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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
30
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Ich denke, also spinn ich: Warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:7,99 €+ 2,99 € Versandkosten


am 26. Juli 2011
"Ich denke, also spinn ich" ist ein Buch über psychologische Effekte, die unseren Alltag bestimmen. Die Autoren, Diplom-Volkswirte, haben mehr als 120 solcher Phänomene zusammengetragen und beschrieben. Das Buch ist übersichtlich strukturiert wie ein Nachschlagewerk. Die behandelten Effekte sind nach Oberbegriffen kategorisiert. Am Ende der unterschiedlichen Kategorien befinden sich kurze Zusammenfassungen.

Viele der aufgeführten Phänomene sind allgemein bekannt. Dies gilt z.B. für den Jo-Jo-Effekt (Warum wir nach einer Diät wieder zunehmen) oder den Placebo-Effekt (Substanzen, von denen wir glauben, dass sie eine bestimmte Wirkung haben, können diese auch entfalten). Bei manchen Effekten sind Zweifel angebracht, ob diese wissenschaftlich belegt sind. So z.B. beim Gore-Effekt. Dass die Temperatur überall dort in den Keller geht, wo Al Gore auftaucht, um vor der Klimakatastrophe zu warnen, riecht nach selektiver Wahrnehmung. Sind Phänomene wie "Die Kasse, an die man sich anstellt, ist immer die längste" oder "Die Ampel springt immer auf Rot, wenn man sich dieser nähert" nicht nach dem gleichen Muster gestrickt?

Das Besondere an dem Buch ist die Zusammenfassung zahlreicher unterschiedlicher, überwiegend psychologischer Phänomene in einem leicht lesbaren populärwissenschaftlichen Werk. Deutlich wird: Der Mensch ist ein irrationales Wesen. Wer mehr wissen will bzw. ausführliche Begründungen haben möchte, muss auf Fachliteratur zurückgreifen.
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am 3. Juli 2014
Das Buch ist sehr informativ und dennoch witzig und sehr anschaulich geschrieben. Es werden sämtliche Effekte und psychische Phänomene dargestellt, die jeder von uns in seinem eignen Leben täglich erfährt.

Das Buch ist zwar etwas dicker, bietet sich aber für kurze Reisen oder z.B. kurze Wartezeiten beim Arzt an, da die Effekte meist über wenige Seiten (1-2 Seiten) beschrieben werden. Wer denkt, es handelt sich dabei um ein Fachbuch wird enttäuscht werden. Über die Entstehung und dem Hintergrund des Effektes wird nur kurz berichtet. Meiner Meinung nach aber perfekt, um sich genau das zu merken und im Alltag mit Wissen und kleinen Anekdoten zu glänzen. Natürlich kommt so ein Wissen auch immer im Job gut an, gerade wenn man mit vielen Menschen zu tun hat.
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am 30. März 2013
Als ich das Buch in einer Buchhandlung gesehen und etwas darin "geschmökert" hatte, war ich total begeistert. Also, einiger negativen Bewertungen zum trotz, bestellt und jetzt doch ziemlich enttäuscht.

Grund: der Untertitel des Buches lautet: Warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen. Auch die Unterschriften fast aller Kapitel beginnen mit dem Wörtchen "warum". Leider wird nur selten und wenn dann auch nur sehr kurz erklärt, WARUM wir ein gewisses Verhalten an den Tag legen. Meistens wird lediglich nach einer laaangen Einführung festgestellt, dass es ein gewisses Phänomen gibt, was auch durchaus interessant ist, aber irgendwie nicht so ganz das ist, was man nach der Überschrift erwartet. Dann wird gerne noch erklärt, wie der Effekt zu seinem Namen gekommen ist, es folgen Beispiele des Effektes und wenn man Glück hat, wird dann das Warum in 1-2 Sätzen kurz angerissen - kommt also meiner Meinung nach viel zu kurz.

Beispiel: Das Lächelmasken-Syndrom, warum zu viel Lachen schadet. Mich als Leser würde nun brennend interessieren, warum Lachen schaden sollte aber auch nach dem Lesen des Artikels bin ich nicht wirklich schlauer. Immerhin ist es interessant zu wissen, was gesund macht und das Lachen/Lächeln (auch wenn es nur gestellt ist) mit dazu gehört. Das wird ausführlich über zwei Seiten beschrieben. Im letzen Absatz erst wird dann kurz gesagt, dass zu viel Lächeln depressiv machen kann und dass es in Japan wohl häufiger der Fall ist, aber es wird halt eben nicht gesagt (ich erwähnte es breits) WARUM das so ist.

