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Kundenrezensionen

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am 7. Juni 2017
„Der Apfelsammler“ ist das erste Buch, das ich von der Autorin Anja Jonuleit gelesen habe. Und ich bin total begeistert. Die Autorin entführt uns nach Umbrien und hier tauchen wir mit Hannah in eine unglaubliche Geschichte ein. Wir besuchen auch einen Apfelbauer und lernen viel über alte Apfelsorten und ihre Verwendungsmöglichkeiten kennen.

Ein Wahnsinnsbuch und eine berührende und atemberaubende Reise in die Vergangenheit. Die Geschichte erzählt abwechselnd aus Elis und aus Hannahs Leben. Und wenn man Elis Geschichte liest, wird man in eine andere Zeit versetzt. Und das Gelesene ist unfassbar. Welches Leid und Schicksal müssen manche Menschen ertragen. Und wie können sie ein Leben lang leben ohne ganz mit ihrer großen Liebe vereint zu sein. Und dann dieses Geheimnis an dem jeder andere Mensch zerbrechen würde. Wie stark muss Eli gewesen sein, um das alles zu ertragen. Ich hatte beim Lesen Gänsehautfeeling, so berührt hat mich Elis Lebensgeschichte. Und dann ist da Hannah, die hier in Umbrien auch einiges erlebt. Und Menschen kennenlernt, die zurückhaltend sind, langsam auftauen und dann doch wieder etwas vor ihr verbergen. Hat Hannah in der Liebe Glück oder ist ihr ein ähnliches Schicksal wie Eli bestimmt. Mich hat dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Und der Schreibstil der Autorin ist wirklich herausragend. Das Ganze ist mit so viel Gefühl geschrieben, das es den Leser wirklich bis in die Seele berührt.

Für mich ist dies ein absoluter Bestseller, ein Lesehighlight. Und eine Geschichte, die mich nicht mehr loslässt. Ich habe traumhafte Lesestunden mit dieser herausragenden Lektüre verbracht. Das Cover ist für mich auch ein echter Hingucker, genauso stelle ich mir das Haus in Umbrien vor. Selbstverständlich vergebe ich gerne 5 Sterne und freue mich auf den nächsten Roman der Autorin.
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TOP 500 REZENSENTam 22. Juni 2014
Anja Jonuleit ist mir schon durch ihr Buch "Herbstvergessene", das ich mehr als ansprechend fand, bekannt und auch ihr Buch "Die fremde Tochter " konnte mich begeistern. Mit ihrem neuen Buch " Der Apfelsammler" hat sie sich meiner Meinung nach übertroffen. Genauso gut wie " Herbstvergessene", wenn nicht sogar etwas besser.
Die Geschichten der Autorin sind meist Familiengeschichten, die es in sich haben und häufig läuft das Ganze auch auf zwei Zeitebenen ab ,so auch in ihrem neuen Buch.

Die beiden Zeitstränge scheinen zu Anfang wenig miteinander zu tun zu haben, werden aber in abwechselnden Kapiteln erzählt und führen erst zum Schluss des Buches zu einem logischen Ganzen zusammen.

Ausgangspunkt ist das Testament, dass Hanna eines Tages erreicht und in dem sie erfährt, dass ihre Tante Elisabeth, bei der sie nach dem Unfalltod ihrer Eltern aufgewachsen ist, ihr ihr Haus in Umbrien vererbt hat. Obwohl Hanna selbst Italienliebhaberin ist und selbst in Bologna studiert hat, will sie das Sommerhaus eigentlich verkaufen und macht sich daher auf in das kleines Dorf namens San Lorenzo. Im Haus ihrer Tante fallen ihr beim Aufräumen ein Paar zerknüllte Blätter in die Hand, die ihre Tante beschrieben hat, aber sie ergeben keinen rechten Sinn. Erst nach einem langen Aufenthalt in dem Haus ihrer Tante und der Bekanntschaft einiger Leute, erfährt sie ein Geheimnis, das ihre Tante ein Leben lang bewahrte.

