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am 18. Juni 2008
Der studierte Nationalökonom Albrecht Müller wirft einen nüchternen Blick auf die Realitäten.
Wie kommt es, fragt er, dass unablässig weitere Reformen gefordert und umgesetzt werden, obwohl deren Wirkungslosigkeit auf der Hand liegen?

Müller kommt zu dem Schluss: unsere politischen wie wirtschaftlichen Eliten sind unteres Mittelmaß, und sie sind rücksichtslos zerstörerisch. Er beschreibt, wie das Netzwerk des Mittelmaßes funktioniert, benennt die Verantwortlichen, enthüllt ihre Motive (Stichwort "cui bono").

Müller belässt es aber nicht bei der Anklage, er erklärt auch: "Wir sollten nicht den Fehler machen, die eindimensionale Interessengesteuertheit und die konzeptionellen Unzulänglichkeiten unserer Eliten in eine Ausweglosigkeit wegen Handlungsunfähigkeit umzudeuten. Das wäre eine ziemlich falsche Darstellung unserer Lage. Es steht außer Frage, dass Deutschland wie auch die europäische Union, wenn wir nur wollten und die richtigen Konzepte einsetzten, mit den meisten Problemen fertig würden"

Dazu sind wir alle aufgerufen, den Eliten auf die Finger zu schauen und nicht leichtfertig den Mainstream-Medien zu vertrauen.

Hingewiesen sei auch dringendst auf Müllers "kritische Website" NachDenkSeiten
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am 23. Januar 2009
Korruption, Dummheit, Verantwortungslosigkeit, ideologische Verblendung, mangelnder Sachverstand,'Albrecht Müller zeigt an zahlreichen Beispielen, woran bei unserer so genannten Führungselite hapert und welche Auswirkungen das Interessen-Netzwerk aus politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern für unser Land hat: Ausverkauf des Staatsvermögens, Stagnation des Einkommens der breiten Bevölkerungsschichten und schleichende Entdemokratisierung...
Und: Müller nennt Namen. Wer sind die sog. Experten und Wissenschaftler, die uns mit dem Verweis auf die angebliche demographische Katastrophe bestimmte Finanzprodukte schmackhaft machen wollen. Welcher politische Entscheidungsträger steckt in welchem Aufsichtsrat und welches Unternehmen profitiert von seinen politischen Entscheidungen. Nach der Lektüre dieses Buches sieht man Fernsehnachrichten mit anderen Augen, durchschaut die ideologische Vorprägung angeblicher objektiver Information und versteht, weshalb politische Debatten meist so inhaltlos, voraussehbar und letztlich völlig belanglos erscheinen.
Pflichtlektüre für jeden, dessen Verstand noch funktioniert und für die anderen sowieso!
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am 2. Juli 2007
"Dem entspricht die Grundlinie dieses Buches. Es ist optimistisch und konstruktiv und widerspricht der destruktiven Grundeinstellung der heute führenden Eliten." - dies schrieb Albrecht Müller in der Einleitung zu seinem Buch "Die Reformlüge". Leider muss man sagen, hat Herr Müller genau diese positive Grundeinstellung nicht in sein Buch "Machtwahn" "hinüberretten" können. Aber man muss auch sagen - wiederum leider -, dass er allen Grund dazu hat, dies zu unterlassen.

