Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug Neuerscheinungen Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle Soolo Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
106
4,4 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:19,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 22. März 2014
Ich finde, das Buch ist eher Fachliteratur. Aber trotzdem; es ist erschütternd zu wissen, was hinter manchen Türen abgeht. Gott sei Dank, ist mir so etwas noch nicht begegnet. Man fühlt sich machtlos, wenn Jugendämter nichts dagegen machen können oder wollen. Es ist dringend notwendig, die Gesetze zu ändern, denn Kinder sind unsere Zukunft!
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. März 2014
Mit diesem herausragenden Beitrag zum schockierenden Phänomen der Kindesmisshandlung in Familien haben die beiden Berliner Rechtsmediziner Saskia Guddat und Michael Tsokos bemerkenswerten Mut bewiesen. Fehlurteile und unentschuldbare Nachlässigkeiten seitens staatlicher Institutionen wie auch seitens niedergelassener und in Kliniken tätiger Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin werden schonungslos offengelegt. Für alle Erzieher/innen, Lehrer/innen sowie Haus- und Kinderärzte sollte das Buch zur Pflichtlektüre werden.
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Mai 2014
Dieser Beitrag war längst überfällig. Für diejenigen, die beruflich mit Jugendämtern und Familiengerichten zu tun haben, ist es nicht überraschend zu hören über den mangelnden Kinderschutz in Deutschland.
Das Ausmaß aber des Versagens der deutschen Behörden übersteigt jegliche Vorstellungskraft.
Es fällt deshalb schwer, dem Buch Sterne zuzuordnen ... für diesen "schwer verdaulichen" Inhalt.
Daß Kinder, die nachweislich von den Eltern misshandelt wurden, aber nicht klar zugeordnet werden kann, ob durch Vater / Lebensgefährten oder Mutter; daß dann beide meist freigesprochen werden, und das Kind häufig wieder zu ihnen zurückkommt, und damit seinen Misshandler wieder überlassen wird, ist unglaublich zynisch. Das scheint dem Grundsatz zu folgen "Die Kinder sind das Eigentum ihrer Eltern, und diese können mit ihnen machen, was sie wollen."
Dabei ist in vielen der genannten Fällen klar, daß einer der beiden Täter ist, und der/ die andere sich der unterlassenen Hilfeleistung oder mindestens der Verletzung der Aufsichtspflicht schuldig gemacht hat. Warum werden diese Eltern nicht bestraft, und warum wird das Kind nicht geschützt durch Inobhutnahme bzw. Unterbringung in einer Pflegefamilie. Und das Sorgerecht vorübergehend entzogen mit Auflagen für die Eltern, Beratung oder Therapie in Anspruch zu nehmen, um dann evtl. wieder das Sorgerecht oder Umgangsrecht bekommen zu können. Vermutlich waren die Eltern selbst geschlagene oder vernachlässigte Kinder, und hätten so die Chance, ihre eigene Geschichte aufzuarbeiten, um es nicht bei weiteren Kindern zu wiederholen.
Es wird so viel geredet über Kindeswohl-Gefährdung nach Par. 8a des KJHG und wenn es dann aber gemeldet wird beim Jugendamt z.B. von Fachleuten aus Familienberatungsstellen scheint nicht zu passieren, außer daß die Familie beobachtet wird.
Ich könnte hier einige Fälle beisteuern, wo es zum Teil sogar noch einfacher wäre, eine Maßnahme in die Wege zu leiten, weil z.B. ein Elternteil ausdrücklich darum gebeten hat, nachdem das Kind mit massiven Verletzungen vom anderen Elternteil zurückkam. Aber bei vielen Jugendämter gibt es offensichtlich klare Sparvorgaben und das heißt, es sollen Unterbringungen um jeden Preis - nicht selten eben um den Preis eines Kinder-Lebens- verhindert werden. Manche Jugendämter rühmen sich mit ihren besonders niedrigen Jugendhilfe-Kosten.
Am bittersten ist es bei Verdacht auf sexuellen Kindesmissbrauch - das könnte eine Fortsetzungsgeschichte für die Autoren sein.
Hier wird den Opfern meist ein Glaubhaftigkeits-Gutachten zugemutet, das weniger Aussagekraft hat, als wenn man eine Münze wirft, und das dann aber oft von FamilienrichterInnen stärker für ihre Entscheidung gewichtet wird als die Einschätzung der Rechtsmediziner über das Verletzungsprofil des Kindes.
Das wichtigste Kapitel im Buch ist natürlich "Was sich ändern muß": und da werden als Forderungen aufgeführt 1. Kinder schnell von ihren Misshandlern trennen, 2. Helfer schulen und stärken 3. Kontrolle der Kontrolleure! (Es gibt bisher keine funtionierende unabhängige Kontrolle) und natürlich auch Gesetzliche Meldepflicht einführen (wie in anderen Ländern üblich).
Es wird ganz deutlich, daß Deutschland hier Entwicklungshilfe braucht i. S. Kinderschutz von anderen Ländern.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Februar 2014
Ich binden beiden Autoren sehr dankbar für dieses Buch und da es sich ja um bekannte und renomierte Wissenschaftler handelt findet es bestimmt auch die Aufmerksamkeit die es verdient!

