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am 6. Januar 2013
... denke ich, dass es ein bemerkenswertes Buch ist. Für mich ist allein die Tatsache spannend, dass man so wenig über den Zusammenhang von Sprache und Denken nachweisen kann. Im Prinzip bleibt bei mir die tolle Erkenntnis, dass eine Sprache den Sprecher nur sehr wenig einschränkt. Das Beispiel "I had a chat with the neighour" zeigt am besten, dass man auf Deutsch gezwungen ist anzugeben ob Frau oder Mann, nicht so im Englischen. Die Beispiele die Deutscher bringt sind für mich klar und fundiert. Ich habe den Eindruck, dass nichts (stark) überhöht ist und immer eine wissenschaftlich Basis gegeben ist. Der Sprachwitz ist erfrischend und ich kann nicht verstehen, dass manche Rezensionen das Buch mit einer Doktorarbeit vergleichen. Ich fand es immer locker zu lesen und bei mir kommt es in die Top-Kategorie. Ärgerlich ist in der Tat, dass der Titel was ganz anderes suggeriert. Denn bei mir bleibt als Fazit: Sprache ist "nett" zur Kommunikation (von Wissen), aber zum denken ist gar nicht so wichtig, welche Sprache ich zur Verfügung habe. Bleibt die Frage, brauch man Sprache überhaupt zum Denken. Also für mich eine 9.8 (Norman Doidgen, "The Brain That Changes Itself" bekam 10.0 - best).
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am 3. Februar 2013
Man kann ins Stutzen geraten beim Lesen der Einleitung. Autoren, die trotz der streitbaren Behauptungen, die sie in Bälde aufstellen werden, um Vertrauen werben, da eben ihre Thesen zwar mutig aber dennoch richtig sind, wecken eher misstrauen. Nur wenigen gelingt die Überzeugung tatsächlich, wie etwa Darrin McMahon ThePursuit of Happiness A History from the Greeks to the Present by McMahon, Darrin M. ( Author ) ON Oct-04-2007, Paperback. Ich möchte nun dieses Lob schon einmal vorab loswerden: Auch Guy Deutscher arbeitet wissenschaftlich sauber und kann durch gutes Handwerk überzeugen.

Diese erwähnten "präventiven Überzegungsbemühungen" warnen auch davor, dass sich Deutschers Behauptungen unnatürlich anfühlen werden. Dies sei aber dem Umstand geschuldet, dass Vertrautes all zu gerne als Natürliches empfunden wird, was nicht notwendigerweise miteinander einhergeht. Und darum geht es im Kern in diesem Buch: Wir halten viele Wechselwirkungen zwischen Sprache und dem Mensch für etwas Natürliches, wobei Deutscher uns überzeugen möchte, dass tatsächlich viel mehr durch die Kultur geprägt wird. Linguisten und Antrophologen sind dabei über die letzten Jahrunderte immer wieder zwischen Kultur und Natur hin- und hergeschwenkt, wobei in den letzten Jahrzehnten die Natur auf der Siegerseite stand. Deutscher führt uns durch die Geschichte, von Homer bis zu aktuellen Studien, und analysiert und bewertet die Erkentnisse der einzelnen Wissenschaftler.

Der isralische Linguist Deutscher schickt uns auf eine Erkenntnisreise. Zunächst ist der Leser noch geneigt, leise aufzuschreien: "Das ist aber nun doch an den Haaren herbeigezogen, wir haben es hier mit Diplomatie statt Argumentation zutun!" Seiten später erkennen wir die Falle, in die uns der Autor geschickt gelockt hat: Genau das Widerstreben, das Vertraute als Konvention der Kultur und nicht als etwas Natürliches wahrzunehmen, hat sich da in uns geregt. Man beginnt zu begreifen, dass sich auf nachvollziehbare Weise, und viel undogmatischer und seriöser als angenommen, darlegen lässt, dass sich die Kultur in der Sprache widerspiegelt und sogar die Sprache Einfluss auf unser Denken hat.

