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Kundenrezensionen

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TOP 500 REZENSENTam 4. November 2010
Der Schwerpunkt der Gespräche zwischen Loki Schmidt und Reinhold Beckmann sind die Kindheit, Jugend, das Leben im Nationalsozialismus, das Überleben nach dem Krieg, ihr Engagement für den Naturschutz, ihre Reisen. Der Zeit in Bonn wird hingegen nur relativ wenig Raum gegeben.

Mein Eindruck: praktisch, pragmatisch, unsentimental, nach vorne gerichtet, neugierig und wissbegierig. Andererseits auch hartnäckig. Sie wollte sich nach der Kanzlerwahl ihres Mannes nicht verbiegen lassen. Ganz ohne Veränderung überstand sie das erste Jahr dann aber doch nicht: sie wurde misstrauischer, als sie es zuvor gewesen war, weil sie merkte, "dass viele Menschen nicht Ja - Ja, Nein - Nein sagen."

Ein paar Beispiele:

Über Ihre Gefühle zum Tod des Sohnes:
"Ich habe mein Leben lang keine Zeit gehabt, tiefen Gefühlen, besonders negativen, nachzuhängen - positiven lieber." (S. 89)

Eine Reise in die Sowjetunion:
"Susanne und ich haben vorher ein bisschen Russisch gelernt, damit wir wenigstens tanken und Essen bestellen konnten." (S. 206)

Bemerkenswert wie sie Freundschaften selbst mit anders denkenden Menschen pflegen konnte:
"Sie wussten die ganze Zeit, dass wir Gegner der Nazis waren, wir wussten, dass sie für die Nazis waren, und trotzdem sind wir Freunde gewesen." (S. 188)
Eine Freundschaft, die bis zum Tod des anderen Ehepaars aufrecht erhalten wurde.

Über die Konsumorientiertheit der Generation von heute:
"Es fehlen ihnen aber auch Notzeiten. Und manches Mal, das sage ich ganz offen, denke ich, eine kleine Notzeit wäre vielleicht aus pädagogischen Gründen gut." (S. 240)

Die wichtigsten Werte:
"Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit." (S. 264)

Es gibt einige Schwarz-Weiß Bilder. Gekauft habe ich dieses Buch jedoch wegen der Inhalte und tatsächlich, es bietet interessante Einblicke und Anekdoten, manchmal tiefer gehend, manchmal oberflächlich. Die Themen sind gut strukturiert und sinnvoll angeordnet. Dieses Buch ist sehr gut lesbar, wenn man sich an den Interviewstil gewöhnt hat.

Empfehlenswert!
44 Kommentare| 26 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Reinhold Beckmann sprach mit Loki Schmidt – sie sollte von früher erzählen…
Und ich habe es gelesen …

Gliederung:
=========

Vorwort

„Honni, Honni aus dem Land von Karbonni“
Eine Kindheit in Hamburg

„Im Taubenschlag kann man sich so schön küssen“
Über Freundschaft und erste Liebe
..

weitere 10 Kapitel

Reinhold Beckmann traf die Ehefrau von Helmut Schmidt in Langenborn in ihrem Haus. Sie führten die Gespräche in ihrem Arbeitszimmer. Dabei kamen Geschichten zutage, die Zeitgeschichte sind, die ein ganzes Jahrhundert erzählen. Loki Schmidt war schon immer sehr unabhängig und so ist auch ihre Sicht auf die Dinge, was mir beim Leser des Geschriebenen auch aufgefallen ist. Sie erzählt von privaten Erlebnissen genauso wie von den politischen Begebenheiten ihres Mannes. So ist es ein Buch, welches sehr abwechslungsreich ist und ein abwechslungsreiches spannendes und intensives Leben wieder gibt.

Auch sind es die Menschen, denen man innerhalb der Antworten Loki Schmidts begegnet, die mit ihr und ihrem Mann den Weg gingen. Es waren dies u.a. auch schicksalhafte Begegnungen nicht nur für die Schmidts, sondern damals für ganz Deutschland. Hin und wieder war auch Helmut Schmidt bei den Gesprächen kurz anwesend.

