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Kundenrezensionen

3,5 von 5 Sternen
24
3,5 von 5 Sternen
Das Cusanus-Spiel: Roman
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:24,00 €+ 3,00 € Versandkosten


am 19. August 2015
jeschke verstarb vor kurzem, ein grund, warum ich endlich dieses buch kaufte.

und wie auch schon bei einem anderen jeschke, so auch hier:
die charakterentwicklung der hauptperson bleibt erstaunlich flach.
war es letztes mal ein pubertärer junge, so ist es diesmal eigentlich eine italienische, teils gläubige, moderne junge frau.
aber auch hier passt es, wenn die widersprüche sozusagen kein bild ergeben, sondern raum lassen, sich die figur selbst zu entwickeln.

das cusanos spiel ist teils vielleicht etwas verwirrend, aber jeschke hat eine ganz besondere fähigkeit science und fiction miteinander zu verknüpfen und tausende seiten lesegenuss in angenehmer art und weise zu verfassen.
man liest das cusanos spiel, eigentlich aus 4-5 büchern bestehend, die zeit vergessend, manche stellen 2-3 mal lesen müssend, trotzdem kurz in die realität zurückkommen müssend bei einem telefonklingeln.

den schmöker kann man echt schmökern, kann ich wärmstens empfehlen!

