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am 14. Oktober 2015
Eigentlich habe ich nach Fakten und zahlreichen (und vor allem nachvollziehbaren) Beispielen gesucht.
Wer nach aus den USA stammenden Geschichten sucht, die irgendwann passiert sein sollen
(oder wollen), der wird am Buch seinen Spaß haben.
Wer allerdings nach aktuellen und ausführlichen Fallbeispielen sucht, der wird enttäuscht sein.

Alle Zitate, die von irgendwelchen Personen veröffentlich wurden, scheinen sehr künstlich und heben
sich deutlich von der Sprache des Autors ab und lesen sich so "glaubwürdig" wie die Hobbyschauspieler
in den scripted reality-Shows des Fernsehens.

Der Autow wiederholt sich in manchen Kapiteln teilweise, als ob manches Thema noch gar nicht erwähnt
wäre und erklärt manches mehrfach. Man hat beim Lesen lauter deja vues :)

Ein wenig enttäuschend und nicht wirklich etwas neues - aber womöglich ist das nichts für Menschen,
die bereits im Lebensmittelbereich tätig sind. Ich schließe mich weitestgehend den hier negativen an.
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am 2. September 2013
Ich habe mir das Buch bestellt, da es im Buch "Ganzheitlich entgiften und entschlacken" empfohlen wurde und ich mehr über das Thema "Was steckt eigentlich drin in unserem Essen" wissen wollte.
Ich habe es noch nicht zu Ende gelesen, was ich wohl auch nicht tun werde, da es wirklich langatmig ist und mit uninteressantem Inhalt gespickt ist. Die Schreibweise gefällt mir nicht und ich frage mich die ganze Zeit, um was es eigentlich geht...
Dann stören mich die dauernden Hinweise auf die Tierversuche aus denen dies und jenes hervor gegangen ist - das möchte ich lieber nicht wissen ;)
Ich hätte mir lieber gleich "Peace Food" von Rüdiger Dahlke bestellen sollen, da habe ich mal hier im Probetext rein gelesen und das würde mich persönlich direkt fesseln und zum weiter lesen animieren.
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am 29. Oktober 2013
Selten schreibe ich über Produkte, aber hier muss einfach mal gewarnt werden. Wer sich kritisch mit Ernährung auseinandergesetzt hat, wird hier nur schwerlich neue Informationen finden. Herr Grimm hackt auf Aspartam und Glutamat herum. Immer wenn man denkt, er hats nun endlich, fängt er wieder von vorne an. In erster Linie geht es um Demenz, ADHS, Parkinson und andere Nervenkrankheiten, die laut seiner Aussage bei richtiger Ernährung vermeidbar oder heilbar seien.
Auch ich stehe den künstlichen Zusätzen sehr kritisch gegenüber und meide sie wo immer es geht, aber irgendwann muss auch mal gut sein.
Fazit: Das Buch ist nicht nur extrem uninteressant und neigt zu zig-fachen Wiederholungen, es dient bestenfalls nach einem aufregenden Tag zum schnellen Einschlafen. Für 8,99 habe ich schon wesentlich bessere Bücher gelesen. Ob Herr Grimm in der Sache recht hat, steht mir hier nicht zu anzuzweifeln, schließlich sind sich da noch nicht mal die Wissenschaftler drüber einig. Prüfen ist auch schwierig, da einige Quellenangaben (soweit vorhanden) sehr zweifelhaft sind.
Finger weg!
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am 13. Dezember 2003
Die Inhalte der "Ernährungslüge" kann man kurz zusammenfassen: Zusatzstoffe können in Einzelfällen zu allergischen Reaktionen führen. Plakativ, mit Video-Clip Ästhetik, offensichtlich zusammenkopierten Textstücken bietet das Buch nur eine sehr oberfächliche Beschäftigung mit dem Thema. Das Buch beschäftigt sich ausführlich mit Einzelfällen, vermeidet aber eine genauer differenzierte Auseinandersetzung über Folgen von Zusatzstoffen in Lebensmitteln. Nicht beantwortet wird z.B. die Frage, welche Auswirkungen über einen langen Zeitraum regelmässig aufgenommene kleine Mengen von Zusatzstoffen auf gesunde Menschen haben können. Von Reaktionen von Allergikern von Zusatzstoffen auf gesunde Menschen zu schliessen, halte ich für mehr als fragwürdig.
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am 1. Dezember 2014
Ich habe mir das Buch aufgrund der (hauptsächlich) positiven Bewertungen gekauft. Leider wurde ich dann doch enttäuscht. In dem Buch dreht es sich hauptsächlich um die Zusatzstoffe Glutamat und Aspartam in Verbindung mit Alzheimer und Autismus und anderen Nervenerkrankungen. Im Prinzip hätte für die Kernaussage seines Buches eine Seite ausgereicht. Der Autor wiederholt sich aber lieber permanent und schreibt ohne erkennbare Struktur Kapitel um Kapitel.

Quellenangaben bzw. Fakten fehlen komplett. Und diese erwarte ich bei einem solchen Buchtitel einfach. Wenn man dann aber mal den Schreibstil von Hr. Grimm genauer betrachtet, wird einem schnell klar, dass er lediglich Vermutungen äußert und keine Fakten aufweisen kann ("Wissenschaftler gehen davon aus", "Glutamat KÖNNTE für...verantwortlich sein") Da gibt es in meinen Augen dann nur eine Möglichkeit. Der Autor hat lediglich in eine Richtung recherchiert und will jetzt Stimmung machen.

Bis hier hin ist alles schön und gut, damit kann ich leben. Jeder muss für sich entscheiden was er glaubt und was nicht.

Gefährlich finde ich allerdings, wenn man Einzelpersonen aufgreift die an einer bestimmten Stoffwechselstörung leiden und aufgrund dieser Krankheit auf verschiedene Zusatzstoffe mit gesundheitlichen Problemen reagieren. Ich hoffe den Lesern ist klar, dass dies nicht bedeutet dass der Zusatzstoff an sich gefährlich ist. Keine Stoffwechselstörung - keine gesundheitlichen Probleme. Das geht in dem Buch irgendwie unter. Und wenn ich die Bewertungen hier so lese glaube ich auch nicht, dass die Leser hier wirklich mit Verstand gelesen haben. Leidet jemand an einer Laktose-Intoleranz reagiert er natürlich mit diversen Problemen auf Milch. Das macht die Milch aber noch lange nicht gefährlich für die gesamte Bevölkerung.

Herr Grimm führt seine "Fakten" unter anderem in etwa so auf: "Frau X aus Y passierte dies und das und daher gehen wir davon aus, dass der Farbstoff so und so dafür verantwortlich ist". Das sind alles Fälle die man 1. überhaupt nicht überprüfen kann und 2. oft mit irgendwelchen anderen Krankheiten (Stoffwechselstörung, Allergie etc.) in Verbindung stehen und somit für den Otto Normalverbrauchen Null Aussagekraft haben.

FAZIT
Mir persönlich ist das alles etwas zu lasch und verschwörerisch geschrieben... ich rate jedem Leser sich unbedingt selbst zu informieren. Natürlich sind manche Zusatzstoffe und Fertiggerichte nicht wirklich gesund. Das jetzt aber jeder nach ein paar Gummibärchen Angst vor Alzheimer haben muss finde ich sehr überzogen. Ich denke es ist wie immer, die Menge machts.
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am 26. März 2015
Kurz vorweg: Ich bewerte hier nicht das - mehr als brisante - Thema, ich bewerte das Buch.
Wenn ich mir als Leser solch ein Buch kaufe, bin ich an den Fakten, den Tatsachen, den Enthüllungen interessiert und nicht daran, ob der Protagonist des ebengewählten Beispiels ein Fliege trägt, einen Nadelstreifenanzug, seine Haare zu Berge oder zu Tale stehen oder ob er heute schon auf dem Klo war. Was hat das bitte mit dem Thema zu tun?
Stundenlange Wiederholungen teilweise kompletter Abschnitte (!!!) wechseln sich ab mit hinkender Beweisführung und die Linden, die sich im Takt dazu wiegen, während die strahlende Hauptperson ihren täglichen Gang durch den Park absolviert, tragen nicht gerade dazu bei, dieses Buch als wissenschaftliches Werk zu etablieren. Mir ist schleierhaft, wie solch eine Lektüre derart gute Bewertungen erhält. Fast liegt mir die Vermutung nahe, dass der Autor, gleich den vielfachen Vorbildern in seinem Werk, die Leserschaft dafür bezahlt hat, das Buch an die Spitze der Bestsellerlisten zu puschen, aber man möchte ja niemandem etwas unterstellen.
Meine Erwartungen wurden leider absolut nicht erfüllt, ich bin nun ca. bei Seite 120 und überlege mir - trotz des spannenden Themas - dieses Buch komplett wegzulegen, da mich der Ärger über den Schreibstil und die Geldmacherei des Autors schier auffrisst.
Thema 5 Punkte, Buch 0 Punkte.
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am 25. Mai 2013
Leider enthält das Buch keine erkennbare Argumentationslinie. Der Autor springt scheinbar wahllos zwischen Themen und Selbstzitaten hin und her und untermauert seine Statements nicht mit wirklichen Fakten.
Obwohl ich dem Thema prinzipiell sehr aufgeschlossen gegenüberstehe, bin ich vom Stil und Informationsgehalt des Buches sehr enttäuscht. Eines der wenigen Bücher, welche ich nicht fertiglesen konnte. Vielmehr ist es direkt in die Altpapiertonne gewandert.
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am 1. Mai 2012
Ein ärgerliches Buch, weil es ein wichtiges Thema mit einer unkritischen und schlampigen Argumentation behandelt. Das ganze ist ein liebloses Machwerk, mit unkritisch zusammengeflickten Versatzstücken. Während der Autor gegen eine Lebensmittelindustrie wettert, die uns mit unnötigem oder schlecht zubereiteten Inhaltsstoffen zumüllt, tut er oft genug genau das Gleiche mit seinem Buchinhalt auf geistiger Ebene. Man spürt regelrecht, wie jemand hier mit rascher Schreibe Geld verdienen wollte. Was denn auch vielleicht der einzige wirkliche Verdienst dieses Buchs bleiben wird. Schade für das wichtige Thema...
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am 4. März 2013
Vorweg: Ich sehe die industrielle Nahrungsmittelproduktion als Chemikerin eher kritisch und lehne die meisten Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln vehement ab. Das rührt aber auch daher, dass für mich Essen mit der Lebenseinstellung zu tun hat, in die fertige Lebensmittel, die nur das Weiterleben zwischen 2 Events ermöglichen, bei mir nicht passen. Ich mag z.B. keine Tiefkühlpizzen, weil sie einfach nicht schmecken, weil sie nur schlechte Klone von gutem Essen sind und ich in der Lage bin, mir in kürzester Zeit selbst welche zuzubereiten. Zudem ist Kochen eine Quelle erheblicher Sinnlichkeit. Ein Hefeteig besteht aus Mehl, Wasser, Salz, Hefe und evtl. etwas Öl. Wenn ich mir die Inhaltstoffauflistung auf der Packung einer „Steinofenpizza“ oder noch schlimmer einer „Tradizionale“ ansehe, wird mir ganz schwummerig. Der Inhalt hat geschmacks- und konstistenzmäßig nichts mehr mit dem zu tun, was man eigentlich unter einem Hefeteig versteht. Warum kauft jemand sowas, obwohl doch eine ganze Chemikalienhandlung auf der Packung aufgelistet ist und diese Pappscheibe doch eh nichts mit einer Pizza zu tun hat?

Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich mit dieser Rezension nicht abstreiten will, dass Menschen unter Zusatzstoffen leiden. Aber das Buch von Herrn Grimm und die teils absurden Rezensionen führen dazu, dass ich bald die Seite wechsele und mich vor lauter Fremdschämen noch zur Befürworterin von Zusatzstoffen in Lebensmitteln wandeln werde.

Kurzfassung für Menschen, denen mein Text zu lang ist:
Das Buch kaufte ich, um mir fundiertere Kenntnisse über Zusatzstoffe in Lebensmitteln anzueignen. Da mich wunderte, dass Herr Grimm in seinem Buch bei seinen schnodderig hingeworfenen Behauptungen keinerlei direkte Quellenangaben aufführt, bin ich dann selbst auf die Suche nach seinen Quellen gegangen. Ich habe wahllos mehrere Punkte aus Herrn Grimms Buch aufgegriffen (zum Thema Aspartam und Glutamat) und recheriert: Keine der überprüften Aussagen von Herrn Grimm stimmten. Entweder waren seine Angaben falsch, die Informationen waren schlampig recherchiert oder so gedreht und gewendet, dass er eine eigentlich völlig neutrale Aussage zu Gunsten seiner eigenen Einstellung umformulierte. Den saloppen Stil kann Herr Grimm als Ex-Redakteur beim Spiegel nutzen, in einem Buch erwarte ich Fakten und keine Verdrehungen. Herr Grimm, so stellte ich fest, hat die geniale Fähigkeit, sich die Fakten zurechtzubiegen und diese der Leserschaft in seinem Sinne als Wahrheit zu verkaufen. „könnte“, „womöglich“, „dürfte“ und „wahrscheinlich“ sind Wörter, die er und die zitierten Wissenschaftler häufig verwenden. Seine indirekten Zitate der Quellen liegen immer leicht neben der Wahrheit, so dass sie dann aber auf einmal für seine Ansicht sprechen. Herr Grimm verkauft eine Ware (Uraltinformationen und widerlegte Studien). Er schreibt haargenau das, was die Masse lesen will und das macht er in bester Spiegelmanier. Man projiziert alle eigenen Probleme auf ein paar wenige Substanzen: Übergewicht, Migräne, Krebs, Bluthochdruck, Autismus, Alzheimer …. Ein ernsthafteres Anliegen kann ich bei Herrn Grimms Buch nicht entdecken. Wenn man mal bei Amazon sucht, was Herr Grimm noch so auf den Markt geworfen hat, wird einem klar, dass hier ein Vielschreiber am Werk ist, der mit permanenten Recycling seiner "Erkenntnisse" Kasse machen will. "Die Ernährungslüge: Wie uns die .........". Er liefert, wie man an den Rezensionen sehen kann, gleich die Verschwörungstheorie mit (die XXXX-Industrie mit ihren bezahlten Forschern). Das sind Schemen, mit denen auch Sekten arbeiten. Ich hätte mir allein bei dem Titel eigentlich denken können, dass die Inhalte auch nicht besser sind. Ich erwartete: überprüfbare solide Informationen zu Aspartam, Glutamat und weiteren Zusatzstoffen - ich erhielt: Schlamperei, Mogelei, Lügen und Märchen. Statt such tatsächlich mit Zusatzstoffen in Lebensmitteln zu beschäftigen, wärmt Herr Grimm uralte Behauptungen hauptsächlich zu Glutamat und Aspartam auf, peppt sie sensationell auf und verkauft alles als neue Erkenntnisse im Stil einer typischen Spiegel-Titelstory. Dabei gäbe es genug Stoff für ein Buch zum Thema Lebensmittelzusätze und industrieller Lebensmittelproduktion.

Näheres im folgenden Text:

Vorweg ein paar Zitate des Autors, um Sie an die Arbeitsweise von Herrn Grimm zu gewöhnen:

* "Wenn immer mehr Menschen auf der Welt dick werden, dann könnte das an den versteckten Talenten des Zuckers liegen, ..."
(Aus: Wie uns die Zucker-Mafia krank macht)

* "Glutamat spielt nach Ansicht von Wissenschaftlern auch bei
der weltweit grassierenden »Epidemie des Übergewichts« eine zentrale Rolle. ...
Und so können die steigenden Übergewichtsraten auf der Welt womöglich auch
mit dem steigenden Glutamatverzehr zusammenhängen"
(Aus: Die Ernährungslüge: ...)

Übrigens führte Herr Grimm bei einem WDR-Interview (Planet Wissen) u.a. Plastikhormone als Ursache für das zunehmende Übergewicht und Diabetes an. "Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt."

Das Buch wurde gezielt für jene geschrieben, die nun froh sind, dass es eine Verschwörung der Lebensmittelindustrie ist, die ihnen den Verstand rauben will und und sie nicht selbst daran schuld sind, die industriell hergestellte Pampe freudig gegessen (und bezahlt) zu haben. So berechtigt Kritik an der Nahrungsmittelindustrie auch ist, andererseits gibt es halt auch die Käufer und denen wird schon jahrelang erzählt, dass industriell hergestellte Nahrung nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist (milde ausgedrückt) und was sieht man in den Einkaufstaschen und wer steht an den Dönerständen? Eigentlich weiß jeder, dass die Plörre in den Plastikflaschen nicht gesund ist (ob mit oder ohne Aspartam - es sind Weichmacher der Plastikflaschen drin), dass die Tiefkühlpizzen nicht an ökologisch angebauten Bäumen wachsen. Wenn man sich einen Teil der 5-Sterne-Rezensionen anschaut, merkt man schnell, dass der Austausch weniger Wörter im Text ausreichen würde, um daraus religiöse Bekehrungsbekenntnisse zu machen. Man ist rückhaltlos und völlig kritiklos bereit, alles zu glauben, was der Autor im Buch so schreibt. Niemandem dieser Rezensenten kommt auch nur ansatzweise auf die Idee, irgendetwas davon mal zu hinterfragen. Dass es bei Grimms Büchern immer einen dunklen großen Bösewicht gibt, der im Hintergrund seine Fäden zieht (in diesem Fall die Ernährungsindustrie), uns alle beherrscht, alles manipuliert, gegen diejenigen vorgeht, die den Kampf gegen das Monster aufnehmen, der über Abertausende bezahlte Forscher verfügt ... zeigt, dass mit dem Verkauf von Verschwörungstheorien ein einträgliches Geschäft zu machen ist. Man sehe sich nur die Titel der Bücher von Grimm an. Schade, Grimm hat seine Popularität nur dazu genutzt, Geld zu machen und die Chance vertan, sich wirklich ernsthaft mit industrieller Ernährung und deren Folgen (auch kulturell Art) auseindander zu setzen. Ich habe zumindest aufgrund meines umfangreichen Quellenstudiums lernen müssen, dass kaum eine Aussage im Bereich Ernährung tatsächlich fundiert bewiesen ist und der allergrößte Teil der Studien nicht das Geld für die Monitorbeleuchtung wert ist. So krass hatte ich mir das nie vorgestellt.

Nun zum Buch: Bei einem ersten Überfliegen stellte ich schon mit Erschrecken fest, dass dieses Buch mal wieder im "amerikanischen" Stil geschrieben ist (Emotionalisierung durch Hervorhebung von oft irrelevanten Einzelschicksalen - siehe Thema Milch und Autismus, wo Herr Grimm eine extrem seltene Allergien aufgreift). An diesem Buch ist auffällig, dass zum Teil mit sehr alten Informationen argumentiert wird, deren Wahrheitsgehalt bzw. Relevanz mittlerweile fraglich ist. Wer sich die Mühe macht, zu dem einen oder anderen angesprochenen Thema einige Recherchen zu betreiben, wird schnell feststellen, dass der Autor plump alles zusammenklaubte, was seiner Argumentation nützt und alles weglässt, was mittlerweile an neuen Studien existiert, Fakten verdreht und geschickt seine Leser manipuliert. Herr Grimm erwähnt in seinem Buch z.B. als Argument gegen Aspartam so nebenbei einen Artikel in einer Air-Force-Zeitschrift, mit dem sowohl die Air-Force als auch die Navy ihre Piloten vor Aspartam warnen bzgl. vor auftretender Schwindelgefühlen und epileptischer Anfälle. Er stammt, wenn man dann recherchiert, von 1992. Der Artikel wurde in der Zeitschrift publiziert (mehr auch nicht), aber weder die Air-Force noch die Navy warnten vor Aspartam. Diese Art Journalismus von Herrn Grimm erzeugt rasch ungute Gefühle beim Weiterlesen.