Als Frau von Helmut Schmidt, in der Zeit, als er Kanzler war, hat sie auch einen hohen Anteil an allem, was damals passierte, sie stand hinter ihm, hielt ihm den Rücken frei ….

Das Buch beinhaltet zahlreiche private und gesellschaftlich politische Fotos der Schmidts, die man neben den Texten betrachten kann. Sie sind sehr aufschlussreich und erklären das Geschriebene noch einmal bildhaft und untermalen es.

Das Buch ist wie ein Interview geschrieben, es besteht aus Fragen, die kursiv geschrieben sind und den entsprechenden Antworten.

Leseprobe:
========

Wie kam das junge Ehepaar Helmut und Loki Schmidt nach dem Krieg finanziell klar?

Unsere Tochter Susanne ist 1947 geboren. Sie hatte als Dreijährige eine kleine Lederhose. Damit konnte sie rumrutschen. Als unsere Tochter allerdings in die höhere Schule kam, war es bei uns – obwohl mein Mann schon im Bundestag war – sehr knapp. Unsere Tochter trug weitgehend von mir genähte, sehr schöne Faltenröcke mit Schottenmuster und Ähnliches. Sie hat nie geklagt. Erst als sie erwachsen war, hat sie sich mal etwas darüber beschwert. „Immer diese selbst genähten Röcke, und dann musste ich die auch zwei Tage hintereinander anziehen, und die anderen zogen jeden Tag was anderes an.“ So war es halt in den fünfziger Jahren bei uns.



Frei von der Leber weg und offen antwortet Loki Schmidt auf die gezielten Fragen Reinhold Beckmanns, der schrittweise das Leben dieser Frau und ihrer Familie beleuchtet und somit deren Zeit spannend und aufschlussreich darstellt. Ich fand es einerseits sehr aufschlussreich und auch sehr persönlich, was sie ehrlich über ihre Zeit und ihr Leben zu berichten hatte.

Die Fragen Beckmanns fand ich auch vom journalistischen Standpunkt sehr gut gewählt, so dass Frau Schmidt es eigentlich leicht hatte, spannend und informativ zu antworten.
Das hört sich jetzt irgendwie blöd an, aber so habe ich es empfunden.

Als Loki Schmidt – sie erzählt ja nicht nur von der Zeit als Kanzlergattin – aus dem Leben berichtete, dass sie an der Seite ihres Mannes – des Kanzlers – führte, fand ich diese Abschnitte auch sehr interessant, wie sie diese Zeit und die davor und danach empfand. Viel erfährt man auch aus ihrer Jugend, was ihre Träume waren und welche verwirklicht oder nicht verwirklicht werden konnten. Das Buch ist rückblickend ein Erinnerungsbuch und lässt den Leser miterleben, welche Ansichten diese Frau vertritt.

Es liest sich sehr flüssig und auf Grund der Abschnitte, die sich aus dem Frage-und-Antwort-Wechsel ergeben, auch sehr leicht. Man kann zwischendurch gut auch mal aufhören, wenn man keine Zeit hat, es fällt allerdings schwer, weil es einfach zu spannend ist.