Ich selber versuche im bescheidenen Rahmen meiner Möglichkeiten den in misshandelten Kindern in meinem (auch beruflichen) Umfeld auch eine Stimme zu geben. Ich verstehe mich (Leitung einer Kita) als eine Anwältin der uns anvertrauten Kinder und nicht als Verbündete der Eltern. Dies macht mich weder bei meinem Träger noch bei den zuständigen Behördern beliebt.

Ich wünsche mir, dass dieses Buch endlich die Aktuere im Sozial- und Gesundheitswesen wach rüttelt!!! Es gibt viele gute Ideen zur Verbesserung der Situation der Kinder, aber es gibt sie nicht zum Nulltarif.

Besonders erschüttert hat mich die Tatsache, dass es auch in Einrichtungen (Mutter-Kind-Heim) Kindesmisshandlungen gibt, da war ich bis dato immer davon ausgegangen, dass diese Maßnahme dem Schutz der Kinder dient.

Das Buch lässt sich von jedermann gut lesen, da die Autoren in "normaler" Sprache schreiben und Fachbegriffe werden verständlich erläutert.

Ich empfehle dieses Buch ohne Einschränkung bzw. würde es sehr gerne zur Pflichtlektüre erklären in den Bereichen Jugend- und Sozialhilfe, Gesundheitswesen und besonders der Politik!!!
33 Kommentare| 26 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. März 2016
Es ist tatsächlich teilweise sehr reißerisch geschrieben. Alle Klischees werden bedient und wiederholen sich leider oft. Das Thema kommt dennoch gut zur Geltung, das hätte man aber auch in der Hälfte der Wörter erreichen können.
Die Ideen sind, was das System angeht gut, was die Betreuungsvergleiche aus anderen Ländern angeht, Geschmacksache. Mit Sicherheit erreicht man dadurch eine professionellere Betreuung und wohl auch weniger Misshandlung. Leider zu Lasten der Familienbande und es gibt ja zum Glück noch genug Familien in denen die Kinder nicht misshandelt werden.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 12. Februar 2014
Das Autorenpaar, das aus der Rechtsmedizin kommt, rüttelt an einem Tabuthema, das von vielen verschwiegen wird. Man hat gar manchmal den Eindruck, als ob hier völlig übertrieben wird. Doch die Fallbeispiele aus dem Alltag der beiden Ärzte, gibt Ihnen recht, ihre Mission: Kindern ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung zu ermöglichen. Ihr Appell richtet sich an Familienrichter, Staatsanwälte, Kinder- und Klinik-Ärzte, Jugendämter, Familiengerichte, Familienhelfer, Gesetzgeber, Kinder- und Jugendschutz, Ermittlungsbehörden, Sozialarbeiter und: Uns! Wir die wir Nachbarn sind, Menschen die beobachten und wahrnehmen. Doch die Bilanz ist erschütternd: Es wird weggeschaut, verschwiegen, verharmlost, verleugnet, schöngeredet. Die Täter sind meist die Eltern, die Verlierer die Kinder! Das Tragische daran ist, dass sich kleine Kinder noch nicht genügend ausdrücken und wehren können. Noch tragischer ist, wenn etwa Betreuungs-und Kontrollpersonen von Jugendämtern etwa sich linken lassen oder noch schlimmer, einfach wegsehen. Offensichtlich gesteht sich unsere Gesellschaft nicht ein, dass viele Eltern - aus welchen Gründen auch immer - sich überfordert fühlen, und fähig sind, ihre Kinder zu verletzen, manchmal mit verheerenden Folgen. Spätestens nach dieser Lektüre wird klar: Unser System hält dem nicht stand, was Kinder über sich ergehen lassen. Das erste aufrüttelnde Statement des Autorenpaars: "Sie glauben nicht an Serientäter? Wir Rechtsmediziner schon!" Man bekommt Gänsehaut, wenn man diese Lektüre liest. Der Rechtsmediziner steht am Ender der Kette und kommt dann auf den Platz, wenn es im Grunde schon zu spät ist. Eine Lektüre, die auch auf die Politik zielt, in der Hoffnung, dass sich da etwas von ganz oben verändern muss, um diesen Schwachpunkt in unserer Gesellschaft konsequent anzugehen. Das ist eine Thematik, die nicht nur in Deutschland ein Thema ist (auch wenn mit anderen Ländern verglichen wird) und nur im gemeinsamen Angehen, auf eben verschiedenen Ebenen eine Chance hat, zum Wohle unserer Kinder, eine wirkliche Veränderung einzuläuten.

