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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
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VINE-PRODUKTTESTERam 14. Januar 2014
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Eine stille und traurige Geschichte, in sehr gutem Stil geschriebe, nicht einfach zu lesen.

Ich finde die Story gut, aber mir fehlt ein bisschen die Action. Dafür gibt es viele anrührende Momente.

Zum Inhalt: Es geht um einen jungen Mann namens William Stoner, der aus einer sehr armen Farmer-Familie stammt. Sein Ziel ist es, an der Universität Agrarwirtschaft zu studieren. Durch einen Lehrer stößt er auf Literatur, die ihn interessiert. Er verlässt seine Familie und studiert. Bald lernt er eine - anscheinend - nette Frau kennen, die er überstürzt heiratet. Die Ehe erweist sich aber rasch als Fiasko. Die Frau will ein Kind, wird auch schwanger. Nach der Geburt zeigt sie jedoch kein Interesse mehr an ihrem Mann und kümmert sich nur noch um das Kind. Doch auch er liebt die gemeinsame Tochter und kümmert sich liebevoll um sie. Doch die Mutter ist eifersüchtig und treibt einen Keil zwischen Vater und Tochter.

Wiliam Stoner, enttäuscht von der familiären Situation, konzentriert sich immer mehr auf seinen Beruf und versucht, alles andere zu verdrängen. Er muss sehr viele Gemeinheiten seiner Frau ertragen.

Als Leser dieses Buches erlebt man mit dem Protagonisten sehr viele Emotionen: ein bisschen Wut, Traurigkeit, Verzweiflung - von allem ist etwas dabei.

Ich habe es gerne gelesen, auch der Spannungsfaktor war gegeben, die Geschichte selber ist eigentlich recht einfach, trotzdem berührt sie.

Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der es gerne sehr emotional und traurig mag - und ohne rasante Action.
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TOP 1000 REZENSENTam 26. Oktober 2013
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
William Stoner ist keiner, der sich gern in den Mittelpunkt drängt oder aufschneidet. Er ist der ruhige, bescheidene Sohn von Farmern, der 1910 im Alter von 19 Jahren an die Universität von Missouri geht um dort zwei Jahre lang Agrarwirtschaft zu studieren. Bei einem Grundkurs über Literatur entdeckt er seine Leidenschaft für das Fach, wechselt kurzerhand den Studiengang und folgt für den Rest seines Lebens einer akademischen Laufbahn.
Stoner ist kein wirklicher Duckmäuser, der einem beim Lesen unsympathisch wäre. Viel mehr ist er sehr pragmatisch und erträgt stoisch die Situationen, die ihm das Leben beschert. Leider verlaufen weder Ehe noch Beruf problemlos und völlig unverständlich macht sich Stoner Feinde, die ihm sein Leben schwer machen.

"Stoner" wurde bereits in den 1960er geschrieben und jetzt, fast 20 Jahre nach dem Tod des Autors, wiederentdeckt. Und man merkt es diesem Roman wirklich nicht an, dass er bereits "so alt" ist, sondern er passt mit seinem Schreibstil perfekt in die heutige Zeit und die aktuellen literarischen Angebote. Wenn überhaupt, fällt der Schreibstil positiv auf und macht die damalige Zeit greifbarer. Wie im Klappentext angekündigt ist dieses Buch wirklich vieles: Liebesroman, Lebensgeschichte, Gesellschafts- und Campusroman. Stoner bleibt sein gesamtes Leben an der Universität und so wird der Leser hineingesogen in die Campusintrigen und das Gerangel um die akademische Geltung. Und als Stoner endlich Gutes widerfährt oder er sich auflehnt, gönnt man es ihm von ganzem Herzen. Gerade durch seine Bescheidenheit und Genügsamkeit schleicht er sich ins Herz des Lesers. So sehr, dass man richtig mitleidet, wenn er den Böswilligkeiten seiner Mitmenschen ausgesetzt ist. Und so wird Stoner in seinem eigenen Leben die tragische Figur. Am Ende bleibt man mit dem Gefühl zurück, der Mann hätte so viel Besseres verdient und dass das Leben zu kurz ist, um es sich von anderen vermiesen zu lassen.

