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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
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4,4 von 5 Sternen
Der König der Komödianten: Historischer Roman
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:9,90 €+ 3,00 € Versandkosten


am 25. Oktober 2013
Das Buch führt in eine tolle Geschichte ein. Dabei ist die Sprache super angenehm zu lesen und die Worte helfen in die Welt einzutauchen. Tolles Buch.
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Veneto, 1594: Vollwaise Marco Ziani muss nach dem Tod seines geliebten Onkels seine ländliche Heimat verlassen. Somit beginnt für ihn eine Reise voller Ungewissheit, in eine neue Zukunft. Seine erste Station ist ein Kloster und wenn es dort nach dem Prior ginge, wäre das auch Marcos einzige und vor allem letzte Station. Doch der Junge belauscht heimlich ein Gespräch in dem erfährt, dass er der Erbe eines größeren Vermögens ist und so beschließt er die Flucht - sehr zum Leid seines Freundes Iseppo.
Er schließt sich einer reisenden Schauspieltruppe an. Die "Incomparabili" sind auf dem Weg nach Venedig. Die Truppe steht fast vor dem Aus und ihre ganze Hoffnung liegt in einem neuen, erfolgreichen Stück. Nur so kann das Theater vor dem Untergang gerettet werden. Während Marco plötzlich sein Talent zum Schreiben entdeckt, somit zum Schreibgehilfen wird und auch im Ansehen der Truppe steigt, warten immer wieder neue Abenteuer auf ihn. Nicht nur gegen zweilichte Gestalten gilt es zu kämpfen, sondern auch um die Liebe einer jungen Frau.

Charlotte Thomas ist bekannt für opulente und vor allem farbenfrohe Geschichten, mit denen sie ihre Leserschaft regelrecht in das Geschehen hineinzieht. Ihrem Schreibstil kann man sich einfach nicht entziehen. Man muss einfach in ihren Beschreibungen abzutauchen. Mit ihren Helden teilt man Leid, Abenteuer und oftmals auch die Verwirrungen der Liebe. Und schlussendlich möchte man am Ende des Buches keinen Abschied nehmen, so sehr klopfen ihre Figuren ans Herz.

Mit "Der König der Komödianten" ist Charlotte Thomas ein weiterer großartiger Roman gelungen, der auf ganz spezielle Weise fasziniert. Ihre Liebe zu Venedig und ihr unverkennbarer Schreibstil sorgen für einen wahren Lesehochgenuss.

Dieses Mal hat sie sich einem besonderen Thema gewidmet: der historischen Komödie.
Dabei lässt sie ihre Hauptfigur als ICH ' Erzähler in Erscheinung treten. Der Leser bekommt dadurch noch einen besseren Blick für die bunte, schillernde und aufregende Welt des Theaters.

Die Figuren bezaubernd durch viel Charme und Humor. Die durchaus nachvollziehbaren menschlichen Schwächen verleihen ihnen zusätzlich liebenswerte Züge. Schräge Charaktere, wie z. B. Cipriano, der sich gerne in Frauenkleidern zeigt, fügt die Autorin ebenso geschickt in die Handlung ein, wie Zitate von Shakespeare.

Natürlich kommt auch diesmal die Liebe in diesem pompösen Spektakel nicht zu kurz. Marcos unerfahrene Art und die widerborstige Art seiner Angebeteten steigern zudem noch die Spannung.

