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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
78
4,4 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 3. Februar 2014
„Germania“, der erste Roman von Harald Gilbers, spielt in den Monaten Mai und Juni 1944 in Berlin. Hauptperson ist Richard Oppenheimer, ein ehemals sehr erfolgreicher Ermittler der Berliner Mordkommission. Er ist einer der wenigen Juden, die es in Berlin noch gibt, da er mit einer „arischen“ Deutschen verheiratet ist. Doch täglich muss er ums Überleben bangen. Da er seinen Beruf seit Jahren nicht mehr ausüben darf, kommt es für ihn besonders überraschend, als er ausgerechnet von SS-Hauptsturmführer Vogler als Berater zu den Ermittlungen an einer bestialisch verstümmelten Frau hinzugezogen wird, die sich bald um einige weitere Morde mit ähnlichen Begleitumständen ausweitet.

Auf der einen Seite will Oppenheimer nicht gemeinsame Sache mit dem Nazi-Regime machen, auf der anderen Seite hat er aber keine andere Wahl. Außerdem reizt ihn die Möglichkeit, dem Zwangsdienst in der Wehrindustrie zu entkommen und vorübergehend wieder seinem ihm seit Jahren verbotenen alten Beruf nachgehen zu können. An einer Stelle der Ermittlungen lernt Oppenheimer sogar den Propagandaminister Goebbels kennen, der erkennt, dass für den Kommissar als Jude die Ermittlungsarbeit häufig erschwert ist. Daher erlässt Goebbels die skurrile Anordnung, dass Oppenheimer bis zum Ende der Untersuchung „von der Zugehörigkeit zum jüdischen Volk suspendiert“ ist.

Zum einen fand ich den Kriminalfall sehr spannend. Auf der anderen Seite erfährt man bei der Lektüre sehr viel Details über das Leben in Berlin während der NS-Herrschaft. Das tägliche Leben der Berliner Bevölkerung während der permanenten Bombenangriffe mit ihren verheerenden Zerstörungen ist sehr anschaulich beschrieben. Es wird sehr deutlich, an welchem seidenen Faden das Leben der noch wenigen in Berlin verbliebenen Juden hing. So gibt es eine Szene, in der Oppenheimer bei der Verfolgung des Mörders von einem Trupp Heranwachsender der Hitlerjugend aufgegriffen und beinahe gelyncht wird, da diese ihn als Juden verantwortlich für die Luftangriffe machen.

Etwas verwundert war ich, in „Germania“ auf zwei Details zu treffen, die ich aus den kürzlich erschienenen Krimis von Bela Bolten kenne, die ebenfalls in Berlin zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs handeln. So wird zum einen der „Rosenstraßenprotest“ aufgegriffen, in dem einige hundert Frauen mutig und erfolgreich die Freilassung ihrer verhafteten jüdischen Angehörigen forderten (siehe „Der Aufbewarier“ von Bela Bolten). Und auch die Pension Schmidt („Salon Kitty“), spielt in „Germania“ eine Rolle. In diesem Edelbordell arbeiteten Agentinnen, die von der Waffen-SS ausgebildet wurden, als Prostituierte, um ihre hochgestellte Kundschaft auszuspionieren (siehe „Codewort Rothenburg“ von Bela Boten). Ich vermute, dass Harald Gilbers hier nicht von Bela Bolten abgeschrieben hat, sondern diese kleinen Parallelen einfach auf seine gründliche historische Recherche zurückzuführen sind.

