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am 14. Oktober 2013
Ein sehr schönes Buch. Das Buch kann ich nur empfelen. Es ist sein Geld wert.Das war nicht das letzte. Danke
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am 22. Januar 2007
Im Berlin des Jahres 1922 hat die Inflation die Republik fest im Griff und die Bevlkerung versucht ihen Hunger nach Brot und besseren Zeiten zu stillen. Armut breitet sich aus, in den unterprivilegierten Bezirken sind immer mehr hohlwangige und hoffnungslose Menschen zu sehen, während die Oberschicht den Verfall ihres Reichtums mit extravaganten Abendveranstaltungen zu kompensieren versucht. Die allgemeine Unzufriedenheit ist der ideale Nährboden für deutschnationale Gesinnungen, deren Befürworter sich in eigenen Gesellschaften und Vereinen zu organisieren beginnen. Im Polizeikommissariat geht alles seinen gewohnten Gang, Kommissar Leo Wechsler hat den Tod eines Mannes aufzuklären, den man aus dem Landwehrkanal gezogen hat und den mysteriösen Tod eines umstrittenen Malers, dessen provokante Bilder vor allem in politisch konservativen Kreisen auf heftige Ablhenung stoßen. Doch reicht dies als Motiv für einen Mord oder ist der Täter ganz woanders zu suchen? Kommissar Wechsler beginnt zu ermitteln und muss zwischen Glamour und Luxus auf der einen Seite und Hunger und bitterer Armut auf der anderen Seite die richtigen Spuren finden und zu deuten wissen.

Auf ein Wiedersehen mit Leo Wechsler habe ich mich sehr gefreut und ich wurde nicht enttäuscht! Authentisch ist die Atmosphäre des Berlins der frühen 20er Jahre, in die Susanne Goga ihre Leser erneut entführt, die hin- und hergerissen zwischen der Faszination des Gesellschaftslebens und dem Gefühl der politischen Bedrohung, die sich am Horizont abzeichnet sind. Gänsehaut überkommt den Leser, wenn sich verdiente Offiziere um die Aufrechterhaltung und Stärkung der germanischen Rasse bemühen und sich herablassend über diese kleine neue Partei mit Namen NSDAP auslassen. Andererseits gibt es viele liebevoll eingebundene Details, die den Leser zum Schmunzeln bringen, wie z.B. der Stolz der Büchereibesitzerin über das gerade eben erschienene Buch "Ulysses" - geschrieben von einem Iren, einem gewissen James Joyce - das sie für einen Wahnsinnspreis bei Shakespeare & Company in Paris bestellt hat.

Susanne Goga zeigt in diesem 2. Krimi um Kommissar Wechsler ein gutes Gespür für ihre Szenen und erzeugt durch den kontinuierlichen Wechsel der Schauplätze und agierenden Personen eine Spannung, die bis zum Schluss erhalten bleibt. Dabei bleibt weder die Tiefe ihrer Charaktere noch die private Entwicklung des Kommissars auf der Strecke, was mir besonders gut gefallen hat. Das Wiedersehen mit alten Bekannten und die Begegnung mit neuen Figuren mit Potential trägt eindeutig zum Lesevergnügen bei und lässt die Vorfreude auf einen nächsten Fall jetzt schon wachsen. Kurz: Eine rundum gelungene Fortsetzung, die mich endgültig zum Leo Wechsler-Fan gemacht hat!
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am 11. Februar 2007
Man nimmt das Buch zur Hand und vor dem Lesen des ersten Satzes geht einem die Frage durch den Kopf, ob Susanne Goga es wohl schafft, den Standard und das Niveau zu halten, welches sie mit ihrem ersten Buch Leo Berlin" als eigene Messlatte aufgelegt hat. Und nach Beendigung der Lektüre fällt die Antwort auf diese Frage nicht schwer. Sie hat es geschafft und sich dabei sogar noch selbst übertroffen.

Wieder spielt ihr Buch im Berlin des Jahres 1922 und wieder ist es eine Geschichte um den Kriminalkommissar Leo Wechsler, jener Leo Wechsler, der schon in Leo Berlin" mit sehr viel Zuneigung beschrieben worden war. Susanne Goga zeichnet Leo Wechsler in all seiner Zerrissenheit, mit all seinen Schwächen und seinen Stärken. Zu seinen Stärken gehört die tiefe Menschlichkeit mit denen er den zuweilen hoffnungslosen Menschen begegnet, Menschen, die auch vier Jahre nach Beendigung des ersten Weltkriegs nichts weiter vorzuweisen haben als eine tiefe Perspektivlosigkeit.