Empfehlung !!!! – weil ein unwiederbringliches Zeitdokument !!!
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am 9. Mai 2011
Ich war voreingenommen von dem Titel. Alle meine Bekannten und Verwandten wollen mir
immer erzählen, wie es früher war. Aber früher -da habe ich ja selbst gelebt, wenn auch vielleicht zehn Jahre vorher.-
Also sträubten sich bei mir die Haare!! Und dann bekam ich gleich 2 Bücher zum
Geburtstag. Aber wie erstaunt und positiv überrascht war ich, als ich anfing zu lesen.
Natürlich war viel davon bekannt, aber ich legte das Buch kaum aus der Hand, es
war fesselnd und spannend und machte Lust auf mehr von der Familie Schmidt zu
erfahren. Ich kaufte mir prompt das nächste Buch von Helmut Schmidt, denn nun
hatte ich keine Vorurteile mehr. Das Buch war genauso spannend und ich bin auf
einer weiteren Suche nach einem neuen Buch.
Es ist etwas woraus man etwas lernen kann, es sind Sachen, die man als "Normalbürger"nicht erleben kann und erleben wird - und wiederum alles sehr menschlich und nicht
arrogant -kurzum - ein sehr gelungenes Buch, Platz 2 in meinem Bücherschrank.
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TOP 500 REZENSENTam 4. November 2010
Reinhold Beckmann hat im September 2008 dieses Buch abgeschlossen. Er befragte Loki Schmidt in ihrem Haus in Langenhorn zu ihrem Leben und fügte auch viele Photos bei. So erfährt man als Leser wie ihr Leben um das Jahr 1930 in Hamburg verlief und auch wovon sich die Familie damals ernährt hat: Da findet man z.B. grünen Käse, "Schwanensuppe", "Buntes Huhn" und auch einen Weißkäse (Quarkblock) den es heute nicht mehr gibt.
Nach dem Kapitel Kindheit in Hamburg folgt ein kurzer Text über Freundschaft und die erste Liebe. Der Nationalsozialismus wird gestreift und der große Luftangriff auf Hamburg 1943, sowie ihr Umzug nach Bernau und die Neuanfänge in den Bonner Zeiten.
Zwischendurch taucht bei den Gesprächen immer wieder Helmut Schmidt auf und bringt sich kurz, auf eine Zigarettenlänge, mit in das Gespräch ein. So erfährt man beiläufig, wie Sie einem Ehepaar aus der DDR zu Flucht verholfen hatten und dazu hat er erklärt: "Ich weiß nur, dass wir etwas gemacht haben, das nach Recht und internationalen Gepflogenheiten gesetzwidrig war, aber nach seiner Meinung moralisch in Ordnung."

Danach geht es um ihre Bonner Zeiten und wie sie dann so manches Protokoll über den Haufen geworfen hat, da sie sich nicht verbiegen lassen wollte. Man erfährt etwas von den Gedanken die die Schmidts zu dem damaligen Terror hatten, wie sie sich bei der Abwahl von Helmut Schmidt fühlten und dabei erfährt man auch so einiges über Genossen und Zeitgenossen (wer hätte wohl gedacht das Barzel und Strauß sie oft besucht hatten).
Es folgen schöne Gedanken zum Naturschutz, zur Emanzipation, zur Freundschaft und den Altersleiden.
Erstaunlich fand ich die Schilderung ihrer erlebten Nahtoderfahrung und ihre Gedanken zum Glauben.

