Jeans Store Hier klicken Strandspielzeug Neuerscheinungen Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Slop16 Hier klicken Fire Shop Kindle Sparpaket Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
11
4,2 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 10. Januar 2007
Lesenswert ist das Buch, weil zum ersten mal eine umfassende Biografie Herbert Wehners vorgelegt wird, für die weit mehr als öffentlich zugängliche Quellen ausgewertet werden konnten. So standen dem Autor nicht nur der Nachlass Wehners mit einer Vielzahl unveröffentlichter Dokumente zur Verfügung, er hatte auch das Vertrauen der Witwe, Greta Wehner, die den Politiker seit den 40er Jahren begleitete und sicher mehr über ihn weiß als jeder andere. Jochen Vogel und andere kenntnisreiche Zeitzeugen standen als Interviewpartner zur Verfügung. Positiv ist auch der umfangreiche Quellenapparat und der über viele Seiten gelungene Versuch, Herbert Wehner als den Menschen zugewandten Politiker zu beschreiben, dessen Antrieb nicht persönlicher Nutzen, sondern das Streben nach Gerechtigkeit war.

Ein Problem ist indes die Verehrung, die der Autor dem Politiker Herbert Wehner entgegenbringt: Wenn es brenzlig wird, ergreift er die Partei Wehners, verteidigt und interpretiert ihn stets so, dass am Ende und unter dem Strich Herbert Wehner alles richtig gemacht hat. Dabei bleiben die problematischsten Abschnitte - Hotel Lux, Schweden, Misstrauensvotumg, Brandt-Rücktritt - seltsam nebulös. Wer die Vorgänge nicht aus anderer Quelle bereits kennt, versteht hier nur Bahnhof. Überhaupt ist die Darstellung des Politikers Wehner sehr stark auf ihn selbst konzentriert, man hätte gern noch mehr über die SPD in der Deutschen Nachkriegsgeschichte erfahren, ihre Richtungs- und Machtkämpfe etc. Etwas anstrengend liest sich zudem die minutiöse Berücksichtigung auch noch des letzten Arbeitskreises, an dem Wehner teilgenommen und "wichtige Wortbeiträge geleistet" hat.

Trotz allem habe ich das Buch gern und mit Gewinn gelesen und kann es jedem empfehlen, der sich näher mit einem der faszinierendsten Politiker des 20. Jahrhunderts beschäftigen will.
11 Kommentar| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. August 2013
Herbert Wehner wie er leibt und lebt! Der Autor hat auf Schönschreibereien verzichtet und den Politiker so dargestellt wie er wirklich war mit all seinen Stärken und Schwächen und seinem Leidensweg durch ein kriegerisches Jahrhundert. Beeindruckend ist, wie sehr sich Wehner besonders um die kleinen Einzelschicksale der Menschen angenommen hat, insbesondere um die Familienzusammenführung von der ehemaligen DDR in die Bundesrepublik Deutschland. Und wie er die unverzichtbare Ostpolitik gegen die Kleingeister und Selbstdarsteller aus der CDU/CSU durchsetzen half. Ich wage mal die Prognose: Ohne Herbert Wehner hätte Willy Brandt den Durchbruch wohl nicht geschafft.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Juli 2016
... steht am Ende des Buches (vor allem auf den Seiten 475-490) - und hat mich am meisten beeindruckt: vor allem durcvh die Offenheit und Ehrlichkeit der Darstellung seiner Demenz. Möglich war dieses wohl nur, weil der Autor der Biographie ein Vertrauensverhältnis zu Wehners Stieftocher und späterer Frau Greta hatte. Unbedingt lesenswert.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Oktober 2012