In seinem 350 Seiten-Buch geht es um die schleichende Ent-Demokratisierung, die Ent-Solidarisierung und die zunehmende Verwahrlosung unserer Gesellschaft durch Kommerzialisierung, aber auch um die "Verflechtungen" (damals hieß das Korruption) von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum Nachteil des großen Teils der Bevölkerung. Nach und Nach entlarvt Albrecht Müller die Einseitigkeit der derzeitigen politischen Debatte und zeigt, wie die (völlig wirkungslosen) Reformen begründet und dem Bürger aufgedrängt werden - "natürlich" zu unser aller "Vorteil" - gegen den Willen der Mehrheit. Auch zeigt er auf, was dabei für unsere Politiker rausspringt (nicht selten stolpern gerade die Erfolglosen die Karriereleiter nach oben ...). Und nicht zuletzt kriegen auch die Medien ihr Fett weg, die statt selbstständigem Journalismus zu betreiben nur noch die Agitationen bestimmter Gruppen und Verbände (z.B. der INSM) übernehmen und unkritisch reflektieren. All diese Dinge sind nicht nur bloße Behauptungen Müllers, sondern werden mit ausreichend Argumenten und Beispielen belegt, wobei er einen sehr angenehmen und leicht lesbaren Schreibstil hat. Allerdings gibt es meinerseits auch Kritikpunkte: Zum einen der schon erwähnte negative Grundtenor, der zwar angebracht aber nicht geeignet ist, um dem Leser Mut zu machen und Vertrauen in die Zukunft zu fördern (wie Herr Müller das in seinem Buch Reformlüge gefordert hat). Im letzten Kapitel schreibt er zwar etwas darüber, dass wir uns als Bürger wehren sollten, aber mMn kommt das ganze viel zu kurz um es richtig Ernst zu nehmen (dennoch möchten ich jedem wärmstens die Nachdenkseiten empfehlen). Der zweite Negativpunkt ist folgender: Man kann während des Lesens durchaus den Eindruck gewinnen, das es nur einen Albrecht Müller an leitender staatlicher Stelle geben müsste, damit es dem Land und den Bürger wieder besser geht. Diese Intention ist vom Autor sicherlich nicht beabsichtigt, dennoch vermittelt er manchmal den Eindruck, als seien unsere Probleme ganz einfach zu lösen.

Ich hab also überlegt, ob ich dem Buch 4 oder 5 Sterne gebe. Da ich es aber besser als Jürgen Roths "Der Deutschland-Clan" finde und für die zahlreichen Gedanken wider dem Mainstream und medialen Einheitsbrei dankbar bin, sind es 5 Sterne geworden. Aber letztlich sollte es jeder lesen und selbst entscheiden. Einmal eine andere als die täglich übliche Sicht wird sicherlich nicht schaden!
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am 3. April 2006
Ich möchte die Rezension von A. Vierecke kurz kommentieren.
Es ist wohl unpassend und möglicherweise entlarvend, wenn amazon das Buch ausgerechnet von jemanden rezensieren läßt, der über sein Unternehmen cpw Medien- und Publikationsdienste Auftragnehmer von Bertelsmann ist. Herr Vierecke arbietet seit einem Jahrzehnt im Einflussbereich von Professor Weidenfeld am Geschwister-Scholl-Institut der Universität München, der ein einflussreiches Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung ist.
Die Bertelsmann-Stiftung ist eine der treibenden Kräfte bei der medialen Durchsetzung der marktradikalen 'Reformen' in diesem Land. Möglicherweise ist das nur ein ironischer Zufall, dass ein Buch, das sich mit den herrschenden Verhältnissen kritisch auseinandersetzt, von jemanden rezensiert wird, der den kritisierten Mächten nahe steht. Die in der Rezension von Vierecke vorgebrachten Kritikpunkte schöpfen ja auch exemplarisch aus den angeblichen Wahrheiten, mit denen die im Buch kritisierte Politik als alternativlos legitimiert wird.
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am 20. März 2006
Ein Ziel dieses Buches ist es, die Interessengeflechte zu beschreiben, in denen unsere Eliten stehen und die aller Wahrscheinlichkeit nach ihre Entscheidungen beeinflussen. Außerdem möchte ich an Vorgängen der Gegenwart und Vergangenheit zeigen, wie es um die Qualität unseres Führungspersonals bestellt ist und welche Folgen die Mittelmäßigkeit der Eliten für die -politischen Entscheidungen und damit für uns alle hat. Die damit verbundenen Fragen sind aktueller denn je: Zwar erweist sich die neoliberal geprägte Reformpolitik als ungenügend und in ihrer Wirkung verheerend. Dennoch wird in vielen europäischen Staaten versucht, sie mit brachialer Gewalt durchzusetzen. Es ist an der Zeit, dass wir unseren Eliten in den Arm fallen.
Auch eine moderne Gesellschaft kommt nicht ohne ein Stück Solidarität aus, doch die neoliberalen Reformen stützen sich auf eine egoistische Philosophie. »Jeder ist seines Glückes Schmied« – das ist das Credo ihrer Verfechter. In Maßen kann man diese Theorie durchaus vertreten. Aber wenn man sie zur alles gestaltenden Wegweisung und Ideologie erhebt, dann zerstört man den Zusammenhalt einer Gesellschaft.
So sind unsere Eliten wie die Totengräber wichtiger Errungenschaften unseres Volkes. Sie räumen alles ab. Rücksichtslos. Und sie arbeiten auf eigene Rechnung.
Zwar hat der Befreiungsschlag Gerhard Schröders ihm persönlich scheinbar nichts gebracht. Er ist nicht wieder Bundeskanzler geworden. Möglicherweise kam es ihm aber darauf auch um vieles weniger an als auf die Fortsetzung der sogenannten Reformpolitik. Das hat er für vier weitere Jahre erreicht. Er selbst wird nicht darben. Doch wir alle werden darben, wenn wir uns nicht wehren. Das verlangt zunächst einmal, die Wahrheit zu sagen über die Gründe unserer Krise.
Es geht um heikle Fragen: Was sind die wahren Motive unsere Eliten? Was steckt dahinter, wenn offensichtlich unvernünftige Entscheidungen getroffen werden, die weitreichende schädliche Folgen für uns alle haben – Entscheidungen allerdings, die zweifelsfrei mächtige Interessen bedienen?
»Man kann einige Menschen die ganze Zeit zum Narren
halten und alle Menschen einige Zeit, aber man kann
nicht alle Menschen die ganze Zeit zum Narren halten.«
(Abraham Lincoln)
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am 10. April 2006
... daß das Propagandanetzwerk, das Müller in seinem Buch beschreibt, bis hierher reicht. Viele Rezensionen über Müllers Buch sind leider nicht nur absurd (z. B. der Vorwurf, Albrecht Müller habe keinen "Zweifel an der eigenen Existenz" - die Frage, ob man selbst existiert oder nur ein Phantasiegebilde ist, hat in einem Buch über Wirtschaft nun wirklich nichts verloren), sondern beten auch genau die Lügen nach, deren Ursprung, Zweck und Einsatz Müllers Buch aufzeigt. Die mancherorts geäußerte Hoffnung, es werde sich kaum jemand finden, der der These zu folgen bereit sei, daß von interessierten Stellen die Problematik von Staatsverschuldung und Generationengerechtigkeit übertrieben und/oder falsch dargestellt wird, ist zum Glück falsch und zweitens Teil des Problems - indem die "neoliberalen" (oder neofeudalistischen) Propagandisten behaupten, niemand glaube die Wahrheit, geben sie sich als eben diese Propagandisten zu erkennen.
Auch wenn manches, was in Müllers Buch steht, nicht neu ist, kann in diesem Fall eine Wiederholung doch nicht schaden, schon angesichts der propagandistischen Übermacht jener 50 bis 100 Leute, die die "öffentliche Meinung" bestimmen, zumal Müller eben nicht - wie die Gegenseite - nur Thesen aufstellt, sondern sie sehr detailliert belegt. Das Buch mag seine Schwächen haben (in erster Linie das nachlässige Lektorat bzw. Korrektorat: eine vertauschte Graphik auf Seite 21 bzw. 22, viele Kommafehler, ein paar Satz- oder Tippfehler), es ist dennoch Pflichtlektüre für jeden, der sich zum Thema äußern oder wenigstens Gedanken machen möchte (was im Grunde jeder tun sollte).
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am 14. November 2009
Der Autor ist kein Unbekannter. Beliebt ist er in den Medien nicht sonderlich, denn seine Botschaften kollidieren mit denen der Meinungsmacher. Viele werden schon einmal die Nachdenkseiten im Internet besucht haben. So ist der Schritt zum Kauf eines seiner Bücher naheliegend.