Von der Handlung soll an dieser Stelle nicht allzu viel verraten werden.

Der Maler Arnold Wegner ist in diesem Nachkriegsberlin umstritten und wird vielerorts sogar verteufelt. Seine Art der Malerei findet gerade auch bei den reaktionären Kräften der Weimarer Republik keine Zustimmung, reaktionäre Kräfte die sich in dubiosen Bündnissen zusammengeschlossen haben, die einen dumpf-germanischen Kult pflegen und der wilhelminischen Zeit nachtrauern. Dann fällt Arnold Wegner einem Unfall zum Opfer. Aber war es wirklich nur ein Unfall? Leo Wechsler ist nicht nur mit der Aufklärung dieses Unfalls befasst, auch über seinem Privatleben ziehen sich langsam dunkle Wolken zusammen.

Susanne Goga malt auch mit diesem Buch wieder ein nichtsbeschönigendes Bild der damaligen Zeit über die Anfänge der ersten deutschen Demokratie. Eine Demokratie die auch schon zu diesem frühen Zeitpunkt mit dem Virus des Scheiterns infiziert war. Die Goldenen Zwanziger" waren halt nur für ein paar Menschen wirklich golden" - für die Masse der Menschen bedeutete diese Zeit nichts weiter als pure Hoffnungslosigkeit, Armut und einen harten und kaum zu gewinnenden Kampf um das tägliche Brot.

Tod in Blau" ist nicht nur ein Kriminalroman, es ist darüber hinaus auch eine sehr gelungene Beschreibung einer Zeit, die man selbst nur aus Büchern oder aus Erzählungen der Großeltern kennt. Es ist auch eine zeitgeschichtliche Momentaufnahme, die sehr viel zum Verständnis für die damaligen Lebensverhältnissen beiträgt. Und es ist auch ein kleiner Streifzug durch das kunstgeschichtliche Berlin der Zwanzigerjahre, das im Gegensatz zum dümmlichen Deutschtum des reaktionären Adels stand.

In Susanne Gogas Geschichte stehen die Menschen im Vordergrund, Menschen die leiden, Menschen die lieben, Menschen die enttäuscht werden und Menschen die mit ihren Handlungen großes Leid heraufbeschwören.

Ein sehr lesenswertes Buch - allerdings sollte man zuvor Leo Berlin" lesen, viele alte Bekannte trifft man nämlich in Tod in Blau" wieder. Bücher übrigens, deren Kauf man sicher nicht bereuen wird.
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am 10. Juli 2011
'Tod in Blau' ist das dritte Buch, dass ich von Susanne Goga gelesen habe und ich bin auch diese Mal total begeistert. Ganz im Gegensatz zu den meisten anderen kommt dieser Krimi ganz ohne blutrünstige Morde und Beschreibungen aus und ist trotzdem spannend. Die Geschichte um den Mord herum ist genauso fesselnd wie die Aufklärung des Mordes selbst. Einige Autoren übertreiben die Ortsbeschreibungen oder Rahmenerzählungen so sehr, dass ich mich oft ertappe ganze Passagen nur quer zu lesen. In 'Tod in Blau' jedoch ist es genau richtig dosiert, um sich in die Hauptpersonen hineindenken und identifizieren zu können. Einmal angefangen konnte ich das Buch schwer wieder aus der Hand legen. Dabei kann ich gar nicht sagen was mich mehr fasziniert, die Probleme, Alltagssorgen und Freuden von Leo Wechsler und den anderen Romanfiguren oder die Aufklärung des Mordes.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen.
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Auch im Kriminalroman „Tod in Blau“ von Susanne Goga reist der Leser wie bereits im Vorgängerband der Serie rund um Kommissar Leo Wechsler wieder ins Berlin von 1922. Das Cover wurde passend zur Reihe wieder in schwarz-weiß gestaltet und nur der Mantel der jungen Frau im für diese Zeit typischen Schnitt mit Fellkragen farblich hervorgehoben. Der Roman führt zu Arnold Wegener, einem Maler, dessen Bilder teilweise auf die Gesellschaft verstörend wirken, denn sie zeigen Szenen in denen er bewusst Kontraste setzt. Teilweise führen diese den Betrachter in die Zeit des Ersten Weltkriegs zurück, in denen er gedient hat. Der Titel des Krimis bezieht sich auf eines seiner Werke, eigentlich nur eine Zeichnung, die er „Die blaue Stunde“ nennt und das eine wichtige Rolle bei den Ermittlungen im Buch spielt.