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UPDATE: Dankenswerterweise hat mir mittlerweile die US Air-Force den 2-seitigen Artikel von 1992 zu Aspartam im Original zukommen lassen. Von einer Warnung der Air Force (der Navy sowieso nicht) ist darin nichts zu finden. Es werden Forschungsergebnisse zusammengefasst und in diesem Zusammenhang auch erwähnt, dass Personen, die unter der angeborenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (PKU) leiden, Probleme mit Lightprodukten haben (als wenn das was Neues wäre). Im Rahmen des Artikels wird außerdem erwähnt, dass es bei etwa 25 Dosen Diätlimonade bei einer 100 kg schweren Person aufgrund des Stoffwechselprodukts Methanol vereinzelt zu Problemen, wie Schwindel etc.) kommen kann (trinken Sie doch mal bitte 25 Gläser Rotwein, informieren sich über die dabei aufgenommene Methanolmenge und berichten Sie mir dann von Ihrer Befindlichkeit). Das hatte ich schon irgendwie geahnt und bestätigt meinen Verdacht, dass Herr Grimm entweder miserabel recherchiert hat oder in seinem Buch mogelte, um seine Thesen besser verkaufen zu können. Sie sollten mal nach "Aspartam" bzw. „Apartame“ und "Air Force" googeln und selbst sehen, wie sich eine falsche Behauptung ausbreitet, sich verändert - einzig und allein, weil sie in die eigene Argumentationskette passt und irgendwann zur Wahrheit wird, bloß weil sie mannigfach im Internet steht. Dann wird diese Information in Büchern zitiert, nochmals angepasst und dann werden die Bücher im Internet zitiert .... Absurd: Dort finden sich dann Meldungen, dass alle Fluglinien weltweit Aspartam aufgrund einer Air-Force Warnung verboten hätten und ähnlicher Mist. In manchen Rezensionen zu diesem Buch hier wird das "Air Force-Verbot" gleich auch noch auf Glutamat ausgeweitet. Ja, wenn man schon mal den Teufel bekämpft, darf man nicht zimperlich sein ...
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Die Arbeitsweise von Herrn Grimm am konkreten Beispiel eines Buchabschnittes:

Ich bin schon fasziniert, wie geschickt Herr Grimm manipuliert. Zuerst erwähnt er kurz einen Mann aus den USA, der durch Aspartam Kopfschmerzen, Vergesslichkeit und heftige Wutanfälle bekam ("Ein Süßstoffopfer namens John Cook berichtete in der amerikanischen Zeitschrift Wednesday Journal von seinem Aspartamalptraum."), dann folgt ein Satz über eine belgische Studie, die epileptische Anfälle nach "exzessiver Aufnahme von Diät-Cola" feststellte und am Schluss kommt der Satz "Besonders prekär sind die akuten Aspartamfolgen für Piloten:" mit dem Hinweis auf die "Warnung" der Air-Force. Alles wird so beiläufig als gesicherte Tatsachen präsentiert, so dass die meisten Leser/Leserinnen keinerlei Anstalten unternehmen, sich näher mit der Information zu beschäftigen. Ja, da sieht man, wie gefährlich dieses Zeugs ist.

* Stellen Sie sich mal vor, Sie lesen in einem Buch, dass z.B. ein Herr XYZ in einem Artikel einer lokalen kostenlosen reklamefinanzierten Wochenzeitungen (nichts anderes ist das "Mittwochs Journal") in Hamburg zum Thema Aspartam mitteilt, dass er nach täglichem Genusss von 6 - 8 Cola Zero Kopfschmerzen bekommt und vergesslich wird. Wenn er die tägliche Menge weiter erhöht, bekommt er auch noch fürchterliche Wutanfälle.
- Damit stellt Herr Grimm erst einmal eine Betroffenheitsstimmung des Lesers/der Leserin her. Das arme Opfer. Der Mann hatte die Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie. Wenn ich eine Soffwechselerkrankung habe, die z.B. meine Leberfunktion stört und ich dann exzessiv Alkohol trinke, sind das dann gemeingefährlichen Folgen des Weinkonsums?

* Im nächsten Satz lesen Sie dann, dass eine Studie aus Belgien von epileptischen Anfällen nach "exzessiver Aufnahme von Diät-Cola" berichtet..
- Damit folgt durch Herrn Grimm ein Hinweis auf die Wissenschaft, die ja nun mit dieser Studie den Nachweis erbracht hat, dass Aspartam epileptische Anfälle auslöst.
Mit etwas Recherchearbeit fand ich dann die besagte "Studie" (Mortelmans LJ, Van Loo M, De Cauwer HG, Merlevede K (February 2008). "Seizures and hyponatremia after excessive intake of diet coke"). Die Notfallabteilung des Klina Krankenhauses in Belgien hatte eine "Einzelfallstudie" über eine 54jährige Frau an eine medizinische Zeitschrift geschickt, die mit epileptischen Anfällen eingeliefert wurde, weil sie 9 Litern Diät-Cola getrunken hatte. Durch die riesige Menge Flüssigkeit entstand Hyponatriämie (zu niedriger Natriumspiegel im Blut - von den Koffeinmengen ganz zu schweigen). Die Folgen dieses Mangels wurden dann durch Aspartam und insbesondere Koffein in der Limonade verstärkt, so dass krampfartige Anfälle entstanden. Die "Studie" wird bei Herrn Grimm im Anhang aufgeführt. Er hatte aber wohl nur den Titel gelesen., sonst wäre es ihm bestimmt peinlich gewesen, sie zu zitieren. Aus diesem Notfall folgerten die Autoren der Studie nun: "To our knowledge this is the first case of hyponatremic seizures due to excessive diet coke consumption. Patients with a medical history of epileptic seizures should drink diet coke with caution." Aha, damit hat Herr Grimm uns bewiesen, dass Aspartam epileptische Anfälle fördert.

* Nach diesem wissenschaftlichen Beweis folgt dann noch der Hinweis auf einen weiteren ernstzuehmende Zeugen, die amerikanische Luftwaffe. "Besonders prekär sind die akuten Aspartamfolgen für Piloten: ........". "Das amerikanische Air-Force-Informationsblatt Flying Safety, das Marinemagazin Navy Physiology, das Aviation Medical Bulletin und viele andere warnten vor Schwindel und epileptischen Anfällen."
- Zu seinem Trick mit der Air Force und Aspartam siehe weiter oben.

Sie halten Herrn Grimm immer noch für einen ehrbaren Journalisten? Jetzt lesen Sie mal, was Herr Grimm auf der Homepage seines Verlags (Dr. Watson Der Food Detektiv) zum Thema schreibt:

"Aspartam steht in Verdacht, wie Glutamat bei besonders empfindlichen Personen Symptome des so genannten »China-Restaurant-Syndroms« auszulösen, das durch Kopfschmerzen, ein Taubheitsgefühl im Nacken, Gliederschmerzen und Übelkeit gekennzeichnet ist. Zudem wurden in jüngerer Zeit Einzelfälle dokumentiert, die nahelegen, dass häufiger Aspartamkonsum möglichweise mit weiteren Krankheitsbildern zusammenhängen könnte, wie etwa entzündliche Erkrankungen des Hör- und Gleichgewichtsorgans sowie die Fibromyalgie, die mit chronischen Schmerzen verbunden ist. Es gibt Studien, die solche Auswirkungen nahelegen und andere, die zu einer genau gegenteiligen Ansicht kommen. Das Gleiche gilt für den Verdacht, Aspartam sei an der Entstehung von Krebs beteiligt. Eindeutig wissenschaftlich widerlegt ist jedoch die häufig zu hörende Behauptung, Aspartam sei ursächlich für die Multiple Sklerose verantwortlich.
Eine ernste Gesundheitsgefahr stellt Aspartam auf jeden Fall für Menschen mit der seltenen Krankheit Phenylketonurie dar. Bei diesen Patienten kann das in Aspartam enthaltene Phenylalanin nicht abgebaut werden und in der Folge unter anderem schwere Hirn- und Nervenschäden verursachen. Deshalb muss auf dem Etikett der Satz »enthält eine Phenylalaninquelle« stehen."

Das klingt nun im Gegensatz zu seinen Texten im Buch alles seltsam differenziert und fast beschwichtigend und Sie wundern sich nun? Ach, ich vergaß, Sie haben ja das Buch mit den Berichten über die Substanz des Teufels noch gar nicht gelesen.

Mich nerven die vielen Rezensionen hier, die letztendlich nur Unfug zur Wahrheit umdeuten. Liebe Leser und Rezensenten: In Schweden ist Glutamt NICHT verboten, obwohl Google dafür 44.300 Fundstellen (zum Zeitpunkt der Rezensionserstellung) nach dem Motto "Übrigens: In Schweden ist Glutamat total verboten!" anzeigt. Diese Angabe, die auch von seriösen Webseiten und einigen Rezensionen hier verbreitet wird, ist eindeutig FALSCH. Ist das nun bewusst gelogen oder liegt es am Bildungsniveau der Leser, die Google-Ergebnisse für die Wahrheit halten und alles nachplappern, was sie irgendwo im Internet lesen oder geht es eigentlich um ganz andere Dinge? Wodurch werden die heftigen emotionalen Reaktionen der Menschen ausgelöst, die von niemanden gezwungen werden, z.B. Cola Zero zu trinken oder Fastfood zu essen? Die Rezensionen haben den Charakter von religiösen Glaubensbekenntnissen (Ich gehöre nun dazu, lobet und preiset .. und alle anderen sind verblendet und huldigen dem Gott der Chemieindustrie und der Künstlichkeit.). Sie wirken auf mich wie fundamentalchristliche Bekehrungsbekentnisse.

Es wird argumentativ um sich geschlagen, Massen eindeutig falscher oder gefälschter Informationen verbreitet. Im Laufe meiner Recherchen zu dem Thema kann ich langsam nicht mehr daran glauben, dass es dabei nur um gesundes Essen geht. Es wäre sonst zu einfach. Man kauft die Getränke und Lebensmittel mit diesen Zusatzstoffen nicht und damit hat sich das Problem erledigt. Irgendwie hat diese Diskussion religiöse Züge. Mein Eindruck ist, dass Herr Grimm fleißig dazu beiträgt und sein Buch auch nur aus ungeprüften Google-Fundstellen zusammengebastelt hat und wer sich die Rezensionen hier anschaut, erkennt darin deutlich das gleiche Muster. Was "im Internet steht", kann nicht falsch sein und um das Böse noch besser zu verdeutlichen, erweitert man halt mal die Information um weiterer grauenhafte Details, die einmal ein Bekannter erzählt oder die man irgendwo mal gehört hat. Kann sich noch jemand an die Hysterie wegen der Verwendung beschichteter Pfannen (Stichwort: Teflon) erinnern? Oder an die Diskussion zum Thema Mikrowelle? Wie sieht es aus mit der Handystrahlungen? Kann sich noch jemand an die Massen "glaubhafter" Studien erinnern, die tagtäglich auf uns einprasselten, die "ganz klar" nachwiesen, dass diese Strahlung Krebs auslöst? Die gleiche Art von Argumenten, die gleiche hysterische Panik und heute? Stecken Sie Ihre beschichtete Aluminiumpfanne in die Geschirrspülmaschine und ärgern sich immer wieder über dunklen Belag am rückseitigen Pfannenboden und denken daran, dass Ihr Geschirrspüler diese Aluminiumverbindung über ihr gesamtes in der Spülmaschine befindliche Geschirr verteilt? Googeln Sie mal nach "Aluminium" und "Gesundheit" und überlegen Sie mal nach einem Glas Rotwein, wer sie denn um den Verstand bringt (Vorsicht, Rotwein enthält erhebliche Mengen Methanol).

