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am 27. Januar 2014
In brillanten Analysen und klaren, verständlichen Sätzen erklärt Arno Gruen in seinem Buch "Der Verlust des Mitgefühls", wie unsere lieblose, repressive Erziehung zu tiefen Verletzungen, Schmerzen, Angst, Scham und Schuldgefühlen führt und unsere Fähigkeit zur Empathie verkümmern lässt.

Anhand zahlreicher therapeutischer Fallbeispiele belegt er, dass durch die Unterdrückung des kindlichen Selbst keine eigene Identität entstehen kann. Um zu überleben, suchen wir die Identität mit dem Aggressor (Eltern, Vorgesetzte oder Politiker) und schaffen so die Grundlagen unserer Zivilisation mit allen bekannten Erscheinungen wie Perfektionismus, Depression, Burn-out, neurotisches Konsumverhalten, unterdrückte Aggression, Mobbing, bis hin zu Gewalttätigkeit und Kriminalität.

Besonders beeindruckt hat mich, dass Gruen alle gesellschaftlichen Fehlentwicklungen wie die politische Verlogenheit, menschenverachtendes Führungsverhalten, Finanzkrisen, Kriege bis hin zum krankhaften Rassenwahn des Nationalsozialismus durch unsere zwanghafte Erziehung und die dadurch bedingte Fehlentwicklungen in der Psyche erklären kann. Auch vor der realitätsfernen Entwicklungen in Wissenschaft und Forschung macht Gruen nicht halt und demaskiert eine Welt der Blender, in der durch den scheinbaren Status der Wissenschaftlichkeit falsche Wahrheiten verbreitet werden.

Für mich ein kritisches und wichtiges Buch, das zur Selbstreflexion und Aufarbeitung der eigenen Geschichte dienen kann, aber auch aufrüttelt, unseren Kindern die Chance zu geben, sich entwickeln zu können, um in unserer kranken Gesellschaft wieder die Gefühle in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen.

Sehr lesenswert.
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am 20. März 2014
Arno Gruen zeigt wie durch die Unterdrückung der ureigenen Lebensimpulse des Kindes und die autoritäre Fremdbestimmung durch Eltern und Betreuungspersonen die empatischen Teile seines Selbst unterdrücken und abspalten muß, um zu überleben. Es wird lernen, diese Anteile in sich zu hassen, da sie ablehnende Reaktionen der Eltern hervorrufen und ihm so Leid bringen. Falls später der Erwachsene diesen Mechanismus nicht erkennnt, werden seine empatischen Anteile abgespalten bleiben und er wird diese Anteile in Anderen ablehnen und so vom Opfer zum Täter werden.
Das Buch ist eine große Hilfe für alle, denen ähnliches widerfahren ist, da man nur durch Erkennen und Wissen der Zusammenhänge sich befreien kann.
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am 5. Januar 2013
Das Buch gibt viel Aufschluss über das im Titel beschriebene Phänomen. Es bietet eine Abgrenzung des Begriffs Mitgefühl zu angrenzenden Begriffen wie Verbundenheit, Schuld und Pflichterfüllung. Es bietet gedankliche Anregungen, indem Begriffe wie Herablassung, Unterdrückung und Bestrafung dem Mitgefühl sozusagen gegenüber gestellt werden. Der Bezug zwischen Mitgefühl und Machtstreben wird dargestellt, in diesem weiten Zusammenhang auch die Einbettung der Handelnden in die Normen der Gesellschaft und die zuvor insbesondere im Elternhaus geleistete Normenvermittlung. Und immer wieder werden Fragen aufgeworfen und beantwortet, wie beispielsweise jene, warum sich mancher erst durch das Ausüben von Macht und Gewalt lebendig fühlt. Ein wirklich interessantes und nachdenklich machendes Buch.

Für eine Bewertung bin ich nun trotzdem etwas hin und her gerissen, zwischen fünf und drei Sternen. Für sich betrachtet verdient dieses aufschlussreiche Buch fünf Sterne. Wer jedoch beispielsweise schon "Der Wahnsinn der Normalität" gelesen hat, der trifft hier unweigerlich auf das Phänomen, dass ein- und derselbe Autor mit einem neuen Buch meist nicht vollständig neuen Boden betritt, sondern bereits publizierte Erkenntnisse nochmals verarbeitet. Ich bin mir darüber bewusst, dass das vorliegende Buch und "Wahnsinn der Normalität" thematisch fast zwangsweise Berührungspunkte aufweisen. Dennoch kosteten die Überschneidungen beim Lesen (überflüssig) Zeit. Ich denke, die Themenbereiche hätten klarer getrennt werden können, so dass man in Vorkenntnis anderer Bücher desselben Autors sozusagen gezielter hätte lesen können. Daher nur vier Sterne für ein wirklich anregendes Buch.
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am 9. Mai 2000
ich habe bis jetzt erst den wahnsinn der nomalität, der verrat am selbst und den verlust des mitgefühls gelesen und bin trotzdem völlig begeistert von dieser seelischen und gedanklichen klarheit des autors arno gruen. ich kann diese bücher einfach jedem menschen empfehlen!
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am 15. März 2012
im Grunde gibt es nicht allzuviel dazu zu sagen: Wem Arno Gruen bereits etwas sagt, der weiß seine klare Art der Formulierung von ausgeführten Zusammenhängen entsprechend zu schätzen. Hervorragende literarische Landkarte im Sinne von "...kenne dich selbst" (Sokrates)
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am 12. Juli 2014
Gruen schreibt in tankeweckender Weise, wie sich der Mensch vom Kind, dass seine Autonomi und damit sein Mitgefuehl verliert zum Erwachsenen heranreift, der aus Angst vor seiner einmal erfahrenen, schmerzhaften Hilflosigkeit, die Augen vor dem Elend der Welt, dass nur wir Menchen zu schaffen kapabel sind. Seine Buecher und auch dieses ist ein Aufruf an uns Menschen wieder Mensch zu werden und den Wahnsinn, in den uns die Politiker und Geldmacher treiben, zu erkennen. Er zeigt Wege fuer die Zukunft, sodass auch unsere Kinder und deren Kinder weiter auf diesem Planeten mit allen lebenden Wesen existieren können.
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am 16. Juli 2002
Ich vermute, Arno Gruen ist ein Bodhisattva (nicht als Idolisierung zu verstehen).
Er hilft uns, zu erkennen, dass wir den Feind in uns selber bekämpfen müssen, nämlich unsere Ängste und vor allem unseren Schmerz, anstatt auf die Unterdrückung stellvertretender äusserer Feinde zurückzugreifen.
Alle Bücher von Arno Gruen kann ich ohne zu zögern auch jedem Buddhisten empfehlen.
66 Kommentare| 26 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. April 2015
Die Lieferung erfolgte bereits am nächsten Tag. Das Buch wurde gut aber nicht zu aufwändig verpackt.
Der Preis ist angemessen.
Das Buch stellt eine sehr gute Übersicht über einige Probleme der zivilisierten Gesellschaft dar und liefert Lösungsansätze zur deren Bewältigung.
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am 2. Juli 2013
pünktlich und in tadelloser Verfassung. Mir erscheint diese Kurzbeurteilung ausreichend und wieso mehr erforderlich ist, kann ich nciht einsehen...das mißfällt mir
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