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Kundenrezensionen

3,2 von 5 Sternen
141
3,2 von 5 Sternen
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am 24. August 2010
Keine Ahnung warum das ein Bestseller war/ist. Eigentlich ein Bekehrungswerk auf intellektuell mittlerem Niveau angesiedelt, behaupten Autor und Verlag es handele sich um eine besonders gelungene Auseinandersetzung mit den "letzten Dingen", da es gelänge, Expertenkauderwelsch zu vermeiden (was tatsächlich gelingt) und dennoch die Materie sachlich voll zu erfassen; letzteres gelingt nicht. Unterhaltsam nahezu überhaupt nicht, lehrreich nur für Menschen ohne Vorkenntnisse; gerade diesen ist aber ein solches erzkatholisch tendenziöses Werk kaum ein guter Einstieg. Dringend meiden!
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am 24. Dezember 2007
Prinzipiell witzig, wenn ein Psychoanalytiker sich am Religionsverdikt Sigmund Freuds versucht. Allerdings leistet Autor Lütz keine Kritik der Kritik, was durchaus wünschenswert gewesen wäre, sondern theologische Selbstrechtfertigung, was gerade in psychoanalytischem Gewande nur peinlich sein kann.

Lütz ist in diesem Buch er mehr der Papstberater als der Psychoanalytiker.
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am 20. Dezember 2007
Ein Buch, das man nicht gelesen haben muß. Allerlei eitles Wortgeklingele, mit dem der dahinterstehende gußeiserne Katholizistendogmatismus kaschiert werden soll.

Mir ist Lütz in seinem Auftreten unsympathisch. Sein Buch passt dazu.
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am 7. April 2008
Sigmund Freud hat einmal gesagt: „Wenn es sich um Fragen der Religion handelt, machen sich die Menschen aller möglichen Unaufrichtigkeiten und intellektuellen Unarten schuldig.“ Der Bestseller „Gott. Eine kleine Geschichte des Größten“ von dem Theologen und Psychiater Manfred Lütz dürfte ein Paradebeispiel für Freuds Beobachtung sein. In seinem Bemühen, uns von dem Glauben der römisch-katholischen Kirche zu überzeugen, bedient sich Lütz aller unredlichen Tricks, die sich christliche Apologeten über die Jahrhunderte hinweg haben einfallen lassen.

Der erste Kunstgriff besteht bekanntlich darin, sich das Vertrauen seiner Leser zu erschleichen, indem man sich ausdrücklich von dem salbungsvollen Ton und dem frömmelnden Gehabe typischer Kleriker distanziert. Unglücklicherweise geht die Rechnung nicht ganz auf, da der Leser während der Lektüre den vom Autor mit gespielter Jovialität um die Schulter gelegten Arm zu spüren meint und seinen etwas zu kumpelhaften Ton schlicht als zudringlich erlebt. Die Sprache ist da auch nicht sonderlich hilfreich. Vermeintlich „coole“ Interjektionen wie „Wow“, „Woom“ und „Super-GAU“ geben dem Leser das Gefühl, abermals ein mit Pickeln übersäter Halbstarker im Konfirmandenunterricht zu sein. Die einzig werbewirksame Phrase, die dem Buch noch fehlt, ist: „Gott ist geil!“

Der zweite, ebenfalls hinreichend bekannte Kunstgriff besteht darin, rasch einen frei inszenierten Sieg zu erringen. So „beweist“ Lütz seinen Lesern mit sichtlicher Genugtuung, dass Feuerbach, Marx und Freud die Existenz Gottes nie widerlegt haben. Darin hat er freilich recht. Doch ist dies selbstverständlich kein Grund zum Triumphieren, da die genannten Religionskritiker auch nie den Anspruch erhoben hatten, die Existenz Gottes zu widerlegen. Sie haben sich für die Frage, ob es einen Gott gibt oder nicht, noch nicht einmal interessiert. Vielmehr sind sie schon immer von seiner Nichtexistenz ausgegangen und haben sich die wissenschaftlich weit interessantere Frage vorgelegt: „Wie kommt es eigentlich, dass so viele Menschen an einen Gott glauben?“

