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am 16. September 2016
In diesem Buch kann man wirklich etwas lernen. In einer kristallklaren Sprache werden dem Leser hochinteressante Auskünfte mitgeteilt. Dass das Buch eigentlich mündlich verfasst ist, gibt der Darstellung Frische und ist nur ein Plus. Ein grosses Plus ist es auch, dass der Verfasser eigene Meinungen hat.
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am 11. August 2003
Sebastian Haffner hat hier eine beeindruckende plastische Darstellung der Deutschen Geschichte von Bismarck zu Hitler vorgelegt. Haffner gelingt es, die wesentlichen Entwicklungen und Ereignisse der deutschen Geschichte von der Entstehung des Norddeutschen Bundes 1866 bis zur Niederlage Deutschlands im von Hitler entfesselten Zweiten Weltkrieg virtuos und bravourös darzulegen.
So charakterisiert Haffner treffend die Gedankengänge Bismarcks und seine Außenpolitik des Maßes und der Zurückhaltung. Diese konsrastierte mit einer konfrontativ gegen die "Reichsfeinde" Zentrum und Sozialdemokratie angelegten Innenpolitik. Nach seiner Entlassung kehrten sich die "Fronten" um: die Innenpolitik unter Wilhelm II. beruhigten sich, der letzte deutsche Kaiser personifizierte offensichtlich Sehnsüchte seiner Landsleute, die Kaiserzeit sei innenpolitisch eine "glückliche" Zeit. Außenpolitisch seien jedoch zahlreiche Fehler gemacht worden. Insbesondere habe Wilhelm II. das kunstvoll von Bismarck geschaffene Bündnissystem, welches Frankreich isolierte, zerrissen und insbesondere durch die Konfrontation mit England (Verletzung der belgischen Neutralität durch den sogenannten Schlieffen-Plan) sowie durch bedingungslose Unterstützung Österreich-Ungarns gegen Serbien (und damit gegen Rußland) den ersten Weltkrieg ausgelöst. Haffner schildert dann ausführlich die Ereignisse des Ersten Weltkrieges, eines brutalen Stellungskrieges, der durch das Eingreifen der USA gegen Deutschland im Jahre 1917, letztlich gegen Deutschland entschieden wurde, und geht auf das "Schlüsseljahr" 1918 ein, in welchem die Militärführer um Ludendorff und Hindenburg der zivilen Führung und insbesondere der "neuen Reichstagsmehrheit" aus SPD, Linksliberalen und Zentrum, die "Schuld" für die militärische Niederlage im Krieg zuschoben. Dies geschah - leider - mit Erfolg, wie das Wirken der sogenannten "Dolchstoßlegende" aufzeigte. Die Zeit der Weimarer Republik unterteilt Haffner in 3 Teile: die Zeit der innenpolitischen Wirren mit der Inflation und dem Rathenau-Mord bis 1924, die "ruhigen" Jahre bis 1929 und die Zeit der Auflösung der Republik bis 1933. Nun ist diese Zeit der deutschen Geschichte ausführlich erforscht worden, unzählige Publikationen liegen darüber vor. Die Kunst Haffners besteht hierin, die wesentlichen Entwicklungslinien dieser Zeit, die bereits im "Epochenjahr" 1918 angelegt gewesen seien, innen- und außenpolitisch herauszuarbeiten. Haffner zeigt Elemente von Kontinuität und Diskontinuität im politischen Denken und den Zielen der deutschen Eliten auf. So überrascht es nicht, dass er bei der Beschreibung des Nationalsozialismus die in der deutschen Geschichtswissenschaft viel diskutierte Frage, ob das Dritte Reich in der Kontinuität zum Deutschen Reich stand oder ob Elemente der Diskontinuität überwögen, zu der Feststellung gelangt, "daß es Elemente der Kontinuität und Elemente der Diskontinuität gegeben hat,daß aber die Kontinuitätselemente alles in allem überwogen." Den Aufstieg des Nationalsozialismus, dessen 