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am 19. November 2013
ich persönlich würde auch dieses Buch als eines der besten Sachbücher in den vergangenen Jahren zu einem Kriminalfall, der Deutschland nach wie vor beschäftigt beschreiben. Obwohl ich seit Jahren die Berichte über den "Fall Peggy" verfolge, hat mich das Buch doch noch erschüttern können. Ich hatte nicht erwartet, so viele, mir bisher unbekannte, Fakten und Details dort zu lesen. Das Buch ist sehr gut gelungen und bewundere die Arbeit der zwei Autoren, Ina Jung und Christoph Lemmer, sehr.
Eine tragische Geschichte die sich hoffentlich bald aufklären wird und der wahre Täter so auch Peggy gefunden wird.
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Der 07.Mai 2001 war kein Tag wie jeder andere, schon gar nicht für die 9-jährige Peggy Knobloch. An diesem Tag verschwand Peggy spurlos. Eine groß angelegte Suche nach dem Mädchen verlief bis heute ergebnislos. Keine Leiche, keine Erpressungsforderungen, keine Ergebnisse bis heute.
Das Städtchen Lichtenberg in Oberfranken rückt in den Fokus der Nachrichten. Nahezu jeder wird nach Hinweisen zum Mädchen, deren Umfeld und deren Familie befragt. Lange Zeit steht ihr türkischer Stiefvater Ahmet Yilmaz in Verdacht, bis dieser nicht mehr gehalten werden kann.
Dann endlich hat die 2. gebildete Soko einen geständigen Täter - Ulvi Kulac, einen geistig zurückgebliebenen 24-jährigen Mann. Es beginnt ein Prozess ohnegleichen, in dem es darum geht, gewonnene Ermittlungsergebnisse an den Täter anzupassen ...

Mit diesem Buch hält man ein Werk in den Händen, dass niemanden kalt lässt. Schon die Tatsache an sich, dass ein Kind verschwindet, ist schlimm und nicht nur für alle Beteiligten unfassbar, was aber anschließend bei der Suche nach dem Schuldigen geschah und während des Prozesses, spottet jeder Beschreibung.
Während der Ermittlungen gibt es mehrere Thesen, die aufgestellt werden. Wollte Peggy weg von ihrer Mutter oder dem Stiefvater, der sie prügelte? Ist sie, als sie gesehen wurde, wie sie in ein Auto stieg, ein Missbrauchsopfer geworden oder ist sie gar nach Tschechien verschleppt worden, um dort an einen Zuhälter zu geraten?

Nachdem die Soko 1 mit keinem Täter aufwarten konnte, wird eine Soko 2 gebildet, mit der die Befragungen von vorn beginnen.
Nachdem diese mit Ahmed Yilmaz keine geständige Person vorweisen können und sein Alibi stichfest ist, schießen sie sich auf Ulvi Kulac. Unter höchst dubiosen Umständen erhalten sie von ihm ein Geständnis, auf das sie ihn festnageln, obwohl er es später widerruft.
Alle recherchierten Ermittlungsergebnisse werden so konstruiert, dass sie passend auf Ulvi zutreffen. Hinweise, dass Peggy zu späterer Zeit als dem von der Polizei festgelegten Todeszeitpunkt, von mehreren Personen noch gesehen wurden, wurden dem Gericht gar nicht erst vorgelegt oder als nicht wichtig erachtet.
Seitens der Ermittler gibt es einen festgelegten Tathergang, von dem auch durch Zeugenaussagen nicht abgewichen wird.

Der anschließende Prozess ist eine Farce. Dem Gericht stehen nicht alle Unterlagen zur Verfügung, was nicht stimmig war, wurde dem Gericht nicht vorgelegt. Selbst die Tatsache, dass ein Geständnis nur dann vor Gericht zugelassen ist, wenn es vor einem Richter geäußert wurde, wird umgangen.

Das Autorenduo Ina Jung und Christoph Lemmer hat sich intensiv mit dem Verschwinden von Peggy beschäftigt. Was dabei zu Tage kommt, haben sie in diesem Buch aufgeschrieben. Widersprüche und fehlende Hinweise fanden sie noch nach Jahren des Verschwindens von Peggy.
Da fragt man sich als Leser nicht nur einmal, wieso gab es zur damaligen Zeit keinen kompetenten Vertreter, der darauf aufmerksam gemacht hatte? Weder die Polizei noch das Gericht oder gar die Presse haben Anstalten gemacht, der wirklichen Wahrheit auf den Grund zu gehen. Die Öffentlichkeit forderte einen Schuldigen und der wurde ihr präsentiert. Dass es sich dabei aller Wahrscheinlichkeit um einen konstruierten Täter handelt, war dabei völlig egal.