Der dritte Kunstgriff besteht darin, sich gegen jede Kritik immun zu machen, indem man seinen Gegnern kurzerhand unterstellt, lediglich einen Strohmann zu bekämpfen. Nach Lütz haben Religionskritiker wie Holbach, Voltaire oder Hume nur dem auf der Wolke sitzenden Gott mit dem Rauschebart etwas anhaben können, doch nicht dem Gott der einzig wahren Kirche. Der Gott der römisch-katholischen Kirche sei nämlich ganz anders. Wie jeder weiß, richteten sich die Argumente von Holbach, Voltaire und Hume jedoch keineswegs gegen irgendwelche „selbstgemachten Götter“, sondern durchaus gegen den Gott des Nicäischen Glaubensbekenntnisses, dem sich die Christen aller Konfessionen noch heute verpflichtet fühlen.

Der vierte Kunstgriff besteht darin, seinen Kontrahenten mit einer falschen Alternative zu erpressen. Wer nicht an Gott glaubt, habe sich nach Lütz noch gar keine wirkliche Vorstellung von den verheerenden Konsequenzen seines Unglaubens gemacht. Ohne Gott bleibe uns nämlich nur noch der Nihilismus eines Friedrich Nietzsche: „An Gott glauben oder Nietzsche folgen, das scheint die wirkliche Alternative zu sein. Wenn man aber Nietzsche folgt, dann muss man auch bereit sein, den bitteren Kelch des Atheismus bis zur Neige zu trinken. Dann hat man keine Argumente gegen Hitler, Stalin oder Mao Tse-Tung mehr.“ Es bedarf hoffentlich keiner besonderen Erklärung, dass der Nihilismus keineswegs die logische Konsequenz des Atheismus ist. Der säkulare Humanismus eines Bertrand Russells ist beispielsweise eine durchaus gangbare Alternative zum moralischen Nihilismus.

Der fünfte Kunstgriff besteht darin, seinen Gegner moralisch zu diskreditieren, indem man sein Weltbild diffamiert und für menschenverachtend erklärt. So bezeichnet Lütz den Faschismus und den Kommunismus als „atheistische Freilandversuche“, die womöglich mehr unschuldige Menschen auf dem Gewissen haben „als alle Religionen zusammen“. Dass sowohl der Faschismus als auch der Kommunismus zwei quasi-religiöse Heilslehren waren, die mit dem Atheismus säkularer Humanisten nicht das Geringste zu tun haben, ficht ihn dabei nicht an. Auch scheint er bequemerweise ganz zu vergessen, dass die Soldaten der Wehrmacht „Mit Gott und dem Führer“ in den Krieg gezogen sind und über ein Viertel der SS-Angehörigen treu ergebene Mitglieder seiner katholischen Kirche waren.

Der sechste Kunstgriff besteht darin, ein argumentatives Zugeständnis zu machen, das man bereits im nächsten Satz möglichst unbemerkt wieder zurücknimmt. So gesteht Lütz bereitwillig zu, dass der Vatikan selbstverständlich nicht immer von Engeln regiert wurde. Er nennt die Kirche in seiner erwähnt hemdsärmeligen Art sogar einen „Saustall“, doch selbstverständlich nur, um sogleich hinzuzufügen, dass es ja auch „total frustrierend“ wäre, wenn sie nur von Heiligen geleitet würde. Ich fürchte, man darf mit guten Gründen bezweifeln, dass die Juden „total frustriert“ gewesen wären, wenn der Vatikan zur Zeit des Dritten Reiches wenigstens ein einziges Wort gegen den Holocaust gesagt hätte.