12 Jahre er akribisch bis zum bitteren Kriegsende 1945, höchst eindringlich beschreibt, führt er neben Wirtschaftskrise, Unzufriedenheit mit dem politischen System von Weimar, hauptsächlich auf die Ausstrahlung der Person Hitlers zurück, der "böse aber groß" gewesen sei. Diese These, aus seinen "Anmerkungen zu Hitler" bekannt, belegt der Autor nochmals. Haffner lässt durchblicken, dass er aufgrund der leidvollen Erfahrungen der deutschen Geschichte, keine Chancen auf eine Wiedervereinigung gesehen hat:"Die Geschichte der letzten 42 Jahre hat vom deutschen Reich immer weiter weggeführt...Ein Rückblick auf seine Geschichte macht es fraglich, ob dies wirklich zu beklagen ist.". Seine Sorge: dass die von den Nachbarstaaten als bedrohend empfundene deutsche Macht zu Instabilität und Spannungen in Europa führen würde (er betrachtet diese Machtausdehnung als den eigentlichen Grund des Ausbruches des ersten Weltkrieges), lässt ihn auch nach der Wiedervereinigung nicht los: in seinem 1990 aktualisierten Nachwort begründet er dies: die unerwartete Wiederherstellung des deutschen 80-Millionen-Kolosses biete Anlass, seine bisherige Geschichte - die Geschichte seiner Wandlungen von Bismarck zu Hitler - möglichst klar ins Gedächtnis zurückzurufen. "Diese Geschichte bleibt, was sie gewesen ist, und ihre Lehre, daß Deutschland der Welt sehr schnell ein ganz verändertes Gesicht zeigen kann, ist aktueller denn je."
Insgesamt gebe ich der Münchener Abendzeitung recht, deren Rezension auf dem Buchrücken der Taschenbuchausgabe abgedruckt ist: "Ein Buch, das mehr Geschichtsverständnis bietet als Stapel von Historikerschwarten."
Schade ist, dass Haffner, der hier Geschichte - wenn auch packend - "erzählt", keinerlei Quellen für seine Thesen nennt, wenn er auch ab und zu Historiker, deren Publikationen er wichtig findet, benennt. Insofern eignet sich das Buch hervorragend als erster Überblick in die neuere deutsche Geschichte, die fesselnd geschrieben ist - auch wenn mich einige Feststellungen des Autors, etwa der, dass das "Dritte Reich" kein totalitäter Staat, sondern ein Doppelstaat gewesen sei, befremdet haben, da sie meines Erachtens nicht ausreichend belegt wurden. Die plastisch-eindringliche Darstellung jedoch ist gut gelungen: man spürt, dass hier ein Zeitzeuge, der den Aufstieg Hitlers selber erlebt hat, aus eigenen Erfahrungen spricht. Und dies macht den Wert dieses wichtigen Buches aus. Als ergänzende Lektüre zur Vertiefung mit Quellen sei noch empfohlen: Gordon A. Craig: Deutsche Geschichte 1866-1945 sowie von Christian Krockow: Deutsche Geschichte 1890-1990.
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TOP 100 REZENSENTam 13. April 2016
Haffner ist der Meister im Erkennen großer Linien und scheut sich nicht, die Dinge beim Namen zu nennen. Allein der Titel "Von Bismarck zu Hitler" ist eine Provokation, zeigt es doch die Kontinuität der Entwicklungen von 2. und 3. deutschen Reich auf. Genau darauf beriefen sich ja die Nazis, wenn sie Friedrich II., Bismarck und Hitler in einer Reihe plakatierten. Mag auch Hitlers Grausamkeit historisch einzigartig sein, so hat Haffner in einem Recht: Die Militarisierung der deutschen Gesellschaft und die Bereitschaft, über Leichen zu gehen, hat er keineswegs erfunden. Wenn Friedrichs Spruch "Hunde, wollt ihr ewig leben" bewundert wird, wenn Bismarck 3 Kriege in 6 Jahren erklärt und dabei bedenkenlos die Bündnispartner überfällt, dann kann Hitler sich schon in guter Gesellschaft fühlen.
