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am 9. September 2013
Martina Sahlers Auswandererroman ist eines der Bücher, die ich kaum aus der Hand legen konnte und in jeder freien Minute weitergelesen habe. Meisterhaft führt uns die Autorin die Geschichte der hessischen Auswanderer vor Augen, die im Jahre 1765 dem Ruf der deutschstämmigen Zarin Katharina nach Russland folgen. Daheim herrschen bittere Not und Hoffnungslosigkeit. Das ferne unbekannte Land scheint die Lösung aller Probleme zu bieten.
Was mir wirklich imponiert hat, sind neben guter Recherche und bildhafter Beschreibung der Spielorte, die Personen, die von der Autorin mit so viel Leben ausgestattet wurden und so echt sind, dass man nach ein paar Seiten schon jeden von ihnen zu kennen glaubt und mit ihm mitfiebert.
Ich kann jedem, der gern in großen Gefühlen und allerlei menschlichen Irrungen und Wirrungen vor historischer Kulisse schwelgt, diesen Roman nur wärmstens ans Herz legen.
Volle 5 Sterne und sehnsüchtiges Warten auf einen Nachfolgeband!
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TOP 1000 REZENSENTam 9. Februar 2014
Dieser Roman hat mich von der ersten Sekunde an gefesselt. Ich konnte zwischendurch kaum etwas anderes machen und ließ sogar eine Verabredung sausen. Spannender und lebendiger kann man Geschichte, hier deutsch- russische Geschichte, nicht verpacken. Der Roman mit den geschilderten Schicksalen ist an sich fiktiv, allerdings mit wahrem historischen Hintergrund.

Im 18.Jahrhundert ruft Zarin Katharina deutsche Landsleute mit dem Versprechen auf Land und Geld auf, nach Russland zu kommen. Vielen geht es zu dieser zeit in Deutschland schlecht, so dass sie dem Aufruf folgen, um in Russland ihr Glück zu versuchen. Allerdings hatten sich viele Menschen ihr neues Leben, in das sie so hoffnungsvoll starteten etwas anders vorgestellt. Bereits auf der Reise voller Strapazen verloren viele Menschen ihr Leben und auch am Ziel ihrer Reise gab es vorerst nur harte Arbeit, Hunger, kalte Winter und andere Probleme.

In diesem Buch wird das Leben einiger Menschen geschildert, die aus dem Dorf Waidbach in Hessen kommen und in Russland eine Dorfgemeinschaft mit gleichem Namen bilden. Die Einzelschicksale sind so spannend und rührend erzählt, dass ich bei manchen dramatischen Szenen den Tränen nah war.

Mit der Geschichte der Wolga- Deutschen beschäftigte ich mich erstmalig in diesem Buch, bin jetzt aber erst richtig neugierig geworden und will noch mehr erfahren. Dieses Buch erhält von mir eine klare Leseempfehlung. Besser kann man es aus meiner Sicht als Autorin nicht machen!
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VINE-PRODUKTTESTERam 10. Juli 2013
Im kleinen Dorf Waidbach herrscht Unzufriedenheit. Das Überleben ist kaum möglich und der Kampf ums tägliche Essen wird durch die Folgen des siebenjährigen Krieges immer schwieriger. Auch die Schwestern Christina, Eleonora und Klara Weber kämpfen nach dem Tod der Mutter. Doch dann kommt ein Werber ins Dorf und bringt ihnen Kunde von der Zarin Katharina. Alles soll besser sein in Russland.

Die Weber-Geschwister überlegen nicht lange und brechen mehr oder weniger erwartungsfroh auf. Aber sie sind nicht alleine. Viele aus dem Dorf folgen ebenfalls dem Ruf der deutschen Zarin nach Russland mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Doch schon bei der Ankunft in Russland stellen die Dorfbewohner fest, dass ihnen viel versprochen, aber wenig gehalten wurde. Und so stellen sie sich erneut dem Kampf ums bittere Überleben, diesmal jedoch in der russischen Steppe.

Die Autorin entführt den Leser in die Steppe Russlands. Was zunächst in einem kleinen Ort in Deutschland beginnt, entwickelt sich schon sehr bald zu einem historischen Auswandererroman, der auf wahren Begebenheiten beruht. Zwar sind die handelnden Personen frei erfunden, jedoch gab es Auswanderungen nach Russland als Folge des siebenjährigen Krieges in Deutschland.
Der Klappentext nimmt vor allem Bezug auf die beiden älteren Weber-Schwestern. Jedoch umfasst das Buch nicht nur ihre, sondern auch die Geschichte aller Dorfbewohner von Waidbach, die zusammen mit den Schwestern ausgewandert sind.

