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am 30. März 2016
Kein Buch für Zwischendurch oder mal eben vor dem Einschlafen. Man muss sich Zeit für Rilke nehmen und dann macht es Spaß zu lesen.
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am 12. März 2007
Gibt es ein Leben in der Kunst? Kann das Leben im Ästhetischen gerechtfertigt werden? Oder ist sie der höchste Ausdruck des Lebens überhaupt oder seine größte Verfallsform? Rilkes Könnerschaft liegt in der besonderen Wahrnehmungskraft, Bildhaftigkeit, in einer Zeit, die immer mehr in sich zerrissen, immer mehr beschleunigt und endlosem Wandel unterlegen ist. Die in einem Sturm durch die Verhältnisse liegt, der alles in einen sozial-technischen Machbarkeitswahn hinein- und fortreißt. Rilke, einer der größten Jugendstil-Lyriker überhaupt, neben Stefan George, Hofmannsthal und anderen, die vielleicht hier zu nennen sind, schenkt zum Jahrhundertwechsel vom neunzehnten auf das zwanzigste der Lesewelt seinen einzigen Roman, der ein lyrischer ist, ein hymnischer, der ganz modern vom Leben und Tod erzählt, von existentiellem Ausgeliefertsein, innerem Zerklüftetsein spricht, noch im Wahrnehmen, im Sehen, Fühlen und Schmecken - und feststellt: ... dass so das Leben sein würde: voll lauter besonderer Dinge, die nur für Einen gemeint sind und die sich nicht sagen lassen." Weil die Welt nichts wirklich Sagbares mehr hergibt; weil sie in der Beschleunigung alle Bedeutung, alles Bedeutende zerreißt und Sprachlosigkeit oder gleich pures Entsetzen zurücklässt und Fragen wie: Was ist die moderne Welt? Wie fühlt sie sich an? Wie lebt man darin? Wo ist Geborgenheit im Ungeborgenen, im Ausgesetzten noch möglich? Rilkes Roman ist so gesehen sehr modern, noch heute verblüffend offen geschrieben, offen lassend bei aller Bildhaftigkeit, die er doch besitzt. Ein ganz großer Roman über die Ratlosigkeit in der Modernität. Ein junger Roman der Moderne.
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am 27. Juli 2010
Ich habe mir diesen Klassiker von Rainer Maria Rilke noch einmal in dieser schönen Ausgabe gekauft und Rilkes einzigen Roman nach Jahren noch einmal gelesen. Wie wunderbar sensibel und wortgewaltig Rilke einerseits Paris und andererseits das Leben in einem Herrenhaus auf dem Lande in Dänemark schildert. Hier verarbeitet Rilke seine Erfahrungen, die er während mehrerer Aufenthalte als Gast von Prinz Emil von Schoenaich-Carolath-Schilden auf Schloss Haseldorf (Holstein an der Elbe) gemacht hat. Es lohnt sich, dieses Buch in aller Ruhe, Wort für Wort zu lesen und zu genießen. Man sollte sich Zeit nehmen und die große bewegende Wortkunst Rilkes erfühlen.
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am 1. November 2013
Rilkes Schreibstil ist zauberhaft und fesselnd - wenn man sich drauf einlassen kann. "Die Aufzeichnungen des M. L. Brigge" ist definitiv eine meiner liebsten Lektüren. Ich kann dieses Buch jedem detailverliebten Leser von Herzen empfehlen!
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TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 23. März 2016
Meine Besprechung bezieht sich auf das Hörspiel des SWR2: fast ein Monolog des Schauspielers JENS HARZER zweieinhalb Stunden lang (auf 2 CDs), der die Gedanken und Eindrücke des Malte Laurids Brigges spricht, erzählt, flüstert, sehr langsam, gelegentlich somnambul, in Zeitlupe, wie lose aneinandergereiht................. unterlegt und umgeben von einer meist leisen Großstadtgeräuschkulisse mit zeitloser Musik (Harmonium, Kontrabass, elektrische Gitarre). Lose Bilder, die vor dem inneren Auge entstehen, immer wieder Krankheit und Tod, das Sterben, völlig emotionslos. Die Großstadt kann teilnahmslos sein. Strom der Erinnerungen, ohne erkennbare Dramaturgie (wie ja auch in der Vorlage Rilkes).