Gut, dass manche glorreiche Linien Geschichte sind!
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am 16. März 2002
Die Geschichte des "Dritten Reiches" auf ganzen 43 Seiten: Da kann man doch nur ein paar Zusammenhänge oberflächlich aufzeigen! Nicht so, wenn Sebastian Haffner schreibt. Dieser brillante Denker -- ein zum Historiker mutierter Journalist --, meißelt die grundlegenden Entwicklungslinien heraus, und zwar für jeden verständlich und zugleich gespickt mit Fragen und Antworten aus ganz neuen Perspektiven.
Das gilt nicht nur für dieses Kapitel, sondern für das ganze Buch. Es enthält auf 300 Seiten weit mehr kluge und originelle Gedanken über die deutsche Geschichte zwischen 1871 und 1945 als der eine oder andere dicke Wälzer. Ich habe es mit großem Vergnügen gelesen und dabei viel gelernt
Dieter Wunderlich (Autor)
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am 29. September 2010
Ich habe das Buch auf einem Flohmarkt gekauft, eine Ausgabe von 1988. Gekauft habe ich es weil ich mir einen Überblick über Deutschlands Vergangenheit und Geschichte machen wollte, und da war der Titel des Buches schon sehr passend aber vorallem die Seitenzahl hat mich überrascht, nur ca. 300 Seiten.
Und ich muss sagen das Buch ist einfach toll, Sebastian Haffner schweift nicht aus und lässt auch keine wichtigen Erreignisse weg, vorallem die Sprache ist sehr verständlich, lebendig und nicht trocken, wie sonst in vielen Geschichtsbüchern.

Ich kann es jedem nur empfehlen, das beste Geschichtsbuch das ich je gelesen habe.

PS: Vorallem das Kapitel "Nachgeschichte des Deutschen Reichs" hat mir gefallen, den da sieht man wie unvorstellbar die Vereinigung Deutschlands sogar noch im Jahre 1988 war und wie es doch (wie durch ein Wunder) geschehen ist.
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am 10. Januar 2000
Sebastian Haffner beschreibt in diesem Buch die Zeit des deutschen Reiches aus einer interessanten Perspektive. Er sucht dabei zu ergründen wie es in der Geschichte des deutschen Reiches zu der Katastrophe des zweiten Weltkrieges kommen konnte. Nacheinander ergründet er dabei die Bismarckzeit, die Kaiserzeit, die Zeit des ersten Weltkrieges, Weimar und Versailles, die Hindenburgzeit, die Hitlerzeit und den Zweiten Weltkrieg. In seiner bekannten schlüssigen und brillianten Weise will er dabei die Fragen behandeln, woran das deutsche Reich gescheitert ist, und warum es scheitern mußte. Haffner meint, daß das Deutsche Reich von Haus aus zum Scheitern verurteilt war. Die Preußen, die chauvinistische Nationalbewegung und auch Hitler selbst sind seiner Meinung nach nicht alleine Schuld an dem Untergang des Reichs, sondern die unglückliche Größe des Landes im Herzen Europas. Meiner Meinung nach ein sehr interessanter Blickwinkel. Das Buch ist absolut lesenswert! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 25. März 2002
Der Autor hat hier ein grandioses Werk vorgelegt. Er erklärt sehr gut und sehr verständlich die Hintergründe zur Geschichte von Bismark bis Hitler. Keine simple Aufzählung von Jahreszahlen und Personen, sondern Haffner versucht, dem Leser ein Verständnis dieser Zeit zu vermitteln. Für jeden, der sich für diese Zeit interessiert (und das sollten alle Deutschen sein), ist dieses Buch sehr zu empfehlen.