Ein Kapitel des Buches bezieht sich auf das Thema, wie die Polizei Geständnisse produziert. Es macht Angst, wirklich Angst. Einige andere Beispiele neben dem vom Verschwinden Peggys werden benannt, wo es auch anders geht, aber es gibt auch Beispiele, wo eindeutig ein Fehlverhalten der polizeilichen Ermittlungen, der Staatsanwaltschaft und des Gerichts zu erkennen ist.
Dieses Buch ist ein Hinweis auf die absolute Inkompetenz der zuständigen Behörden, die im Fall Peggy ermittelt haben.
Nachdem die Ermittler sich auf ihren Täter eingeschossen haben, wurde nicht mehr ernsthaft nach dem wahren Täter gesucht. Die beiden Autoren sind auf eine Person gestoßen, die ebenfalls infrage gekommen wäre, aber die Ermittlungen wurden in diese Richtung eingestellt, weil man ja bereits einen "geständigen" Täter hatte.

Unglaubliches hat man nach der Lektüre des Buches an Wissen aufgenommen. Es zeigt einen Rechtsstaat, der es mit Recht und Gesetz unter Druck nicht so genau nimmt. Es wurden gravierende Fehler gemacht, Geständnisse unter Druck erpresst, Aussagen wurden widerrufen, weil sie der Polizei nicht gefielen.
Das Vertrauen in diesen Rechtsstaat kann man mit solchen Machenschaften nicht aufrecht erhalten. Wem kann man denn überhaupt noch trauen, wenn selbst die, die für Ordnung und Sicherheit sorgen sollen, sich die Wahrheit zurecht biegen?
Ich für meinen Teil bin wirklich entsetzt über das, was ich erfahren habe und es macht mich nachdenklich.
Man kann wirklich nur hoffen, dass man nie schuldlos in das Getriebe dieses Rechtsstaates gelingt, denn dann hat man garantiert verloren.
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am 30. April 2013
das allerdings für die deutsche Justiz ein trauriges und zugeleich erschreckendes Bild abgibt.
Dieses Buch müsste eigentlich Staub aufwirbeln, Diskussionen auslösen - und zu Konsequenzen führen.
Ein großes Lob und Dank an die beiden Autoren, die sich diesem verworrenen Fall angenommen haben. Ich hoffe, dass sie mit ihrem Werk viele Leser erreichen, die sich für das Verbleiben Peggys interessieren.
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am 4. September 2013
Dass das Buch hier bei Amazon unter “Ratgeber” geführt wird, ist eine weitere bizarre Ironie dieses total vermuxten Kriminalfalles: Es ist nämlich ein Ratgeber dafür, wie eine polizeiliche Ermittlung besser nicht laufen sollte, nämlich unter Druck, der am Ende zu nichts Gutem führt.

Vorweg etwas Allgemeines: Peggy war eines der ersten Kinder, deren Verschwinden den falschen Eindruck auslösten, es gäbe im deutschsprachigen Raum immer mehr Gewaltverbrechen gegen Kinder. Da es aber immer weniger Kinder gibt und die zentraleuropäische Welt auch sonst immer weniger Morde verzeichnet, stimmt das nicht.

Den “Skandal”, wie es Ina Jung und Christoph Lemmer mit Nachdruck nennen, liegt darin, dass der Mörder von Peggy mit guter Wahrscheinlichkeit beim Schreiben dieser Rezension noch frei ist, während ein geistig benachteiligter Mann dafür eine lebenslange Haftstrafe in der forensischen Psychiatrie absitzt.

Die Ermittlungen und die Gerichtsverhandlung liefen, wie das Buch unbarmherzig, polizei- und gerichtskritisch darstellt, nicht gut. Der Verurteilte ist leider ein klassisches Opfer für ein Fehlurteil, wie es sie schon seit Jahrhunderten gut dokumentiert gibt: Er erfindet gerne Geschichten, plappert manchmal auch Unsinn mit, hat wenig Einsicht und kann sich kaum wehren. Gerade die oft vorbildlich arbeitende bayrische Polizei sollte seit Räuber Kneissl, der den ganzen Staats-Apparat ungewollt vorführte, in schrägen Fällen wie dem von Peggy ein wacheres Auge haben.