"Stoner" vermittelt sehr überzeugend die gesellschaftlichen Gegebenheiten zwischen 1900 und den 1950ern. Sprachlich sehr ansprechend ist das Buch auch heute noch zeitgemäß und berührend und ergreift das Herz seiner Leser. Wenn Stoners Leben im großen Universum auch noch so trivial wirkt, so ist dieses Buch trotzdem ein Lesevergnügen über die "kleinen" Existenzen dieser Welt und absolut empfehlenswert.
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Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Dieses Buch von John Williams erzählt die Geschichte des fiktiven William Stoner mit all seinen Höhen und Tiefen, wobei die Tiefen hier irgendwie überwiegen. Daher ist auch die Gesamtstimmung dieses Buches sehr trostlos und total unaufregend.

Die Erzählung beginnt mit Stoners Kindheit als er von seinen Eltern zur Universität geschickt wird um Agrarwissenschaften zu studieren und dort seine Liebe zur Literatur entdeckt.
Der Autor bedient sich hier einer sehr nüchternen und klaren Sprache, die dabei trotzdem irgendwie in Verbindung mit diesen klar gewählten Worten schon fast wieder poetisch scheint.
Ich kann gar nicht so wirklich erklären, wie ich mich beim lesen gefühlt habe. Es war definitiv nicht die Geschichte, die mich ans Buch fesselte, denn diese war tatsächlich eher langweilig, auch wenn es schon irgendwie interessant war den Menschen William Stoner kennen zu lernen. Es war eher das Buch in seiner Gesamtheit, der Stil des Autors zu erzählen, die Ruhe, die dieses Buch dabei verströmte und auch die stoische Gelassenheit, mit der Stoner jede Enttäuschung einfach hinnahm und sich anpasste.
Dies konnte mich in seiner Gesamtheit irgendwie sehr ans Buch fesseln und hat mich auch dazu gebracht es gerne zu lesen und jede weitere Seite gerne umzuschlagen.

Insgesamt ist dies ein Roman, den man gerne liest um des Lesens und um der Stimmung Willen, nicht wegen der eigentlichen Geschichte. Von mir gibt es hierfür klare 5 Sterne, denn wer trotz mangelnder Geschichte den Leser so ans Buch zu fesseln vermag, der hat diese irgendwie verdient.
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am 25. November 2013
Wäre es eine Biografie, so müsste man sie als Widerspruch zu Adornos „Es gibt kein richtiges Leben im falschem“ lesen. Denn vieles entscheidende im Leben der Romanfigur läuft falsch: Ehe, Karriere, Vaterschaft, Freundschaft und Liebschaft. Doch Stoner bleibt sich treu und zeigt Haltung gegenüber allen, die ihm nicht wohlwollen. Sicher wundert man sich über viele seiner Lebensentscheidungen, die einmal getroffen auch nicht mehr revidiert werden. Jegliche Chance, auszubrechen, einen Neuanfang zu wagen, erwägt er nüchtern und entscheidet sich immer für den bekannten Status quo. Er repräsentiert damit den Typ Mensch, der es vorzieht, sich in seinen bekannten unglücklichen Umständen einzurichten anstatt etwas zu wagen und die Chance auf das Glück zu ergreifen. Positiv umschrieben, sind es Menschen mit sehr bescheidenen Erwartungen an das Leben. Ein sicher nicht seltener Zeitgenosse – damals wie heute. Doch ist das falsch gelebt?

Rückblickend könnte Stoner dies vermuten lassen. Denn wirklich zufrieden ist er mit dem nicht, was er am Ende seines Lebens erreicht hat. Und auch der Leser könnte einstimmen. Denn der Roman löst nichts davon ein, was man gemeinhin von einem Roman erhofft: die persönliche Entwicklung und Reifung des Protagonisten aufgrund außergewöhnlicher Lebensumstände und Schicksalseinflüsse, aus denen am Ende entweder ein tragischer oder ein geläuterter Held erwächst. Bei Stoner empfindet man fast umgekehrt. Alle und alles um ihn herum wandelt sich, nur er nicht.

Und dies ist für mich das Überraschende am späten Erfolg des Romans. Es wäre viel leichter zu erklären, warum er bislang keine größere Leserbegeisterung fand als nachzuvollziehen, warum er jetzt so enthusiastisch aufgenommen wird. Sicher, in Form und Stil ist der Roman herausragend, einmalig puristisch und damit vorbildlich für alle angehenden Autoren. Ein perfektes Studienobjekt für kreatives Schreiben. Schon dafür gebühren ihm 5 Sterne. Doch die Geschichte müsste Lektoren zurückschrecken lassen und den Leser am Ende frustrieren – denn wer wünscht sich schon ein Buch zu lesen das sich der Ereignislosigkeit eines ganz durchschnittlichen Lebens widmet?

