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am 28. März 2009
Ein sehr gut gelungenes Buch, in dem Dawkins erläutert, wie komplex die Natur ist und welche "Leistung" Evolution und Auslese vollbringen mussten, um unsere heutige Welt des Lebendigen hervorzubringen. Interessant ist, daß unser genetisches Material nicht der Anfang des Lebens sein kann, daß selbst die Einzeller zu komplex sind und nicht spontan entstehen konnten, sondern einfachere Vorläufer gehabt haben mußten. Dazu gibt es auch ein Beispiel für die Vererbung in der unbelebten Natur, das sehr anschaulich und interessant ist.
Auch das Beispiel mit dem fast richtig eingestellten Mikroskop hat mir gut gefallen, das nur bei kleinsten Veränderungen der Scharfeinstellung richtig eingestellt werden kann als Veranschauung dafür, daß Evolution in kleinsten Schritten erfolgen muß. Er erklärt ganz klar und hat Darwin mit dieser Sicht auf seiner Seite, daß nur kleinste Veränderungen von Generation zu Generation sich in einer Population durchsetzen können und erklärt auch sehr gut, woher die scheinbaren Sprünge in der Artentwicklung kommen können.
Man kann Evolution nach der Lektüre dieses Buches besser verstehen und läßt sich anstecken von der Ehrfurcht des Autors von den Wundern der Natur.