zum inhalt wurde genug geschrieben, deswegen nur soviel: interessant, wie man unterschiedliches aus dem buch betonen kann.
für mich ein wunderbar gelungenes spiel aus zeitreisen, wirklichkeitsnaher alternativwelt, spiel mit variationen und paralleluniversen.
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am 31. Juli 2009
Man sollte keine Erwartungen an Wolfgang Jeschke haben. Weniger, um nicht enttäuscht zu werden, sondern vielmehr, weil man sicher sein kann, daß diese sich nicht erfüllen.
Auf den ersten Blick scheint 'Das Cusanus Spiel' ein Zeitreise Roman zu sein. Physikalisch sind die Hintergründe wunderbar erklärt. Zeitreisen sind im Grunde möglich, funktionieren aber nicht, wenn man zuviel verändert. Der Grund ist, daß sich dann das Universum spaltet. Die Zeitreise gelingt immer, aber eben nicht mehr in unserem Universum. Es scheint, der Reisende wird zurückgestoßen. Das wirft eine interessante psychologische Komplexität auf, und ist die eine Ebene von der das Buch handelt.
Die Hauptakteurin, Domenika, die versucht ihren Vater davor zu bewahren in einen Zug zu steigen, den später eine Bombe zerstören wird. Sie trifft sich unzählige Male selbst in allen Schattierungen, die Universen überlagern sich.
Ihre eigentliche Aufgabe, ihr Beruf, ist das Reisen in die Vergangenheit des Mittelalters um Kräuter zu bergen. Erneut überlagern sich dort die Wirklichkeiten, unbeschadet kehrt sie zurück und wird gleichzeitig als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die eigentliche Zeitreise ins Mittelalter ist für Domenika nur ganz kurz und passiert gegen Ende des Buches.
Das führt die Geschichte in eine wehmütige Ferne, als sie am Ende erkennt, daß nichts wirklich ist. Eine wunderbare, erzählerische Weite.
Die andere Ebene des Buches ist die Fortentwicklung unserer Gegenwart. Es spielt in einem zerstörten Europa nach einem Nuklearschlag, mit abnehmenden Ressourcen und globaler Erwärmung. Vor allem die Szenen der Zugfahrt durch das verstrahlte Deutschland sind eindrucksvoll geschildert. Mainz wird mir wohl lange im Kopf bleiben, ich bin jahrelang über diese Eisenbahnbrücke in die Schule gefahren. Diese Welt wurde sehr schön von Wolfgang Jeschke erdacht und mit Tausenden kleinen Details komplettiert.
Dann ist da noch Nicolas Cusanus, dessen Geschichte drei Mal erzählt wird, und die sich zu verändern beginnt. Sehr nett und eindrucksvoll eingeflochten, und ganz ohne Erklärung auskommend.
Am Ende verschwimmen die Konturen, die Zeiten wirbeln durcheinander, und die unbeschreibliche Weite beginnt. Es ist eben dies, welches man nicht erwartet, und was das Buch so lesenswert macht.
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am 20. Mai 2008
Ein Buch, das sicher nicht leicht zu lesen ist. Man muss sich darauf einlassen, um die brillant miteinander verbunden Zeit- und Handlungsstränge wirklich würdigen zu können. Wer eine actionlastige Zeitreisestory erwartet, in der die Heldin in der Vergangenheit unter Ausnutzungen ihrer Kenntnis zukünftiger Ereignisse nur ein paar Korrekturen durchführen muss, und schon leben wir wieder in der besten aller möglichen Welten ist hier sicher falsch.
Tatsächlich beginnt der Roman mit einer düsteren Vorausschau auf eine nicht allzu ferne Zukunft. Italien kämpft mit den verheerenden Auswirkungen der globalen Erwärmung, durch die Süditalien langsam aber sicher zur Wüste wird, von Afrika wälzt sich eine neue Vökerwanderung nach Norden, ein großer Teil Mitteleuropas ist durch einen Super-GAU radioaktiv verseucht, Länder wie Bangladesch längst überflutet.
Im ganzen Verlauf der Handlung sind deutlich starke Vorbehalte gegen den (natur-)wissenschaftlichen Fortschritt zu spüren. Modernste Technik wird eingesetzt, um die langfristigen Auswirkungen früherer "Errungenschaften" abzumildern oder zu reparieren. Dabei ist aber längst offensichtlich, dass die durch menschliches Tun verursachten Katastrophen uneinholbar vorne liegen und die Reparaturversuche neue, unabsehbare Gefahren heraufbeschwören. Einen kalten Schauer jagt einem der geschilderte Einsatz von Nanotechnologie in großem Maßstab zur Rettung der versinkenden Stadt Venedig über den Rücken. Es wird schnell klar, dass diese Technologie letztlich unkontrollierbar ist und sich hier der nächste technologische Super-GAU anbahnt, dennoch wird unverdrossen weitergemacht.
Der im Roman nur skizzenhaft angedeutete alternative Geschichtsverlauf der "Cusanischen Acceleratio" erscheint ebenfalls als kritische Anmerkung zur Fortschrittsgläubigkeit. In der "Acceleratio" verläuft durch einen Eingriff in die Geschichte der technische Fortschritt weitaus schneller, das führt aber nicht zu einer besseren Welt. Die Katastrophen im Gefolge des wissenschaftlichen Fortschritts treten nur früher und auf andere Weise ein.