Zitat aus dem Buch: "Ich habe keine Angst vor dem letzten Schritt."
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TOP 1000 REZENSENTam 18. September 2011
.. bevor es diesen Ausdrück überhaupt gab!
Ich bin absolut kein Fan von Reinhold Beckmann und ging deshalb mit etwas gemischtem Gefühl an dieses Buch heran - aber ich wurde angenehm überrascht.
Mit am besten gefielen mir Loki Schmidts ausführliche Schilderungen ihrer Kindheit und Jugend in Hamburg, ihres Lebens in einer armen, kinderreichen Familie und ihrer Schulzeit in den zwanziger und Dreißiger Jahren.
Sachlich und nüchtern, nie klagend oder jammernd, erzählt sie von der Kriegszeit, vom Tod ihres Sohnes, von Fehlgeburten. Davon, dass sie als Lehrerin arbeiten musste und die Alleinverdienerin war, während ihr Mann nach Kriegsende studierte. Der Kinderwagen mit Tochter Susanne stand derweil im Pausenhof unter einem Baum.
Viel Privates über ihre Ehe mit Helmut Schmidt erfährt man nicht, aber das war auch nicht zu erwarten und ehrt sie. Es genügt, dass man aus jeder Zeile erfährt, wie sehr sie sich auch nach über 60 Jahren Ehe noch verstanden, unterstützten und zusammenhielten. Beneidenswert und ein Vorbild für jeden!
Dazu gibt es viele Fotos aus Kindheit, Jugend, aus der Kriegszeit sowie später aus Helmut Schmidts politscher Karriere.
Fazit: Absolut lesenswert - und das nicht nur für "SPD-Wähler".
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am 2. Mai 2011
Ich habe "Erzähl doch mal von früher" innerhalb weniger Tage gelesen. Es liest sich schön (trotz oder gerade wegen der Interview-Form?) und man kann Reinhold Beckmann und Loki Schmidt förmlich im Gespräch vor sich sehen - gelegentlich auch Helmut Schmidt, wenn der bei den beiden für eine Zigarette hereinschaut. Man bekommt einen Eindruck in das Leben von Loki an der Seite des Altkanzlers und ich persönlich war beeindruckt von der Frau, die so viel erlebt hat. In keinster Weise bedrückend, sondern ergreifend und auch humorvoll. Man muss wirklich nicht hochgradig an Politik interessiert sein, um dieses Buch bzw. Gespräch gerne zu lesen.
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am 3. April 2012
Am meisten beeindruckt hat mich die Episode mit dem Tenno, den man nicht ansprechen durfte, wie das Protokoll der Kanzlergattin einschärfte, und dem man ansah, "dass er da nur aus Pflichtbewußtsein saß." (S. 210) Und den Loki Schmidt dann einfach fragte, ob er noch immer Fische beobachte - worüber er Jahrzehnte vorher in einem Zeitschriftenartikel geschrieben hatte. Oft in den Bonner Jahren als Kanzlergemahlin wird auch Loki Schmidt irgendwo "nur aus Pflichtbewußtsein" gesessen haben. Aber sie beklagt sich nicht. Beklagen ist überhaupt nicht ihre Stärke und dazu die alte Dame viel zu patent.

Loki Schmidt schildert ihr Leben: ihr kurzes Leben vor Helmut Schmidt und ihr langes Leben an der Seite von Helmut Schmidt. Begonnen mit einem überraschend aufgeschlossenen Elternhaus, über die Jahre von 1933 bis 1945, den Schrecken beim Verlust ihres Sohnes, der als Kleinkind an einer Krankheit starb, ihre Einsamkeit in dieser Zeit (die Nachricht erreichte Helmut Schmidt mit großer Verspätung), dann schließlich die Zeit in Bonn, als Helmut Schmidt zunächst Abgeordneter, dann Kanzler war, und das Leben nach der Kanzlerschaft.

Wer vertiefte politische Erkenntnisse sucht, ist mit diesem Buch vielleicht falsch beraten, denn politisch sehr in die Tiefe geht es (für mich glücklicherweise!) nicht. Es bleibt in diesem Zusammenhang eher persönlich und subjektiv, wenn auch das eine oder andere zeitgeschichtliche Ereignis der 70er und 80er Jahre angesprochen wird: die heutige Haltung der Schmidts zum richtigen Vorgehen bei der Schleyer-Entführung (immer noch dieselbe wie 1977), der Rücktritt Brandts und der Sturz Helmut Schmidt durch den kleinen Koalitionspartner.