Da das offensichtlich nicht so ist, lässt sich vielleicht vermuten, dass heute – also fast 50 Jahre nach Ersterscheinen des Buches – doch einige Menschen mehr akzeptieren, auch mit dem erreichten Mittelmaß in der Gesellschaft zufrieden zu sein. Und sie erkennen in der Figur Stoner an, dass es nicht der sichtbare Status ist, nicht der Habitus, der eine für uns interessante Persönlichkeit ausmacht, sondern vermehrt ihre Haltung, Charakter, Güte, Toleranz, Empathie – vorausgesetzt, wir lenken unsere Aufmerksamkeit darauf. Dies tut John Williams in seinem Roman und lässt uns viel in das Innere des Helden „Stoner“ blicken, zum Beispiel über seine Erkenntnisse die Liebe betreffend:

„Als William Stoner sehr jung war, hatte er die Liebe für einen vollkommenen Seinszustand gehalten, zu dem Zugang fand, wer Glück hatte. Als er erwachsen wurde, sagte er sich, die Liebe sei der Himmel einer falschen Religion, dem man mit belustigter Ungläubigkeit, vage vertrauter Verachtung und verlegener Sehnsucht entgegen sehen sollte. Nun begann er zu begreifen, dass die Liebe weder Gnade noch Illusion war; vielmehr hielt er sie für einen Akt der Menschwerdung, einen Zustand, den wir erschaffen und dem wir uns anpassen von Tag zu Tag, von Augenblick zu Augenblick durch Willenskraft, Klugheit und Herzensgüte.“

Man findet viele solcher betörenden Stellen im Roman und beendet das Buch mit dem Gefühl intensiv am Leben eines sehr liebenswürdigen Menschen teilgehabt zu haben. Das ist für mich die hohe Kunst des Erzählens.
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am 25. August 2014
Wenn ein Roman fast 50 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung (1965) wiederentdeckt und dann zu einem weltweiten Besteller wird, dann hat man es ohne Zweifel mit einem besonderen Buch zu tun. John Williams heißt der vergessene Autor, seines Zeichens Dozent für Literaturwissenschaft und Autor einer Hand voll Romane und Gedichtbände. Nicht sonderlich erfolgreich in seinem Leben und Streben nach Anerkennung im damaligen Literaturbetrieb. Und jetzt dieser Durchbruch mit ‚Stoner’, lange nach seinem Tod. William Stoner ist die Hauptfigur dieses feinen Romans in dem es eigentlich um nichts anderes geht als um das Leben dieses stoischen Mannes, der sein Schicksal so ruhig zu ertragen weiß, wie Williams es chronologisch und leise portraitiert. Von der Geburt auf einer einsamen Farm, über sein „Berufungserlebnis“ zum Literaturstudium in der Columbia University (Massachusetts), von der er seit seines Lebens nicht mehr loskommt, bis zu seinem Tod. 40 Jahre lehrte der gute Stoner dort und erlebt alles im Leben Wichtige: Liebe, Leidenschaft, Verrat, Krieg, Tod und Freundschaft. Und John Williams beschreibt dies mit jener lakonischen Ruhe, fast Gleichgültigkeit, Präzision und Hingabe, in der auch sein Romanheld das Leben hinzunehmen scheint. Natürlich ist es kein autobiographischer Roman, doch scheint Williams zumindest einiges seines Lebens (und seiner vier Ehen) in die Figur Stoner hineingelegt zu haben. Der Roman beginnt Ende des 20. Jahrhunderts und lebt und überlebt zwei Weltkriege, die aber nicht mehr als eine düstere Kulisse für William Stoner darstellen. Er selbst scheint das Leben gar nicht so recht zu begreifen und wird von einem seiner Professoren regelrecht zur Literatur gezwungen, um dann seine Liebe zu englischen Sprache zu erkennen und für immer die elterliche Farm hinter sich zu lassen. So bleibt er 40 Jahre auf der Universität, an der er studierte und ironischer Weise am letzten Tag zum ordentlichen Professor ernannt wird. Dazwischen liegt eine unglückliche Ehe, eine leidenschaftliche Affäre und der Einblick in ein universitäres Leben Anfang des Jahrhunderts. Williams ist mit ‚Stoner’ zweifelsohne ein großer Roman gelungen, der gerade durch seine sprachlichen Unaufdringlichkeit und Distanziertheit einen langsamen aber unaufhörlichen Sog aufbaut, der einem nicht mehr loslässt, bis man die letzte Seite aufgesogen und verschlungen hat.
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am 3. August 2014
Nüchtern und distanziert berichtet der Erzähler über William Stoner, einen Bauernsohn um 1920 in Missouri geboren, unter harten ländlichen Bedingungen aufgewachsen, der sich für Landwirtschaftsökonomie an der Universität einschreibt, aber schnell sein Herz für Literatur entdeckt und umsattelt. Er heiratet bald, schafft es zum Professor, gelangt zu bescheidenem Wohlstand und stirbt im Alter von 65 Jahren. Sein Leben ist vom Unglück durchzogen: verheiratet mit einer dominanten, narzisstischen Frau, er trifft auf die Liebe, die nicht sein darf, hat eine verzogene Tochter und wird beruflich von den Kollegen nicht ernst genommen, von ihnen herumgeschubst. Stoner, ein Mann, der alles über sich ergehen lässt ohne aufzubäumen. Ein Hamster der im Rad läuft, der den Leser schockiert und in Bann reist, der ihm zurufen möchte wegzulaufen, der die Finger in das Rad stecken möchte, es aufzuhalten.