Ein bemerkenswertes Handlungselement bildet auch die mehrfach mit geringen Variationen geschilderte Reise des Nicolaus Cusanus. Man kann hier gut nachvollziehen, wie auch minimale Eingriffe im Laufe der Zeit zu einschneidenden Veränderungen führen können.
Eine Schilderung der Handlung wird dem Werk ohnehin nicht gerecht, deshalb höre ich hier damit auf. Wie ich schon anfangs schrieb, ist das kein Buch für Leser die eine actionlastige Zeitreisestory erwarten.
Wer aber eine brillant geschriebene, manchmal phantastische, manchmal philosophische Mischung aus Science Fiction und Wissenschaftsthriller zu schätzen weiß, ist hier genau richtig.
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am 11. Dezember 2005
Der Roman beginnt mit der Schilderung anarchistischer Zustände im Klimakatastrophen geschüttelten Italien, es werden globale (oder sagen wir mal: "erdweite") Probleme erwähnt; dann werden heimliche(?) Zeitreisen in das ausgehende Mittelalter zwecks Restauration des Pflanzenbstands durchgeführt und schließlich wird nicht nur das Weltall, sondern das ganze Multiversum und seine 3 (oder 4?) Paladine bemüht, um die Heldin aus ihren Problemen zu retten. Es geht nämlich darum, dass ihr Vater bei einem Zugattentat ums Leben gekommen ist, und sie ihn gerne davor bewahren möchte - oder doch nicht?
Seltsam ungleichgewichtig mutet manches im Roman an: Der Gedanke des "Reparierens" von Ereignissen ("Ausbürsten" heißt es hier sehr schön.) um das Universum/Multiversum als quasi lebendiges Hyperwesen bei Laune und Gesundheit zu halten (ein überdimensionaler Pantheismus sozusagen), technischer Schnick-Schnack wie Holographie und Nanotechnologie, und der Miniröcke verkaufende und Frauen aufreißende Vater stehen etwas unverbunden nebeneinander.
Wolfgang Jeschke gibt (im Anhang) einige sener Ideengeber an, in den Zitaten am Kapitelköpfen wird auch Olaf Stapledons "Sternschöpfer" erwähnt, seltsamerweise aber nicht Isaak Asimovs "Das Ende der Ewigkeit", an das mich der Roman noch am meisten erinnert. Die "Ewigkeit" ist als wichtiges (und 50 Jahre altes!) Werk der Zeitreiseliteratur vielfach analysiert und kommentiert worden, und vieles an dieser Kritik kann man auf diesen Roman übertragen.
Insbesondere bleibt auch seine Hauptperson etwas unscharf: Was macht Domenica, das Musterbeispiel einer gutbürgerlichen Normalstudentin, zur Heldin? "Sie besitzt Herzensgüte!" sagt einer der "Großen" von ihr. Ansonsten besitzt sie noch eine Begabung, auf den Zeitsolitonen zu surfen, was aber auf genetische Ursachen zurückgeführt wird und ihr deshalb eigentlich nicht besonders angerechnet werden kann. "Ich habe es vermasselt" sagt sie gleich mehrfach, und den Leser wundert's nicht - so unvorbereitet und naiv in schwierigste Missionen zu gehen kann nicht anders enden.
Viele Seiten werden darauf verwendet, die Parallelwelten-Theorie der Zeitreise zu entwickeln, um sie mit dem "empathischen Doppelgängerkonzept" gleich wieder ad-absurdum zu führen. Einerseits gibt es die 10 Gebote der Nichteinmischung für Zeitreisende, aber die "Kraken" mischen heftig auf (hier wird die Ähnlichkeit mit Asimovs "Ewigkeit" besonders deutlich.) Da auf den letzten 50 Seiten dann noch schnell einige pralle (und unaufgelöste!) Zeitparadoxien produziert werden, bleibt dieser Widerspruch besonders in Erinnerung.
Der Roman strotzt vor Lokalkolorit, und es gibt viele schön beobachtete Szenen und Formulierungen (Venedig, die "..Räuberbraut der östlichen Meere, üppig aufgetakelt, doch nicht ohne Geschmack und, in die Jahre gekommen, zunehmend auf die Zuwendungen ihrer Verehrer angewiesen.")
Aber nicht nur dieser Satz wird einige Seiten später noch einmal variiert (am Beispiel San Marcos), sondern die kleine Reise des Nicolaus Cusanus von Köln nach Andernach wird dreimal (zu wenig verändert!) wiederholt. Das ist dann doch zuviel des "Copy-and-Paste". Stattdessen hätte man gerne noch etwas mehr über den "Cusaner" gelesen.
Einige köstliche Ideen (Heloise nennt ihren halbintelligenten Krankenstuhl "Abe"; der junge Neonazi, für den keine Blutkonserven gefunden werden können, weil ".... seine Blutfaktoren für Nordeuropa ungewöhnlich sind"; der Papagei, der "Sie Hai!" ruft) hätten nicht unbedingt (für den einfacher gestrickten Leser?) erläutert werden müssen...
Die alternative (und - wie die Engländer sagen - mit der "Zunge in der Backe" geschriebene) Zeitline (1460-1945) liefert Stoff für interessante Diskussionen: Wäre das wirklich eine realistische Alternative?
Und die Quintessenz? Wir haben wohl doch nur diese eine Welt...
Ich gebe 4 Sterne für gar nicht schlechte Literatur, aber nur 3 für die Science-Fiction.
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am 26. Oktober 2009
Das Buch fesselt von der ersten Seite an. Die brillanten Gedankenspiele zeigen eine mögliche Zukunft, die einerseits durchaus eintreten kann - dann aber entführen die Ideen wieder in lichte Höhen des Unmöglichen. Zum Ende hin wird es aber regelrecht surreal, das hätte so nicht sein müssen, war aber vielleicht doch das einzig mögliche Ende dieses absolut außerordentlichen Buches. Wirklich gute Science Fiction, spannend bis zur letzten Seite, in sehr gutem Erzählstil.
