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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
159
3,8 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 14. August 2017
Insgesamt ein gelungener Thriller. Die ersten Kapitel sind gut gemacht und spannend, danach ist er etwas langatmig. Zum Ende wird es wieder Spannender.
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am 28. September 2008
Ich habe das Buch aufgrund der insgesamt doch positiven Rezensionen gekauft. Zudem habe ich bereits andere Bücher des Autors gelesen und fand diese enorm packend und spannend.
Nun zu diesem Buch:
Ich finde das Thema insgesamt klasse und es gibt bislang nicht viel dazu zu lesen.
Leider gelingt es dem Autor jedoch nicht die Spannung zu halten. Es war streckenweise wirklich mühsam zu lesen und ich war dem Moment das Buch einfach wegzulegen oft nahe. Grund hierfür ist die wenig spannedde Erzählweise und das ständige Springen zwischen Schauplätzen. Ganz unnötig und den Lesefluss extrem störend habe ich die Zwischensequenzen jeweils and den Kapitelenden empfunden.
Alles in allem eine leider sehr unzureichende Umsetzung bei einem vielversprechenden Thema...
Schade !
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am 27. Mai 2007
Das neueste Werk John Katzenbachs erfindet das Psychothrillergenre sicherlich nicht neu. Es ist jedoch ein sehr intensiver, gleichsam spannender und unterhaltsamer Thriller, dem ein aktuelles Thema zugrunde liegt: Stalking, hier in seiner extremsten Form.

Dazu bedient sich Katzenbach glaubwürdiger Protagonisten, die dem personifizierten Bösen Michael O'Connell allesamt geschlossen, jedoch zunächst völlig hilflos gegenüberstehen und sich daher zu Fehlern hinreissen lassen. Damit ist dem "Opfer", der etwas naiven Studentin Ashley Freeman, wenig geholfen......bis man (sprich Eltern und Freundin) sich dazu entschließt, sich der angewandten Mittel O'Connells zu bedienen und den Spieß umzudrehen.

Die eigentliche Leistung Katzenbachs besteht jedoch nicht darin, den Lesern nun ein spannendes Lesevergnügen garantiert zu haben. Es ist vielmehr die erzeugte Atmosphäre, welche den Thriller so intensiv erscheinen lässt, so dass man den Rückzug Ashleys aus dem Alltag, die Angst, hinter jeder Ecke aufgelauert zu werden und ihre Flucht vor ihrem "ganz persönlichen Stalker" sehr gut nachempfinden kann. Dabei wird eindringlich beschrieben, welche modernen Methoden denkbar sind, um einen angeblich geliebten Menschen in die Isolation und damit in die Enge zu treiben.

Nun zu den Negativpunkten: Die Schriebart Katzenbachs ist zwar angenehm, jedoch nicht überragend. Auch das etwas zu dramatische, daher etwas grenzwertige Ende, kann nicht vollends überzeugen.