Insgesamt fand ich den Krimi vor der beschriebenen historischen Kulisse sehr gelungen. Das Ende - das im übrigen besonders spannend ist und mit einer plausiblen Lösung aufwartet - lässt es offen, ob Richard Oppenheimer auch in einem weiteren Fall ermittelt, worüber ich mich sehr freuen würde.
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am 7. August 2016
Was für ein Buch. Von der ersten bis zur letzten Seite keine Langeweile, eine immer weiter aufgebaute Spannung mit jeder gelesene Seite. Bewusst werde ich hier nichts zum Inhalt schreiben, das wurde schon zur Genüge vor mir getan. Auf jeden Fall ist dieses Buch fünf Sterne wert und auf jeden Fall weiter zu empfehlen. Froh bin ich auch das ich gleich im Anschluß das Buch “ Odins Söhne “ mir vornehmen werde. Das ist der zweite Teil von “ Germania “ das ich mir während dem Lesen von Germania zugelegt habe um lückenlos gleich weiter zu lesen. Also fünf Sterne für das Buch “ Germania “ und eine klare Kaufempfehlung von mir.
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am 30. April 2017
Ein sehr spannend und flüssig zu lesendes Buch. Gilbers übertreibt nicht, sondern schreibt in überzeugender Form über einen Kriminalfall 1944 bei den Nazis. Keine Besserwisser Lektüre. Ich lese viel englische Thriller dieser Art.Philkipp Kerr, Daniel Silva, Craig Russell oder Peter May, Robert Goddard oder William Ryan. Da kann Gilbers locker mithalten. Habe mich sofort entschieden, Oppenheimers zweiten Fall zu bestellen. Die gelesenen Kritiken kann man nur untermauern mit dieser Rezension.
Kenny Ilona
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am 30. November 2016
Ein wirklich spannender Kriminalroman, eingebettet in einer scheinbar sauber und korrekt dargestellten historischen Kulisse. Für mich als Berliner nochmal eine zusätzliche historische Städtereise. Wer das gelesen hat, den braucht man wahrscheinlich nicht mal auf den nachfolgenden Kriminalroman "Odins Söhne" hinweisen.
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am 27. April 2017
Solide geschriebener und gut recherchierter Roman. Kurzweilig, spannend und geschichtlich gut aufbereiteter Krimi im Berlin im Jahre 1944. Kann ich nur weiter empfehlen. Freu mich schon auf den Nächsten dieses Autors.
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am 29. August 2017
Lange nicht so ein gutes Buch gelesen!
Klare Kaufempfehlung für dieses Werk. Sollte eigentlich auf die Spiegelbestsellerliste gehören.
Werde auch die weiteren Teile lesen.
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am 25. August 2017
Das Buch ist sehr gut und verständlich geschrieben. Es ist spannend, lehrreich und unterhaltsam.

Genau so hatte ich es mir vorgestellt.
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am 29. Dezember 2013
Berlin im beginnenden Sommer 1944. Richard Oppenheimer ist Jude und lebt mit seiner "arischen" Frau Lisa in einem Judenhaus inmitten der deutschen Hauptstadt. Als eines Morgens ein rauchender Mann vom Sicherheitsdienst des Reichsführers-SS in ihrem Schlafzimmer steht und Oppenheimer zum Mitkommen auffordert, sitzt der Schock tief, denn der ehemalige Kommissar ahnt, was nun auf ihn zukommt. Doch was dann geschieht, überrascht nicht nur Oppenheimer, sondern auch den Leser: er wird zum Fundort einer Frauenleiche gefahren und dort von einem SS-Mann erwartet. Hauptsturmführer Vogler fordert den ehemals erfolgreichsten Kommissar der Berliner Kriminalpolizei auf, an der Ermittlung des vermuteten Serientäters mitzuarbeiten! Oppenheimer lässt sich auf diese sehr gefährliche Zusammenarbeit ein - was bleibt ihm auch anderes übrig, denn es geht nicht nur um die Ergreifung eines Mörders, sondern auch um sein eigenes Leben. Als sich durch ein Bekennerschreiben vermuten lässt, dass es sich bei dem Täter um einen überzeugten Nationalsozialisten handeln könnte, wird das 'Spiel' nur noch gefährlicher…