Was (möglicherweise?) in Buchform von dem einen oder anderen als eher schwierig empfunden werden kann, eröffnet im Hörspiel mit Jens Harzer sehr schnell die Bilder Rilkes in loser Form: Erinnerungen der Hauptperson, Stadtbeschreibungen, Briefe, Selbstreflexionen, Momentaufnahmen. Rilke selbst lebte mehrere Jahre in Paris und war dieser Stadt sein Leben lang verbunden (was jeder weiß, der schon den einen oder anderen Briefwechsel des Dichters gelesen hat).

Fazit: Rilke + Jens Harzer, ein völlig entspanntes Hörspiel, das man nicht nur einmal hören wird.

( J. Fromholzer )
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TOP 1000 REZENSENTam 24. August 2015
Rainer Maria Rilke selbst hat «Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge» als Prosabuch bezeichnet, nicht als Roman. Im Brockhaus wird der Roman definiert durch «die individuell gestaltete Einzelpersönlichkeit, die einer als problematisch empfundenen Welt gegenübertritt», und genau dieses Charakteristikum findet sich hier in der fiktiven Figur des dänischen Poeten, der einem aussterbenden Adelsgeschlecht angehört und als armer Dichter in Paris seinen Weg sucht - also doch ein Roman! Es ist der einzige, den der Lyriker Rilke geschrieben hat, ganz unter dem Eindruck seines Aufenthaltes in der damals drittgrößten Stadt der Welt, sein Roman wurde 1910 veröffentlicht.

Im ersten Teil der fragmentarischen, aus 71 Aufzeichnungen bestehenden Erzählung berichtet der 28jährige Malte als eine Art Tagebuchschreiber von seinen Pariser Erlebnissen und den schockierenden Eindrücken, der Moloch Großstadt steht jedenfalls in krassem Gegensatz zu seiner Kindheit in einer wohlbehüteten ländlichen Welt. Er schildert die Menschenmassen und das unsägliche Elend, das mit der Industrialisierung einhergeht. Verfall, Krankheit und Tod scheinen allgegenwärtig, ständig begegnen ihm nie gesehene Aussätzige, Krüppel, übelste Gerüche verfolgen ihn auf seinen Streifzügen, - in seinem Eckel ist ihm die Bibliothek einzige Zufluchtsstätte im Paris des Fin de Siècle. Seine Kindheitserinnerungen im zweiten Themenkomplex sind geprägt von hochherrschaftlichen Wohnsitzen mit großen Zimmerfluchten, dunklen Ölgemälden mit den Portraits der Vorfahren, steifen Essensritualen im Kreise der Familie, sogar der Spuk einer vor hundert Jahren gestorbene Ahnfrau fehlt da nicht, sie erscheint gelegentlich in weißem Kleide und durchquert das Esszimmer, zum Schrecken aller. Und ganz verschlüsselt schimmert auch eine verbotene Liebe durch in den Jugendbildern, von denen Malte in nicht chronologischer Folge berichtet.

Ergänzt wird all dies durch Reflexionen über historische Ereignisse, denen zu folgen, deren Anspielungen zu verstehen, den Normalleser deutlich überfordern dürfte, bei mir war es jedenfalls so. Ob da von längst verblichenen Königen oder edlen Damen die Rede ist, vom Papst in Avignon, von antiken Gestalten, hundert Jahre nach Erscheinen des Romans dürfte dem heutigen Leser oft der adäquate Verständnishintergrund fehlen. Einfacher ist es da und auch ergiebiger, Rilkes Gedanken über Grundfragen menschlichen Lebens zu folgen, die Frage nach Gott, die eigene Identität, Schicksal, Liebe, Angst, Tod, aber auch Gesellschaft, Kunst und Sprache natürlich, die Benennung von Geschehnissen und Dingen also, deren pure Existenz ohne die Sprache ihm fraglich erscheint.

