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Kundenrezensionen

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VINE-PRODUKTTESTERam 26. November 2003
In "Die Hexe und die Heilige" geht es um Zwillingsschwestern, die beide die Gabe des Sehens haben. Eine der beiden, Helena, wird als junges Mädchen ins Kloster geschickt, während ihre Schwester Sibylla in einer anderen Stadt zur Hebamme ausgebildet wird. Das Buch spielt in einer Zeit (genauer gesagt Anfang des 17. Jahrhunderts), in der die Hexenverfolgung in großen Teilen des Landes an der Tagesordnung war. Gab die Kuh keine Milch oder zerstörte ein Hagelsturm die Ernte war vielleicht die Nachbarsfrau, die sich in letzter Zeit verdächtig benommen hatte, schuld. Schnell wurden böse Gerüchte und Verleumdungen in Umlauf gebracht, die "Hexe" vom Schultheiß abgeholt und in den Kerker verbracht. Wurde diese dann einer peinlichen Befragung (Folter) unterzogen, hatte sie die Namen ihrer Gespielinnen zu nennen - Namen, die ihr von ihren Folterknechten vorher eingebläut worden waren.
Das Buch hat bereits zu Anfang einige dicke Pluspunkte bei mir gesammelt, denn es enthält ein ausführliches Glossar, das Begriffe wie Untergänger oder Bursnerin erklärt und dazu einige ergänzende Bemerkungen der Autorin zu Dichtung und Wirklichkeit. Zwei Karten klären über den Aufbau der Haupthandlungsorte, Ellwangen und Leonberg, auf.
Man merkt dem Buch von Beginn an, dass die Autorin sich sehr viel Recherchearbeit gemacht hat. Die meisten mittelalterlichen Begriffe (wie z.B. die o.g. Berufsstände) sind zudem im Glossar erklärt, was für das Verständnis wichtig ist. Etwas verwirrend finde ich die Angewohnheiten der Menschen im Mittelalter, ihren Kindern Namen aus einem relativ begrenzten "Pool" zu geben. Im Buch stolperte ich schon des Öfteren darüber, dass z.B. in einer Situation nicht von der Tochter des Hauses die Rede ist, sondern von der Nachbarsfrau. Oder dass Mutter und Tochter denselben Namen haben - wie es bei Helena der Fall ist.
Bedrückend wird auch die Rolle der Frau geschildert - ich weiß ja, dass es damals so üblich war, dass eine Frau auf der Inventarliste ihres Mannes irgendwo zwischen Kleiderschrank und Melkschemel rangierte. Trotzdem macht es mich wütend zu lesen, wie Männer ihre Frauen behandeln durften, ohne dass ihnen jemand etwas anhaben konnte. Nun ja, so ganz sind diese Zustände ja auch in unserer "modernen" Welt noch nicht beseitigt...
Alles in allem ein gutes Buch, dass viele Details aus dem Leben der normalen Bevölkerung schildert und sich wirklich flüssig lesen lässt. Vor allem gegen Ende nimmt die Handlung noch an Fahrt auf und ließ mich fast die Hälfte des verbliebenen Buches in einem Rutsch durchlesen. Ich bin schon sehr gespannt auf die anderen Bücher der Autorin!
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am 5. September 2002
Schon das Erstlingswerk von Ulrike Schweikert, "Die Tochter des Salzsieders", hat mich in seinen Bann gezogen. Und auch dieses Buch findet seinen Schauplatz in meiner Region, Ellwangen und Leonberg.