Der Untertitel ist etwas irreführend, denn Evolution erklärt nur die Entwicklung der Arten aus anderen "einfacheren" Formen. Die Entsthung des Universums kann die ET gar nicht erklären und ist auch nicht ihre Aufgabe. Worauf Dawkins abzielt: je mehr Planeten es gibt, auf denen Leben entstehen kann, desto weniger unwahrscheinlich ist die Entstehung des Lebens gerade auf diesen Planeten. Er erwähnt auch diverse Theorien aus der Kosmologien, die aber nur Annahnen sind und keinesfalls bewiesen sind (beispielsweise, daß es viele unterschiedliche Universen entstehen und vergehen). Bewiesen ist mehr oder weniger der Urknall, aber es gibt in der Kosmologie so viele offenen Fragen, daß man darüber hinaus keine sicheren Angaben machen kann. Intelligent Design wird meines Erachtens anhand der Erdgeschichte, die man sehr gut belegen kann, viel effektiver widerlegt. Umgekehrt haben die Kreationisten in der Kosmologie aufgrund der dort herrschenden Probleme eine Nische des Unwissens für ihren Glauben.
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am 25. November 2014
Ganz im Sinne Darwins argumentiert Dawkins stichhaltig, umfassend, in dieser Form für ein Sachbuch rhetorisch überdurchschnittlich gut und schlichtweg richtig. Er hält sich dabei im Gegensatz zu seinem späteren Werk Gotteswahn, das vor Polemik nur so strotzt, zurück und ist bemüht, eine sachliche und wissenschaftlich fundierte Argumentation abzuliefern. So feiert er die die atemberaubende Entstehung höchst diffiziler Systeme wie dem menschlichen Körper mit der spürbaren Begeisterung eines Evolutionsbiologen, der für sein Metier brennt und auch nicht davor zurückschreckt, verschiedenste Thesen gegen die Evolutionstheorie ins Feld zu führen. Wohlgemerkt nur um, sich selbst geschickt den Ball zuspielend, sie anschließende genussvoll Stück für Stück zu demontieren und auf ihren Trümmern ein Loblied auf die erstaunliche Entwicklungsgeschichte des Lebens anzustimmen.
Ironisch ist auch der Titel des Werks zu verstehen, der sich auf ein Buch des Kreationistenvordenkers William Paley bezieht, der anhand Gottes in Form eines Uhrmachers die „Fertigung“ sämtlicher weltlicher Bestandteile darstellen wollte. Verständlich, dass Dawkins nicht widerstehen konnte, dieses krasse Bild seines natürlichen Gegners für eigene Zwecke zu entfremden und aus dem Chronographenhersteller eine unbewusst, ohne Sinn und blind arbeitende Metapher für die natürliche Selektion zu machen.
Als ein sich durch das Buch ziehendes Veranschaulichungsobjekt wurde das menschliche Auge gewählt, dessen Ursprung, Formen und Entwicklungsgeschichte mit den faszinierenden Erkenntnissen, aus welch unerwarteten Kreaturen unsere Fenster zur Welt vor Äonen von Jahren geblickt haben, den Leser vor Erstaunen innehalten lassen.
Solange Dawkins in seinem Fachbereich verweilt ist der Stichhaltigkeit seiner Argumentationsketten kaum etwas entgegenzusetzen und man kann diesem 1986 erschienen Werk bis heute wenig gleichwertige Literatur zur Seite stellen. Leider ist auch ein unpassender und mittlerweile mehr als nur veralteter Versuch, anhand der Entwicklung der Computertechnik eine Art von Evolution aufzeigen zu wollen, unter den Beispielen. Das ist ein gut gemeinter Ansatz, die eigenen Thesen noch umfassender erscheinen zu lassen und künstliche Adaptionen in möglichst vielen Themenkreisen zur Erbringung von Belegen heranzuziehen. Es scheitert aber, wie in diesem Fall, zwangsläufig an der unzureichenden Basis und Nachvollziehbarkeit der Thesen, die allzu konstruiert sind und lustigerweise sehr an den Usus der religiösen Fanatiker erinnern, die auch auf Biegen und Brechen ein Konzept über alles stülpen möchten.
Auch sind die allzu fachspezifisch ausgeführten, eher kurzen Einschübe über Medizin und Genetik zwar richtig, aber im Kontrast zum Rest des Buches anstrengend zu lesen und man merkt, dass das eigentliche Hauptbetätigungfeld kurzfristig verlassen wird.
Generell täte dem Werk eine kleine Renovierung in Richtung des aktuellen Standes der Forschung sehr gut, damit auch die kritischen Geister des 21. Jahrhunderts sowohl wohlfundierte als auch aktuelle Argumentationen für den hoffentlich irgendwann beendeten, sinnbefreiten Disput mit ignoranten Mitmenschen haben.
Trotz der kleinen Kritikpunkte eine epochales Werk, dass in seiner zeitlosen Richtigkeit und dem hehren, dahinterstehenden Anliegen der Aufklärung seinesgleichen sucht und von der Begeisterungsfähigkeit zeugt, zu der die berufliche Beschäftigung mit dem Wunder der Entstehung des Lebens werden kann. Ein glücklicher Zufall auch, wenn diese Gabe in die Hände eines noch dazu erzählerisch talentierten Mannes fällt, dessen taktischer Scharfsinn ihm gebietet, der Prävention des Wassers auf die Mühlen seiner Gegner keinen Vorschub zu leisten, indem er auf einer rein sachlichen Basis jeglicher Art von religiöser Verbrämung, Schöpfungsmythos und Entstehungsmären jegliche Existenzgrundlage entzieht. Jetzt müssen die harten Fakten nur noch ins Bewusstsein der Menschen einfließen.
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TOP 1000 REZENSENTam 29. April 2008
"Der blinde Uhrmacher" ist für mich Dawkins' bestes Buch, da es nicht so genzentrisch ist wie etwa "Das egoistische Gen" oder "Es entsprang ein Fluss in Eden". Hauptanliegen des Autors ist es, die Evolution durch eine Folge kleiner Veränderungen, bei denen sich durch Selektion günstige Eigenschaften in einer Population stärker durchsetzen, zu erklären. Auf diese Weise können auch sehr komplexe Organismen entstehen. Im Grunde geht es Dawkins um eine Auseinandersetzung mit dem Kreationismus, indem er zeigt, dass durch die Evolutionsprinzipien komplexes Leben aus sich heraus und ohne Schöpfer geschaffen werden kann. Dawkins bemüht einige Computerbeispiele, die in der Tat sehr aufschlussreich sind. Diese Passagen des Buches sind sehr interessant und lehrreich.