Der siebte Kunstgriff besteht darin, dass man vermeintliche oder tatsächliche Autoritäten für seine Sache vereinnahmt. Die am häufigsten missbrauchte Autorität dürfte zweifellos Albert Einstein sein, dessen metaphorisches Reden von einem „Schöpfer“ – „Gott würfelt nicht!“ – geradezu wie eine Einladung an die Christen wirken musste. Lütz schreibt denn auch: „Albert Einstein war zuerst natürlich Atheist geworden. Aber je tiefer er in die Wissenschaft eindrang, desto mehr entwickelte er sich zu einem Bewunderer des Göttlichen.“ Lütz weiß natürlich so gut wie jeder andere, dass Ein-stein alles andere als ein Christ war. Wenn Einstein überhaupt an einen Schöpfer glaubte, dann an den von Lütz verlachten „Rentnergott Epikurs“.

Der achte Kunstgriff besteht darin, die ganze Hand zu ergreifen, sobald einem der kleine Finger gegeben wird. Dass Wissenschaftstheoretiker wie Karl Popper offenherzig von der Fehlbarkeit unserer Vernunft und der Vorläufigkeit all unseres Wis-sens sprechen, nutzt Lütz sogleich dazu aus, um einige aus der Vordertür herausbe-förderte Dogmen rasch durch die Hintertür wieder hineinzuholen. So sei etwa die „Himmelfahrt Christi“ zwar „höchst unwahrscheinlich“, doch nicht „prinzipiell unmöglich“. Die Bescheidenheit der Wissenschaft dient jetzt also als intellektueller Freifahrtschein der Theologen.

Der neunte Kunstgriff besteht darin, dass man sich auf die Bildungslücken seiner Leser verlässt und schwer verständlichen naturwissenschaftlichen Theorien kühn einige Implikationen unterstellt, die sie nicht haben. So dürfte es beispielsweise die Physiker überraschen zu hören, dass die Quantentheorie „die Ehe zwischen Atheismus und Wissenschaft argumentativ zerrüttet“ habe. Nach Lütz ist der Zweifel an Gott als „intellektuelle Option zusammengebrochen“, weil die Quantentheorie zum „argumentativen Super-GAU des Atheismus“ geführt habe. Natürlich ist nichts von alledem wahr. Und man fragt sich wie Schopenhauer bei der Lektüre von Hegel: „Ist das nun Dummheit oder Niedertracht?“ Wie jeder Abiturient weiß, hat die Quantenphysik die klassische Physik Newtons erweitert und – zumindest nach einigen ihrer Interpretationen – den Determinismus des mechanistischen Weltbildes in Frage gestellt. Doch der Determinismus der mechanistischen Physik hat nichts mit dem Atheismus der naturalistischen Philosophie zu tun.

Der zehnte und letzte Kunstgriff besteht darin, seinen Gegner, wenn nötig, zu beschämen. So zitiert Lütz bei der Behandlung des Theodizee-Problems sein philosophisches Vorbild Robert Spaemann, der auf die Frage „Wo war Gott in Auschwitz?“, kurz mit „Am Kreuz!“ antwortete. Angesichts dieser entwaffnenden Antwort verbietet sich freilich jede weitere Frage; es sei denn, man nimmt es in Kauf, als herzlos zu gelten. So geschickt dieser moralistische Schachzug auch sein mag, dass Gott ebenfalls gelitten hat, kann selbstverständlich keine Antwort auf die Frage sein, warum Millionen von Juden in den Tod gehen mussten, wenn ihnen ein ällmächtiger und allwissender Gott doch problemlos hätte zu Hilfe eilen können.