Die beiden Zwillinge Sybilla und Helena werden in eine dunkle zeit hineingeboren. Beide haben unheilverkündende Träume und sehen in die Zukunft. Die Bürger der Stadt Ellwangen und auch die eigene Familie tritt dem mit Argwohn gegenüber und so wird beschlossen die Geschwister zu trennen. Helena wächst in einem Kloster auf und wird letztendlich Nonne, Sybille gelangt über Umwege nach Leonberg und wird dort Hebamme. Mit Leidenschaft übt sie diesen Beruf aus, der in dieser Zeit jedoch zur verhängnisvollen Gefahr werden kann. Die Hexenverfolgung bricht aus und macht auch vor der Familie der Zwillinge nicht halt. Mutter, Onkel und Cousine finden den Tod in den Flammen. Auch Sybille die sich in die Machenschaften eines reichen Vogts verstrickt und zudem noch eine Liebesbeziehung zu einem jungen Priester beginnt gerät in das Mühlrad der Inquisition. Helena, die um das Schicksal ihrer Schwester weiß, macht sich auf um sie zu retten....
Dieser Roman basiert hauptsächlich auf authentischen Personen und auch die Hexenprozesse fundieren auf Tatsachen. So oder so ähnlich könnte sich ein Leben im Deutschland des Mittelalters abgespielt haben. Vielleicht ist der Roman deshalb so fesselnd weil ein Stück Geschichte lebendig zu werden scheint. Die Machtlosigkeit der Bürger gegenüber der Inquisition, die nackte Angst ums Überleben und die Verzweiflung wenn ein Familienmitglied vom Büttel weggeführt wird - die Autorin versteht es diese Schreckensmomente so zu schildern dass man einfach mitfühlen muss.
Wenn man dieses Buch zuklappt und weglegt ist man froh, sich im 21. Jahrhundert zu befinden. Trotzdem freue ich mich schon auf den nächsten Roman von Ulrike Schweikert.
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am 7. Januar 2006
Die Autorin Ulrike Schweikert entführt den Leser in die Zeit der Inqisition und stellt das Leben der Menschen in einer Zeit, in der Hexenverbrennungen und die Angst vor Denunziation an der Tagesordnung war, auf schockierende Art und Weise dar.
Der Roman ist gut recherchiert und spannend von Anfang bis zum Ende.
Besonders lobenswert ist, dass die Autorin in einem Nachwort darauf eingeht, welche Ereignisse und Personen der Zeitgeschichte tatsächlich existierten und welche sie erfunden und schlüssig in den Roman integriert hat. Sogar das Datum der Hinrichtungen der im Roman vorkommenden Personen wird auf einer Zeittafel aufgeführt.
Deutlich bringt es die Autorin im Nachwort auf den Punkt: "Wenn eine Frau in dieser Zeit Visionen hatte, dann waren es Ort und Zeit, die entschieden, ob sie als Heilige verehrt oder als Hexe verbrannt wurde." Treffender kann man es nicht ausdrücken.
Was ich im Roman selbst vermisste, waren Jahresangaben und Angaben zum Alter der Hauptpersonen. Zur Hauptfigur Sibylle Schenckh gibt es in der Tat keine einzige Altersangabe. Die erste Jahreszahl wird etwa auf Seit 200 erwähnt.
Nichts desto trotz: absolut lesenswert
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am 18. Dezember 2008
Leider hält dieses Buch nicht, was der Umschlagtext verspricht. Dunkle Geheimnisse der Mächtigen entdeckt Sibylla nur wenige, diese sind auch nicht überraschend, sondern für Menschen in Machtpositionen nur zu gewöhnlich. Und auch die Heilige aus dem Titel, die Zwillingsschwester Helena, kommt viel zu kurz und wird nur sehr selten mal auf ein paar Seiten angesprochen. Aus der Grundthese, dass der Aufenthaltsort darüber entschied, ob eine Frau ob ihrer Vorhersehungsgaben als Hexe oder als Stimme Gottes bezeichnet wurde, wird kaum etwas gemacht. Die ebenfalls interessante Figur der Helena wird nur als billige Auflösung und Begründung genutzt, mehr Raum erhält sie leider nicht. Und das, obwohl ein bisschen mehr aus Helenas Leben interessanter gewesen wäre als die Liebesszenen Sibyllas mit dem Pfarrer ...