Schwächen sah ich in vier Punkten:
a) einem sehr saloppen Umgang mit dem Begriff des Zufalls. So heißt es auf Seite 58: "Wellen und Kieselsteine zusammen sind ein einfaches Beispiel für ein System, das automatisch Nichtzufall erzeugt." Hier hätte es besser "Ordnung" statt "Nichtzufall" heißen sollen. Auf Seite 66 heißt es dann: "Der Zufall ist eine unwichtige Zutat im Darwinschen Rezept, die wichtigste Zutat ist die kumulative Auslese, die in ihrer Quintessenz nicht zufällig ist." Das kann man ganz anders sehen, zumal er auf Seite 67 die Evolution als ein Ergebnis der Auslese zufälliger Mutationen erklärt.

Andere Evolutionsbiologen weisen immer wieder darauf hin, dass wenn man eine Spezies ein 2. Mal den Evolutionsprozess durchlaufen lassen würde, eine ganz andere Spezies als beim ersten Mal herauskommen würde. Der Zufall spielt also in jedem Fall eine entscheidende Rolle. Dawkins sollte sich hier ganz anders ausdrücken. Auch Einstein meinte ja bereits, dass Gott nicht würfele, weil er den Zufall in der Physik nicht akzeptieren wollte. Offenbar irrte er in diesem Punkt. Dawkins trägt hier einiges zu einer unnötigen Verwirrung bei.

b) Irritierend auch das Schlusskapitel, in dem er sich eingehend mit Alternativen zum Darwinismus, insbesondere dem Lamarckismus auseinandersetzt. Es ist absolut sinnvoll, darauf hinzuweisen, dass Evolution ohne Lamarckismus (d. h. fortschrittsblind) erfolgen kann. Allerdings wird wieder einmal so getan, als wäre der Lamarckismus mit den Darwinschen Evolutionsprinzipien unvereinbar, und das ist er nicht. Darwin selbst glaubte noch an die Vererbung erworbener Eigenschaften. Und auch moderne Evolutionsbiologen wie Jablonka/Lamb weisen auf die Möglichkeit lamarckistischer Prozesse hin. Das ist ja auch beim Menschen ganz klar der Fall. Denn Kinder bekommen zwar die Gene von ihren Eltern vererbt, aber danach werden auch die Lebenserfahrungen im Rahmen der Sozialisation, Erziehung und Bildung weitergegeben ("vererbt") und das ist ganz klar lamarckistisch. Wenn einer Generation die Beherrschung des Feuers gelingt und sie diese Fähigkeit dann der nächsten Generation weitergibt, dann haben wir es hier mit einer Weitergabe erworbener Eigenschaften zu tun. Die Weitergabe erfolgt zwar nicht über Gene, aber das ist egal, denn eine Selektion findet immer am Phänotyp und nicht am Genotyp statt.

Als die Evolution begann, stand ihr nur die DNA zur Speicherung biologischer Informationen zur Verfügung. Sieht man einmal von der Epigenetik ab, so war eine Speicherung erworbener Eigenschaften in diesem limitierten Umfeld praktisch nicht möglich. Mit der Erfindung der Gehirne (ein zur DNA alternatives und leistungsfähigeres Medium zur Speicherung biologischer Informationen) kam diese Möglichkeit dann aber doch. Und der Mensch hat mit der symbolischen Informationsspeicherung sogar noch die Möglichkeit gefunden, erworbene Kompetenzen extern (außerhalb des eigenen Körpers) zu speichern.

Dawkins verhält sich in diesem Zusammenhang wie ein Technologe, der die gesamte Computerevolution aus der Hardwareentwicklung heraus erklären möchte. Es ist zwar richtig, dass wenn ich mir einen neuen PC mit einem leistungsfähigeren Chip kaufe, darin die Erfahrungen, die ich mit dem Betrieb meines bisherigen PCs gemacht habe, nicht eingeflossen sind. Auch die zukünftigen Betriebserfahrungen werden in den Chip nicht einfließen, denn dieser ist quasi unveränderlich. Doch dafür gibt es ja die Software und Datenbestände, die ich nach dem Kauf eines neuen PCs erst wieder mühselig vom alten PCs übertragen muss, und die sich täglich ändern können und werden.