Nun zurück zum Buch: Das Buch bzw. sein Inhalt ist eine zusammengeschusterte Ansammlung von Halbwahrheiten und setzt m.E. auf die Lebensängste und die grüne "Ökospießigkeit" breiter Teile der Bevölkerung. Es ist so schön, alles auf Glutamt und/oder Aspartam zurückführen zu können, wie Herr Grimm das tut. Psychosomatische, gesellschaftliche und erzieherische Probleme mit einem Schlag zu lösen, das Übel sofort benennen zu können. Kein Glutamat mehr und schon sind alle Probleme meines Kindes weg und je mehr Regeln ich beachte, um so eher ist mir der Weg in's Paradies sicher. Ich habe den Eindruck, dass Herr Grimm im Buch Autismus, Zappelphilipp-Syndrom und andere Probleme auf Nahrungsmittel (und nicht nur auf Zusatzstoffe - siehe Milch und Autismus) zurückführen will. Ich hatte mir von dem Buch gut fundierte Informationen zu Lebensmittelzusätzen versprochen und kein quasireligiöses Traktat. Je säkularer unsere Gesellschaft wird, umso mehr sehnen sich viele, für komplexe Probleme sehr einfache Antworten zu bekommen, die ihnen Herr Grimm in seinem Buch liefert. Mein Kind zappelt herum? Gott sei Dank, es ist die Schuld der bösen Industrie und nicht die Folge meiner Erziehungsfehler.

Herr Grimm reitet z.B. auf dem Chinarestaurant-Syndrom herum und lässt alles weg, was seinen Thesen widerspricht. Der Auszug aus dem Wikipedia-Artikel zu Glutamat fasst wunderschön das zusammen, was ich auch bei meiner Suche herausfand:

"Seitdem gibt es in der medizinischen Literatur zahlreiche Fallberichte. Allerdings lassen sich bei solchen Berichten grundlegende methodische Fehler nicht kontrollieren, und daher sind Fallberichte nach den Regeln der evidenzbasierten Medizin nicht beweiskräftig. Ohnehin war es nicht überzeugend, dass eine Substanzgruppe, die mit der „normalen“ Nahrung in Mengen von täglich etwa zehn Gramm ohne Beschwerden aufgenommen wird, bei zusätzlicher Aufnahme als Geschmacksverstärker zu Beschwerden führen soll. In den bisher zu dieser Frage veröffentlichten kontrollierten Studien, insbesondere in den am meisten aussagekräftigen Blindstudien, konnte denn auch nicht nachgewiesen werden, dass mit der Nahrung zusätzlich zugeführte Glutamate Symptome wie beim „Chinarestaurant-Syndrom“ auslösen, auch nicht bei solchen Versuchspersonen, die sich selbst für Glutamat-empfindlich hielten. Bei ihnen ließ sich dagegen vermehrt ein Nocebo-Effekt nachweisen: Allein die Befürchtung, dass sie Glutamate zu sich nehmen, führt bei ihnen, selbst wenn dies in den Versuchen nicht der Fall ist, zu vermeintlich Glutamat-spezifischen Beschwerden.[5][6][7] …. Diese und andere Studien zeigen also, dass die bei einigen Experimenten beobachteten Symptome nicht spezifisch für die Aufnahme von Glutamaten sind, sondern auch durch andere Speisen wie Garnelen, Erdnüsse, Fisch- und Sojasauce oder spezielle Kräuter und Zusatzstoffe ausgelöst werden können. Insbesondere hatten Studien, in denen Glutamate dem Essen zugesetzt, also nicht pur verabreicht wurde, keine eindeutigen Hinweise auf Glutamat-bedingte Beschwerden ergeben. Selbst bei Personen, die angaben, das Chinarestaurant-Syndrom trete bei ihnen auf, ergaben Doppelblind-Versuche keine Hinweise auf Glutamat als Ursache ihrer Beschwerden, urteilte 1987 das wissenschaftlichen Beratungsgremium der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Weltgesundheitsorganisation.[9][10] Ein Zusammenhang zwischen Glutamaten und akuten oder zeitweiligen Beschwerden gilt daher als nicht erwiesen."

* Herr Grimm erachtet es wohl, wie schon erwähnt, nicht für notwendig, für seine Behauptungen konkrete Quellenangaben zu nennen. Seine Behauptung, dass der Lebensmittelausschuss der EU bei der Zulassung von Aspartam hätte auf den potentiellen Effekt der Verlangsam von Hirnfunktionen hingewiesen, ist so ein Fall von leichter Manipulation durch Weglassen. Nach Überprüfung des Berichts des wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses kommt mir schon wieder das Kotzen, aber nicht durch die EU. Der Ausschuss schrieb :

"Der Phenylalanin-Anteil des Aspartam übt beim Menschen potentiell eine hemmende Wirkung auf die Gehimfunktion aus. In diesem Sinne sind Phenylalaninkonzentration von 1200 umol/l im Plasma toxisch. Bei geringeren Konzentrationswerten kam keine feste Schlußfolgerung gezogen werden.".

Warum wohl unterschlägt Herr Grimm den letzten Satz? Ich merke immer mehr, wie mich die Art von Herrn Grimm langsam zur Weißglut bringt. Wo man bohrt und nachschaut, Lügen, Verdrehungen und Täuschung und ich bin nun sicher, dass er die Quellen absichtlich nicht aufführt, damit es möglichst schwierig ist, seine Behauptungen nachzuprüfen.

* Herr Grimm schreibt im Buch zum Thema Aspartam: "Deshalb gilt es wie Glutamat als Risikofaktor für Krankheiten wie Parkinson, Multiple Sklerose…." und auf der Webseite seines eigenen Verlages Dr. Watson Der Food Detektiv findet sich dann der Eintrag: "Eindeutig wissenschaftlich widerlegt ist jedoch die häufig zu hörende Behauptung, Aspartam sei ursächlich für die Multiple Sklerose verantwortlich. ". Das ist die typische Arbeitsweise des ehemaligen Spiegelredakteurs.

* So liest es sich in seinem Buch: "Zahlreiche Studien belegen die schädlichen Effekte. Vor allem die italienische Ramazzini-Stiftung hatte in mehreren Studien auf ein erhöhtes Krebsrisiko hingewiesen ….." und so liest es sich auf der Webseite seines Verlags: "Es gibt Studien, die solche Auswirkungen nahelegen und andere, die zu einer genau gegenteiligen Ansicht kommen. Das Gleiche gilt für den Verdacht, Aspartam sei an der Entstehung von Krebs beteiligt." Man achte auf die Verwendung des Wortes "belegen" in seinem Buch. Was denn nun, Herr Grimm?

* Was schreibt Herr Grimm auf seiner Webseite? "Seit langem ist auch bekannt, dass der Zusatzstoff Glutamat in seltenen Fällen bei sehr empfindlichen Menschen das so genannte »China-Restaurant-Syndrom« auslösen kann, das unter anderem durch Kopfschmerzen, ein Taubheitsgefühl im Nacken, Gliederschmerzen und Übelkeit gekennzeichnet ist. Die Symptome beschrieb 1968 erstmals der aus Korea stammende US-Arzt Robert Ho Man Kwok. Die genaue Ursache für diese Symptome ist nicht geklärt." und Herr Grimm bestreitet dann mit den "seltenen Fällen bei sehr empfindlichen Menschen" einen umfangreichen Teil seines Buches und alle Rezensenten erleben in Selbsttests die fürchterlichen Konsequenzen des Glutamatkonsums am eigenen Leib - einfach tragisch.

* Herr Becker (ehemaliger Weinhändler aus Krefeld) wird von Herrn Grimm im Buch immer wieder als gewichtiger Vertreter der Anklage gegen Glutamat angeführt. Ist er ein Freund von Ihm? Hat er ihn interviewt? Hat Herr Becker seine Probleme veröffentlicht? Nichts Genaues weiß man nicht. "Glutamat ist Gift für Menschen wie Wolfgang Becker.". Eine Freundin von mir hat heftige allergische Reaktion auf geringste Mengen Fischeiweiß (anaphylaktische Schocks). OK, und jetzt schreibe ich ein Buch und führe meine Freundin als Zeugin für die "tödlichen Gefahren" von Fischeiweiß auf? Tja, wer ein bisschen forscht, stößt vielleicht irgendwann auch auf die Histamin-Intoleranz. Aus Wikipedia: "Die Histamin-Intoleranz ist weder eine Allergie noch eine nichtimmunologische Nahrungsmittelunverträglichkeit, sondern eine Abbaustörung. ….. Alkoholkonsum steigert die Durchlässigkeit der Zellwände und senkt damit die Histamintoleranzgrenze, weshalb insbesondere beim Mischen von Alkohol und histaminreicher Nahrung (z. B. Rotwein und Käse) überaus starke Reaktionen auftreten können."
"Parmesan und Roquefort beispielsweise, die Glutamatbomben, mag er einfach nicht – womöglich signalisiert ihm sein Körper damit, dass der Stoff ihm nicht guttut." schreibt Herr Grimm. Klar, alter Parmesan und insbesondere Roquefort sind richtige Histaminbomben und gerade Rotwein enthält nicht unerhebliche Menge Histamin und trinkt Herr Becker beruflich nicht auch noch Alkohol? Könnte Herr Becker evtl. eine Histaminintoleranz haben? Aus einer Ratgeberseite des Bayerischen Rundfunks: "Auffällig ist lediglich die Reaktion auf bakteriell fermentierte - das heißt von Bakterien bearbeitete - Lebensmittel wie etwa Rotwein, gereiften Käse und geräucherten Fisch. Andererseits verursacht diese Erkrankung die verschiedensten Beschwerden: zum Beispiel Hautreaktionen (Rötung, Ekzem, Juckreiz), Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Halsschmerzen, Dauerschnupfen, Herzrasen, Magen-Darm-Störungen (Blähungen, Durchfall, Übelkeit), Wassereinlagerungen, Erschöpfung und Schlafstörungen.". Übrigens, die Symptome der Glutamatunverträglichkeit lesen sich fast genauso. Seitenweise wird Herrn Becker als Zeuge der Anklage gegen Glutamat angeführt und dann abschließend diesen Satz im Buch? "Er hat eine neue Firma gegründet, ein paar Jahre gepowert, und fühlt sich wunderbar. Ob es nur das Essen ohne Glutamat war, das kann er nicht sagen. ". 2 - 3 Zeilen unterhalb der Schilderungen von Herrn Becker schreibt Herr Grimm "Die (die Konzerne, meine Anmerkung) wehren sich mit aller Macht – und mit nicht immer ganz seriösen Argumenten. Einen Forscher aus Kiel zerrten sie sogar vor Gericht.". Jeder Mensch denkt nun, dass es um eine Klage bezüglich Behauptungen gegen Glutamat ging. Nein, 30 Minuten Internet: Die Fa. NutaSweet AG hat gegen den Kieler Toxikologen Dr. H. Kruse geklagt, weil der in einer Folge des ZDF-Mittagsmagazins sagte, dass Aspartam vermutlich krebserregend sei. Diese 2 Sätze von Herrn Grimm (und natürlich auch der Herr Becker) werden nun auf allen möglichen Webseiten zitiert (meist mit Quellennachweis), wenn es um Glutamat geht.

Sie erkennen nun langsam in Umrissen das System Grimm und sehen auch anhand der Inhalte der meisten Rezensionen, für welches Publikum Herr Grimm seine Bücher schreibt? Huch, ich entwickle langsam eine schwere Grimm-Intoleranz. Man nehme eine Person (ob fiktiv oder real) und schildere drastisch deren Symptome und Heilung, lässt ominöse Studienergebnisse folgen (siehe 9 Liter Cola Zero) und am Schluss sucht man sich dann die Aussage einer anerkannten Autorität (siehe US Ait-Force), die, wenn man sie nur geschickt zitiert oder leicht verfälscht, die eigene Aussage untermauert. Dieses Schema wird auch beim Beispiel Herr Becker im Buch angewandt.

Ich verstehe auch nicht, dass viele Menschen einfach den Kopf abschalten, wenn es um das Thema Glutamat geht. Schon die hysterischen Reaktionen in den Rezensionen zum Buch von Herrn Grimm zeigen das. Man stelle sich vor: 80% DES WELTWEIT PRODUZIERTEN GLUTAMATS (zusätzlich zum "natürlichen" Glutamat in den Lebensmitteln) werden in den asiatischen Ländern verzehrt. Die Japaner wälzen sich vor Kopfschmerzen am Boden, sind alle dement, mit Quaddeln übersät, fliegen orientierungslos mit ihren Passagierflugzeugen durch die Gegend und haben alle das ADHS-Syndrom? Hallo? Glutamat soll Alzheimer hervorrufen. Warum hat dann ausgerechnet Japan (mit einer ähnlichen demographischen Bevölkerungstsruktur wie Deutschland) erheblich weniger Alzheimer-Erkrankungen? Interessanterweise treten die China-Restaurant-Symptome überwiegend bei Amerikanern und Europäern auf, in China und Japan selbst ist die Unverträglichkeit so gut wie unbekannt. Wie kann das sein, dass wir beim Vorbeigehen an China-Restaurants schon Migräne bekommen, unser Leibumfang anschwillt und sich beginnende Demenz ankündigt, während in Asien die Menschen zusätzlich zu den oft schon extrem glutamatreichen Nahrungsmitteln dann noch "künstliches" Glutamat zusetzen und alle überleben das ohne Folgen? Alleine das müsste mir doch schon als Leser/Leserin zu denken geben.

Das Buch reiht sich in die gigantische Menge der Bücher ein, mit deren Hilfe sich mittlerweile der größte Teil der Bevölkerung gerne wahnsinnig machen lässt und erfüllt meiner Meinung nach nicht das im Titel versprochene Thema, sondern baut neue Lügen und Verschwörungstheorien auf. Es spricht folgende Käufergruppe an: Ich habe die Inhalte schon immer gewusst und bekomme sie nun bestätigt. Man sieht es an den Rezensionen. Wie auch im Buch von Herrn Grimm ist die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gewahrt. Da werden dann von Rezensenten Selbstversuche auf dem Klo durchgeführt und die Ergebnisse als Beweise für die eigene Argumentation genommen. Das ist wohl das Ergebnis unserer naturwissenschaftlichen Schulbildung.

Leben bedeutet Lust und Hunger, Durst, Essen und Trinken. Ich esse auch mal einen industrielle gefertigten Hamburger mit Pommes, trinke eine Cola mit Aspartam und bereite aber sonst meine Malzeiten selbst zu, zelebriere sie lustvoll und wenn ich dann zu fett werde, renne oder bike ich in unserer wunderschönen Natur herum, genieße die Gefühle in meinen Körper, tobe mich aus und freue mich schon auf das Heimkommen, auf das das erotische Gefühl, den Hefeteig für meine Pizza zu kneten und auf das selbstgemachte Eis.
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am 15. Mai 2016
Erwartet habe ich ein Buch, welches die wohl vorhanden Tricks der Lebensmittelindustrie, wie sie sich an der Gesetzgebung vorbeimogeln, sachlich und ausführlich aufdeckt. Erhalten habe ich jedoch ein unverschämt schlecht geschriebenes Buch, welches die Glaubwürdigkeit des Autors absolut in Frage stellt.

Es ist sehr interessant, dass Herr Grimm hinten im Einschlag als Ernährungsexperte bezeichnet wird, wo er doch überhaupt keine Studium und Arbeitserfahrungen im Lebensmittel bzw. medizinischem Bereich hat. Und genau so liest sich auch das Buch: absolut unprofessionell und unsachlich. Das Buch stellt eine Sammlung von persönlichen Recherchen da. Diese wiederrum sind geleitet durch die persönlichen Vorlieben und nicht durch eine neutrale und sachliche Objektivität, nach dem Motto: 'ich lese, sehe und höre nur das was ich lesen, sehen und hören möchte' oder 'ich bastel mir die Welt, wie sie mir (in diesem Falle) NICHT gefällt'. Getrieben wird das Ganze durch einen persönlichen Hass gegenüber der Lebensmittelindustrie, wo der auch immer herkommen mag. Ich sage nicht, dass wohl die eine oder andere Sache aus dem Buch nicht wahr ist. Allerdings steckt das Buch voller Widersprüche, die einem schon direkt beim Lesen auffallen, und nach einer Zeit die komplette Glaubwürdigkeit des Geschriebenen in Frage stellt. Dies möchte ich anhand von Stichpunkten ohne Anspruch auf Vollständigkeit weiter unten genauer erläutern. Wer sich jedoch das Buch und meine ausführliche untere Kommentierung aus Zeitgründen ersparen und sich trotzdem gesund ernähren möchte, dem empfehle ich einfach die 10 Regeln und die Ernährungspyramide der DGE zu beachten. Diese beiden Empfehlungen tauchen im Buch übrigens nirgendswo auf. Stattdessen werden die Lebensmittelbehörden einfach sinnlos kritisiert.