Nur wenige Wochen nachdem Leo Wechsler und sein Team die Morde an einem Wunderheiler und einer älteren Prostituierten aufgeklärt haben, wird die Leiche von Carl Bremer, einem Ladenangestellten in einem Berliner Konfektionsgeschäft, aus dem Landwehrkanal gezogen. Der Mann ist ertrunken, weist aber eine Kopfverletzung auf, darum wird vermutet, dass Fremdeinwirkung vorliegt. Während Leo Wechsler und seine Kollegen nach einem Täter und dessen Motiv suchen, verbrennt in seinem Atelier der Maler Arnold Wegner. Kann es ein Unfall gewesen sein? Ein Brief aus der Wohnung von Bremer führt Wechsler zur Asgard-Gesellschaft, einer rechtsextremen Gruppierung die unter dem Deckmantel einer wissenschaftlichen Vereinigung agiert und in der viele Offiziere des Ersten Weltkriegs Mitglied sind. Die Bilder von Wegner sind der Gesellschaft ein Dorn im Auge. Besteht vielleicht hier ein Zusammenhang zum Verbrechen an Wegner? Nachdem die Ermittlungen in diesem Fall eher zäh voran gehen, findet sich endlich ein Hinweis auf einen möglichen jugendlichen Zeugen. Doch dieser hat ein Geheimnis zu wahren.

Auch im Privatleben entwickelt Susanne Goga ihre Figur Leo Wechsler weiter. Nachdem er im ersten Band die Buchhändlerin Clara kennengelernt hat, vertieft sich die Beziehung zu ihr zunehmend, bis er durch Zufall mit ihren geschiedenen Mann zusammentrifft. Die Begegnung stellt die Freundschaft von Clara und Leo auf einen Prüfstein.

Auch im zweiten Fall für Leo Wechsler weiß die Autorin die historischen Begebenheiten wieder gekonnt in das Umfeld des Krimis einzubauen. Sie nimmt den Leser mit in wohlhabende Adelskreise wie auch zu den Armen der damaligen Gesellschaft, die durch ihre Arbeit kaum ihre Familie ernähren können und die auf kleinstem Raum leben. Geld wird immer weniger wert, sparen lohnt sich nicht mehr. Stattdessen gehört der Kauf von Bildern zu einer guten Geldanlage, weswegen die Kunst an Bedeutung gewinnt. Nach Arbeitsschluss geht man gern noch auf ein Bier aus oder ins Café. Theater, Kleinkunst und Kinobesuche sind auch für weniger Betuchte erschwinglich und eine nette Abwechslung.

Leider wird der Fall des Toten aus dem Landwehrkanal nicht vollständig aufgeklärt. Insgesamt ist der Krimi jedoch von Beginn an spannend aufgebaut. Das Tatmotiv bleibt lange im Dunkeln, so dass der Spannungsbogen aufrechterhalten wird. Tod in Blau ist ein lesenswertes Buch, dessen Lesevergnügen noch dadurch gesteigert werden kann, wenn man den ersten Band bereits kennt.
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am 18. Februar 2014
„Tod in Blau“ ist der zweite Krimi von Susanne Gogas Reihe um den sympathischen Berliner Kommissar Leo Wechsler. Die Handlung spielt Ende 1922, also wenige Monate nach dem Vorgängerroman „Leo Berlin“. Leo Wechsler ermittelt diesmal den Mord an dem Berliner Maler Arnold Wegner. Dieser zeichnete sich u. a. dadurch aus, dass er bei Porträts seine Auftraggeber nicht immer sehr vorteilhaft abbildete. Sein Markenzeichen war, dass er Wesenszüge der Porträtierten sehr eigenwillig hervorhob. So konnte es schon zu einem Skandal kommen, weil er den Charakter einer Gräfin herausarbeitete, indem er sie mit aus ihrem Bauch quellenden Maden malte.

Susanne Goga versteht es, die handelnden Personen ihres Romans sehr anschaulich zu charakterisieren. Besonders gut gefallen haben mir die junge Tänzerin Thea Pabst, welche durch ausdrucksstarke tänzerische Interpretationen auf sich aufmerksam macht und Muse (und Geliebte) des ermordeten Malers war sowie der 12-jährige verwahrlost aufwachsende Paul, der eine enge Beziehung zu dem ermordeten Maler aufbaute. Auch die Galeristin Elisa Reichwein, die der Leser bereits aus „Leo Berlin“ kennt, ist wieder dabei und wird von Leo Wechsler bei seinen Ermittlungen zu Rate gezogen.