Harald Gilbers hat mit diesem Debüt einen wirklich packenden Thriller vorgelegt, der vor allem durch viele extrem gut recherchierte Details und seine beinahe schon ruhige und gewissenhafte Erzählweise besticht. Dabei verliert sich die enorme Spannung auf keiner Seite, im Gegenteil, der Autor findet immer wieder neue Situationen, die die Spannung zusätzlich ankurbeln oder aber die politische Brisanz für einen jüdischen Ermittler im Jahre 1944 verdeutlicht. So ist der Thriller nicht alleine ob seiner Falles fesselnd, sondern auch aufgrund der äußerst schwierigen Lage von Richard Oppenheimer! Hinzu kommt, dass Gilbers die Atmosphäre der Stadt, die von schweren Bombardements erschüttert wird und im Alltag schon deutliche Kriegsmüdigkeit zeigt, sehr gut einfängt: die Szenen, wenn Oppenheimer nach einem Angriff durch die erneut weiter zerstörten Straßenzüge kommt, ist eines Film noirs würdig. Kann man in solch einer Szenerie Hoffnung schöpfen? Selbst wenn man als Jude über die drohende Niederlage des Deutschen Reiches mehr als dankbar sein müsste? Solche Fragen stellt sich Oppenheimer an genau diesen Stellen. Aber auch die vermeintlich absurdesten Begegnungen sind so intelligent eingefangen, dass dieser Roman es wirklich schafft, einen aus einem anderen Blickpunkt über die damalige Zeit nachdenken zu lassen… Dennoch zeigt "Germania" nicht nur die Täter, die vom 'Endsieg" verbittert Überzeugten und die dunkelsten Seiten des Dritten Reiches, sondern auch Menschen, die sich selbst in Gefahr bringen, um anderen zu helfen - die einen im größeren Stil, die anderen in kleinen Gesten.
So bleibt die Lösung des Falles nur eine der Spannungskomponenten. Eine andere, für mich ebenso bedeutsame, ist die Beziehung zwischen Oppenheimer und dem SS-Hauptsturmführer Vogler. An dem zeigt sich, dass etwas vollkommen Gegensätzliches möglich ist: einerseits ist Vogler ein Überzeugungstäter, der gerne an der Ostfront für Hitler und das Reich gekämpft hat, andererseits setzt durch die Alltagsdosis und das bessere Kennenlernen Oppenheimers ein gewisser - vielleicht sogar unterbewusster - Denkprozess ein. Und trotzdem würde der SS-Mann mit größter Freude wieder an die Front, wenn er denn dorthin abkommandiert werden würde. Aus heutiger Sicht ist solch ein blinder Gehorsam, so ein unendlicher Wille nach klaren Befehlsstrukturen und das fast schon ablehnende Verhalten gegenüber eigenen Entscheidungen, gegenüber der Möglichkeit, sich selbst einen Kopf zu machen, unbegreiflich - gerade deshalb fand ich (unter anderem) dieses Buch und seine Figuren so wahnsinnig spannend. Aber auch Oppenheimer selbst ist natürlich sehr interessant: die Gedanken, die er sich um seinen (feindlichen) "Kollegen" macht, die Art, wie er mit seiner neuen, sehr ungewöhnlichen Situation umzugehen versucht und überhaupt die Überlegungen, die er sich beim Zusammentreffen mit allerlei gewöhnlichen und ungewöhnlichen Menschen macht. Ein Jude kann ja schlecht einen Hitlergruß erwidern oder mit einem Judenstern auf der Brust die Befragung eines 'Goldfasans' durchführen - was tun also? Was ist extrem gefährlich, was notwendig? Oppenheimer selbst ist aber auch kein einfacher Charakter, sondern hat durchaus seine Ecken und Kanten. Dazu gehört unter anderem seine Abhängigkeit von Methamphetamin, aber auch seine Art, sich in seine 'Arbeit' so zu vertiefen, dass er alles um sich herum zu vergessen droht.