Für den Fall, dass ein Leser auf Lützens Kunstgriffe hereingefallen ist, sollte man annehmen, dass er jetzt vor der Wahl stehe und entscheiden müsse, ob er nun Christ, Muslim, Jude, Hinduist, Buddhist, Jainist oder was auch immer werden wolle. Doch Lütz ist derart zuvorkommend, dass er seinen Lesern die Qual der Wahl auch hier gerne abnimmt. Die anderen Religionen seien keine wirkliche Option. Sie seien „religiöser Ramsch“. „Das Wirrwarr des hinduistischen Götterhimmels“ etwa sei schlichtweg „abstoßend“. Der Buddhismus habe zwar einige „tiefe Einsichten“, sei aber letztlich „unbefriedigend“. Und im Islam sei der Mensch einfach „zu weit ent-fernt“ von Gott. Gegen das Judentum sagt Lütz eigentümlicherweise nichts. Wahrscheinlich schweigt er sich aber nur deshalb aus, weil man in einer „Theologie nach Auschwitz“ mit solcher Kritik vorsichtig sein muss.

Die erste Frage, die man sich nach der Lektüre, stellt, ist: Wie kann ein so billiges Buch nur so teuer sein?
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am 20. Dezember 2007
Meine durch den Rücken- und Klappentext hohe Erwartung, ein spannendes Buch in der Hand zu haben, in dem "die Frage nach Gott" interessant, intelligent und, auch bei eindeutiger Position des Authors, möglichst objektiv behandelt wird, wurde leider komplett enttäuscht. Das "Werk" entpuppte sich als lupenreine Werbebroschüre für alleine den katholischen Glauben. Da hier "Klartext" geschrieben worden war, konnte also eine gewisse Leichtigkeit der Lektüre erwartet werden, aber das Niveau blieb durchgehend, in Ausdruck und Substanz, weit unter dem, was von "aufgeklärten Skeptikern" und "nachdenklichen Gläubigen" erwartet werden kann.
Nachdem der Standpunkt des Authors in der ersten Hälfte des Buches noch etwas unklar geblieben war, war das Thema der zweiten Hälfte dann der Katholizismus als die einzige vernünftige Wahrheit. Die aufgeführten Bibelgeschichten, die der Author offensichtlich als historisch betrachtet, lassen diesen Teil nicht über das hinausgehen, was in der Schule im Religionsunterricht behandelt wird.
Mein Fazit: für "aufgeklärte Skeptiker" eher eine Zumutung, für "nachdenkliche Gläubige" wohl eine Enttäuschung.
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am 16. Dezember 2007
Wenn das der größte Gott ist, kann Mercedes auch behaupten, der Smart sei ein Auto.

Unverständlich, dass jemand mit abgeschlossenem Medizin-, Psyhologie- und Theologiestudium einen derartigen Missbrauch mit seinem Wissen begeht und solchen Nepp produziert.

Ich bin etwa gleichaltrig mit Herrn Lütz und kann in seinem Buch nur einen mickrigen Aufguss der Vorstellungen vom katholischen Gott, wie sie in den 50er Jahren "gelehrt" wurden, erkennen. Wir alle haben "Schuld", wir alle haben Angst vor dem "Nichts", wir alle werden von Gott "geliebt" (Eros führt zu Gott??). Habe ich denn Schuld - nicht dass ich wüsste. Habe ich Angst vor dem Nichts - nicht dass ich wüsste. Werde ich von Gott geliebt - von welchem Gott, was ist eigentlich Liebe in diesem Zusammenhang? Keine Antworten auf solche und ähnliche Fragen, nicht einmal im Ansatz. Dafür aber Schuld - Erbsünde?, Nichts - Hölle?, Liebe - Sex?, was soll das??

Ich bin froh, dass ich mich aus den sehr bedenklichen, von mir im nachhinein als Hirnwäsche empfundenen, Ritualen der katholischen Kirche befreien konnte. Lütz empfiehlt genau diese Rituale, um Gott zu finden. Verstand aus, und schon finde ich Gott, und zwar den größten. So geht das sicher nicht.