Fazit: Wer Spannung, Thrilleratmosphäre und Nervenkitzel liebt, der ist mit Katzenbachs "Das Opfer" bestens beraten. Auch das aktuelle Grundthema und die erschreckenden Visionen des Autors, was alles möglich sein kann, lassen das Buch empfehlenswert erscheinen.
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am 5. Mai 2013
In diesem Psychothriller geht es um die Liebe, die zu einem Albtraum wird. Es ist eine Liebe der extremsten Art. Die attraktive und nette Studentin Ashley hat eines Tages einen Fehler gemacht, der zunächst als solches nicht erkennbar ist. Auf einer Party hat sie Michael O’Connell kennen gelernt. Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht weiß, ist, dass Michael ein Computerfreak und ein Hacker ist. Auf der Party kommt es zu einem One-Night-Stand. Das hätte Ashley lieber nicht zulassen sollen. Doch Ashley denkt sich nichts dabei, und für sie soll Michael auch nur ein nettes Erlebnis auf einer Party bleiben. Doch für Michael scheint es mehr zu sein. Er kann nicht nachlassen, Ashley anzurufen und ihr seine Liebe zu gestehen. Ashley wird dieser Typ lästig, doch so sehr beunruhigt ist sie nicht. Zunächst. Bei weiterer Gelegenheit lernt sie einen anderen netten Jungen kennen, mit dem Sie sich gerne erneut treffen würde. Es bleibt jedoch bei der Vereinbarung, in Kontakt zu bleiben. Doch Ashley wartet lange auf dessen nächsten Anruf. Zu lange. Dabei hatte er gar nicht den Eindruck gemacht, als würde die Begegnung mit ihr für ihn auch nur eine einmalige Angelegenheit sein. Doch, was Ashley nicht weiß, ist, dass dieser Junge nach dem ersten Treffen mit ihr so zusammengeprügelt wurde, dass er sein weiteres Leben nur noch in einem Rollstuhl verbringen kann. Während er zunächst viele Wochen in einer Klinik verbringt und gar keine Gelegenheit hat, sich mit Ashley in Verbindung zu setzen, so hat er anschließend jede Hoffnung aufgegeben, Ashley jemals als Krüppel wiederzusehen. Während Ashley weiterhin versucht, ihren lästigen Michael loszuwerden, geschehen merkwürdige Dinge an ihrer Uni und in dem Museum, in welchem sie jobbt. Sie wird von der Uni geworfen und verliert ihren Job. Völlig verständnislos muss sie diese Tatsachen hinnehmen. Diese Merkwürdigkeiten ziehen ihre Eltern auf dem Plan. Ashley hat im Prinzip drei Elternteile: ihren Vater und die von ihm getrennt lebende Mutter, sowie die lesbische Lebensgefährtin der Mutter. Ashley ist mit diesen dreien zusammen aufgewachsen und obwohl der Vater und die Lebensgefährtin der Mutter nicht gut miteinander können, raufen sich diese drei zusammen, um Ashley zu helfen.
Es beginnt ein perfides Katz- und Mausspiel, den der Psychopath Michael ins Leben gerufen hat. Das, was er als Liebe bezeichnet, ist nichts anderes als Macht ausüben und Besitz ergreifen wollen über Ashley. Er denkt sich immer wieder neue Scheußlichkeiten aus, um Ashley und ihre Helfer in die Schranken zu weisen. Aber er schreckt auch nicht vor Brutalität zurück.

Katzenbach hat diesen spannenden Psychothriller in eine besondere Erzählform gebracht. Die Handlung wird begleitet von den Recherchen des Autors. In jedem Kapitel befindet sich eine zweite Ebene des Erzählens. Am Ende stehen immer weniger Seiten manchmal auch nur eine halbe Seite, in welcher der Leser die Recherchen des Autors verfolgen kann. Während dieser Recherchen interviewt der Autor Zeugen und Angehörige des Dramas. Diese Abschnitte sind zwar optisch kenntlich gemacht, aber gerade zu Beginn hat der Leser Schwierigkeiten, diesen verwirrenden Strang in die Handlung einzubringen. Erst nach 3-5 Kapiteln kann man sich damit anfreunden und erkennt immer wieder die gleichlaufenden Passagen von der Recherche des Autors und der tatsächlichen Handlung. Die größten Teile des Buches verfolgt der Leser mit Spannung, wie Michael, der Psychopath, äußerst clever und präzise sein Opfer und deren Angehörige jagt. Es wird schnell klar, dass ihm die Opfer nicht viel entgegen setzen können. Erst als die Arroganz des Täters zunimmt, scheint sich das Blatt zu wenden.

650 Seiten Spannung pur und dank schlafloser Nächte rasant schnell durchgelesen. Volle Punktzahl!
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am 8. Februar 2008
Meine Rezension stellt keine Inhaltsangabe dar, sondern gibt meine persönliche Meinung wieder, die ich zu dem Buch habe und ja auch Sinn und Zweck einer Rezension ist.