Dieses Buch packt einen und lässt einen nicht wieder los. Die Geschichten, von denen mir zu Anfang die von Elisabeth besser gefiel, packten mich nach einer gewissen Zeit beide. Emotional und spannungsgeladen werden die Geschichten erzählt und man erhält Einblick in das Leben von Elisabeth, dass mich mehr als berührt hat. Die Figur hat mir sehr gut gefallen, ließ sie sich doch durch keinen Schicksalsschlag unterkriegen und stand immer wieder auf , um weiter zu machen. Ganz anders die Geschichte von Hanna, die häufig, durch die schnoddrige Erzählweise der Figur sehr aufgelockert wird und mich häufiger zum Lächeln brachte. Aber auch ihre Geschichte ist spannend, erzählt von der eingeschworenen Dorfgemeinschaft in San Lorenzo und dem
Unverständnis, dass ihre Tante hier gelebt hat. Doch auch diese Geschichte nimmt irgendwann Fahrt auf und wird sehr spannend, bis dann das sehr überraschende Ende kommt, dass beide Zeitstränge zusammenführt.

Ich finde es eigentlich schade, dass die Bücher von Anja Jonuleit so wenig bekannt sind. Die Autorin hat einen sehr flüssigen und bezwingenden Schreibstil und ihre Protagonisten wachsen einem sehr schnell ans Herz, vor allem, weil sie meistens in Geschichten vorkommen, mit denen man sich als Leser gut identifizieren kann. Ich wünsche der Autorin, dass viele Leser zu diesem Buch greifen, denn es lohnt sich wirklich.

Sehr empfehlenswert !!
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am 6. September 2014
Familien haben ihre Geheimnisse und oft sind Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden. So auch in Anja Jonuleits neuen Roman „Der Apfelsammler“. Die Idee hierzu kam der Autorin durch einen Artikel über eine italienische Agrarwissenschaftlerin aus Umbrien, die sich für die Erhaltung von alten Obstsorten einsetzt.
Zurück zum Buch: Als die 31-jährige Hannah erfährt, dass ihre geliebte Tante Eli gestorben ist, macht sie sich auf den Weg nach Italien. Eli hatte Hannah zu sich genommen, nachdem deren Eltern verstorben waren und sie bei einer Pflegefamilie untergekommen war. Auf dem heimatlichen Hof am Bodensee verleben Hannah und Eli glückliche Zeiten. Der Abschied von Elisabeth (Eli) fällt ihr nicht leicht, zumal Hannah sich auch noch gerade von ihrem Freund getrennt hat. In Castelnova steht das kleine Steinhaus, in dem Eli bis zu ihrem Lebensende wohnte. Und dort findet Hannah beim Aufräume alte Briefe der Tante.
Die Geschichte von Eli und Hannah wird parallel Kapitelweise erzählt. Geschrieben in der Ich-Erzählperspektive steht über jedem neuen Kapitel der Name der Erzählerin.
Es ist zum Teil eine tragische Geschichte, die Elisabeth erzählt. Der Leser wird zurückgeführt in die frühen 60er Jahre. Dort hatte sie als junges Mädchen kein leichtes Leben auf dem Hof der Eltern, musste hart arbeiten. Doch Elisabeth war intelligent und wollte mehr. Realistisch und detailliert beschreibt die Autorin über Wünsche und Sehnsüchte eines jungen Mädchens, dass sich dann auch noch in einen italienischen Gastarbeiter verliebt und von ihm schwanger wird. Schreckliche Dinge passieren und doch, Eli gibt nicht auf. Die Romanze zwischen Eli und Giorgio ist der rote Leitfaden der Handlung. Nunmehr fragt sich Hannah immer wieder, was hat Eli ausgerechnet in diese Gegend verschlagen, sie die doch das Meer so liebte und in der Welt weit herumgekommen war. So beginnt sie mit den Nachforschungen und was liegt näher als bei dem Nachbarn mit seinen Apfelbäumen? Wie auch schon Eli hilft Hannah beim Pflücken der Apfelernte. Zum einen weil sie sich Informationen von ihm erhofft und zum anderen möchte Hannah eine Reportage über den Mann machen, der leidenschaftlich alte Obstsorten züchtet.
Die Gestaltung des Covers harmonisiert mit dem Titel, einfach wunderschön.

