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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
38
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Format: Taschenbuch|Ändern
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am 14. November 2011
Peter Scholl-Latour ist sicherlich nicht ganz unumstritten, was die 'Tiefe' seiner Werke anbelangt, da er sich rund um den Globus mit mittlerweile wohl ziemlich allen Weltregionen auseinandergesetzt hat. Folglich werden seine Bücher oftmals als populärwissenschaftlich beschrieben, zumal er sich in der notwendigen Tiefe gar nicht mit alle diesen Regionen und Staaten auseinandersetzen kann- dazu bedürfte es schon alleine mit wenigen Räumen und Gegenden vieler Jahre harter Recherchearbeit. Dennoch ist sein Buch 'Afrikanische Totenklage' gerade weil es populärwissenschaftlich ist ein Buch, welches einen groben, aber doch sehr intensiven Überblick über einen ganzen Kontinent gibt, der es zumindest dem Einsteiger ermöglicht, erste Informationen zu gewinnen und sich mit Afrika als Gesamtes zu beschäftigen. Dabei fallen zwar einige Staaten und Regionen- z.B. der nordafrikanische Raum- 'runter', aber dennoch zeigt Scholl-Latour auf, welche generellen historischen und gesellschaftlichen Entwicklungslinien es auf dem schwarzen Kontinent gab und gibt. Sehr sinnvoll sind dabei auch Scholl-Latours Rückblicke auf Reisen auf dem Kontinent, die Jahrzehnte zurückliegen. Besonders hervorzuheben ist, dass es Peter Scholl-Latour immer wieder- auch andernorts- gelingt, Gespräche auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu führen: er spricht mit Generälen genauso wie mit Staatsrepräsentanten und dem 'einfachen Volk', gibt somit Einblicke nicht nur aus Sicht einzelner Schichten. Verdeutlicht werden Strukturen, die in mehr oder weniger allen afrikanischen Staaten die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung hemmen: Machtkämpfe zwischen einzelnen Gruppen, der Konflikt zwischen prä- und postkolonialen Strukturen und der Interessenseinfluss des 'Westens' im Kampf um wichtige Rohstoffe. Positiv an diesem Buch ist, dass Peter Scholl-Latour auch andere Probleme anspricht als HIV/AIDS, Korruption und Probleme im Folge der Kolonialzeit. Er zeichnet ein umfassendes Bild afrikanischer Gesellschaften, das sich nicht nur auf die gängigen Clichés stützt. Negativ ist ein wenig, dass der Autor recht 'allwissend' erscheint- ganz im Stile Scholl-Latours- der schon immer diesen oder jenen Konflikt kommen sah und das Ganze erscheinen lässt wie eine Bestätigung dessen, was der Autor ja schon immer wusste. Dies ist insofern störend, als dass Peter Scholl-Latour in seinen durchaus sehr guten aber auch sehr auf seiner Sicht basierenden Darlegungen immer auch ein wenig besserwisserisch hinüberkommt- wobei sicherlich gerade Peter Scholl-Latour jetzt nicht der einzige und ausgesprochendste Afrikakenner ist, dessen Bücher zu lesen lohnen.
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am 15. Dezember 2001
Peter Scholl-Latour hat mit "Afrikanische Totenklage" ein farbenreiches Bild weiter Teile Afrikas gezeichnet - ein Bild, in welchem die Farbe rot dominant ist. Überall auf dem afrikanischen Kontinent beschreibt Scholl-Latour Destabilität, Bürgerkrieg und Rassenauseinandersetzungen. Wie ein roter Faden durchzieht der Tod durch Krieg oder durch AIDS den Bericht über die Reisen des Autors durch Staaten wie den Kongo, Uganda, Angola, Namibia und Südafrika in einem ersten regionalen Großraum und der Region um Liberia herum. Leider wird der Norden des Kontinents ausgespart und auch das bevölkerungs- und rohstoffreiche Nigeria nur am Rande erwähnt. Durch den immer wieder eingestreuten Rückblick auf Reisen des Autors in den 50er, 60er und 70er Jahren gelingt es Scholl-Latour, den zeitgeschichtlichen Hintergrund für die aktuellen Ereignisse in excellenter Weisenachzuzeichnen.