Fazit: Wieder einmal hat mich Charlotte Thomas vollends überzeugt. Applaus!
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am 18. Mai 2010
Charlotte Thomas hat sich aus ihrem kreativen Korsett befreit, anders kann man es nicht sagen. Sie war mit so viel Freude bei der Sache, dass man den Eindruck bekommt, dies wäre das Buch, das sie schon immer schreiben wollte. Wenn man bedenkt, welch ein unglaublich seltenes Talent sie besitzt, den Leser auf intelligente Weise zum Lachen zu bringen, kommt unweigerlich der Eindruck auf, dass sie dieses bei den eher tragischen Stoffen, die sie bisher vorgelegt hat, verschwendet hat.
"Der König der Komödianten" ist der erste Roman seit langer Zeit, der mich nicht nur so gefesselt hat, dass ich ihn kaum noch aus der Hand legen konnte, sondern der mich auch so nachhaltig beeindruckt hat, dass es mir fast vermessen vorkommt, überhaupt eine Rezension zu schreiben. Er ist im besten Sinne innovativ, denn er greift nicht nur ein hochinteressantes Kapitel der Geschichte auf, über das man kaum etwas weiß, das historische Theaterspiel, sondern ist auch vom Stil her ganz und gar einzigartig und geht mutig neue Wege des Erählhandwerks. Thomas mischt gekonnt moderne Autorenkunst mit klassisch anmutender dramaturgischer Eleganz, besticht mit köstlichem Wortwitz, frecher Ironie und brilliant naiv anmutender Schlichtheit (der Ich-Erzähler ist noch ein halber Junge, der gerade zum Mann reift, was für eine ganz eigene Perspektive sorgt und niemals lästig fällt, da er äußerst gewitzt ist).
Die Charaktere sind göttlich und hinreißend amüsant, vor allem dadurch, dass kein einziger von ihnen lustig ist. Dabei bleibt die Geschichte stets völlig unvorhersehbar und leitet den Leser auf geschickte Weise immer wieder in die falsche Richtung. All dies sind Kunstgriffe, die nicht viele Autoren beherrschen, und mir blieb wahrhaft die Spucke weg vor Begeisterung, endlich wieder einmal einen Roman zu lesen, der das Papier wert ist, auf dem er steht. Bei seinem bestechenden Unterhaltungswert ist er dabei zudem voller unaufdringlicher Lebensweisheit und hält sich abseits jeglichen Kitsches und Pathos. Einziger Wehrmutstropfen: Das Ende, das trotz aller Überraschungen und Unklarheiten schon lange so ähnlich zu vermuten war, aber sich dennoch nicht ganz stimmig fügen will und ein wenig knapp geraten ist. Das fällt aber angesichts dessen, dass die rätselschwangere Spannung bis kurz vor Schluss aufrecht bleibt, noch ein paar saftige Knüller kommen und alles ein ebenso vergnügliches wie zu Herzen gehenden Ende nimmt, kaum ins Gewicht.
Keine Frage, "Der König der Komödianten" hat das Zeug zum Klassiker und ist eine herausragende Bereicherung für jede Bibliothek. Wer ihn nicht liest, hat wirklich etwas verpasst und ist selber schuld, wenn ihm eine Erweiterung des literarischen Horizonts entgeht.
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am 8. Juli 2010
Bevor ich zu meiner Lobeshymne ansetze, muss ich vorausschicken, dass ich die anderen Venedig-Romane der Autorin gelesen und nach dem dritten beschlossen habe: Ja, alles sehr nett, aber nun ist es genug. Charlotte Thomas hat zweifellos einen intelligenten Schreibstil, Venedig gibt eine prima Kulisse ab, aber noch eine wunderschöne, charakterfeste Heldin, die sich durch tausend Seiten Schicksalsschläge kämpft, um dann endgültig in die Arme eines gutaussehenden, wohlhabenden Helden zu sinken - das ertrage ich einfach nicht. Und wäre der "König der Komödianten" eine Königin gewesen, hätte ich das Buch ganz sicher nicht zur Hand genommen.

Marco ist achtzehn, als sein Ziehvater stirbt (und alleine diese Szene macht das Buch lesenswert), und da er guten Grund hat zu glauben, dass Erbschleicher ihm an den Kragen wollen, büxt er aus dem Kloster aus, in das er abgeschoben wurde, und schließt sich einer Schauspieltruppe an. Diese macht sich bald auf den Weg nach Venedig, wo Marco reichlich Inspiration für ein eigenes Theaterstück findet. Wobei er noch nicht ahnt, was die Regel "Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst" für ihn bedeuten wird...