- Es wird überhaupt nicht klar, worum es in diesem Buch gehen soll. Es fehlt ein roter Faden. Das Buch liest sich eher wie eine nach beliebiger Reihenfolge zusammengestückelte Sammlung von nach persönlichen Vorlieben ausgesuchten Recherchen.
- Auch das Lexikon am Ende des Buches folgt keiner klaren Linie, ja geschweige denn einer Unterteilung. Es ist wieder eine Sammlung an persönlich ausgesuchten Punkten, welche dann auch noch nach den eigenen Ansichten beschrieben werden.
- Für einen klaren Anfang fehlt es an einer deutlichen Definition von dem was für Herrn Grimm als Zusatzstoffe gilt und welche Nahrung für ihn nicht empfehlenswert ist. Außerdem fehlt jeglicher Hinweis darauf, wie eine gesunde Ernährungsweise aussehen soll.
- Es werden stets irgendwelche Extrembeispiele dargelegt und aus diesen dann Schlussfolgerungen gezogen. Dadurch wirkt das Ganze als zu weit hergeholt. Für diese Extrembeispiele lassen sich bestimmt auch gegensätzliche Beispiele finden. So habe ich mal in Australien einen kennengelernt, der seit Jahrzehnten NUR Coca Cola trinkt und nichts anderes. Sein Frühstück ist eine Coca Cola Dose. Der Mann erfreut sich aber bester geistiger und körperlicher Verfassung.
- Viele Passagen im Buch lesen sich wie ein Roman (S. 137 'Es ist November, ein Monat, in dem sich die Schweiz nicht unbedingt von ihrer schönsten Seite zeigt. Der Trauermonat, ein garstiger Monat. Die Saison der Melancholie und der trüben Gedanken.'), was zu einem Sachbuch überhaupt nicht dazu gehört und den Leser in eine Gefühlslage versetzen können und eine rein nüchterne und sachliche Beurteilung der Fakten benachteiligt. Ob das von Herr Grimm gezielt manipulativ oder es einfach seinem Schreibstil entspricht mag jeder für sich selber entscheiden.
- Die von Herrn Grimm ausgewählten für ihn positiv sprechenden Studien werden stets nach der Erwähnung um den Namen, den Titel und der Herkunft erwähnt, wie z.B. 'sagt Professor Andrew Stoll von der Harvard Medical School in Boston im US-Staat Massachusetts.' Das sind nichts nutzende Informationen, welche nur Platz füllen und beim Leser manipulativ die Seriosität des Artikels unterstreichen sollen.
- Es ist zwar gut, dass am Ende ein Verzeichnis von Forschungsergebnissen aus Fachzeitschriften dargelegt wird, nur ist dieser nicht mit dem Text über Fußnoten verknüpft. Sprich die einzelnen im Buch erwähnten Artikel aus dem Verzeichnis rauszusuchen, wird unheimlich erschwert. Oder ist es bewusst so gemacht? So tauchen auf den Seiten 74 und 75 doch Quellenangaben auf. Also ist dem Autor diese Basis an wissenschaftlichen Arbeiten bekannt. Nur sie wird halt dort eingesetzt, wo es Herrn Grimm gerade passt.
- Forschungsergebnisse welche Herr Grimms Ansichten passen, werden überhaupt nicht in Frage gestellt, sondern stets als Wahrheit postuliert. Es werden sogar teilweise Zusammenfassungen wiedergegeben. Gegensätzlich sieht es ganz anders aus. Die nicht in seine Ansicht passenden Studien werden stets als mangelhaft oder als von der Industrie gekauft dargelegt. Wer ein Haar in der Suppe sucht, wird es auch finden. Ob es nun da ist oder nicht.
- Über das ganze Buch hinweg wird Glutamat schlecht geredet, da es wohl neuronale Störungen verursacht und die Omega-3-Fettsäuren, da sie wohl für das Gefühl des Glücklich sein eine wichtige Rolle spielen, angepriesen. Die Anzahl und die Intensität der Wiederholungen sind absolut übertrieben. In Japan wird viel (roher) Fisch, reich an Omega-3-Fettsäuren, und Sojaprodukte, essbarer Seetang (beides Produkte mit viel Glutamat von Natur aus, so das Buch) und der weltgrößte Produzent von Glutamat, so das Buch, kommen aus Japan. Trotzdem habe ich noch nie was von überglücklichen Japanern oder einer Vielzahl von psychisch kranken Japanern gehört. Auch bei meinem Besuch in Tokyo konnte ich keine Hinweise darauf erkennen.
- Über das ganze Buch hinweg werden die Lebensmittelindustrie und die -behörden als Lügner und Manipulatoren dargestellt. Ja in Einzelfällen mag das auch zutreffen, nur aber auch wirklich in Einzelfällen. In diesen konkreten Fällen sollen dann auch konkrete Namen genannt werden, wie es auf S.114 einmalig gemacht wird. Stattdessen wird immer der ganze Konzern genannt, sprich allen Mitarbeiter wird bewusst böswilliges Verhalten unterstellt ohne diese als Menschen zu kennen. Und stellen Sie sich vor, diese Mitarbeiter haben auch Freunde und Verwandte, die dann nicht für diesen Konzern arbeiten. Nur nach Herr Grimm ist es den Mitarbeiter auch egal wenn ihre engen Verwandten sich fehlerhaft durch die Lebensmittelindustrie ernähren.