Die Fallbeispiele der beiden Autoren machen betroffen und sollen das auch. Man hält den Atem an, wenn die beiden so manche Wahrheit aufzeigt. Wir erfahren davon, wie Überforderungssituationen Eltern, Stiefeltern zu Gewaltsituationen bereit sind, weil sie beispielsweise ein "Schreikind" zu hause haben. Im Zentrum steht das Schütteltrauma, wo Kinder bis zur Apathie geschüttelt werden (Shaken Baby Syndrome). Das eigene Unvermögen angesichts einer geforderten Situation ist es fast immer, die Aufsichtspersonen entweder gewalttätig werden lassen, oder ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen. (Wenn etwa eine Kindergärtnerin ihre Kinder für 30 min. (!) alleine lässt, und danach ein Kind im Gesicht völlig verbissen ist.) Es gibt zwar einzelne Beispiele, so so mancher Rechtsmediziner aufatmet, etwa wenn sich eine Mütze blau abgefärbt hat und er realisiert, das ist keine Verletzung. Doch die weitreichende Bilanz ist erschütternd, besonders dann, wenn Kinder an der erfahrenden Gewalteinwirkung sterben. Tsokos und Guddat zeigen die Schwachstellen auf, warum unser System im Grunde kläglich versagt. Noch erschütternder ist jedoch die Ignoranz die hier in aller Deutlichkeit angesprochen wird! Nicht die der Eltern, sondern von denen, die nach der Gewalttat, sich mit der Familie und dem Kind konfrontiert sehen. Kinder werden geschüttelt, verbrannt, verbrüht, vernachlässigt - das ist die traurigmachende Bilanz dieses Buches, und das Schlimme daran ist, dass man förmlich spürt, dass diese beiden recht haben! Wer kennt nicht die Erfahrung, etwa bei Nachbarn mitzukriegen, dass er seine Kinder schlägt? Ich kenne diese Erfahrung. Doch die Tragik hat kein Ende: Denn oftmals werden Eltern, aus mangels an Beweisen, freigesprochen, das Kind wird ihnen weiterhin anvertraut, das Drama kann weitergehen - ohne wirklichen Schutz für Kinder, die sich der Gefahr einer Gewalteinwirkung nicht entziehen können. In bezeichnenden Beispielen, spielen Eltern immer einen Unfall vor, der im Grunde gar keiner war. Hier wird gelogen, bis sich die Balken biegen. Eine Botschaft mit Aufforderungscharakter, die uns alle angeht, vom Nachbarn, über den Arzt, bis zum Richter. Es kann nicht sein, dass Kinder weiterhin misshandelt werden, ohne das WIR unsere Verantwortung übernehmen, egal an welchem Glied der Kette wir sind.