Fazit:
„Der Apfelsammler“ ist ein bewegender Roman, mit melancholischen Momenten, schafft die Autorin durch ihre fesselnde Art und einzigartigen Beschreibungen der Landschaft, den Leser tief in die Geschichte eintauchen zu lassen. Eine geheimnisvolle Atmosphäre begleitet den Leser von Anfang an. Die Autorin schreibt nicht einfach so dahin. Sie hat ihre eigene Sprache, ihren eigenen Schreibstil. Die Suche nach Vergangenheit – Gegenwart, die zwischenmenschlichen Beziehungen werden durchleuchtet.
„Der Apfelsammler“ – die Geschichte erhält von mir absolute Leseempfehlung, denn ich habe nicht nur glückliche Lesemomente gehabt, auch nachdenkliche.
„Der Apfelsammler“ – ich wünsche mir ganz viele Leser für das Buch!
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am 10. Juni 2015
Völlig unvorbereitet trifft Hannah die plötzliche Todesnachricht ihrer Tante Eli und damit auch ihrer allerletzten Verwandten. Davon aufgeschreckt beendet sie kurzerhand ihre eher einseitige Beziehung und fährt überstürzt nach Italien, Elis heimlicher Wahlheimat. In einem kleinen, gänzlich abgeschiedenen Dorf findet sie schließlich das nunmehr verwaiste Haus. Nie hatte Hannah sie dort jemals besucht und beginnt voll Wehmut in dem kleinen Häuschen nach dem Leben ihrer geliebten Tante zu forschen. Und findet Teile eines Briefes, der die tragische Geschichte der jungen Eli im tiefen Süden Deutschlands erzählt. Gebannt von den Enthüllungen, will Hannah mehr erfahren, denn der Brief ist unvollständig, große Teile fehlen und weshalb hatte sie nie etwas davon erfahren? Den verblassenden Spuren ihrer Tante folgend, begegnet sie dem grantigen und überaus eigensinnigen, wie unfreundlichen 'Apfelsammler'. Dieser hat sich der hingebungsvollen Suche und Erhaltung alter Apfel- und Birnensorten verschrieben und bekam zur Ernte regelmäßig die Unterstützung ihrer Tante. Und auch er scheint einiges zu verbergen. Immer mehr unbekannte Schichten der Persönlichkeit Elis lüftet Hannah, bis sie dann schließlich ihr größtes Geheimnis endgültig zu enthüllen vermag.
Der aus zwei Sichtweisen, wie auch Zeitebenen erzählte Roman von Anja Jonuleit birgt in sich die traurige Geschichte zweier Familien, die sich in den Wirren der Ereignisse so sehr festfahren, bis schlussendlich keiner davon das Glück findet. Die beiden Erzähler aus der jeweiligen Ich-Perspektive sind dabei Elisabeth, die aus der Vergangenheit her die Geschichte aufrollt und dann noch Hannah, welche sich von der Gegenwart demselben Ende nähert. Voll liebevoller Details steckend, weiß die sehr bildhafte Sprache eine dichte und mitreißende Atmosphäre zu schaffen, die das spätsommerliche Italien samt der Sinneseindrücke zum Leben erweckt. Immer mehr schließt man dann die eigenwilligen Protagonisten ins Herz, ein jeder mit einer nicht ganz leichten Vergangenheit. Das Buch hinterlässt dadurch einen prägenden Eindruck, nicht zuletzt in Hinblick auf die schwindenden Bestände alter Obstsorten. Denn der fiktive Apfelsammler des Romans hat durchaus ein sehr reales Vorbild: Isabella Dalla Ragione, die sich der Rettung dieser Obstsorten verschrieben und zusammen mit ihrem Vater eine Stiftung ins Leben gerufen hat: „Archeologia Arborea“. Wer es will, kann sogar eine Baum-Patenschaft übernehmen, muss dafür aber scheinbar jährlich nach Italien fahren und etwas Bio-Dünger für seinen Schützling selbst mitbringen.
Bereits seit längerem beschäftigt dieses Thema auch mich, umso mehr faszinierte mich die Geschichte, die durch die geschickt eingestreuten Informationen auch lehrreich sein konnte und damit meine Leseempfehlung mehr als nur verdient.
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am 29. Januar 2016
Hannah reist nach Castelnuovo in Umbrien, dort liegt das Häuschen, das sie von ihrer Tante geerbt hat. Sie hat sich gerade von ihrem verheirateten Freund getrennt, denn sie will ihn entweder ganz oder gar nicht. Beim Aufräumen findet sie alte Briefe von Tante Eli, und dabei erfährt sie einiges aus dem Leben ihrer Tante, das sie bisher nicht wusste. Vor allem aber liest sie von einem großen Geheimnis ihrer Tante, das auch Einfluss auf ihr eigenes Leben haben wird.