Kurzum, "Germania" ist extrem spannend, historisch hervorragend recherchiert und sehr intelligent erzählt. Damit ist dem Autor ein historisch-politischer Thriller gelungen, der auch noch super zu unterhalten weiß. Eine definitive Leseempfehlung - natürlich für alle LeserInnen von Volker Kutscher, Cay Rademacher und Philip Kerr - aber auch für alle, die Lust auf einen ungewöhnlichen Spannungsroman haben! Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf eine Fortsetzung!
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am 10. April 2015
Klasse geschrieben, wie auch schon die Bücher davor und vermittel einem ein sehr plastisches Bild im Kopf von den zerstörten Nachkriegszeiten und Problemen, spannend und eindringlich
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TOP 1000 REZENSENTam 12. Januar 2014
"Germania" ist ein Begriff, der von den Nationalsozialisten geprägt und von Hitler und Speer für ihr Projekt der architektonischen Umgestaltung der Reichshauptstadt Berlins in die Hauptstadt des großgermanischen Reichs verwendet wurde.

In dem gleichnamigen historischen Kriminalroman von Harald Gilbers bezeichnet dies den Handlungsort, der Handlungszeitraum erstreckt sich von Anfang Mai bis Ende Juni 1944. Es sind die letzten Wochen des Dritten Reichs und die Berliner leiden unter den Bombenangriffen, die bereits weite Teile der Stadt zerstört und unzählige Opfer gefordert haben. Die jüdische Bevölkerung sieht sich aber einer weit größeren Gefahr ausgesetzt, denn jeder einzelne von ihnen muss tagtäglich mit der Verhaftung und der nachfolgenden Deportation in eines der zahlreichen Konzentrationslager rechnen.

So auch der ehemalige jüdische Kommissar Richard Oppenheimer, der, obwohl äußerst erfolgreich in seinem Beruf, wegen seiner Herkunft aus dem Polizeidienst entlassen wurde und seine Ängste nur noch mithilfe von Barbituraten in Schach halten kann. Zur gleichen Zeit wird Berlin von einem Serienmörder heimgesucht, der seine weiblichen Opfer brutal abschlachtet und deren Leichname der Öffentlichkeit an Kriegerdenkmälern präsentiert. Die einzige Gemeinsamkeit, die diese Frauen haben, sind ihre Verbindungen zur NSDAP. Mit dem Fall betraut ist SS-Hauptsturmführer Vogler, der bei seinen Ermittlungen aber auf der Stelle tritt und deshalb Oppenheimer um Mithilfe ersucht. Mit zwiespältigen Gefühlen stimmt er zu und macht sich an die Aufklärung der Mordserie.

In seinem Erstling "Germania" präsentiert der Autor Harald Gilbers seinen Lesern einen hochspannenden Kriminalfall, der sich wohltuend von der Masse der üblichen Serienmörder-Kriminalromane abhebt. Das liegt zum einen an dem bis ins Detail ausgefeilten Handlungsverlauf, zum anderen aber, und das scheint mir hier entscheidend, an der Art und Weise, in der hier der historische Hintergrund präsentiert wird.

Gilbers beschreibt die Atmosphäre der letzten Kriegstage in dieser geschundenen Stadt sehr anschaulich und präzise, verliert sich aber nicht in Einzelheiten, deren Zweck lediglich darin besteht, die Seiten zu füllen. Jeder Satz hat seine Berechtigung orientiert sich nahe an den historischen Fakten, die der Autor offenbar sehr genau recherchiert hat. Sehr wohltuend ist es auch, dass er auf die voyeuristischen Beschreibungen der Mordfälle verzichtet und durchgängig die klare und unaufgeregte Erzählweise beibehält.

Der Schluss der Geschichte lässt die Vermutung zu, dass es noch weitere Fälle mit Richard Oppenheimer geben könnte - ich würde mich auf alle Fälle darüber freuen!
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