Die Autorin hat sehr gut und intensiv recherchiert, was man dem Buch anmerkt. Ein Blick auf ihre Website bestätigt dieses Gefühl. Die Schauplätze, die Umgebung, das Leben der Siedler - alles wurde sehr detailliert und farbig beschrieben. Man sah die trostlose Steppe Russlands direkt vor sich und konnte problemlos eintauchen in eine fremde, harte Welt.

Die Figuren sind so unterschiedlich, wie aus dem Leben gegriffen. Die Autorin schafft es, jeder Figur einen eigenen Charakter zu geben und diesen dem Leser plastisch zu vermitteln. Sei es die alkoholkranke Marliese, die sich in den Alkohol vor ihrem Mann geflüchtet hat, ihre zwielichtige Tochter Helmine, die von Narben im Gesicht entstellte Anja, der schwachsinne Alfons oder die junge Mutter Veronica. Ihnen allen haucht Martina Sahler Leben ein und lässt den Leser im Laufe des Buches Teil der Dorfgemeinschaft werden.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der 1765 n. Chr. spielt. Zunächst noch geheimnisvoll, wird ein Nicolaj vorgestellt. Danach geht es direkt nach Deutschland in das Dorf Waidbach. Die Geschichte ist in drei Bücher unterteilt:
Buch 1: Aufbruch
Buch 2: Der Weg
Buch 3: Weites Land

Die Geschichte erstreckt sich von den Jahren 1765 bis 1797 über 43 Kapitel. Im Epilog erfährt der Leser, wie es mit den Siedlern bis 1797 weitergegangen ist.

Die Neugierde des Lesers wird gleich im Prolog geweckt, der Spannungsbogen setzt zu dem Zeitpunkt an, wo die Dorfbewohner beschließen, nach Russland zu gehen. Ab da nimmt er immer mehr zu, bis er dann rund 100 Seiten vor Schluss langsam anfängt abzubauen. Die Autorin hat der Geschichte ein ruhiges Ende gegeben und es zusätzlich durch den Epilog abgerundet. Das Ende selbst ist zwar offen, doch ist die Geschichte in sich abgeschlossen.

Die Geschichte bietet viele Überraschungen und Wendungen und ist in den Handlungen stimmig und nachvollziehbar. Auch die Probleme, mit denen die Siedler zu kämpfen und Hindernisse die sie meistern mussten, wurden glaubhaft, detailliert und überzeugend geschildert. Die Angst, die Entbehrungen, jede Emotion kann der Leser direkt nachempfinden und wird quasi Teil der Geschichte. Begibt man sich auf die Reise mit Martina Sahler, so gerät man unmerklich in einen Lesesog, der den Leser erst am Ende des Buches wieder freigibt. Aber auch Tage nach Beenden des Buches dachte ich immer mal an die Dorfbewohner und wie ihre Geschichte wohl weiter gegangen ist.

Gleich zu Beginn des Buches findet man eine Landkarte mit den wichtigsten Stationen der Siedler. Danach folgt eine Auflistung aller wichtigen Figuren inkl. ihrer Zugehörigkeit, Alter und eine kurze Beschreibung. Dies hilft dem Leser gleich zu Anfang, die einzelnen Figuren zu unterscheiden und zu sortieren zu können. Im Laufe des Buches jedoch, benötigt man die Liste nicht mehr. Mit einem ausführlichen Nachwort der Autorin endet das Buch und die Reise nach Russland.

Fazit:
Marina Sahler beschreibt lebendig, einfühlsam und mitreisend ein wichtiges Kapitel der deutsch-russischen Geschichte
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am 19. September 2013
Die Besiedlungspolitik der Zarin Katharina hatte in Deutschland große Folgen, denn immer mehr Deutsche folgten ihrem Ruf. Sie erhofften sich ein neues, sorgenfreies Leben. Der Tod der Mutter befreite Christina von ihren Sorgen, denn somit stand einem Umzug nach Russland nichts mehr im Wege. Erfolgreich hatte sie ihre Schwestern überzeugt. Einen Mann für den Stand einer Ehe zu finden, war für die hübsche Christina nicht schwer, denn verheiratete Paare hatten ihre Vorzüge. Aber ausgerechnet Matthias war es, der Christina zum Altar führte. Er war allerdings der Einzige, für den auch Eleonore sich interessierte. Viele aus ihrem Ort machten sich mit großen Hoffnungen auf den Weg nach Russland. Ihre Hoffnungen lösten sich in Luft auf, als sie den zugewiesenen Ort erreichten. Und dann stand noch der eisige Winter vor der Türe.

