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Kundenrezensionen

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TOP 500 REZENSENTam 30. Mai 2008
How to be Good ist die Geschichte einer Läuterung. David entwickelt sich vom Saulus zum Paulus und vergisst dabei, seine Frau auf diesem Wege mitzunehmen. Diese muss zusehen, wie erst sein Therapeut und Vorbild in das Haus der Familie einzieht und kurze Zeit darauf ein obdachloser Junge, der erstes Ziel des neu geschaffenen Gutmenschen wird. Von da an entwickelt sich das Leben als eine Spirale Richtung Katastrophe.

Das Buch ist aus der Perspektive der Ehefrau Kate geschrieben, die eigentlich mit Ehe und Ehemann abgeschlossen hatte. Anfänglich von der Veränderung Davids fast positiv überrascht vermisst sie bald die biestige, ihr aber aus über 20 Jahren Ehe vertraute Seite des Gatten.

Die Geschichte ist an einiges Stellen überzogen, aber es gelingt Hornby stets, die Endphase einer Ehe trefflich darzustellen und man erwischt sich dabei, dass man den Protagonisten wünscht, dass sie es schaffen. Das Ruder noch einmal herum reißen, für ihre Familie, ihre Kinder, für sich.
Das Ende dann ist wieder typisch Hornby... und lässt den Leser ein wenig leer, fast allein zurück.
Ich kann nachvollziehen, dass nicht jeder Leser begeistert ist. "How to be Good" ist anders als "About a Boy" oder "High Fidelity", eher verwandt mit "A Long Way Down", was grade am Ende des Romans deutlich wird. Wer also eine einfühlsame und warme Geschichte erwartet, sollte diesen Band nicht unbedigt wählen - allen anderen möchte ich dieses Buch absolut empfehlen.
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am 2. Oktober 2001
Aus der Sicht einer Frau geschrieben - kann das wirklich gutgehen? Bei seinem letzten Roman "About a boy" bemängelten die Kritiker, aus der Sicht eines Kindes zu schreiben, sei Hornby nicht gelungen. Da bin ich völlig anderer Ansicht. Jetzt aber bin ich der Meinung, dass es ihm nicht gelungen ist, die Sicht und Denkweise einer Frau zu treffen. Sicher, man kann sagen, es geht nur um die eine Hälfte eines Paares, aber warum ist er dann nicht bei der äußerst bewährten Darstellung des Innenlebens eines Mannes geblieben? Was er schließlich wie kein Zweiter in unnachahmlich lakonisch-selbstironischer Art kann. Hier habe ich mich bei der Lektüre oft gefragt, ob er nicht besser aus der Sicht von David statt aus der Sicht von Katie geschrieben hätte. Dennoch sind auch hier wieder einige sehr wahre, unvergleichlich gute Beobachtungen des alltäglichen Wahnsinns geschildert. Für mich ist es bei diesen herrlich trockenen Schilderungen egal, worum es in der Grundhandlung eigentlich geht. Von jedem andere Autor würde mich diese Geschichte (Ehepaar in Beziehungs-Sackgasse nimmt Wunderheiler auf und versucht sich im "Gutsein" zu den lieben Mitmenschen) nicht im geringsten interessieren. Aber jeder Hornby-Fan wird dieses Buch mögen, eben wegen seiner Beobachtungsgabe und seinem unvergleichlichen Ton. Wer aber erwartet (wie ev. bei den anderen Büchern) lauthals lachen zu können, wird hier sicherlich enttäuscht. Kurz gesagt: Das Buch hat viele Facetten, trotzdem kann es weder mit "High Fidelity" noch mit "About a boy" mithalten. Da man aber als eingefleischter Hornby-Fan seinen Stoff braucht - lesen!
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am 12. Dezember 2003
...also, ich LIEBE Nick Hornby. Ich mag seine Art zu schreiben, und regelmäßig ist auch gegen die deutsche Übersetzung nichts einzuwenden.
Ich fand die Idee herrlich und zunächst auch sehr gut umgesetzt, daß er aus Sicht einer Frau schreibt. Auch die Umsetzung, daß der Mann vom Megazyniker auf einmal zum Gutmenschen werden möchte, fand ich zunächst gelungen. Warum nur 2 Punkte?! Die Geschichte wird schlicht langweilig. Nach der Hälfte landete das Buch in der Ecke. Weil ich aber jedes Buch zu Ende lese, hab ichs wieder probiert. Es geht nicht, es langweilt einfach. 3/4 gelesen und das erste nicht ausgelesen Buch seit 10 Jahren. Schade...
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am 29. September 2011
Ich habe beim Lesen immer wieder auf die Buchklappe schauen müssen, ob da wirklich "Nick Hornby" draufsteht. Tut es, leider muß ich sagen..
Ich habe nach exakt 100 Seiten entschieden dieses Buch wieder in den Schrank zu stellen, was ich sehr sehr selten tue. Selbst Bücher, die deutlich weniger Enttäuschung in mir hervorrufen haben, habe ich in der Regel zu Ende gelesen.
Das soll der Autor von "High Fidelty" oder "Fever Pitch" sein? Kaum zu glauben. Dabei ist der Idee als Selbstversuch, sich als männlicher Autor in die Rolle einer scheidungswilligen Frau zu versetzten, durchaus charmant.
Die Protagonistin, grade auf einem Seitensprung unterwegs, erklärt Ihrem Gemahl telefonisch ihre Scheidungsabsicht. Worauf dieser einfach nicht wie gewünscht reagiert. Ab hier ergibt sich ein belang- und talentloses Hin-und-Her mit teilweise schlechten und sinnfreien Dialogen, die immer wieder mit pseudo-intellektuellen Nebensätzen aufpoliert werden. Nach 100 Seiten ist leider immer noch nichts passiert, ausser das das Ehe-Pendel mal wieder in die andere Richtung schwingt.

Das ganze riecht ein wenig nach Vertragserfüllung. "Hallo Nick, du weißt schon das du in 2 Wochen dein nächstes Manuskript abgeben muss?" - "Mist, dann setzte ich jetzt mal hin!".
Wäre das mein erster Hornby gewesen, ich hätte "High Fidelity" wohl nie gelesen!
Trotz meines persönlichen Hornby-Bonus gibt es nur einen Stern!
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am 25. Juli 2003
Zuerst in die tragische Situation einer zum Scheitern verurteilten Beziehung gefühlsecht trotz des traurigen Themas mit Witz einleitend, dann eine durch radikale Änderung des Charakters des Mannes unnachvollziehbare Verwandlung bringt den Leser um die Geduld, Verständnis für die neue Situation aufzubauen. Lediglich Sohn Tom scheint als einziger normal zu sein. Was ist normal scheint die Frage zu sein.
Ich habe mich dagegen gefragt, ob ich das Buch weiter lesen soll oder nicht und mich mehr oder minder durchgeschlagen. Hornby war bei High Fidelity und About a Boy definitiv besser.
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am 16. September 2015
Ich war leider vom Inhalt relativ enttäuscht und habe wesentlich mehr vom Autor erwartet. Mag aber auch daran liegen, dass ich lieber Krimis lese, als Romane. Dieser hier kam mir allerdings sehr zusammengesponnen vor.
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am 23. Juli 2009
Ich habe dieses Buch verschlungen, oftmals lauthals gelacht (vielleicht haben die Lesemuffel neben mir am Strand ja Lust aufs Lesen bekommen?), viel darüber nachgedacht und bin immer noch schwer begeistert.
Was mir an dem Buch besonders gut gefällt ist die Tatsache, dass es stets kontroversiell bleibt - was auch daran zu bemerken ist, dass es eigentlich keine Person gibt, die von Anfang bis Ende sympathisch / unsympathisch ist. Jede/r der Protagonist/innen hat seine guten und schlechten Seiten, vielfach geht etwas "gut gemeintes" vollkommen in die falsche Richtung los und die Versuche, die Welt zu verbessern verschlechtern mitunter das Zusammenleben im Mikrokosmos Familie.
Alles in allem: lesenswert!
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am 20. Juli 2006
Ich bin Fan von Nick Hornby seit ich vor 10 Jahren "High Fidelity" las, und anschließend sein erstes Buch "Fever Pitch". Dann kam "About a boy" und Hornby wurde berühmt. Ich las später (als "How to be good" herauskam) eine schlechte Kritik in einer Zeitung, die mich hinderte, "How to be good" zu lesen, da ich mir mein Bild von Hornby nicht zerstören wollte. Außerdem war er ja jetzt Mainstream.

Zur Einstimmung auf die WM 2006 las ich noch mal sein Fußballbuch "Fever pitch". Und dann auch "How to be good", weil dieser Autor so klug schreibt und meine Art von Humor genau trifft.

Dieses Buch über die Schwierigkeit, ein guter Mensch zu sein, ist geeignet für Leser, die nicht reine Unterhaltung suchen (in der zweiten Hälfte des Buches gibt es wenig Handlung), sondern die humorvoll und distanziert über Idealisten, Gutmenschen, Ehefrauen und -männer und Kindererziehung nachdenken wollen.

Phantasievoll und mit überraschenden Wendungen erzählt Hornby aus der Sicht der Ehefrau. Er versetzt sich in die Gedankengänge einer Frau und erfindet dabei einen absolut schlüssigen und authentischen Charakter. (Was sagt denn eine Frau dazu?) Hornby scheint diese Figur in sein Herz geschlossen zu haben, mit allen Stärken und Schwächen. Auch seine anderen Protagonisten sind Leute, die man schon mal gekannt hat und im Roman wiedererkennt. Mir ging es so, dass ich mich in mehreren Figuren ein Bisschen wieder erkannt habe.