Ich bin kein Psychologiestudent, sondern nur ein Laie, aber selbst als solcher habe ich das Gefühl, dass dieses Buch mitunter mehr Fragen aufwirft, als dass es beantwortet.

Vielleicht hätten die Autoren sich auch einfach nur diese "warum"-Floskeln sparen sollen, dann wäre die Erwartungshaltung beim Leser vielleicht eine andere gewesen.

Wegen der Feststellung der vielen Phänomene und den nützlichen Dingen, die man trotzdem erfährt, drei Sterne.
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TOP 500 REZENSENTam 1. August 2011
Inhalt und Eindruck:
Jochen Mai und Daniel Rettig haben verschiedene psychologische Effekte zusammengetragen. Dabei begegnet man sowohl bekannten sozialpsychologischen Studien und Phänomenen (z.B. Stanford-Prison-Experiment, Wackelbrücke und Fehlattribution, Mere-exposure, Halo-Effekt, Social Loafing) als auch berühmten Namen wie Zajonc, Zimbardo, Bandura und Milgram. Allerdings erwähnen die Autoren auch den Jo-Jo-Effekt, der keine psychologische Grundlage hat, oder pseudowissenschaftliche 'Erkenntnisse' wie Murphy's Law oder den Clooney-Effekt, die man sicherlich in keinem ernstzunehmenden Psychologiebuch finden wird. Dies macht die Interpretation des Gelesenen für Laien schwierig bis unmöglich, was mein größter Kritikpunkt am Buch ist. Als Psychologin kannte ich eine große Zahl der erwähnten Studien und kann deren Relevanz und Wissenschaftlichkeit einordnen. Einem Laien kann das nicht gelingen. Die Gefahr besteht meiner Meinung nach, dass man schnell Blödsinn glaubt, der jedoch ohne jede wissenschaftliche Grundlage ist oder in den Studien sehr schlecht untersucht wurde. Zudem wurden viele Studien deutlich vereinfacht, was für allgemeinverständliche Bücher normal ist, aber dennoch zu Problemen führt, denn Studien beziehen sich beispielsweise auf spezielle Stichproben und können nicht auf alle Menschen übertragen werden. Dass die Autoren keine Quellen angeben, sondern lediglich Autoren und Universitäten nennen, macht eine genauere Untersuchung von Ergebnissen zusätzlich schwierig, zumal bisweilen gar keine Studienergebnisse präsentiert werden, sondern Überzeugungen aus einer Art Hausfrauenpsychologie zum Besten gegeben werden.

Mein Resümee:
Unterhaltsam, einfach und flüssig lesbar, aber mit Vorsicht zu genießen. Laien haben keine Möglichkeit, tatsächliche, clever durchdachte und gut untersuchte Studienergebnisse von Mumpitz zu unterscheiden (Was ein Laie vielleicht auch nicht will, ich jedoch nicht unwichtig finde.).
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TOP 500 REZENSENTam 23. Juni 2011
Franz Kafka schrieb sinngemäß, dass Goethe mit seinen Leistungen möglicherweise die deutsche Sprache mehr gehemmt habe als alle anderen Faktoren zusammen. Er beschrieb damit eine psychologische Wirkung, die in diesem Buch als Superstar-Effekt beschrieben wird. Die Anwesenheit eines Super-Talentes beeinflusst die Leistung der Anderen negativ! Die US-Professorin Jennifer Brown wertete die Statistiken von Golfturnieren der US-Profiliga aus und bemerkte, dass die Leistungen der Golfer überdurchschnittlich schlecht waren, wenn Superstar Tiger Woods ebenfalls antrat. Ohne Woods zeigten die Sportler immer bessere Leistungen. Auch Schülern und Studenten ging es ebenso: Sobald Superstars dabei waren, gingen allen anderen auf Leistungs-Tauchstation. Man kennt dies auch als N-Effekt: wachsende Konkurrenz führt zu geringer Leistung des Einzelnen und damit zu einem Rückgang der Leistung insgesamt.

Die psychologischen Gesetze des 384 Seiten starken Buches sind eingeteilt in Aspekte wie Leben, Fühlen, Lieben, Konsumieren, Denken, Arbeiten, Lernen, Entscheiden, Kooperieren, den Medien ausgesetzt sein und Gewinnen. Jede Beschreibung wird am Ende des Kapitels nochmals kurz zusammengefasst. Bei den hilfreichen Umsetzungs-Tipps in die private oder unternehmerische Realität ergeben sich nicht immer logische Schlüsse, aber sie skizzieren Ideen, die jeder für sich selbst bzw. den Betrieb "nachdenkend" anwenden sollte.