"Der König der Komödianten" wird von dem äußerst liebenswerten weil mit diversen Missverständnissen und seinem Hormonhaushalt kämpfenden Marco höchstpersönlich erzählt, und dieser Ich-Erzähler ist eine der großen Stärken des Buches. Marco spricht mit einer reizvollen Mischung aus Humor und Naivität, die nicht immer alles klar und deutlich sagt, sondern die Schlussfolgerungen gerne dem Leser überlässt. Dadurch werden er und seine Mitspieler lebendige und überzeugende Charaktere, allen voran der Schauspiel-Trupp, bei dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Der anfangs erwähnte intelligente Schreibstil von Charlotte Thomas kommt hier wunderbar zur Geltung. Die Handlung glänzt immer wieder mit neuen Wendungen und Überraschungen, bis zum Ende, das zwar ein klitzekleines bisschen vorhersehbar, aber dennoch überzeugend ist.

Weitere Highlights: Das unverbrauchte Thema, nämlich der Einblick in die Theaterwelt von vor vierhundert Jahren inklusive Anspielungen auf einen anderen König der Komödianten aus dem englischen Sprachraum, die Illustrationen, die jeden Kapitelanfang auch zu einem optischen Vergnügen machen und natürlich die Kulisse Venedig, die Lust auf eine sofortige Städtereise macht.

Mein Fazit: "Der König der Komödianten" ist kurzweilig, intelligent, mit viel Einfühlungsvermögen und einem kleinen Augenzwinkern geschrieben. Damit hebt er sich wohltuend von den meisten historischen Romanen ab - auch von Charlotte Thomas` anfangs erwähnten Venedig-Büchern. Am Ende möchte man aufspringen, Beifall klatschen und "Zugabe!" rufen. Das tue ich hiermit ganz ausdrücklich: ZUGABE!!!
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VINE-PRODUKTTESTERam 4. Januar 2011
"Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler."
Diese Worte lässt der Dramatiker und Dichter William Shakespeare in seinem Stück "Wie es euch gefällt" sprechen und es ist bestimmt kein Zufall, dass die Geschichte dieses Romans zum großen Teil an dessen Werk erinnert. Der fiktive Held von Charlotte Thomas, der 18jährige Italiener Marco Ziani, ist nicht nur ein Zeitgenosse Shakespeares, sondern auch ein großer Liebhaber des Theaters. Dabei entpuppt sich seine ganz eigene Lebensgeschichte noch facettenreicher und spannender als manches Spiel, welches die Darsteller auf der Bühne zum Besten geben. Die Autorin versteht es meisterlich, den Leser vollkommen in den Bann der Erzählung zu ziehen, die sich vor der unwiderstehlichen Kulisse des historischen Venedigs abspielt und mit viel Spannung, Romantik und Humor aufwartet. Vorhang auf für das bunte und abwechslungsreiches Abenteuer!