Richtungsstreit in Ermittlungen gibt es immer, und Fehlurteile sind auch nichts neues. Die Autorin und der Autor gehen darauf aber nicht ein, sondern zeigen hier (und in einem kurzen Exkurs am Fall Mollath) -- merklich innerlich beteiligt -- beispielhaft an einem Fall, was sie so richtig ärgert: Der Glaube vieler an den Staat, die Gerechtigkeit und “das Verfahren”, obwohl bei den Nachforschungen zu Peggys Verschwinden genügende und deutliche Hinweise darauf gab und gibt, dass beispielsweise Zeugenaussagen von der Polizei bewusst überhört wurden, wenn sie nicht in den vermuteten Ablauf passten.

Auch die Leiche, die meiner Auffassung nach auf jeden Fall hätte entdeckt werden müsste, wenn die Schilderung des Verurteilten stimmen würde, ist bis heute verschwunden. Das ist für mich als Spurenkundler eigentlich die lauteste Alarmglocke -- wie kann ein Geständnis von Gericht als wahr gelten, wenn die Leiche an keinem der Orte, an dem sie demnach liegen müsste, zu finden ist? Seit wann lösen sich Leichen in Luft auf?

Was im Buch nicht steht, und was Stoff für vermutlich noch zwei Bände zu diesem ungemütlichen Thema wäre: a) Was die PolizistInnen, die den jetzt in Haft sitzenden “Täter” für schuldig halten, zum schiefen Verfahren und Vorgehen denken, b) was der eigentlich sehr erfahrene forensisch-psychatrische Sachverständige heute dazu denkt und c) vor allem, wie Peggy vor den Augen ihrer Mutter und ihres Stiefvaters zum deutlich erkennbar misshandelten Kind werden konnte, das nach Aufmerksamkeit und Liebe woanders suchte.

Mir ist das kalte Grauen über den Rücken gezischt, während sich das Buch von einem anfangs noch sehr auf Ablauf-Fehler konzentriertem, rein journalistischem Stück zu einem aufwändig recherchierten Horrorfilm -- samt möglichem wahrem Täter -- entwickelt. Solange die "Gegenseite" sich nicht zum Buch äußert, bleibt es ein Lehrstück dafür, wie leicht Menschen sich manchmal von ihren eigenen Annahmen leiten lassen -- und das, obwohl es schon bei Sherlock Holmes heißt: "Never assume anything."

Mark Benecke, Kriminalbiologe
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Kleine Spoilerwarnung zu Beginn. Ich gehe auch auf den Fall Ulvi K. ein, allerdings weniger auf den Buchinhalt bezogen, sondern allgemein. Wer diese Informationen lieber nicht vorher wissen möchte, möge bitte zum letzten Absatz "Fazit" springen.

Ich verfolge den Fall seit vielen Jahren. Ich habe schon zu der Zeit, da Ulvi K. wegen Mordes zu einer Lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde, bereits starke Zweifel gehabt, dass Ulvi K. wirklich in einem kleinen Zeitfenster den "perfekten Mord" begangen haben kann. Ein Mann wie ein Baum, der wirkt wie ein kleiner Lausbub, den man beim Bonbonstehlen erwischt hat. Aber immerhin hat er ja gestanden und es gibt ja Beweise, wie zum Beispiel..... ja welche eigentlich? Eigentlich gab es mehr Beweise, die gegen die Schuld des Ulvi K. sprechen, als umgekehrt. Vielleicht hat ja der gesunde Menschenverstand in der bayrischen Justiz nichts verloren, aber jeder normal denkende Mensch kommt zu dem Schluß, dass die Beweise und ein später widerrufenens Geständnis niemals zur Verurteilung ausgereicht haben dürften.
In Bayern tickt die Justiz eben anders.
So kann man in gar nicht all zu weiter Vergangenheit ein weiteres Possenspiel bayrischer Rechtssprechung inkl. Lenkung geistig weniger gut ausgestatteter potentieller Mörder in Richtung Geständnis finden. Wenn die Leiche plötzlich samt Auto aus der Donau gefischt wird und doch nicht, wie es im Geständnis gesagt wurde, an die Schweine und Hunde verfüttert wurde! dann hat das doch erstmal nichts mit dem Urteil zu tun oder?!
Ich empfehle den Artikel "Tot ist tot" von Spiegel-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen. Er ist online verfügbar.