Und damit sind wir genau bei dem, was diesen Roman auszeichnet, die unglaublich feinfühlige, tiefgründige Sprache nämlich, die ihresgleichen sucht in der deutschen Prosa, kurzum subtil Erzähltes, gemeinhin als Prosagedicht bezeichnet. Hier wird nicht blumig in Worten geschwelgt wie bei manchen Großschriftstellern, nicht maßlos ausufernd wie bei seinem Zeitgenossen Proust zum Beispiel, Rilke entwirft im Gegenteil in knappen Worten einen ganzen Kosmos an Gedanken. Die Dichte seiner Prosa ist atemberaubend, er war der sensible Poet, der «unter dem Sichtbaren nach dem Äquivalenten suchte für das innen Gesehene», und was wir als Ergebnis bei ihm lesen ist äußerst komprimierte «Schmucksprache» im besten Sinne des Wortes. Als einer der Wegbereiter der literarischen Moderne verwendet Rilke Montagetechniken, setzt den Bewusstseinsstrom ein, sogar ein fiktiver Herausgeber findet sich, personifiziert durch gelegentlich eingestreute Randnotizen im Manuskript und verschiedene Fassungen im Anhang. Auch wenn wir nicht alles erfahren über Malte, an dieser oder jener Verständnisklippe scheitern, dieser Roman ist ein sprachliches Fest für entsprechend orientierte Leser mit Muße für ihre Lektüre, vielleicht sogar mit der seltenen Geduld, ein schwieriges, aber wichtiges Werk auch mehrmals zu lesen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 23. März 2013
Der Beginn dieses Rilke Romans hat mich sprachlich absolut fasziniert, da schimmert überall der Lyriker durch und die Sprache an sich ist ein Gedicht. Der Inhalt selber, die Beschreibung des Lebens ins Paris, interessant und die Erfahrungen nachvollziehbar.
Doch dann wird es komplizierter, mit den Kindheitserinnerungen. Hier lesen sich Passagen wie ein Gruselroman, ohne aber wirklich zu gruseln, sondern mehr surreal zu wirken, wie Träume und Wahnsinnsgedanken.
Der Text wird gegen Ende des Buches immer verwirrter. Er ist zudem mit den ewig langen Abschnitten nur sehr mühsam und unter großer Konzentration zu lesen, die mir immer wieder abhanden ging und ich über die Worte hinweg las, sie haben mich aber auch nicht mehr wirklich berührt, sondern mehr befremdet und verwirrt.
Ich glaube, ich müsste mehr vom Menschen Rilke wissen, um die Texte zu verstehen. So entstehen beim Lesen nur mehr und mehr Fragezeichen für mich und aus Begeisterung wurde Qual der Lektüre. Schade.
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am 28. Oktober 2009
Rilkes "Malte" belegt mit Sicherheit einen Spitzenplatz in meiner persönlichen Bestenliste, ist eins der ganz wenigen Bücher, die ich zu zwei verschiedenen Zeiten meines Lebens mit gleicher wenn nicht gewachsener Begeisterung gelesen habe.
Das erste Mal still und allein während des Studiums - es war eins meiner mündlichen Prüfungsthemen. Das zweite Mal etwa drei Jahrzehnte später zu dritt bei Kerzenschein im Kreis der Familie an den Abenden "zwischen den Jahren", bei denen es manchmal auch Nacht wurde.
Zugegeben: die beiden anderen teilten nicht uneingeschränkt mein Hochgefühl, aber damit sind sie ja wirklich nicht allein, viele kommen mit dem Text noch weniger klar. Manche Leseerwartungen werden durchaus verletzt, wenn Lyriker sich an Prosa wagen, gerade Rilke macht es manchen schwer mit seiner assoziativen, impressionistischen oder meinetwegen surrealistischen Schreibweise bei den Aufzeichnungen. Einige neigen dann zu Sprüchen wie "Dichter, bleib bei deinen Versen..." Manchmal stimme ich selbst in sowas mit ein, aber nicht in diesem Fall. Ich schätze durchaus einige von Rilkes Gedichten, die mich aber nur in seltensten Fällen so eindringlich ansprechen wie die Aufzeichnungen des Malte.
Gerade die Sensibilität des Lyrikers macht ihn so empfänglich für die Fülle von Sinneseindrücken in der Großstadt, denen er eine in sich ruhende Welt einer entfernten Kinderzeit gegenüberstellt um Halt zu finden - Rückblicke, die manchmal noch viel weiter in die Vergangenheit zurückgehen und so etwas wie Archetypen und Urbilder sichtbar machen, die die flutende Vielfalt der Großstadtszenen bannen können.
Mitunter wird Rilkes "Malte" mit Prousts "Suche nach der verlorenen Zeit" verglichen: beide Autoren schreiben etwa zur gleichen Zeit, Paris ist der Hauptschauplatz, dem in beiden Fällen so etwas wie eine Kindheit auf dem Lande entgegengehalten wird. Ich habe Proust erst kürzlich gelesen, weiß also nicht, wie nachhaltig sein Monumentalwerk bei mir in Erinnerung bleiben wird. Aktuell betrachtet konnte es jedoch bestenfalls mit Rilkes Buch gleichziehen, braucht aber mindestens zehn Mal so viel Umfang und ergo Lesezeit, um eine ähnliche Wirkung zu erzielen. Prousts Manko ist für mich neben etlichen Längen sein im Vergleich zum "Malte" wesentlich unsympathischerer Ich-Erzähler, der doch sehr aufstiegsorientiert und zeitweise snobistisch wirkt und letzten Endes wie die meisten der von ihm Porträtierten nur zur Eigenliebe fähig ist, während "Malte" in die Großstadt hinabsteigt und eher bereit wäre, sich zu den Aussätzigen und Ausgestoßenen zu betten - man denke nur an die Szene mit dem Veitstänzer, für den er sein bisschen Kraft wie Geld zusammenlegen möchte ... Und schließlich: geht nicht auch von Abelone mehr Zauber aus als von Albertine?
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TOP 1000 REZENSENTam 8. August 2009
Zu einem doch äußerst fairen Preis vereint die Hamburger-Lesehefte-Ausgabe die "Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" mit der "Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke". Unverständlich, dass der sehr günstige Band hier bei Amazon nicht im Neu-Direkt-Sortiment ist (Stand August 2009).