Man wird ohnmächtig, wenn klar erwiesen ist, dass Eltern hier zu weit gegangen wird und Kinder in ihre Hände zurück gegeben werden. Eltern werden Täter - ohne dafür bestraft zu werden, das ist der weitreichende Tenor unserer heutigen Zeit. Auch wenn wir hier die Hintergründe, so manches Elternteils erfahren, gibt diese Situationen noch lange keine Rechtfertigung. Ein Buch das einen Blick wirft auf: Das Unvermögen junger Eltern, die Inkompetenz von Mitarbeitern der Jugendämter, von Ärzten die sich eingestehen können, dass hier eine Misshandlung vorliegt bis dahin dass Richter den Tatbestand zurückweisen, weil sie nicht glauben können, dass Eltern ihre Kinder ja bis zum Tod verletzen können. Dieses Buch ist ein Wachrüttler, der sich an verschiedene Personengruppen richtet. Doch bietet dieses Buch auch nachvollziehbare Lösungsansätze: Etwa der Weiterbildung von Ärzten, die von der Rechtsmedizin über Misshandlungen geschult werden. Oder etwa der Anpassung von Kitas und Krippen nach skandinavischem Standart, umso eine grössere Entlastung für Mütter und Väter zu gewährleisten. Auch das Alter von adoptionswillingen Paaren anzuheben, oder der Leichenschaupflicht bei verstorbenen Kindern. Die Einrichtung von Kinderschutzambulanzen und eine grundlegende Aufklärung die an Richter, Staatsanwälte gehen muss! Auch die Abschaffung von wirkungslosen Helfern ist ein Thema, denn diese Leute nutzen niemandem etwas. Was nutzt ein angemeldeter Besuch einer Helferin des Kinderschutzes, wenn alles dort beim Besuch gefakt ist, und die beauftragte Person nichts merkt oder noch schlimmer wegsieht! Die Trennung von Misshandeln und ihren Kindern ist unabdingbar genausowichtig, als auch die Überprüfung von Menschen, die Misshandler besuchen (Controlling). Die ärztliche Reaktionspflicht ist hierbei von immenser Wichtigkeit und zuletzt sind wir Leser gefordert, denn: "Eingreifen und nicht wegschauen", ist die Devise, für die es keine Ausflüchte oder Ausreden mehr geben darf! Klar: Dieses Buch ist eine aufrüttelnde Kampfansage, für ein gesellschaftliches System, das im Punkto Kindesmisshandlung, bis dato ein einem Dauerversagen im Begriff ist. Höchste Zeit, etwas zu ändern. Man kann die beiden Autoren zu diesem mutigen Schritt nur gratulieren und hoffen, dass sie möglichst viel dadurch erreichen, unseren Kindern sind wir es schuldig, so oder so. Kinder erleben täglich Gewalt, die Frage ist: Ob wir hinsehen wollen oder nicht.

Michael Tsokos und Saskia Guddat waren am 5. Februar bei Markus Lanz, die Sendung kann als Video abgerufen werden.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Juli 2016
Ein tolles und unterhaltsames Buch, dass aber nicht nur kontrovers darlegt, sondern auch Lösungen aufbietet. Das sollten viele Menschen mal lesen, die im Kinderheimbereich arbeiten, aber vorallem jegliche Familienhelfer, Jugendämter usw.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Februar 2014
Leider kann so ein Buch nur diejenigen erreichen, die sich ohnehin für die Thematik interessieren und sich damit auseinandersetzen WOLLEN!
Meine Tochter wurde von Ihrem Vater mißhandelt und trotzdem fordert unsere Rechtsprechung, dass sich die Kleine (sie ist fast 4 Jahre alt) gegen ihren Willen mit ihm treffen muss. Noch finden die Treffen mit Begleitung einer unabhängigen Person statt, aber obwohl die Kleine immer wieder weint,schreit und die Treffen abbrechen möchten, muss sie weiterhin dadurch, weil sie ja laut Gesetz einen Anspruch auf den Umgang mit ihren Elternteilen hat. Über die seelischen Konsequenzen macht sich kein Richter bei solchen Regelungen Gedanken. Wie man sich als hilflose Mutter- die sich nach den richterlichen Beschlüssen zu richten und zu verhalten hat- fühlt, kann ich nicht in Worte fassen. ...es zerreist mich schier...
33 Kommentare| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Juli 2016
Und keiner tut etwas. Der Nachbar schaut weg, aus Angs vor Ärger, der ihm auch gewiss ist, Der Mißbraucher wertet es als Narrenfreiheit und macht munter weiter und der Gestzgeber versagt auf der ganzen Linie jämmerlichst.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. März 2014
Zum Buch:

Mit “Deutschland misshandelt seine Kinder” machen Michael Tsokos und Saskia Guddat auf die erschreckend hohen Zahlen der Kindesmisshandlung in Deutschland aufmerksam. Sie schildern haarsträubende Fälle, bei denen sie selbst hinzugezogen wurden, liefern Vorschläge und stellen Forderungen zur Verbesserung des Kinder- und Jugendschutzes in Deutschland.

Michael Tsokos leitet seit 2007 das Institut für Rechtsmedizin der Charité in Berlin und ist ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Forensik. Er hat bereits mehrere Bücher über seine spektakulärsten Fälle veröffentlicht und gemeinsam mit Sebastian Fitzek den Thriller “Abgeschnitten” geschrieben.
Saskia Guddat ist ebenfalls am Institut für Rechtsmedizin der Charité beschäftigt und ist zusätzlich Mitglied mehrerer Berliner Kinderschutzgruppen.