Ein toller Roman über die Auswanderung zahlreicher Familien. Ihre Hoffnungen und Sehnsüchte für ein besseres Leben. Sie glaubten den Versprechungen und rechneten nicht mit den Strapazen und Entbehrungen. Hier hat die Autorin das Thema der Besiedlungspolitik in Russland gewählt. Genauso ist es aber auch den Menschen ergangen, die nach Brasilien oder Amerika ausgewandert sind. Sie hat die Zustände auf den Schiffen, die Entbehrungen und die Kraft zum Überleben beschrieben. Ausdrucksvoll hat sie bewegende Momente und Bilder dargestellt. Die Protagonisten wirken menschlich, denn sie haben ihre Fehler und Macken. Mut, Verzweiflung und dennoch Hoffnung haben die Menschen angetrieben. Ich konnte aufgrund der Darstellung in eine Welt eintauchen, die aus der heutigen Sicht, unfassbar ist.

Die Geschichte ist sehr lesenswert, kann ich nur empfehlen.
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am 25. Mai 2017
Historisch sehr interessant und noch dazu in mehrere kleine Lebensgeschichten der ausgesiedelten Deutschen verpackt, ist das ein recht kurzweiliges Lesevergnügen, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
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VINE-PRODUKTTESTERam 21. Juli 2013
1766. Immer mehr Deutsche packen ihre Sachen, um sich den Trecks Richtung Russland anzuschliessen. Sie folgen dem Ruf Katharina der Grossen, die ihren deutschen Landsleuten Land und Wohlstand versprochen hat. Auch die Weber-Schwestern brechen ihre Zelte hinter sich ab. Was haben sie schon zu verlieren? Die Mutter tot, die Weberei läuft nicht so, dass sie davon leben könnten. Mit vielen anderen machen sie sich auf die beschwerliche Reise nach Russland. Nicht alle Siedler sind diesen aussergewöhnlichen Strapazen gewachsen. Viele sterben. Christina träumt von einem schönen Leben in Russland, doch erst einmal muss sie einen Mann finden. Im angeblichen Paradies sind hauptsächlich Ehepaare erwünscht. Sie sucht sich Matthias aus, einen Knecht. Obwohl schon bald verheiratet, macht Christina weiterhin anderen Männern schöne Augen. So ganz anders ist da ihre verwitwete Schwester Eleonore. Eleonore, die immer die Familie im Sinne hat, die sich nicht nur liebevoll um ihre kleine Tochter Sophia kümmert, sondern auch um die jüngere Schwester Klara. Eleonore, die sich in Matthias verliebt - dem Mann ihrer Schwester.
Mit auf die Reise ins Land an die Wolga machen sich Marliese, ihre Söhne Bernhard und Alfons und die Tochter Helmine. Helmine, die sich schwer vernachlässigt fühlt von ihrer Mutter. Der Mutter, die lange Zeit dem Alkohol verfallen war, auf der langen Reise aber wieder zu sich selbst findet.
Die durch einen Unfall im Gesicht verunstaltete Anja tut sich mit Franz zusammen, der ihr vor kurzem noch sehr weh getan hat, doch ohne Franz kann Anja nicht ins gelobte Land ziehen.
Als die Siedler endlich an der Wolga eintreffen, steht der Winter kurz zuvor. Anstatt in ein fertiges Dorf zu ziehen, wie es sich alle vorgestellt haben, stehen die Siedler vor dem Nichts. Das gelobte Land, das Paradies, das hatten sie sich anders vorgestellt. Doch alles Klagen, alle Enttäuschung nützt nichts. In ihrem ersten Winter behelfen sich die Siedler so, dass sie grosse Erdlöcher ausheben, in denen sie überwintern müssen, so wie viele Einheimische auch. Der Winter ist vorüber, die Felder werden bestellt und so langsam wächst auch das Dorf. Einfach ist das Leben in der Kolonie Waidbach nicht, doch die Kolonie wächst. Werden Eleonore, Christina und die anderen hier ihr grosses Glück finden?