Dieses Buch ist hilfreich für jede individuelle Karriere, Motivationen, richtiges Verhalten und das Arbeiten im Team. Es erlaubt, unsichtbare individuelle psychologische Grenzen kennenzulernen, an ihnen zu arbeiten und besser zu werden. Es erlaubt vor allem auch, Manipulationstechniken zu durchschauen, um damit selbstbewusster, unabhängiger agieren zu können.

Warum kooperieren wir in Teams nicht wirklich, warum ist das Mona-Lisa-Prinzip wichtig, wie werden wir durch den Fischteicheffekt motiviert (Gegensatz zum Superstar-Effekt) und was bewirkt das TINA Prinzip? (die Kanzlerin hat das Wort "alternativlos" zum Unwort des Jahres verkürzt: TINA = There is no alternative). Das Buch liest sich spannend und hält überraschende Einsichten parat ebenso wie solche, die man nicht anders vermutet hätte.

Für das Management bzw. die Mitarbeiterführung liefert es wichtige Umsetzungs-Hinweise für den Unternehmensalltag, die man aber eher als Anregungen denn als gesicherte Erkenntnisse lesen bzw. anwenden sollte. Genau hier muss jedem bewusst sein, dass die Anwendungsbedingungen nie dem tatsächlichen Versuch gleichen.

Sehr zu empfehlen. Am besten in das Buch hier auf Amazon einlesen (sehr umfangreich!), auf Seite 55 stehen die 10 bekanntesten Songs zum Heulen (im Zusammenhang mit dem Katharsis Effekt, inkl. einem Zitat von Lukas Podolski).
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am 10. Mai 2017
Ich fand dieses Buch toll, weil es sehr kurzweilig viel Wissen, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, vermittel. Auch sehr gut die Zusammenfassung jeweils am Ende des Kapitels. Klare Kaufempfehlung.
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am 10. September 2012
Kennen Sie Ignaz Semmelweis? Er war im 19. Jahrhundert ein Pionier der Medizin, der auf einen Sachverhalt hinwies, der uns heute so selbstverständlich erscheint - nämlich das Ärzte sich die Händewaschen müssen, damit sie nicht Infektionen von einem Patienten auf den anderen übertragen. Für diese Erkenntnis erntete Semmelweis zu Lebzeiten nur Hohn, Spott und Ablehnung der Ärzte-Zunft, was zu seinem Karriere-Aus führte.

Die Reaktion seiner Kollegen - eine neue, fortschrittliche Idee, welche alte Gewohnheiten in Frage stellt, abzulehnen, ohne dabei die wissenschaftlichen Belege zu beachten - wird seitdem als Semmelweis-Effekt bezeichnet. Dadurch hat es Ignaz Semmelweis auch in das Buch Ich denke, also spinn ich" gebracht. Die Journalisten Jochen Mai und Daniel Rettig haben über 120 Theorien und Erkenntnisse gesammelt, die in der Wissenschaft oder in der Alltagssprache mit einer Bezeichnung wie Der XY-Effekt" bekannt sind. Im Grunde ist es eine Sammlung aus unterhaltsamen Kurztexten, die sich einem Phänomen - meist aus der Psychologie und Verhaltenswissenschaft - annehmen. Einige dieser beschriebenen Effekte sind uns wohlbekannt, auch wenn wir deren Namen bisher nicht kannten - meist sind sie nach den eher unbekannten Forscher benannt, der sie als erstes beschrieb oder nach einer Analogie aus der amerikanischen Alltagskultur (denn die meiste psychologische Forschung wird in den USA betrieben).

Manchmal ist die Geschichte der Benennung auch interessanter als der benannte Effekt: Etwa beim Coolidge-Effekt, der besagt, dass Männer ab und zu nach neuen Sexualpartnerinnen Ausschau halten - er wurde nach dem US-Präsidenten Coolidge benannt, aber nicht wegen dessen Untreue (Nun fragen Sie sich sicherlich: Warum dann? Nun ja, diese Anekdote sollten Sie ruhig selbst lesen). Bei der Lektüre der vielen Texte lernt der Leser einiges über Psychologie und menschliches Verhalten und ist gleichzeitig gut unterhalten. Unterhaltung ist auch das Ziel des Buches - deshalb der alberne Titel Ich denke, also spinn ich", der mit dem Inhalt so gar nichts zu tun hat, aber wahrscheinlich Assoziationen an Comedy-Bestseller wie Die Leber wächst mit ihren Aufgaben" hervorrufen soll.