Das Eingangskapitel könnte möglicherweise einen schrägen Eindruck erwecken und prüde gesinnte Gemüter von dem Weiterlesen abhalten. Sieht man jedoch genauer hin, präsentiert die Autorin gleich zu anfangs eine Tragödie mit humorvoller Note, wie wir sie von gewissen Theaterstücken her kennen! Der gesundheitsbewusste, aber von der Gicht geplagte Onkel, der stets für das einfache und bescheidene Landleben plädiert, gönnt sich als fröhliche Abwechslung ein Verhältnis mit seiner willigen Haushälterin. Doch die beiden ahnen nicht, dass sie bei dem Akt der regelmäßigen Vereinigung von dem neugierigen Neffen Marco beobachtet werden, der hofft, einen kleinen Blick auf den kolossalen Busen von Paulina zu erhaschen. Doch viel schneller als erwartet, erschlafft Vittore und entsetzt fällt Marco von seinem verschwiegenen Dachbalken, als er wie Paulina die Leblosigkeit des Onkels richtig einordnet. Wenig später wird der untröstliche junge Mann, der nun keinen lebenden Verwandten mehr hat, in die Obhut eines Priors und eines Notars, die sich nach dem Testament die Vormundschaft für ihn teilen, bis er volljährig ist. Dabei hatte Marco sich bereits so sehr darauf gefreut, die Großstadt kennen zu lernen, denn sein Onkel war eben noch im Begriff eine Urlaubsreise mit seinem Neffen zu unternehmen. Und nun soll er einige Jahre hinter Klostermauern verbringen, bis er sein Erbe antreten kann. Als er jedoch im Kloster zufällig erfährt, dass er wegen der hohen Hinterlassenschaft seines Onkels ermordet werden soll, hält ihn nichts mehr.
Er beginnt ein freies Leben und wie es der Zufall will, schließt er sich einer ungewöhnlichen Theatergruppe an, die er bereits auf seiner Reise ins Kloster kennengelernt hatte. Der alte Intendant Baldassarre, mit einer Vorliebe für heiße Bäder in der Baderstube, be-schließt mit seiner Truppe von Padua nach Venedig zu ziehen, wo die Darsteller neuen Glanz, aber vor allem wieder gefüllte Geldbeutel erwerben sollen. Von der schönen Caterina geblendet, von dem eifersüchtigen Bernardo beobachtet und von der scharfzüngigen Enkelin von Baldassarre irritiert, arbeitet sich Marco vom Bühnenhelfer zum Stückeschreiber hoch. Unterstützt wird sein ehrgeiziges Unterfangen von Henry, der mit einem englischen Kollegen in London befreundet ist, der ebenfalls mit 18 Jahren sein Glück als Schreiber von Theaterstücken begann. Aber Venedig ist ein gefährliches Pflaster. Besonders seine auffallende Ähnlichkeit mit einem stadtbekannten Schwerenöter bringt den unbedarften Landjungen in einige brisante Situationen. Außerdem scheinen seine Mörder immer noch an seinen Fersen zu heften. Zum Glück gibt es noch den Zwerg Rodolfo, der nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Umgang mit Waffen ein großes Talent besitzt. Und natürlich gibt es in der romantischen Lagunenstadt auch genügend Liebe, die jede gefährliche Situation zu einem herzergreifenden Abenteuer macht!

Die gebundene Ausgabe des Buches ist, wie man es von dem Luebbe-Verlag gewohnt ist, sehr liebevoll gestaltet. Das Umschlagbild ist genauso passend und stimmungsvoll wie die weiteren Illustrationen, die man innen finden kann. Jan Balaz zeichnet sich verantwortlich für die bildlichen Darstellungen der Schauspieler, die ihre ganz speziellen Larven präsentieren und so die Kapitel gebührend einleiten. In künstlerischer Gestaltung steht die Autorin selbst dem Zeichner in nichts nach, denn auch sie modelliert ihre historischen Figuren mit sehr viel Einfühlungsvermögen. Am Ende liebt man sie einfach alle und sie sind so lebensecht, dass man sich fast vorstellen kann, ein Teil der Schauspielergruppe zu sein und die Augen und Ohren der gespannten Zuschauer in Staunen zu versetzen. Charlotte Thomas rundet ihre Geschichte harmonisch ab und hinterlässt beim Leser ein rundes und zufriedenes Gefühl nach der spannenden, humorvollen und romantischen Unterhaltung.
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TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 13. Juni 2012
Den vierten Teil Venediggeschichten von Charlotte Thomas möchte ich euch heute vorstellen.

Teil 1: Die Madonna von Murano
Teil 2: Die Lagune des Löwen
Teil 3: Die Liebenden von San Marco
Teil 4: Der König der Komödianten

Marco ist ein aus einer Einöde stammender junger Mann, der zum Theater geht. Diese bunte und verrückte Welt fasziniert nicht nur ihn, sondern auch uns Leser. Das Ensemble, in das er gerät ist verrückt und eigen. Die Protagonistin des Ensembles ist eine Schönheit, das sieht auch Marco so. Da ist aber auch noch die Enkelin des Intendanten und ein Kleinwüchsiger, die die Hauptpersonen in unserem Buch sind.

Die Truppe zieht nach Venedig. Aber, wie das so oft auch heut noch in Theatern oder im Zirkus der Fall ist, der Ruin und das Aus drohen, wenn nicht bald ein Wunder geschieht, muss man zumachen. Der Autor ist ständig betrunken, der die Stücke schreiben sollte. Marco traut es sich zu, ein neues Stück zu schreiben. Kann er das Ensemble retten ???