Wie bereits bei „Leo Berlin“ erfährt man neben der Lösung des spannenden Kriminalfalls auch diesmal sehr viel über das Leben sowohl der reichen Oberschicht, vor allem aber der normalen Berliner Bevölkerung in der Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. So wusste ich bislang nicht, dass es sogenannte „Schlafburschen“ gab - in „Tod in Blau“ vermieten Pauls Eltern sein Bett an eben einen solchen Schlafburschen, so dass sich die beiden die Schlafstätte im Schichtbetrieb teilen.

Die Krimihandlung und das Privatleben des Kommissars stehen in einem ausgewogenen Verhältnis. In „Tod in Blau“ vertieft Leo Wechsler seine Bekanntschaft mit der aus dem ersten Band bekannten Buchhändlerin Clara Bleibtreu, wobei er auf ein dunkles Geheimnis aus ihrer Vergangenheit stößt. Ich bin gespannt, wie es mit den beiden weiter geht und freue mich bereits auf die nächsten Bände der Reihe.
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TOP 1000 REZENSENTam 16. März 2007
Berlin, 1922. Ein Verkäufer für Herrenoberbekleidung wird tot aus dem Landwehrkanal gefischt. Selbstmord? Unfall? Oder gar Mord? Kommissar Leo Wechsler ermittelt. Eine Spur im Nachlass des jungen Mannes führt zur rechtsextremen Asgard-Gesellschaft und zu einem ihrer führenden Köpfe, Oberstleutnant Ulrich von Mühl.

Kriminalsekretär Walther spricht aus, was wohl jeder, einschließlich Leo Wechsler, über Herrn von Mühl denkt: „Mann, was für ein arrogantes Schwein“.

Die Wege der Polizei und der dubiosen Gesellschaft kreuzen sich schon bald ein zweites Mal. Der Maler Arnold Wegner liegt tot in seinem Atelier. Und dieser Tod war kein Unfall. Mit seinen provokanten, expressiven Bildern des Kriegs und des Elends sowie den wenig schmeichelhaften Porträts angesehener Personen der Gesellschaft hat er sich nicht viele Freunde gemacht. Hauptsächlich die Mitglieder der Asgard-Gesellschaft haben gegen den Maler und seine Arbeiten gehetzt – allen voran Ulrich von Mühl.

Aber tötet jemand tatsächlich einen Maler, nur weil ihm dessen Bilder nicht gefallen? Ist der Täter nicht vielleicht eher im privaten Umfeld des Künstlers zu suchen? Was ist mit seiner Frau? Die Ehe war nicht glücklich. Mit der Treue nahm Wegner es auch nicht so genau. Geht die Tat vielleicht auf das Konto eines betrogenen Ehemanns?

Auch wenn Leo Wechsler gute Kontakte zur Künstlerszene hat – die Ermittlungen gehen nicht so recht weiter. Doch dann liefert die avantgardistische Tänzerin Thea Pabst, Modell und Geliebte des ermordeten Malers, einen wichtigen Hinweis: Es gibt einen Zeugen, der Licht ins Dunkel bringen könnte. Paul Görlich, ein geistig zurückgebliebener Zwölfjähriger aus einem der trostlosen Armenviertel der Stadt, hatte sich mit dem Künstler angefreundet und verfügt womöglich über entscheidende Informationen.

Auch wenn dem kleinen Paul die Brisanz seines Wissens wahrscheinlich gar nicht bewusst ist – Arnold Wegners Mörder kann kein Risiko eingehen ...

Die verschiedenen Handlungsstränge des Romans führen den Leser quer durch die gesellschaftlichen Schichten Berlins: in die vornehmen Villen der besseren Gesellschaft, in die Hinterhöfe und Armenviertel und in die extravagante Künstlerszene der 20-er Jahre. Eine faszinierende – und dank der authentischen Charaktere sehr lebendige – Momentaufnahme der Stadt aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

Mit lebhaftem Interesse und Mitgefühl verfolgt man als Leser auch Kommissar Wechslers privates Schicksal. Zum einen spiegeln sich gerade in diesen Alltagsgeschichten besonders deutlich die Lebensbedingungen der damaligen Zeit wieder. Zum anderen sind Wechslers Lebensumstände ziemlich ungewöhnlich: Er ist verwitwet, hat zwei Kinder, und seine unverheiratete Schwester Ilse führt ihm den Haushalt. Doch es zeichnen sich Veränderungen ab: Ilse hat seit einiger Zeit einen Freund und Leo Wechsler entwickelt ein romantisches Interesse an der sympathischen Bibliothekarin Clara Bleibtreu. Warum aber erzählt sie nie etwas aus ihrem bisherigen Leben?