Auch die schiere Masse an behandelten Themen und der oft etwas gewollt witzelnde Stil laden zu einer Fast-Food-Lektüre ein, bei denen der Unterhaltungswert über den Erkenntniswert steht. Diese Nummern-Revue mit Bildungsanspruch vereinigen zwei Grundbedürfnisse: Man kann sich ohne großes Nachdenken amüsieren und hat gleichzeitig das gute Gefühl, etwas für seine Bildung zu tun. Wer möchte sich schon dabei erwischen lassen, sich unter seinem Niveau zu vergnügen? Diese geniale Beobachtung möchte ich ab sofort als Hirschhausen-Effekt" zu Protokoll geben. Ich denke, also spinn ich" ist ein typisches Produkt des Hirschhausen-Effekts, das vielleicht aber auch als Einstiegsdroge für ein differenzierteres Beschäftigen mit der Psychologie dienen kann.
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NR. 1 HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 29. Juli 2011
Das Rezept, nach dem die beiden Autoren ihr dickes Buch gebacken haben, ist relativ simpel. Man nehme Anekdoten und Geschichten zu merkwürdigen Verhaltensweisen der menschlichen Spezies, erkläre diese mit Studien aus der bunten Forscherwelt, stelle dem Leser ein paar lustige Fragen, gebe ihnen als Belohnung für die Antworten einige altbekannten Tipps zur Lebensgestaltung, greife zu locker flockigen Formulierungen und verabreiche das Ganze in wohl dosierten Portionen. Ein beliebtes Rezept nachzukochen, heißt allerdings noch lange nicht, das Ergebnis würde alle überzeugen. Vor allem wenn dieses Menu immer wieder aufgetischt wird. Bei der Version von Jochen Mai und Daniel Rettig störte mich jedoch weniger die mangelnde Originalität, sondern woher sie ihre Zutaten bezogen und wie sie mit einigen Lieferanten umgingen.

Welterklärungs- und Menschenversteherbücher haben auch deshalb Konjunktur, weil wir die riesigen Informationsmengen, die täglich auf uns einprasseln, nicht mehr verarbeiten können. Zumindest nicht rational. Und dramatisch ist das nur deshalb nicht, weil sich die unbewusst arbeitenden Hirnareale herzlich wenig um den Infomüll kümmern. Doch in regelmäßigen Abständen sendet Kleinhirn trotzdem die Message an Großhirn, dass mehr Ordnung und Klarheit angesagt wäre. Das ist dann die Stunde, in der wir verzweifelt zu solchen Büchern greifen.

Lese ich den beruflichen Werdegang der beiden Autoren, frage ich mich, was unterwegs passiert ist, dass ihnen die elementarsten Regeln wissenschaftlichen Arbeiten schnuppe sind. Auf der Suche nach Belegen für ihre rund 120 psychologischen Phänomene ist ihnen alles recht. Hauptsache auf dem Deckblatt prangt ein Wort, das wenigstens wie "Studie" klingt. Und da auf Quellenangaben völlig verzichtet wird, lässt sich auch nicht herausfinden, ob zitierter Unsinn einem Wissenschaftler oder einem Missverständnis anzulasten ist. Der so genannte Ferien-Effekt soll zum Beispiel darin bestehen, dass der Intelligenzquotient eines Erwachsenen nach nur drei Wochen Nichtstun um 20 Punkte sinkt. Solchen Blödsinn zu behaupten, finde ich deshalb schlimm, weil der Durchschnittsleser kaum in der Lage ist, den Wahrheitsgehalt der vorgestellten psychologischen Phänomene einzuschätzen. Also geht er richtigerweise davon aus, was er lese, entspreche auch der Realität. Bei einigen Behauptungen scheint es den Autoren doch mulmig geworden zu sein. Darauf deuten zumindest abschwächende Formulierungen oder Konjunktive hin. Trotzdem würde ich mich als seriöser und ernsthaft forschender Wissenschaftler bedanken, in ein solches Umfeld gestellt zu werden.

Um die menschlichen Verhaltensmuster in eine Ordnung zu bringen, verwendeten die Autoren folgende Kapitelüberschriften: Freud und Leid. Wie wir leben - Kopf und Kragen. Wie wir fühlen - Fleisch und Blut. Wir wie lieben - Brot und Spiele. Wie wir konsumieren - Art und Weise. Wie wir denken - Fix und fertig. Wie wir entscheiden - Pauken und Trompeten. Wie wir lernen - Ort und Stelle. Wie wir arbeiten - einzig und artig. Wie wir kooperieren - Rang und Namen. Wie wir gewinnen - Schloss und Gitter. Wie uns Medien beeinflussen. Diese Aufzählung soll zeigen, dass die beiden Autoren dem Hang frönen, die ganze Welt zu erklären. Daher finde ich es auch stimmig, wenn Jochen Mai auch Bücher schrieb, die den Titel "Die Karrierebibel" und "Die Büro-Alltags-Bibel" tragen. Aber missionarischer Eifer dient selten der Wahrheit.