Mein erstes gelesenes Buch von John Katzenbach, aber sicher nicht das Letzte.
Der Aufbau der Story rund um den unsympathischen und wirklich unangenehmen Stalker und sein Opfer bzw. seine Opfer ist einfach gigantisch.
Die "Spots" auf die einzelnen Figuren, die gekonnt miteinander und ineinander geflochten geschrieben sind, sind absolut Spitze, ohne störende "währenddessen" oder "zur gleichen Zeit".

Auch die Einblendungen mit dem Schriftsteller etc, der den Fall im Endeffekt im Nachhinein mit Hilfe einer interviewgebenden Person recherchiert und für sich aufrollt, ist genial und nicht störend, denn hier werden die eigenen Überlegungen und Eindrücke großteils in geschriebene Worte gefasst.

Es ist absolut spannend und fesselnd.
Man bzw. frau will einfach wissen, wie es weitergeht.
Ein absoluter Pageturner und schwer wieder aus der Hand zu legen, (Augenränder lassen mal wieder grüssen, weil frau ja wieder mal die Nacht durchlesen musste...grins...) trotz der super Gliederung, auch durch die Kapitel mit den Überschriften.

ABER:
Den Schluß und die Rache der Opfer fand ich unlogisch und für das Opfer und die Opfer unglücklich gelöst, vor allem weil diese Lösung auf Dauer gesehen kein dauerhaftes Loswerden des Stalkers bedeutet.
Wenn ich schon einen solchen ausgeklügelten Plan schmiede, dann als Lösung für die Dauer und nicht nur für knappe zwei Jahrzehnte Ruhe!
Aber vielleicht war das von John Katzenbach ja gewollt, damit es noch eine Fortsetzung geben kann?

Auch der Epilog ließ noch einige Fragen bei mir offen, was ein paar der hineingezogenen Opfer anbelangt:
Was ist mit ihnen? Wie werden sie mit dem Ganzen fertig? Was machen sie heute? Und und und...

Das "Hauptopfer" scheint laut dem Eindruck des Epilogs die "unschöne Erfahrung" ja relativ locker wegzustecken, das wirkt auf mich unglaubwürdig und ist für mich nicht nachvollziehbar.