Es wird ihm in jedem Fall nicht leicht gemacht und noch bis zur Uraufführung hat er einige Steine aus dem Weg zu räumen.

Der Roman gehört zum Genre historischer Roman und überaus bildhaft, faszinierend und ausschweifend geschrieben. Er entführt den Leser in die Zeit und die Szene des historischen Theaters und der Komödie. Man lässt sich von dieser Autorin gern entführen und davon treiben in die damaligen Zeiten, die so weit weg sind eigentlich, aber die vor dem geistigen Auge des Leser erstehen und authentisch und real dem Leser vermittelt werden.

Der Roman hat sehr viel Inhalt, ist abwechslungsreich und zeigt die Szenerie, zeigt Venedig und malt die handelnden Charaktere bildhaft aus im Zuge der Entwicklung während der Handlung. Immer wieder passiert etwas, sodass man nicht zu Atem kommt. Es sind innere Kämpfe, die ausgefochten werden müssen, es sind Steine, die Marco aus dem Weg räumen muss, es ist aber auch die Liebe, die nicht kitschig wirkt, sondern sich in die Rahmenhandlung perfekt einpasst, es ist das Gesamtbild dieses bildhaften und gewaltigen Historienepos, das mich überzeugt hat.

Wieder einmal muss ich sagen, dass ich nicht beurteilen kann, welcher der Romane der Autorin besser ist, dieser ist einer der besten, sie sind aber auch wirklich alle von hoher literarischer Qualität, da auch die Ausdrucksweise und Art und Weise des Schreibens der Autorin perfekt ist für das Genre.

Charlotte Thomas verwendet oft die wörtliche Rede, so dass man schnell in die Handlung involviert ist und sie schafft es, den Leser am fast 700seitigen Roman zu fesseln, weil sie einfach flüssig schreibt und die Spannung ständig aufrecht erhält und weiter ausbaut.

Sehr schön wird das Aufsteigen des eigentlich unerfahrenen Marco, der nichts von der Welt kannte und wusste deutlich, wie er vom Kulissenschieber zum Bühnendichter avancierte.

Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch, welches ich Historienfans ans Herz lege. Man kann es übrigens separat lesen, das ist kein Problem ' es ist eine abgeschlossene Geschichte, aber im Zusammenspiel ist es schon schöner, wenn man bei Buch 1 beginnt, um die Zusammenhänge genau verstehen zu können.
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am 18. Juli 2010
Wieder führt Charlotte Thomas den Leser nach Venedig. Und wieder legt sie einen spannenden Roman vor, diesmal ist ihr Thema das Theater der Commedia dell' Arte. Die Handlung spielt 1594.
Marco, 18-jährig und unerfahren, ist Waise. Er soll in ein Kloster, mehrere Parteien streiten sich um sein Erbe, dessen Höhe ihm nicht bekannt ist. Er flieht und gerät an eine Schauspielgruppe. Fasziniert von deren Leben und Treiben zieht er mit ihnen nach Venedig. Er betätigt sich als Stückeschreiber. Es entsteht "Was ihr wollt" - die Anspielungen auf Shakespeare sind nicht zu übersehen. Schließlich ist ein Engländer großer Verehrer der Gruppe, der auch immer wieder von seinem Freund William erzählt. Die Handlung des Stückes, das Marco schreibt, ist die von "Was ihr wollt", gleichzeitig überschneidet sich der Inhalt des Stückes mit der Romanhandlung. Ein Verwechselspiel beginnt, das einfach Spaß macht. Witzig vor allem die Schauspieler: allen voran der alte Baldassare, Chef der Theatergruppe und unverbesserlicher aber erfolgloser Geschäftemacher, aber auch alle anderen Mitglieder der Truppe sind Originale, die ihren Rollen gerecht werden.
Historisch gut recherchiert, mit Liebe zu Venedig geschrieben und durchaus spannend zu lesen, da Charlotte Thomas wieder geschickt Liebesgeschichte und Krimi verknüpft.
Leider ist einiges an der Handlung etwas zu holprig, zu weit hergeholt, aber das tut dem Roman kaum Abbruch. Im Laufe der Handlung ist die Naivität von Marco auch nicht mehr recht überzeugend. Aber trotzdem, ein lesenswerter Roman.
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am 26. März 2010
Marco Ziani ist Waise und wird von seinem Onkel auf einem Landgut aufgezogen. Als Marco ein junger Mann ist, stirbt sein Onkel überraschend und plötzlich stellt sich sein ganzes Leben auf den Kopf. Das anscheinend nicht unbeträchtliche Erbe geht an Marco, aber erst wenn er großjährig ist, darf er darüber verfügen. Während dieser Zeit soll er als Novize in ein Kloster, von dem der Prior und ein Notar Marcos Erbe verwalten. Nach einem belauschten Gespräch flieht er und stößt so auf die Theatergruppe die "Incomparabilis" in Padua und schließt sich ihnen an. Von Padua aber müssen sie flüchten und kommen so nach Venedig. Dort ereignen sich für Marco und auch die Truppe nicht ganz nachvollziehbare Dinge und die wollen natürlich gelöst sein...