Das Buch lebt von der Fähigkeit des Autors durch Gespräche mit Repräsentanten des Staates oder der in nahezu jedem Land üblichen Rebellengruppen, aber auch mit der einfachen Bevölkerung ein lebendiges Bild zu zeichnen, das zwar an vielen Stellen subjektiv, aber deswegen nicht weniger anregend ist. Scholl-Latours Klage gegen die amerikanische Politik, welche sich verstärkt auf den Profit konzentriert, den der Diamantenhandel und die Ölvorkommen versprechen, erinnert einen vor dem Hintergrund der Anschläge vom 11. September daran, daß die amerikanische Außenpolitik schon immer interessengeleitet war und dabei den Kampf für Menschenrechte und Demokratie schon mal geringere Priorität genießen. Es wird deutlich, daß hier ein Politikwechsel von Nöten ist, um Stabilität auf diesen Kontinent zu erreichen, die erforderlich ist, um das Leiden dieses Kontinents zu beenden, der Kontinent, welcher letztlich noch immer die Geburtsstätte des modernen Menschen ist.
Aber Scholl-Latour beschreibt auch eindringlich, daß man das Chaos des Kontinents nicht nur auf die Fehler der nicht-afrikanischen Staaten beschränken kann. In nahezu allen Staaten Afrikas herrschen Machtkämpfe zwischen den unterschidlichen Stämmen. Hier geht es um eine ethnische Vorherrschaft, in der lediglich die Abstammung, nicht die politische Gesinnung ausschlaggebend ist für die Zugehörigkeit zu einem Lager. Auch die afrikanischen Naturreligionen werden zur Begründung der Zustände herangezogen. So ist bspw. der Glaube weit verbreitet, der Sex mit einer Jungfrau schütze vor AIDS. Dies führt nicht nur zu einer enormen Vergewaltigung von jungen Mädchen, sondern auch zur massiven Weiterverbreitung von AIDS.
Zu kritisieren ist jedoch die insgesamt etwas einseitige Sichtweise des Autors. Seine Beschreibung zeichnet ein absolut düsteres Bid, Hoffnungsschimmer kommen nicht auf. Wenn eine Situation noch nicht zum Bürgerkreig eskaliert ist, erscheint es so, als ob der Autor einen solchen Ausbruch prophezeien wollte. Hoffnungsvolle Projekte der Entwicklungsarbeit werden nicht genannt, die Vereinten Nationen erscheinen in einem sehr düsteren Ton. So wird das Buch dem Titel gerecht: Es ist eine Totenklage, der Autor hat den Patienten bereits aufgegeben. Als junger Mensch will und kann man sich diesem fatalen Urteil nicht anschließen.
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am 3. September 2014
Peter Scholl-Latour ist ein Meister des Urteils und der Vernunft, deshalb nehme ich ihm auch einen fünften eingeschobenen Nebensatzt ab - und zwar mit nur leisem Murren; denn seine Kompetenz und sein direktes Vorgehen gegen die Dummheit sind mir immer Labsal für Herz, Seele und Hirn gewesen. Dringende Leseempfehlung.
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am 15. April 2009
Beinnahe ein halbes Jahrhundert nach seinem ersten großen Afrikareports Matata am Kongo" kehrt der Autor noch einmal auf den schwarzen Kontinent zurück.
Er hat die Länder des südlichen, des westlichen und Zentralafrika bereist und zeichnet ein bedrückendes Bild von Elend, Mord und Raubtierkapitalismus. Seine Eindrücke kontrastiert er mit Erinnerungen an seine erste Reise, als Afrika noch unter europäischer Kolonialherrschaft stand.
Seine traurige Erkenntnis: Die meisten Länder sind gleichsam auf dem Weg zurück in die Steinzeit. Städte sind zur Kulisse eines Alptraums geworden, Schulen und Krankenhäuser vermodern, Menschen sind entwurzelt.