Den einzigen Vorwurf, den ich Deutscher machen kann, ist, dass er teilweise nicht pointiert genug ist, die Interpretation quasi im Raum schwebt, aber nicht ergriffen wird. Das liefert einen arroganten Beigeschmack. Dieses ändert nichts daran, dass wir einen hochinteressanten Blick auf ein Thema erhalten, dass uns alle betrifft und schon viele Generationen von Wissenschaftlern beschäftigt hat und noch beschäftigen wird. Das Buch ist für Laien (wie mich), aber sicherlich auch für Fachleute, nachvollziehbar, erkenntnisreich und belehrend. Ich kann die Lektüre uneingeschränkt empfehlen, sowohl als Einstiegslektüre als auch als wissenschaftshistorischen kritischen Überblick darüber, wie die Sprachforschung mit dem im Buch behandelten Thema umgegangen ist.
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am 7. März 2015
Dieses Buch zeigt in aeusserst klarer Weise, wie Sprache unser Denken beeinflusst und wie diese entstanden ist. Hervorragend vor allem der Vergleich der verschiedenen Kulturen. Um nichts vorwegzunehmen, nur ein Beispiel: wieviele Worte haben die Eskimos fuer weiss? Und was bedeutet das fuer das menschliche Denken. Aeusserst empfehlenswert fuer den, der sich fuer die Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener Kulturen interessiert.
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am 4. März 2016
Nicht ganz leicht zu lesen, zumal es sich um teilweise völlig unbekannte (und wohl aussterbende) Sprachen handelt. Ist geeignet für besonders Sprachinteressierte, eröffnet trotzdem neue Denkansätze.
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am 13. Dezember 2014
Gute Übersicht über linquistische Strömungen und Tendenzen des letzten Jahrhunderts. Aufschlussreich was Sprache und Welt betriffft. Im Titel etwas irreführend, weil die Welt (von 3 Ausnahmen, die Deutscher beschreibt) in anderen Sprachen ja doch nicht anders aussieht
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am 10. Juli 2013
ein tolles Buch für jeden, der sich allgemein für Sprachen und Linguistik interessiert. Sehr interessant und super aufbereitet. Unbedingt zu empfehlen!
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am 9. Mai 2013
Interessantes Thema gut dargebracht. Mir gefallen besonders die Beschreibungen der Sprachforscher-Versuche - Wissenschaft zum Anfassen. Achtung - wissenschaftliche Sprache kann z.T. ermüdend wirken. Das Thema jedoch nicht!
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TOP 1000 REZENSENTam 6. Januar 2014
Guy Deutscher ist promovierter Linguist und widmet sich der Frage, wie verschiedene Sprachen die Sicht der Welt prägen, oder auch nicht. Dazu untersucht er drei Themenkomplexe, die Einteilung von Farben, die Orientierung in der Welt durch relative bzw. absolute Koordinaten (links/rechts vs. Himmelsrichtungen) und Geschlechter und Artikel (z.B. der Mond vs. die Sonne).

Um es kurz zu machen, die Ergebnisse sind mager: Alle Menschen auf der Welt sehen ihre Umgebung grundsätzlich genauso und können mit ihren Sprachen dieselben Gedanken ausdrücken; auch wenn manche Landessprachen für manche Zwecke geeigneter sind. Die nationalen Besonderheiten lassen sich nicht auf die gesprochene Sprache zurückführen. Andererseits ist der kulturelle Hintergrund keineswegs egal. Wer mit bestimmten Begrifflichkeiten aufgewachsen ist, wird gesellschaftlich zu bestimmten Sichtweisen erzogen. Rassisten sehen Menschen mit anderen Augen, in ihren Kategorien, als z.B. Blinde. Aber für eine Kritik der Ideologie und der Kultur ist die Linguistik das falsche Werkzeug.

Es ist zwar faszinierend zu sehen, wie sich der Autor abmüht, ob die Sprache nicht vielleicht doch die Weltsicht bestimmt. Es spricht für ihn und seine wissenschaftliche, kritische Herangehensweise, dass er immer wieder Argumente abwägt und die Dinge aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Angesichts seiner mühsamen Detailarbeit ist sein Werk nur etwas für hartnäckig Theorie-interessierte, für die ist es aber auch gut. Das Buch ist solide, aber zu schwerfällig.
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am 18. Dezember 2012
Wer früher mal Whorf aufgesessen ist, sollte dieses Buch lesen, damit er Abstand von ihm bekommt. Sonst aber ist das Buch keine Pflichtlektüre. Es hält nicht, was der Titel verspricht. Deutscher hätte seine Muttersprach viel mehr ins Spiel bringen müssen, um die unterschiedliche Weltsicht zu belegen, die mit unseren Muttersprachen zu tun hat. Vielleicht hat er mit seinem Buch wenigstens einen Diskurs angestoßen, der noch ein paar ergiebigere Arbeiten zeitigt. Unterm Strich bleibt nach der Lektüre seines Buches wenig Gewinn. Das Buch ließe sich ohne inhaltlichen Verlust auf 40% des Umfangs zusammenstreichen.
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am 28. Juni 2015
Interessantes Werk, das Ansichten über den alltäglichen Sprachgebrauch sehr hinterfragt und die eurozentrische Position mal erfrischend hinterfragt. Kurzweilig und sehr informativ, auch sehr unterhaltsam.
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