Die Geschichte an sich ist banal. Williams allerdings schafft es, seinen Stoner für den Leser so gut ins Bild zu rücken, dass man meint, mitten im Geschehen sein, Stoner zu beobachten, der einzelgängerisch in stoischer Ruhe alles erträgt. Sein keifendes Weib und die durchtriebenen Kollegen sieht man bildlich vor Augen. Stoner lebt nur für die Literatur und möchte seine Studenten begeistern, alles andere interessiert ihn nicht. Nur einmal muckt er auf, was ihm zum Verhängnis wird. Er möchte es allen recht machen und strebt nicht nach Höherem, ist mit dem zufrieden was er hat, meint, das wäre doch beträchtlich. Und genau das macht diesen Antihelden so sympathisch. Fallen umschifft er nicht, sondern stolpert naiv hinein. Der intelligente Stoner, der letztendlich ein Tölpel ist. Heute würde man sagen, er ist ein typisches Opfer.

Manche Szenen erscheinen grotesk, wie das Kennenlernen Stoners mit Edith, seiner späteren Frau oder deren Benehmen nach der Geburt, der kalte Krieg zwischen den beiden, bei der Edith eine tiefe Verletzung nach der anderen landet. Die trockene distanzierte Erzählweise ist für mich der Reiz der Geschichte. Man fühlt sich fast wie ein Voyeur in Stoners Leben, kann nicht fassen, was ihn antreibt, etwas, das er wohl selbst nicht erklären kann. Über seine Tochter: „Und Stoner sah ein, dass sie, ganz, wie sie behauptet hatte, in ihrer Verzweiflung beinahe glücklich war; sie würde ihr Leben ruhig zu Ende leben, würde ein wenig mehr trinken, Jahr um Jahr, und sich gegen das Nichts betäuben, zu dem ihr Leben geworden war. Er war froh, dass sie wenigstens das hatte, dankbar dafür, dass sie trinken konnte.“

Es war vollkommen richtig, diesen literarischen Schatz aus den Sechzigern noch einmal neu aufzulegen, ein poetisches Werk, das an die Seele geht. "Hinterher lag er neben ihr und redete zu ihr in der Stille seiner Liebe"
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am 13. Januar 2014
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
William Stoner wächst auf einer Farm in einfachen Verhältnissen auf und als seine Eltern beschließen, er solle zur Universität gehen um Agrarwissenschaften zu studieren, ist er zwar überrascht, fügt sich dem jedoch. Nach kurzer Zeit auf dem Campus jedoch packt ihn die Leidenschaft für die Literatur und er wechselt das Hauptfach, ohne mit jemandem darüber zu sprechen.

Jede Inhaltsangabe ist bei diesem Buch eigentlich schon zu viel, denn es entwickelt seine Wirkung nicht durch große Handlung. Obwohl es das ganze Leben des William Stoner umfasst, passiert subjektiv nicht viel und die Handlung plätschert vor sich hin.