Ausgerechnet Ulrich von Mühl, der Unsympath von der Asgard-Gesellschaft, muss Claras Geheimnis lüften. Und auch Herbert von Malchow, Leos verhasster Kollege, drängt sich auf unverantwortliche Weise in Wechslers persönliche Angelegenheiten. Es bleibt also spannend bei Leo Wechsler ... nicht nur dienstlich, sondern auch privat.

Wenn die nächste kriminalistische „Zeitreise“ ins Berlin der 20-er Jahre ansteht und Leo Wechsler wieder ermittelt, bin ich auf jeden Fall mit von der Partie!
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am 15. Juni 2015
Nein, einem Volker Kutscher mit seinem Kommissar Gereon Rath kann "Tod in Blau" mit dem Kommissar Leo Wechsler bei weitem nicht das Wasser reichen. Zu flach die Charaktere, zu linear der Fall, zu einfach die Sprache. Dennoch hat mir "Tod in Blau" gefallen, da Wechsler durchaus sympathisch und menschlich dargestellt wird und auch das Berlin des Jahres 1922, zu Beginn der Inflationszeit, mit einiger Atmosphäre und Flair aufwarten kann, so dass insgesamt ein kurzweiliger Lesespaß vorliegt, der keinem weh tut.
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am 30. März 2016
Kurzbeschreibung:
1922. Arnold Wegner malt seine Zeit in starken Kontrasten - Armut und Luxus, Krieg und Vergnügungssucht, Krankheit und Irrsinn. Seine radikalen Bilder, in denen er sich provokant mit der Gesellschaft und der jüngsten Vergangenheit, dem Ersten Weltkrieg, auseinandersetzt, erregen Bewunderung und Abscheu, lassen aber niemanden kalt. Als der Maler tot in seinem Atelier gefunden wird, führt eine erste Spur Kommissar Leo Wechsler zur rechtsextremen Asgard-Gesellschaft, in der viele ehemalige Offiziere verkehren.
Gibt es möglicherweise auch eine Verbindung zu dem Toten im Landwehrkanal, bei dem ein Schriftwechsel mit der Asgard-Gesellschaft gefunden wurde? Die Ermittlungen kommen nicht recht voran, bis Leo Wechsler einen Hinweis von der avantgardistischen Tänzerin Thea Pabst erhält. Und es stellt sich heraus, dass es einen Zeugen gibt - der jedoch entzieht sich allen Befragungen durch die Polizei.

Zur Autorin:
Susanne Goga lebt als Autorin und Übersetzerin in Mönchengladbach. Sie hat außer ihrer Krimireihe um Leo Wechsler mehrere historische Romane veröffentlicht.

Meinung:
Tod in Blau ist der 2. Band der Leo Wechsler-Reihe, daher besteht beim Weiterlesen Spoilergefahr!

Berlin 1922: Nach seinem ersten Fall bekommt es Kommissar Leo Wechsler erneut mit einem Mord zu tun, dessen Aufklärung schwierig ist. Der namhafte Maler Arnold Wegner wurde in seinem Atelier umgebracht. Wegner war berüchtigt für seine Gemälde, auf denen er das Elend der Berliner Straßen verewigte. Prostituierte, Bettler, Kriegsversehrte und die ganze vorherrschende Armut hat er abgebildet, was vielen Aristokraten und Reichen ein Dorn im Auge war.

Doch wer würde einen Maler aufgrund seiner Werke umbringen? Dies müssen Leo Wechsler und seine Ermittlungsgruppe herausfinden. Sie tauchen alsbald wieder in das Milieu der armen Leute, aber auch in das der Aristokratie in ihren feinen Villen ab, doch der Täter scheint immer einen Schritt voraus zu sein.

Tod in Blau ist der 2. Band der Leo Wechsler-Reihe und gestaltete sich noch einen Tick spannender und interessanter als der Auftakt, da hier der Täter für den Leser nicht ganz so schnell erkennbar war.

Auch diesmal entführt uns Susanne Goga in das Berlin des Jahres 1922, das sich mitten im großen Umbruch befindet. Die Armut wird immer größer, viele Menschen haben nichts Anständiges zu essen, die Inflation schreitet unaufhaltsam voran und die Reichen und Schönen feiern als gäbe es kein Morgen.