Gleichzeitig lernt Hannah das Umfeld kennen, in dem Eli viele Jahre gelebt hat. Sie trifft den Apfelsammler, der alte Apfelsorten sammelt und in seinem Garten wachsen lässt. Seine Arbeit fasziniert sie, so dass sie eine Reportage darüber machen möchte. Doch der Apfelsammler gibt sich so unnahbar, dass sie ihm nicht von ihren Recherchen erzählen mag.
Elis Geschichte lässt einen beim Lesen immer wieder trocken schlucken, und doch ist sie sicher nur eine von vielen Töchtern, die unter häuslicher Gewalt und Lieblosigkeit auf einem Bauernhof aufwuchs. Ihre Metamorphose von dem Bauernmädchen zur beruflichen Weltenbummlerin, verbunden mit der Geschichte um ihre Liebe zu Giorgio, der in Italien eine eigene Familie hat, baut sich wunderschön auf. Elis Geheimnis löst sich erst ganz zum Schluss auf. Geschickt arbeitet die Autorin in zwei Zeitebenen Elis Geschichte auf und spinnt den Faden bis zur Auflösung am Ende des Buches.
Es ist eine leise, berührende Geschichte, die Anja Jonuleit vor dem Leser ausbreitet, der sachliche Schreibstil lässt die nötige Distanz entstehen, um die brutalen Momente überhaupt auszuhalten beim Lesen. Die Landschaftsbeschreibungen lassen die Orte vor dem inneren Auge entstehen und wecken das Fernweh, um selbst an die Orte des Geschehens zu reisen.
Dies ist mein zweites Buch von Anja Jonuleit, das erste, „Herbstvergessene“, hat mir noch mehr imponiert. Doch auch dieses Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und ich empfehle es gerne weiter. Auch halte ich die Augen offen nach weiteren Romanen der Autorin.
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am 13. Februar 2015
Hannah ist sehr unzufrieden mit ihrer Beziehung zu ihrem verheirateten Freund, als sie die Nachricht über den Tod ihrer Tante erhält. Sie überdenkt ihr Leben, trennt sich von ihrem Freund und macht sich kurzerhand auf den Weg nach Italien zum Haus ihrer Tante. Sie hat das alte Häuschen von ihr geerbt und ist ganz ergriffen von der Stille des Ortes. Ihre Tante Eli hat sehr abgeschieden gewohnt. Die Dorfbewohner sind Hannah gegenüber etwas vorsichtig, doch bekommt sie auch Hilfe. Als sie Briefe von Eli findet wird sie neugierig. Diese sollten wohl für sie bestimmt sein, aber ihre Tante hat sie weg geworfen. Sie erzählen die Lebensgeschichte von Eli...
Das Buch ist in zwei Sichtweisen aufgeteilt. Einmal die Gegenwart (Hannah) und einmal die Vergangenheit (Eli). Die Kapitel wechseln sich ab und so hat der Leser jederzeit das Gefühl, unbedingt weiterlesen zu müssen. Elis Geschichte hat mich tief berührt, sie musste so viel durchmachen und hat ihr Leben dennoch gemeistert. Die damaligen Verhältnisse sind sehr gut erklärt, so dass ich mich richtig hinein versetzen konnte.
Außerdem wird der italienische Lebensstil hier sehr authentisch an den Leser weiter gegeben. Man glaubt, mit in Italien zu sein.
Das Leben der anderen Personen wird kurz angeschnitten, diese Charaktere sind auch sehr authentisch dargestellt.
Das wunderschöne Cover lädt direkt zum Lesen ein und passt zum Inhalt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, es hat mich wahnsinnig gefesselt.
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TOP 1000 REZENSENTam 24. Juni 2014
Inhalt:
Hannah wollte eigentlich mit Martin in den Urlaub fahren. Doch dann eröffnet ihr dieser, dass er stattdessen bei seiner Familie bleiben muss. Als Hannah dann auch noch erfährt, dass ihre geliebte Tante Eli gestorben ist, macht sie kurzerhand Schluss mit Martin, denn sie hat es satt, die zweite Geige zu spielen. Sie fährt nach Italien, wo Eli die letzten Jahre gelebt hat, um die Dinge zu regeln. Doch in dem kleinen Dorf in Umbrien wird Hannah nicht von allen freundlich aufgenommen. Ein paar Frauen treten geradezu feindselig auf; ein Nachbar, der „Apfelsammler“, vertreibt sie mit bösen Worten und Blicken aus seinem Obstgarten, in den sie auf einem Spaziergang geraten ist. Statt Elis Haus auszuräumen und zu verkaufen, beginnt Hannah ihre Umgebung zu erkunden und den Anfeindungen auf den Grund zu gehen.