Herbert Wehner ist einer der Nachkriegspolitiker der heute leider eher zu wenig Beachtung findet. Deshalb halte ich diese umfassende Biographie für eine der wichtigeren politischen Biographien der letzten Jahre.
Hingegen der teilweise vorhandenen Kritik, dass diese Biographie einige Stellen in Wehners Leben schön färbt, spricht für mich, dass der Autor durchaus auf die problematischen Episoden eingeht aber doch versucht Wehners Entscheidungen zu erklären.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. April 2013
Man merkt dem Buch an, daß der Autor in erster Linie Wissenschaftler und nicht Schriftsteller ist.Auch sein Forschungsgebiet wird schnell klar, da die positiven Seiten Herbert Wehners immer besonders hervorgehoben werden. Er konzentriert sich schwerpunktmäßig fast ausschliesslich auf politische Fakten und Zitate, leider werden chronologisch öfter Zeitsprünge gemacht, die die Lektüre für den Laien nicht gerade erleichtern. Man erfährt auch wenig über den Herbert Wehner jenseits der Politik. Es wird schon fast der Eindruck vermittelt, daß es diesen überhaupt nicht gegeben hat.
11 Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. Mai 2006
Das vorliegende Buch ist die erste umfassende Biographie des Anarchisten, Stalinisten und SPD-Zuchtmeisters Herbert Wehner, deren Autor den Nachlaß Wehners nutzen konnte. Der Verfasser des Buches ist Geschäftsführer beim Herbert-Wehner-Bildungswerk der sächsischen SPD. Das Buch ist mit Liebe zu seinem Gegenstand geschrieben und dies trübt dem Autor öfter den Blick. Wehners Moskauer Jahre werden viel zu milde beurteilt; Wehner hatte damals nicht nur denunziert, weil er seine eigene Haut retten wollte, sondern auch, weil er als überzeugter Stalinist die Entlarvung von Parteischädlingen für seine Genossenpflicht hielt. Wehners politischer Weg in der SPD wird so dargestellt, daß der "Onkel" für die heutige (entsozialdemokratisierte) SPD paßgerecht gemacht wird; Widersprüche und Brüche werden möglichst geglättet und der Verfasser entscheidet sich fast immer für eine Interpretation, die Wehners Handlungen in einem möglichst günstigen Licht erscheinen läßt. Da der Autor jedoch privillegierten Zugang zu Dokumenten hatte, ist das Buch unverzichtbar für jeden, der sich für eine der markantesten Erscheinungen unter dem Führungspersonal der Bonner Republik interesiert. Vom Material her sind die Kapitel über den SPD-Politiker Wehner am interessantesten. Wer sich für Wehners Jahre in Moskau interessiert, sollte lieber zu den Büchern von Reinhard Müller ("Die Akte Wehner" und "Herbert Wehner - Moskau 1937") greifen, für Herbert Wehners Zeit in Schweden ist das Buch von Michael F. Scholz am aufschlußreichsten.
0Kommentar| 22 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Mai 2006
Meyer hat zum 100. Geburtstag Wehners etwas vollbracht, auf das die Wehner-Interessierten seit sehr langer Zeit gewartet haben: Er hat eine umfassende Biographie über den (neben Adenauer) größten Politiker der Nachkriegszeit geschrieben, die sowohl ein Abbild der Politik damaliger Zeit als auch die Arbeit Wehners in Sachsen, Moskau, Schweden und dann in Deutschland sehr interessant, aber dennoch detailgenau widergibt als auch das Private Wehners nicht außer acht läßt.