Ein buntes und pralles Treiben in der Theaterwelt bietet Charlotte Thomas mit ihrem neuen Buch. Mitreißend, leicht und mit feinem Humor nimmt sie den Leser mit in die Schauspielwelt Ende des späten 16. Jahrhunderts. Eifersuchtsdramen, Liebe, Neid, gute Geschäfte, Akrobatik und Lyrik begleiten die Darsteller der Incomparabilis und so wird das Miterleben der Geschehnisse ein buntes und prächtiges Erlebnis.
Marco, ein junger Mann von 18 Jahren, ist der Protagonist und er ist auch derjenige, der die Geschichte erzählt. Durch den Tod seines Onkels krempelt sich sein ganzes Leben um und durch Zufall kommt er zu dem mannigfaltigen Ensemble von Schauspielern, denen er sich anschließt. Geblendet ist er sofort von der jungen und schönen Hauptdarstellerin Caterina. Hals über Kopf verliebt er sich in sie, so dass er sich auch nachts in seinen Träumen nach ihr verzehrt. Doch alles ist anders als es scheint. Der alte und gebrechliche Inhaber des Theaters entpuppt sich als schlauer und hinterlistiger Geschäftsmann, Caterina die zarte Schönheit flirtet mit allen Männern und Elena, die Enkelin des alten Theaterinhabers ist eigentlich auch ganz anders als Marco zuerst glaubt...
Natürlich ist der Hauptschauplatz auch in diesem Buch Venedig und die Autorin hat diese wunderbare Kulisse als Bühne genutzt, um der Welt der Helden, der Verliebten und den Akrobaten den richtigen Rahmen zu geben.
Viele Figuren begegnen einem in diesem Buch und alle sind mit derselben Liebe und Akribie gezeichnet wie auch der Protagonist Marco. Alle Schattierungen der menschlichen Charaktere sind anzutreffen und jede einzelne Figur hat ihre Stärken und Schwächen, was die Glaubwürdigkeit unterstreicht und die Handlungen nachvollziehbar macht.
Die bunte Vielfalt der Schauplätze, die zahlreichen Ereignisse und auch so manch Fettnäpfchen in das der eine oder andere tappst, geben der Geschichte Schwung und Abwechslung in einem prachtvollen Ambiente. Ist man von den anderen Büchern der Autorin gewohnt, dass die Ereignisse oft dramatisch und schicksalsträchtig sind, so geht dieses Buch in die entgegengesetzte Richtung. Beschwingt, empathisch und mit subtilem Humor erzählt, erlebt man als Leser das bunte Treiben mit.