Herr Lütz ist Mitglied des Päpstlichen Rates für die Laien, der Päpstlichen Akademie für das Leben und Berater der Vatikanischen Kleruskongregation, was auch immer das für Gremien sind, in jedem Fall eine erschreckende Vorstellung in Hinblick auf das vorliegende Buch.
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am 28. Mai 2008
Es mag in der Natur der Sache liegen, dass ein Psychiater ein "tolle" Geschichte im wahrsten Sinne dieses Wortes schreibt. Doch wahrscheinlich heiligt in der psychotherapeutischen Weltsicht des Manfred Lütz der Zweck die Mittel - und der Zweck wird erreicht: Wie durch Zauberhand schafft es der gläubige Nervenarzt Lütz, jedem Leser den Weg zu Gott nach seiner Fasson aufzuzeigen.

Der Leicht-Gläubige erfährt, dass Glaube nicht nur an sich gut ist, sondern dass sich - er hätte es sich nie träumen lassen - "gute" Gründe dafür finden lassen. Und nun laufen diese dumpf-debilen Charaktere durch die Welt und bemittleiden (christliche Tugend!) die armen Ungläubigen, die ohne Anweisungen durchs Leben laufen und sich schließlich in dessen Wirren verheddern müssen. Diesen bemittleidenswerten Ungläubigen wird am Ende Ihrer Lebensodyssee bei den Klängen von Beethovens Pastorale - so Lützens Vermutung - die Erkenntnis kommen, dass ein kurzes Gebet vielleicht doch noch vor der ewigen Höllenqual schützen könnte.

Der latente Zweifler, dem allzuviel Gewissheit schon immer als Zeichen ausgeprägter Dummheit verdächtig war, erfährt nun, wie man bei einiger rhetorischen Bewanderung den eigenen Zweifel bei der Hand nehmen, durch kühne Kapriolen soweit verwirren kann, bis schließlich nur Gott den gordischen Knoten des Logos wird lösen können. Hernach wird ein solcher Leser beschließen, den eigenen Zweifel als etwas Überwundenes, Geheiltes der Welt verkündigen zu können und dank der Argumentationsvorlagen von Herrn Lütz darf er sich dabei sogar ein klein wenig klug vorkommen.

Doch auch der unheilbar Vernunft-beseelte wird den Weg zu Gott erkennen: Er führt über unlogische Argumentationsfiguren, Scheinplausibilitäten und Absolutierung von Annahmen, die so offensichtlich menschlich ersehnt sind, dass die Gründe des Für-Wahrhaltens so logisch erscheinen, wie das Amen in der Kirche. Der Weg zu Gott führt nicht über Quantenmechanik, sondern über kuschelig-unkritisches Wohlfühlen in der Gruppe und über eine entlastende Fremd-Bestimmtheit in ein Narrenparadies, wie es schon Bertrand Russell nannte. Dieses Paradies auf Erden, das Herr Lütz beschwört, wird dem gläubigen Christenmenschen dann auch noch im Jenseits doppelt vergütet.

Ein Paradies, in dem in der Tat ein Arzt das Wunder einer Geburt bestaunen kann, ohne sich fragen zu müssen, warum dieses kleine Wunderkind schon mit Sünden belastet sein soll, für deren Abgeltung ein anderes Wunderkind hat sterben müssen. Immerhin darf Herr Lütz sein frisch geborenes Menschenkind ohne Angst bestaunen, denn die aufgeklärte katholische Kirche hat ja erst vor Kurzem angekündigt, dass die Lehre von der Vorhölle für ungetaufte Kinderseelen nicht mehr verbreitet wird (Der kaufmännisch bewanderte darf dies als umgekehrte Maßgeblichkeit bestaunen). Leider wurde versäumt, den vormals verdammten Kleinen den Weg zum himmlischen Heil näher zu beschreiben - aber das kann ja noch kommen, wenn man in Jahrhunderten denkt. Vielleicht beschleicht dabei auch Herrn Lütz der Verdacht, das dies wohl eher für die Trägheit denn für die Weite des Denkens sprechen könnte.