c) In Kapitel 8 "Explosionen und Spiralen" macht sich Dawkins an eine Beschreibung der durch die sexuelle Selektion bewirkten Selbstläuferprozesse. Hierbei erläutert er eingehend die von R. A. Fisher und Russell Lande entwickelten mathematischen Modelle, was sehr löblich ist, denn es gibt darüber eher wenig populärwissenschaftliche Literatur. Allerdings geht er in seiner Darstellung meines Erachtens von recht einseitigen Annahmen aus. So ist keineswegs anzunehmen, dass Vogelweibchen bei ihrer Selektion eine fiktive optimale Schweiflänge im Kopf haben, sondern dass sie ganz einfach ein besonders ausgeprägtes "beeindruckendes" Merkmal im Vergleich zum Rest der sich präsentierenden Männchen bevorzugen. Auch Frauen bevorzugen üblicherweise eher wohlhabende Männer, und was wohlhabend ist, kann im Yemen ganz anders aussehen als in New York. Geht man also von relativen Schweifgrößen oder einem relativen Wohlstand statt etwa einem idealen Bankkonto von exakt 1,53 Mrd. Euro aus, dann sind die von Dawkins diskutierten mathematischen Modelle so nicht mehr nutzbar.

Auch scheint mir die Behandlung der Sexualität und der sexuellen Selektion für die Bedeutung, die diese beiden Funktionen in der Evolution gespielt haben und noch immer spielen, im gesamten Buch unangemessen unterrepräsentiert zu sein. Wie in fast allen evolutionsbiologischen Büchern fehlt der Hinweis, dass der Lebensraum bei der natürlichen Selektion die umgebende Natur ist, bei der sexuellen Selektion jedoch die Population. Wir haben es hier also mit zwei völlig unterschiedlichen Evolutionen zu tun, die lediglich über sog. Fitnessindikatoren behelfsweise synchronisiert werden.

Auf den Seiten 253ff. diskutiert Dawkins die kulturelle Evolution, bei der er gewisse Analogien zur sexuellen Selektion sieht, die für ihn jedoch puristisch betrachtet "überhaupt keine Evolution" (253) ist. Dabei übersieht er, dass die gesamte kulturelle Evolution im Grunde ein Produkt der Gefallen-wollen-Kommunikation ist, die erstmalig mit der sexuellen Selektion kam. Noch heute funktioniert praktisch jeder Markt nach den Grundprinzipien der sexuellen Selektion (Verkäufer = Männchen, Käufer = Weibchen).

d) Aus heutiger Sicht ist das Buch veraltet, da neuere Erkenntnisse wie z. B. "Evo-Devo" und die Hox-Gene nicht vorkommen, die zum damaligen Zeitpunkt nicht bekannt waren.

In der biologischen Evolution spielen also noch ganz andere Dinge eine Rolle als nur "kleine Veränderungen" durch Mutationen/genetische Rekombination + natürliche Selektion. Offenbar kann die Natur nicht alles konstruieren, was man sich vorstellen könnte. Auch scheinen manche Genomveränderungen rückwirkend betrachtet durch Gen- (hier spielen die vielfach diskutierten Transposoms eine entscheidende Rolle) oder gar Genom-Duplikationen bewirkt worden zu sein, insgesamt also alles andere als "kleine Veränderungen".

