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am 20. Juni 2006
Necla Kelek polarisiert und provoziert wieder und das ist gut so.

Ich arbeite seit Jahren mit türkischen Kindern und Jugendlichen und kann ihre Beobachtungen nur unterschreiben. Und damit meine ich so wie sie, nicht daß sie auf ALLE türkischen Jungen/Männer zutreffen, aber eben auf die, von denen dieses Buch handelt. Das sollten diejenigen, die das Buch so in der Luft zerreissen, sich vor Augen führen.

Es ist schon interressant: sie beklagt zu Recht den autoritären Führungsstil und die Unterdrückung durch die Väter in der türkischen Community, auf deutscher Seite wird ebenfalls zur Recht die vaterlose Gesellschaft und das Fehlen von Leitbildern beklagt.

Eine Mitte zwischen diesen Extremen zu finden wird eine große Aufgabe für die folgenden Generationen.

Ein Stern fehlt zur Maximalanzahl, weil die Autorin keine positiven Beispiele nennt und anscheinend doch bei der Recherche nicht ganz genau war (siehe vorige Kritiken).
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am 10. Februar 2006
Auch in Deutschland warnen Jugendforscher und Soziologen seit langem vor dem Abdriften der Jungen und Männer in den muslimisch dominierten Vierteln. Aus repräsentativen Langzeit-Untersuchungen des Hannoveraner Kriminologen Prof. Christian Pfeiffer wissen wir, dass hierzulande die Hälfte aller Jugendstraftaten von nur sechs Prozent der Täter verübt wird. Zu diesem harten Kern gehört jeder zehnte türkische, aber nur jeder 33. deutsche Junge. Dazu passt, dass jeder vierte türkische Junge Gewalt bejaht (jeder 25. deutsche) – aber nur jedes 20. türkische Mädchen.
Die Gewalt ist in türkischen Familien dreimal so hoch wie in deutschen, die Täter sind Männer, die Opfer Frauen und Kinder. Die Mädchen aber identifizieren sich mit der Opfer-Mutter, die Jungen mit dem Täter-Vater (auch wenn sie selber sein Opfer sind). Doch solange wir uns im Namen eines blauäugigen Rassismus-Vorwurfs das Benennen dieser Tatsachen verbieten lassen, solange werden wir auch nicht an die Wurzeln des Übels kommen.
Denn wie soll ein Junge Achtung vor seinen Nächsten oder gar vor den Repräsentanten des Staates haben, wenn er von Kindesbeinen an lernt, seine Nächste – die eigene Mutter, Schwester, Freundin – zu verachten? Schlimmer noch: Diese Jungen sind überzeugt: Nur ein gewaltbereiter Mann ist ein ‚echter Mann‘! Gewalt ist der Kern der Männerherrschaft in den Gettos. Gewalt ist cool. Gewalt ist das identitätsstiftende Element von ‚Männlichkeit‘ – am begierigsten aufgesogen in Zeiten irritierter, erschütterter Männlichkeit.
Das verführerische Lied der Gewalt wird von Paris bis Köln und Berlin vielstimmig gesungen: Von traditionellen Patriarchen aus Kulturen, die weder durch die Aufklärung, noch durch den Feminismus erschüttert, geschweige denn verändert wurden; von Kriminellen, die die Hoffnungslosigkeit dieser Jungs ausnutzen; und von den mitten in den europäischen Metropolen agitierenden Islamisten. Sie versprechen diesen verlorenen jungen Männern eine neue, stolze Identität inklusive 70 Jungfrauen im Himmel – um den Preis der Erhebung über die eigenen Frauen und Bekämpfung der ‚Ungläubigen‘.
Ganz so dramatisch wie in Frankreich sind die Probleme in Deutschland nicht. Aber auch hierzulande steigt die Sympathie vor allem der jungen Männer mit den Fundamentalisten und Gotteskriegern unaufhaltsam. Die neue Regierung wird bald tun müssen, was die alte so sträflich versäumt hat.
Maria Böhmer, die neue Ministerin für Integration, wird – zusammen mit dem Innenminister – alle Hände voll zu tun haben. Denn auch wir dürfen unsere Augen nicht länger verschließen vor dem doppelten Zwei-Klassen-System: dem zwischen Deutschen und Zugezogenen einerseits – und dem zwischen den Männern und Frauen innerhalb der Einwanderer-Gemeinschaft andererseits.
Wollen wir das Problem der brennenden Autos wirklich in den Griff bekommen, müssen wir auch das der brennenden Mädchen angehen (Stichwort: Ehrenmorde); wollen wir das Gesetz der Paten innerhalb der mafiösen Strukturen brechen, müssen wir auch die grenzenlose Autorität der Patriarchen innerhalb der Familien infrage stellen (Stichwort: andere Sitten). Und mindestens ebenso dringend wie der Sprachunterricht ist der Demokratieunterricht – unter deutlichem Hinweis auf Paragraph 3, Absatz 2 des Grundgesetzes: „Frauen und Männer sind gleichberechtigt.“
Im südlichen «Hinterland» Europas, dem Gürtel von Pakistan bis Marokko, wo die Bevölkerung vorläufig immer noch stark zunimmt, steht ein riesiges Reservoir von in ihren Ländern überschüssigen, beschäftigungslosen jungen Menschen bereit, die darauf brennen, die Bevölkerungslücken in Europa zu schliessen. Fast alle sind Muslime. Bereits heute leben in der EU schätzungsweise 20 Millionen oder 5% Muslime. Hält der Trend an, werden es 2020 schon 10% sein. 7% aller letztes Jahr in Europa geborenen Kinder sind muslimisch, in einer Stadt wie Brüssel sind es gar 57%. Schätzungsweise ein Viertel aller französischen Schüler sind schon heute Muslime. Der Historiker und Islamforscher Bernard Lewis fasst die Entwicklung so zusammen: «Europa wird Teil des arabischen Westens sein, des Maghrebs. Dafür sprechen Migration und Demographie.
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am 1. Februar 2009
Dieses Buch hat mich zuerst einmal geärgert.
Da werden die als Opfer dargestellt, die in meinen Augen doch die Täter sind , die "Muslimischen Männer". Mit sehr viel Empathie und Respekt schildert die Autorin ihre Interviews und eröffnet anschließend einen komplexen Zusammenhang, der es nicht mehr erlaubt schwarz -weiß zu denken und zu fühlen.
Ein anregendes sehr lesenswertes und keinen Moment langweiliges Buch.
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am 13. März 2012
Necla Keleks Engagement für die Frauenrechte, die freiheitlich-demokratische Grundordnung und die Menschenrechte allgemein ist bewundernswert, und ich finde ihre Bücher klar, wichtig und hilfreich.
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