Ja - dem unheilbar Vernünftigen wird der Weg zu Gott nur allzuklar; er wird dieses irdische Paradies des Christen dankend segnen, sich abwenden und vermutlich wesentlich mehr Gefallen an Norbert Hoersters "Die Frage nach Gott" finden, der bereits feststellte: "Eine Religion, die der Vernunft einfach den Rücken kehrt, wird auf die Dauer auch von ihr verschont bleiben." Für den Christenmenschen aber wird er sich freuen, denn Manfred Lütz hat bewiesen, dass Jesus irrte: Der Weg zum Heil ist nicht steinig und mühsam, sondern breit und leicht. Der Vernunft-geplagte hingegen hat Leben als Autonomie begriffen und darf seinen ureigenen Sinn fernab von "Heiligen Vätern" suchen. Er wird zurecht weiterhin Ärzten misstrauen, die allen Patienten das gleiche Rezept in die Hand drücken wollen. Vielen Dank, Herr Lütz, für diese wertvollen Einsichten.
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am 18. Juni 2013
bin sehr angetan von dem fundierten Wissen und der Vermittlung.
Habe 5 Exemplare verschenkt, die mit der gleichen Freude gelesen wurden
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am 17. Mai 2013
Zu Anfang habe ich befürchtet, obwohl doch bewußt gekauft, daß sich dieses Buch schwer verständlich, langweilig oder am Ende irgenwie nutzlos liest. Doch nichts davon war der Fall. Der Autor schreibt frech, aber nicht respektlos. Er zählt alle "bekannten Fakten" für und gegen Gott auf. Jeder Leser darf sich selber seine Argumente pro oder kontra Gott aussuchen. Es geht nicht darum, den Frommen oder den Atheisten in irgendeiner Form Recht zu geben. Vielmehr soll durch das Buch wohl aufgezeigt werden, daß es nie den Beweis geben wird, ob es Gott gibt oder ob es Ihn nicht gibt. Gott existiert für die, die an Gott glauben. Das Buch mahnt aber vor Selbstzufriedenheit, sei es nun im frommen Glauben an Gott oder im überzeugten Nichtglauben an Gott. Da es nicht den Beweis gibt, sollte man tolerant sein und den Anderen in Ruhe lassen. Ich fand das Buch erfrischend zu lesen und kann es nur weiterempfehlen.
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am 2. November 2007
Das Buch hat mich sosfort fasziniert. Hier schreibt ein begabter Mensch in einer flockig lesbaren Sprache die komplexesten Details des wohl schwierigsten Themas, dem man sich widmen kann. Er beteiligt den Leser an den Entwicklungsphasen vom eigenen Atheismus bis hin zum Wachsen in die Glaubensgewissheit. Die Fähigkeit ist selten, über einen komplexen Inhalte derart dicht und dennoch gut lesbar zu schreiben. Für mich war die erste Lektüre spannend wie ein Krimi. Ich bin begeistert. Es gibt viel Anregungen, um einzelne Themen, z.B. "zum Angesicht Gottes" zu vertiefen.

Amusant sind die in Wortwahl, Inhalt und Ton abgestimmten Rezensionen von Atheisten, mal ein Student, mal Anonymus, mal ein schweizer Doktor. Sie wirken gequält überheblich, verstehen nichts von dem, worum es geht und haben vielleicht das Niveau von Goethes Wagner im Faust. Sie sind ein herrliche Bestätigung dafür, dass Luzifers giften, wenn es ihnen argumentativ an den Kragen geht. Sie sind die beste Empfehlung für dieses Buch.

Ich habe Herrn Lütz für das Buch gedankt und mitgeteilt, dass ich dieses Buch weiter verschenken werde. Zudem wird es den Beginn einer Gesprächsrunde initieren, die sich mit Themen und Inhalten dieses Buches auseinandersetzen wird.

FAZIT: ein herrliches Buch, ein Gewinn am Bücherhimmel, selten so viel Spass beim Lesen gehabt!
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