Zum Inhalt (laut Buchrückseite):

Jedes misshandelte Kind ist eines zu viel

Das deutsche Kinder- und Jugendschutzsystem versagt mit grausamer Regelmäßigkeit. Sozialarbeiter und Ärzte schreiten auch bei erkennbaren Misshandlungsfällen oft nicht ein. Richter sprechen in Zweifelsfällen vorschnell die Angeklagten frei.
Die Rechtsmediziner der Berliner Charité Michael Tsokos und Saskia Guddat decken gravierende Missstände auf und zeigen, wie wir die Gesundheit und Rechte der Kinder besser schützen können.

Der erste Satz: Auf das Thema “Kindesmisshandlung” angesprochen, reagieren erstaunlich viele Menschen mit reflexartiger Abwehr.

Meine Meinung:

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 200 000 Kinder Opfer von Gewalt durch Erwachsene. 320 Kinder sterben dabei durch die körperliche Gewalt. Diese Gewalt findet fast ausschließlich in den Familien statt. Meist sind es die Mütter oder Väter selbst bzw. deren Lebensgefährten, die ihren Kindern so viel Leid antun. Und die Wahrscheinlichkeit, dass diese Kinder später selbst einmal zu Tätern werden, ist hoch.

Es ist bewiesen, dass chronische Misshandlung in der Kindheit zu bleibenden Gehirnveränderungen führen kann. So können viele der misshandelten Kinder auch im Erwachsenenalter ihre Emotionen nicht richtig steuern und sind unfähig, ihre Umwelt realistisch wahrzunehmen. Sogar das Hirnvolumen und die Hirnströme sind in vielen Fällen verändert. Dadurch gehen auch die vier Basisfähigkeiten verloren, die Eltern zur Erziehung brauchen: Empathie & Kommunikation, Realistische Wahrnehmung, Realistische Erwartungen und Aggressionskontrolle.

In unserer Kultur war Gewalt gegenüber Kindern und Gewalt im Allgemeinen bis vor wenigen Jahrzehnten vollkommen normal. So durften deutsche Ehemänner ihre Frauen bis in die 1950er-Jahre schlagen und das “Züchtigungsrecht für Lehrkräfte an Schulen” wurde erst 1973 abgeschafft. Das Recht auf gewaltfreie Erziehung besteht sogar erst seit 2000. Zudem gehört Gewalt in der Kultur vieler Migranten noch heute zu den gängigen Methoden.

Michael Tsokos und Saskia Guddat haben selbst schon zahlreiche Fälle massivster Misshandlung gesehen, sie kennen die Anzeichen für Misshandlung und auch die Geschichten, mit denen die Eltern die schweren Verletzungen ihrer Kinder zu erklären versuchen. Der komplizierte Oberarmbruch stammt natürlich daher, dass das Kind von der Couch gefallen ist, die zahlreichen blauen Flecken sind beim Spielen entstanden. Neben Brüchen und blauen Flecken gibt es auch Verletzungen wie Bisswunden, Scalping oder das Schütteltrauma, das für viele Säuglinge tödlich endet oder sie in eine lebenslange Behinderung stürzt.

Die beiden Autoren zeigen, was sich ändern muss, um die Rechte der Kinder auf eine gewaltfreie Erziehung zu wahren und die körperliche und geistige Gesundheit zu gewährleisten. Regelmäßig versagen die staatlichen Institutionen, das Jugendamt, die Ärzte und Richter. So werden viel zu oft die Täter freigesprochen und die Kinder gelangen trotz der Tatsache, dass eindeutig bewiesen wurde, dass sie Opfer von körperlicher Gewalt geworden sind, zurück in die Fänge ihrer Misshandler.

Michael Tsokos und Saskia Guddat liefern Vorschläge und stellen Forderungen zur Verbesserung des Kinder- und Jugendschutzes in Deutschland. Dazu gehören beispielsweise die rechtsmedizinische Schulung von Richtern und Kinderärzten, die Meldepflicht bei Verdacht auf Kindesmisshandlung, die Reform des Adoptionsrechts oder auch die Errichtung von Dezernaten für Kinderschutz.

“Deutschland misshandelt seine Kinder” ist wirklich ein sehr beunruhigendes Buch. An zahlreichen Stellen war ich fassungslos, was Eltern ihren Kindern für grausame physische und psychische Verletzungen zufügen. Doch genau dieser “Das tun Mütter/Väter/Eltern ihren Kindern doch niemals an”- Gedanke ist oftmals schuld, dass die Täter nicht angezeigt werden und die Kinder weiterhin leiden müssen. Umso wichtiger ist dieses Buch mit seiner augenöffnenden Funktion und dem Appell an die Leserschaft, nicht wegzuschauen.

Mein Blog: readforthethrill.wordpress
0Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken