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am 17. Februar 2014
„Seiner Meinung nach wollte Hirtmann nur zweierlei: Seine Freiheit und seine Aktivitäten wieder aufnehmen“.

Die Aktivitäten eines intelligenten, sich sozial bestens und sicher bewegenden Serienmörders, der zuvor Staatsanwalt war und im vorherigen Thriller aus einer bestens gesicherten Anstalt für Psychopathen entkommen war.

Seitdem sit einige Zeit vergangen, aber den damals ermittelnden Kommissar Martin Servaz, der in der Einöde der verschneiten Berge fast sein Leben verloren hätte, lässt dieser Hirtmann nicht los.

Zunächst aber wird er nach Marcaz gerufen. Frankreichs Ort der Eliteschulen. Auch seine eigene Tochter geht hier zur Schule, vor allem aber war er selbst zu Zeiten dort Schüler. Seine Jugendliebe ruft ihn zu Hilfe. Eine Lehrerin ist in ihrem Haus brutal ermordet worden und der Sohn der Jugendliebe steht unter Mordverdacht.

Ein Eifersuchtsdrama? Einfach zu lösen? Mehr eine private Anspannung für Servaz, der dieser Frau nach Jahrzehnten das erste Mal wieder begegnet? Und zugleich seinem damals besten Freund, der eine Rolle bei der damaligen Trennung des Liebespaares spielte?

Wenn da nicht am Schauplatz des Mordes laut die Musik Mahlers ertönt wäre. Die „Kindertotenlieder“. Der Lieblingskomponist von Servaz und zugleich von Hirtmann. Ist der Serienmörder wieder aufgetaucht?

Was aber haben die Freunde Hugos, der verdächtigen Schülers, mit all dem zu tun? Welche Verbindung besteht zu einer noch lokalen und sicher bald landesweit politischen Größe? Wer verfolgt Servaz in einem leeren Gebäude und wirft ihn fast vom Dach? Begibt sich seine Tochter Margot in Gefahr, als sie auf eigene Faust ihre Ohren offen hält?

Was sich als klare Sache zunächst darstellte, nimmt immer verwickeltere Formen an in dieser französischen „heilen Provinzwelt“. In der auch die zweite, damals im Institut beteiligte Polizistin, Irene Ziegler zum zweiten Teil des Buches hin ihre Rolle spielen wird.

Sehr nahe bringt Minier seine Figuren dem Leser, lässt Rätsel über deren Inneres offen, die den Betrachter zu Überlegungen anregen, führt in die Vergangenheit seines Servaz ein, zeigt die Licht und Schattenseiten in den Figuren und erzeugt im Gesamten eine intensive und dichte Atmosphäre der Personen und der Ereignisse.

Wobei jener Hirtmann gar nicht in den Vordergrund tritt, lange Zeit zumindest nicht, falls er überhaupt mit diesen Ereignissen nun zu tun haben sollte und dennoch im Denken und Fühlen der Hauptpersonen eine tragende Rolle einnimmt.

Dieses „nicht davon loskommen“, von Geistern der Vergangenheit, diese ganz eigenartige und klare, „altmodische“ Haltung und Herangehensweise des Kommissars inmitten einer bildkräftig und lebendig geschilderten französischen Umgebung ergeben, mit der sich stetig steigernden Spannung, eine sehr fesselnde Lektüre.

Alles in allem ein rundum gelungener Thriller, der es versteht, den Leser durchgehend in seinen Bann zu ziehen und einen sehr intelligent und hintergründig angelegten Fall vor Augen zu führen.
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am 26. Juni 2014
Kindertotenlied ist ein Thriller, der viel Atmosphäre schafft. Minier hat wie auch schon im ersten Thriller einen spannenden Plot geliefert mit spannenden Figuren. Für mich eine absolute Leseempfehlung.
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am 10. März 2014
„Kindertotenlied“ ist bereits der zweite Roman aus der Feder von Bernard Minier, bei dem der französiche Kommisar Martin Servaz im Mittelpunkt steht. Für mich war dies der erste Thriller des Autors, und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir Informationen fehlen, auch wenn dieser Fall sich in einigen Punkten auf den Vorgängerband „Schwarzer Schmetterling“ bezieht.
Diesmal wird Kommissar Servaz von seiner Jugendliebe Marianne an den Schauplatz eines Mordes im Süden Frankreichs gerufen. Während eines Sommergewitters wurde eine Lehrerin der Elite-Universität ermordet, Mariannes Sohn Hugo wird im Garten des Opfers am Pool sitzend vorgefunden, er kann sich an nichts aus der fraglichen Tatzeit erinnern. Dieser Fall geht Servaz emotional sehr nahe. Zum einen war er selbst früher Schüler in Marsac und zu dieser Zeit mit Marianne zusammen, was viele Erinnerungenweckt, zum anderen ist seine Tochter Margot aktuell dort Schülerin. Als Servaz entdeckt, dass im CD-Spieler der Toten eine CD von Mahler liegt, muss er gleich an Hirtmann denken, den psychopatischen Mörder und Mahler-Fan aus einem früheren Fall, der vor einiger Zeit aus der Psychiatrie entkommen und seitdem verschwunden ist. Als er dann auch noch eine Email von Hirtmann bekommt, ist er erst recht alarmiert und sieht seine Tochter in Gefahr.
Der Fall ist vielschichtig, hat einige Nebenhandlungen und führt sowohl den Leser als auch Kommisar Servaz immer wieder in die Irre. In Einblendung bekommt der Leser Einblicke in das Martyrium einer entführten Frau, erst nach und nach erschließt sich, wer dort in wessen Gewalt ist.
Mir hat der Thriller aufgrund seiner Vielschichtigkeit und psychologischen Intensität gefallen. Trotz längerer Passagen, in denen es in erster Linie um Servaz und seine private Gefühlswelt geht, habe ich den Krimi nie als langatmig empfunden. Diese eher ruhigen Passagen schlagen immer wieder um in spannende und rasante Entwicklungen des Falls, die zu einigen Überraschungen führen. Für mich war dieser Autor eine Entdeckung, ich werde auf jeden Fall auch den ersten Band lesen und hoffe auf eine baldige Fortsetzung.
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am 18. August 2015
Das Cover:
Ich finde das Cover passt gut zur Geschichte. Eher bedrückend und grau, aber sehr schön gestaltet.

Der Protagonist:
Martin Servaz ist Mitarbeiter bei der Polizei und er ist gut in dem was er macht. Anfangs erschien er mir etwas unnahbar, aber als man ihn besser kennen lernt, merkt man das er echt spitze ist in dem was er tut.
Auch die Hintergrundgeschichte zu unserem Protagonisten fand ich sehr interessant.

Der Schreibstil:
Packend, aber leider oft etwas langatmig, jedenfalls meiner Meinung nach. Die Geschichte war gut ausgedacht und es hat Spaß gemacht sie zu lesen. Ich fand sie Spannend und gut geschrieben. Jedoch hatte ich das Gefühl das irgendwas im Schreibstil gefehlt hat.

Der Autor:
Bernard Minier, Jahrgang 1960, ist im Südwesten Frankreichs, in den Ausläufern der Pyrenäen, aufgewachsen. Für seine Thriller wurde er mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet. Neben dem Spannungsliteraturpreis Prix Polar de Cognac gewann er unter anderem den Prix polar pourpre sowie den Publikumsleserpreis der Zeitschrift Elle. Monatelang standen „Schwarzer Schmetterling“ und „Kindertotenlied“ in Frankreich auf der Bestsellerliste. Auch in Deutschland hat Bernard Minier erfolgreich den Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft. Der Autor lebt mit seiner Familie in der Nähe von Paris.

Mein Fazit:
Ein interessanter Thriller, der mich packen konnte. Außerdem genau das richtige für den Sommer, ein Thriller den man so schnell nicht vergisst.
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am 12. Februar 2014
Inhalt

Ein alter Professor macht eine seltsame Beobachtung auf dem Grundstück seiner Nachbarin – ein Junge sitzt apathisch am Swimmingpool und blickt auf unzählige Puppen im Wasser, während um ihn herum ein Gewitter tobt.
Kurz darauf erhält Kommandant Servaz einen Anruf aus der Vergangenheit, seine Jugendliebe Marianne. Ihr Sohn ist unter Mordverdacht festgenommen worden. Er soll seine Lehrerin grausam gefoltert und getötet haben. Martin Servaz ist von der Unschuld des Jugend überzeugt. Vor allem, da sich die Hinweise verdichten, das seine Nemesis – Julian Hartmann – der psychopathische Serienmörder, wieder zurück gekehrt ist. Ist der Wahnsinnige tatsächlich erneut am Werk oder verliert Commandant Servaz langsam den Verstand?

Kritik

Lange, lange, lange musste ich auf dieses Buch warten, aber es hat sich gelohnt. Genau wie der Debütroman von Bernard Minier konnte mich auch „Kindertotenlied“ von der ersten bis zur letzten Seite fesseln. Aber anders als „Schwarzer Schmetterling“ beginnt dieser Roman nicht mit einem Mord, sondern führt den Leser über mehrere, wie es scheint unabhängige, Erzählstränge in die Geschichte. Dabei sorgt der Autor nicht nur für Verwirrung beim Leser, er macht vor allem neugierig auf mehr.

Auf seine unnachahmliche Weise erzählt, schafft es Bernard Minier sowohl die düstere Atmosphäre, als auch die brodelnden Emotionen seiner Figuren einzufangen und zu transportieren. Dabei ist der Leser wie gebannt von den Zeilen und der Klangfarbe seiner Sprache. Selbst Nebensächlichkeiten werden spannend und wichtig. Ich liebe diese Sprachmelodie!

„Sie setzten sich ins fette Gras und beobachteten, wie am Fuß des gleichmäßig abfallenden Hügels die weißen Boote kreuz und quer über den See fuhren, sie lauschten den Glocken, die im Tal gemächlich den Rhythmus der Stunden bestimmten, und hörten ihr fröhliches Glockenspiel wie Drachen in den Aufwind emporsteigen“ (Seite 263)

In dieser Geschichte erfährt man vor allem viel privates über den Ermittler Martin Servaz, der einem oft unnahbar, fast gefühlskalt erscheint. Aber auch Irène Ziegler, Samira, Espérandieu und der Rest der Truppe treten wieder auf den Plan. Die Figuren bleiben sich treu und agieren ihren Charakterisierung entsprechend, obwohl man von einigen nicht nur neues, sondern vor allem unerwartetes erfährt.
Wie schon in seinem Debüt zeichnet Bernard Minier auch hier wieder ein überzeugendes Abbild der Heterogenität der französischen Gesellschaft, so dass der Leser das Gefühl hat das Land wirklich zu erleben, Einblicke zu bekommen in Bereiche, die er bisher kaum bis gar nicht wahrgenommen hat. Kritisch und intelligent setzt sich der Autor mit seinem Land und dessen Problemen auseinander und verwebt sie geschickt mit der Handlung eines überaus spannenden Thrillers.

Allerdings gibt es viele Rückblenden und Rückbezüge zu „Schwarzer Schmetterling“, so dass es ratsam wäre diesen Roman vorher zu lesen, vor allem da einige Wendungen aus dem Vorgänger verraten werden.

Gefreut hat mich vor allem, dass der Übersetzter, Thorsten Schmidt, sich diverse Kritiken zu Herzen genommen zu haben scheint, denn die Übersetzung wirkt deutlich lebendiger und gefühlvoller als bei “Schwarzer Schmetterling”, auch wenn man an der ein oder anderen Stelle den Kopf schüttelt, ob der ungewollten Komik. Ich hoffe darauf, dass er mit noch mehr Elan an Teil drei gehen wird. Die Zeichen stehen günstig. ;)

“Abgesehen von den Ferien, war die Hälfte der Bevölkerung unter 25 Jahre alt” (S. 71)

Der Satz lautet im Original übrigens. “En dehors des vacences, la moitié de la population avait moins de vingt-cinq ans”. Er ist also theoretisch richtig übersetzt, im Deutschen würde man aber wohl eher “Außerhalb der Ferienzeiten …” sagen. Gibt wieder einmal mehrere Stellen, an denen mir einen Tick zu wörtlich übersetzt ist. (Das wirkt jetzt fast kleinkarriert und würde mir wahrscheinlich auch nicht auffallen, wenn ich das Original nicht Zuhause hätte).

Fazit

Was für ein Buch! Ich habe selten einen Thriller gelesen, der mich so fassungslos zurück lässt. Chapeau Monsieur Minier. Wie der Vorgänger ein Buch, das auf leisen Pfoten angeschlichen kommt und dich dann erbarmungslos in Stücke reisst. Als würde man der Gesellschaft einen Spiegel vor halten und sagen: Da, schau dir nur an was du erreicht hast, und zu welchem Preis …
„Kindertotenlied“ ist in jeder Hinsicht ein Thriller wie ich ihn mag: düster, packend, tiefgründig. Kein Actionfilm in Buchform, sondern anspruchsvolle Unterhaltung. Knisternde Spannung und der Blick in menschliche Abgründe, aber ohne, dass die Gewalt dominiert. Zudem ist die Geschichte raffiniert erzählt, wobei vor allem die Wendungen glaubhaft vermittelt werden und nicht zu übertrieben dargestellt sind. Ein absolutes muss für jeden Thriller Fan!

Besonders gut gefällt mir hier die indirekte Kritik an den Mechanismen der Regierenden – Brot und Spiele, ähnlich wie im alten Rom, um die Gesellschaft gefügig zu halten und von den wahren Problemen abzulenken. Hier überzeugend – auch für Fans des Sports – dargestellt am Thema Fußball WM.
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am 13. Mai 2014
Die Geschichte:
Inmitten eines sommerlichen Gewittersturms geschieht in Südfrankreich ein grausamer Mord: eine Lehrerin wird in ihrer eigenen Badewanne ertränkt und am Tatort wird einer ihrer Schüler gefunden, der offensichtlich unter Drogen steht. Dass ausgerechnet eine CD von Gustav Mahler im Player liegt, lässt Servaz natürlich sofort an Julian Hirtmann denken. Der Schweizer Serienmörder war die Hauptperson in “Schwarzer Schmetterling” und konnte am Ende fliehen.

In einem weiteren Handlungsstrang erzählt uns der Sprecher die furchtbare Geschichte einer entführten Frau, die von ihrem Peiniger bereits wochenlang gefangen gehalten wird.

Marianne, die Mutter des tatverdächtigen Schülers ruft Servaz an und bittet ihn um Hilfe. Tatsächlich darf er die Ermittlungen leiten und fühlt sich fortan wie auf einer Reise in die Vergangenheit. Er befragt seine früheren Kameraden, sucht nach Spuren in der Schule, die er selbst einmal besucht hat – und in der heute seine Tochter unterrichtet wird.
Servaz steht unter enormem Druck: einerseits die Verwicklungen mit seiner Vergangenheit, die Verlockungen Mariannes, die Angst vor Julian Hirtmann, der möglicherweise seiner Tochter etwas antun könnte. Eine schwere Zeit steht ihm bevor und er stößt psychisch an seine Grenzen…

Meine Meinung:
Der Schreibstil von Bernard Minier gefiel mir in “Schwarzer Schmetterling” schon sehr gut und erinnert mich ein bisschen an seinen Landsmann Jean-Christophe Grangé, den ich auch grandios finde. Seine Charaktere wirken lebendig und ihre Emotionen sind fast greifbar. Auch die Schauplätze werden so gut beschrieben, dass man sich alles bestens visualisieren kann.
Minier kann mit seinen Worten zuweilen sehr düstere Stimmungen erzeugen, er schreibt nicht oberflächlich, sondern man fühlt mit den Personen und kann ihre Ängste spüren. An blutigen Szenen fehlt es auch nicht, für alle, die es etwas härter mögen. Die Spannung findet nicht nur auf psychischer Ebene statt, sondern es geht zuweilen auch actionreich zur Sache.
Die Story ist gut durchdacht und wird am Ende schlüssig aufgelöst, natürlich nicht, ohne den Leser bzw. Hörer vorher etwas in die Irre zu führen.
In diesem Buch findet einfach alles seinen Platz: Liebe, Hass, Verrat, Schuld, Angst, Tod, Rache, Schmerz, Freundschaft, Tragödie und am Ende auch Gerechtigkeit. Bernard Minier hat ein vielschichtiges Buch geschrieben, das mich bestens unterhalten hat. Ich freue mich schon, wenn der nächste Teil der Reihe in Deutschland erscheint, in der Originalsprache (Titel: N’éteins pas la lumière) gibt es das Buch bereits.

Fazit:
Vielschichtig, klug, erschreckend und spannend: “Kindertotenlied” kann ich nur empfehlen! Das Hörbuch ist an keiner Stelle langweilig und Johannes Steck zuzuhören ist sowieso immer eine Freude!
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am 25. Juni 2014
Nachdem ich zu seinem Erstlingswerk "Schwarzer Schmetterling" erst nach einigen Seiten langsam Zugang gefunden hatte, hat mich "Kindertotenlied" sofort gepackt und nahezu aufgesogen.
So begeistert ich von "Schwarzer Schmetterling" letztlich war, so bin ich es auch bei diesem Buch.

Bernard Minier ist meiner Meinung nach nicht einfach "nur" ein Autor. Er ist Künstler. Es nutzt Worte, um Situationen, Orte und ganze Geschichten zu malen.
Mit feinem Pinsel zeichnet er die düsteren Abgründe seiner Bücher, er spielt ein intelligentes Spiel mit dem Leser, ist unberechenbar und kritisch.
Denn "Kindertotenlied" ist zwar ein wirklich gut gemachter Thriller mit einigen unerwarteten Wendungen, gerade auch hinsichtlich der bereits bekannten Figuren, aber auch ein Spiegel. Der Autor hält der französischen Gesellschaft einen Spiegel vor. Nicht plump und oberflächlich, sondern subtil.

So mischt sich das Talent des Autors, mit Worten umzugehen, mit einer erneut düsteren und spannenden Szenerie, mit Irrungen und Wirrungen innerhalb der Figuren-Palette, geheimnisvollen Verbrechen und subtilen Nachrichten an die Gegenwart. Ich konnte das Buch einige Male kaum aus den Händen legen, weil ich so einen Durst danach hatte zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Ich habe mich wunderbar unterhalten und unter Spannung gesetzt gefühlt.
Es ist kein Muss "Schwarzer Schmetterling" vorher gelesen zu haben, es ist aber von Vorteil, da es Verweise auf die Vergangenheit durchaus gibt.

Ich gebe "Kindertotenlied" von Bernard Minier fünf Sterne.
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am 18. Januar 2016
Inhalt
Eine Professorin einer Eliteschule wurde ermordet in der Badewanne aufgefunden, auf dem Grundstück wird der Schüler Hugo aufgegriffen. Das Haus selbst wird durch Musik von Gustav Mahler beschallt.

Commandant Martin Servaz, der an den Tatort gerufen wird, ist gleich mehrfach persönlich betroffen: Hugo ist der Sohn seiner Jugendliebe Marianne und Gustav Mahler ist nicht nur sein Lieblingskomponist, sondern auch der des flüchtigen Serienmörders und früheren Staatsanwalts Julian Hirtmann. Außerdem war er selbst schon Schüler an der Eliteschule von Marsac und somit wird dieser Fall für ihn eine Reise in die Vergangenheit.

Protagonist
Commandant Martin Servaz hat die 40 überschritten. Zusammen mit seiner Ex-Frau Alexandra hat er eine Tochter, Margot, die schon länger ihre eigenen Wege geht. Sie ist ebenfalls Schülerin in Marsac. Im Buch „Schwarzer Schmetterling“ ist Servaz Hirtmann bereits begegnet. Seither ist einige Zeit vergangen, aber Servaz hat diesen Fall nie vergessen.

Handlung
Das Hörbuch startet mit einer Frau, die entführt wurde und nun schon über einen längeren Zeitraum gefangen gehalten wird. Die Handlung wechselt dann zum Tag des Mordes.