Wer an einer wirklich fundierten und auf dem neuesten Stand befindliche Auseinandersetzung mit Kreationismus und Intelligent Design interessiert ist, der liest besser Kutschera: "Evolutionsbiologie".
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am 4. Mai 2008
Das Buch kam erstmals 1986 heraus und wurde Sachbuch des Monats. Dem dtv ist es zu danken, dass es nun wieder vorliegt. Es geht um den Darwinismus, für den Dawkins als (Evolutions-) Biologe eine gewaltige Lanze bricht - vordergründig gegen den Kreationismus. Sicher hat sich in den 22 Jahren seit 1986 einiges getan. Trotzdem ist "Der blinde Uhrmacher" ein zeitloses Werk, weil es Dawkins darin gelingt, die Prinzipien der Evolutionstheorie allgemeinverständlich und tiefgründig darzustellen, was bestimmt nicht einfach ist. Er beschreibt die evolutionäre Entstehung hochkomplexer Systeme, wie wir sie heute vorfinden auf eine Art, die man schlichtweg als genial bezeichnen muss. Dawkins räumt zuerst damit auf, dass die Evolution und die natürliche Auslese ursächlich mit Zufall zu tun haben. Dieser spielt wohl eine Rolle, aber eher als "Unruhe" in seinem Uhrwerk denn als schaffendes, evolutionäres Element. Das Geheimnis liegt in der kumulativen Selektion, und diese erklärt Dawkins anhand anschaulicher Beispiele, so plastisch, so logisch und klar, wie ich es noch nirgendwo sonst fand.
Andere Versuche, evolutionäre Schritte und Mechanismen mit (heute total veralteter) Computertechnologie zu vergleichen, wirken aber manchmal gekünstelt. Dawkins ist sicherlich ein Pionier, er kann auch vieles gut erklären, aber eben nicht alles. Wer, frage ich, versteht die Proteinsynthese, wie sie im vorliegenden Buch beschrieben ist, wenn er medizinischer, biologischer Laie ist?
Es ist von RNS, DNS, Genen, Chromosomen (und deren diploidem und haploidem Satz) die Rede, von Nucleotiden, Basenpaarung und Replikation, von Transkription und Ribosomen. Wer kennt Unterschied und Zusammenhang, wenn er nicht gerade Biologe oder Mediziner ist? Hier wäre eine kurze, übersichtliche Begriffserklärung angebracht gewesen.

In dem Buch finden sich zweifellos bahnbrechende Ideen, richtungweisende Denkansätze, ich stehe nicht an, zu sagen: geniale Theorien. Und das nicht zu knapp.
Es ist ein Trugschluss, zu meinen, dass Dawkins einfach "nur" Darwins Evolutionstheorie erklärt. Vielmehr ist "Der blinde Uhrmacher" als eine Fortentwicklung bzw. Interpretation des Darwinismus zu verstehen (siehe auch "Das egoistische Gen", 1976). Und als klare Abgrenzung zum Kreationismus und Lamarckismus, die leider immer noch (und aktueller denn je) notwendig ist.
Sehr aufschlußreich fand ich die Theorien über mineralische Lebenszyklen, Kapitel 6 und das 10. Kapitel über Taxonomie - ein wahrer Fundus an Erkenntnissen und garnicht langweilig, wie die Kapitelüberschrift vermuten ließe.
Wenn ein Buch nach 22 Jahren immer noch kontrovers aufgenommen wird, muss es nicht nur gut sein, dann ist es epochal. Ich kann es nur wärmstens empfehlen!
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am 2. Juli 2013
Hier kommt so ziemlich jeder auf seine Kosten: der bekennende Atheist so wie der gläubige Katholik - auch Darwin - Kritiker bekommen ihre Chance, wenn die Wanderung der Israeliten ueber den Sinaii und die Negev - Wueste sowie in der Bibel ueberlieferte Wunder naeher betrachtet werden...
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am 1. Februar 2016
Wer von uns stand nicht schon einmal mit einem ehrfürchtigen Staunen, oder zumindest voller Verwunderung vor den "Meisterleistungen" des Lebens als er (oder sie) die fast unglaubliche Anpassung der Tiere an ihre jeweiligen Lebensräume und -bedingungen registrierte? Das alles erscheint doch viel zu perfekt, um nur das Ergebnis puren "Zufalls" zu sein, dürften sich da viele denken. Und so haben sich die Menschen schon seit je ihre Mythen und Legenden erdacht um sich so das sonst für sie Unbegreifliche zu erklären. In der heutigen Zeit neigen wir dazu, uns die Vielfalt des Lebens "wissenschaftlich" mithilfe der Evolutionstheorie zu erklären. Doch reicht sie wirklich aus, um all die Komplexität, der wir immer wieder begegnen, wirklich hinreichend zu erklären? Ja, erklärt uns Richard Dawkins in seinem weltberühmten Klassiker. Das Leben in seiner heutigen Form und Vielfalt ist weder durch puren Zufall- das wäre zu unwahrscheinlich- noch durch bewusste Planung ("Intelligent Design")- dafür gibt es keine Beweise, noch ist diese Annahme zur Erklärung notwendig- entstanden, sondern durch "kumulative Selektion", d. h. von allen immer wieder zufällig auftretenden Mutationen "überlebten" diejenigen und setzten sich fort welche die "Fitness" ihres Trägers erhöhten, ihm also durch bessere Angepasstheit ("Adaption") an seine Umwelt höhere Überlebens- und Fortpflanzungschancen ermöglichten. Die "natürliche Auslese" begünstigte also stets die Individuen einer Art, die von allen möglichen Typen am besten angepasst waren, so dass sich von Generation zu Generation immer mehr "Verbesserungen" ansammelten ("Akkumulation"). Das sich dabei nicht immer die "bestmögliche" Lösung durchsetzte, liegt auf der Hand (Bsp: das menschliche Auge, unsere Wirbelsäule), da die "Auslese" stets nur auf die bereits vorhandenen Merkmale einwirken kann.
Das Buch liest sich ziemlich flüssig und ist auch für "Laien" verständlich, einziges Manko: Herr Dawkins hätte sich m. E, deutlich kürzer fassen können!
Trotzdem: ein "Klassiker" zum populärwissenschaftlichen Verständnis der Evolutionstheorie!
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am 8. Mai 2013
Nach Gotteswahn habe ich mir diesen Klassiker von Dawkins gegönnt. Der Schreibstil ist gewohnt gut und unterhaltsam, an einigen Stellen hatte ich aber im Gegenteil zum oben Genannten leichte Konzentrationsprobleme.

Alles im allen war das Buch solide, an vielen Stellen (etwa bei den mathematischen Ausführungen, Computersimulationen, etc.) brachte es mir bislang unbekannte Erkenntnisse näher, aber im Gegensatz zu den auf die Religion bezogenen Bücher von Dawkins, kein Buch, was ich in kürzester Zeit verzehren kann.
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am 25. Juli 2014
Hier behandelt Dawkins Themen, die im egoistischen Gen nicht oder nicht ausreichend behandelt wurden oder werden konnten. Auf das egoistische Gen wird immer wieder Bezug genommen, die dort dortigen Thesen aber nur in notwendigstem Masse wiederholt. Dafür sind eine Menge neue Ansätze drin, die absolut lesenswert sind.
Vor allem gefällt mir, dass Dawkins Argumente gegen die Evolutionstheorie aufwirft, die mir noch gar nicht eingefallen sind und die ich vorher nie gehört habe - nur um diese dann gewohnt professionell zu zerpflücken. Ein Genuss.
Auch hier bleibt die Religionskritik bzw. Kritik am Kreationismus und anderen sektiererischen Formen von "Gotteswahn" (sic!) sehr im Hintergrund, was jeden freuen dürfte, dem die zugegebenermassen teilweise krasse Polemit des "Gotteswahns" einen bitteren Beigeschmack bereitet hat.
Absolute Kaufempfehlung!
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am 12. April 2013
...angefangen habe ich mit den neueren Büchern von Richard Dawkins, aber ich musste dann auch ältere Werke kaufen, weil mich dieser Wissenschaftler als Autor gänzlich überzeugt hat. In "Der blinde Uhrmacher" zeigt er wieder in seiner hervorragenden Erzählkunst auf, wie die Evolution ihren Lauf nimmt und macht schöne Vergleiche mit der Computertechnik aus den 1980er, oder erklärt beeindruckend, dass sich komplexe Dinge nicht einfach so zusammensetzen lassen. Der einzige Makel in meinen Augen, ist die sehr kleine Schrift, die der Verlag gewählt hat. Dennoch muss man es gelesen haben, wenn man Freude an der Schreibweise von Richard Dawkins hat.
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am 29. Mai 2009
Ich habe mir das Buch gekauft, um meine Wissen über die Entwicklung des Lebens auf der Erde zu vertiefen und auch für den Laien verständliche Antworten bzw. Erklärungen zu bekommen. Der Autor gibt hier mit guten Beispielen ausführliche Antworten, die in mancher Erklärung sogar etwas zu viel des Guten beinhalten. Es macht Spaß das Buch zu lesen, ist allerdings Konzentration gefragt.

Wolfram Fräbel
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