Die Interviewform mag man sehen, wie man will (ich bin kein Fan davon), mißfallen hat mir nur die eine oder andere Frage, deren Sinn sich ohne eine Erklärung nicht ohne weiteres entschlüsseln lässt, S. 248 zum Beispiel das unvermittelte: "Hat Sie die Einschätzung von Theo Sommer in dem Film von Sonja Maischberger verletzt?" - wovon bitte spricht der Mann? Dasselbe gilt für die Sven-Simon-Episode ab S. 197 (ich dachte beim Lesen erst, ich hätte versehentlich ein paar Seiten überblättert, so abrupt wird der Leser mitten ins Geschehen geworfen).
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am 28. Januar 2011
Einfach zu lesen und schön dieser Frau zu "zuhören". Bin zu jung um mich an Loki Schmidt zu erinnern. Trotzdem beeindruckte mich dieses Interview sehr und ich wünschte mir für manche Situationen im Leben Ihre Gradlinigkeit, auch wenn Sie manchmal aus der Not heraus geboren wurde. Ein Mensch der soviel erlebt hat und dies in diesen kleinen Buch toll erzählt. Kurz, knapp und präzise und es wird dem Leser sehr bewusst, was diese Frau bewegt und bewegt hat. Wissen wir eigentlich wie gut es uns geht?
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am 11. Mai 2014
Dieses Gespräch zwischen Loki Schmidt und Reinhold Beckmann
dokumentiert eine Zeit in Deutschland, die für die Bevölkerung
sehr anstrengend und von wenig Freiheit und Freizügigkeit ge-
kennzeichnet war. Das Buch atmet Ehrlichkeit, Klarheit und Direkt-
heit. Für Nachgeborene ein wunderbares Zeitzeugnis, aus dem
der Leser viel lernen kann.
Verpackung und Transport, sowie der Zustand des Buches sind
sehr gut gewesen. Meinen herzlichen Dank dafür.
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am 27. Juli 2013
Das Buch gibt uns eine ausgeszeichnete Möglichkeit, die spürbar markante wie eigenständige Persönlichkeit, das so arbeits- und verantwortungsreiche wie mutige Leben der inzwischen leider verstorbenen Loki zu begreifen. Die Interviewform ist dabei anfangs vielleicht gewöhnungsbedürftig, erleichtert es vielleicht andererseits, dass man das Buch in Häppchen und unterwegs lesen kann. Ebenso wird es dadurch leichter, den Titel an Leute zu verschenken, die eher weniger und sporadisch lesen, wie überhaupt die Seitengestaltung und Druckgröße sehr lesefreundlich geraten sind.

Inhaltlich konzentriert sich der Band und das Interview Lokis durch Reinhold Beckmann naturgemäss auf ihr Elternhaus, ihre Kindheit und Jugend, auf die Veränderungen und Herausforderungen durch die politische Karriere ihres Mannes Helmut Schmidt bis in die 1970er Jahre, weiterhin auf ihre ganz eigenen Interessen und Engagements und schließlich auf die Jahre und Erfahrungen des Alter und seiner Einschränkungen.
Manchmal empfinde ich den Stil von Beckmann als etwas schleimig. Zudem sucht er für mich zu oft und penetrant nach direkt emotionalen Aussagen und Empfindungen, wie sie gerne auch in der medialen Öffentlichkeit von Fernsehsendungen jeder Couleur aus Studiogästen etc. heraus gelockt werden. Man merkt ihm da leider seine Prägung als TV-Profi an, der leicht penetrant insistierend den ganz persönlichen Empfindungen seiner Gegenüber zu diesem und jenem persönlichen Erlebnis gerne einen größeren Raum einräumt als der Schilderung des eigentlichen Geschehens. Das ist zwar heute absoluter Medien-Standard, aber schmierig und indiskret wirkt es für mich immer noch.

Ich glaube, besonders die Jahre ihrer Kindheit beeindrucken in den Schilderungen von Loki. Was für eine Armut hat sie erlebt, unter heute nicht mehr vorstellbaren sozialen und finanziellen Verhältnissen. Was für ungewöhnliche Eltern aus einfachen Verhältnissen hatte sie, die alles menschenmögliche taten, um sich und den Kindern eine größere, ja moderne wie auch künstlerische Bildung zu ermöglichen.
Nebenher wird auch klar, wie "robust" und unerschrocken Loki durchaus eben auch gestrickt war, welche frühe und große Verantwortung sie übernehmen musste und was für ein unglaublich arbeitsreiches Leben sie geführt hat. Lokis Begabungen, ob z. B. musischer oder naturwissenschaftlicher Art, werden so ganz nebenbei auch deutlich.
An manchen Stellen plätschert das Interview vor sich hin, doch einer so hochbetagten Person und dem Interviewer sei das nachgesehen. Der Titel lautet ja auch "Erzähl doch mal von früher" und ist eben keine tiefschürfende wissenschaftliche Biographie.

Für die ganz junge Generation bietet sich ein nachdrücklicher und tiefer Blick auf frühere Lebensumstände, der vielleicht ein wenig manche Gegenwarts-Herausforderungen oder -Aufgeregtheiten relativiert.
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