Während des Hörbuches hatte ich hin und wieder den Eindruck, dass es eine Vorgeschichte zu Julian Hirtmann gibt, zwischenzeitlich weiß ich, dass „Schwarzer Schmetterling“ der Vorgängerband ist. Doch auch wenn die Geschichte um Hirtmann immer wieder einfließt, hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, dass mir Informationen fehlen könnten, weil ich den Vorgänger nicht kenne denn Servaz gibt immer wieder Einblicke in die Geschehnisse und Abläufe rund um Hirtmann.

Auch über Hirtmann hinaus spielt Servaz' Leben eine große Rolle in der Geschichte. Sowohl seine Tochter, wie auch eine Jugendliebe tragen ihren Teil zu den Geschehnissen bei.

Der Fall selbst hat mich gefesselt. Er ist sehr gut konstruiert und konnte mich vom Anfang bis zum Ende in seinen Bann ziehen. Besonders interessant war hierbei die Gestaltung des Erzählstrangs um die entführte Frau, der erst gegen Ende aufgelöst wird.

Sprecher
Johannes Steck hat seinen Teil dazu beigetragen, dass mich dieses Hörbuch überzeugen konnte, denn nicht nur die Handlung, auch seine Stimme hat mich in den Bann gezogen. Er schafft es, die Stimmungen zum Hörer zu transportieren und jedem Charakter etwas Individuelles zu geben.

Titel und Cover
Kindertotenlieder ist ein Liederzyklus von Gustav Mahler, das Lied und der Komponist spielen im Thriller eine große Rolle. Das düstere Cover verstärkt die Stimmung, die die Handlung wieder gibt und passt daher perfekt.

Fazit
Kindertotenlied ist ein anspruchsvoller und düsterer Thriller bei dem für mich alles von der Handlung über Cover und Titel bis hin zum Sprecher passt. Daher vergebe ich fünf von fünf Sternen.
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am 10. Dezember 2015
Ich mag den Schreibstil von Minier sehr. Da ich es beim Lesen auch gerne etwas ausführlicher habe, kann ich seinen Beschreibungen der Landschaften, Szenerien und Charaktere viel abgewinnen, zumal diese auch wirklich schön geschrieben sind und sich einer Sprache bedienen, die mir sehr gefällt. Er ist nicht oberflächlich aber auch niemals langatmig, ich kann den Schilderungen mit großem Genuss folgen. Er versteht es auch sehr gut bestimmte Stimmungen zu transportieren, die bei mir als Leser mit großer atmosphärischer Dichte ankommen. Die Dialoge sind authentisch, der Autor versteht es sehr gut die Persönlichkeiten der einzelnen Akteure auch in deren gesprochenen Worten auszudrücken und die Balance zwischen innerer und äußerer Handlung ist für mich perfekt getroffen.

Die Geschichte selbst reicht meines Erachtens nicht an die des Erstlings "schwarzer Schmetterling" heran. Vieles wirkt deutlich konstruierter und die doppelte Verstrickung von Kommandant Servaz und seiner Tochter ist eigentlich eine vielfache. Denn zum einen rankt sich alles um die Hochbegabten-Schule, die Tochter Margot besucht und in der auch er selbst als junger Mensch einst lernte und lebte und zum anderen ist die Mutter des (zunächst) Haupttatverdachtigen seine Jugendliebe, während der Verdächtige selbst ein Schulkamerad von Tochter Margot ist. Dazu kommt dann auch noch der Serienmörder aus dem ersten Teil, Julian Hirtmann, dem auch noch eine Rolle in der Handlung zukommt oder, so fühlt es sich gelegentlich an, "zukommen muss" und der dann zu allem Überfluss nochmals selbst mit Margot indirekt und mit Servaz Jugendliebe direkt eine weitere Verbindung hat. Man merkt es vielleicht hier schon, es ist kaum in ein paar Sätzen (die auch nicht allzuviel verraten sollen) zu erklären und so ging es mir auch beim Lesen des Buches. Die Geschichte trägt sehr schwer an diesen vielen Zusammenhängen und nachgeordneten Zusammenhängen, wirkt deswegen an der einen oder anderen Ecke auf mich überfrachtet.
Es dauert auch länger als beim ersten Band bis das Buch, nach einem zugegebenermaßen spektakulären Auftakt, dann wirklich in Fahrt kommt.