Das ist ein Umstand, den ich normalerweise bei Büchern bemängeln würde. In diesem Fall jedoch wird es zu keiner Zeit langweilig, was vor allem an der wunderbaren Sprache liegt. Der Autor hat es hier geschafft, eine traurige, teilweise bemitleidenswerte und dennoch irgendwie zufriedene Existenz mit einer enormen Sensibilität und Intensität zu beschreiben. Man betrachtet Stoners Leben mit einer gewissen Distanz, die es einem ermöglicht, auch unglaubliches Unrecht als gegeben hinzunehmen und somit teilweise die innere Haltung des Protagonisten selber anzunehmen.
Man wird Beobachter, ohne emotional zu sehr involviert zu werden, gleichzeitig lullt einen die ruhige und doch präzise Sprache immer wieder ein und holt einen in Stoners Haus, in sein Büro, in sein Leben, so dass man doch nah bei ihm ist.
Ich empfand die Sprache größtenteils als nüchtern, aber damit umso treffender.

Die Figuren sind schwierig. Es handelt sich um einfache Leute mit ihren ganz ureigenen Wesenszügen, die so gut heraus gearbeitet sind, dass einen nach kurzer Zeit kaum eine Entscheidung wirklich überrascht. Sicher haben sie alle ihre Fehler, Stoner akzeptiert zu viel, Edith ist ein Biest und Grace wählt den falschen Fluchtweg. Von den Kollegen, Kommilitonen und Studenten ganz zu schweigen. Dennoch sind die Personen in sich stimmig und am Ende hat man irgendwie das Gefühl, dass es gar nicht anders hätte kommen können als genau so, weil Stoner und alle anderen sich in so tief eingefahrenen Schienen bewegen, dass sie einfach keine andere Wahl haben als genau so zu handeln.
'
Für mich eine positive Überraschung, ein Werk das durch seinen Fluss, seine sprachliche Präsenz und diese ruhigen Untertöne besticht und aller Trostlosigkeit noch etwas beruhigendes abgewinnen kann.
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VINE-PRODUKTTESTERam 28. Dezember 2013
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Hin und wieder stößt man als Leser auf einen Roman, der einem stark beeindruckt und lange nachwirkt. Das Buch Stoner gehört für mich dazu!
Die Geschichte ist rasch erzählt: William Stoner wird Anfang des 20. Jahrhunderts in Missouri als einziges Kind armer Farmer geboren. Das Leben ist karg und ohne Abwechslung, der Boden gibt trotz harter Arbeit kaum genug her, um das Leben der Familie zu sichern. Der Vater entschließt sich, dem Sohn ein Studium der Agrarwissenschaften zu ermöglichen, in der Hoffnung, dass mit modernen Methoden die Farm mehr Ertrag abwirft. Doch William entwickelt sich in an der der Uni in eine andere Richtung, d. h. er entdeckt die Liebe zur Literatur und wird nicht mehr auf die Farm zurückkehren, bleibt an der Uni.
Ein Leben mit Höhen und Tiefen, das aber insgesamt relativ unspektakulär und durchschnittlich ist wie das Leben Millionen anderer Menschen. Die Sprache ist außergewöhnlich kraftvoll, klar und intensiv. Dem Autor J. Williams ist es gelungen, das Leben des William Stoners in einer besonderen Art und Weise zu erzählen, die lange Zeit nachwirkt. Der Roman wurde bereits viel früher geschrieben, der Autor verarmt verstorben, hat leider den großen Erfolg seines Romans nicht mehr miterleben können.
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VINE-PRODUKTTESTERam 23. September 2014
Der Held dieses Buches, Stoner, lebt anständig und redlich nach den Konventionen seiner Zeit, arbeitet sich hoch, heiratet und wird als Professor geachtet, wenn auch angefeindet. Wieso konnte ein Buch über einen solch unspektakulären Lebenslauf (1965 zuerst erschienen) nach seiner Wiederauflage in unserer Zeit ein Welterfolg werden?

Vielleicht aus diesen beiden Gründen: a) Williams schreibt authentisch – schon ein kurzer Blick auf seine Vita zeigt, dass er offensichtlich viel eigenes Lebensmaterial verarbeitet hat – und b) er kann die Spannung und Dramatik freisetzen und gestalten, die mehr oder weniger unbewusst jeder Mensch in seinem Leben erlebt.