"Weisse Nächte, weites Land" - ein Roman, der fesselt und begeistert. Martina Sahler lässt einen eintauchen in die Welt der Siedler. Man spürt die Hoffnung, als sie losziehen ebenso wie die grosse Enttäuschung, als sie vor dem Nichts in der kargen Steppe stehen. Sehnsüchte, Hoffnungen, Träume und Enttäuschungen, als Leser fiebert man mit den einzelnen Personen mit. Ein wunderbarer, ein mitreissender Roman mit überraschenden Wendungen, spannend und sehr authentisch.
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am 18. August 2014
Nur starke Menschen bekommen schwere Wege

Hessen, im 18. Jahrhundert. Schwere Arbeit, Entbehrungen und Armut prägen das Leben der Landbevölkerung, als die Zarin von Russland, Katharina die Große, ein Manifest in die deutschen Lande schicken lässt, das ihren Landsleuten - stammt doch auch die mächtige Katharina aus Deutschland - vergleichsweise paradiesische Möglichkeiten verspricht, kämen sie nur nach Russland und bevölkerten sie, fleißig und in der Landwirtschaft erfahren, ebenso fruchtbare wie menschenleere Regionen auf dem Boden des weiten Zarenreichs. Landbesitz und Steuerfreiheit, ein Handgeld und Unterstützung, Religionsfreiheit und die Chance, neu anzufangen, lockt viele Menschen in die fremde Ferne - vor allem junge Leute entschließen sich zur beschwerlichen Reise in die Ungewissheit, scheinen die Zukunftsaussichten in der Heimat doch alles andere als rosig.
Wie viele andere macht sich auch ein Großteil der Bewohner des hessischen Dorfs Waidbach auf den Weg gen Osten, mit ihnen die Schwestern Christina und Eleonora Weber, die nach dem Tod der Mutter keine Zukunft mehr in Hessen sehen. Unterschiedlicher als diese beiden Frauen könnten Schwestern kaum sein - Christina ist impulsiv und kokett, auf ihren Vorteil bedacht und sich ihrer Schönheit bewusst. Eleonora hingegen ist eine sanftmütige Frau, ebenso schön wie ihre Schwester, aber introvertierter, liebe- und aufopferungsvoll.

"Weiße Nächte, weites Land" beschreibt nicht nur die Reise und die Entwicklung der Schwester auf dem Weg in ein neues Leben, sondern auch das der Menschen, die sie begleiten, das von Anja, der durch ein Brandmal entstellten Apothekerstochter, das Daniels, der Abenteuer in der Ferne sucht, das der Bauernbrüder Franz und Matthias, das der jungen Mutter Veronica und das der Familie Röhrich, die mit einem behinderten Bruder und einer trinksüchtigen Mutter neben Schmerz und Wut gleich mehrere Bürden trägt.
Vielfältig ist das Personal dieses Romans - begrüßenswert vielfältig. Auch wenn mir persönlich aufgrund dieser Vielfalt und der Gleichstellung im Figurengefüge im Roman die Entwicklung der einzelnen Charaktere ein wenig zu kurz kommt und zu plakativ gerät (im Grunde sind alle Figuren Hauptfiguren in der auswandernden Dorfgemeinschaft, was für jede einzelne in meinen Augen kaum genügend Raum lässt), macht gerade das vielgestaltige Personal einen der großen Vorzüge des Romans aus.

Ein anderer großer Vorzug: "Weiße Nächte, weites Land" ist ausgesprochen flüssig zu lesen und entwickelt auf den Leser durchaus eine wohlige Sogwirkung. Es unterhält sehr gut, unterhält mit vielen kleinen, miteinander verschränkten Geschichten und Erzählsträngen.

Manchmal sind mir persönlich die Zeit- und Ereignissprünge ein wenig zu groß, fehlt mir die sukzessive Entwicklung, fehlen mir vor allem Details in der Beschreibung der doch so fremden neuen Erlebniswelt und der Emotionen. Auch an meiner persönlichen - wohlgemerkt recht tief gelagerten - Kitschgrenze wird ab einigen wenigen Stellen gekratzt. Ein wenig mehr Tiefe hätte ich mir gewünscht, ein wenig mehr Atmosphäre und ein tieferes Eintauchen in die fremden Regionen und Bräuche.

Ein kleines Manko bedeutet dies allerdings nur, ist dieser Roman, der uns Leser in eine Welt entführt, die in historischen Romanen Schauplatz der Ereignisse ist (zu selten, wie ich finde, suche ich doch immer nach Romanen, die im Zarenreich spielen) doch wirklich ein Lesevergnügen.
Empfehlenswert für alle Historienliebhaber, die gerne von Auswanderungen und Neuanfängen lesen.