Völkermord, blutige Staatsstreiche, Hungersnöte biblischen Ausmaßes, Krieg um Rohstoffe oder Kindersoldaten, die ihren Gefangenen Arme und Beine abhacken - das alles wertet Scholl-Latour als Indizien dafür, dass Afrika zu jenem Zustand zurückkehrt, den Joseph Conrad im Herz der Finsternis" beschrieben hat. Die wenigsten Europäer wagen es, sich die erschütternde und beinahe hoffnungslose Tragik dieses Kontinents einzugestehen; doch die Eindrücke, Begegnungen und Geschichten Scholl-Latour prophezeien eindringlich, dass die afrikanische Totenklage bald (oder ist schon?) bis nach Europa herüberklingen wird.

Man kann es kaum Glauben was Industrie-Staaten alles in Bewegung setzen um an die begehrte Rohstoffe zu kommen und wer daran alles verdient! Jedes Mittel ist Recht und wie heißt es im Herz der Finsternis": The horror! The horror"
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am 6. März 2007
Dieses Buch sorgt für viele Kontroversen, wie man den verschiedensten Rezensionen entnehmen kann. Scholl-Latour ist sich dessen jedoch oft bewusst und zitiert an entsprechenden Stellen lieber einen weiteren (Zeit-)zeugen, anstatt allein auf seiner Meinung zu beharren. Es sei noch gesagt, dass Scholl-Latours Literatur keineswegs etwas für "Einsteiger" ist. Abgesehen von dem Gebrauch vieler fremdsprachlicher Begriffe, setzt auch der Inhalt ein gutes Basiswissen und starkes Interesse an die Länder und deren Bewohner voraus. Andernfalls vergeht dem Leser schnell die Lust am Lesen.
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am 28. Oktober 2001
Ein hochinteressantes Buch, das aber leider nur die in einigen Regionen Afrikas herrschenden Zustände beschreibt und keinerlei Lösungen aufzeigt.
Scholl-Latour beschreibt in oftmals großer Detail-Genauigkeit, was er wo erlebt hat und von welchen Krisen die besuchte Region in den letzten Jahrzehnten heimgesucht worden war. Dabei kommt es dem Leser so vor, als reiste er von einem Blutbad zum nächsten, ohne aber, oh Wunder, jemals auch nur ein einziges blaues Auge davongetragen zu haben.
Der einzige rote Faden, abgesehen von den Gewaltexzessen der schwarzen Bevölkerung - die er exzellent dokumentiert - ist seine Vorliebe für Frankreich und die französische Sprache und seine Abneigung gegenüber dem amerikanischen Einfluß auf die Länder Afrikas.
Eine politische Zielrichtung scheint Scholl-Latour ansonsten keine zu haben und bewertet auch Diktatoren zumeist anhand kurzer Treffen mit ihnen. Einige waren ihm sympathisch, andere nicht.
Die Buren Südafrikas sind ihm verhaßt, obgleich sie über Jahrzehnte Stabilität und bescheidenen Wohlstand im südlichen Afrika garantierten - etwas, das Scholl-Latour eigentlich heute im gesamten übrigen Afrika vermißt. Wer die Buren besser kennt, weiß, daß sie sehr gastfreundlich sind. Schade eigentlich, daß Scholl-Latour Schwarze, Moslems und Juden bei seinen Reisen als Gastgeber bevorzugt hat.
Persönlich geärgert habe ich mich übrigens - und das mag für manche als Erklärung für meine etwas kritischere Sichtweise des gesamten Buches dienen - über Scholl-Latours abwertende Beschreibung der deutschgeprägten Stadt Swakopmund (Südwestafrika) als "schwarz-weiß-rotes Disneyland". Als jemand, der 16 Jahre dort gelebt hat, kann ich diese Sichtweise nur als zutiefst arrogant und ignorant bezeichnen. Sie entspricht nicht der Realität.
Schade eigentlich, daß ein ansonsten so exzellent, fast spannend, geschriebenes Buch durch diese undifferenzierte Sichtweise an Wert verliert.
Es ist doch merkwürdig: In alle eingeborenen Völker kann sich Scholl-Latour hineinversetzen und bringt für so viele ihrer grausamen Diktatoren sogar Sympathien auf, aber an Menschen der eigenen "Rasse" (er selbst verwendet dieses Wort so oft, viel zu oft) scheitert der Autor kläglich.
Fazit: Das Buch unbedingt kaufen, kritisch lesen und auch einmal im Zusammenhang mit Themen wie Terrorismus, Masseneinwanderung, Drogenkriminalität usw. sehen!
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am 13. November 2014
Das Buch war von 13 Jahren das erste Buch welches ich von PSL gelesen habe. Quasi meine Einstiegsdroge. Seitdem habe ich jedes Jahr auf sein neues Buch gewartet.

Es ist nicht nur informativ, sondern auch sehr kurzweilig geschrieben. Gerade die Rückblenden als Gegensatz zur aktuellen Beschreibung ist wunderbar und kann nur PSL in diesem Maß.

Ein Buch über Afrika, was man gelesen haben muss, wenn einen diese Thematik interessiert.
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am 29. August 2006
mir hat das buch sehr gut gefallen.

die konflikte in afrika werden heute und rückblickend in den sechzigern betrachtet.Die ehemaligen kolonien stehen immer noch unter dem einfluss des westens, der die rohstoffe billig ergattern will und so an konflikten beteiligt ist.

der autor schildert die internationalen verflechtungen von konzernen, söldnern und stammesfehden eindrucksvoll und schonungslos jenseits von zeitgeisttypischer verklärung und schwarzweiss-sicht.
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am 12. Dezember 2006
Peter Scholl-Latur versteht es wie kein anderer aktuelle Geschichte darzustellen. Seine jahrzehnte-lange Erfahrung und persönliche Kontakte erlauben es dem Autor Sachverhalte darzustellen, wie es kaum ein anderer vermag. Das Buch schildert eindrucksvoll politische Zusammenhänge die dem Durchschnitts-Europäer in der Regel verborgen bleiben. Die wichtigsten Krisenregionen des Kontinents werden spannend und anschaulich behandelt. Leider ist es nun einmal Realität, das fast jedes afrikanische Land eine Krisenregion ist. Ich habe selbst in Afrika gelebt und eine Reihe afrikanischer Länder bereist und fühle mich durch dieses Buch in meinen eigenen Erfahrungen voll und ganz bestätigt. Peter Scholl-Latur ist meiner Meinung nach der erfahrenste und vorrausschauendste Journalist überhaupt. Dieses Buch ist kostbar denn es gewährt Einblicke die andere Bücher nicht bieten.
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am 13. April 2009
Typisch Peter Scholl-Latour, der mit seinem fundierten Wissen zum Verständnis der für Aussenstehende verworrenen Verhältnisse in Afrika wesentlich beiträgt.
Sehr zu empfehlende Lektüre, für die man sich aber Zeit nehmen sollte.
Nachdem ich wegen der Vielzahl der agierenden Personen und Volksgruppen
mehrmals zurückblättern mußte, habe ich Zettel und Papier bereitgelegt, diese mit kurzer Anmerkung notiert. Damit wurde das Lesen zu Vergnügen.
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