- Komplette S.19: Absolut zu weit hergeholt; nur weil einer in der Schule schlechte Leistungen erbringt heißt es noch lange nicht, dass er erstens dumm ist und hat zweitens zahlreiche miteinander zusammenhängende Faktoren, wie z. B. keine Lust, kein Interesse, keine Motivation, mangelnde Konzentrationsfähigkeit durch WhatsApp, Handys, Computerspiele oder sonstigem, ja auch die Nahrung mag da einen Einfluss haben. Aber auch nur einen Einfluss und nicht wie vom Autor suggeriert die einzige Ursache. Hier wird also ohne eine große umfangreiche Forschung schon die Ursache einfach postuliert. Und das nur weil Herr Grimm hier und da mal paar Fachartikel gelesen hat.
- S. 20 'Alles entsteht im Kopf'' oder vielleicht doch nicht' s. Kapitel 9, Widerspruch
- S. 25 'Früher nahm die Wissenschaft an, dass das Gehirn sich nach der Kindheit nicht mehr verändert' hier wird eine Aussage aufgeführt und nachfolgend durch eine Studie unterstrichen, dass das Gehirn sich doch noch verändert und wächst. Das steht im absoluten Widerspruch zum Zitat auf S. 208: 'Das Bewusstsein entsteht in seinen Vorformen etwa vom zweitem, dritten Lebensjahr an und ist in seinen wichtigen Bestandteilen überhaupt erst mit sechs oder sieben Jahren vorhanden. Dann sind wir aber charaktermäßig, persönlichkeitsmäßig weitgehend fertig.'
- S. 25 'Der IQ, die Leistungsfähigkeit von Kindern und die Ausgeglichenheit ließen sich durch Ernährung um 5% steigern'' die Studie würde ich gerne sehen. Wurde der gleiche IQ Test gemacht? Sprich konnten sich die Probanden darauf vorbereiten? Und zu IQ Tests allgemein; sie messen nur das was sie erfragen. Nicht mehr und nicht weniger.
- S. 30 'Zu einem Verbot möchte sich die europäische Lebensmittelaufsicht indessen nicht durchdringen' ' Ich nehme an, dass damit die EFSA angesprochen wird. Liest man sich den öffentlichen Artikel der EFSA dazu durch, so werden ganz klare Gründe dafür genannt. Diese werden im Buch jedoch unterschlagen. Eine objektive Meinungsbildung ist damit nicht möglich.
- S. 30 'Die neurotoxischen Effekte der Zusatzstoffe werden indessen immer noch nicht routinemäßig überprüft'', 'Dabei genügen bei vielen Chemikalien winzige Mengen, um die Hirntätigkeiten zu beeinflussen. Ein extremes Beispiel sie die Droge LSD, die in unvorstellbar kleiner Mengen bewusstseinsveränderte und hirnzerstörende Auswirkungen habe.' ' Deswegen ist ja auch LSD verboten. Und überhaupt was hat das eine mit dem anderen zu tun? Nur weil Stoff A in der Menge a negativ wirkt, gilt das gleich nicht für Stoff B in der Menge a.
- In Kapitel 1 wird eine apokalyptische Angst verbreitet, als ob sich jeder nur noch von Fertigprodukten ernährt und wir bald alle nur noch dahin vegetieren werden. Mit der Lebensmittelindustrie wird dann auch direkt der Schuldige benannt. Aber zum Glück haben wir eine Rettung in Form des Messias Herrn Grimm. Hier werden einfache Lösungen für zu weit hergeholte Ängste dargelegt. Es ist vollkommen korrekt, dass die Nahrung unsere geistige und körperliche Verfassung zu einem großen Teil bestimmt. Aber nicht nur, hier spielen auch Lebenserfahrungen eine Rolle. Diese bestimmen wie man die Umwelt wahrnimmt und damit die Denkweise und das über Jahre hinweg. Für sein eigenes Wohlbefinden ist, abgesehen vom Auftreffen höherer Mächte, wie z.B. Krieg, Gewalt und Naturkatastrophen, jeder selbst für sich verantwortlich. Jeder muss an seinen Fehlern, hier Ernährungsfehler, selber arbeiten. Und das durch Aufklärung, Disziplin und Wille. Ständig den Finger auf die 'bösen großen Konzerne' zu zeigen, welche 'den kleinen Bürger über den Tisch ziehen wollen' ist an der Lösung des Problems vorbeigeschossen. Jeder Einzelne sollte eher dazu aufgefordert werden sich aufzuklären. Mit einer geänderten Ernährungsweise wird sich dann auch die Industrie umstellen müssen. Denn letztendlich wird nur das produziert, was der Kunde auch kauft, sprich will und oder benötigt. Das Problem fängt beim Konsumenten an. Na ja wenigstens in Kapitel 5 wird es von Herr Grimm indirekt angesprochen.
- S. 35 'Wenn sich immer mehr chemische Bestandteile in der '' - wenn schon, dann wird das als Zusatzstoff bezeichnet. Alle Nahrung hat chemische Bestandteile.
- S. 41 'Damit die Erfahrungen und Erlebnisse gemäß den Regeln der Gefühlsgrammatik in Chemie übersetzt werden können, müssen die nötigen Substanzen in ausreichender Menge vorhanden sein.' ' Diese These wird mehrfach im Buch wiederholt. Für ein solides fachliches Buch fehlen die folgenden Angaben: eine Auflistung der wichtigsten Hormon- und Botenstoffen, sowie deren Ausgangsbausteine. Um wie viel müsste man sich an Vitaminen, Mineralstoffen und Co unternähren um diesen Bedarf nicht mir zu decken? Wird diese Differenz in der Realität erreicht?
- S. 41 'Folgenreichstes Beispiel sind jene Omega-3-Fette, an denen heute die meisten Menschen Mangel leiden - ...' ' Die Omega-3-Fettsäuren werden das ganze Buch hinweg bibelartig rezitiert, hier tauchen sie das erste Mal auf. Der Satz ist erstmals eine Behauptung ohne jeglichen Nachweis, wird aber trotzdem als die Wahrheit präsentiert. Weiterhin sollte man ganz genau erklären was Omega-3-Fettsäuren sind.
- S. 41 ' ' weshalb viele in Trübsinn versinken, in Depressionen oder manchmal auch nur in milde Melancholie.' ' So weit ich Herr Grimm verstanden habe, braucht man auch für Depressionen Botenstoffe und Hormone und damit nach der Logik des Buches Bausteine aus der Nahrung. Soll ich jetzt diese Nahrungstypen nicht mehr zu mir nehmen? Und nebenbei bemerkt, was ist der Unterschied zwischen Trübsinn und 'milder Melancholie'?
- S. 42 'Nicht nur Fische, auch Milch und Fleisch enthielten einst hohe Mengen dieser guten Fette'wie eine schon im 1968 im Wissenschaftsblatt Lancet veröffentlichte, aber seitdem in Vergessenheit geratene Studie ergab.' ' wann ist den 'einst'? Wie viel haben die im Vergleich heute? Die Aussage beruht zwar nur auf eine einzige Studie aus dem Jahre 1968, wird aber als Wahrheit postuliert. Warum geriet diese Studie in Vergessenheit? Geriet sie wirklich in Vergessenheit oder ist es einfach nur die Ansicht des Autors?
- S. 42 'Die Fische aus modernen Aquakulturen haben bis zu 30 Prozent weniger Omega-3-Fette als ihre wilden Kollegen.' ' Mag ja sein, nur was wäre die Alternative? Überfischung der Meere?
- Letzter Abschnitt S. 42 bis Mitte S. 43 ' Hier wird der Lebensmittelindustrie, die, wie schon ober erwähnt, als der Teufel schlechthin dargestellt wird, beschuldigt die Omega-3-Fette bewusst nicht einzusetzen, weil diese schneller ranzig werden als die gesättigten Fettsäuren und damit die Fertigprodukte nicht lange haltbar wären. Jetzt mal im Klartext: ein Vorteil der Fertigprodukte ist die lange Haltbarkeit und da wäre es absolut verfehlt keine gesättigten Fettsäuren zu benutzen. Das zu kritisieren ist genauso absurd wie einen Geländewagen für seine großen Reifen zu bemängeln. Und ja es gibt auch Produkte von der Industrie mit ungesättigten Fettsäuren und zwar genau dort wo sie auch Verwendung finden, z.B. Lachs oder Leinöl. Und stellen Sie sich vor, auch damit kann man Geld machen. Und außerdem: sollte die Lebensmittelindustrie doch die von Herrn Grimm angepriesenen Omega-3-Fettsäuren in der Fertigkost benutzen, wäre dann die Fertigkost in Ordnung? Ist Herr Grimm nun dagegen oder dafür?
- S. 44 'Nun ist es sicher falsch, Persönlichkeitsstörungen oder gar psychische Krankheiten ausschließlich auf Mangelerscheinungen oder Disharmonien in der Hirnchemie zurückzuführen.' ' wurde aber auf S. 40 und wird im Rest des Buches so behauptet.
- S. 52 Hier und auf anderen Seiten wird eine gluten- und caseinfreie Diät für autistische Kinder propagiert. Nur gluten- und caseinfreie Nahrung wächst nicht auf Bäumen, sie muss erst künstlich hergestellt werden. Hier sind die moderne Lebensmittelindustrie, die Chemiker und Ingenieure auf einmal gut.
- S. 71 'Vor Überdosierung von Glutamat ist der Mensch bei natürlichen Lebensmitteln durch den intensiven Geschmack geschützt'' ' Mal angenommen das stimmt, so ergibt sich der folgende Widerspruch: Glutamat wird als Geschmacksverstärker eingesetzt. Warum ist man dann nicht bei industriell gefertigten Produkten auf diese Art geschützt? Eine absolut künstlich erdachte Argumentation.
- S. 72 'Interessanterweise sind die natürlichen Glutamatquellen kein Risiko für den kopfschmerzgefährdeten Herrn Becker. ' - womöglich signalisiert ihm sein Körper damit, dass der Stoff ihm nicht gut tut.' ' hier wird alles zu Recht geformt was Herrn Grimm für seine Thesen passt. Was ist mit Alkohol? Signalisiert da Herr Beckers Körper, dass der Stoff ihm gut tut? Oder sagt er nur her damit? Und ein anderer Widerspruch, es gibt Leute die mögen kein Spinat und das obwohl es gesund ist.
- S. 84 'Jetzt haben wir halt in der Küche so Sachen wie Pfeffer,'' Wow! Die Leute haben jetzt Pfeffer! Will Herr Grimm hier die Mehrheit der Leute für dumm verkaufen?
- S. 90 Das Zitat bezieht sich auf Aspartam: 'Die Konzerne sind offenbar der Auffassung, im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein. Dabei sind die Studien, auf die Hersteller und auch die Behörden bei der Zulassung des Süßstoffes stützen, zum Teil von fragwürdigen Wert, enthalten Schlampereien, Ungenauigkeiten, ja sogar Fälschungen.' Hier fehlen sachliche Beweise. Wer mal die Seite der EFSA besucht, merkt wie ernst die Behörde die unbedenkliche Verwendung von Aspartam tatsächlich nimmt. Der Wissenschaftler Herr Biesalski, der hier und da im Buch zu Unrecht scharf kritisiert wird, bezeichnet in seinem Buch 'Taschenatlas Ernährung' aspartamhaltige Getränke als leere Kalorien. Das bedeutet, dass diese Getränke keinen Nährwert haben, sondern nur Energie liefern. Da aber der menschliche Körper Nährstoffe benötigt, müssen sie dann über zusätzliche Nahrung mit eingenommen werden. Nur diese hat wieder einen Energiegehalt. Letzten Endens wird mehr Energie zu sich genommen als benötigt, was sich dann als Fettleibigkeit äußert. Mit anderen Worten Finger weg von aspartamhaltigen Getränken. Aber gut, dass nur der Messias Herr Grimm im Besitz der alleinigen Wahrheit ist.
- S. 93 'Eine 33-jährige Köchin 'erlitt tägliche Anfälle von Panickattacken bis hin zu Todesängsten'. Die Symptome besserten sich, 'wenn sie ihren exzessiven Konsum (bis zu 20 Dosen pro Tag) von Diät-Cola reduzierte.' - Eine Köchin sollte Essenskultur vermitteln und dazu gehört nicht der Konsum von 20 Cola-Dosen pro Tag. Wer 20 Cola-Dosen pro Tag trinkt, der hat ganz andere Probleme als das Aspartam und diese kann nur der Konsument selbst angehen. Deswegen und wegen dem zulässigen ADI-Wert von (40mg/kg Körpergewicht)/Tag, welcher noch einen Sicherheitsfaktor von 100 hat, ist es absolut unangebracht diesen Fall als ein Gegenbeispiel für die Zulassung von Aspartam anzubringen.
- S. 93 und weiter auf S. 94 'Sicher ist, dass Aspartam in hohen Dosen das Hirn angreift'' ' was sind 'hohe' Dosen? Wie weit liegen diese über den ADI Wert?
- S. 94 'Auch die Konsumenten werden auf den Packungen nicht über die Verdachtsmomente informiert. Gewarnt wird auf Aspartampackungen oder Nahrungsmittel,'' ' was denn jetzt, wird der Verbraucher nun informiert oder nicht?
- S. 94 ''Enthält eine Phenylalaninquelle' P-h-e-n-y-l-a-l-a-n-i-n: Chemielaien haben schon mit der Aussprache ein Problem.' ' Was soll der Satz einem sagen? Das ist halt der Name des Stoffs. Genauso wie der Kwik-E Mart Besitzer aus Simpsons Apu Nahasapeemapetilon heißt. Dieser Satz nimmt dem Buch jegliche Seriosität weg.
- S. 102 'Seit Jahren pflegen Firmen und Industrievereinigungen aus geschäftlichen Interessen die wissenschaftliche Landschaft. Es herrscht in der Regel schönstes Einvernehmen, ja ein freundliches Klima zwischen Wissenschaftlern, Unternehmen, stattlichen Aufsichtsbehörden.' ' wie kommt man auf so eine Aussage? War Herr Grimm bei jeder Besprechung mit dabei oder in jeder Email mit im Verteiler?