Beide Werke also zeigen Rilkes intensives Hineinphantasieren in eine künstliche Existenz. Der "Cornet" ist ein lyrisches Werk, das eine Heldengestalt im 17. Jahrhundert besingt. Bekannter dürfte "Malte Laurids Brigge" sein. Zunächst fragt sich der Leser noch kurz, ob Rilke sich als blonder nordischer dänischer Edler stilisieren wollte und ob er so etwas nötig hatte. Die Erläuterungen des Lesehefts verraten jedoch, dass er sich von dänischen Werken hat "inspirieren" lassen. Auch die anderen Erläuterungen hinten im Heft erweisen sich als sinnvoll.

Rilke strapaziert die Sprache bis zum Äußersten, er verdichtet sie und schafft eigene Ausdrücke. Das kann den einen enervieren und den anderen in höchste Verzückung versetzen. Handlung jedenfalls vergessen wir mal zunächst. Hierin finden Sie eingedampfte Sätze und Betrachtungen.

Ausgabe: fünf Sterne.
Werk (für mich zumindest, entscheiden Sie für sich nach Obigem): zwei bis drei Sterne, da es auf mich völlig abgeschottet, sich selbst genug wirkte. Zusammen sind das gute drei Sterne.
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am 23. April 2011
... mit tiefer, schauervoller Nacht«, könnte man über dieses Buch sagen. Obwohl sich häufig die Bezeichnung "Roman" findet, handelt es sich - wie der Titel schon vermuten lässt - bei diesem Buch eher um eine Sammlung einzelner Aufzeichnungen, die häufig in keinem äußerlichen Zusammenhang zueinander stehen. Leider schwankt nach meinem Empfinden auch die Qualität: Einige Passagen fand ich großartig, von unglaublicher sprachlicher Dichte und Intensität, während andere (z.B. manche Kindheitserinnerungen und v.a. der "historische" (?) Teil zum Schluss) umständlich erzählt waren und bei denen die Bilder und Metaphern etwas bemüht wirkten.
Dennoch war das Buch im Ganzen eine tolle Erfahrung und Bereicherung; lediglich ein Stern Abzug wegen den Schwankungen und trotz alledem eine ausdrückliche Empfehlung meinerseits.
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