Zurück zu Peggy und dem verurteilten Ulvi K. der übrigens noch keinen Tag seiner Haftstrafe verbüßt hat, weil er wegen anderer Vergehen in einer psychiatrischen Anstalt sitzt:
2010 hat Kriminalpsychologe Thomas Müller Ulvi K. interviewt. Man merkte dem erfahrenen Wissenschaftler an, dass er starke Zweifel an der Täterschaft K.'s hatte, die nicht nur in der Persönlichkeit zu finden sind, sondern eben auch in der puren Tatsache, dass eben jemand mit einem IQ von 67 solch einen Mord, inkl. spurloser Beseitigung des toten Mädchen niemals bewerkstelligen hätte können.
Ich wusste, dass er es nicht war und ich hoffte, nein ich war fast sicher, dass man von diesem Fall noch hören würde.
Ich glaube im März dieses Jahres 2013 war es, als der Anwalt des verurteilten Ulvis, Michael Euler, den Antrag zur Wiederaufnahme des Verfahrens stellte. Über 1000 Seiten umfasst die Begründung.
Aktueller denn je ist der Fall dieser Tage, da die Polizei wieder gräbt. Unter einem Brunnen eines Nachbarn, der sich strafbar gemacht hat wegen "sexuellen Kindesmissbrauchs"-2008 verurteilt, bereits zu Beginn des Jahrhunderts war dies laut "Badischer Zeitung" bekannt?!
Zu dem Zeitpunkt, da ich diese Rezension schreibe, hat man unter besagtem Brunnen des Robert E. Knochenreste gefunden, die derzeit von Rechtsmedizinern untersucht werden. Es bleibt abzuwarten bleibt, wie das Ergebnis ausfällt.

Festzustellen bleibt, dass das Autorenduo Fakten zum Fall Peggy K. zusammengetragen hat, was einen manchmal zu einer kurzer Lesepause zwingt, weil es einfach so unerträglich ist, wie die Ermittler und die Justiz/Politik diesen Fall in die Richtung gelenkt haben, Ulvi K. zu verurteilen. Wie praktisch, wenn in der Nähe des Verschwindeortes ein Dorfdepp zur Verfügung steht, den man mal ordentlich in die Mangel nimmt, damit der Fall endlich vom Tisch kommt.
Ich stehe noch sehr unter dem Eindruck des Buches, sodass ich mich zu guter letzt zu einem möglichst sachlichen Fazit zwingen muss:

Fazit:
Ina Jung und Christoph Lemmer haben Fakten zusammengetragen, die einem den Atem stocken lassen. Wer sich noch gar nicht mit dem Fall Peggy K. befasst hat, wird das Lesen dieses Buches wohl gut dosieren müssen, weil es manchmal einfach wütend macht und den Glauben an den Rechtsstaat erschüttert. Verloren habe ich ihn nicht, aber es macht wütend und traurig, dass so etwas in der heutigen Zeit passieren kann. Der Fall Vera Brühne ist 50 Jahre her. Passieren könnte er offensichtlich heute in der gleichen Art und Weise.
Rein formal gesehen ist das Buch in einem angenehmen, flüssig zu lesenden Stil, der dem Thema angemessen ist, geschrieben.

Vielen Dank für die Akribie, vielen Dank für dieses Buch, Ina Jung und Christoph Lemmer.
5 Sterne
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am 8. Oktober 2013
Als Lichtenberger, der viele (wenn nicht sogar alle) der auf unfassbare Weise von der Polizei als unglaubwürdig bezeichneten Entlastungszeugen kennt, kann ich nur bestätigen, dass dieses (gottseidank) zustandegekommene Buch keinerlei Übertreibungen enthält und schon gar nicht Stoff für etwaige Verschwörungstheorien liefert. Deshalb volle Punktzahl. Einem Rechtsstaat wie dem unseren steht es niemals zu, die Rechtssysteme anderer Staaten zu beurteilen, solange nicht unser eigener Miststall gesäubert wird. Pflichtlektüre für jeden Demokraten!
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am 20. Mai 2013
Das Buch bewegt zutiefst, regt einen selbst zum nachdenken an über den Fall Peggy und macht einen zutiefst stutzig über die "Taten" der Justiz.