Man merkt dem Werk sehr wohl an, daß Meyer erstmals alle Quellen über Wehner nutzen konnte, Zeitzeugen befragt hat und auch Zugang zum persönlichen Nachlaß Wehners hatte.

Vieles, was in den früheren Biographien über Wehner (es sind zum großen Teil nicht mehr als Biographiefragmente) geschrieben wurde, aber auch das was in diesen nicht berücksichtigt wurde, findet sich hier wieder.

Nebenbei: Meyer entkräftet in diesem Werk nochmals alle "Beweise", die Wehner als Denunzianten darstellen sollen und mit schöner Regelmäßigkeit von (heutzutage insbesondere einem) Historiker(n) publiziert werden und, meiner Meinung nach, das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen.
0Kommentar| 14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. März 2009
Dieses Buch habe ich gerade durchgelesen. Es zeigt, daß Herbert Wehner in der Politik viel bewirkt hat. Obwohl er am Anfang ein Kommunist war, erkannte er das "real existierende" an dieser Ideologie und wechselte zur SPD über. Er hat einiges zur Wiedervereinigung Deutschlands getan. Die friedliche Revolution ist auch ihm zu verdanken. Daß Wehner später dement war und absolut hilflos, macht es schon sehr tragisch. Wehner hatte zwei extrem charakterliche Seiten; eine sehr schroffe, fast diktatorische (das berichten politische Gegner, Zeitzeugen aber auch Parteifreunde in diesem Buch) aber eben auch eine sehr kollegiale, sensible und menschliche Seite. Er wollte es vielen rechtmachen, war zu Kompromissen und Dialogen bereit, besonders mit der DDR und den osteuropäischen Staaten. Er schaffte eine Aussöhnung mit Israel. Andererseits hatte er auch einen Hang zum spionieren. Zum Buch; Meyer's Biographie ist teilweise etwas langatmig und anstrengend zu lesen. Die Anmerkungen sind zwar schön und gut, aber dadurch läßt sich dieses Buch nicht flüssig lesen, weil man immer wieder nachschlagen muß. Etwas mehr Kritik hier und da wäre gut gewesen. Der Autor geht aber gut auf die politischen Geschehnisse ein, die damals herrschten. Auch sein Verhältnis zu Willy Brandt, was eigentlich freundschaftlich war und erst später abkühlte, und Helmut Schmidt wird hier gut erzählt. Daß er streckenweise mit dem linken SPD-Flügel Probleme hatte überrascht mich nicht wirklich; denn Wehner hatte teilweise konservative Ansichten. Das hing wohl mit seiner Vergangenheit zusammen. Für mich als (linken) Sozialdemokraten (vom denken her) war dieses Buch ein Pflichtkauf. Zu ungefähr 80% gefällt es mir auch.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Juli 2006
Herbert Wehner war ein Schwergewicht und politisches Urgestein mit eminenter Bedeutung für die Entwicklung der Deutschen Sozialdemokratie, dies kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wehner, der Mann, dem es nie um sich als Person ging, sondern für den das Engagement in der Sache die Richtschnur seines Handelns war und blieb über mehr als 3 Jahrzehnte hinweg. ICH DIENE, so sein Credo, er ist damit ein Volksvertreter gewesen im besten Sinne des Wortes. Er hat hohe Verdienste für die Entwicklung der SPD hin zur Volkspartei und damit für die Regierungsfähigkeit der Sozialdemokratie. Seine Leistung sowohl in der gesamtdeutschen wie in der europäischen Friedens- und Entspannungspolitik wird vielfach unterschätzt. Wehner sah sich stets verpflichtet der Demokratisierung von Staat und Gesellschaft ... das Land hat dem Wirken dieses Mannes viel zu verdanken. Nicht auf Öffentlichkeit bedacht war er zudem derjenige, dem die einzelnen Menschen und Härten der deutschen Teilung ein Anliegen waren ... 1000de Bürger aus der ehemaligen DDR verdanken seinem unermüdlichen Einsatz im Verborgenen ihre Ausreise.

Ein großer Sozialdemokrat würde heute seinen 100sten Geburtstag feiern, die just herausgekommene Biographie von Ch. Meyer ist eine exzellente Würdigung eines großen Lebenswerkes, ein wahrlich lesenswertes Buch.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. August 2006
Die Biographie über Wehner ist stellenweise langweilig und anektodenhaft und m.E. in einigen Details historisch unkorrekt

(Bewilligung der Kriegskredite 1914 durch die SPD ohne die Verweigerung der Liebknecht - Gruppe zu berücksichtigen !

Wer hat Recht ? Karl Liebknecht !

Wer hat uns verraten ? Die Sozialdemokraten !)

Dennoch gelingt es dem Autor, Wehner als einen Menschen zu charakterisieren, der trotz seiner existentiellen Gefährung in seiner Moskauer Zeit (Hotel Lux) Politik als die Sache erspürt, die den Menschen dienen muß.

Politik darf eben nicht einer Ideologie verhaftet sein, auch wenn diese noch so konsistent und stringent ist und alles erklärbar macht.

( M. Sperber "Wie eine Träne im Ozean" oder A. Koestler "Sonnenfinsternis")

Wenn diese Erkenntnis den politisch Handelnden ergriffen hat,

ist der ideolgisch in jeder Hinsicht geschulte Aktivist verloren

Unter Stalin hat diese Erkenntnis viele Menschen das Leben gekostet.

Wehner hat im Hotel Lux mit Glück und Zufall überlebt.

Das "Leben" dort in Moskau spiegelt das klassische Drama wieder.

Wie ich mich auch entscheide, irgendetwas und irgendjemand wird zugrunde gehen ,leiden und sterben.

Wehner hat schlicht und einfach den Nazi Terror überlebt wie auch den Stalin Terror.

Diese klassiche Konfliktsituiaton wird in der Biographie nicht genügend gewürdigt.

Gelungen ist die historísche Darstellung der Aufnahme von Wehner in die Sozialdemokratie in der Nachkriegszeit insbesondere durch Schuhmacher.

Er hat als Leidender offensichtlich gespürt, daß Wehner immer den

Menschen als Mittelpunkt seiner politischen Tätigkeit gesehen hat.

Dem Autor gelingt es, genau diesen Aspekt der Menschlichkeit in der Person von Wehner als roten Faden bis zu seinem politischen Ende in vielen Beispielen zu belegen.

Aufschlußreich ist es , daß viele politische Gegner aus den Reihen der CDU bei Wehner diesen Aspekt der Menschlichkeit gesehen und gewürdigt haben, wie der jetzt verstorbene R. Barzel bspw.

Das ist sicher ein Grund für den immensen Einfluß von Wehner, den er auf die Nachkriegspolitik ausgeübt hat.

Insgesamt ist die Biographie daher außerordentlich lesenswert.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden