unterdrücken. Im übertragenen Sinne: Seit den Massenübergriffen von Köln, die ein Umdenken beim grenzenlos vertrauensseligen Publikum eingeleitet haben, werden von den öffentlich-rechtlichen Medien, der Linkspresse und der Regierung die wahren Ausmaße des Problems durch gezieltes Herunterspielen in einer Weise geleugnet, die jeder demokratischen Transparenz Hohn sprechen. Aber es ist zu spät. Der 'Minsky Moment', der 'Moment der Klarheit' ist angebrochen, und von nun an kann alles sehr schnell gehen. Retten wird uns das nicht. Ich befürchte, der Schaden ist bereits angerichtet und wird noch viel größer sein als 2007/08.
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am 4. November 2010
Ein großes Lob für dieses Buch, weil es auf der einen Seite das erste Buch ist, das tatsächlich die genauen Details der Konstruktion der CDOs erläutert und auf der anderen Seite aus Sicht derjenigen geschrieben ist, die früh erkannt haben, dass da etwas nicht stimmen kann.

Ich hatte im Zuge der Krise stets gedacht, es gäbe da viele Spezialisten, die genau wüssten, was abläuft, nur dass ich nicht an sie heran komme. Jetzt ist mir dieser Zahn gezogen. Niemand wusste etwas Genaues. Das macht dann auch die Faszination dieses Buches aus, diese Schilderung der Suche nach den Fakten.

Großartig ist auch die Schilderung der Short-Spekulanten. Man muss schon ein Mensch und ein Charakter wie Eisman oder Burry sein, um so etwas zu machen. Und ich weiß genau, dass 99,9% aller Marktinteressierten weder so sind noch so sein wollen. Tragisch auch der Ausgang für diejenigen, die alles als Erste gewusst haben: Sie sind fortan Außgestoßene. "Dabei war nichts anderes passiert, als dass er Recht behalten und die Welt sich geirrt hatte und die Welt ihn dafür hasste."

Für die Normalos wird es sich deshalb auch zukünftig als besser erweisen, sich erneut auf der falschen Seite zu befinden. Von daher irritiert das große Lob für dieses Buch sehr. Die Täuschungen gehen also unvermindert weiter.
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am 24. Dezember 2010
Durch ein Inserat in einer Finanzzeitung bin ich auf dieses Buch gestossen und finde, jeder der detaillierte Informationen über die Ursache der Finanzkrise erfahren möchte, dem empfehle ich dieses Buch. Warum? 1. Ist es sehr unterhaltsam und spannend geschrieben. 2. Werden Fachbegriffe auf verständliche Art und Weise erklärt. 3. Als jemand, der selbst in der Finanzbranche tätig ist, denke ich, ist dieses Buch voll aus der Realität geschrieben. Nun zum Inhalt: Das Buch behandelt den Zeitraum von 2003 - 2009. Es geht um einzelne Fonds-Manager, welche vor dem Ausbruch der Krise gegen minderwertige Hypothekenanleihen spekulierten. Dem Leser wird aufgezeigt, wie der ganze Mechanismus eigentlich funktionierte; von der einzelnen Hypothek bis auf die daraus konstruierten Hypothekenpapiere, welche von den grossen Investmentbanken in grossem Ausmass verkauft wurden und schlussendlich zum Ausbruch der Finanzkrise führten. Es handelt von Personen, welche schon lange vor dem Ausbruch realisierten, dass eines Tages die Finanzmärkte zusammenbrechen würden. Die Geschichte eines jeden Einzelnen dieser Fondsmanager wird eindrücklich und unterhaltsam erzählt. Wärmstens zu empfehlen!
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am 9. Juli 2011
Wer ein nüchternes Sachbuch erwartet, wird enttäuscht sein. Das Buch ist im amerikanischen Stil wie ein spannender Roman im Genre der Historienromane geschrieben und beschreibt anhand von einer Handvoll Charaktere das grosse Pokerspiel an der Wallstreet und Umgebung. Der deutsche Untertitel des Buches ist irreführend, weil im Buch genauso wie in der Realität nicht bloss eine Handvoll die Finanzwelt verzockte, sondern Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Investmentbankern beteiligt waren. Insgesamt spannende Urlaubslektüre.
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am 12. November 2010
Michael Lewis erzählt in seinem neuen Buch von den Menschen, die früh erkannten, dass das Finanzsystem gefährdet ist - auch wenn sie das zuweilen gar nicht im Blick hatten. Charlie Ledley zum Beispiel. Sein erstes Semester am Amherst College lag gerade hinter ihm, da unterbrach er sein Studium, um als ehrenamtlicher Helfer den Präsidentschaftswahlkampf von Bill Clinton zu unterstützen. Mit der Börse, Finanzmärkten im Allgemeinen oder dem amerikanischen Hypothekenmarkt im Besonderen hatte er damals noch nichts zu tun. Auf dieses Terrain verschlug es ihn eher durch Zufall als durch Planung.
Mit einem Freund gründete Ledley eine kleine Anlagegesellschaft und interessierte sich vor allem für eines: Ereignisse, die von der erdrückenden Mehrheit aller Anleger, vulgo: dem "Markt", für so unwahrscheinlich gehalten werden, dass es vernachlässigbar wenig kostet, auf ihren Eintritt Geld zu setzen, um trotzdem einen satten Gewinn zu machen, wenn doch geschieht, womit zuvor niemand gerechnet hatte. Mit diesem Prinzip vor Augen - der amerikanische Risikoforscher Nicholas Nassim Taleb paraphrasierte es mit der Mahnung, dass mit der Entdeckung schwarzer Schwäne gerechnet werden muss - begann Ledley sich im Jahr 2006 für den amerikanischen Hypothekenmarkt zu interessieren.
In einer Präsentation las er, wie abenteuerlich viele Häuserkredite von amerikanischen Banken vergeben worden waren. Und wie die Kredite hernach von anderen, meist größeren Banken zu neuen Wertpapiergebilden zusammengebaut und weiterverkauft wurden. Die Börsenkurse an der Wall Street stiegen parallel dazu unbeirrt weiter, was so viel hieß wie: Der Markt glaubte, da werde schon nichts passieren. Ledley wählte ein anderes Szenarium. Er investierte in das Eintreten des großen Knalls, den Zusammenbruch. Nicht aus böser Absicht und natürlich auch nicht aufgrund einer seherischen Gabe, sondern schlicht und einfach, weil es sein Geschäftsmodell war, auf solche Szenarien zu setzen. So wurde Ledley zu einem derjenigen, die an der Krise verdienten, weil sie auf sie setzten.
Michael Lewis erzählt an Beispielen wie diesem, wie es zur bisher schlimmsten Finanz- und Wirtschaftskrise seit den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kam - und davon, dass sich einige wenige durchaus gegen sie gewappnet hatten. Lewis liefert damit einen Einblick bis in den Lebensalltag, in die Mikroebene der ökonomischen Weltanschauung in einem Bereich, mit dem sich sogar - oder vor allem? - viele Wirtschaftswissenschaftler schwertun. Das gelingt ihm hervorragend. Weil er die Geschichten von Investoren, die Namen tragen wie Michael Burry oder Steve Eisman, nachvollziehbar nachzeichnet. Und weil er die Akteure überdies nicht auf das Handeln in einem speziellen Bereich des riesigen amerikanischen Finanzmarktes reduziert.

Lewis geht ein auf seine Protagonisten, schildert bisweilen Szenen ihrer Kindheit, zeigt, wie sie oftmals als Außenseiter aufwuchsen. Das Buch wirkt dadurch mitunter wie ein Roman, in dem durch die Interaktion der Helden mit ihrer Umwelt an vielen Stellen Porträtausschnitte der Gesellschaft entstehen, in der sie leben, und der Werte, die in ihr (nicht) gelten. Beinahe nebenbei erläutert Lewis die Konstruktion und Funktionsweise der im Nachhinein häufig wertlos gewordenen Wertpapiere und die Logik der Infrastruktur, auf der sie gehandelt worden waren.

Lewis knüpft mit diesem Buch überzeugend an seinen im Jahr 1989 erschienenen Bestseller "Liar's Poker" an, in dem er seine Leser bereits an die Wall Street mitgenommen hatte - in den mitunter absurden Alltag einer amerikanischen Investmentbank. Sein Vorteil war und ist, dass er selbst als Anleihehändler für eine Bank arbeitete. Er weiß deshalb, wovon er schreibt. Dass er sich auch dieses Mal nicht mit der Anprangerung des "Systems" zufriedengibt, sondern konkrete Geschichten erzählt und seinen Figuren oft das Wort erteilt, ist essentiell. Es macht dieses Buch, das sicher einmal zu den wichtigsten über die jüngste Finanzkrise gezählt werden wird, lebendig, und es erleichtert den Einblick in das Innenleben und die Antriebe seiner Hauptdarsteller.

Ob es eine bürgergesellschaftliche Pflicht all der Ledleys, Eismans und Burrys gewesen wäre, ihre Meinung über die Wirtschaftswirklichkeit (auch) anders kundzutun als bloß über ihre entsprechende Geldanlage, das ist eine Frage, die dem Leser bleibt. Und es ist offen, ob sie sich mit Rückgriff auf ethische Prinzipien beantworten lässt oder ob ein solcher Anspruch schlicht und einfach an der Finanzmarktrealität scheitert. Lewis lässt die letztere Einschätzung ansatzweise durchschimmern. "Es ist wirklich schwer zu erkennen, wann man Glück hat und wann man wirklich clever ist", sagt Charlie Ledley mitten im Buch einmal über sich selbst und über sein Geschäft. Der Satz ist wichtig, auch wenn er wie eine Binsenweisheit klingt und beinahe kindlich anmutet. Von der mit ihr getroffenen Unterscheidung hängt tatsächlich eine Menge ab. Nicht zuletzt auch an den Finanzmärkten.

FAZIT: Toller Kauf! 5 Sterne!
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am 15. Februar 2013
Es ist ein großartiges Buch zu einem sehr komplexen Thema; es ist sehr gut geschrieben. Die Komplexität der Derivate (CDS usw.) ist nicht ganz einfach zu durchdringen. Allerdings wird auch ohne Detailkenntnisse dieser Finanzinstrumente sehr anschaulich welch großes, in meinen Augen kriminelles Rad gedreht wurde. 2-3 Geschäftsbanken waren willens, den roten Knopf für die finanz-nukleare Bombe zu zünden. Das sie dabei billigend in Kauf genommen haben, selbst bei drauf zu gehen, ist für mich immer noch völlig unverständlich.
Was mir an dem Buch sehr gut gefällt, ist, das es nicht in Larmoyanz verfällt, sondern die Ereignisse sehr geschickt aus der Perspektive von 5 unabhängigen, sich zunächst auch nicht bekannten Personen schreibt, die Anfang 2000 sich den Dickicht dieser Derivate erarbeiten, um dann gegen dieses System zu wetten. Ihr Leidensweg und die Anspannung bis zum "Gewinn" dieser Wette -gegen die etablierten Großbanken Goldman Sachs, Deutsche Bank, UBS usw.- ist sehr eindrucksvoll beschrieben.
Es ist die mit Abstand gelungenste (wertneutrale) Darstellung des finanzwirtschaftlichen Größenwahns, die ich kenne.

Meine Lese-Empfehlung (entsprechend der Chronologie):
1. The Big Short (wie die Bombe gezündet wurde)
2. To big to fail (wie der Staat die Trümmer wieder aufsammelt und den Banken Milliarden an Liquidität gibt)
Wenn danach einige zum Marxismus konvertieren, kann ich das durchaus nachvollziehen.
Ich selbst bin immer noch überzeugter Marktwirtschaftler, mich hat aber das Lesen dieser Epoche fassungslos gemacht.
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