Das ausgereifteste Buch, das ich von meinem Lieblingsautor bisher gelesen habe. Darum die volle Punktzahl.
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am 31. August 2001
Man kennt Nick Hornby als witzigen Erzähler skuriler Geschichten, und auch diese ist sehr merkwürdig. Allerdings geht es diesmal nicht (nur) um Beziehungsprobleme. Es geht um die fundamentale Frage, was man tun muß, um "gut" zu sein. Hornby schreibt diesmal aus der Sicht einer Frau, die mit einem vor Sarkasmus und Zorn triefenden Ehemann zusammenlebt und die nach einer Affäre überlegt, sich scheiden zu lassen. Dann passiert etwas sehr eigenartiges: Ihr Ehemann begegnet einem Wunderheiler namens DJ GoodNews, der ihn nicht nur von seinem Rückenleiden befreit, sondern auch innerlich vollkommen verändert. Die Radikalität, mit der der bekehrte Ehemann anderen Gutes tut, wird von ihm mit so bestechender Logik verteidigt, daß man nichts dagegen sagen kann, wenn man sich erst einmal auf das Postulat eingelassen hat, daß es erstrebenswert ist, "gut" zu sein. Schließlich bleibt der Protagonistin auch nichts weiter übrig, als einzugestehen, daß die eigene Bequemlichkeit dem Bemühen, gut zu sein, enge Grenzen setzt. All das wird witzig, an wenigen Stellen rührend und zum Ende hin etwas langatmig vorgetragen. Wenn man dieses Buch nicht mag, so liegt das wahrscheinlich daran, daß man erkennt, wie sehr man der Erzählerin gleicht in ihrer Unsicherheit und dem Bewußtsein des Scheiterns an der eigenen liberalen Überzeugung. Konsequent ethisch zu leben, so die Botschaft des Buches, würden wir nur zu gerne. Aber das Leben kostet an sich schon zu viel Kraft, als daß man sich ernsthaft darauf einlassen kann. Kein optimistisches Resümé, aber das konnte man bei diesem Thema auch nicht erwarten. Trotzdem ein lohnendes Buch, denn man wird immer wieder mit witzigen Sätzen belohnt und manchmal wünscht man sich sogar, selbst "gut" zu sein...
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am 5. März 2005
How to Be Good ist ein faszinierendes Buch. Die Handlung ist eigentlich relativ schnell erzählt. Eine Ärztin mittleren Alters, mit Mann und zwei Kindern, ist mit ihrem Leben nicht zufrieden, obwohl sie eigentlich keinen besonderen Grund dazu hat und beginnt daher eine Affäre. Diese dauert nicht allzu lange und ihr Mann, der zornigste Mensch der Straße, macht durch einen 'Guru' eine Wandlung zur wandelnden Nächstenliebe und zum 'Weltverbesserer' durch. Dass dies nicht ohne Probleme bleibt ist klar...
Ich finde es großartig, wie Nick Hornby die Gefühle der Frau (alles wird aus ihrer Sicht erzählt) beschreibt. Ihre Welt ist klein, trist und zu gewöhnlich, daher ist sie unzufrieden und sie möchte einen besseren Mann, keinen sarkastischen 'Kotzbrocken'. Als dieser jedoch eine kolossale Wandlung durchmacht, erkennt sie auch die Vorzüge seines alten Ichs. Der Kern der ganzen Geschichte dreht sich darum, dass Katie (die Ärztin) mit der frommen neuen Denkweise ihres Mannes nicht ganz zurecht kommt, weil es einfach zu aufwendig ist, sich um Andere zu kümmern, weil das Leben in einer "normalen" Zivilisation zu bequem macht, um nicht nur über die Tragik in der Welt zu reden, sondern tatsächlich etwas zu verbessern, besonders dann, wenn es eigene Opfer bedeuten würde. Es ist eine Konfrontation von Gut und Böse, wobei das Gute nicht wirklich soo gut und das Böse nicht wirklich soo böse ist. Katie ist kein schlechter Mensch, sie stören auch viele Dinge und würde vielen gerne helfen, daher ist sie Ärztin, aber man kann mit ihr fühlen, was es bedeutet, wenn man plötzlich mit etwas konfrontiert wird, was Unannehmlichkeiten bedeutet.
Eine Passage des Buches verdeutlicht eigentlich Vieles: "Darum sehe ich jetzt, wie blöd das alles wirken muss. So wie Du es siehst. Und auch jeder andere, der depressiv ist und nicht kapiert, was er mit seinem Leben anfangen soll." Genau das ist der Schlüssel zu diesem Buch, damit es mehr wird, als nur eine schnell gelesene Lektüre, denn der Schreibstil ist sehr angenhem und bildhaft und man kommt schnell voran. Man lernt die Perspektive und Gefühlswelt eines anderen Menschen kennen und zwar sehr nachvollziehbar, realistisch und verständlich dargestellt. Man wird ein Teil des Lebens dieser Familie, dieser Frau und findet sich in vielen Gedankengängen auch selber wieder. Man erkennt wieder aufs neue, dass die Welt weder Schwarz noch Weiß ist, sondern dass die Wahrheit irgendein Grauton dazwischen sein muss.
Es ist kein Buch, das gute Laune vermittelt und kein Buch, das besonders außergewöhnlich ist, aber es ist einfach menschlich. Ein Auszug aus dem Leben einer Familie die mit einem außergewöhnlichen Guru konfrontiert wird.
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