Fazit: Ein etwas anderes Buch von Charlotte Thomas. Nicht weniger spannend und auch nicht weniger ereignisreich, aber leichter, sonniger und mit köstlichem Humor. Ein absolut empfehlenswertes Buch!
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am 21. November 2011
Ich hatte damit gerechnet, eine Komödie zu bekommen, eine, die mit der Commedia a soggetto zu tun hat.
Ich hatte nicht damit gerechnet, eine Commedia a soggetto im Gewand eines modernen historischen Romans zu finden.
Anders als in der Commedia a soggetto sind hier jedoch alle Figuren vielschichtig. Dass das zu vermitteln gelingt, ist auch deshalb so erstaunlich, weil die gesamte Handlung und die Figuren ausschließlich durch die Augen eines sehr jungen Mannes mit geringer Lebenserfahrung geschildert werden. (Darin hat der Roman mich an den von mir geschätzten Simplicissimus erinnert.) Wie es gelingt darzustellen, dass seine Weltsicht zunächst etwas eindimensional ist, und uns trotzdem begreifen zu lassen, dass alles doch ein bisschen anders ist, als er es sieht, ohne dass im geringsten die Perspektive verlassen wird - das ist ganz große Klasse. Ich liebe solche strikt durchgehaltenen personalen Perspektiven, wo der Leser auch einmal in die Irre geführt wird, wenn der Perspektivträger irrt. Gerade das macht für mich in diesem Buch einen großen Teil des Komödiantischen und damit des Genusses aus.

Immer wieder hatte ich das Gefühl, mich in einer Shakespearekomödie zu befinden. Die Bezüge zu Shakespearestücken ziehen eine zusätzliche, hinreißende Ebene ein. Und es wird glaubhaft vermittelt, wie der gute Will zu seinen Ideen gekommen sein kann. Ich gehe davon aus, dass sich noch viele Anspielungen und Parallelen im Text verbergen, die mir entgangen sind.

Mehr noch als in den bisherigen Büchern von Charlotte Thomas fiel mir die Sprache auf. Wunderschön, geschliffen, der Geschichte angemessen - einfach ein Genuss. Immer wieder gibt es Sätze, die einen laut auflachen oder zumindest breit schmunzeln lassen. Schon lange hatte ich bei keinem Roman so sehr das Gefühl: Den würde ich gern verfilmt sehen.
Ein Buch, das die Lachmuskeln reizt und gleichzeitig das Herzchen glücklich und den Geist satt macht!
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am 21. Mai 2013
Was für eine tolle Idee und was für eine - zumindest für mich - langweilige Umsetzung. Als ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, musste ich sofort zugreifen: Veneto, Venedig, Schauspieler, Autor... spannend! Doch leider hat mich das Buch nicht überzeugt. Vieles war schon lange vorhersehbar, u.a. auch durch eine Geschichte, die Marco erzählt bekommt, aber spannender hat es das nicht gemacht, obwohl man das durch diesen Kniff sicherlich hätte erreichen können.
Sobald Marco auf die Gaukler traf, war klar, in wen er sich verlieben und mit wem er eine Beziehung eingehen würde. Auch anderes war leider alles andere als ein Geheimnis und das nimmt einem dann doch den Lesespaß weg. Das Ende hat mich nicht sonderlich überrascht.

Auf den ersten Blick fand ich die Protagonisten sympathisch, doch je mehr das Buch fortschritt, umso mehr verlor sich das: Beispielsweise Baldassare, ein wirklich komischer, niedlicher, kauziger alter Mann. Am Anfang. Und so konnten auch die Protagonisten die vorhersehbaren Wendungen wieder gut machen. Schade, denn ich finde immer noch, dass die Gaukler da hätten viel retten können, aber das Benehmen, das ihnen auf den Leib geschrieben wurde, verdirbt das. Oft überreagieren die Charaktere, sind so überzogen und das nicht mehr auf eine liebenswerte Art und Weise.

Der Schreibstil ist angenehm, aber auch nicht dazu geeignet, hier noch Spannung zu erzeugen. In seiner Sprache ist er der Zeit hervorragend angepasst, die Protagonisten versetzen einen zumindest vom Sprachgefühl in ihre Zeit hinein. Ganz besonders schön fand ich die Gedichte, die sich in den Theaterstücken oder auch stellenweise in Gesprächen befinden.

Fazit

Was soll ich noch groß schreiben? Der Roman hat mich wirklich gelangweilt, schade bei der tollen Idee. Die Charaktere waren unsympathisch; einzig und allein die Sprache und die Gedichte darin haben mir wirklich gut gefallen.
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