Stoner heiratet frisch verliebt eine junge Frau aus etwas besseren Kreisen, hat es dann aber mit Charaktereigenschaften dieser Frau zu tun, die ihm (und dem Leser) zunächst unbegreiflich und fremd sind. In seiner Arbeit als Dozent bekommt er außerdem einen Vorgesetzten, der ihm ebenso mit einem zunächst unbegreiflichen Hass entgegentritt und sein Leben zur Mühsal macht. Auf Grund der Umstände und der Konventionen in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts nehmen dann die folgenden Schwierigkeiten und Verwicklungen fast den Charakter von unausweichlicher Tragik an, besonders weil wir es mit einem Protagonisten zu tun haben, der sich noch mit seinen Eltern – kleinen, hart arbeitenden Farmern - identifiziert , die ihr "unbeachtetes, hartes Leben stoisch ertragen und es sich zur Devise gemacht hatten, einer erdrückenden Welt ein ausdrucksloses, hartes, düsteres Gesicht zu zeigen" (276) – in diesem Sinne ist "Stoner" ein sprechender Name.

Selbst wenn wir heutzutage nicht alles so stoisch ertragen würden wie Stoner und vielleicht günstigere Verhältnisse antreffen, ergreift uns doch die existentielle Dramatik, mit der wir es alle auf die eine oder andere Weise zu tun haben, sobald wir menschliche und berufliche Bindungen eingehen. Auch der Stil geht einem nahe. Er ist schlicht und hat gleichzeitig Tiefe - die Lebensdinge werden spannend wie in einem Krimi entwickelt.
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am 18. Januar 2014
Heute habe ich den Roman Stoner" von John Williams beendet. John Williams hatte das Buch bereits 1965 veröffentlicht. Der Erfolg blieb zunächst bescheiden. 2006 wurde es wieder entdeckt. Erst 2013 wurde der Roman erstmalig in deutscher Übersetzung veröffentlicht.

50 Jahre nach der Erstveröffentlichung immer noch absolut lesenswert. Dieser Roman ist keine Eintagsfliege und wird auch noch nach weiteren 50 Jahren lesenswert bleiben. Wenn ich lesen gelernt hätte und nur dieses Buch gelesen hätte, so hätte sich die Mühe absolut gelohnt. Der Roman handelt von William Stoner, der Anfang des 20. Jahrhunderts als Sohn eines Farmers im mittleren Westen der USA geboren wird und Agrarwissenschaften studieren soll. Stattdessen entdeckt er seine Leidenschaft für Literatur, macht seinen Doktor und wird schließlich Professor an der Uni an der er studiert hat. Sowohl beruflich wie familiär, misslingt mehr als gelingt. Das Ganze spielt sich ab in einem Zeitraum vor dem ersten bis nach dem zweiten Weltkrieg, auf dem Campus einer fiktiven Uni und dem Haus des Professors im mittleren Westen der USA. Es wird nicht das Leben eines erfolgreichen Menschen beschrieben, sondern das Leben eines gewöhnlichen Menschen, zerrieben zwischen häuslichen Konflikten und den Intrigen des Unibetriebs, aber auch eines Menschen der Freundschaft und Liebe erfährt. Am Ende seines Lebens ist er schon vergessen und scheinbar hat er keine Spuren hinterlassen. So wie es den meisten Menschen gehen wird. Oberflächlich könnte man meinen, ein trister, langweiliger und ermüdender Stoff. Das Gegenteil ist der Fall: Obwohl man spürt, wie der Protagonist leidet und sich durch sein Leben zu quälen scheint, muss man sich nicht durch die Seiten quälen, von Seite zu Seite kommt einem der Mensch Stoner in seiner ganzen Menschlichkeit ganz nahe. John Williams beschreibt das Leben eines Menschen der keine Spuren hinterlässt, dessen Leben bedeutungslos zu sein scheint, aber seine Worte hinterlassen Spuren, sie haben mich innerlich angerührt. Es ist ein Buch voll Achtung und Respekt vor dem Menschsein und dem Menschen. Wann ist der Mensch ein Mensch?" (Herbert Grönemeyer) In Stoner" liest man davon. Auf dem Klappentext wird Tom Hanks zitiert: Stoner ist eines der phantastischsten Bücher, die Sie je in die Finger bekommen haben." Dem ist nicht hinzuzufügen.
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