Anzumerken sei an dieser Stelle noch, dass "Weiße Nächte, weites Land" der erste Band einer Romanreihe ist. Trotzdem ist dieser Roman auch als eigenständig abgeschlossenes Buch zu lesen.
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am 19. November 2013
Als Liebhaberin historischer Romane hat mich bereits die Leseprobe neugierig gemacht auf das, was mir der vollständige Roman bieten könnte. Und ich bin nicht enttäuscht worden! Die Geschichten über die deutschen Auswanderer, die dem Ruf der Zarin in die Weiten der russischen Steppe gefolgt sind, haben mich total in ihren Bann gezogen. Durch die spannende, flüssige und mitfühlende Erzählweise der Autorin beeindruckt, konnte ich mich problemlos in die Lage der Protagonisten versetzen, ihre Freude, Trauer und ihr Ringen um den Aufbau einer neuen Existenz in der Fremde miterleben. Mir ist das Eintauchen in die damaligen Geschehnisse ohne Probleme gelungen. Ich danke der Autorin für ein wunderbares Lesevergnügen und vergebe überzeugte fünf Sterne.
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VINE-PRODUKTTESTERam 15. November 2014
Deutschland 1776: die Weber-Schwestern Christina, Eleonora und Klara stehen von einem Tag auf den anderen vor dem Nichts, als ihre geliebte Mutter verstirbt. Was sollen sie tun, wo Klara doch noch ein Kind ist und Elonora sich mit ihrer Tochter Sophia durchs Leben kämpfen muss? Christina hat die scheinbar rettende Idee: warum folgen sie nicht dem Ruf der Zarin Katharina der Großen, die nicht müde wird, Deutsche nach Russland zu locken? Die Schwestern schließen sich einem Treck nach Russland, nichts ahnend, was ihnen das Land an der Wolga bescheren wird.

"Weisse Nächte, weites Land" ist der erste Band der Wolga-Siedler-Saga von Martina Sahler. Ich hatte vor einigen Wochen schon Band 2 gelesen und war sehr neugierig, wie die Weber-Schwestern nach Russland kamen. Und dieser Roman hat mich nicht enttäuscht.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet, man folgt allerdings immer mal wieder anderen Figuren. So lernt man zum Beispiel die spitzzüngige und sehr auf ihren Vorteil bedachte Christina kennen, aber auch den Bauernsohn Matthias oder die Apothekerstochter Anja. Das hat mir sehr gut gefallen, da ich so alle wichtigen Mitglieder aus Waidbach kennenlernen konnte.

Der Roman erzählt zudem von der Reise der deutschen Aussiedler nach Russland, von dem sie sich Reichtum und Wohlstand erhoffen. Die Realität schaut jedoch anders aus und die Autorin scheut ich nicht davor, so manches dramatisches Ereignis in ihr Buch einzubinden. Dabei wird sie aber nie sensationslüstern oder blutig, sondern bleibt schlicht und einfach nah an der Realität. Auch übertreibt sie es nicht mit den Schicksalsschlägen für die Auswanderer, so dass hier ein schöner, zu Herzen gehender, aber keinesfalls schwülstiger Roman entstanden ist.

Der Stil von Martina Sahler ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist leicht, aber nicht zu locker und sie vermag mit dem Blick auf kleine Details dem Leser das Russland des 18. Jahrhunderts näher zu bringen. Toll!

Fazit: ein schöner Auftakt zu einer wunderbaren Reihe. Ich kann das Buch sehr empfehlen.
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am 11. Oktober 2014
Martina Sahlers Auswandererroman ist eines der Bücher, die ich kaum aus der Hand legen konnte und in jeder freien Minute weitergelesen habe. Meisterhaft führt uns die Autorin die Geschichte der hessischen Auswanderer vor Augen, die im Jahre 1765 dem Ruf der deutschstämmigen Zarin Katharina nach Russland folgen. Daheim herrschen bittere Not und Hoffnungslosigkeit. Das ferne unbekannte Land scheint die Lösung aller Probleme zu bieten. Natürlich war mir der Begriff "Wolga-Deutsche" ein Begriff - aber mehr halt auch nicht. Dieser Aspekt der Geschichte meines Volkes war mir nie wirklich bewußt geworden - wann lernt man darüber schon was in der Schule? Allenfalls von der Seite Katharinas der Großen war mir aus der Geschichte bekannt, dass sie auch Deutsche angesiedelt hatte. Die Geschichte wird flüssig, absolut spannend und mitreißend erzählt. Ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen, es war so aufregend, die Familienschicksale zu verfolgen, mit zu leiden bzw. mich mit zu freuen. Die Protagonisten sind sehr vielseitig, authentisch und lebendig, die Handlung nahm oft eine Wende, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe. Ein Roman zum Abtauchen, zum Mit-Leben, Mit-Lachen und Mit-Leiden und zugleich ein Roman, bei dem man Neues lernt. Absolut empfehlenswert!
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