Fazit:
"Nur" vier Sterne, weil einfach noch zu viele Fragen ungeklärt geblieben sind und "die Lösung" des Problems mit dem Stalker in meinen Augen unlogisch ist.
Das Buch beschäftigt mich auch nach dem Lesen noch in Gedanken, nicht nur wegen den offenen Fragen, die ich habe, sondern auch:
Wie würde ich mit so einer Situation fertig?
Wie würde ich reagieren?
Wie weit wäre ich bereit in so einem Fall zu gehen?
Daher:
Auf jeden Fall lesenswert und absolut keine vergeudete Zeit, im Gegenteil!
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am 11. April 2011
Mir scheint es, als wäre das Buch absichtlich in die Länge gezogen worden.
Zum einen durch die vielen verschiedenen Charaktere. Wenn man sich schon die Mühe macht, mehr als einen Protagonisten zu haben, dann sollte man die Figuren auch gründlich "entwerfen". Stattdessen scheint jede Person nur dazu da zu sein, ein bestimmtes Klischee zu erfüllen;
Scott, der besorgte aber hilflose Vater, Ashley, die gutgläubige Studentin, O'Connel der Psychopath der meiner Meinung nach die unlogischste Figur in dem ganzen Buch ist( er sieht super aus, ist ein Profihacker, kann sich seiner Umgebung anpassen wie ein Chamäleon, fürchtet sich vor nichts,ist charmant, ist viel böser als alle Bösen vor ihm ist unberechenbar...), Sally die rationale aber im Inneren unsicher Mutter, Hope die sich vernachlässigt fühlende Lebensgefährtin...Wen diese Aufzählung jetzt gelangweilt hat, braucht sich das Buch überhaupt nicht zu kaufen. Dies sind nämlich nur die 5 Protagonisten.
Begleitet werden sie von einer Fülle Nebenfiguren, die ebenfalls alle das Wort Klischee auf der Stirn haben. Beste Freundin, Privatdetektiv, Tankwart, Professor, Arbeitskollege etc...
Alles, aber auch wirklich alles, wird unnötig lang ausgewalzt. Das schlimme ist, dass über weite Strecken des Buches überhaupt nichts passiert. Damit meine ich, dass es keine Handlung gibt. Anstatt z.b. durch ein Streitgespräch zu zeigen, dass es zwischen Hope und Sally kriselt, erzählt Katzenbach einfach nur anhand von ca. 5 Beispielen aus der Vergangenheit, das die Beziehung der Beiden auf der Kippe steht.
Selbst beim Dialog traut der Autor seinem Leser nicht die kleinste Eigenleistung zu. Anstatt die Sätze im Kontext für sich sprechen zu lassen, hängt er allen ernstes Formulierungen wie "sagte sie wütend", oder "konterte er schnippisch" an Aussagen, die alleine vom Wortlaut und im Zusammenhang als wütend/schnippisch zu verstehen sind.
Würde man allein diese Krücken weglassen, wäre das Buch sicher um 50 Seiten ärmer.
Ich habe mich selten von einem Autor gleichzeitig bewusst gelangweilt und für dumm verkauft gefühlt.
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am 13. Juli 2012
Das Cover der Weltbildausgabe - eine gekrümmte Hand, die Kratzspuren in Rot hinterlässt ' passt für mein Empfinden sehr viel besser, als die späteren Motive. Es symbolisiert sowohl die Hilflosigkeit und Anspannung der Opfer als auch die Gefahr oder Anspannung, die von Tätern ausgeht, nahezu perfekt. Die Weltbildausgabe ist nicht mehr überall erhältlich, die Droemer-Ausgabe schon.

'Wollen Sie eine Geschichte hören? Eine wirklich außergewöhnliche Geschichte?'

Mit diesen Worten lädt Katzenbach nicht nur seine Leser in einen der beiden Handlungsstränge seines Romans ein. Man landet in den Staaten, in der jetzigen Zeit, bei durchschnittlichen Menschen. Nun ja, nicht ganz, denn nach diesen Worten wird ' vermutlich einem Journalisten ' in verschiedenen Kapiteln eine Geschichte erzählt, zu der er Nachforschungen anstellt. Eine Geschichte auf Leben und Tod. Einer Geschichte über eine Obsession. Das Warum und Weshalb, der Wahrheitsgehalt selbst, offenbart sich Stück für Stück, je mehr recherchiert wird. Schon bald wird klar, dass eigentlich nur jemand, der darin involviert ist, sie erzählen kann; doch wer das ist, kommt erst zum Schluss mehr oder weniger heraus. Der zweite Handlungsstrang befasst sich abwechselnd dazu mit der Geschichte selbst. Der Geschichte von Ashley, einer modernen und selbstbewussten Frau, die sich nach einem One Night Stand in einem Albtraum wiederfindet. Verwelkte Blumen an ihrer Haustür sind dabei ihr kleinstes Problem. Michael O'Connell, ein Psychopath, Computerfreak und Hacker, gibt vor sie zu lieben. In Wahrheit ist er von der jungen Frau und dem Wunsch sie zu besitzen, besessen. Jeder von dem er annimmt, dass er sich zwischen ihn und seine Liebe drängt, bekommt seinen Hass zu spüren. Jeder gerät dadurch in Gefahr, sogar Ashley selbst.