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am 4. Oktober 2005
„Wenn Sie in diesem Jahr - oder diesem Jahrzehnt - noch ein Buch lesen wollen, dann lesen Sie dieses!" meint Andreas Eschbach und geht damit (wir schreiben das Jahr 2005) für meinen Geschmack mit dem Hype etwas zu weit...
...aber: Wolfgang Jeschke hat ein großartiges Buch geschrieben, eines, das ich wegen der Fülle der Ideen, der Lebendigkeit der Cha-raktere und - schließlich handelt es sich um Science Fiction, auch wenn der Umschlag das klugerweise verschweigt - der Phantastik, des „sense of wonder" unter die ganz großen seines Genre einreihen möchte.
Jeschke entführt uns in gleich mehrere Welten: die des finsteren und doch manchmal auch sehr prallen Mittelalters, wo seine Protagonis-tin Domenica Pflanzensamen sucht, die in naher Zukunft - Welt Nummer 2 - die Folgen einer gewaltigen Atomkatastrophe in Mittel-deutschland heilen sollen. Ein geheimnisvolles Amt des Vatikans schickt sie durch einen Zeittunnel in die Vergangenheit und wir erle-ben Welt 3 - eine Welt höchster technischer Errungenschaft, die die Zeitreise beherrscht, auch wenn die Reisenden nur „Trittbrettfahrer" sind, „wie Hunde, die U-Bahn fahren, ohne selbst über den Fahrplan bestimmen zu können" formuliert es der Autor.
Und dann wäre da noch Welt Nummer 4, irgendwo jenseits des Raum-Zeit-Gefüges, jenseits der Grenze, „dort wo das Universum kein Leben hervorgebracht hat". Und von jenem Ort aus greift ein geheimnisvoller Reisender, „den die, die ihm begegnet sind, den En-gel nennen", gelegentlich ins Geschehen ein....
Das alles wären schon die Ingredienzien eines guten Science-Fiction Romans - wenn eben Wolfgang Jeschke nicht mehr wäre als bloß ein Autor, der seine Figuren in einem Science-Fiction „ou-topos", eben einem „Nich-tort", eindimensional, zielstrebig und vorhersehbar vor sich hin agieren ließe, was er aber nicht tut (und weshalb er sich vielleicht acht Jahre Zeit genommen hat, dieses großartige in sich brillant verschachtelte Werk zu schreiben).
Wir erleben hautnah das Grauen einer post-atomaren Welt, die lang-sam aber sicher an der Klimakatastrophe und dem Bevölkerungs-druck aus dem Süden zugrunde geht, ein Europa, dessen uns be-kannte Grenzen sich verschoben haben, mit Mächten wie dem etwa in alten Grenzen wiedererstandenem Österreich Ungarn, dem Vati-kan, der in Salzburg residiert und auch ein weltlicher Machtfaktor geworden ist und einem Deutschland, das in seine Kleinstaaten zer-fallen ist und in dem teilweise die Ultrarechte das Sagen hat.
Doch wir erleben auch eine Technik mit hyperschnellen Lichtgleitern zwischen den Kontinenten, Luftschiffen und Magnetbahnen und eine Zeitreisetechnik, die in der Schilderung sowohl der technischen Hin-tergründe wie auch den „praktischen" Auswirkungen auf Reisende wie „Zeitheimische" für den, der sich ein wenig mit der Physik aus-kennt, plausibel wirken könnte.....
Und all das ist von „lebendigen" Akteuren getragen und in einer Sprache geschrieben, die das teils liebevoll teils kritische Beobach-ten der Umgebung, der Städte, der Landschaften und der Menschen erkennen lässt, und die manchmal durchaus poetische Anklänge hat.
Und ob die Welt, in der Domenica aufgewachsen ist, nun die unsere ist oder jene, die sich aufgrund der „Cusanischen Acceleratio" vor über fünfhundert Jahren von unserer Zweitlinie abgespalten und die schlimmsten Folgen des Glaubenskampfes vermieden hat und in der das erste Luftschiff den Atlantik bereits Mitte des achtzehnten Jahr-hunderts überquerte, wird nie eindeutig klar....(aber das mag viel-leicht nur für mich gelten, obwohl ich als Science-Fiction Leser durchaus Veteranenstatus beanspruchen darf).
Aber das ist eben das, was gute SF ausmacht - „the sense of won-der"....Danke, Wolfgang Jeschke!
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am 10. Oktober 2009
für leseratten wie ich eine bin,das beste seit langem.faszinierende mischung aus historischem,science fiction und realitätsnahem katastrofenscenario.jeschke versteht es zu fesseln,man mag es nicht mehr aus der hand legen.
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am 26. März 2012
Die Romane und Kurzgeschichten von Wolfgang Jeschke gehören zum Allerbesten, besonders, wenn es um das Thema Zeitreisen geht.
Seltsamerweise, vielleicht aber auch zum Glück, zählen sie nicht zu den Bestsellern, so bleibt es bei der Anerkennung durch einen kleine Kreis. Zu dem ich mich gern zähle und hoffe, künftig mehr von ihm zu lesen.
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am 18. Mai 2009
Ok, ich tue mich schwer mit der Bewertung aber es ist mir wichtig für dieses Buch zu sprechen.