Während Leo Wechsler im Fall Arnold Wegner ermittelt, fällt auch wieder ein großes Augenmerk auf sein Privatleben. Er und Clara Bleibtreu, die Buchhändlerin, kommen sich langsam näher und man gönnt Leo eine neue Frau an seiner Seite. Auch seine Schwester Ilse, die ihm nach wie vor den Haushalt führt, hat einen Verehrer, der sie aufblühen lässt.

Die Nebencharaktere sind ebenso interessant wie auch geheimnisvoll: Da wäre z.B. der 12-jährige Paul Görlich, der mit dem Maler Arnold Wegner befreundet war und seit seinem Tod ein Geheimnis hütet, was ihn zusehends in Gefahr bringt. Ebenso erwähnenswert ist Thea Pabst, eine avantgardistische Tänzerin, die mit ihrem Partner Stephan Castorff aktuelle politische Themen wie die Inflation auf tänzerische Weise darstellt und die Geliebte Wegners war.

Der Fall an sich gestaltet sich spannend und mitreißend, da einige Personen als Täter infrage kommen und sich dieser bis kurz vor Ende nicht wirklich herauskristallisiert. Trotz des Kriminalfalls lebt die Geschichte aber auch von dem dargestellten Sittengemälde dieser Zeit, das Susanne Goga erneut gekonnt bildhaft vermittelt und wo bereits die Anfänge des Nationalsozialismus zu spüren sind. Aristokraten schließen sich zu geheimen Gesellschaften zusammen, die das germanische Erbe vergöttern und auch vor Gewalt nicht zurückschrecken. Hier deutet sich bereits im Ansatz das Unheil an, das kommen wird.

Fazit:
Tod in Blau konnte mich noch mehr begeistern als Leo Berlin. Susanne Goga gelingt es, das Niveau des Vorgängers noch zu steigern und begeistert wiederum mit einem interessanten Mordfall, historischer Zeitgeschichte, vor allem was das Milieu Berlins zu diser Zeit angeht, und auch das Privatleben Leo Wechslers kommt erneut nicht zu knapp. Sehr empfehlenswert!

Reihenfolge:
1. Leo Berlin
2. Tod in Blau
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am 14. Februar 2012
'Tod in Blau' ist der zweite Fall von Leo Wechsler und er entführt uns wieder in das Berlin der 20er Jahre. Und das ist wirklich so gemeint, denn die detailreichen und interessanten Beschreibungen der damaligen Zeit, seien es die alltäglichen Lebensumstände der Menschen, die Probleme mit der Inflation, der aufkommende Nationalsozialismus oder einfach die Beschreibungen des damaligen Berlins, lassen die Atmosphäre der Zeit spüren und Geschichte lebendig werden. Lebendig beschrieben sind auch wieder die Personen mit all ihren Emotionen, so dass man sie sich wieder sehr gut vorstellen kann und die ein oder andere gerne mal treffen würde.

Der Krimi befördert einen gleich mitten ins Geschehen, d. h. mitten in die Ermittlungen zu einem Todesfall. Dabei macht es wieder sehr viel Spaß, Leo Wechsler bei seinen Ermittlungen zu beobachten und mit ihm zu rätseln. Die Ermittlungen weiten sich immer mehr aus und lassen viel Spielraum für Spekulationen. Dabei kann man so mancher falschen Fährte folgen, aber auch Indizien zur Auflösung finden, wenn man nur genau liest . Dazu erhöht die Suche nach einem Zeugen und die Ängste, die mit dessen Verschwinden zusammenhängen, die Spannung, so dass die Seiten schnell dahinfliegen.

Für die, die den ersten Teil gelesen haben gibt es aber noch eine weitere spannende Sache als nur den Krimi, nämlich die Frage, wie es mit Leos Privatleben weitergeht. Und auch da wird der Leser nicht enttäuscht. Ohne den Kriminalfall zu stören, wird auch dieser Teil der Geschichte ereignisreich weitererzählt.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, ich würde sogar sagen, dass es noch eine Steigerung zum ersten Buch war. Als ich es gelesen hatte, fand ich es total schade, dass es von Verlagsseite her keinen weiteren Leo Wechsler Fall geben sollte und bin nun umso froher, dass wir bald doch wieder von Leo lesen können, denn die Krimis sind absolut lesenswert. Und, wie ich finde, nicht nur für Krimileser, sondern für alle, die mal ins Berlin der 20er Jahre eintauchen wollen.
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