Wer sich etwas in der Art von Günter Oggers "Nieten in Nadelstreifen" versprochen hat, kommt bei dieser Lektüre nicht so richtig auf seine Kosten. Albrecht Müller arbeitet sich solide an den neoliberalen Thesen ab. Das erfordert Aufmerksamkeit während des Lesens, was aber wertvolle Argumentationshilfen für Streitgespräche vermittelt. Auch das Entkleiden der Worthülsen, die aus der Unternehmensberatersprache entnommen sind - also einer Branche, die vom Verkauf heißer Luft lebt - ist sehr gut ausgeführt.

Was ich an dem Buch vermisste, war die Lebendigkeit, die sich erst durch das Bloßstellen dieser Peinlichkeiten und deren Verfechter sich von einem Volkswirtschaftsseminar abhebt. Dies konnte meisterlich der viel zu früh verstorbene Bernt Engelmann. Nicht jeder Leser besitzt ein breites Hintergrundwissen und es ist schade, wenn dadurch die Aussagen und Forderungen des Autors nicht weite Bevölkerungskreise erreichen. Denn das allerdings wurde schon recht deutlich gemacht: es gibt eine hauchdünne Oberschicht, die sich aus diesem Staatswesen verabschiedet hat, nachdem sie jede sich bietende staatliche Hilfe für sich bis zum Letzten ausnutzte.

Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte.
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Der Nationalökonom Albrecht Müller schreibt in seinem Buch „Machtwahn" ungeschminkt über die mittelmäßigen Führungseliten in Politik, Wirtschaft und Presse. Noch viel schlimmer, er zeigt auf, das man sich gegenseitig bereichert und den Staat und damit die Bürger zugrunde richtet, willentlich, vorsätzlich und mit Nachdruck!
Das der Umschlag schwarz ist, soll kein Zufall sein, denn nach der Lektüre des Buches hätte ich gerne ein Leichentuch über den Staat Deutschland gedeckt. Der Autor Albrecht Müller" hat als Nationalökonom schon für Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller und Bundeskanzler Willy Brandt gearbeitet, er weiß wovon er spricht und er kennt seine Kollegen und was diese mit dem Staat und seinen Institutionen anstellen. Ich war persönlich selten so entsetzt über die Offenheit und Dreistigkeit mit der sich unsere Eliten an uns und dem Staat bedienen und der Autor ist ebenso offen in seinen Angriffen und Enthüllungen.
Wussten Sie, dass man die ostdeutschen Banken für ein Trinkgeld an die westdeutschen Banken verscherbelt hat?
Ist Ihnen klar, dass sie mit der privaten Rentenvorsorge wahrscheinlich ins offene Messer laufen und alles verlieren werden?
Wussten Sie eigentlich wie ungeschminkt und abgedroschen sich mittlerweile Wissenschaftler und Politiker gegenseitig die Pseudoargumente zuwerfen, welche Sie verleiten sollen in deren Richtung zu laufen.
Ist Ihnen klar, dass wir mehr uns mehr unter einer Mediendiktatur zu leiden haben und wie weit diese schon gediehen ist?
Glauben Sie auch, dass die Rente nicht sicher ist? Das die Bevölkerung überaltert und das der Verkauf des Tafelsilbers der Regierung und der Länder in Ordnung wäre?
Wir werden systematisch zugrunde gerichtet und haben auch noch Spaß dabei...
Falls Sie kein Schaf sind das zur Schlachtbank geführt werden will, sollten Sie sich umgehend dieses Buch zulegen und aufwachen!
Dem Autoren Danke ich an dieser Stelle für jeden einzelnen Satz und jedes seiner haarsträubenden Kapitel - gerne kann man zu diesem Buch auch noch ein bekanntes Zitat bringen: „Denk` ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht...
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am 10. Oktober 2007
Um es gleich vorweg zu sagen: Müllers zweites Buch zu dem Thema fällt gegenüber dem Vorgänger schon etwas ab. Es verspricht die Interessenverflechtung jener Individuen und Gruppierungen, die uns die fatalen "Reformen" (schon seit 1983) eingebrockt haben, darzustellen und die Dürftigkeit ihrer Argumente zu entlarven. Das gelingt ihm aber nur teilweise. Was mich vor allem an Müllers Buch stört, sind die insistierenden Vorwürfe, das ständige Aufbringen neuer rhetorischer Figuren, die die Unzulänglichkeiten und Skrupellosigkeiten unserer Eliten beschreiben. Irgendwann denkt man sich: Okay, ich hab's verstanden. Dazu gehört auch der in kurzer Abfolge wiederholte Hinweis, dass jene Eliten immer dieselben Argumente und "Glaubenssätze" wiederholen, was schon einen kuriosen Doppeleffekt evoziert und auch Müllers Glaubwürdigkeit unterminieren könnte. Beim Lesen kam bei mir oft bei das Gefühl auf, von der nicht durchdachten Struktur aufgehalten zu werden, sodass ich das Buch oftmals zur Seite legte, bis ich wieder motiviert war, mich auf die Suche nach den wirklich interessanten Fakten und Argumenten zu begeben, die darin durchaus enthalten sind.

Müllers Position finde ich beeindruckend, sie sind jedem zu empfehlen, der sich nicht länger an der Nase herum führen lassen will oder sich wundert, wieso in Deutschland die Armut grassiert, während die Reichtumskonzentration zunimmt. Seiner Wachstumsideologie stehe ich skeptisch gegenüber, aber es tut gut zu sehen, wie jemand abseits von Fundamentalkritik die neoliberale Perfidie aufspürt. Erhellend fand ich die Interpretation des "Neuwahlcoups" von 2005 als Rettung der Reformagenda und die Darstellung der Ausschließungsprozesse nichtkonformer Stimmen vor allem im Universitätsbereich. Am wichtigsten war mir, dass Namen von Verantwortlichen genannt werden, auch Namen, die man nur selten zu lesen bekommt. Aber hier streift er immer nur den Kern der Sache: Müllers Entlarvung unserer Elite beschränkt sich nach meinem Geschmack zu sehr auf die Methoden und geht nicht erschöpfend genug auf die Netzwerke der Profiteure ein. Trotzdem ein in der Sache empfehlenswertes und richtiges Buch.
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am 6. Mai 2006
Ich will hier die anderen Rezensionen nicht wiederkäuen, vieles ist schon gesagt. Was mir beim Lesen auffällt, ist vor allem, daß Albrecht Müller die immer gleichen Argumente sehr häufig wiederholt, sie aber nicht ausreichend ausführt. Hier wird dauernd mit relativ wenig Argumenten breitstreuend gegen eine sog. Elite in Politik und Wirtschaft geschossen, was aber letztlich nur zu Unwohlsein fühlt. Das Aufrütteln zum Handeln und sich-wehren gegen diese Machenschaften fehlt. Ein fader Beigeschmack ist für mich auch, daß ja Herr Müller selbst sehr lange ein Teile dieser Elite war, was er freilich im Buch so nicht darstellt. Da gibt er eher den neutralen Beobachter, der von innen heraus kritisiert. Als ehemaliger MdB und Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums kann er so unbeteiligt nicht gewesen sein, vermute ich. Ist dies nun eine Form von Läuterung, der Versuch, sich selbst rein zu waschen von früheren Fehlern und Vergehen?

Nun, in jedem Fall ist das Buch trotz dieser Bedenken sehr lesenswert und hat hoffentlich auch bei anderen Lesern den positiven Effekt, die staatliche Kommunikation und Medienbotschaften kritischer zu bewerten und nicht mehr alles für bare Münze zu nehmen, was täglich durch viele Kanäle vorgekaut wird. Ist die staatliche Rente vielleicht doch noch zu retten, ist sie besser als die Privatvorsorge? Das werden wir nur herausfinden können, wenn wir die beschriebene Elite vollständig ersetzen könnten, nur wie?
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