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am 18. November 2009
Hervorragend recherchiert, knapper sehr überzeugender Text, wie eigentlich alle Haffner- Bücher zu diesem so heiklen Abschnitt der deutschen Geschichte. Sollte Pflichtlektüre in der Schule zum Zusammenhang von Bismarck, Weimarer Republik und Hitler werden. Ein Muss für jeden, der sich kompetent zur Sache äußern will.
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am 29. September 2008
Dieses war das erste Buch, das ich von Haffner gelesen hab aber ganz sicher nicht das letzte!
Da ich während meiner Schulzeit abgesehen vom dritten Reich und der Wiedervereinigung wenig von der deutschen Geschichte gelernt habe, was ich eigentlich ziemlich traurig finde, habe ich also beschlossen mein Geschichtswissen aufzubessern.
Allen, den es vielleicht genauso geht sei zu diesem buch dringend geraten!
Auch ohne große Vorkenntnisse zu dieser Zeit wird man von Anfang an mitgerissen durch Haffners klare und tiefgründige Darstellungen der Ereignisse. Keine einzige Seite dieses Buches empfand ich als überflüssig oder langweilig.
Ich empfehle "Von Bismarck zu Hitler" also dringend auch all denjenigen, die sich sonst mit der deutschen Geschichte nicht so sehr auskennen und dies ändern wollen!
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am 11. März 2008
So stellt man sich Geschichtsschreibung vor! Lebendig und in Zusammenhängen erzählt. Haffner diskutiert nicht nur Ursache und Wirkung, sondern auch verschiedene Meinungen zu einem Thema (z. B. warum Deutschland plötzlich und für kurze Zeit in Afrika Kolonialpolitik betrieb und das dann ebenso plötzlich wieder sein ließ); warum ein politischer und wirtschaftlicher Aufschwung nach dem Abgang von Bismarck zu verzeichnen war; und nicht zuletzt die außenpolitische Situation, die Bündnispolitik, was warum zustande kam. Die Entwicklung zum Ersten Weltkrieg, vor allem die Folgen, die bruchlos zum Zweiten Weltkrieg führen. Haffner macht Geschichte so logisch, so nachvollziehbar, ohne dass man große Vorkenntnis benötigt. Interessant auch die Schlüsse, die Haffner zieht: Deutschland verlor zwar den Ersten Weltkrieg militärisch, politisch hat es aber von seinem Ausgang profitiert: Österreich war zerschlagen, Russland besiegt, von vier europäischen Großmächten blieben bestenfalls zwei. Deutschland erstarkte relativ zu den anderen. Die Zwischenkriegszeit ist die Zeit von Weimar und Versailles, von Hindenburg und Hitler. Haffner erzählt, wie sich Deutschland hinter seinem Pseudomonarchen Hindenburg versteckte, wie froh es war, dass die Erste Republik mit Hitler zu Ende ging, wie dieser Mann an die Macht kam und zielstrebig das deutsche Rechtsystem aushebelte; wie es möglich war, Juden, Kommunisten und andere Minderheiten zu verfolgen, und dass die Jahre bis 1938/39 die "guten" Nazijahre waren. Was Hitler aus dem Ersten Weltkrieg lernte, war im Zweiten deutlich zu erkennen: Deutschland wollte im Ersten wie im Zweiten Krieg Enganld heraushalten, hat beide Kriege im Wesentlichen gegen Engand verloren; Russland war im Ersten Weltkrieg besiegt worden, und das war auch für den Zweiten Hitlers Hauptintention. Es folgt ein kurzer Abriß der deutschen Nachkriegsgeschichte, wobei Haffner, als das Buch 1987 herausgegeben wird, noch keine erkennbaren Zeichen einer baldigen Wiedervereinigung Deutschland erkennen kann. Das konnte dazumal niemand! So ist es meiner Ansicht nach kein Manko des Buches, dass es aus dem Blickwinkel des Historikers vor der Vereinigung geschrieben wurde - es macht den zeithistorischen Blick interessanter.
Hervorragend! Anschaulich und leicht verständlich. So wird Geschichte spannend!
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