1. Klappentext und Vermarktung sind Sch...!
Das Buch ist weder 'flotter SciFi noch 'lustige verwirrende Zeitreise' was hier scheinbar Einige erwartet hatten. (Es spricht über den Rezensienten wenn er ein Buch ausschließlich nach der Erfülung SEINER Erwartungshaltung nach Unterhaltung beurteilt.) Es ist über weite Strecken sehr theoretisch und von 'betrachtender Qualität' statt einfach 'nur Action' zu liefern.

2. Man sollte sich für die verschiedensten Themen lebhaft interessieren.
Herr Jeschke ist verliebt in's Detail, da wird in die Physik hinter möglichen Zeitreisen genauso abgeschwiffen wie in Wahrnehmungstheorien und Psychologie, da sind Exkurse in die Geschichte und Architektur Venedigs ebenso vorhanden wie eine Darstellung einer politischen Entwicklung und Zukunft Europas. Wen all sowas nicht interessiert sondern wer eine stringente Handlung sucht, ist hier falsch!
Wer sowas mag, wird es wohl lieben.

3. Das Buch hat leider auch Lücken:
Die Idee auf der hier die Technik der Zeitreise fußt ist mal ein neuer Ansatz und witzig in der Idee, leider hält es eben einer tieferen physikalisch technischen Betrachtung nicht stand. (Bitte jetzt keine Diskussion über diesen Punkt, mir ist klar, dass auch die übliche 'Singulariäts-Idee' nicht wesentlich besser ist. Aber das Ding mit der 'hinreichenden Identität' hat, ohne Details verraten zu wollen, ne MEnge Löcher) Es 'beisst' sich also mit eben jenem 'wissenschaftsorientierten' Charakter des Buchs. Die eigentlich sehr 'kopflastige' Protagonistin gerät im Mittelalter in Schwierigkeiten und benimmt sich plötzlich wie ein dummes hilfloses kleines Mädchen. Ein sehr unsinniger Stilgriff um die Situation zuspitzen zu können.

Alles in Allem: Ein lesenswertes Buch, welches nicht zum Konsum, sondern Mitdenken anregt, aber primär eben keine 'reine Unterhaltung'.
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am 13. März 2006
Die Geschichte und das Geschehen mögen hier schnell zusammengefasst sein. Doch was hinter Jeschkes Plot steht ist weitaus mehr. Als bereist bekannter Fantast und großer Zeitreisefan gelingt ihm mit dem Cusanus-Spiel ein gelungenes Werk für anspruchsvolle Leser. Einziges, was hie und da ein wenig irritieren mag, sind physikalische Definitionen, die ein wenig zu sehr in die Materie gehen. Was zudem etwas verwirrt, ist, dass die Zeitreise als auch die Ursache und die Erklärung der atomaren Katastrophe erst nach etwa 500 Buchseiten beleuchtet werden, und die eigentliche Reise Frau Ligrinas auch schon nach wenigen Seiten ihr Ende nimmt.
Aber es gibt eben überall ein „Aber“, denn was hier von der Norm abweicht entwickelt sich zu einem ganz besonderem Werk. Neben Ausflüchten in die Quantentheorien und der Nanotechnologie und vielen Zitaten hat der Leser jedoch so manches Mal ein undeutbares Gefühl im Magen, wenn sich plötzlich Erkenntnisse auftun, die nicht nur eine dunkle Vorahnung entwickeln, sonder teils auch später bestätigt werden.
Irreführend, phantastisch und manchmal auch philosophisch geschrieben weiß man manchmal gar nicht mehr so recht, wo einem der Kopf steht. Und genau in diesem Punkt sollte man sich einig sein, dass es gerade die Abweichungen der gewohnten Norm sind, die aus einem einfachen Buch eben ein richtig gutes Leseabenteuer machen. Nicht ohne weiteres hat es Frank Schätzing mit seinem „Schwarm“ in die Bestsellerlisten geschafft. Und die Parallelen beider Autoren sind so manches Mal leicht zu erkennen.
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