Meine Meinung:
Das Buch ist in zwei Handlungsstränge unterteilt. Der eine spielt in der Gegenwart und erzählt Hannahs Geschichte. Der zweite besteht aus Brieffragmenten, die Eli verfasst hat. Beide sind in der Ich-Form geschrieben, die durch die Überschriften „Hannah“ bzw. „Elisabeth“ und deutlich unterschiedliche Schriftarten aber jeweils leicht zuzuordnen sind.

Elis Geschichte beginnt 1965, als sie 17 Jahre alt ist. Sie lebt mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester Sophie in Mosisgreuth auf einem Einödhof. Vom strengen Vater bekommt sie immer wieder Schläge, während Sophie seine Prinzessin ist. Als Eli sich eines Tages in den italienischen Gastarbeiter Giorgio verliebt, ist die Tragödie vorprogrammiert. Elis Teil besteht hauptsächlich aus Erzählungen und Beschreibungen. Hier gibt es naturgemäß - es ist ja ein Brief - nur wenige Dialoge. Obwohl ich das sonst gar nicht so mag, hat mich in diesem Buch Elis Strang weit mehr gefesselt als der von Hannah. Dadurch dass sie ihre ganzen Erlebnisse, Gedanken und Empfindungen in Worte gefasst und niedergeschrieben hat, erhält man einen tiefen Einblick in diesen Charakter.

Hannah ist mir dagegen bis zum Schluss relativ fremd geblieben. Nicht immer konnte ich ihr Verhalten, das teilweise wie besessen wirkte, nachvollziehen. Nichtsdestotrotz waren auch ihre Passagen gut zu lesen und spannend.

Anja Jonuleit hat einen fesselnden Schreibstil. Die einzelnen Kapitel sind relativ kurz, sodass man dazu verleitet wird, immer gerade noch eins zu lesen, zumal sie auch öfter mal mit einem Cliffhanger enden. Die Beschreibungen sind sehr anschaulich. Ich hatte die Szenerie direkt vor Augen. Die teils bedrückende, teils freudige Atmosphäre ist fast greifbar dargestellt.