Was muss das arme Mädchen angeblich alles in ihrem wahrscheinlich kurzen Leben mitgemacht haben. Das sollte kein einziges Kind mitmachen müssen. Genauso traurig ist es einen vielleicht unschuldigen jungen Mann, für einen vielleicht noch nicht mal geschehen Mord, zu lebenslanger Haft zu verurteilen. Ich finde es heftig das die Polizei sich anscheinend einfach irgend einen Schuldigen gesucht hat, um den Fall zu schließen und einen weiteren Erfolg in ihrer Karriere zu feiern.
Man muss sich mal überlegen, was lebenslänglich für einen jungen Menschen bedeutet. Selbst wenn Ulvi Kulacs Urteil zurück genommen wird, kann man das, was er dadurch mitmachen musste, ne wieder gut machen.
Das Buch wirft viele Fragen auf, viele Handlungen der Polizei kann ich nicht nachvollziehen. Warum die Ermittlungen selbst so sehr verfälschen, wenn es darum geht ein kleines Mädchen zu finden, der schreckliches widerfahren ist. Der Erfolg, der dann abgeschlossenen Ermittlung sollte dabei doch im Hintergrund stehen ...

Ich finde das Buch sehr gut gelungen und bewundere die Arbeit der zwei Autoren, Ina Jung und Christoph Lemmer, sehr.
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am 3. Juli 2013
Dieses Buch ist sicherlich eines der besten Sachbücher in den vergangenen Jahren zu einem Kriminalfall, der Deutschland nach wie vor beschäftigt. Es ist nicht nur hervorragend und unglaublich spannend geschrieben, man merkt den beiden Autoren auch an, mit welcher hoher Akribie sie all das Material recherchiert haben.

Ich kann dieses Buch, auch wenn es um einen erschütternden Kriminalfall geht, mit Nachdruck empfehlen. Top!
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am 7. September 2013
Die Ereignisse damals habe ich hautnah über die Jahre in BS miterlebt. Als Aussenstehender bleibt mir das fürchterliche Kriegsgeräusch im Tiefflug sich wärmebildkamerabestückt nähernder Bundeswehrtornados und deren wiederholtes Erscheinen für die Photoanalysten irgendwo in schreckhafter Erinnerunng. Gehört seitdem wohl zum guten Aufklärungston: fürs Publikum. - In der Sache selbst ist das Buch sehr präzise recherchiert. Erstaunlich präzise sogar. Mit meinen Erinnerungen stimmts überein. Es liest sich gut. Der Vors. Richter damals zu mir zum Thema "Mord ohne Leiche": O-TON: "Was wollen Sie damit sagen? Kein Diebstahl ohne Beute?" Da ist man als Schöffe erst mal sprachlos. - Und, oha: 400 Kurgäste wurden auch überprüft. Und dass der rote Mercedes wieder zurückkam war mir auch neu. Vor Ort klangs anders.- Interessant das Muster "gelenkter" Ermittlungen durch Karrierebeamte, wenn die Politik nach Ergebnissen giert. Ging voll daneben. - Jetzt haben`s auch den Fall Mollath in BY an der Backe. - Mittlerweile hat der Peggyfall ja wieder einen grossen Bogen zurück in das Familienmilieu gefunden, die Spuren dazu im Buch sind spannend. - Da möchte der Aussenstehende ja gerne mal den Psychoanalytiker befragen, wenn er das Verhalten der Kindsmutter unvoreingenommen beguckt. Wir werden sehen ob und wenn ja, was draus wird. - Makaber: Ein Mörder sitzt in der Forensik, doch das Melderegister bleibt vom "Mord" unbeeindruckt. Peggy wurde/wird wahrscheinlich immer noch zum Schulbesuch aufgefordert, die Werbeindustrie schickt fleissig Briefe an eine "Ermordete". Ein Gerichtsurteil ist eben kein Totenschein. Warum eigentlich nicht? - Ob die NSA mehr weiss? Dank an die beiden Autoren/in - Das ist bester Recherchejournalismus, wie man sich ihn nicht besser wünschen kann. Der Aufwand war gewiss nicht unerheblich. Meine Meinung jedenfalls; GM, mittlerweile Berlin
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am 22. August 2013
Schön und problemlos zu lesen. Gut stukturiert. Anscheinend gut recherchiert (wer kann's schon beurteilen?). Im Ergebnis erschreckend.

Nur zwei Fehler habe ich gefunden: einmal fehlte ein Buchstabe und an einer Stelle heißt es "ihre Unterkiefer zitterten" - wie viele Unterkiefer hatte Peggy?
33 Kommentare| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden



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