Die Handlung ist gut recherchiert, im Nachwort erläutert die Autorin, was historisch belegt ist und was dazu erfunden wurde. Doch diese historischen Fakten wurden leider nicht ein einen guten Stil gebracht. Vor allem anfänglich häufen sich langweilige Sätze, schwülstige Szenen und übertriebene Beschreibungen. Am Anfang gibt es kurz die Andeutung, dass Vater Schenkh erpresst wird, leider verliert sich dieser Faden komplett und wird nur ganz zum Schluss hin halbherzig und behelfsmäßig wieder hervor gekramt. Behelfsmäßig und schlecht durchdacht erscheint vieles, so dass die Charaktere immer unglaubwürdiger werden, je länger man liest.

"Die Hexe und die Heilige" hat einen sehr interessanten Ansatz, der leider nicht verfolgt wurde. So ist das Buch nur ein weiteres unter den vielen, die es bereits über Hexenverfolgungen gibt.
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am 5. November 2003
Wer dieses Buch gelesen hat, kann eigentlich nur vor Dankbarkeit auf die Knie fallen, dass er/sie nicht vor 400 Jahren gelebt hat!
Ulrike Schweikert schreibt nach langen und gründlichen Recherchen einen Roman über eine Hebamme und ihre Schwester (die als Heilige betrachtet wird) und ihr Schicksal zu Beginn des 17. Jahrhunderts.
Ausgerechnet in Ellwangen, dem schwarzesten Fleck der katholischen Kirche während der Hexenverfolgungen, lernt Sibylla den Beruf der Hebamme. Es ist klar, dass auch sie letztendlich verhaftet, verhört und gefoltert wird. Wird sie tatsächlich auf dem Hexenwasen verbrannt werden oder kann sie diesem Schicksal entgehen?
Fast noch beängstigender und empörender als die fiktive Erzählung selbst (die allerdings mit etlichen historischen Figuren gespickt ist!), fand ich den Anhang:
In Ellwangen wurden von 1611 bis 1618 ca. 450 Menschen als Hexen getötet, was der Hälfte der Frauen und einem Sechstel der Männer Ellwangens entspricht! Nur einem einzigen Menschen gelang die Flucht aus dem Gefängnis und KEIN EINZIGER, der wegen angeblicher Hexerei verhaftet wurde, wurde freigesprochen! Die Grausamkeit, mit der vorgegangen wurde, schockiert. Und die Selbstherrlichkeit, mit der die katholische Kirche damals vorging, widert mich an.
Dieses Buch ist einfach unglaublich lesenswert, spannend, und gleichzeitig informativ.
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am 31. Oktober 2001
Das zweite Buch der Autorin habe ich mit genau soviel Genuss gelesen wie das Erste. Diesmal entführt Sie uns nach Leonberg und Ellwangen zur Zeit der Hexenverfolgung. Das Buch ist wieder mal sehr gut recherchiert. Aber das sind wir von Ihr ja schon gewohnt. Alles in allem eine sehr gelungene und spannende Geschicht. Ein Buch, dass man nicht so schnell aus der Hand legt. Denn man muss unbeding wissen, wie es der Heldin weiter ergeht. Ideal für einen verregneten Herbsttag!!
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am 4. Januar 2003
durch "die tochter des salzsieders" auf ulrike schweikert aufmerksam geworden, verschlang ich die hexe und die heilige. kompliment an die autorin, sie hat ihr erstlingswerk um meilen übertroffen (und das will etwas heißen...).
erneut ist es der autorin gelungen, eine hauptfigur zu schaffen, die man einfach ins herz schließen MUSS. von anfang an haben die hauptfigur sibylla und ihre zwillingsschwester eine mystische wirkung, die den leser an das buch fesseln. ich habe an ulrike schweikert lieben gelernt, dass ihre geschichten dem leser an keiner einzigen stelle erlauben, sich zu denken, was als nächstes geschehen könnte. so fiebert man mit sibylla ständig mit. beeindruckend sind die hervorragenden recherchen der autorin, sie bringt ihr wissen so geschickt unter, dass man sich wirklich alles bildlich vorstellen kann. und das, ohne die dinge zu beschönigen. doch das buch überzeugt nicht nur durch wissen, die handlung wird so reizend erzählt, dass man selbst kälte verspürt, wenn die kleine sibylla im winter holz sammelt. man fühlt, leidet und liebt mit ihr. "die hexe und die heilige" ist überaus spannend und gefühlvoll, gewährt einen umwerfenden und schockierenden einblick in die zeit des 17. jahrhunderts und besticht den leser mit dieser fantastischen geschichte. und es stimmt mich immer wieder fassungslos, dass sich das schicksal einiger handlungsfiguren genauso zugetragen hat... am schluss der geschichte überschlagen sich meiner meinung nach die ereignisse etwas, wodurch die geschichte jedoch nichts an klasse verliert. gerne würde ich noch weiter stundenlang weiter lesen und mit sibylla durch ihr leben gehen...
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am 2. August 2002
Ich habe die knapp 450 Seiten dieses Buches in nur einer Woche verschlungen, so hat es mich gefesselt. Teilweise war ich zu Tränen gerührt, man kann sich heute kaum vorstellen, wie schwer das Leben im dunklen 17. Jahrhundert für die Frauen war.
Während ich las, beruhigte mich der Gedanke: `Es ist nur eine Geschichte, eine Erfindung des Geistes der Autorin.' Doch die letzten Seiten gaben mir auf, dass nur wenig erfunden und ein großer Teil der Geschichte authentisch ist, was mich schockierte. Ich hatte das Buch geliehen, aber ich werde es mir ganz sicher noch kaufen um es wieder und wieder lesen zu können.
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am 6. August 2003
Die Hexe und die Heilige - wie schon erwähnt, wird hier eigentlich nur die Geschichte der Hexe erzählt, was mich persönlich nicht gestört hat. Auch ist die Geschichte selbst gut und einfach zu lesen. Vor allem hat mich das Buch mal wieder daran erinnert, wie gut es uns Frauen heute geht - und wie schlimm die damalige Hexenverfolgung gewesen sein muss. Nicht nur das, auch das eine Frau im Grunde Eigentum ihres Mannes war...
Trotzdem gibt es nur 3 Sterne, denn nachdem ich gerade "Die Säulen der Erde" ausgelesen habe und beim Lesen "in" dieser Geschichte gelebt habe, bekam ich bei "Die Hexe und die Heilige" dieses Gefühl nie.
Dass die Autorin zeigen wollte, wie lang und gut sie recherchiert hat, indem immer wieder jeder Protagonist mit Vor-, Zuname und Beruf bzw. anderer Bezeichnung beschrieben wird, macht das Lesen auch nicht einfacher. Die abgehackten Sätze lassen die an sich gute Geschichte wie aneinandergereihte Sätze erscheinen. Schade!
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am 26. Januar 2003
Wie auch schon Ulrike Schweikerts erstes Buch " Die Tochter des Salzsieders" hat mich nun auch "Die Hexe und die Heilige" nicht mehr los gelassen. Hervorragend recheriert versetzt einen die "geschriebene" Atmosphäre ins Mittelalter, lässt einen beim lesen fast Teil dieser Vergangenheit werden. Dabei wird das Buch an keiner Stelle langatmig, man fühlt fast mit der Hauptfigur Sybilla, identifiziert sich mit ihrer Umwelt.
Das einzige, was es zu bemängeln gibt: Die Länge des Buches.
Ich hätte noch ewig weiterlesen können.
Fazit: Ein Leckerbissen für alle Fans von mittelalterlichen
Romanen, doch auch für alle anderen unheimlich spannend.
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