Es gibt zwar immer wieder kleine Überraschungen, doch hat mir ein richtiger Höhepunkt gefehlt. Das große „Familiengeheimnis“ habe ich leider schon viel zu bald erahnt. Dabei könnte ich nicht einmal sagen, dass die Autorin dies schon früh angedeutet hätte. Ich glaube, hier hatte ich einfach die richtige Intuition.
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am 23. August 2014
Abgestimmt auf den Titel und den Inhalt des Buches, ist das Cover ein echter Blickfang. Allein die Farbgebung der typisch italienisch dargestellten Landschaft, verbreitet eine wohlige Atmosphäre und sowohl der durchgeschnittene Apfel als auch die Apfelblüte, die sich glänzend vom Rest des Bildes abheben, sorgen dafür, dass ich den Duft des Sommers geradezu riechen kann.

"Der Apfelsammler“ erzählt die Geschichte der jungen Journalistin Hannah, die nach Umbrien reist, um den Verkauf des Hauses ihrer verstorbenen Tante Eli vorzubereiten. Beim Aufräumen fallen ihr ein paar achtlos weggeworfene beschriebene Blätter in die Hände, die sich als Brief ihrer Tante an sie herausstellen und Elis komplettes Leben offenbaren – ein Leben voller Entbehrungen, einem schlechten Elternhaus, einer großen Liebe und einem ebenso großen wie gut gehüteten Geheimnis, welches Hannah nun versucht zu enthüllen. Noch ahnt sie nicht, dass diese Enthüllungen ihr ganzes Leben verändern werden …

Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen und es handelt sich um zwei Erzählstränge, die erst zum Ende hin zusammenführen. Durch die Erzählweise in der Ich-Perspektive habe ich das Gefühl, sehr nahe am Geschehen zu sein. Interessant ist, dass abwechselnd aus Hannahs und Elisabeths Sicht erzählt wird. Wobei die Schilderungen Elisabeths in Briefform in diesem Moment ja eigentlich Rückblenden für den Leser sind, da sie ja mittlerweile verstorben ist. Anja Jonuleit hat mich mit ihren Charakteren begeistert. Hannah und Eli sind sich vom Wesen her sehr ähnlich, denn beide sind mutig und legen eine ungeheure Stärke an den Tag. Sehr berührt hat mich Elis Schicksal, die ihrem Leben trotz der Niederlagen immer noch etwas Gutes abgewinnen kann und sich bis zum Schluss nicht unterkriegen lässt. Eigene Belange stellt sie zum Wohle ihrer Mitmenschen zurück und beklagt sich fast nie.

Auch Hannahs innere Zerrissenheit, ihr schlechtes Gewissen, ihre Tante so lange nicht besucht zu haben, obwohl sie bei ihr aufwuchs, bringt die Autorin sehr gut rüber. Ein weiterer Charakter, der mir sehr gefallen hat, ist der Apfelsammler Matteo Di Lauro, den Hannah als mürrischen Eigenbrötler kennenlernt. Dieser steckt voller Geheimnisse steckt und taut nur sehr langsam nach und nach auf. Neben den gut ausgearbeiteten Protagonisten finden sich sehr detaillierte Landschaftsbeschreibungen rund um den Ort Castelnuovo. Auch die Szenen der Apfelernte in Di Lauros Garten, die immer wieder begleitet werden von seinen mürrischen Bemerkungen Hannah gegenüber, konnten mich begeistern.

Anja Jonuleits Schreibstil ist so herrlich unaufdringlich. Die Geschichte plätschert so dahin, ohne jemals langweilig zu wirken. Einfach angenehm und gleichzeitig fesselnd. Für mich ist "Der Apfelsammler“ garantiert eins der Highlights in diesem Jahr und aus diesem Grund empfehle ich es gerne weiter
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TOP 500 REZENSENTam 18. Juli 2014
... war nicht nur das Ziel der Sehnsüchte des großen Dichters Goethe, nein, auch Elisabeth, genannt Eli, aufgewachsen in einem schwäbischen Kaff in den 1960er Jahren unter der Knute eines alkoholkranken, despotischen Vaters, möchte dort hin und ihr Grund ist greifbarer als die abstrakten Empfindungen des großen Mannes im 18. Jahrhundert: sie hat sich verliebt in den glutäugigen Giorgio, der als Gastarbeiter in ihrer Heimat weilte. Eine Liebe voller Dornen, voller Enttäuschungen, die nichtsdestotrotz ein ganzes Leben hält.