Mein Fazit: Da ich nicht ausschließen mag, dass der vom Klappentexter versprochene Erkenntnisgewinn bei einigen Lesern tatsächlich eintritt, halte ich eine allzu negative Bewertung für ungerechtfertigt. Aber was in den Blogs der beiden Autoren noch als Infotainment durchgehen mag, möchte ich nicht als geballte Ladung in einem Buch finden, in dem das Wort 'Wissenschaft' so oft vorkommt. Wenn Unsinn schlecht formuliert ist, kann ich mich wenigstens mit der Annahme trösten, er finde kein Publikum. Aber die beiden Autoren können so gut und unterhaltsam schreiben, dass sie beim Inhalt mehr Verantwortung übernehmen müssen.
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am 19. Januar 2012
Kurzfassung:
Unterhaltung: ja
Sachbuch und Wissen: nein!

Den Unterhaltungswert möchte ich dem Buch nicht absprechen, wenn man es mit dem entsprechenden Ziel kauft.
Viele Phänomene werden hier (von und für Laien) anschaulich geschildert, mit einem Namen versehen und durch Autorennamen und Ergebnisse von Untersuchungen ergänzt.
Wer gut portionierte Unterhaltung und Anregung zur Selbstreflexion sucht, dem wird das Buch gefallen. Dafür der 2. Stern.

Wer mehr erwartet, wird schwer enttäuscht.

Die Auswahl der Studien scheint mir eher vom Unterhaltungswert als von der Signifikanz ihrer Ergebnisse abzuhängen, ebenso ihre Darstellung.
So werden manche Alltagsmythen noch untermauert, die längst durch Studien widerlegt (oder nur durch in Aufbau und/oder Auswertung mangelhafte Untersuchungen bestätigt) sind.

Ich selbst habe das Buch gekauft in dem Glauben, wissenschaftlich fundierte Hintergrundinformationen zu mehr oder weniger bekannten Alltagsphänomenen zu lesen. Pustekuschen. Bei einem Autorenduo, das beruflich weit entfernt ist von wissenschaftlicher Psychologie, hätte ich mir das vielleicht denken können, aber ich hatte wohl einfach eine falsche Vorstellung von "Sachbuch".
In diesem Sinne: 1 Stern - weniger geht ja nicht...
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TOP 1000 REZENSENTam 13. Juli 2011
Während jedermann ganz selbstverständlich davon ausgeht, dass die eigenen Entscheidungen grundsätzlich rational und bewusst getroffen werden, wird durch immer mehr Experimente aufgezeigt, wie unglaublich oft wir uns doch unterbewusst beeinflussen lassen. Ein großer Vorteil dieses Buches besteht darin, dass es sich nicht wie andere Bücher auf einen Teilbereich beschränkt, sondern recht allumfassend sämtliche Lebensbereiche abgedeckt werden. Dabei haben die Autoren zunächst 11 Hauptkapitel gebildet (z.B. Arbeitsleben, Medien, Kaufentscheidungen usw.), in denen dann die einzelnen psychologischen Effekte - insgesamt rund 130 - in eigenständigen Unterkapiteln erläutert werden.

Durch diesen Aufbau kann man problemlos Kapitel zu Themen, die einen nicht so interessieren oder die man bereits kennt, einfach überblättern, was jedoch aufgrund des verständlichen und spannenden Schreibstils nur sehr selten vorkommen dürfte. Aus meiner Sicht gelingt den Autoren erfolgreich der Spagat zwischen Unterhaltung und Sachinformationen, bei mir kam beim Lesen nie Langeweile auf.

Einziger Kritikpunkt ist aus meiner Sicht, dass das Buch durch die rund 130 vorgestellten psychologischen Effekte etwas überfrachtet ist. Eine Reduzierung auf die wirklich beeindruckendsten Beispiele und dafür eine ausführliche Vorstellung wäre aus meiner Sicht besser gewesen.

Fazit:
Wer eine intensive (wissenschaftliche) Abhandlung erwartet, wird von diesem Buch enttäuscht werden, da die Ausführungen dafür zu kurz und knapp sind. Jedem, der sich jedoch einfach nur auf recht unterhaltsame Art und Weise darüber informieren möchte, von welchen Dingen wir alltäglich unbemerkt beeinflusst werden, kann ich dieses Buch weiterempfehlen.
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