O'Connell schaltet nicht nur einen vermeintlichen Nebenbuhler durch einen brutalen Überfall aus, er sorgt auch dafür, dass ihre Freundin sich von Ashley distanziert. Seinetwegen verliert sie ihren Job und sieht sich zunehmend in die Isolation gedrängt, weil er nach und nach für Ashleys Kommilitonen ein Bild von ihr zeichnet, das nicht sehr liebenswert ist. Auch Ashleys Vater, ihre Mutter und deren Lebensgefährtin sowie die Mutter der Lebensgefährtin sind vor seinen Attacken nicht sicher ' allerdings lassen die sich nicht so schnell einschüchtern. Doch weil Statistiken zufolge bei Anzeigen die Gewaltbereitschaft von Stalkern oftmals explodiert, wenden sie sich weder an die Polizei noch nehmen sie gerichtliche Hilfe in Anspruch. Als immer klarer wird, dass Ashley keine Ruhe vor ihm haben wird, dass O'Connell für seine Besessenheit sogar über Leichen geht, beschließen sie, den Spieß herumzudrehen und sind bereit zu O'Connells Methoden zu greifen. Opfer und Täter vertauschen ihre Rollen.

Letzteres gestaltet sich zugegebenermaßen etwas melodramatisch, und auch dazwischen möchte man sich bisweilen einfach an den Kopf fassen. Etwa wenn Ashleys Mutter jemanden engagiert, der sich um O'Connell kümmert, obwohl Ashley selbst zu diesem Zeitpunkt bereits an einen anderen, dem Psychopathen völlig unbekannten Ort gebracht wurde. Dass der Versuch nach hinten losgeht, war sofort völlig klar. Auch wurden Möglichkeiten, den Stalker legal zumindest vorübergehend aus dem Verkehr zu ziehen, nicht genutzt. Etwa, bei einem Einbruch ins Haus der Mutter, bei dem O'Connell zwar den Hund der Familie tötet, selbst jedoch gebissen wird. Allein schon in der Zeit, in der sich O'Connell beispielsweise wegen Einbruchs hätte verteidigen müssen, hätte man Ashley in Sicherheit bringen können. Ebenfalls auffällig war das stellenweise blauäugige Verhalten der Familie, während sie andererseits geradezu die Flöhe husten hörte.

Hat das mich das beim Lesen gestört? Eindeutig nein. Wer kann schon sagen, wie er in einer solchen Bedrohungssituation reagiert. Wie stark die Nerven sind, wenn Dinge im eigenen Leben und persönlichen Umfeld geschehen, die man sonst nur aus dem Fernsehen, Romanen oder allenfalls von der Freundin der Schwester einer Bekannten kennt. Ich nicht.

Katzenbach setzt in seinen Romanen weniger auf auffällige Gewaltszenen. Vielmehr nutzt er auch in 'Das Opfer' oftmals nur angedeutete Handlungen; verrät mehr durch das Weglassen blutiger Szenen oder brutaler Überfälle. Steigert und schlägt so einen Spannungsbogen, der einen mit den einzelnen Figuren mitfiebern, stellenweise auch mitleiden und hoffen lässt, dass man im realen Leben niemals jemandem begegnet, der sich auf so abartige Weise ins eigene Leben schleicht, wie O'Connell das bei Ashley macht. Seine Figuren sind klar gezeichnet, nicht übertrieben dargestellt und glaubwürdig. Michael O'Connells Vorgehen erscheint nicht konstruiert. Die Ängste, die er hervorruft, sich nachvollziehbar.

Fazit

'Das Opfer' hat mich schnell in seinen Bann gezogen und ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Wer sich überängstlich fragt, ob der Schatten vor dem Fenster von dem davorstehenden Baum oder einem eventuellen Beobachter hervorgerufen wird, sollte vielleicht die Finger davon lassen.
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Die Studentin Ashley Freemann begeht einen folgenschweren Fehler, als sie angeheitert eine Nacht mit dem Computerfreak Michael OConnell verbringt. Denn dieser hat beschlossen, dass Ashley die Frau seines Lebens ist. Als Ashley ihm klar macht, dass es keine gemeinsame Zukunft geben wird, beginnt OConnell Ashley klar zu machen, dass es keine Alternative gibt, denn wen er sie nicht lieben darf, darf es keiner! Schon bald werden auch Ashleys Eltern Scott und Sara sowie Hope, die neue Lebensgefährtin ihrer Mutter in die Spirale der Gewalt gezogen, denn OConnells Aktionen richten sich fortan nicht nur gegen Ashley.

Eindrucksvoll zeigt John Katzenbach, wie schnell sich unsere Normalität in einen Albtraum verwandeln kann. Mit ein paar geschickt gestreuten anonymen Hinweisen gelingt es OConnell das Leben der Freemans völlig auf den Kopf zu stellen. Als die Freemans merken, dass Ashley auf legalem Weg nicht von OConnell loskommen wird, schmieden sie einen Plan, der die gesamte Familie endgültig an den Rand des Abgrundes führen wird.

Mit DAS OPFER ist dem Amerikaner John Katzenbach ein insgesamt gelungener Thriller zum Thema Stalking gelungen. Mit Michael OConnell hat er genau den Typus Verehrer geschaffen, der nicht nur das Leben von Prominenten zur Hölle machen kann. Der Roman beginnt fulminant und nach gut zweihundertfünfzig Seiten fragt man sich, was OConnell sich noch einfallen lassen kann. Hier beginnen jetzt die Freemans ihren Plan zu schmieden und der Roman verliert etwas an Fahrt. Im Mittelteil hat DAS OPFER einige Längen. Hier hätte die eine oder andere Kürzung der Handlung sicher nicht schlecht getan. Zum Ende gelingt es John Katzenbach wieder, die Spannungsschraube anzuziehen und die Geschichte zu einem guten, wenn auch nicht jeden Leser überzeugenden Ende zu bringen.
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am 6. August 2012
Handlung: Eine böse Ahnung nistet sich in Scotts Kopf ein, als er im Zimmer seiner Tochter Ashley einen besitzergreifenden Liebesbrief entdeckt. Seit einem One-Night-Stand bedrängt sie der attraktive und verführerische Michael. Er ist überzeugt, dass sie zu ihm gehört und bloss in ein falsches Milieu hineingeboren wurde. Wiederholt überhäuft er sie mit irrationalen Beteuerungen. Ihre Versuche, ihn abzuschütteln, binden ihn nur noch mehr an sie. So stellt er ihr unbeirrbar und beharrliche nach, beobachtet sie praktisch auf Schritt und Tritt und räumt jedes Hindernis aus dem Weg, das sich zwischen ihn und Ashley zu stellen versucht. Der Kerl ohne viel Kindheit und entsprechend gefährlicher Ausstrahlung wird für Ashley zur personifizierten Bedrohung. Sie fühlt sich ihm ausgeliefert und fürchtet um ihr seelisches und leibliches Wohl, denn nichts in seinem obsessiven Verhalten deutet auf Liebe hin. Vielmehr nisten in seinem Kopf Gedanken in einer gefährlichen Mischung von Blut und Begierde. Er treibt Spiele mit ihr und setzt Kräfte in Bewegung, denen sie vollkommen ausgeliefert ist und sie immer tiefer ins Netz seiner Bösartigkeit treibt. Mehr und mehr hat Ashley das Gefühl, dass sich in ihrem Leben sämtliche Verankerungen lösen und Michael im Begriff ist, ihre Existenz stückweise zu ruinieren. Das Gefährliche an ihm ist, dass er Menschen auf eine Art und Weise schaden kann, die kaum nachzuweisen ist. Dabei sondiert er ihr Umfeld, um sie mit seinem Psychoterror und allen möglichen anderen Mitteln gefügig zu machen und zu isolieren. Er ist gerissen, mit allen Wassern gewaschen und als Computerfreak und Hacker-Experte mit sämtlichen Finessen des Cyber-Stalkings vertraut. Da er enormen Schaden anrichtet, ohne eine Spur zu hinterlassen, hat die Polizei nichts gegen ihn in der Hand. Deshalb ergreifen Ashley und ihre Eltern die Initiative: sie schmieden einen Plan, um Michael auszumanövrieren. Damit gewinnt der Strudel des Schreckens an Energie, denn all ihre Strategien laufen ins Leere. Ashley und ihre Familie werden aus dem Gleis geworfen. Ein Leben aus Angst, Hilflosigkeit und Schrecken steht ihnen bevor.

Fazit: Ein packender und temporeicher Psycho-Thriller hat hier das Wort. Anders als in den üblichen Stalking-Romanen bringt der Autor Elemente ins Geschehen, die zu einer speziellen Note beitragen. Hier lernen wir es von einer besonders perfiden Seite kennen. Katzenbachs Story ist ein Exkurs in die Perversion, die aus den düsteren Winkeln einer männlichen Fantasie rührt. Der Roman ist durchs Band von dumpfem Unbehagen geprägt. Wie Schlangen schleicht der Psychoterror von Seite zu Seite und mit jedem Kapitel nimmt das Verbrechen deutlichere Gestalt an. Hautnah und eindrückliche zeigt dabei Katzenbach die ganze Skala des Zerfall eines gnadenlos in die Enge getriebenen Menschen und seiner Familie auf. Sehr viel Sorgfalt verwendet er auf die Beschreibung der handlungstragenden Figuren. Damit schafft er die nötige Nähe, um den Leser deren emotionale Höhen und Tiefen miterleben zu lassen. Die wechselnde Erzählperspektive zwischen Verfolger und Verfolgten verleiht dem Geschehen zusätzlichen morbiden Reiz und lässt einem am Schluss die Spannung auf den Magen schlagen.
In Katzenbachs überzeugendem Roman versteckt sich auch die Frage, ob ein Verbrechen ein Unrecht gutmachen, mit anderen Worten, Gerechtigkeit schaffen kann.
Dieser Thriller ist nichts für Valentinskarten, denn er atmet Unglück. Er zeichnet sich durch eine intensive Atmosphäre aus Angst und permanenter Bedrohung aus, ohne sich jedoch in Brutalität oder Blutorgien zu ergehen.
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am 9. Juni 2010
Diese Rezension bezieht sich nur auf das Audio-Book.
Es ist nach Der Patient" der zweite Katzenbach-Hörkrimi, den ich mir gegönnt habe. Auch hier liest Simon Jäger.
Es wird von der Studentin Ashley erzählt, die ein Opfer penetranten und bedrohlichen Stalkings wird. Der Täter Michael O'Connell ist bekannt und versteckt sich nicht. Vor allem profunde Computerkenntnisse helfen ihm, sich immer wieder in das Leben von Ashley zu hacken, ihr Privatleben zu zerstören und sie zu bedrohen. Ashley und ihre Familie sehen keine legale Möglichkeit sich zu schützen und schmieden schließlich einen gefährlichen und illegalen Plan. Sie werden selber kriminell.
Dieses Hörspiel ist ebenso spannend und fesselnd wie "Der Patient", so dass ich keinem von beiden den Vorzug geben kann. Die Handlung verläuft hier allerdings zweisträngig, man muss also aufmerksamer zuhören, um alles zu kapieren. Zum Glück gibt es nur eine kleine Zahl von handelnden Personen. Und die Stimme von Simon Jäger mit ihrer großen Wandlungsfähigkeit tut ein Übriges, um nie den Faden zu verlieren. Auch dieser Krimi besteht aus 6 CDs mit jeweils etwa 14 Tracks von 4 Minuten Spieldauer. Man braucht also bei Unterbrechungen keine elektronischen Lesezeichen.
Insgesamt kann ich dieses Audio-Book uneingeschränkt empfehlen. Ein tolles Hörvergnügen, beste Unterhaltung.
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