Auf der anderen Seite die zweite Erzählerin, Hannah, Elis Nichte, nach dem frühen Tod ihrer Eltern bei dieser aufgewachsen, nun - in der Gegenwart - nach Elis plötzlichem Tod in Italien, an Elis letztem Wohnsitz auf Spurensuche. Zwei Wege, die - zeitweise weit voneinander entfernt - doch zusammenlaufen.

Stimmungsvoll und gekonnt recherchiert, in ihrem einzigartigen Schreibstil baut Anja Jonuleit diesen ungeheuer dichten, spannungsreichen Roman schrittweise auf. Ich jedenfalls konnte ihn kaum aus der Hand legen, roch die schwäbische Enge, den Duft italienischer Obstgärten, sah Eli, Hannah und die anderen Protagonisten förmlich vor mir - bis es im letzten Teil des Buches leider "Plopp" machte und sich bei mir eine gewisse Ernüchterung einstellte. Leider konnte das hohe Niveau nicht ganz bis zum Schluss gehalten werden, die subtile Eleganz wich einem - wenn es nicht um die großartige Anja Jonuleit ginge, wäre ich fast geneigt zu sagen, platten Bedürfnis, alles glasklar aufzulösen, zu einem Ende zu bringen. Dabei hat die Autorin ihre Figuren irgendwie verloren, die starken Charaktere sind sich selbst abhanden gekommen - kurzum: das Ende ist ein fast beliebiges, auf Sensationen hin ausgerichtetes, das dem besonderen Ansatz der hier erzählten Geschichte einfach nicht gerecht wird.
Insgesamt aber ein weiteres empfehlenswertes Buch der Autorin Jonuleit, das nicht ganz, aber doch beinahe mit den "Herbstvergessenen" mithalten kann und das in mir bereits die Vorfreude auf ihr nächstes Werk weckt!
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am 7. Dezember 2014
Der Apfelsammler war mein erster Roman, den ich von Anja Jonuleit gelesen habe. Der Verlag hat es mal wieder geschafft, ein ausgesprochen schönes Cover für diese Familiengeschichte zu finden, die vor allem Italienliebhaber zum Kauf animieren wird. Erzählt werden auf verschiedenen Zeitebenen zwei Geschichten, die natürlich von Anfang an zusammenhängen.
Einmal ist da Eli, die Mitte des letzten Jahrhunderts auf einem Bauernhof aufwächst und dabei leider wenig Liebe und Fürsorge erfährt, da ihre Eltern kühle und unnahbare Menschen sind. Deshalb verliebt sie sich ziemlich stürmisch in einen jungen Italiener namens Giorgio. Diese Liebe ist der Motor der alles verändern und der in Elisabeths Leben eine maßgebliche Rolle spielen wird.
Zum zweiten ist da Hannah, die nach dem Tod ihrer Tante Eli nach Umbrien in ein altes Haus reist und dort sehr bald erkennt, dass um das Leben der alten Frau eine geheime Geschichte herumrankt, die es zu entdecken gilt und die ihr helfen könnte, mit dem eigenen Leben besser fertig zu werden welches mal wieder in einer Sackgasse gelandet ist, nachdem sie sich von ihrem verheirateten Freund endlich getrennt hat. Und Italien hält natürlich auch in Sachen Liebe noch etwas für Hannah bereit.

Die Autorin kann schreibt angenehm und in einem fast plaudernden Ton von den Entwicklungen und Verwicklungen die die beiden Frauen jede für sich erleben müssen. Der Roman ist nicht besonders aufregend sondern leicht und entspannt zu lesen. Man erkennt von Anfang an den Bogen, der hier zwischen Elisabeth und Hannah gespannt wird und der zu einem harmonischen und gefühlvollen Ende geführt wird. Dieses Buch ist sicherlich kein Page-Turner aber für ein paar heiße Tage im Sommer sicherlich hervorragend geeignet um zu relaxen. Mir hat die Geschichte gefallen. Vor allem Eli war sehr glaubwürdig und liebenswert. Von mir also eine Kaufempfehlung.
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