Trotzdem habe ich sehr gerne gelesen und die ca. 530 Seiten zeitweise (besonders das letzte Drittel) verschlungen. Das lag am oben beschriebenen Schreib- und Erzählstil und sicher auch daran dass es in der zweiten Hälfte zusehends spannender wird, während die Geschichte immer wieder unerwartete Wendungen nimmt.
Die Klassifizierung als Thriller wird wie schon bei "schwarzer Schmetterling" dem Buch nicht wirklich gerecht, es ist eher ein intensiv erzählter spannender Kriminalroman.

Insgesamt wäre der erste Teil für mich ein "Vierdreiviertelsterner" während ich für Kindertotenlieder eher bei knapp vier Sternen wäre.
Ich werde aber ganz bestimmt im Sommer nächsten Jahres, so Gott will, den dann erscheinenden dritten Band lesen.
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am 14. September 2016
Zusammenfassung:
Als das Handy klingelte, stutzte Servaz. Er hatte nicht damit gerechnet, die Stimme von Marianne zu vernehmen. Seit seiner Studienzeit ist seine Exfreundin ihm nicht mehr aus dem Kopf gegangen, trotz des Vertrauensverlustes. Ihr Sohn wurde an einem Tatort verhaftet und Servaz sollte ihm helfen. Also schaltete Commandant Servaz als Kripo Toulouse sich in die Ermittlungen ein, nicht wissend, welche Irreführungen ihn an den Abgrund bringen.
Das Opfer eine Professorin der Ellite-Universität Marsac, an welcher auch seine Tochter studierte. Der Junge würde als Täter infrage kommen, wenn ihn nicht die Musik von Mahler irritierte. Denn die erinnerte in an den verschwundenen Serientäter. Immer mehr Details beunruhigten Servaz, außerdem hat er mit seiner eigenen Vergangenheit an dieser Ellite-Universität zu kämpfen. Zudem hat er Angst um seine Tochter, falls Hirtmann wirklich dahinter steckte. Der Serientäter könnte es auf sie abgesehen haben.
Angestiftet von einem Studienkollegen versucht die Tochter mit ihm, Nachforschungen aufzunehmen, denn die Freunde von Hugo sind ihr nicht geheuer.
Die Ermittlungen sind schwierig, denn immer mehr Faktoren kommen dazu. Servaz gerät an seine Grenzen, denn nicht nur sein Leben wird bedroht.

Meine Meinung:
Erst nach dem Lesen habe ich bemerkt, dass es schon ein Buch von dem Commandant Servaz gab. Es hat aber keinerlei Auswirkungen auf die Geschichte, denn es gab genügend Bemerkungen und Andeutungen. Die Geschichte hat viele Begebenheiten und unterschiedliche Ereignisse, die im Laufe des Geschehens aufgedeckt werden.
Servaz als melancholischer Polizist ist brillant und die Rolle sehr glaubhaft. Auch die Figur der Polizistin Ziegler ist genial. Sie geht wie Servaz in ihrer Rolle auf und versucht ihre Chance zu ergreifen. Er hat kein richtiges Privatleben, weil er in einer Sackgasse steckt. Sie muss ihr Privatleben für sich behalten, weil es ihr vor eingestaubten Verhaltensweisen graut.
Gut finde ich auch die Darstellung von Opfern eines tragischen Unglücks. Sie sind in ihrer Psyche immer Leidtragende und können oft damit nicht umgehen, ebenso die Personen von Quälerei durch Familienangehörige.

Die Geschichte wird mit jedem Tag, der charakterisiert wird, spannender. Der Täter ist nicht eindeutig, denn es gibt viele Ereignisse, die eine Rolle spielen. Ebenso düster und bewegend ist das Leiden einer jungen Frau, die Hirtmann in seiner Gewalt hat.

Die Geschichte lässt sich flüssig lesen, der Titel passt perfekt und auch das Cover kommt gut an. Die Protagonisten sind glaubhaft dargestellt, ebenso das soziale Umfeld und die Umgebung.

Fazit:
Mir hat der Thriller sehr gut gefallen. Es gibt genügend Spannung und Dramatik, die mit jeder Seite besser wird. Ich würde jederzeit wieder eine Geschichte aus dieser Reihe lesen.
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