- S. 105 ''und speisen dann nach vollbrachter Arbeit in dem nahe gelegenen Zwei-Sterne-Restaurant 'Speisemeisterei'.' ' Hier werden Klischees hochgezogen. Und außerdem dürfen diese Leute jetzt nicht mehr essen?
- S. 136 'An der Ernährung liegt es oft auch, wenn Kinder unerträglich sind, laut, frech, wenn sie in der Schule nicht aufpassen wollen und nicht stillsitzen. Das ist lästig, für die Lehrer und die Eltern ' und oft auch für die Kleinen selbst.' ' Hier auch mal im Klartext: Kinder sind laut, frech und ja manchmal bis oft unerträglich. Das gehört zur Kindheit dazu. Oder soll sich jetzt jedes Kind in ein braves Muttersöhnchen verwandeln?
- S. 140 'Nun müssen Drogen nicht unbedingt Teufelszeug sein'Wer die Drogen wohldosiert in seinen Alltag integriert, kann gesellschaftlich akzeptiert und ohne gesundheitliche Nachteile ein langes und erfülltes Leben führen.', S. 146 'Drogen sind gut ' wenn sie kultiviert zum Einsatz kommen'' dann wird über einen Typen berichtet der den Tag über wohl angeblich kontrolliert Speed, Morphium, Heroin, Anabolikum, Espresso, Rotwein, Kokain und Schlafmittel einnahm. Auf S. 141 steht über Ritalin 'Doch wenn ein Kind bereits mit körperfremden chemischen Drogen aufwächst, kann das Folgen fürs Leben haben,' Denn Ritalin wirkt aufs Gehirn, und niemand weiß, welche Schäden dadurch später auftreten können.' ' Hier wird mal wieder vollkommen absurd die eigene Sichtweise zu Recht gerückt. Auch hat Ritalin seine vorgeschriebenen Einnahmemengen. Später werden auch noch die Nebenwirkungen von Ritalin aufgelistet (die von den 'bösen' Konzernen komischerweise veröffentlicht werden), die von Heroin und Co aber nicht. Noch besser ist, dass sein Buch hinweg sich so liest, als ob wir Unmengen an Fertignahrungsmittel und nicht mehr frisches Obst und Gemüse verzehren, sprich uns nicht zugetraut wird sich gesund zu ernähren glz. wird uns aber nahegelegt, dass eine wohldosierte Prise Heroin keinem schadet. Diese wohldosierte Menge selber abzuschätzen traut uns Herr Grimm dann aber zu oder?
- S. 170 'Das hat natürlich auch die Forschung beflügelt: Denn dadurch wächst der Markt für Medikamente, und die Wissenschaftler beschäftigen sich am liebsten mit dem, was den größten Gewinn verspricht.' ' welche Wissenschaftler? Alle? Auch die deren Ergebnisse Herr Grimms Ansichten entsprachen? Aber mal weg von den Vorurteilen; die Wissenschaftler sind daran interessiert die Ursachen und Lösungen unserer Krankheiten zu finden oder zu mindestens die Symptome zu bekämpfen. Wer das nicht glaubt, der kann mal in eine Universität gehen und die Studenten dort fragen, warum sie denn Medizin studieren. Und ja man kann auch damit Geld verdienen, denn von irgendwas müssen ja die Leute leben. Aber selbst wenn wir bei Herrn Grimms Vorurteilen bleiben: und der Bäcker von nebenan will sich nicht am liebsten mit dem beschäftigen was den größten Gewinn verspricht?
- S: 188 'Vielleicht hat der liebe Gott die Demenz, um die Alten von einer Überfülle an Informationen zu bewahren.' ' Oh ja die an Alzheimer leidenden Menschen sind hoch erfreut da drüber, nicht mehr den Weg nach Hause zu finden.
- S. 194 ''Im Idealfall lenken uns die Gefühle in die richtige Richtung', sie 'helfen uns bei der einschüchternden Aufgabe, eine ungewisse Zukunft vorherzusagen und unser Handeln entsprechend zu planen.' - Eine Situation zu meistern geht nur mit einer rationalen und nüchternen Denkweise. Sonst würden wir aus unbegründeten Ängsten und Übermut stets die falschen Entscheidungen treffen.
- S. 197 'Das männliche Sexualhormon Testosteron beispielsweise ist in einer Konzentration von sechs Milliardstel Gramm pro Milliliter Blut vorhanden: sechs Milliardstel Gramm also.' ' Ok, Herr Grimm hat nie Naturwissenschaften studiert, daher hier die Korrektur: m_Testosteron = (6*10^-9)g/10^-3l*V_Blut.
- S. 208 hier wird Siegmund Freud wiedergegeben: 'Das Bewusstsein entsteht in seine Vorformen etwa vom zweiten, dritten Lebensjahr an und ist in seinen wichtigen Bestandteilen überhaupt erst mit sechs oder sieben Jahren vorhanden. Dann sind wir aber charaktermäßig, persönlichkeitsmäßig weitgehend fertig.' ' Hier wird mal wieder das widergegeben was Herrn Grimm passt. Die Lehren von Alfred Adler, einem Schüler von Freud, welche das Gegenteil aussagen, werden nicht erwähnt. Nach Freud wären wir ab 7 Jahre überhaupt nicht mehr in der Lage uns zu ändern.
- S. 214 'Wer nicht empfinden kann, kann auch nicht vernünftig entscheiden. Das ist die tragische Lehre aus dem Schicksal des Phineas Gage.' S. 213 'Zehn Jahre nach dem Unfall zog er nach Südamerika, arbeitet wieder auf Pferdegütern, wurde Postkutscher in Santiago de Chile und in Valparaíso.' ' Wer im 19. Jahrhundert in einem Zustand von Phineas Gage aus den USA nach Südamerika reist und dort auch noch arbeiten kann, ja sie sogar findet, kann vernünftig entscheiden. Sprich Empfindungen sind dazu in erster Linie nicht notwendig.
- S. 228 'Denn das, worauf sich der Darm seit Jahrtausenden vorbereitet hat, rutscht immer seltener durch die Kanäle. Es kommen neue Stoffe, neue Mixturen.' ' Hat Herr Grimm eine weltweite Studie gemacht?
- S. 230 'Nach dem Bericht der EU-Kommission über die Aufnahme von Zusatzstoffen wird die akzeptable tägliche Dosis bei Kindern um mehr als das Sechsfache überschritten.' ' Es geht um Sorbite; gut dass der ADI Wert von der EFSA einen Sicherheitsfaktor von 100 hat, aber schade, dass Herr Grimm das nicht erwähnt.
- S. 238 'Als Künstler trägt er natürlich schwarz.' ' Ja genau, alle Künstler weltweit tragen schwarz.
- S. 240 oben Zitat wäre zu lang, also lass ich den hier weg. Aber es werden von Herr Grimm bei derzeitigem Forschungsstand noch wissenschaftlich kritische Aussagen als absolute allgemeingültige Wahrheiten postuliert.
- S. 241 ''dass er den Bedarf an Nährstoffen deckt, dass er auf das Appetit bekommt, was fehlt: Äpfel oder Ananas, Sushi oder Sauerbraten.' Wow! So fein kann unser Gehirn unterscheiden? Zu blöd, dass es Menschen gibt die weder eine Ananas noch Sushi kennen, ja geschweige denn probiert haben. Außerdem wird nirgendswo gesagt, wie diese beschriebene Klinik im Kapitel, dass dem Gehirn dann auch letzten Endens antrainiert.
- Auf den Seiten 243 bis Seite 246 wird erst die Befürchtung vor der modernen Technik geäußert, anschließend macht sich Herr Grimm dann über sie lustig. So ein Verhalten passt zu Leuten mit Minderwertigkeitskomplexen, welche von den Sachen vor denen sie Angst haben als unnütz deklarieren.
- S. 244 'Selbst Fußball spielen, eine nicht sehr geistreiche Leibesübung,'' ' schön, dass Herr Grimm uns an seinen persönlichen Meinungen teilhaben lässt.
- S. 247 '',denen zufolge der Körper beim Fasten vermehrt das 'Glückshormon' Serotonin aus seinen Depots ausschüttet. ' Das ist eher die sanfte Methode.' Seit wann ist Fasten sanft? Wer sich vollwertig und abwechslungsreich bei einem ausgeglichen Energiehaushalt ernährt, der braucht nicht zu fasten.
- S. 250 'Vor Überdosierung ist geschützt, wer die Fette und Vitamine in natürlicher Form zu sich nimmt und darauf achtet, die Bedürfnisse des eigenen Körpers zu erkennen. Denn der Körper signalisiert, wenn er genug hat. Man muss die Signale nur hören.' ' Leere Worte wie in der Kirche.
- S. 252 'Vitamin E wäre auch in Vollkornbrot drin ' doch der Keimling, der das wertvolle Vitamin enthält, wird wegen der Haltbarkeit meist entfernt.' ' Nach Wikipedia: 'Zur Vollkorndefinition heißt es in der Norm wörtlich: 'Vollkornmehl und Vollkornschrot müssen die gesamten Bestandteile der gereinigten Körner, einschließlich des Keimlings, enthalten. Die Körner dürfen vor der Verarbeitung von der äußeren Fruchtschale befreit sein.''
- S. 253 'Bei Buchinger rühren sie morgens Leinöl, das extrem viele Omega-3-Fettsäuren enthält, ins Müsli. 'Emulgieren' nennt das der Fachmann.' ' Nein, das nennt der Fachmann nicht Emulgieren. Eine Emulsion ist die Verbindung zweier nicht mischbarer Stoffe. Oft wird zur Stabilisierung noch ein dritter Stoff hinzugefügt, dieser stellt eine Verbindung zwischen den eigentlichen nicht mischbaren Stoffen. In der Küche werden meist lipophile und hydrophile Stoffe miteinander vermischt. Zum Beispiel Dressings, Öl und Essig, mit Hilfe von Senf als Emulgator.
- Die Industrieköche nehmen, wenn die Sauce sämig werden soll, kurzerhand sogenannte 'Emulgatoren' als Zusatzstoffe. Die haben nicht nur keinen Nährwert,'' ' Um eine Sauce sämig zu machen benötigt man Sahne oder Butter. Der Emulgator stabilisiert sie nur. Wird hierzu z.B. Senf verwendet, so hat es durchaus einen Nährwert.
- S. 255 'Und dass manche Leute sehr viel Geld in Gourmet-Tempeln liegen lassen, findet wohl in den dort hergestellten Glücksgefühlen eine rationale Erklärung.' ' zu weit hergeholt.
- S. 257 'Gabriele Saifi ' kommt wieder her: 'Ich war im Februar hier. Ich komm in vier Monaten wieder. Ich habe gemerkt, wenn ich zu Hause bin, kommt der Schweinehund wieder.'' ' Das Problem der Frau ist nicht die fehlerhafte Ernährungsweise, mindestens durch die im Kapitel beschriebene Klinik, wird sie hierzu aufgeklärt, sondern der mangelnde Wille und Disziplin diese empfohlene Ernährungsweise auch zu halten. Jetzt frage ich mich, ob darüber die Klinik sie auch aufklärt oder ihr lieber doch bei jeder ihrer Besuche das Geld aus der Tasche zieht.
- S. 258 Hier wird nachweislich durch mehrere Studien der Alkohol propagiert ohne in einem einzigen Satz seine Nebenwirkungen zu erwähnen. Hier werden mal wieder die persönlichen Vorlieben von Herrn Grimm klar. So eine Schreibweise ist weit entfernt von jeglicher sachlicher und objektiver Investigation. Auffallend ist, dass es erst am Ende des Buches erwähnt wird, dann wenn dem Leser sein Gehirn schon ausreichend gewaschen wurde. Ja im Lexikon werden dann die negativen Folgen erwähnt. Nur warum erst im Lexikon?
- S. 262 'Alkohol macht klug, '' ' diese Aussage wird auf einer einzigen Studie gestützt bei der der Intelligenzquotient um 2,5 bzw. 3,3 Punkte höher lag als bei den Leuten die keinen Alkohol trinken. 2,5 bzw. 3,3 Punkte sind für ein IQ Test noch innerhalb der Toleranz und damit nichtssagend.
- S. 270 Bewegung ' Sport wird erst hier im Lexikon als wichtig für die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden erwähnt. Warum erst hier und nicht mal irgendwo in den Kapiteln? Weil vielleicht dafür jeder einzelne selbst verantwortlich ist und die Lebensmittelindustrie hier nicht so leicht zu kritisieren ist?
- S. 274 zu Cholin 'Schon zwei Eier decken den Tagesbedarf.' ' Eier haben unter allen Nahrungsmitteln die höchste Konzentration an Cholesterin und es wird empfohlen nur ein Ei die Woche zu essen. Solche Aussagen von Herrn Grimm sind lebensgefährlich. Aber das passiert halt, wenn man nicht von Fach ist.
- S. 303 Hier werden die Sulfite kritisiert. Mal abgesehen davon, dass der von Herr Grimm geliebte Wein seit Jahrzenten mit Sulfiten versetzt wird, ist das Ganze absolut einseitig beschrieben. Die Zugabe von Sulfiten hat einen Sinn, sie wirken antibakteriell und antioxidativ Sie erhöhen damit die Haltbarkeit und schützen Menschen vor einer Lebensmittelvergiftung. Und wenn wir nach Herr Grimm die Sulfite abschaffen sollten, so würde ich gerne seine Alternativvorschläge hören.

Am Ende zeigt für mich Herr Grimm klare dogmatische und indoktrinative Züge auf. Solche Züge sieht man für gewöhnlich bei radikal politisch oder religiös eingestellten Menschen. Jetzt kann es sein, dass Herr Grimm komplett in seiner eigenen Welt lebt oder einfach ein guter Geschäftsmann ist. Für ihn selber hoffe ich doch sehr, dass es das zweite ist.
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